neulich: Wocheneinkauf im Supermarkt. „Ach – morgen gibt’s mal wieder Lachs. Na gut, aus Aquakultur – aber der ist ja mit dem ASC-Label zertifiziert, 'verantwortungsvolle Fischzucht' steht drauf. Dann wird’s den Fischen schon gut ergangen sein.“
Währenddessen auf der Lachsfarm: „Als wir ankamen, wurde eine hohe Sterblichkeit im Käfig beobachtet. Sie haben Fische vom Boden des Käfigs hineingepumpt, die scheinbar leblos und ohne Kiemenaktivität waren und zur Weiterverarbeitung für den menschlichen Verzehr bestimmt waren." [1]
So dokumentierten Inspektor:innen der norwegischen Lebensmittelsicherheitsbehörde, was sie auf einer Lachsfarm im September 2023 vorfanden: Ein Massensterben mit ASC-Siegel. Die Kontrolle war unangekündigt.
Ist seitdem alles besser geworden? Nein – das kann es gar nicht. Denn die unangekündigte Kontrolle der norwegischen Behörden war eine absolute Ausnahme. Die allermeisten Kontrollen bei ASC und dem Konkurrenten GGN sind angekündigt, oft Wochen vorher.
Dass die Zeit reicht, um „aufzuräumen“, beweist eine Farm in Schottland. Nur Stunden vor der angekündigten Inspektion durch Abgeordnete schaffte man 2024 dort Tonnen toter Fische weg. [2]
Die Farm war nicht ASC-zertifiziert. Aber aktuell hindert nichts in den Zertifikatsstandards oder der Kontrollpraxis Fischzüchter daran, genauso vorzugehen. Den Siegeln von ASC und GGN ist nicht zu trauen – aber ein Siegel ohne Verbrauchervertrauen ist wertlos.
Das wissen auch die Zertifizierer: Nach unserem großen Lachsreport gab es vor allem vom ASC lautstarke Beschwichtigungen und Ablehnung. [3] Die Öffentlichkeit war dem Unternehmen sichtbar unangenehm.
Wenn ASC und GGN jetzt tausende Protestmails bekommen, merken sie: Die Verbraucher:innen vertrauen uns nicht mehr – das ist existenzbedrohend – wir müssen was tun. Deshalb fordern wir von ASC und GGN:
• Unangekündigte Kontrollen,
• Echte Rückverfolgbarkeit jedes Fisches zur Farm und
• Ein Ende von laxen Grenzwerten bei Lachssterben.
Bitte unterschreiben auch Sie!