jollymeier
unread,Apr 25, 2008, 5:25:56 AM4/25/08Sign in to reply to author
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Vielen Dank für den Kommentar!
Ich will hier zunächst erst auf einen Satz näher eingehen:
"Sie scheinen mir mit dieser Überlegung auch die romantische Idee der
ursprünglich ästhetischen Selbstempfindung als Basis des
transzendentalen Subjekts wieder zu berühren; diesmal von der
Empfindung des Verlustes nach der Entfernung aus der Natur ausgehend."
Der 'Selbstempfindung' gilt noch nicht mein erstes Interesse. Das
würde unterstellen, dass die Rückbezogenheit auf 'sich' dem
empirischen Individuum quasi von vornherein 'mit'gegeben ist. In der
Wirklichkeit ist es ihm aber eher 'auf'gegeben. Ein 'Selbst' muss sich
als Subjekt (durch Reflexion) erst "setzen". Das empirische 'ich' ist
sozusagen 'eher da' als das transzendentale Ich.
Ich will vielmehr darauf hinaus, dass ja auch das empirische
'Selbst' [ich benutze das 'Gänsefüßchen', weil auch im Selbst eine
Abgrenzung gegen Anderes und ergo schon Reflexion mitklingt] nicht
schon als ein Bestimmtes 'da ist', sondern zuerst als ein (handelnd)
Bestimmendes, nämlich ein Urteilendes. Seine Wahrnehmungen sind, bevor
es (begrifflich) zu reflektieren beginnt, von Beifall oder
Missbilligung begleitet. Ich will darauf hinaus, dass die
"ästhetische" Urteilskraft die Urteilskraft schlechthin ist.
'Wertnehmen kommt vor Wahrnehmen', drückt Max Scheler diesen Gedanken
aus.
Viele Grüße
J.E.