in unserer DHH die jetzt 10 Jahre alt ist, hab ich schon vor Jahren
schmale Risse im
Außenputz entdeckt (geschätzt max. 0,2 - 0,3mm).
Mit den Jahren sind diese Risse zwar nicht breiter, aber länger und in
der Anzahl mehr
geworden.
Im www hab ich jetzt schon ein paar Stellen gefunden, wo behauptet
wird, dass dies
a) normal ist bei Neubauten, - was ich auch noch glaube, und
b) bis zu einer Breite von ca. 1mm vollkommen unbedenklich sei.
Ist es das wirklich? Kann durch die Risse nicht Wasser in und unter
den Putz gelangen
und diesen dann mit der Zeit ablösen?
Sind meine Bedenken angebracht?
Ein Bekannter sagte mir, ich soll Acryl in die Risse schmieren. Die
Risse sind jedoch so
schmal, dass das relativ zähe Acryl sicher nicht in die Risse
eindringen kann und nur
oberflächlich angewandt wir das auch nicht soviel bringen, denke ich
zumindest.
Was gibt es sonst noch für Methoden oder Mittelchen um diese Risse zu
versiegeln?
Grüße
Reinhold Kuchelmeister
> schmale Risse im Au�enputz entdeckt (gesch�tzt max. 0,2 - 0,3mm).
> a) normal ist bei Neubauten
Nur in dem Bezug, da� alle Neubauten heute Ramsch sind.
> b) bis zu einer Breite von ca. 1mm vollkommen unbedenklich sei.
Die Risse sind nicht unbedenklich, schliesslich saugt sich in die
kapillar Wasser ein, welches im Winter friert, und damit den Putz
eines Tages absprengt.
Aber sie sind so klein, da� sie normalerweise mit Farbe verschlossen
werden, und nicht extra ausgebessert werden.
Du solltest also, wenn du Risse siehst, aber die Wand ansonsten noch
sch�n ist, trotzdem streichen, zumindest vor dem n�chsten Winter.
> Ein Bekannter sagte mir, ich soll Acryl in die Risse schmieren.
Nein, das w�rde man nur bei Fugen machen, die auf Dauer arbeiten,
und die dann auf mindestens 1/2cm aufkratzen.
Das sind dann senkrechte Fugen an Mauerecken, nicht m�anderm�ssig
quer �ber eine eigentlich stabile Hauswand laufende Risse, s�he ja
auch doof aus.
> Was gibt es sonst noch f�r Methoden oder Mittelchen um diese Risse zu
> versiegeln?
Man nimmt keine Wundermittel "riss�berbr�ckende" Gaze, "elastische"
Gummifassadenfarbe, sondern einfach die Farbe, mit der die Wand sowieso
gestrichen wurde. Hoffentlich Silikatfarbe 'glasartige Oberfl�che', aber
vermutlich eher billige Alkydharz-Dispersions-Fassadenfarbe 'Plastikhaut',
selbst wenn die teuer aus dem Malerbedarf kam, schlimmstenfalls
Silikon�lhaltige 'Lotusan' Farbe (warum stand auf der Packung nicht, dass
die Lotosblume jedes Jahr einen neues Blatt bekommt?).
Und falls der Putz noch nie gestrichen wurde: Deswegen streicht man,
(m�glichst mit Silikatfarbe) und nicht damit es weisser wird :-)
--
Manfred Winterhoff
> b) bis zu einer Breite von ca. 1mm vollkommen unbedenklich sei.
> Ist es das wirklich?
Nein, im Allgemeinen gelten Risse im Au�enputz bis zu einer Breite von
ca. 0,2 mm als unsch�dlich, wenn der Unterputz zumindest wasserhemmend
(Wasseraufnahmekoeffizient zwischen 0,5 bis 2,0 kg /m� x h^0,5) und der
Oberputz (und die Beschichtung) ausreichend diffusionsoffen sind.
Kann durch die Risse nicht Wasser in und unter
> den Putz gelangen
> und diesen dann mit der Zeit abl�sen?
Sind der Unterputz wasserhemmend und der Oberputz ausreichend
diffusionsoffen, so wird der Unterputz im Bereich der Risse nicht stark
durchfeuchtet bzw. kann die Feuchtigkeit schadlos wieder verdampfen.
> Was gibt es sonst noch f�r Methoden oder Mittelchen um diese Risse zu
> versiegeln?
2 �bliche Methoden Risse im Au�enputz zu "verschlie�en", sind
1. Verbreitern der Risse und Verschlie�en mit feinem M�rtel (geht nur,
wenn die Risse nicht mehr arbeiten, Rissverschluss zeichnet sich aber
immer auf der Fassade ab)
2. Hydrophobieren der Risse und anschlie�end die Fassade streichen
(Hydrophobierung verbraucht sich im Laufe der Zeit, muss also ca. alle 5
Jahre wiederholt werden)
W.
> Sind der Unterputz wasserhemmend und der Oberputz ausreichend diffusionsoffen,
> so wird der Unterputz im Bereich der Risse nicht stark durchfeuchtet bzw. kann
> die Feuchtigkeit schadlos wieder verdampfen.
Leider ist der Oberputz meist mit Alkydharz/Silikon Fassadenfarbe
eingekleckst und damit alles andere als diffusionsoffen, nur der
Riss ist kapillaraktiv in die falsche Richtung,
f�r diffusionsoffene Silikatfarbe reichte ja meistens nicht die
Kenntnis der Malermeister, und wasserhemmenden Unterputz gibt es
kaum, eher WDVS. Hydrophobierung ist �brigens kein ausschliesslicher
Vorteil.
--
Manfred Winterhoff