muss das eigentlich sein, dass jeder Versuch, Daten sinnvoll zu
zentralisieren, statt sie an Dutzenden Stellen in Dutzenden Formaten
zu halten, was den Steuerzahler nur unnötig Geld kostet, sich mit dem
Vorwurf orwell'schen Überwachungshungers auseinandersetzen muss?
Beispiel hier:
http://www.stern.de/computer-technik/internet/:Big-Brother-Awards-B%F6se-Preise-Datenkraken/600064.html
Datenmissbrauch zu vermeiden ist eine Sache. Effiziente
Datenverarbeitung und Datenspeicherung zu verhindern eine andere. Mein
Negativpreis für heute geht jedenfalls mal an den Verein FoeBuD e.V.
("Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten
Datenverkehrs") - was wollen die eigentlich fördern? Dass Daten nur
noch in beliebig formatierbaren Word-Dokumenten gehalten werden, die
dann in zigtausend Versionen von einer Stelle zur anderen
weitergeleitet werden?
Was denkt ihr darüber
viele Grüße
Stefan Münz
das ist die Angst der "linken" vor der totalen Kontrolle. Nur machen
wir uns nichts vor, ob ich jetzt eine zentrale Datenbank pflege mit
unterschiedlichen Berechtigungen für Finanzamt, Polizei, Schulamt,
Arzt, Krankenkasse usw. oder ob ich das aufteile, wie es momentan ist,
daß ändert am Ergebnis jedoch nichts. Auch jetzt kann der Staat alles
verrausfinden. Ich sehe das allerdings genauso wie Du. Ich würde es
noch einfacher machen. Von der Geburt an bekommt jeder Bürger eine
eingeutige Nummer. Diese Nummer behält dieser bis über den Tod hinaus.
Jeder Person hat nur einen Ausweis, damit kann er sich ausweisen,
Bücher in der Bücherei ausleihen, KFZ-Kennzeichen beantragen, Geld
abheben usw. Der Führerschein als Dokument fällt weg, ebenso die EC-
Karte. Das alles kann man mit einem Ausweis erschlagen. Den
Überweisungsschein vom Arzt könnte man ebenso in die Rente schicken.
Selbst bei den Ärzten funktioniert das nicht. Hab mal einen Unfall. Es
gibt keine zentrale DB wo wenigstens Deine Blutgruppe hinterlegt ist.
Hab mal eine Allergie, der Notarzt ist nicht in der Lage die wichtigen
Daten abzufragen. Noch nicht mal den aktuellen Hausarzt kann er
abfragen.
Egal wo Du gehst und stehst, überall muß man doppelt und dreifach
seine Daten eingeben. Das ist ja so umständlich. Die Daten liegen doch
schon auf einem Server, warum den ganzen Mist nochmals eintippen?
Versuche doch mal umzuziehen. Was das für ein Aufwand bedeutet, allen
Versicherungen usw. vorab Deine neue Adresse mitzuteilen. Da wäre es
doch einfacher das zentral einmal zu ändern und alle haben automatisch
die neue Anschrift.
Gruß
Viktor
> das ist die Angst der "linken" vor der totalen Kontrolle.
Ängste davor, dass zentralisierte und damit leichter auswertbare oder
manipulierbare Daten Machtmissbrauch bis hin zur binären Liquidierung
unerwünschter Personen ermöglichen könnte, kann ich durchaus
nachvollziehen. Was ich nicht leiden kann, ist das Schüren dieser
Ängste mit dem Impetus der moralischen Rettungsmission. Ich mag
eigentlich nicht mehr glauben, dass das noch eine typisch "linke"
Position sein soll - wenn sich die Linken in den letzten 20 Jahren was
ihr Verhältnis zur Datenverarbeitung betrifft tatsächlich nicht
weiterentwickelt haben sollten, können sie einem wirklich leid tun. Da
aber die Mehrzahl der IT-ler rote Socken sind, wie wir ja neulich
gelernt haben hier, kann das ja gar nicht sein ;-)
> Ich würde es
> noch einfacher machen. Von der Geburt an bekommt jeder Bürger eine
> eingeutige Nummer. Diese Nummer behält dieser bis über den Tod hinaus.
> Jeder Person hat nur einen Ausweis, damit kann er sich ausweisen,
> Bücher in der Bücherei ausleihen, KFZ-Kennzeichen beantragen, Geld
> abheben usw. Der Führerschein als Dokument fällt weg, ebenso die EC-
> Karte. Das alles kann man mit einem Ausweis erschlagen. Den
> Überweisungsschein vom Arzt könnte man ebenso in die Rente schicken.
So in etwa sollte das Leben in unserem Digitalzeitalter eigentlich
funktionieren, ja. Heute, wo auf eine popelige SD-Card schon 4
Gigabyte passen, sollte es technisch kein Problem mehr sein, Daten auf
einer solchen Karte so feinstrukturiert und verschlüsselt
abzuspeichern, dass ein entsprechend ausgelegtes Berechtigungssystem
verhindert, dass der Doktor auch gleich das polizeiliche
Führungszeugnis erhält oder das Jugendamt die Schufa-Einträge.
Außerdem würde ich die Karte gern in den PC schieben können, um damit
im Netz einzukaufen, Behördenangelegenheiten zu erledigen, an Wahlen
teilzunehmen, und vieles mehr.
Es ist eigentlich auch längst absehbar, dass das kommt. Länder wie
Finnland oder Estland sind da ja schon viel weiter als wir, und es ist
nur eine Frage von Jahrzehnten, bis das alles überall Standard ist. Es
ist unausweichlich, und es wird uns aller Voraussicht nach ebensowenig
umbringen, wie es die Dampfeisenbahn und das elektrische Licht getan
haben. Gerade deshalb sollte Aufgabe aber doch darin bestehen, sich
mit den Details des Unausweichlichen und Kommenden
auseinanderzusetzen, optimale Konzepte dafür zu entwickeln, die
Menschen aufzuklären. Versuche, jede Zentralisierung oder Vernetzung
von Daten zu verhindern, wirken auf mich daher einfach furchtbar dumm.
Nur wenn wirklich erkennbar ist, dass eine Maßnahme der
Datenzentralisierung ganz klar einem negativen Zweck dient, ist
Protest angebracht.
> Selbst bei den Ärzten funktioniert das nicht. Hab mal einen Unfall. Es
> gibt keine zentrale DB wo wenigstens Deine Blutgruppe hinterlegt ist.
> Hab mal eine Allergie, der Notarzt ist nicht in der Lage die wichtigen
> Daten abzufragen. Noch nicht mal den aktuellen Hausarzt kann er
> abfragen.
Ja, das ist momentan noch ein Trauerspiel. Das Thema hatten wir ja
neulich schon mal:
http://groups.google.com/group/webkompetenz/browse_frm/thread/9ec86d2189ed8bf7
> Versuche doch mal umzuziehen. Was das für ein Aufwand bedeutet, allen
> Versicherungen usw. vorab Deine neue Adresse mitzuteilen. Da wäre es
> doch einfacher das zentral einmal zu ändern und alle haben automatisch
> die neue Anschrift.
*g* bin gerade dabei, entsprechende Briefchen zu schreiben (Mails
kommen bei den meisten dieser Institutionen ja auch nicht an, werden
nicht ernstgenommen oder sonstwas).
viele Grüße
Stefan Münz
naja, ob man seine gesamten Daten auf einen Stick abspeichert oder es
eine zentrale DB gibt, in der alles abgelegt wird, darüber könnte man
streiten.
Ich halte eine zentrale DB für sinnvoller. Die kann man nicht
verlieren :o)
Wenn man sich dann noch mit einen Fingerabdruck und einem Passwort
authentifiziert, dann braucht man nicht mal mehr eine Karte.
Eine andere Überlegung wäre, ob denn wirklich der normale Bundesbürger
angst davor hat, oder ob es die ein oder andere Institution ist, die
sich dagegen sträubt. Ich könnte mir vorstellen, daß so manchem Arzt
es nicht recht sein wird, wenn der Patient sehen kann, was er denn so
alles abgerechnet hat.
Gruß
Viktor