Noch mal: Homepages und Blogs

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Stefan Münz

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Jul 13, 2007, 5:30:55 PM7/13/07
to Webkompetenz-Forum
Hallo,

offenbar ist der Blogbeitrag "Homepages und Blogs" nicht allen Lesern
gut bekommen, zum Beispiel Stefan Nitzsche nicht:

http://nitzsche.blogspot.com/2007/07/webkompetenz-pur.html

Also denn mal:

"Und neben den zahlreichen Fehlern zeichnet Münz das längst überholte
Bild des antiken Webs, in dem jeder Benutzer, meist ohne auf Inhalte
zu achten, einfach ein bißchen HTML, CSS, animierte GIFs, Lauftexte
und (damals) obligatorische Baustellenschilder auf Data Becker-Niveau
zusammengewurstelt hat."

Genau das war meine Absicht. Ich wollte das damalige Bild zeichnen.
Der Kritikus hat offenbar die Vergangenheitsform bei den Verben nicht
beachtet.

"Begrifflicher Kardinalfehler ist sicherlich die Verwendung des Wortes
Homepage für die eigentlich gemeinte Webseite."

Eigentlich gemeint ist keine Webseite, sondern eine Website - wer es
schon viel besser weiß in Sachen Begrifflichkeiten, sollte das
zumindest unterscheiden können.

"Was nun? Ist ein Blogger ein guter Blogger, weil er gute Inhalte
schreibt, oder weil er sich die Zeit genommen hat, ein Wordpress-
Template anzupassen? Ist jetzt ein Blogger, der auf einen Blogservice
zurückgreift, nur deshalb ein schlechter Blogger?"

Damit war keineswegs eine Wertung verknüpft, und schon gar keine
Abwertung derer, die ihre Blogs bei blogger.com und Konsorten hosten.
Ganz im Gegenteil: wer Botschaften hat, nimmt sich tendenziell eher
nicht die Zeit, alles auf einem eigenen Server aufzusetzen und bis ins
Detail auszutüfteln. Das ist allerdings eine reine Vermutung.

"Blogs, so schreibt er, seien chronologisch sortiert, Homepages
thematisch. Nun ja, mir würden da zusätzlich noch Feeds einfallen,
Pings, Trackbacks, der Community-Gedanke, Kommentare (die im
Webkompetenz-Blog dem Hinweis auf ein dazugehöriges Forum gewichen
sind), Badges, Widgets und vieles mehr."

Nicht zuende gelesen? Feeds, Trackbacks und Blogosphären-Community-
Seligkeit werden doch ausdrücklich erwähnt!

"Am meisten geschockt hat mich jedoch folgende Passage: 'Allerdings
stellt sich in vielen Fällen die Frage, von wem man eigentlich
aufgefunden werden will. Muss es immer die ganze Welt sein? Wer eine
elektronische Visitenkarte ins Netz stellt, braucht nicht tausende von
Besuchern, sondern hat eine Webadresse, die er auf einer echten
Visitenkarte abdrucken kann. Es genügt, wenn sich Freunde, Bekannte
oder Geschäftspartner, die eine solche Visitenkarte erhalten haben,
unter der angegebenen Adresse schlauer machen können. Der Google-Bot
wird gar nicht benötigt..' Richtig. Wer will schon gefunden werden,
oder gar besucht?"

Beispiel Google Web-Alben. Man kann dort private und öffentliche
Webalben einrichten. Private unterscheiden sich von öffentlichen aber
nur dadurch, dass sie einen GET-Parameter namens authkey= in der URL
haben, denen ein mit MD5 oder ähnlichem erzeugter Zeichensalat
zugewiesen ist. Sprich: wer die Adresse kennt, kann sie aufrufen, und
wer nicht, eben nicht. Eine simple, benutzerfreundliche und für viele
Zwecke sinnvolle Form von "Privaträumen" im Web, eine Art Haus, wo der
Schlüssel unter der Fußmatte am Eingang liegt, was aber niemand weiß,
außer denen, die es wissen und verraten bekommen. Und ja: solche Räume
haben ihre Berechtigung im Web. Nicht jeder User und jeder Inhalt sind
darauf aus, so bekannt wie möglich zu werden. Auch im Zeitalter der
Aufmerksamkeitsökonomie kann es noch andere Motivationen geben, etwas
im Web zu veröffentlichen.

"Dazu möchte ich nur die Definition zitieren, die in der Wikipedia zum
Thema Wiki zu finden ist: Ein Wiki [...] ist eine im World Wide Web
verfügbare Seitensammlung, die von den Benutzern nicht nur gelesen,
sondern auch online geändert werden kann.. Und eben nicht nur von
einem Benutzer."

Klar, man kann alles schön in Schubladen ordnen. Und man kann kreativ
damit umgehen. Ich hab meine persönlichen Notizen und sonstigen
Inhaltsstreusel jedenfalls längst in einem personal-localhost-Wiki
organisiert, das ich mit der gleichen Software betreibe, die auch die
Millionen Wikipedia-User bedient - und ich bin sehr zufrieden damit!

viele Grüße
Stefan Münz

King^Lully

unread,
Jul 13, 2007, 10:28:45 PM7/13/07
to Webkompetenz-Forum
> http://nitzsche.blogspot.com/2007/07/webkompetenz-pur.html

>
> "Und neben den zahlreichen Fehlern zeichnet Münz das längst überholte
> Bild des antiken Webs ...

Da ist es ja jetzt endlich rausgekommen!

Das Fachwort hier: Meckerbloggen
http://www.google.de/search?hl=de&q=meckerblogs&meta=
http://www.google.de/search?hl=de&q=meckerblogs+basic&meta=

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