Schön. Danke

4 views
Skip to first unread message

Benjamin....@gmail.com

unread,
Apr 30, 2007, 3:28:16 AM4/30/07
to Webkompetenz-Forum
Ich finde es schön, dass sich noch jemand dem Thema Hypertext widmet.
Spätestens mit dem Web2.0 ist das ja etwas unter die Räder gekommen.
Dankeschön.

Das wollte ich nur mal gesagt haben.

King^Lully

unread,
Apr 30, 2007, 11:03:27 AM4/30/07
to Webkompetenz-Forum
On Apr 30, 9:28 am, "benja...@birkenhake.org"

<Benjamin.Birkenh...@gmail.com> wrote:
> Ich finde es schön, dass sich noch jemand dem Thema Hypertext widmet.
> Spätestens mit dem Web2.0 ist das ja etwas unter die Räder gekommen.
> Dankeschön.

SCNR!

Zumal, wenn dieser jemand sich insbesonders auch Web 2.0 widmet und -
Stefan wird natürlich widersprechen - ein absoluter HTML-Oberguru ist.

Stefan Münz

unread,
Apr 30, 2007, 12:35:30 PM4/30/07
to Webkompetenz-Forum
Hallo Benjamin,

> Ich finde es schön, dass sich noch jemand dem Thema Hypertext widmet.
> Spätestens mit dem Web2.0 ist das ja etwas unter die Räder gekommen.
> Dankeschön.

Das Thema ist ja eigentlich nicht neu bei mir (siehe Einführung zu
SELFHTML 8), aber ich möchte es jetzt einfach noch mal aus einem
aktuelleren Blickwinkel betrachten. Denn _gerade_ im Zusammenhang mit
Web 2.0 ist Hypertext von großer Bedeutung. Webanwendungen, die
letztlich typische moderne relationale Datenbanken abbilden, haben die
Möglichkeit, Datenrelationen in großer Zahl hypertextuell abzubilden.
Und typische Web-2.0-Ansätze wie FOAF oder social bookmarks sind
"gelebter Hypertext". Es kann deshalb nie schaden, sich mal gedanklich
näher mit dem Potential von Verlinkung auseinanderzusetzen. Und wenns
auch nur für ein Minderheitenpublikum ist, so gibt es doch immerhin
einige, die Interesse an den Themen zeigen.

viele Grüße
Stefan Münz

King^Lully

unread,
Apr 30, 2007, 1:40:31 PM4/30/07
to Webkompetenz-Forum
> Denn _gerade_ im Zusammenhang mit
> Web 2.0 ist Hypertext von großer Bedeutung. Webanwendungen, die
> letztlich typische moderne relationale Datenbanken abbilden, haben die
> Möglichkeit, Datenrelationen in großer Zahl hypertextuell abzubilden.

Aus meiner Sicht haben relationale Datenbanken den Hypertext so zu
sagen gefordert. Nichts ist einfacher als aus einem RDBMS Datenmengen
in XML zu erhalten und darauf eine Transformation(XSLT), einen "Style"
zu legen, um Hypertext zu erhalten.

> Es kann deshalb nie schaden, sich mal gedanklich
> näher mit dem Potential von Verlinkung auseinanderzusetzen.

Die Realität ist so zu sagen relational und verlinkt.

Stefan Münz

unread,
Apr 30, 2007, 2:18:38 PM4/30/07
to Webkompetenz-Forum
Hallo King^Lully,

> Aus meiner Sicht haben relationale Datenbanken den Hypertext so zu
> sagen gefordert. Nichts ist einfacher als aus einem RDBMS Datenmengen
> in XML zu erhalten und darauf eine Transformation(XSLT), einen "Style"
> zu legen, um Hypertext zu erhalten.

Da ist durchaus was dran, dass relationale Datenbanken den
Hypertextgedanken beflügeln. Allerdings muss man zwischen technisch
sinnvollen und menschlich sinnvollen Relationen unterscheiden. Eine
hochgradig normalisierte Datenbank enthält viele Relationen, die aus
Anwendersicht uninteressant sind. Umgekehrt lassen sich manche für
Anwender interessanten Zusammenhänge erst durch mehr oder weniger
komplexe Joins ermitteln.

Die gitternetzartige Verlinkung, die bei der Abbildung relationaler
Datenbestände entsteht, ist einerseits extrem anregend, doch manche
Leute werden auch überfordert dabei. Sie haben beim Bewegen durch ein
solches Linkgitternetz das Gefühl, nirgendwo alles zu erfahren und
überall irgendwas zu verpassen.

> Die Realität ist so zu sagen relational und verlinkt.

Ich saß mal vor vielen, vielen Jahren (in den 80ern, Jahre vor meiner
ersten Beschäftigung mit dem Thema Hypertext) in einem Biergarten und
dachte so vor mich hin. Darüber, wie man "das Ganze, das man nie auf
einmal erfassen kann, weil man selber Teil davon ist" noch am ehesten
begreifen könne (gemeint war natürlich nichts Geringeres als alles,
das All, das Universum, oder zumindest die gesamte Wirklichkeit).
Einfach nur möglichst viele Teile des Ganzen abzugrasen und zu kennen
konnte nicht die Lösung sein - das war zu atomistisch gedacht. "Die
Zusammenhänglichkeit der Teile des Ganzen transparent machen" war
schließlich meine favorisierte Lösung. Naja, und bei solchen
philosophischen Vorüberlegungen wundert es natürlich nicht, dass ich
sofort auf den Begriff Hypertext ansprang, als ich dem zum ersten Mal
begegnete ;-)

viele Grüße
Stefan Münz

King^Lully

unread,
Apr 30, 2007, 3:37:36 PM4/30/07
to Webkompetenz-Forum
> Allerdings muss man zwischen technisch
> sinnvollen und menschlich sinnvollen Relationen unterscheiden.

Sehe ich nicht so, die Realität wird zu Daten kodiert, um später aus
diesen Relationen zu erzeugen. Bei halbwegs normaler Geschätslogik
gibt es gar keine technischen Objektbeziehungen.

> Eine
> hochgradig normalisierte Datenbank enthält viele Relationen, die aus
> Anwendersicht uninteressant sind.

"Hochgradig normalisiert" wird ja gar nicht, wenn Du bspw. Verträge
speicherst, deren Zahlungsfolgen sich aus abhängigen Entitäten
berechnen liesse, speicherst ohne die Zahlungsfolge hart zu speichern,
hättest Du einen groben Fehler gemacht. Die Normalisierungsregeln
werden bewusst nicht beachtet.

> Umgekehrt lassen sich manche für
> Anwender interessanten Zusammenhänge erst durch mehr oder weniger
> komplexe Joins ermitteln.

Jeder Mensch JOINt ohne Pause.

> > Die Realität ist so zu sagen relational und verlinkt.
>
> Ich saß mal vor vielen, vielen Jahren (in den 80ern, Jahre vor meiner
> ersten Beschäftigung mit dem Thema Hypertext) in einem Biergarten und
> dachte so vor mich hin. Darüber, wie man "das Ganze, das man nie auf
> einmal erfassen kann, weil man selber Teil davon ist" noch am ehesten
> begreifen könne (gemeint war natürlich nichts Geringeres als alles,
> das All, das Universum, oder zumindest die gesamte Wirklichkeit).

Der Biergarten ist der richtige Ort dafür, im Süden nimmt man sich
sogar was zu essen mit, was die Erkenntnisfähigkeit bekanntlich
befördert.

> Einfach nur möglichst viele Teile des Ganzen abzugrasen und zu kennen
> konnte nicht die Lösung sein - das war zu atomistisch gedacht. "Die
> Zusammenhänglichkeit der Teile des Ganzen transparent machen" war
> schließlich meine favorisierte Lösung. Naja, und bei solchen
> philosophischen Vorüberlegungen wundert es natürlich nicht, dass ich
> sofort auf den Begriff Hypertext ansprang, als ich dem zum ersten Mal
> begegnete ;-)

Ich kenne den Begriff seit vielleicht 1987, da gabs kein öffentliches
Web und das "Klicki" hat etliche Entwicklungsleistungen inspiriert.
Heute weiss man, dass mehr dahintersteckte. ;)

nennett

unread,
May 1, 2007, 8:45:30 AM5/1/07
to Webkompetenz-Forum
Finde ich auch! So denkt man wieder nache, was man wie verlinkt. Nur
den Widerspruch zum Web2.0 verstehe ich nicht. Wird dadurch doch erst
möglich.
Reply all
Reply to author
Forward
0 new messages