Lehrer sind nicht die einzigen Verantwortlichen für die katastrophale
Schulsituation. Lehrer sind in dieser Situation häufig sehr
überlastet:
Einige Gründe:
Diskussion: http://www.klausbuechi.de/scripte/gaestebuch-add.php
Thema: Schulsituation in NRW in allen Schulformen:
Kritik:
- zu große Klassen, häufig mehr als 30 Schüler in einer Klasse.
- der Frontalunterricht dominiert als Unterrichtsform.
- die Unterrichtsinhalte entsprechen oft nicht mehr dem aktuellen
Wissenstand und dem Erfahrungshintergrund der Schüler.
- der Unterricht beginnt zu früh, statt 7.45 oder 8.00 Uhr sollte
Schule um 9.00 oder 9.30 beginnen. Die Schüler sollten aber von 8.00
bis 9.30 die Möglichkeit erhalten in der Schule ein Frühstück zu
erhalten und mit den anderen Schülern vor dem Unterricht reden zu
können (Beispiele: Schweden, Finnland).
- In den Schulen findet keine ausreichende sozial-psychologische
Betreuung durch Fachkräfte statt.
- Quantität ersetzt nicht Qualität: Noch mehr schlechte
Unterrichtsstunden führen unter den schwierigen Bedingungen nicht zu
besseren Leistungen der Schüler und Lehrer!
- Lehrer haben aufgrund der bürokratischen Vorgaben noch weniger Zeit,
Unterricht vorzubereiten.
- Veränderungen, Verordnungen, Reformen werden nicht intensiv in der
Planungsphase mit allen Beteiligten diskutiert: Schüler, Lehrer,
Eltern.
Den Lehrern fehlt aufgrund der extremen Arbeitsbelastung auch meist
die Zeit, um Reformvorschläge mitzudiskutieren. Schüler werden
überhaupt nicht in diesen Gestaltungsprozess einbezogen. Die
Schülermitverwaltung funktioniert nicht!
- Schwierige und pädagogisch unfähige Lehrer, können über Jahrzehnte
in den Schulen arbeiten, obwohl Schüler, Eltern, Lehrer diese Kollegen
als unzumutbar empfinden.
- Lehrer reden in der Öffentlichkeit selten über die Probleme in der
Schule, da sie Beamte sind und der Schweigepflicht unterliegen und
weil sie die schwierigen Bedingungen als ihr persönliches Versagen
empfinden.
- Schüler trauen sich nicht in einen Schülerstreik zu treten, weil sie
Angst vor Tadel, Bestrafungen durch Lehrer und Eltern haben.
- der 45-Minuten Rhythmus fördert kein qualitatives Lernen.
- das Internet wird sehr selten im Unterricht eingesetzt.
- Lehrern fehlt eine medienpädagogischen Ausbildung zum effektiven
Einsatz des Internets.
[Lehrerhasser-Buch]
Natürlich ist dieses Buch himmelschreiender Blödsinn.
Welche Qualifikation hat die Autorin denn aufzuweisen?
Warum sollte man etwas qualifizierte erwarten können?
aber:
> - das Internet wird sehr selten im Unterricht eingesetzt.
Wenn ich in meinem Unterricht Referate höre, habe ich den Eindruck, es
würde viel zu intensiv eingesetzt...
> - Lehrern fehlt eine medienpädagogischen Ausbildung zum effektiven
> Einsatz des Internets.
Früher mal, ok. Vielleicht gilt das für einige ältere Lehrer, längst
nicht für alle.
Heute ist das normaler Bestandteil der Seminarausbildung und wird von
annähernd allen Lehrern selbstverständlich beherrscht.
Vielleicht ist es nur auch ziemlich problematisch, unreflektiert alles
aus dem WWW für bare Münze zu nehmen, ohne vorher über ein fundiertes
(im Unterricht erworbenes) Wissen zu verfügen, mit dem man den
Wahrheitsgehalt gefundener Informationen wenigstens annähernd
einschätzen zu können.
Stefan
Du (stefan) meintest am 31.01.06:
> [Lehrerhasser-Buch]
> Natürlich ist dieses Buch himmelschreiender Blödsinn.
> Welche Qualifikation hat die Autorin denn aufzuweisen?
> Warum sollte man etwas qualifizierte erwarten können?
Welche Qualifikation würdest Du akzeptieren?
Am Rande: ich unterrichte an einer Schulform, in der viele Leute mit
versauter Erst-Schullaufbahn eine zweite Chance bekommen; ich sehe,
wie das Niveau unserer Klientel von Jahrzehnt zu Jahrzehnt sinkt.
Ich erinnere mich an die Anforderungen, als ich Abitur gemacht habe,
und ich kenne die Anforderungen, die unser Sohn zu erfüllen hatte.
Viele Grüße!
Helmut
liegt das am Lehrer? Oder am System?
schreibt lächelnd Michael
Ich bin da gar nicht anspruchsvoll.
Allerdings reicht es nicht, lediglich in stumpfen Platitüden die Schuld
auf ein Rädchen im Getriebe abzuschieben, anstatt vernünftig nach
Ursachen zu suchen.
> Am Rande: ich unterrichte an einer Schulform, in der viele Leute mit
> versauter Erst-Schullaufbahn eine zweite Chance bekommen; ich sehe,
> wie das Niveau unserer Klientel von Jahrzehnt zu Jahrzehnt sinkt.
Brauchst du mir nichts von zu erzählen. Ich bin an einer Gesamtschule,
das ist ja ähnlich: Unter anderem kommen auch Schüler von anderen
Schulen für ihre zweite Chance zu uns, nur halt bevor das Kind in den
Brunnen gefallen ist.
Ich mache ähnliche Beobachungen wie du, nur bin ich nicht bereit, die
Schuld in einer sich immens verändernden Gesellschaft allein an einem
einzigen Beteiligten zu suchen. Sicher sind Lehrer aber auch nicht per
se unschuldig...
> Ich erinnere mich an die Anforderungen, als ich Abitur gemacht habe,
> und ich kenne die Anforderungen, die unser Sohn zu erfüllen hatte.
Na klar, das hat Platon schon vor 2400 Jahren geschrieben!
Stefan
Du (stefan) meintest am 31.01.06:
>>> [Lehrerhasser-Buch]
>>
>>
>>> Natürlich ist dieses Buch himmelschreiender Blödsinn.
>>> Welche Qualifikation hat die Autorin denn aufzuweisen?
>>> Warum sollte man etwas qualifizierte erwarten können?
>>
>>
>> Welche Qualifikation würdest Du akzeptieren?
> Ich bin da gar nicht anspruchsvoll.
> Allerdings reicht es nicht, lediglich in stumpfen Platitüden die
> Schuld auf ein Rädchen im Getriebe abzuschieben, anstatt vernünftig
> nach Ursachen zu suchen.
Ach - das nennst Du "Qualifikation".
Fremdwörter sind Glückssache.
Viele Grüße!
Helmut
>>>Welche Qualifikation würdest Du akzeptieren?
>
>>Ich bin da gar nicht anspruchsvoll.
>>Allerdings reicht es nicht, lediglich in stumpfen Platitüden die
>>Schuld auf ein Rädchen im Getriebe abzuschieben, anstatt vernünftig
>>nach Ursachen zu suchen.
>
> Ach - das nennst Du "Qualifikation".
> Fremdwörter sind Glückssache.
Du hattest nicht nach einer Definition gefragt, sondern welche
Qualifikation ich akzeptieren würde.
Als Qualifikation (Eignung) sehe ich an, ein Problem differenziert aus
verschiedenen Richtungen betrachten zu können, ungeachtet der
beruflichen Ausbildung.
Welches Fremdwort verstehst du nicht und wer hat Glück?
Stefan
>- Veränderungen, Verordnungen, Reformen werden nicht intensiv in der
>Planungsphase mit allen Beteiligten diskutiert: Schüler, Lehrer,
>Eltern.
>- Schüler trauen sich nicht in einen Schülerstreik zu treten, weil sie
>Angst vor Tadel, Bestrafungen durch Lehrer und Eltern haben.
Schüler werden bei der Diskussion zur Gestaltung der Schule nicht
umfassend berücksichtigt:
Es findet Zensur durch Lehrer statt:
Zensur:http://de.indymedia.org/2006/02/137701.shtml
Schülerzeitung:http://www.sophiesunterwelt.de/start.html
Grüße
Klaus
Zitat von genannter HP:
An Hamburgs katholischen Schulen wird zensiert. § 11 der im Sommer 2005
verabschiedeten katholischen Rahmenschulordnung besagt, dass eine
Schülerzeitung der Schulleitung zur Kontrolle vorgelegt werden muss, bevor
sie auf dem Schulgelände erscheinen darf. Die Schüler sind somit der Willkür
hilflos ausgesetzt.
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Die Schüler sind HILFLOS der WILLKÜR ausgesetzt.
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Ich finde es absolut in Ordnung, wenn eine Schülerzeitung der Schulleitung
vorgelegt wird. Es muss ja zwangsläufig bei absoluten
Meinungsverschiedenheiten eine Diskussion enststehen, in der die
verschiedenen Standpunkte deutlich werden. Das kann doch nur fruchtbar sein.
U.U. ist es manchmal auch sehr informativ, wie
ältere Menschen über einen 'flotten' Spruch denken, sich angegriffen fühlen
etc. Dann darf sich der Schreiber doch fragen, ob er das tatsächlich so
will...
Abgesehen davon: kirchliche Schulen sind ja kein MUSS - man kann ja auch zur
öffentlichen wechseln, wenn es einem nicht passt.
Michael