Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Re: Heute: 10 Jahre Volksentscheid gegen die Rechtschreibreform

0 views
Skip to first unread message
Message has been deleted

Martin Lemke

unread,
Sep 27, 2008, 2:34:40 PM9/27/08
to
Ulrich G. Kliegis wagt sich an ein neues Streitthema:

> 56,4 % Zustimmung - Am 27. September 1998 stimmte eine deutliche
> Mehrheit der Schleswig-Holsteiner gegen die Einführung der
> Rechtschreibreform an den Schulen des Landes.

Wie groß war denn die Beteiligung an der Abstimmung? 56,4 % der
Schleswig-Holsteiner oder 56,4 % der abstimmenden? Ich kann mir nicht
vorstellen, dass die Beteiligung an der Abstimmung 100 % betragen hat; nur
in dem Fall wäre die genannte Prozentzahl zutreffend.

> Am 17. September 1999 kassierte der Schleswig-Holsteinische Landtag
> einstimmig das Ergebnis des Volksentscheids. Ein beispielloser
> Tiefpunkt demokratischer Kultur.

Dieser Satz ist Ausdruck dessen, dass die ewig gestrigen auch von der
parlamentarischen Demokratie nichts verstehen. Zum Glück bekommt Dummheit
durch diese Initiative nicht zuviel Gewicht.

> Allein die Kieler Nachrichten setzen in jeder Ausgabe mindestens drei
> Generationen von Rechtschreibregeln ein, deren älteste heute in den
> Schulen teilweise schon wieder als Falschschreibung gewertet werden.

Dass das Aufbegehren und die Widerwehr gegen einen internationalen
sprachlichen Konsens Wurzel solcher Konfusion ist, kommt den Initiatoren
wohl nicht in den Sinn.

Es gibt keine Rechtschreibung, welche in sich wissenschaftlich richtig ist.
Regeln sind Definitionssache. Bisher hat die Dudenredaktion jenseits
jeglicher demokratischer Entscheidungen festgelegt, was nach ihrem Werk als
richtig gilt. Jahrzehnte hat das kein nennenswertes Aufbegehren oder
Proteste angeregt. Und nun wird ein in der Tat demokratisch abgestimmter
Konsens plötzlich als undemokratisch betitelt. Das ist wirklich schwach und
dumm dazu.

> Auch in alten Schulbüchern, die noch jahrelang in den Schulen im
> Umlauf sein werden, lesen Kinder die hergebrachten Schreibweisen

In alten Schulbüchern steht auch so manche Zahl über Neger in der
Bevölkerung. Trotzdem protestiert niemand dafür, dieses Wort im allgemeinen
Sprachgebrauch zu belassen. Wo ist also das Problem mit alten Büchern?

Es ist ja nun nicht so, dass unsere Jungend so blöd ist, nicht begreifen zu
können, dass es eine Rechtschreibreform gegeben hat. Oder etwa doch? Dann
ist so oder so Hopfen und Malz verloren.

> Die experimentellen Reformschreibweisen sind unbegründet, dumm und
> überflüssig. Sie gehören auf den unbegrenzt aufnahmefähigen Müllhaufen
> der Politik, Sparte bildungspolitischer Sondermüll.

Wer derart "argumentiert", diskreditiert sich selbst. Übersetzt bedeutet
dies in meinen Augen: "Ich will das nicht und basta. Mir ist zur
Untermauerung meiner Interessen kein Argument zu dumm."

Martin

Message has been deleted

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 27, 2008, 7:01:25 PM9/27/08
to
On Sat, 27 Sep 2008 20:34:40 +0200, Martin Lemke
<nospam...@maaaddin.de> wrote:

>> 56,4 % Zustimmung - Am 27. September 1998 stimmte eine deutliche
>> Mehrheit der Schleswig-Holsteiner gegen die Einführung der
>> Rechtschreibreform an den Schulen des Landes.
>
>Wie groß war denn die Beteiligung an der Abstimmung?

Kann man binnen kurzer Zeit recherchieren...

>56,4 % der
>Schleswig-Holsteiner oder 56,4 % der abstimmenden? Ich kann mir nicht
>vorstellen, dass die Beteiligung an der Abstimmung 100 % betragen hat; nur
>in dem Fall wäre die genannte Prozentzahl zutreffend.

Bei der Auswertung von Wahlen üblich werden nur die abgegebenen
gültigen Stimmen ausgewertet. Wer in einer Demokratie nicht zur Wahl
geht, der hat keine Meinung oder dem ist egal, wie die Wahl ausgeht.

>Es gibt keine Rechtschreibung, welche in sich wissenschaftlich richtig ist.

Sprache ist eben keine absolute Wissenschaft.

>Regeln sind Definitionssache.

Richtig.

>Bisher hat die Dudenredaktion jenseits
>jeglicher demokratischer Entscheidungen festgelegt, was nach ihrem Werk als
>richtig gilt.

Falsch.

>Jahrzehnte hat das kein nennenswertes Aufbegehren oder
>Proteste angeregt.

Warum auch. Der Duden beschrieb die Sprache, er erfand sie nicht neu.

Neue Wörter wurden nicht von der Dudenredaktion erfunden sondern nach
einer Prüfung in das Werk aufgenommen.

Nik

Arnulf Sopp

unread,
Sep 27, 2008, 9:10:28 PM9/27/08
to
Am Sat, 27 Sep 2008 19:49:41 +0200 schrieb Ulrich G. Kliegis:

> Als allgemein üblich gilt die Rechtschreibung, wie sie in der
> Bevölkerung seit langem anerkannt ist und in der Mehrzahl der
> lieferbaren Bücher verwendet wird.

Den letzteren Punkt ertrage ich eben noch, aber die allgemeine
Verwendung jagt mir nur Angst und Abscheu ein. Nachzulesen z.B. in
dieser und jeder anderen NG, sogar in de.etc.sprache.deutsch.

> Am 17. September 1999 kassierte der Schleswig-Holsteinische Landtag
> einstimmig das Ergebnis des Volksentscheids. Ein beispielloser
> Tiefpunkt demokratischer Kultur.

Tiefpunkt war der Volksentscheid, nicht seine Kassation. Wenn
RTL-Gucker und samstägliche Autowäscher entscheiden dürfen, was
richtiges Deutsch ist, dann würde ich demnächst nicht mehr den
Einbürgerungstest für Ausländer bestehen.

> Auch in alten Schulbüchern, die noch jahrelang in den Schulen im

> Umlauf sein werden, lesen Kinder die hergebrachten Schreibweisen,

Das ist die Crux bei jeder Reform: Man muss sich umgewöhnen. Das
sollte aber auch Schülern zumutbar sein. Oder sollen wir wieder zur
Zahn-um-Zahn-Justiz zurückkehren, weil dieser neumodische Begriff von
Recht gegen Gewohnheiten verstößt? Überdies es ist auch ein
Bildungsgut, alte Rechtschreibungen kennenzulernen (kennen zu
lernen). Ich musste seinerzeit Sütterlin lernen, als nur noch meine
Oma so schrieb. Gut so! (Zur Erläuterung: Ich bin schon 60.)

> Die experimentellen Reformschreibweisen ...

Sie sind nicht experimentell, sondern basieren auf Überlegungen. Mit
denen stimme ich allerdings auch nicht immer überein.

> ... die herkömmlichen Schreibweisen an den Schulen wieder als
> uneingeschränkt richtig zu bewerten.

Pardon für die millionste Wiederholung: Sprache lebt. Eine Reform ist
deshalb zunächst begrüßenswert. Meine Kritik geht in eine ganz andere
Richtung: Die Reform war halbherzig. Keine andere mir bekannte Sprache
kennt (außer am Satzanfang, in Eigennamen oder Überschriften) die
Großschreibung. Zusammengesetzte Wörter sind unsere Spezialität, sonst
überall so gut wie unbekannt. Die Transskription des griechischen Phi
in ph, des Rho in rh, des Theta in th usw. gibt es nur in Westeuropa.
Doppelkonsonanten und -vokale sind z.B. im Spanischen unbekannt.

Überall sonst auf der Welt ist man in der Lage, Laute frei von
Zweifeln und Missverständnissen mit Buchstaben zu codieren - aber
erheblich einfacher. Warum machen wir es uns so schwer? Wenn über 90%
der Bevölkerung eines Landes ihre Muttersprache nicht richtig
schreiben können, dann liegt es wohl nicht an der Sprache oder den
Hirnen, sondern an den Regeln.

Die Türken haben es richtig gemacht: Als man vom arabischen auf das
lateinische Alphabet umstellte, wurde rein phonematisch verfahren:
Ein Aufzug (frz. assenceur) wurde zum asansör, der Friseur (frz.
coiffeur) heißt kvaför usw. Wenn Dir ein Türke etwas auf türkisch
diktiert, machst Du möglicherweise weniger Fehler als bei einem
deutschen Text, auch wenn Du keine Silbe Türkisch kannst (die
Kenntnis der türkischen Sonderzeichen vorausgesetzt). Das heiße ich
mir eine bevölkerungsfreundliche Orthographie!

Und - von Behörden, also auch Schulen abgesehen - jeder darf
schreiben, wie es ihm beliebt, es ist immer richtig. Solltest Du also
kein Schüler, Lehrer oder Katastervogt sein, dann ist das überhaupt
nicht Dein Problem. Das ist wiederum wesentlich liberaler als in jedem
anderen Land, von dem ich einschlägige Kenntnisse habe. Es sind nicht
wenige.

--
Tschüs!

Arnulf

Martin Lemke

unread,
Sep 28, 2008, 3:53:55 AM9/28/08
to
Arnulf Sopp schrieb:

> Ich musste seinerzeit Sütterlin lernen, als nur noch meine
> Oma so schrieb. Gut so! (Zur Erläuterung: Ich bin schon 60.)

Die schrieb auch meine Oma und meine Mutter konnte die auch. Dass (und
warum) die alte Deutsch Schrift auch "Sütterlin" heißt, weiß ich allerdings
erst seit einigen Minuten.

> Die Türken haben es richtig gemacht:

[...]


> Das heiße ich mir eine bevölkerungsfreundliche Orthographie!

Wenn ich mir anschaue, was für Leute am lautesten gegen die Reform gequakt
und geklagt haben, kann ich mir vorstellen, dass genau dies nicht ihr Ziel
war. Allenfalls das Bewahren von altbekanntem (Konservatismus) bei
Beliebigkeit jedweder Argumentation. Also: nicht die inhaltliche Kritik ist
es, welche argumatative nur die Beibehaltung der alten Rechtschrteibung als
Lösung zu lässt, sondern das Bewahren des alten an sich ist als Ziel von
vorn herein festgelegt und die Argumentation beliebig, wenn sie nur dem
Ziel dient.

> Und - von Behörden, also auch Schulen abgesehen - jeder darf
> schreiben, wie es ihm beliebt, es ist immer richtig.

Es so zu handhaben, war ein Fehler, denn das führt gerade zu der durchaus
zu Recht monierten Konfusion.

Martin

Ulrich G. Kliegis

unread,
Sep 28, 2008, 4:30:21 AM9/28/08
to
On Sun, 28 Sep 2008 03:10:28 +0200, Arnulf Sopp <arn...@maaaddin.de>
wrote in luebeck.allgemein:

>Tiefpunkt war der Volksentscheid, nicht seine Kassation. Wenn
>RTL-Gucker und samstägliche Autowäscher entscheiden dürfen, was
>richtiges Deutsch ist, dann würde ich demnächst nicht mehr den
>Einbürgerungstest für Ausländer bestehen.

Dann ist jede Wahl für Dich auch ein Tiefpunkt? Im Grunde hast Du
recht, allerdings ist da die Kondensation der Inkompetenz nicht die
Wählerschaft, sondern die Auswahl der Kandidaten. Die in den Parteien
hochgekommenen Leute (in ihrer ganzen Spielbreite) sind selten von
politisch nützlichem Fachwissen, sondern eher von der Fähigkeit, zu
tricksen und sich selbst zu profilieren, geprägt. Dazu tragen u.a.
auch Parteisatzungen, die von vornherein Meinungsvielfalt, ja,
Meinungsfreiheit der ihr unterworfenen Mitglieder ausschließen, bei.
Wer kennt diese Satzungen schon? - Habe gerade die der ganz frisch
gegründeten "Freien Wähler" Schleswig-Holstein gelesen - da graust es
einem von Anfang an!
Und die politische Willensbildung resultiert aus allen möglichen
Hinterzimmerentscheidungen, die keiner demokratischen Kontrolle, nciht
einmal einer demokratischen Initiative, unterliegen.
Wenn dann auch noch Wahlaussagen (vor der Wahl),
Koalitionsvereinbarungen (wo ist da, nach der Wahl, der Funken einer
demokratischen Kontrolle?), und tatsächliche Umsetzung
auseinanderklaffen, kann man von echter demokratischer Willensbildung
und -umsetzung doch wohl kam noch sprechen.

Zu Martins verwegenen Hinweisen auf demokratische Beschlüsse zur RSR:
Der hiesige Volksentscheid war einer der ganz wenigen echten
Beschlüsse hierzu. Ein weiterer, sicher unangreifbarer, war der des
Bundestages (nach dieser hier zu findenden Debatte:
http://uploader.wuerzburg.de/rechtschreibreform/v-debatte-98-3.html )

vom 26.3.1998:
„...
2. Der Deutsche Bundestag ist der Überzeugung, daß sich die
Sprache
im Gebrauch durch die Bürgerinnen und Bürger, die täglich mit ihr und
durch sie leben, ständig und behutsam, organisch und schließlich durch
gemeinsame Übereinkunft weiterentwickelt. Mit einem Wort: Die Sprache
gehört dem Volk.
..."

Voller Umfang: http://dip.bundestag.de/btd/13/101/1310183.asc


Die Kultusministerkonferenz hingegen, die die RSR auf den Weg gebracht
hat, ist durch kein einziges Gesetz legitimiert, sie unterliegt
keinerlei demokratischer Kontrolle, sie veröffentlicht ihre
Verhandlungsprotokolle (natürlich wird auch noch unter Ausschluß der
Öffentlichkeit getagt) nicht. Insofern sind ihre Beschlüsse auch für
niemanden bindend, werden dann aber von allen nach- und
gleichgeschalteten Kultusministerien per Erlaß, der auch wieder keiner
parlamentarischen Kontrolle unterliegt, allenfalls noch mal in dem
einen oder anderen Landeskabinett regelmäßig ungelesen durchgewunken
wird, umgesetzt. - Da lob ich mir doch die direkte Demokratie, da wird
über das zu entscheidende Thema breit diskutiert, und das Ergebnis
bekommt eine ganz andere Akzeptanz. Von den mit ihrer Meinung
unterlegenen natürlich auch schmerzhafter empfunden, da der übliche
von den Stellvertretern (Abgeordneten etc.) zu duldende Kompromiß (wie
jetzt in Hamburg beim Kohlekraftwerk) als Fremdleiden empfunden wird.


Wir sprechen hier über zwei Themenfelder, primär jedoch über den
Konflikt, den die parteigebundenen, insofern in ihrem Verhalten
gesetzwidrig gebundenen Abgeordneten allein schon im Zustandekommen
einer ihrer aufgeprägten Willensdarstellung unmittelbaren Entscheidung
der Wähler sehen. Es wäre wirklich einfach, dieses als Bereicherung
der demokratischen Kultur zu akzeptieren, aber es brächte das gesamte
präfeudalistische Gefüge parteiinterner Machtstrukturen ins Wanken.

Das andere Themenfeld ist die RSR selbst, zu der ich auf einen Brief,
den ich vor rund drei Jahren an die Abgeordneten des Bundestages
geschickt habe, und der praktischerweise hier
http://www.deutsche-sprachwelt.de/nachrichten/neues_detail.php?id=359
am einfachsten zu finden ist, verweise.

Gruß,
U.

Message has been deleted
Message has been deleted

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 28, 2008, 6:15:04 AM9/28/08
to
On Sun, 28 Sep 2008 03:10:28 +0200, Arnulf Sopp <arn...@maaaddin.de>
wrote:

>Tiefpunkt war der Volksentscheid, nicht seine Kassation. Wenn
>RTL-Gucker und samstägliche Autowäscher entscheiden dürfen, was
>richtiges Deutsch ist, dann würde ich demnächst nicht mehr den
>Einbürgerungstest für Ausländer bestehen.

In einer Demokratie darf nunmal der Wähler entscheiden. Normalerweise
muß er sich zwischen Parteien entscheiden, bei einem Volksentscheid
wird er direkt zu einer Sache gefragt.

Und ob es Dir nun gefällt oder nicht, aber Demokratie gilt auch für
die Menschen, die Du aus Bildungsdünkel verachtest und denen Du gerne
das wahlrecht abgesprochen hättest.

Und warum sollte man NICHT den Bürger entscheiden lassen, ob er für
oder gegen eine Rechtschreipräform ist? In anderen Staaten wird der
Souverän (Ja, alle Macht geht vom Volke aus!) gefragt, ob er für oder
gegen Atomkraft ist, für oder gegen eine EU-Verfassung, für oder gegen
den Beitritt zur Euro-Zone.

All das betrifft die jeweiligen Bürger ebenso wie eine Reform dessen,
was den Bürger stark betrifft, die Sprache.

Vielleicht führen wir demnächst höhere Hürden für Wahlen ein... Wir
könnten nur noch blauäugige Menschen wählen lassen, die Wehrdienst
geleistet haben, nie vor Gericht standen, Rechtshänder sind. Oder
Frauen entziehen wir das Wahlrecht ganz...

Ich finde es erschreckend, wie welch sonderbare Auffassung manche
Menschen von Demokratie haben.

>Pardon für die millionste Wiederholung: Sprache lebt. Eine Reform ist
>deshalb zunächst begrüßenswert.

Ja, Sprache lebt. Neue Begriffe entstehen, andere Begriffe werden
nicht mehr gebraucht, ab und an verschieben sich Bedeutungen von
Begriffen.

Aber MUSS der Staat entscheiden, ob und wie sich die Sprache zu
verändern hat? Die letzten 100 Jahre ging das auch ganz gut ohne diese
staatliche Einmischung.

>Meine Kritik geht in eine ganz andere
>Richtung: Die Reform war halbherzig. Keine andere mir bekannte Sprache
>kennt (außer am Satzanfang, in Eigennamen oder Überschriften) die
>Großschreibung. Zusammengesetzte Wörter sind unsere Spezialität, sonst
>überall so gut wie unbekannt. Die Transskription des griechischen Phi
>in ph, des Rho in rh, des Theta in th usw. gibt es nur in Westeuropa.

Schreibt man in den USA "teater" oder von "fysis" oder von "theater
und "physis"? Ich glaube, dort benutzt man auch ein "telephone",
während man hier telefoniert.

>Doppelkonsonanten und -vokale sind z.B. im Spanischen unbekannt.

Äh und? Was interessiert uns Deutsche die Rechtschreibung der Spanier?

>Überall sonst auf der Welt ist man in der Lage, Laute frei von
>Zweifeln und Missverständnissen mit Buchstaben zu codieren - aber
>erheblich einfacher. Warum machen wir es uns so schwer? Wenn über 90%
>der Bevölkerung eines Landes ihre Muttersprache nicht richtig
>schreiben können, dann liegt es wohl nicht an der Sprache oder den
>Hirnen, sondern an den Regeln.

90% der Anrufer bei Neun Live können deren Rechenaufgaben nicht
richtig lösen. Ändern wir nun die Mathematik?

Oder schaffen wir die Relativitätstheorie ab, weil manche Menschen sie
nicht verstehen?

>Die Türken haben es richtig gemacht: Als man vom arabischen auf das
>lateinische Alphabet umstellte, wurde rein phonematisch verfahren:
>Ein Aufzug (frz. assenceur) wurde zum asansör, der Friseur (frz.
>coiffeur) heißt kvaför usw. Wenn Dir ein Türke etwas auf türkisch
>diktiert, machst Du möglicherweise weniger Fehler als bei einem
>deutschen Text, auch wenn Du keine Silbe Türkisch kannst (die
>Kenntnis der türkischen Sonderzeichen vorausgesetzt). Das heiße ich
>mir eine bevölkerungsfreundliche Orthographie!

Schön für die Türken. Aber was interessiert einen Deutschen, die auf
dem Rest der Welt buchstabiert wird?

Nik

Miles Collins

unread,
Sep 28, 2008, 11:24:54 AM9/28/08
to
* Arnulf Sopp:

> Zusammengesetzte Wörter sind unsere Spezialität, sonst
> überall so gut wie unbekannt.

Also da fällt mir spontan finnisch ein... Die setzen reichlich zusammen.
Allerdings haben die Finnen die von Dir geforderte phonematische
Orthographie [1]

> Überall sonst auf der Welt ist man in der Lage, Laute frei von
> Zweifeln und Missverständnissen mit Buchstaben zu codieren - aber
> erheblich einfacher.

Im Englischen z.B. häufig auch nicht
awe, oar, or, ore wird gleich ausgesprochen
way, weigh sind auch homophon

bough, cough, through haben klanglich wenig gemein,
cow, off, who wären jeweils passende Reime.

Miles

[1] musste ich nachschlagen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Phonematische_Orthographie

Message has been deleted

Miles Collins

unread,
Sep 28, 2008, 12:35:45 PM9/28/08
to
* Ulrich G. Kliegis:
> On Sun, 28 Sep 2008 17:24:54 +0200, Miles Collins
> <not-fo...@zybrkat.org> wrote in luebeck.allgemein:

>
>> bough, cough, through haben klanglich wenig gemein,
>> cow, off, who wären jeweils passende Reime.
>
> Wie würdest Du auf englisch
>
> "ghoti"
>
normalerweise wie's geschrieben ist,also go-tea, vielleicht das 'i'
etwas kürzer als in tea.
An den Haaren herbeigezogen ist wohl auch 'fish' möglich ;-)
Was die Iren daraus machen würden: Weiß der Kuckuck, 'yochi' wahrscheinlich.

Miles

Message has been deleted

Arnulf Sopp

unread,
Sep 28, 2008, 7:13:38 PM9/28/08
to
Am So., 28.09.2008, schrieb Miles Collins <not-fo...@zybrkat.org>:

>> Zusammengesetzte Wörter sind unsere Spezialität, sonst überall so
>> gut wie unbekannt.
>
> Also da fällt mir spontan finnisch ein... Die setzen reichlich
> zusammen.

Irgendwo in meinem VP stand, dass ich mich auf die *mir bekannten*
Sprachen beziehe. Zwar spreche ich alle Sprachen der Welt akzentfrei,
aber z.B. bzgl. der Rechtschreibung von Ketschua muss ich noch etwas
üben. Im Ernst: Auf finnisch kenne ich nur Saufwörter, weil ich ein
Fan von Koskenkorva bin.

>> Überall sonst auf der Welt ist man in der Lage, Laute frei von
>> Zweifeln und Missverständnissen mit Buchstaben zu codieren - aber
>> erheblich einfacher.
>
> Im Englischen z.B. häufig auch nicht

Oh Mann, hier hast Du mich eiskalt erwischt! Jahre und Jahrende habe
ich mich in der Schule mit Englisch und Französisch herumgeschlagen,
aber gerade diese beiden rechtschreiblich kriminellen Sprachen fielen
mir nicht ein, als ich das schrieb. Gott strafe Albion! Und
Frankreich gleich mit!

Aber die erste Sprache mit userfreundlicher Rechtschreibung lernte ich
auch in der Schule kennen: Lateinisch. Später in der Volkshochschule:
Spanisch und Türkisch. Für letztere drei braucht man wirklich keine
Doktorarbeit.

> awe, oar, or, ore ...

Der göttliche George Bernard Shaw hat mal "fish" auf eine seltsame,
aber lautlich korrekte Weise buchstabiert, wobei er die
hinterhältigsten Abstrusitäten der englischen Rechtschreibung bemühte.
Es war ungefähr so etwas wie "ghuti". Leider erinnere ich mich nicht
mehr genau.

--
Tschüs!

Arnulf

Arnulf Sopp

unread,
Sep 28, 2008, 7:50:46 PM9/28/08
to
Am So., 28.09.2008, schrieb "Ulrich G. Kliegis"
<Ulli....@kliegis.de>:

>> Wenn RTL-Gucker und samstägliche Autowäscher entscheiden dürfen,
>> was richtiges Deutsch ist, dann würde ich demnächst nicht mehr den
>> Einbürgerungstest für Ausländer bestehen.
>
> Dann ist jede Wahl für Dich auch ein Tiefpunkt?

Nur auf den ersten Blick gut gekontert. Auf den zweiten Blick sollte
auffallen, dass der Staat nicht für alles zuständig ist. Ich möchte
nur verwaltet werden, mehr nicht.

Jahrzehntelang war der Duden die Autorität, die richtiges Deutsch
beschrieb, ganz ohne Dreinreden des Staates. Da er dem Volk durchaus
aufs Maul schaute und Neubildungen einbrachte, kann man wirklich
nicht sagen, dass er diese Autorität missbraucht hätte. Zeitweise
wurde sogar "wegen" mit dem Dativ als verzeihlich eingestuft (z.B.
19. Auflage). Männliche Viren (die doch sächlich sind) waren auch
zulässig usw.

Allerdings konservierte er auch Schmonzes wie das ß oder die
Untrennbarkeit des st, obwohl beides nur einer Grille der Setzer
entsprang: Für sz (heute ss) und st hatten sie schöne Ligaturen
erfunden, die sie nicht versaubeutelt sehen mochten.

Zurück zum Stichwort Wahl: In einigen Staaten der USA hat das Volk
entschieden, dass anstelle der Evolution die göttliche Schöpfung auf
dem Stundenplan stehen soll. Ich denke, dies illustriert
überdeutlich, dass Wissenschaften keine demokratischen
Veranstaltungen sind. Linguistik ist zwar keine exakte Wissenschaft,
aber ganz gewiss auch kein Stammtischthema. Hier sollte sich der
Staat raushalten.

Ein Missverständnis sehe ich voraus und möchte ihm gleich
entgegentreten: Selbstverständlich soll das Volk entscheiden, wie es
spricht. Das hat es ja auch schon immer getan. Aber wenn es um eine
Normierung geht, möchte ich wirklich nicht, dass eine Frisur nur noch
"Style" genannt werden darf oder "weich" nach und nach gegen "softig"
ausgetauscht wird. Die normative Kraft des Faktischen sei
unbestritten, aber die normative Kraft des Dämlichen geht mir gegen
den Strich.

Wenn die werbende Wirtschaft zur Autorität des Sprachgebrauchs wird,
sollten wir ernsthaft über Esperanto nachdenken. Goethe, verzeih mir!

--
Tschüs!

Arnulf

Arnulf Sopp

unread,
Sep 28, 2008, 7:54:01 PM9/28/08
to
Am So., 28.09.2008, schrieb Nikolaus Bernhardt
<nikolaus....@gmail.com>:

> Menschen, die Du aus Bildungsdünkel verachtest und denen Du gerne
> das wahlrecht abgesprochen hättest.

Hast Du nicht etwas vergessen? Ich spucke auch gerne Homosexuelle an
und piesacke Juden.

Es gibt ein Diskussionsniveau, bei dem ich aus Schamgründen lieber
aussteige.

--
Tschüs!

Arnulf

Arnulf Sopp

unread,
Sep 28, 2008, 8:01:36 PM9/28/08
to
Am Sun, 28 Sep 2008 17:54:26 +0200 schrieb Ulrich G. Kliegis:

> Wie würdest Du auf englisch
>
> "ghoti"
>

> aussprechen?

Gratuliere! Du hast Shaws "fish" gefunden (oder Dich an ihn erinnert).
Meine aus Altersgründen immer schneller verblassende Erinnerung hatte
mir "ghuti" eingegeben, u wegen des I-Lauts in "busy". Oder richtiger:
Da das U falsch gewesen zu sein scheint, habe ich mich natürlich nicht
erinnert, sondern mir ausgedacht, wie der Buchstabe wohl gelautet
haben mag.

--
Tschüs!

Arnulf

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 29, 2008, 7:16:24 AM9/29/08
to
On Mon, 29 Sep 2008 01:50:46 +0200, Arnulf Sopp
<ar-nosp...@maaaddin.de> wrote:

>> Dann ist jede Wahl für Dich auch ein Tiefpunkt?
>
>Nur auf den ersten Blick gut gekontert. Auf den zweiten Blick sollte
>auffallen, dass der Staat nicht für alles zuständig ist. Ich möchte
>nur verwaltet werden, mehr nicht.

Das wollen wohl viele Menschen.

Muß der Staat sich deswegen so indie Rechtschreibung einmischen, wie
er es getan hat?

Und muß der Staat dann das Ergebnis einer Volksabstimmung ignorieren?

>Jahrzehntelang war der Duden die Autorität, die richtiges Deutsch
>beschrieb, ganz ohne Dreinreden des Staates. Da er dem Volk durchaus
>aufs Maul schaute und Neubildungen einbrachte, kann man wirklich
>nicht sagen, dass er diese Autorität missbraucht hätte.

Warum dann auf einal die Notwendigkeit, Rechtschreibung und Grammatik
zwangsweise zu verändern?

>Zurück zum Stichwort Wahl:
[...]


>Hier sollte sich der Staat raushalten.

Hat er aber nicht...

>Ein Missverständnis sehe ich voraus und möchte ihm gleich
>entgegentreten: Selbstverständlich soll das Volk entscheiden, wie es
>spricht. Das hat es ja auch schon immer getan. Aber wenn es um eine
>Normierung geht, möchte ich wirklich nicht, dass eine Frisur nur noch
>"Style" genannt werden darf oder "weich" nach und nach gegen "softig"
>ausgetauscht wird. Die normative Kraft des Faktischen sei
>unbestritten, aber die normative Kraft des Dämlichen geht mir gegen
>den Strich.

Bist Du in der Lage, richtiges Deutsch in Literatur von dem Deutsch
der Werbung und der bunten Illustrierten, die man nur im Wartezimmer
eines Arztes liest, zu unterscheiden?

Soll der Frisör doch für "softe" Haare und den richtigen "Style"
sorgen wollen...

Ich vermisse immer noch die Notwendigkeit für diese
Verschlimmbesserung der Sprache.

Früher konnte man eine alleinstehende Frau von einer allein stehenden
Frau unterscheiden, auch rein sprachlich. Das macht wegen dem neuen
Deutsch zeitgleich keinen Sinn mehr...

>Goethe, verzeih mir!

Er dreht sich bestimmt im Grabe um...

Nik

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 29, 2008, 7:27:27 AM9/29/08
to
On Mon, 29 Sep 2008 01:54:01 +0200, Arnulf Sopp
<ar-nosp...@maaaddin.de> wrote:

>Es gibt ein Diskussionsniveau, bei dem ich aus Schamgründen lieber
>aussteige.

Sorry, aber es waren DEINE Worte, daß RTL-Seher und samstägliche
Autowäsche (in einer Volksabstimmung) nicht über die
Rechtschreibreform...

Oder hattest Du Dich extremst mißverständlichst ausgedrückt?

Message has been deleted
Message has been deleted

Martin Lemke

unread,
Sep 29, 2008, 10:19:19 AM9/29/08
to
Nikolaus Bernhardt schrieb:

> Oder hattest Du Dich extremst mißverständlichst ausgedrückt?

Suche den Fehler blos nicht bei Dir!

Martin

Martin Lemke

unread,
Sep 29, 2008, 10:30:04 AM9/29/08
to
Ulrich G. Kliegis schrieb:

[ghoti]


>>An den Haaren herbeigezogen ist wohl auch 'fish' möglich ;-)
>

> Bingo :)

Auf die Gefahr hin, dass nun ein gekonnter Witz zerfleddert wird, aber ich
habe noch immer den Zusammenhang zwischen „ghoti“ (heißt das Wort überhaupt
etwas?) und „fish“ nicht verstanden.

Kann mir jemand auf die Sprünge helfen?

Martin

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 29, 2008, 10:40:00 AM9/29/08
to
On Mon, 29 Sep 2008 16:19:19 +0200, Martin Lemke
<nospam...@maaaddin.de> wrote:

>Suche den Fehler blos nicht bei Dir!

Wozu? Wer wollte RTL-Zusehern und samstäglichen Autowäschern die
Entscheidung per Volksentscheid aberkennen?

Ich war das nicht.

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 29, 2008, 10:40:41 AM9/29/08
to
On Mon, 29 Sep 2008 16:30:04 +0200, Martin Lemke
<nospam...@maaaddin.de> wrote:

>Auf die Gefahr hin, dass nun ein gekonnter Witz zerfleddert wird, aber ich

>habe noch immer den Zusammenhang zwischen Ąghoti´ (heißt das Wort überhaupt
>etwas?) und Ąfish´ nicht verstanden.


>
>Kann mir jemand auf die Sprünge helfen?

Lies die betreffenden Postings. Dort wurde der Witz bereits erklärt.

Arnulf Sopp

unread,
Sep 29, 2008, 1:05:55 PM9/29/08
to
Am Mo., 29.09.2008, schrieb Nikolaus Bernhardt
<nikolaus....@gmail.com>:

>> Es gibt ein Diskussionsniveau, bei dem ich aus Schamgründen lieber
>> aussteige.
>
> Sorry, aber es waren DEINE Worte, daß RTL-Seher und samstägliche
> Autowäsche (in einer Volksabstimmung) nicht über die
> Rechtschreibreform...

Schmeckt die Kreide? Dies waren DEINE Worte:

>>> Menschen, die Du aus Bildungsdünkel verachtest und denen Du gerne
>>> das wahlrecht abgesprochen hättest.

Abgesehen davon, dass *das* Wahlrecht eine ganze Menge mehr ist als
das Recht zur Teilnahme an einem Volksentscheid, habe ich niemandem
dieses Recht abgesprochen. Ich habe jedoch deutlich bezweifelt, dass
bei wissenschaftlichen Belangen viel Gutes dabei herauskommen kann.
Und ich verachte nur sehr wenige Menschen, aus welchen Gründen auch
immer, bin jedoch heilfroh, in mancher Leute Schuhen nicht zu
stecken. Schlimm?

--
Tschüs!

Arnulf

Arnulf Sopp

unread,
Sep 29, 2008, 1:07:21 PM9/29/08
to
Am Mo., 29.09.2008, schrieb "Ulrich G. Kliegis"
<Ulli....@kliegis.de>:

> Der Satz ist sig-fähig :)

Nur zu!

--
Tschüs!

Arnulf

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 29, 2008, 4:08:22 PM9/29/08
to
On Mon, 29 Sep 2008 19:05:55 +0200, Arnulf Sopp
<ar-nosp...@maaaddin.de> wrote:

>Abgesehen davon, dass *das* Wahlrecht eine ganze Menge mehr ist als
>das Recht zur Teilnahme an einem Volksentscheid, habe ich niemandem
>dieses Recht abgesprochen. Ich habe jedoch deutlich bezweifelt, dass
>bei wissenschaftlichen Belangen viel Gutes dabei herauskommen kann.

War die Rechtschreibreform wissenschaftlich? Ich habe die Aussagen
einiger Linguisten im Ohr, die Unschlüssigkeiten innerhalb der Reform
nachwiesen...

Und, nein, der Bürger mußte nicht selbst in der Lage sein, eine
eigenen Reformvorschlag zu erarbeiten und diesen wissenschaftlich zu
begründen.

Dem Bürger wurden Alternativen vorgelegt und dann durfte er auswählen,
welche er lieber hätte.

Wo ist der Unterschied zu Volksabstimmungen zu anderen Fragen? Da muß
auch niemand wissenschaftlich beweisen (können), wieso Kernkraft gut
oder schlecht ist, ober ob die neue EU-Verfassung staatsrechtlich okay
ist oder nicht, oder welche Auswirkungen die Einführung des Euro auf
die Volkswirtschaft hat.

Es reicht, wenn man die Argumente versteht, die für oder gegen die
einzelnen Alternativen sprechen. Und dazu hab's eine öffentliche
Diskussion.

Message has been deleted

Martin Lemke

unread,
Sep 30, 2008, 7:04:26 AM9/30/08
to
Nikolaus Bernhardt schrieb:

> Dort wurde der Witz bereits erklärt.

Deine Sinnfreien Postings helfen mir nicht. Ölen Die wenigstens Dein Ego?

Martin

Martin Lemke

unread,
Sep 30, 2008, 7:06:35 AM9/30/08
to
Nikolaus Bernhardt schrieb:

>>Suche den Fehler blos nicht bei Dir!
>
> Wozu?

DAS war mir irgendwie schon vorher klar.

Martin

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 30, 2008, 7:37:40 AM9/30/08
to
On Tue, 30 Sep 2008 10:27:15 +0200, Ulrich G. Kliegis
<Ulli....@kliegis.de> wrote:

>"Atomkraft und CO2 sind lebensgefährlich."

Na und?
Dihydrogeniummonoxid (DHMO) ist auch lebensgefährlich, fordert jedes
Jahr viele Menschenleben und ist als Lösungs- und Löschmittel
zugelassen...

>Wir können auch froh sein, daß medizinische Heilverfahren dem
>politischen Zugriff weitgehend entzogen sind und bleiben.

Keineswegs. Die Frage, welche Behandlung Kranken zusteht, ist
hochpolitisch, weil die Krankenkassen eine Reihe von
Behandlungsmethoden nicht erstatten und der Arzt sie deswegen nicht
verordnen darf.

Und wenn man sich ansieht, wie die Politik am Gesungsheitswesen
herumdoktort...

Nik

Nikolaus Bernhardt

unread,
Sep 30, 2008, 12:11:58 PM9/30/08
to
On Tue, 30 Sep 2008 13:04:26 +0200, Martin Lemke
<nospam...@maaaddin.de> wrote:

>> Dort wurde der Witz bereits erklärt.
>
>Deine Sinnfreien Postings helfen mir nicht. Ölen Die wenigstens Dein Ego?

Am 28.09.2008 stellt Ulrich Klieges um 17:54 Uhr die Scherzfrage.

Am 28.09.2008 gibt Miles um 18:35 mehrere ANtworten, von denen eine
die gesuchte sein könnte.

Am 28.09.2008 löst Ulrich um 19:33 Uhr das Rätsel auf und erklärt den
Gag.

Am 29.09.2008 fragst Du nach der Auflösung der Gags, der bereits einen
Tag vorher in Message-ID: <bufvd453irr66i089...@4ax.com>
aufgelöst wurde.

Meinen Hinweis, daß die Auflösung, samt einer schönen Erklärung des
Gags, bereits nachzulesen war, empfindest Du als "sinnfrei".

Was erwartest Du noch? Stellst Du Dich künstlich dumm, oder...

Und, nein, ich möchte die Frage nicht beantwortet haben.

Nik

Message has been deleted
Message has been deleted

Arnulf Sopp

unread,
Sep 30, 2008, 6:41:17 PM9/30/08
to
Am Di., 30.09.2008, schrieb "Ulrich G. Kliegis"
<Ulli....@kliegis.de>:

> "Atomkraft und CO2 sind lebensgefährlich."

Wörtlich genommen, ist diese Formulierung natürlich Unfug. Die Frage
ist, ob auf einem Wahlplakat ein dialiktischer Besinnungsaufsatz Platz
hat. Da darf man schon mal plakativ (!) formulieren.

CO2 wird langfristig zweifellos Küstenbewohner ertränken und Arten
ausrotten. Three Mile Island und Tschernobyl werden nach den Regeln
der Statistik keine Einzelfälle bleiben, nicht einmal die
schlimmsten.

Was in dieser Verkürzung (nochmals: wörtlich genommen) der schiere
Blödsinn ist, sagt demnach dennoch eine Wahrheit aus. Auf einem
Wahlplakat sollten wir diese reißerische Wortwahl dulden.

--
Tschüs!

Arnulf

Martin Lemke

unread,
Oct 1, 2008, 4:00:56 AM10/1/08
to
Nikolaus Bernhardt schrieb:

> Was erwartest Du noch?

Von Dir erwarte ich nur dummes, sinnleeres Gesabbel. Und ich muss sagen,
dass Du meine Erwartung in diesem Punk noch nie entäuscht hast.

Martin

Nikolaus Bernhardt

unread,
Oct 1, 2008, 5:40:36 AM10/1/08
to
On Wed, 1 Oct 2008 10:00:56 +0200, Martin Lemke
<nospam...@maaaddin.de> wrote:

>Von Dir erwarte ich nur dummes, sinnleeres Gesabbel. Und ich muss sagen,
>dass Du meine Erwartung in diesem Punk noch nie entäuscht hast.

Nun, wir alle übersehen ab und zu das Offensichtliche.

Wenn wir dann nachfragen, dann entscheidet unsere Frage und unsere
Reaktion auf die Antwort, als was man uns ansieht.

Ein Lächeln und "Mit Brille wäre mir das nicht passiert..." und schon
hat man sich charmant aus der Situation gerettet.

Schnauzt man denjenigen, der einem gerade gesagt hat, daß man direkt
vor dem Offensichtlichen steht, dann aber dumm an, dann arbeitet man
stark an einem gewissen Ruf.

Und natürlich sind IMMER einige andere Menschen schuld, wenn man einen
ausführlichen Gag nicht erklärt oder sich sonstwie merkbefreit zeigt.

Wie formuliert es der deutsche Philisoph Atze Schröder so passend?
"Ja, ne, is' klar..."

In diesem Sinne...

Nikolaus Bernhardt

unread,
Oct 1, 2008, 8:03:01 AM10/1/08
to
On Wed, 1 Oct 2008 10:00:56 +0200, Martin Lemke
<nospam...@maaaddin.de> wrote:

>Von Dir erwarte ich nur dummes, sinnleeres Gesabbel. Und ich muss sagen,
>dass Du meine Erwartung in diesem Punk noch nie entäuscht hast.

Nun, wir alle übersehen ab und zu das Offensichtliche.

Unsere Reaktion entscheidet, als was wir dann angesehen werden.

Ein Lächeln und "Mit Brille wäre mir das nicht passiert..." und schon
hat man sich charmant aus der Situation gerettet.

Schnauzt man denjenigen, der einem gerade geholfen hat, aber dumm an
an, dann arbeitet man an einem gewissen Ruf.

Und natürlich sind IMMER einige andere Menschen schuld, wenn man einen

ausführlichen erklärten Gag nicht versteht oder sich sonstwie

Message has been deleted

Nikolaus Bernhardt

unread,
Oct 2, 2008, 4:56:41 AM10/2/08
to
On Thu, 02 Oct 2008 08:41:38 +0200, Ulrich G. Kliegis
<Ulli....@kliegis.de> wrote:

>Die Titelzeile der KN zu Moorburg hatte richtig was:
>Gr�nes Licht f�r Kohlekraftwerk.

Gelungener Wortwitz.

Ich denke, die Politik kann dem B�rger begreiflich machen, da� Strom
zu jeder Tages- und Nachtzeit, dazu noch m�glichst g�nstig, nicht wie
Manna vom Himmel f�llt sondern in Kranftwerken erzeugt werden mu�.

Und ein modernes, effizientes Kohlekraftwerk samt effektiver
Filtertechnik in der N�he ist mir lieber als Stromimport (mit
entsprechenden Leitungsverlusten) aus einem alten, ungleich
dreckigeren, Kohlekraftwerk in Weit-Weit-Weg.

Irgendwie erinnert mich das an die Diskussionen um die Sendemasten f�r
Mobiltelefonie: Jeder Mensch hat sich �ber Funkl�cher ge�rgert, aber
niemand wollte die notwendigen Basisstationen samt Sendemasten in
seiner Nachbarschaft haben.

NIk

0 new messages