Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Mail - Absender gesucht

38 views
Skip to first unread message

Marc Haber

unread,
Oct 29, 1998, 3:00:00 AM10/29/98
to
Brigitte Sehan <se...@asknet.de> wrote:
>Bernhard Erdmann wrote:
> der Firma konfigurieren
>> kannst,
>
>dann füttere ihn im Laufe der Zeit mit den Addis der bösen
>> Buben, ansonsten gmx-Account, wie schon Jan sagte.

Lern doch bitte endlich quoten.

scnr
Marc

--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Karlsruhe, Germany | Beginning of Wisdom " | Fon: *49 721 966 32 15
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fax: *49 721 966 31 29

Eberhard Burr

unread,
Oct 30, 1998, 3:00:00 AM10/30/98
to

[XP & F'up]


Swen Habenberger <swe...@pips01.informatik.uni-mannheim.de> writes:


> > > Es gibt noch andere Verbindungsarten ausser Burschenschaften, z.B.:
> > > Turnerschaften, Saengerschaften, Corps, Landsmannschaften die auch
> > > das akademische Fechten pflegen.
> > mir ist, um ehrlich zu sein, der Unterschied völlig Wurscht.

> Mir eben nicht. Ich werde halt nicht gern mit Rechten in Verbindung gebracht.

Vielleicht solltest Du dann nicht ganz so laut kundtun, daß Du einer
Schlagenden Verbindung angehörst. Mensur und Farben sind halt für
viele Schlüsselreize und in der Szene der Verbindungen als
Außenstehender durchzublicken ist (vermutlich nicht nur) mir zu
kompliziert; wobei ich nichts gegen die Organisationsform an sich
habe, mich aber mit der politischen Gesinnung die hinter vielem steht,
schwertue. Beispiel Mensur: warum habt ihr derlei Anachronismen, die
zur Entstehungszeit der Verbindungen einen ganz anderen Hintergrund
hatten, nicht längst über Bord geworfen?

Also entweder, Du stehst zu dem, was Du tust, dann mußt Du mit
Vorurteilen leben (und hast Die Wahl sie zu ignorieren oder zu
entkräften) oder Du stehst nicht dazu, dann solltest Du es halt nicht
so offen zeigen.


Gruß,
--
Eberhard Burr check http://www.uni-karlsruhe.de/~Eberhard.Burr/publickey.asc
for PGP Key -- #include <stddisc.h> -- electric cookie follows
The best audience is intelligent, well-educated and a little drunk.
-- Maurice Baring

Felix Pfefferkorn

unread,
Oct 31, 1998, 3:00:00 AM10/31/98
to
Frank Lachmann <fr...@argh.net> schrieb:
>Sascha Hagner <sas...@monkey.sub.org> wrote:
> > "bescheid" *g*
>Der Witz hat sich jetzt aber auch so langsam erschoepft, oder?

Man merkt, daß Du wenig mit kleinen Kindern zu tun hast.

Felix
(XP&F'Up)
--
Frank ist mein Sohn. Oder war's umgekehrt? Hhm...
(Brigitte Sehan in ka.talk)

Felix Pfefferkorn

unread,
Oct 31, 1998, 3:00:00 AM10/31/98
to
In ka.lauer schrieb Eberhard Burr <Eberha...@stud.uni-karlsruhe.de>:

>Swen Habenberger <swe...@pips01.informatik.uni-mannheim.de> writes:
>> > > Es gibt noch andere Verbindungsarten ausser Burschenschaften, z.B.:
>> > > Turnerschaften, Saengerschaften, Corps, Landsmannschaften die auch
>> > > das akademische Fechten pflegen.
>> > mir ist, um ehrlich zu sein, der Unterschied völlig Wurscht.
>> Mir eben nicht. Ich werde halt nicht gern mit Rechten in Verbindung gebracht.
>Vielleicht solltest Du dann nicht ganz so laut kundtun, daß Du einer
>Schlagenden Verbindung angehörst. Mensur und Farben sind halt für
>viele Schlüsselreize und in der Szene der Verbindungen als
>Außenstehender durchzublicken ist (vermutlich nicht nur) mir zu
>kompliziert; wobei ich nichts gegen die Organisationsform an sich
>habe, mich aber mit der politischen Gesinnung die hinter vielem steht,
>schwertue.

Wenn Du aber auch nur (etwa anhand der von Heiko Jacobs
gepflegten hervorragenden Webseiten des COUSIN, Link irgendwo
unter "Studentische Einrichtungen") den vagen Versuch unternähmest,
da durchzublicken, dann wüßtest Du, daß es in Karlsruhe über 30
Verbindungen und nur - wenn ich mich grad nicht verzähl - sechs
Burschenschaften gibt, von denen nur noch eine einzige
(Tuiskonia) der "Deutschen Burschenschaft" angehört, die
gelegentlich Schlagzeilen macht, weil ihr unter vielen anderen
auch politisch extrem einseitige Verbindungen angehören.

Insbesondere wüßtest Du auch, daß die allermeisten Verbindungen,
insbesondere Corps und christliche Korporationen, keinerlei
"politische Gesinnung" vertreten. Und daß das diesen Verbindungen
als Unterscheidungsmerkmal zu den meist per Satzung politischen
Burschenschaften durchaus sehr wichtig ist.

Und Du wüßtest, daß "Verbindung" zunächst mal nur sowas wie
"Verein mit Lebensbundprinzip und Basisdemokratie (Convente)"
bedeutet. Auch die, sagenwirmal, Brauchtumspflege gibt es
keineswegs bei allen Karlsruher Verbindungen.

>Beispiel Mensur: warum habt ihr derlei Anachronismen, die
>zur Entstehungszeit der Verbindungen einen ganz anderen Hintergrund
>hatten, nicht längst über Bord geworfen?

Ich kann hier nicht für Swen oder einen pflichtschlagenden
Karlsruher Korporierten (Niels, Manfred, Mark - Stellungnahme?)
sprechen. Ich kann Dir nur erzählen, daß etliche Verbindungen das
Schlagen entweder ganz abgeschafft oder zur freiwilligen
Angelegenheit erklärt haben, was nicht immer aber oft aufs
gleiche rausläuft. Außerdem kann ich wieder auf's COUSIN
verweisen, wo IIRC etwa die angeblich charakterbildende Funktion
der Mensur ausgeführt wird. Wie gesagt, ich teile diese Ansichten
nicht, sonst wär ich in einer schlagenden Verbindung. Ich teile
auch die Ansichten der Karlsruher Orientierungsläufer oder der
Grünen nicht, werf sie aber trotzdem nicht zusammen in einen Topf.

>Also entweder, Du stehst zu dem, was Du tust, dann mußt Du mit
>Vorurteilen leben (und hast Die Wahl sie zu ignorieren oder zu
>entkräften) oder Du stehst nicht dazu, dann solltest Du es halt nicht
>so offen zeigen.

Hab bitte Verständnis dafür, daß man es nach viiiielen Semestern
irgendwann ganz allmählich leid wird, allmonatlich die gleichen
Vorurteile zu entkräften. Stell Dir meinetwegen vor, Du lebtest
in Frankreich und würdest jeden Tag aufs neue Menschen begegnen,
denen Du erklären mußt, daß Du kein Nazi bist. Irgendwann wird
das dann lästig und man kommt auf die Idee, die Frager zu fragen,
ob sie nicht bitte vor den twittigen Fragen sich einfach selbst
schlaumachen können. Sorry.

Felix Nm!
--
Warum kann ich Idiot nur meine Klappe nicht halten?
(Manuel Richardt in ka.talk)

Sven Paulus

unread,
Oct 31, 1998, 3:00:00 AM10/31/98
to

FP> Hab bitte Verständnis dafür, daß man es nach viiiielen Semestern
FP> irgendwann ganz allmählich leid wird, allmonatlich die gleichen
FP> Vorurteile zu entkräften. Stell Dir meinetwegen vor, Du lebtest
FP> in Frankreich und würdest jeden Tag aufs neue Menschen begegnen,
FP> denen Du erklären mußt, daß Du kein Nazi bist.

Das sind zwei Dinge: Du hast Dich selbst fuer die Burschschaft
entschlossen. Jetzt musst Du mit den Konsequenzen leben, Dich inmitten
von Neonazis zu tummeln.

Sven

Frank Lachmann

unread,
Oct 31, 1998, 3:00:00 AM10/31/98
to
In ka.lauer Felix Pfefferkorn <f...@wal.sub.org> wrote:

> Man merkt, daß Du wenig mit kleinen Kindern zu tun hast.

Kleine Kinder? Das sind diese groesstenteils nervigen knapp 1 Meter hohen
Dinger, nicht zu verwechseln mit Hunden aller Art, die einfach nur anwesend
sind und bruellen, kreischen, sabbern und eben "nerven"?

Nein.

--
fr...@argh.net * http://www.argh.net/frank/ * fon +49 (721) 971-216o

Frank Lachmann

unread,
Oct 31, 1998, 3:00:00 AM10/31/98
to
Felix Pfefferkorn <f...@wal.sub.org> wrote:

> unter "Studentische Einrichtungen") den vagen Versuch unternähmest,
> da durchzublicken, dann wüßtest Du, daß es in Karlsruhe über 30
> Verbindungen und nur - wenn ich mich grad nicht verzähl - sechs

Und die sind alle katholisch, politisch rechts, Alkoholiker und in einem
Fechtsportverein und einem Kinderchor?

> "Verein mit Lebensbundprinzip und Basisdemokratie (Convente)"

Koennte man auch "Selbsthilfegruppe" nennen?

> Ich kann Dir nur erzählen, daß etliche Verbindungen das Schlagen entweder
> ganz abgeschafft oder zur freiwilligen Angelegenheit erklärt haben,

Schlaegt man dann freiwillig oder laesst man sich freiwillig schlagen? Sado-
oder Masoschlagochismus?

--
"..., dass etliche Verbindungen das Schlagen entweder ganz abgeschafft
oder zur freiwilligen Angelegenheit erklaert haben, ..."
[Felix Pfefferkorn in ka.talk]

Eberhard Burr

unread,
Oct 31, 1998, 3:00:00 AM10/31/98
to
Felix Pfefferkorn <f...@wal.sub.org> writes:

> >Vielleicht solltest Du dann nicht ganz so laut kundtun, daß Du einer
> >Schlagenden Verbindung angehörst. Mensur und Farben sind halt für
> >viele Schlüsselreize und in der Szene der Verbindungen als
> >Außenstehender durchzublicken ist (vermutlich nicht nur) mir zu
> >kompliziert; wobei ich nichts gegen die Organisationsform an sich
> >habe, mich aber mit der politischen Gesinnung die hinter vielem steht,
> >schwertue.

> Wenn Du aber auch nur (etwa anhand der von Heiko Jacobs
> gepflegten hervorragenden Webseiten des COUSIN, Link irgendwo

> unter "Studentische Einrichtungen") den vagen Versuch unternähmest,
> da durchzublicken, dann wüßtest Du, daß es in Karlsruhe über 30
> Verbindungen und nur - wenn ich mich grad nicht verzähl - sechs

> Burschenschaften gibt, von denen nur noch eine einzige
> (Tuiskonia) der "Deutschen Burschenschaft" angehört, die
> gelegentlich Schlagzeilen macht, weil ihr unter vielen anderen
> auch politisch extrem einseitige Verbindungen angehören.

Du darfst mich gern einen Ignoranten nennen, aber ich sehe nicht ein,
warum ich die Bringschuld haben soll, mich über alles das zu
informieren. Mir reicht es, daß ich den Schluß ziehen kann: Schlagend
-> Burschi -> rechts. Dabei komme ich auch gut damit klar, daß ich
Burschi sysonym für allerlei Verbindungen Corps und wasweißichnichtwas
verwende; ich lebe ganz gut mit einem partiell vereinfachten Weltbild,
und wenn Dir mein Weltbild nicht gefällt, dann ist das zunächst dein
Problem.

> Insbesondere wüßtest Du auch, daß die allermeisten Verbindungen,
> insbesondere Corps und christliche Korporationen, keinerlei
> "politische Gesinnung" vertreten. Und daß das diesen Verbindungen
> als Unterscheidungsmerkmal zu den meist per Satzung politischen
> Burschenschaften durchaus sehr wichtig ist.

Dem setze ich entgegen, daß ich bisher noch keine äußerlichen
Unterscheidungsmerkmale feststellen konnte: diejenigen, die Farben
tragen und sich dadurch öffentlich als Burschenschafter (oder
Mitglieder einer Verbindung oder wasauchimmer) zu erkennen geben, sind
ja auch iejenigen, die auf althergebrachtes stolz sind und das ist
eine Einstellung, die mir zutiefst zuwider ist, weil ich nur auf das
stolz sein kann, was ich _geleistet_ habe, nicht auf was ich bin.
Die anderen, die in einer Verbindung (oder wasauchimmer) sind, weil
ihnen das eine Chance gibt, oder weil sie die Organisation für richtig
halten ohne sich vor einen gesinnungsmäßigen Karren spannen zu lassen,
die geben sich ja nicht so offenkundig zu erkennen. Beispielsweise
habe ich mal ein paar Jungs vom A.V. Hütte kennengelernt, und... naja
eintreten würde ich nicht, weil Lieder singen und Gesellschaftstänze
in Anzug und Krawatte sind halt mal nicht mein Ding, aber ansonsten
war mir das schon recht sympathisch.


> sprechen. Ich kann Dir nur erzählen, daß etliche Verbindungen das


> Schlagen entweder ganz abgeschafft oder zur freiwilligen

> Angelegenheit erklärt haben, was nicht immer aber oft aufs
> gleiche rausläuft. Außerdem kann ich wieder auf's COUSIN
> verweisen, wo IIRC etwa die angeblich charakterbildende Funktion
> der Mensur ausgeführt wird. Wie gesagt, ich teile diese Ansichten

Bla. Das war's ja gerade, was so ödet: statt heute progressiv zu sein,
ist man stolz darauf, daß früher einmal die Vorfahren progressiv
waren. Was soll den bitte in heutiger Zeit an der Mensur noch
Charakterbildend sein? Das ist doch ein altes albernes Ritual, das
kaum ein wenig Selbstüberwindung fordert. Wenn man es heute als
charakterbildend ansehen will, daß junge menschen sich auch mit ihrer
körperlichen Gesundheit für ihre Ideen einzusezten haben, und wenn
sich einige Burschenschaften (oder wasauchimmer) gern als furchtbar
fortschrittlich und demokratisch darstellen, dann wäre die logische
Konsequenz, daß die z.B. hingehen und die Demokratie gegen braune
Wirrköpfe verteidigen, die unbehelligt ihre Aufmärsche
durchziehen. Warum gehen Burschis nicht Faschos klatschen?


> >Also entweder, Du stehst zu dem, was Du tust, dann mußt Du mit
> >Vorurteilen leben (und hast Die Wahl sie zu ignorieren oder zu
> >entkräften) oder Du stehst nicht dazu, dann solltest Du es halt nicht
> >so offen zeigen.

> Hab bitte Verständnis dafür, daß man es nach viiiielen Semestern


> irgendwann ganz allmählich leid wird, allmonatlich die gleichen

> Vorurteile zu entkräften. Stell Dir meinetwegen vor, Du lebtest

> in Frankreich und würdest jeden Tag aufs neue Menschen begegnen,

> denen Du erklären mußt, daß Du kein Nazi bist. Irgendwann wird
> das dann lästig und man kommt auf die Idee, die Frager zu fragen,
> ob sie nicht bitte vor den twittigen Fragen sich einfach selbst
> schlaumachen können. Sorry.

Nö, wenn ich es leid bin, stell' ich auf Durchzug oder sehe zu, daß
man mich nicht als Nazi ansieht. Daran hat sich ja die Diskussion
entzündet: Swen hat völlig zusammenhangslos von seinen Erfahrungen bei
der Mensur berichtet und sich dann befremdlicht gezeigt, als ich ihn
als Burschi angemacht habe. Also wenn ich in Frankreich Urlaub mache,
dann lasse ich entweder die Birkenstocks und die Tennissocken daheim
und trage stattdessen Slippers ohne Socken, oder ich muß halt damit
rechnen, daß man mich sofort als Deutschen erkennt.

Gruß,
--
Eberhard Burr check http://www.uni-karlsruhe.de/~Eberhard.Burr/publickey.asc
for PGP Key -- #include <stddisc.h> -- electric cookie follows

Memory fault -- core...uh...um...core... Oh dammit, I forget!

Felix Pfefferkorn

unread,
Nov 1, 1998, 3:00:00 AM11/1/98
to
SP> Du hast Dich selbst fuer die Burschschaft entschlossen.

Bitte? Wo & wann?

Felix

Niels Kessler

unread,
Nov 1, 1998, 3:00:00 AM11/1/98
to
SP> Das sind zwei Dinge: Du hast Dich selbst fuer die Burschschaft
SP> entschlossen. Jetzt musst Du mit den Konsequenzen leben, Dich
SP> inmitten von Neonazis zu tummeln.

Könntest Du mir die Neonazis bitte zeigen?
Danke.

Niels Kessler

unread,
Nov 1, 1998, 3:00:00 AM11/1/98
to
FP> Ich kann hier nicht für Swen oder einen pflichtschlagenden
FP> Karlsruher Korporierten (Niels, Manfred, Mark - Stellungnahme?)
[...]
FP> Hab bitte Verständnis dafür, daß man es nach viiiielen Semestern
FP> irgendwann ganz allmählich leid wird, allmonatlich die gleichen
FP> Vorurteile zu entkräften.

Reicht diese Stellungnahme?
Wer Fragen hat, bitte melden.

Felix Pfefferkorn

unread,
Nov 1, 1998, 3:00:00 AM11/1/98
to
EB> Du darfst mich gern einen Ignoranten nennen, aber ich sehe nicht ein,
EB> warum ich die Bringschuld haben soll, mich über alles das zu
EB> informieren.

Es ist nicht ganz unüblich, sich über ein Thema zu informieren,
bevor man drüber spricht. Außer man arbeitet bei des Deutschen
liebster Zeitung oder des Deutschen liebstem Wochenmagazin.

EB> Mir reicht es, daß ich den Schluß ziehen kann: Schlagend
EB> -> Burschi -> rechts.

*grummel* Wenn Du das kannst, ist Dein Logikmodul defekt.

EB> Dabei komme ich auch gut damit klar, daß ich
EB> Burschi sysonym für allerlei Verbindungen Corps und wasweißichnichtwas
EB> verwende; ich lebe ganz gut mit einem partiell vereinfachten Weltbild,
EB> und wenn Dir mein Weltbild nicht gefällt, dann ist das zunächst dein
EB> Problem.

Ok. Ich betrachte Dich dann ab sofort als freundinlosen,
glasbausteinbebrillten, fetthaarigen Allnächtlichprogrammierer,
der sich von Fertiggerichten und Kirschcola ernährt und Grüne
oder PDS wählt. Ach ja, außerdem betreibst Du mit Deinem Amiga
eine Mailbox im Fido. Schließlich studierst Du an einer TH, und
da gibt es solche Typen. Und das vermutlich sogar in einer
höheren Quote als Burschenschafter unter den Korporierten.

Das Zusammenfassen einer Mehrheit unter der Benennung einer
Minderheit hat was Menschenverachtendes. *Ich* jedenfalls fühle
mich empfindlich beschimpft, wenn mich jemand "Burschi"
nennt. (Nein, wenn derjenige notorischer ka.talker ist, nicht.)

>> Insbesondere wüßtest Du auch, daß die allermeisten Verbindungen,
>> insbesondere Corps und christliche Korporationen, keinerlei
>> "politische Gesinnung" vertreten. Und daß das diesen Verbindungen
>> als Unterscheidungsmerkmal zu den meist per Satzung politischen
>> Burschenschaften durchaus sehr wichtig ist.

EB> Dem setze ich entgegen, daß ich bisher noch keine äußerlichen
EB> Unterscheidungsmerkmale feststellen konnte:

Wozu könnten wohl die bunten Mützen und die farbigen Bänder gut sein?

EB> ja auch iejenigen, die auf althergebrachtes stolz sind und das ist
EB> eine Einstellung, die mir zutiefst zuwider ist, weil ich nur auf das
EB> stolz sein kann, was ich _geleistet_ habe, nicht auf was ich bin.

Ich lehne eine solche Einstellung, so es sie irgendwo (nicht nur
bei Korporierten) gibt, ebenfalls ab. Ich versteh nur nicht ganz,
wie Du aus dem Tragen von Band und Mütze schließen kannst, die
Träger seien *stolz* auf Althergebrachtes?

Ich hab mir vor sieben Jahren eine kath. Studentenverbindung
angeschaut und mich dort sehr wohl gefühlt und viele Freunde
gewonnen, mit denen ich viele Interessen und Wertvorstellungen
teile und daher gerne meine Zeit verbringe. Deshalb bin ich
Mitglied ihres Lebensbundes geworden. Der bestand damals 101
Jahre, und darauf waren die nicht stolz, sondern sie waren
einfach froh drüber. Weil es ein großer Bund Gleichgesonnener von
19 Jahren bis 107 Jahren war. Selbstverständlich nehmen die
Generationen aufeinander Rücksicht und achten darauf, daß sich
alle in gleicher Weise zuhause fühlen. Zu diesem Zweck pflegen
wir, soweit der Aufwand vertretbar ist, unser Brauchtum und unser
Liedgut. Ich kann nur wiederholen, daß ich nicht verstehe, was
daran ein "stolz auf" sein soll.

EB> Die anderen, die in einer Verbindung (oder wasauchimmer) sind, weil
EB> ihnen das eine Chance gibt, oder weil sie die Organisation für richtig
EB> halten ohne sich vor einen gesinnungsmäßigen Karren spannen zu lassen,
EB> die geben sich ja nicht so offenkundig zu erkennen.

Interessante Motivationen. Du glaubst wirklich, das reicht, sein
gesamtes Studium lang wenigstens 3-4 Abende pro Woche
zzgl. gelegentlicher Wochenenden einer Verbindung zu opfern? Daß
das primär ein Freundeskreis sein könnte, ist gänzlich ausgeschlossen?

EB> Beispielsweise
EB> habe ich mal ein paar Jungs vom A.V. Hütte kennengelernt, und... naja
EB> eintreten würde ich nicht, weil Lieder singen und Gesellschaftstänze
EB> in Anzug und Krawatte sind halt mal nicht mein Ding, aber ansonsten
EB> war mir das schon recht sympathisch.

Sind nette Leute. Warst Du bei denen auch mal auf einer Kneipe,
so von wegen Brauchtumspflege?

EB> Was soll den bitte in heutiger Zeit an der Mensur noch
EB> Charakterbildend sein?

Wie gesagt, diesen Themenbereich überlass ich denen, die's
betrifft. Meine Verbindung ist wie alle christlichen nichtschlagend.

EB> Warum gehen Burschis nicht Faschos klatschen?

Frag's die Burschis. Wir klatschen nicht, weil sich das nicht so
recht mit unserem Weltbild vertrüge. (Aber bei den
"kein-Blut-für-Öl"-Demos haben wir mal eine fahrbare Zapfanlage
mitgeschoben. Und während des Kriegs dann Stiefel für den Frieden
getrunken. SCNR.)

EB> Swen hat völlig zusammenhangslos von seinen Erfahrungen bei
EB> der Mensur berichtet und sich dann befremdlicht gezeigt, als ich ihn
EB> als Burschi angemacht habe.

Ich weiß auch nicht, wie Swen auf das Thema kam, aber noch
weniger weiß ich, wieso Du statt "Korporierter" "Burschi" zu ihm
sagst. Das hat in etwa die Qualität, statt "Politisch engagiert"
"Glatze" zu sagen.

EB> Also wenn ich in Frankreich Urlaub mache,
EB> dann lasse ich entweder die Birkenstocks und die Tennissocken daheim
EB> und trage stattdessen Slippers ohne Socken, oder ich muß halt damit
EB> rechnen, daß man mich sofort als Deutschen erkennt.

Am Beispiel hinkt, daß die Korporationen sich an den Hochschulen
zuhause fühlen. Würde ich bei einem Handwerker jobben, spräche
ich das Thema vermutlich nicht an, wenn ich nicht sicher wäre, es
hinreichend breit ausführen zu können. Aber von
Hochschulangehörigen erwarte ich minimales Grundwissen.

Felix

Niels Kessler

unread,
Nov 1, 1998, 3:00:00 AM11/1/98
to
FL> Koennte man auch "Selbsthilfegruppe" nennen?

Würde Dir in ziemlich vielen Punkten gut tun. In einer Selbsthilfegruppe kannst
Du bestimmt lernen, auf welcher Seite man einen Schraubenzieher anfaßt.

Sascha Hagner

unread,
Nov 1, 1998, 3:00:00 AM11/1/98
to
In <71etjf$39s$1...@quezovercoatl.argh.sub.de>
Frank Lachmann <fr...@argh.net> wrote:

>Kleine Kinder? Das sind diese groesstenteils nervigen knapp 1 Meter hohen
>Dinger, nicht zu verwechseln mit Hunden aller Art, die einfach nur anwesend
>sind und bruellen, kreischen, sabbern und eben "nerven"?

Oder beim Vorbeigehen einem am Mantel festhalten und behaupten, man hätte
ihn ihnen in's Gesicht gewedelt. Totschlagen, die Bande.

r
--
We are the GNUstep - resistance is futile.

Sascha Hagner

unread,
Nov 1, 1998, 3:00:00 AM11/1/98
to
In <71etun$39s$3...@quezovercoatl.argh.sub.de>
Frank Lachmann <fr...@argh.net> wrote:

> > "Verein mit Lebensbundprinzip und Basisdemokratie (Convente)"

>Koennte man auch "Selbsthilfegruppe" nennen?

Als es bei den Anonymen Alkoholikern zu voll wurde, wurden sie auf die
Verbindungen verteilt.

0 new messages