Lieber Ulrich,
Danke für die positive Resonanz.
Der Begriff "Wurstbrotanalyse" ist ein wenig von Piratengeist inspiriert.
Nach dem Motto: Wann gibt es was zu essen ?
In der Tat handelt es sich jedoch um einen wissenschaftlichen Ansatz,
welcher die Kategorisierung von Gesetzesideen in 9 Felder erlaubt.
Progressivitätsanalyse oder Fortschrittlichkeitsanalyse ist der eigentliche
Name, welcher die Funktion bezeichnet.
Die neun Felder ergeben sich aus den Skalen kurz-, mittel-, und langfristig
und durchsetzbar, mittelbar durchsetzbar (Konsens muss erst geschaffen werden,
weil unterschiedliche Nationen beteiligt sind, z.B. Europäische Union), und
schwer durchsetzbar (Konsens erfordert die Generalversammlung der Vereinten
Nationen und weitestgehende weltweite Einstimmigkeit).
Die gedankliche Neuschöpfung liegt darin, die Größe eines politischen
Gedankens den Menschenrechten unterzuordnen und anschließend auch bewerten zu
können, wie weit ein der Ansatz bereits vorangekommen ist.
Die wichtigste Funktion dieser Analyse ist nicht eine Berechnung. Sondern
die einfache gedankliche Nachvollziehung und Bewertung der internationalen
politischen Zusammenhänge.
Diese dann "Fortschrittlich" und "Progressiv" zu nennen ist nur ein
Vorschlag, sollten wir daraus z.B. einmal eine Bewertungsrichtlinie erstellen.
Eine solche Richtlinie mag irgendwann einmal notwendig werden, wenn es
versponnene Nationalistenmeinungen oder dergleichen bei uns geben sollte. Jetzt
ist sie es nicht.
Man kann, wenn man überzeugter Föderalist ist, auch von einer
Vernunftsanalyse sprechen, ausgehend davon, dass die Vernunft in
unterschiedlicher Gestalt, in den philosophischen Ideen der Völker verankert
ist. (Feld 3.1. langfristig gut durchsetzbar)
Sind die philosophischen Grundlagen überall übereinstimmend gegeben
(Feld 3.3., langfristig wenig durchsetzbar, oder Feld 3.2. langfristig mittelbar
durchsetzbar), dann ist es unvernünftig, von geringer Durchsetzbarkeit oder
langwieriger Langfristigkeit auszugehen.
(( Beispiel:
Die Kampagne zum Parlament der Vereinten Nationen, United Nations
Parlamentary Assembly, hat das Stadium 3.2., langfristig
mittelbar durchsetzbar, vor wenigen Jahren verlassen und kann
nun argumentieren, dass einige Staaten den Vorschlag für kurzfristig
mittelbar durchsetzbar halten.
Sie kann also das Feld 2.2. nun auch von der Seite 1.2. angehen und
betritt es somit immer häufiger. In den Ländern, in welchen die Zeichnung
der Kampagne durch die Presse ging kann sich die Kampagne sogar entlang der
Meinungsbildungslinie bewegen.
Die Kampagne verlässt auf diese Art und Weise das Geburtsstadium eines
politphilosophischen Wunsches und wird zu unmittelbarer politischer
Vernunft! ))
Diese Betrachtungsweise ist wichtig, weil sie offenbart, dass alle
bürgerlichen UN Kampagnen mit dem Ziel eine Institution nach Charta Artikel 22
zu errichten, vor der Aufgabe stehen einen gemeinsamen weltweiten
philosophischen Willen zu erzeugen, welcher die Nationen von sich aus zu
der Einsicht bringt, dass sich der internationale Rasen nicht von selbst
mäht.
Preissteigerung vs. Inflation:
Sie sind nicht dassselbe.
Die Inflation ist eine Statistik, welche auf der realen Preissteigerung
fusst.
Und sie bildet die reale Preissteigerung nicht ab.
Der Katalog der Inflationsberechnungsstatistik bezeichnet einen
heraklitischen Hüttenasketen, aber keinen Bürger der BRD.
Der reale Bundesbürger leidet unter Kosten für Druckerpatronen, Handy,
Internet, Miete, Energie und den gestiegenen Gesundheitsversicherungsbeiträgen.
Der reale Weltbürger leidet unter steigenden Lebensmittelpreisen und
Rohstoffpreisen, weil die private Spekulationsinflation der weltweiten
Börsenwirtschaft in ihrem Land noch nicht in die Inflationsstatistik
eingeflossen ist. Wenn überhaupt eine geführt wird.
Desweiteren ist die Inflationsbereinigung von Löhnen nur ein Tip an die
Arbeitgeber, ein formeller Hinweis des Rechnungshofes, nichts, woran sich
ein Niedriglohnmarkt hält. Sie greift nur bei Beamten und Staatsangestellten.
Der Begriff Inflation, von "inflatere" "Hineinblasen", ist nicht zeitgemäß,
weil der Sack in den man Blasen möchte, auf der anderen Seite ein größeres Loch
hat, als am Einlaß. Wenn man hier physikalische Strömungslehre als Grundlage
nimmt, kommt man zu einem Deflationseffekt:
Die private Geldschöpfung an den Börsen bewegt sich in diesem Sinne wie ein
Luftkissenboot über die Gewässer der Realwirtschaft.
Was niemand weiss, wenn der Sprit ausgeht, geht es mit Sicherheit bald
danach unter.
Die wenigsten Unternehmen haben eine Sicherung ihrer Aktien durch reale
Werte. Das Aktienvolumen vieler Firmen ist, gerade wenn es ältere Firmen sind,
ein Haufen verbrauchter Kredite, und nicht wie man meinen würde,
Investitionskapital für diese Firmen.
Wieviele der Aktiengesellschaften nur von ihrem Vertrauen leben, weiss kein
Mensch.
Was das konkret für die nationale Inflation bedeutet, weiss man
ebensowenig, denn erst muss die Pleite abgewickelt werden, erst dann kann man
sehen, ob der Staat einspringen muss. Und in der Statistik landet das ohnehin
nicht.
Da Aktiengesellschaften verteilte Verantwortungsbereichen und einen
gewählten Vorstand haben, kommt man ihnen rechtlich zudem kaum bei.
Inflation entsteht trotzdem. Und das ist eben Wissen geographischer Natur,
welches im Erdkundeunterricht hierzulande ebenso gelehrt wird. Nämlich in der
Dritten Welt bei den Preisen für Verbrauchsgüter aller Art.
Dieses geographische Wissen ist es auch, welches sich weltweit in
Soziologie, Geographie und Wirtschaftswissenschaften durchgesetzt hat und
weltweit einen emotional einheitlichen Basisbezug zum EineWeltGedanken
herstellt. Die steigenden Preise hätten durch den Weltmarkt verhindert
werden sollen. Wurden sie aber nicht.
Im wesentlichen stellt eine Börsennotation heute nicht nur den Zugang zum
Weltmarkt dar, sondern ist auch eine Einladung dazu als Hauptgang zum
Mittagessen geladen zu werden. Dass dies den Nationalisten in den
Entwicklungsländern nicht gefällt, darf man nicht mit einem EineWeltGedanken
gleichsetzen.
Die kanibalistischen Tendenzen an der Börse sind eher mit dem Kunstmarkt zu
vergleichen, wo jede Einverleibung den Preis steigert. Das entspricht eher dem
EineWeltGedanken. Dennoch müssen wir der berechtigten Sorge um Enteignung durch
Aktiengesellschaften in der Dritten Welt, insbesondere, wenn es sich um
ausgewaschene Privatinflationsbetreibende handelt, etwas
entgegensetzen.
Parlamenten und der Justiz muss die Möglichkeit der Enteignung weiter
offenstehen, sowie es in jedem Rechtsstaat üblich ist.
Weltweit gesehen gibt es diese Ordungsinstanzen nicht. Wer heute einen
Finanzhandelskonzern betreibt, der badet mit einem Bein mit Sicherheit in
einer Steueroase. Viele Unternehmen haben ihren Sitz vollständig in steuerfreien
"internationalen" Gewässern.
Ihrem sozial abträglichen Verhalten kommt man nur durch Steuern bei. Eben
internationalen Steuern.
Die Kernproblematik, dass die private Finanzwirtschaft die
Realwirtschaft negativ beeinflusst, anstatt ihre Aufgabe zu tun, ist damit
nicht gelöst. Es ist andererseits sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich, dass sie
jemals ihre prädestidinierte Funktion einnehmen wird die Märkte zu beruhigen und
die Preise dauerhaft zu senken. C´est la vie.
Sie ist dennoch für die Bereitstellung der Weltwirtschaft untentbehrlich
geworden.
Börsenskeptiker, zu denen ich gehöre, sehen das schon immer mit einem
gepflegten Defaitismus. Die Börse ist ein Übel um das man nicht
herumkommt. Jetzt und auch in Zukunft.
Positive Aspekte gibt es immerhin allerhand. Zum Beispiel Google.
Der wirtschaftliche American Dream als solches, etc.
Die staatliche Wirtschaft muss sich, bewahrheitet sich die skeptische
Sichtweise, in irgendeiner Form darauf einstellen, dass regelmäßig alle
Privatanleger viel Geld verlieren, statt zu verdienen.
Das muss auch irgendwie in die Inflation der finanziellen Lebensleistung
des Arbeitnehmers eingepreist werden.
Militär- und Entwicklungshaushalt
Der hohe Militärhaushalt erklärt sich aus der schieren Menge Soldzahlungen
für 200.000 Soldaten und einige Experten von Ausserhalb.
Daneben ist die Bundeswehr noch an fast 20 Standorten weltweit in der
Friedenssicherung mit UN Mission unterwegs.
Da schlagen die Fahrtkosten nocheinmal extra zu.
Die Entwicklungshilfe wird gerne in einen Topf mit dem Militähaushalt
geschmissen.
Wie Du, Ulirch aber gezeigt hast, ist das nicht im Sinne der
Bevölkerung.
Die Bevölkerung wünscht sich die Bereitstellung aktiver struktureller
Verbesserungen und nicht das Unterstützen der lokalen Sicherheitskräfte.
Ich habe daher schon vor längerer Zeit ein Strukturwandel des Militärs zu
einer Infrastruktur-Aufbau-Armee, mit Betonmischern und Stahlgerüstbauern,
Kanalbauern, Kraftwerkbauern, Wasseringenieuren usw. vorgeschlagen.
Der friedensstiftende Aspekt eines militärischen Einsatzes mit baulichen
Maßnahmen ist größer, als die Verbesserung des Sicherheitsaspektes im
Allgemeinen.
Hier liessen sich die beiden Haushalte dann nutzbringend Verknüpfen.
Solange das aber nicht der Fall ist, ist klar, dass die
Entwicklungshilfe viel mehr Lehrer, Methoden und
Pilotunternehmen finanzieren sollte.
Dann müssen wir allerdings über die Truppengröße sprechen.
Dazu brauchen wir dann jedenfalls schon mal den "Sozialverträglichen
Truppenabbau".
Im Falle meiner Meinung mit dem Zusatz "solange der Aufbauaspekt nicht 50 %
der Gesamtratio ausmacht und also vom Sicherungsaspekt abzogen wird."
Sicherheitstechnisch wäre mir wohler, wenn die Bundeswehr aus einigen
hundert verrückten Computer- und Teslawissenschaftlern mit ein paar
Riesencomputern bestände, als aus 200.000 traditionsgelangweilten
Spalierständern. ;-) Ohne Kontrolle über die Elektronik kann man kein Land
beherrschen.
Ein liegendes Heer wäre weit billiger, als ein stehendes.
Statt Abfangjägern könnte man auch ein Youtubevideo zur Benutzung von
Bodenluftraketen produzieren und ins Internet stellen. Im Falle der
Luftraumverteidigung bekommt man eine solche, als Grundausgebildeter,
dann per DHL zugesandt. Das wäre billiger als der Eurofighter.
Nach Wurstbrotanalyse ist das dann nicht einmal ein
Aussenseitervorschlag, welcher sich erst mühsam durch internationale
Gewässer winden müsste. Er ist direkt umsetzbar. :-)
Wenn da nicht die Auslandseinsätze wären. Und die Waffenlobbies.