Jochen Walerka
unread,May 20, 2013, 3:59:58 PM5/20/13You do not have permission to delete messages in this group
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Zunächst ein kleines Quiz:
Ich betrete meine Stammkneipe und bin auf der Suche nach Spiegel, Stern & Co, finde aber unter den ausgehängten Zeitschriften nur die von der Vorwoche. Auf Anfrage, warum keine aktuellen Ausgaben vorliegen, wird mir mitgeteilt, dass die Bohrmaschine kaputt sei.
Die spannende Frage ist nun, welchen Nutzen eine Bohrmaschine zum Aushängen von Zeitschriften in einer Kneipe hat.
[Bleiben Sie dran, nach einer kurzen Werbepause verrate ich die Auflösung]
Was mich beim Eintritt besonders ärgert, dass mein Stammplatz (Tisch 6) regelmässig besetzt ist. Ich möchte die Besetzer am liebsten rausprügeln, leider verbietet das der restlich verbliebene gesunde Menschenverstand (meiner). Ich vermute, dass die Bedienung, die mir missliebig ist, absichtlich meinen Platz vergibt. Aber vergebene Liebesmühe, ich such mir einfach einen anderen Sitz am Tresen und brummel vor mich hin.
Ich beobachte meine Bedienung beim Einwickeln von Besteck und schlage ihr vor, dabei zu helfen. Sie lehnt ab und ich sage: „Naja, ich hab sowieso keinen Gesundheitspass“. Darauf sie: „Ich auch nicht.“. Jetzt weiss ich, warum ich dort niemals esse.
A propos: es gab mal einen Kneipenwirt mit künstlichem Darmausgang. Leider hatte das Ordnungsamt etwas dagegen, die hatten wohl Angst, dass die Plörre ins Bier pladdert.
Nach dem zehnten Bier zahle ich und will nach Hause fahren – da springt doch glatt mein Auto nicht an! Mist, das hatte ich vor Wochen schon einmal, der Anlasser ist der Anlass. Letztes Mal haben mir die gelben Engel geholfen, schon toll, was Chinesen alles draufhaben. Dieses Mal wird es jedoch komplizierter, denn Handy ist für mich ein Fremdwort. Ist es ja auch, zumindest im Deutschen. Die Schweizer haben dafür ein freundlicheres Wort: Natel. Das ist die Abkürzung für „Nationales Autotelefon“. Klingt etwas nach den tausend Jahren, aber davon blieb die Schweiz ja relativ unberührt, allenfalls gab es mal im Weltkrieg Nummer zwei einen Bombenangriff der Alliierten auf Schaffhausen – aus Versehen, die haben die Stadt wohl mit Konstanz oder Singen verwechselt. Glück für Singen und Konstanz, Pech für Schaffhausen. Von den Schaffhausenern gäbe es noch einiges zu berichten, unter anderem mussten sie vor einigen hundert Jahren den Dorfpfarrer von Büsingen in einer Sänfte zurück in seine Gemeinde tragen. Aber dies ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden. Was nun Handys betrifft, ist es ein Treppenwitz der Technologiegeschichte, dass eine Gummistiefelfabrik in Finnland zum Weltmarktführer für Mobiltelefone geworden ist. Um nun zurück zu meinem eigentlichen Problem zu kommen: mein Handy liegt zuhause nutzlos rum und ich kehre zurück zum Ort des Verbrechens (Kneipe) und bettle die Bedienung um einen Anruf beim ADAC an. Mit dieser Bitte fliege ich auch damit auf, dass ich leicht angeheitert Auto fahren will und ich muss mich obendrein noch deswegen beschimpfen lassen. Dabei habe ich mir doch viel Mühe gegeben. Da säuft man nun Tag für Tag und keiner dankt es einem…
Nach zehn weiteren Bieren kommt endlich ein gelber Engel und hilft mir mit einem einfachen Hammerschlag auf den Anlasser aus der Patsche. Zuhause angekommen, beschimpfe ich erstmal mein Handy…
Zuguterletzt die Auflösung der Quizfrage: die Zeitschriften werden mit Drahtringen versehen und an Haken aufgehängt. Zum Durchfädeln der Drahtclips müssen die Zeitschriften entweder mit dem Locher gelocht – oder eben mit der Bohrmaschine durchbohrt werden.
Jo