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Re: [tagesschau] Interview "Hartz IV ist schiefgegangen"

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Ingo Heinscher

unread,
Dec 16, 2009, 3:03:51 AM12/16/09
to
Wolfgang Schwanke schrieb:
> http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hartziv112.html

Stimmt ja nicht. Die Ziele der Reform wurden erreicht:

- Prekarisierung
- Absenken des Lohnniveaus
- Gesellschaftliche Spaltung
- Vertuschung der tatsächlichen Höhe der Arbeitslosigkeit

Ist doch ein voller Erfolg.

--
"When you have eliminated all which is impossible,
then whatever remains, however improbable, must be
the truth." Doyle's Law

Manuel Rodriguez

unread,
Dec 16, 2009, 3:47:33 AM12/16/09
to
On 16 Dez., 00:29, Wolfgang Schwanke <s...@sig.nature> wrote:
> http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hartziv112.html
>
> FU de.soc.wirtschaft
>
> --
> Kreuz und quer durch die DDR
> mit dem Schienenersatzverkehrhttp://www.wschwanke.de/             http://www.fotos-aus-der-luft.de/
>                 usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de

Was in diesem ARD-Artikel leider unterschlagen wurde: trotz Hartz IV
leben in Deutschland 0,8 Mio Obdachlose. Völlig verzweifelt, ohne
Perspektive. Die Grundideologie der Marktwirtschaft ist simpel:
Konkurrenzkampf um den Arbeitsplatz. Der willenstärkste,
intelligenteste Bewerber bekommt den Job, der Rest landet im Gefängnis
oder im Schnapsladen.
Bereits heute kommen auf eine offene Stelle 10 Arbeitslose [1].
Das bedeutet: der Unternehmer darf 90% wegschicken. Er kann sich die
begabtesten, leistungsbereitesten Herrenmenschen herauspicken und nur
mit diesen Zusammenarbeiten. Kein Unternehmer muss einen Obdachlosen
einstellen, wenn er nicht explizit will.
Und wer Unternehmer ist und wer Sklave wird per Geburt
entschieden. Das Vermögen der 800000 Millionäre der BRD wird vererbt,
die Unterdrückung der Sozial-Schwachen ist systembedingt.


[1] http://jobboerse.arbeitsagentur.de

Manuel Rodriguez

unread,
Dec 16, 2009, 1:14:49 PM12/16/09
to


Was mich mal interessieren würde: Gab es vor Hartz IV auch schon diese
Lebensmittelgutscheine? Also ich meine damals, bei der Sozialhilfe.

Libero

unread,
Dec 19, 2009, 4:21:51 AM12/19/09
to
On 16 Dez., 00:29, Wolfgang Schwanke <s...@sig.nature> wrote:
> http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hartziv112.html

Man sollte derartige Regelungen in die Tonne treten, und die BA gleich
hintendrein. Wenn jeder SELBST vorsorgen müsste, gäbe es einen Haufen
Probleme weniger. Warum bilden sich die Leute ein, dass nur Pappi
Staat für derartige Sachen zuständig sein muss?
Wenn man mal rechnet, wieviel Milliarden Euro allein die Existenz der
Sozialstaats-Bürokratie kostet..., dafür könnte man massenhaft echte,
produktive Arbeitsplätze schaffen.

Ingo Heinscher

unread,
Dec 19, 2009, 4:37:51 AM12/19/09
to
Libero schrieb:

> On 16 Dez., 00:29, Wolfgang Schwanke <s...@sig.nature> wrote:
>> http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hartziv112.html
>
> Man sollte derartige Regelungen in die Tonne treten, und die BA gleich
> hintendrein. Wenn jeder SELBST vorsorgen m�sste, g�be es einen Haufen

... Toter.

Joachim Pense

unread,
Dec 19, 2009, 4:52:47 AM12/19/09
to
Libero (in de.soc.wirtschaft):

Und was ist mit den Profiten der privaten Institute, die dann die
Privatvorsorge finanzieren? Und mit deren Bürokratie?

Und mit dem Verlust an Lebensqualität, die die Notwendigkeit, sich um sowas
kümmern zu müssen, mit sich bringt?

Joachim

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Joachim Pense

unread,
Dec 19, 2009, 5:48:33 AM12/19/09
to
Wolfgang Schwanke (in de.soc.wirtschaft):

> Libero <liber...@web.de> wrote in news:c20459d9-aad1-402c-99dc-
> 2643ed...@h9g2000yqa.googlegroups.com:


>
>> On 16 Dez., 00:29, Wolfgang Schwanke <s...@sig.nature> wrote:
>>> http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hartziv112.html
>>
>> Man sollte derartige Regelungen in die Tonne treten, und die BA gleich
>> hintendrein. Wenn jeder SELBST vorsorgen müsste, gäbe es einen Haufen
>> Probleme weniger.
>

> In welcher Form schlägst Du vor, dass Arbeiter und Angestellte gegen
> Arbeitslosigkeit SELBST vorsorgen?
>
Sie sollten sich gewerkschaftlich organisieren, das ist zumindest nützlich.

Joachim

Manuel Rodriguez

unread,
Dec 20, 2009, 3:57:18 AM12/20/09
to


In [1] wird bereits in der Einleitung thematisiert, dass jeder Mensch
für andere arbeitet. Durch Arbeitsteilung wurde die Zeit der
Selbstversorgung abgelösst. Niemand hat Skrupel ein Auto zu fahren,
dass er nicht selbst gebaut hat.
Vielleicht weil über Geld eine Gegenleistung erfolgt. Interessant
ist dabei, dass in modernen Gesellschaften sehr viel Geld über
Scheinarbeit erarbeitet wird. Manche Leute bekommen tatsächlich für
Zuhören Geld (Domian im WDR beispielsweise), andere bekommen Geld für
Vorlesen von Büchern (meine Grundschullehrerin) und wieder andere
bekommen Geld fürs Wachestehen mit einem G36 im Anschlag
(Zeitsoldaten).
Insofern ist es keineswegs ein Tabubruch wenn Leute fürs zuHause
bleiben bezahlt werden. Oder fürs Schreiben von 10 Bewerbungen je
Monat. Alg2 Leute sind vollintegriert in die
Scheinarbeitsgesellschaft. Sie simulieren Tätigkeit und bekommen dafür
fiktives Papiergeld ohne Golddeckung!

[1] Weber, Max: Die Börse
A

Joerg Scheffler

unread,
Dec 20, 2009, 4:28:32 AM12/20/09
to
Manuel Rodriguez schrieb:


<snip>

> Insofern ist es keineswegs ein Tabubruch wenn Leute f�rs zuHause
>bleiben bezahlt werden. Oder f�rs Schreiben von 10 Bewerbungen je


>Monat. Alg2 Leute sind vollintegriert in die

>Scheinarbeitsgesellschaft. Sie simulieren T�tigkeit und bekommen daf�r
>fiktives Papiergeld ohne Golddeckung!

1. Wo gibts denn heute noch Geld _mit_ Golddeckung??

2. Was ist Deiner Meinung nach fiktives Papiergeld im Unterschied zu
realem Kreditgeld?

Regards

J�rg

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