>Jan Trebisch writes:
>
>> Astrid Schleicher <astrid.s...@gmx.de> wrote:
>
>>> Die Welt extistiert, und daran zweifele ich nicht. Den Grund daf?r,
>>> da? sie existiert, nenne ich Gott. Es gibt keinen rationalen
Das Problem ist das Paradigma: "Wenn etwas existiert, das muß es auch
von Nutzen sein." Das etwas keinen erfahrbaren Sinn hat und niemandem
nützt (weil zu Beginn der Zeiten noch kein Mensch da war, der "eins,
zwei, drei - meins" hätte sagen können) schließt diese Denkweise aus.
Die Vorstellung, daß etwas nur existiert, um nützlich sein zu können,
führt zu solch absurden Fragen wie dem Sinn der Existenz des Planeten
Jupiter, den Astronomen meines Wissens nach als "Fänger" für
Meteoriten sehen, die ansonsten auf die Erde fallen und hier Unheil
anrichten könnten.
Eine bessere Sicht auf die Dinge ist einfach diese: Die Dinge
existieren und haben Eigenschaften, die wir versuchen wollen, zu
beschreiben, ohne hinter diesen Eigenschaften nach "Sinn" zu suchen,
denn Dinge ohne Bewußtsein haben keine Interessen.
>> Also so etwas ?hnliches wie die "Lebenskraft" ("Od", Odem, Ki oder Qi
>> usw.), die man sich fr?her als die Grundvoraussetzung f?r das Leben
>> vorgestellt hat, oder das "Phlogiston", das Feuer bewirken sollte ;-)
>
>
>oder der Ausdruck fuer "ich weiss es nicht", wenn man nicht ertragen
>kann, "ich weiss es nicht" zuzugeben.
Die Phlogiston-Theorie war immerhin der Versuch zu erkären, welche
Natur das Feuer hat. Das die leuchtende Flamme einer Kerze aus
glühenden Kohlenstoffpartikeln besteht, konnte man damals nicht ahnen.
Wenn man "Phlogiston" einfach mit "Wärmeenergie" gleichsetzt, die ja
tatsächlich in dem Brenngut (Kerzenwachs) gespeichert ist und durch
Verbrennung freigesetzt wird, liegt man schon sehr dicht an der zu
beobachtenden Wirklichkeit dran.
>So, wie die Goetter frueher die Blitze schleuderte, Vulkane ausbrechen
>liessen und Seuchen in die Staedte schickten, aber ihre Jobs verloren,
>als die Menschen wussten, wie Blitze, Vulkanausbrueche oder Seuchen
>entstehen.
Gibt es heute keine Gebete mehr? Wo hast du den denn her?
>Es muss manchmal schrecklich sein, einfach vor einer Gegebenheit zu
>stehen, die man nicht erklaeren kann - da ist es dann gut, mit einem
>Begriff wie "Gott" diesen Abgrund zu ueberdecken.
Gott ist kein physikalisches Paradigma. Du irrst sehr.
Kralle