Freitag, 16.21 Uhr, die neueste ADAC-motorwelt erscheint in meinem Postfach.
Darauf: hunderte von Fotos unbescholtener Bürger hinter einem gelben
Schriftzug: "Tut endlich was!".
Endlich, so denke ich, greifen die Bürger durch! Es hat ja auch viel zu
lange gedauert, bis endlich wieder dem Fußgänger und Radfahrer, dem
unbewaffneten Menschen eine Lobby erwächst. Endlich ist der ADAC erwachsen
geworden und fordert mit Tempolimit, Luxussteuer auf Autos, die Abschaffung
der umweltfeindlichen Fehlsubvention Pendler-Pauschale dem alltäglichen Joch
zu entkommen.
Da möchte man mitrufen: Tut endlich was!
Vielleicht setzt er sich in dieser Nummer auch für die Kinder ein! Sechs
Bremsgitter bremsen die Kinder vor unserem Zebrastreifen aus, obwohl sie
Vorfahrt haben. Und je länger die Kinder brauchen, um den Gitterslalom zu
umrunden, umso mehr Autofahrer treten das Gaspedal durch, um durchzustarten.
Der ADAC ist sicher dagegen.
Also auch von mir: Tut endlich was!
Ich öffne die Mail...aber ach, was muss ich da lesen?
"Sehr geehrter Herr Werner,
die Schmerzgrenze ist überschritten. Deutschlands Bürger können sich
das teure Benzin an den Tankstellen einfach nicht mehr leisten. Zehntausende
Mitglieder haben dem Club bereits ihr Foto geschickt, um dem Protest gegen
hohe Spritpreise ein Gesicht zu geben. In der neuen Motorwelt lesen Sie, wie
ganz normale Bürger und Gewerbetreibende unter den hohen Spritpreisen
leiden. Gemeinsam mit dem ADAC fordern sie von der Bundesregierung:
"Tut endlich was!"
"
Deutschlands Bürger können sich das teure Benzin an den Tankstellen einfach
nicht mehr leisten? War es nicht erst gestern, als ich auf der A1 mit 90
km/h lt. Tacho bei erlaubten 80 der langsamste war, der sogar von
vollbeladenen LKWs überholt wurde? Wie lange ist es her, dass ein schwerer
Geländewagen an mir vorbei raste, obwohl mein Tacho bereits hohe Zahlen
anzeigte? War es nicht heute morgen, als ein Jungspund in einem
tiefergelegten VW irgendwas stets zwischen Gas und Bremse wechselte, um an
meinem Auspuff zu schnüffeln?
Es mag sein, dass sich einige Bürger den Sprit nicht mehr leisten können.
Wahrscheinlich die, die sich ohnehin kein Auto leisten können. Aber wer
immer am Spritpreis leidet: auf deutschen Straßen fährt er nicht.
Vielleicht war es vom ADAC auch umgekehrt gemeint. Ihr Bürger, die Ihr den
Buchhaltungen der Ölkonzerne in die Hände spielt mit Euren
Kilometerfressern, Ihr Auto-Kids, die ihr nur zwischen Vollgas und
Vollbremsung unterscheidet. Ihr Mütter, die Ihr Eure Kinder zur Schule
fahrt, weil sie sonst unter die Räder der vielen anderen Mütter kommen.
Ihr da, deutsche Treibstoff-Großverbraucher, Verhinderer von Preissenkungen.
Tut endlich was!!
Frank Werner
--
http://www.youtube.com/watch?v=YevYBsShxNs
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