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Message from discussion Flugzeuge und Wasserstoff !?
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Udo Schuldt  
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 More options Jul 9 2000, 3:00 am
Newsgroups: de.soc.umwelt
From: "Udo Schuldt" <Udo.Schu...@AG2100.de>
Date: 2000/07/09
Subject: Re: Flugzeuge und Wasserstoff !?

"Christoph Müller" <cm...@bingo-ev.de> schrieb im Newsbeitrag
news:39671566.5044B593@bingo-ev.de...

> Nimmt man das Flugzeug als Punktquelle an, so breiten sich die
> Schallwellen kugelförmig aus. Der Schalldruck nimmt demnach mit der 3.
> Potenz der Entfernung ab. Also etwas näher dran und schon dröhnen die
> Ohren. Die Schallbelastung wird also größer. Allerdings dürfte sich die
> Reichweite durch die Bodennähe verringern. Wer was abbekommt, der also
> richtig. Als einer, der nicht allzuweit von einem Militärflugplatz
> entfernt lebt, deckt sich das auch mit meiner praktischen Erfahrung.

Die große Lärmbelastung tritt doch während der Starts und Landungen auf.
Eine "Belastung" scheint mir bei (einer reduzierten) Flughöhe von vielleicht
8000m nicht mehr gegeben zu sein. Ich bezweifle ob das Flugzeug überhaupt
für Menschen wahrnehmbar ist. Aber selbst wenn dies der Fall sein sollte,
ist der Lärmaspekt bei einer allgemeinen Risikoabwägung doch eher
untergeordnet, wenn eine Verminderung der Treibhauswirkung von Flugzeugen
möglicherweise sogar um den Faktor 4 möglich ist.

> > Ich auch. Also bleibt uns nur, dass wir uns so gut es geht auf die
> > Katastrofen vorbereiten.

> Ehrlich gesagt ist es mir wesentlich lieber, nach Alternativen zu
> suchen, die durch ihre Attraktivität den Umweltschutz von selbst
> fördern; z.b. Astrail. Stattdessen wird immer nur an Form und Größe der
> Keulen gearbeitet, mit denen die Bevölkerung behandelt werden soll. Das
> halte ich nicht für besonders intelligent. Eher für primitiv.

Die ganz große Keule kriegt im Moment immer die Natur und von den Schlägen
kann sie sich nicht erholen. Es ist nur eine Frage von Jahrzehnten bis die
übergreifenden ökologischen Systeme zusammenbrechen. Wie du sicher weist
sind (natürliche und soziale) Systeme bis zu einem gewissen Punkt belastbar
und brechen dann spontan zusammen. Ein Vorgang den man überall auf der Welt,
in kleinerem Ausmaß, bereits beobachten kann. Der Mensch verhält sich dabei
wie ein todbringender Virus: Er zerstört den Organismus von dem er
eigentlich lebt.
Aber wie Luther bereits sagte: "Selbst wenn morgen die Erde untergeht würde
ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen". In diesem Sinne versuche ich
auch Alternativen zu entwickeln und nach Kräften personell und finanziell zu
unterstützen. Die Förderung von Solarluftschiffen ist eine dieser
Initiativen.
Aber meiner Meinung nach werden wir nicht erfolgreich sein. Die Gegner sind
zu mächtig und sie beherrschen die Köpfe der Mehrheit. Sie beschäftigen
Profis die mit ständig neuen Manipulationsmethoden arbeiten, die direkt auf
das Unterbewußtsein der Menschen zielen. Während wir Kritiker wie Amateure
arbeiten (weil in unserer Freizeit), an das Bewußtsein appellieren und
versuchen zu überzeugen, haben wir den Kampf um die Köpfe schon verloren.

> Diese Entwicklung verfolge ich natürlich auch mit großem Interesse. Dass
> die Luftschiffe wieder kommen - daran zweifle ich auch gar nicht. Ich
> zweifle nur daran, dass daraus ein Massenmarkt werden könnte, der dem
> konventionellen Flugzeug ernsthaft Konkurrenz machen könnte. Um das zu
> können, sind die Eigenschaften der Fluggeräte einfach viel zu
> unterschiedlich.

Wie bereits gesagt teile ich deinen Pessimismus. Die Vernunft wird sich
nicht durchsetzen.

> > Einige Mitglieder unseres Arbeitskreises haben aber schon in ähnliche
> > Richtung gedacht.

> Was ist das denn für ein Arbeitskreis?

Bei der Hamburger DASA-Airbus (ab morgen heißt die Firma EADS) haben wir
einen IG Metall Arbeitskreis "Neue Produktion" gegründet. Die Arbeit ist
allerdings zur Zeit eingeschlafen. Mit anderen IG Metall Arbeitskreisen
haben wir uns als "IG Metall Arbeitskreise Alternative Fertigung im Bezirk
Küste" zusammengeschlossen. Siehe dazu unsere Webseite:
http://labourcom.kua.uni-bremen.de/ak-alternative_fertigung/index.html
Die Luftschiff Idee wurde zuerst im Bremer IG Metall Arbeitskreis
Alternative Fertigung, als Alternative zur Rüstungsproduktion, entwickelt
und dann vom Hamburger Arbeitskreis aufgegriffen.

> > Aber mit Sicherheit sind Aerofoils schneller als Luftschiffe.

> Das glaube ich gerne. Aber die Einsatzmöglichkeiten dürften ziemlich
> beschränkt sein.

Denke ich auch.

Mit freundlichen Grüßen

Udo Schuldt

http://aerosolar.de/


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