On 24 Jul., 01:26, Wolfgang Schwanke <s...@sig.nature> wrote:
> Karl-Ludwig Diehl <
spaceoff...@web.de> wrote:
> > On 23 Jul., 21:44, Wolfgang Schwanke <s...@sig.nature> wrote:
> >> >
http://www.climatecentral.org/news/scientists-weigh-in-on-global-warm
> >> >in
> >> > gs-role-in-us-drought/
> >> Das ist kein wissenschaftliches Papier, sondern ein journalistisches
> >> Positionspapier aus einem Blog mit klarer politischer Mission, also
> >> wieder eine Sekundärquelle. /.../
> > Pardon. Bist Du Klimaforscher und arbeitest mit den durch
> > Apparaturen, usw. gewonnenen Daten?
> Kein Stück.
Die Primaerquellen sind die Daten, welche die Klima-
forscher, usw. weltweit sammeln. Ueber diese verfuege
ich nicht und kann sie auch nicht auswerten. Du be-
findest Dich in derselben Situation. Wir sind auf die
Veroeffentlichungen angewiesen und koennen sie kri-
tisch hinterfragen/durcharbeiten/auswerten - egal wel-
ches Wort diese Taetigkeit beschreiben will. Irgendwo
greift diese Auswertung der Literatur ins Leere, weil
wir eben keine Primaerquellen auswerten und auch
nicht weiter bearbeiten und interpretieren koennen.
Uns stehen die Diskurse der unterschiedlichen Denk-
schulen der Klimaforschung zur Verfuegung. Es gibt in-
zwischen eine Richtung, die abstreitet, dass sich das
so entwickelt, wie der Mainstream der Klimaforscher
das annimmt. Es soll hauptsaechlich eine nichtprofes-
sionelle Kritikbewegung sein, der sich einzelne Wissen-
schaftler angeschlossen haben, um dem Kritikansatz
zu folgen. Man kann das machen und wird bald zum
Sprachrohr der Bewegung, weil sie sich geehrt fuehlt,
auch in irgendeiner Disziplin anerkannte Wissenschaftler
in ihren Reihen zu haben. Soviel ich weiss, wurde in
Greifswald oder Rostock in diesem Sinne vorgetragen.
Wie das inzwischen weitergediehen ist, weiss ich nicht.
> > Weder muss ich das glauben noch nicht glauben, was die
> > Klimaforschung erarbeitet. Ich kann mich damit nur auseinan-
> > dersetzen.
> Mein Punkt ist, dass du das gar nicht tust.
Du kannst Dir natuerlich viele Punkte setzen, um Vor-
wuerfe zu gestalten. Ich kann Dir nur entgegnen, dass
ich weder ueber die Primaerquellen der Klimaforscher
und auch nicht ueber deren Ausbildung verfuege. Ande-
rerseits laesst sich rein der Logik nach annehmen, dass
es durch die weltweite menschliche Kulturentwicklung
inzwischen dazu kam, dass ein Klimawandel eintrat.
Dieser wird sich immer mehr beschleunigen, wenn be-
stimmte Massnahmen nicht ergriffen werden.
Durch die Massenproduktion von Autos nimmt der Ver-
kehr immer weiter zu. Durch die Zersiedelung der
Landschaften verringert sich der Naturraum. All das
und viel mehr, nimmt Einfluss auf das Klima. Die
Klimaforschung will immer besser verstehen, wie sich
Wetterverhaeltnisse, Erdtemperaturen, usw. bilden,
durch was sie beeinflusst sind. Und wenn man den
menschlichen negativen Einfluss genauer kennt,
kann man ihn auch umkehren zu einem positiven
Einfluss auf das Klima, wobei man sich fragen darf,
was genau erreicht werden soll.
> >> Kein Stück, interessiert mich auch nicht. Ich behaupte aber auch
> >> nichts anderes und begründe mit meinem Nichtwissen keinerlei
> >> politische Forderungen zu Lasten anderer Leute.
> > Du behauptest, das, was die Klimaforschung oder Oekologen
> > sagen, sei nicht so. Es seien Luegen.
> Nein. Nirgendwo hab ich die Richtigkeit oder Falschheit der
> Klimawandelismus-Dogmen auch nur thematisiert.
> Ich thematisiere, woher diese Dogmen stammen und wer sie verbreitet. Und
> wer nicht.
Also wer? Wieso Dogmen? Und welches sind die wahren
wissenschaftlichen Meinungen? Im wissenschaftlichen
Raum gilt eigentlich Offenheit. Fragen werden aufgeworfen,
Problemstellungen umrissen und das Problem wird aus-
gebreitet und auf alles hin, was sich als Ursache anbietet,
durchforscht. Wenn es einen weltweiten Temperaturanstieg
im Jahresmittel oder ueber laengere Zeit gibt, findet eine
Art Warmzeit statt. Die Frage lautet, warum ist das so.
Nach Auswertung aller Primaerquellen kommen die Wissen-
schaftler zu dem Schluss, dass bestimmte menschliche
Einfluesse schuld daran sind, dass die Erwaermung zunimmt.
Dann ueberlegt man sich, zu was das fuehren wird, z.B.
dass die Gletscher schmelzen, dadurch unsere Trinkwasser-
reservoire in Gefahr sind, dass der Meeresspiegel ansteigen
wird, dass Naturkatastrophen zunehmen werden, wie
Hurricans, Ueberschwemmungen, usw. Dann untersucht man
das in relevanten Gebieten und die Hinweise verdichten sich,
dass das genauso stattfindet, wie man vermutet hat.
Was ist dann zu tun, wenn ein weltweiter menschlicher
Einfluss auf das Klima vorliegt? Es kommt zu weltweiten
Beratungen, zu Konferenzen und politischen Leitlinien,
wie man den Klimawandel verlangsamen kann.
Und nun sagst Du so dahin, all das sei verkehrt.
> Der ganze Klimakatastrophen-Business stammt nicht aus der Wissenschaft,
> sondern aus politischen Strömungen, aus kommerziellen Interessen, aus
> weltanschaulichen Vereinigungen, das alles vielfach verstärkt durch die
> Medien.
Dass es einen Klimakatastrophen-Business gibt, ist un-
uebersehbar. Unternehmer lauern immerzu auf Moeglich-
keiten, irgendein Thema kommerziell auszuwerten. An
der Spitze stehen die Medienunternehmen, die sofort zu-
schlagen, um Geld zu machen.
> Ja die CO2-Erwärmungsthese stammt ursprünglich aus der
> Naturwissenschaft, aber dort ist sie nur eine unter vielen
> konkurrierenden. Die genannten Gruppen haben diese eine These
> herausgepickt, weil sie ideal zu ihren Interessen passt, sie haben sie
> ursurpiert, vergewaltigt, ins Monströse vergrößert, und etliche Märchen
> dazuerfunden. Naturwissenschaft kommt in diesen Legenden nur noch völlig
> verdreht und verfremdet als Sechzehntelwahrheit vor.
Nun loest sich die Schicht ab von dem, was die Wissen-
schaft betreibt. Du stoerst Dich, wie andere genauso, an
denen, welche aus kommerziellen Gruenden Themen
ausschlachten. Dieser Kram interessiert mich wahrlich
nicht und landet bei mir in der Muelltonne.
> Ich versuche das dadurch zu belegen, dass ich jedem, der behaupte er
> wisse was "die Wissenschaft" dazu sage, sich bewusst zu machen woher er
> seine Meinung hat.
Tja, bloss geht dann Dein Angriff auf mich ins Leere. We-
der bin ich Parteimitglied, also gehoere keiner dieser
Firmen an, die aus Themen Kapital schlagen wollen, in-
dem sie eine politische Maschine ins Leben rufen, noch
verfolge ich aus anderen Gruenden wirtschaftliche Inter-
essen damit. Ich will einfach nur die Problemkreise richtig
verstehen, um mir eine eigene Meinung zu bilden, die
sich immer umbilden wird, wenn sich neue Denkgrundlagen
ergeben.
> Und es stellt sich immer wieder raus: Es sind nur
> Sekundärquellen, Meinungstexte, Medienberichte usw. Nirgendwo hat
> derjenige überprüft, was "die Wissenschaft" wirklich sagt.
Die Primaerquellen sind die Daten, mit denen diese Fach-
gebiete arbeiten. Auf solcher Grundlage entsteht irgend-
wann ein Fachtext, meist mehrere, weil Klima relevante
Daten weltweit gesammelt werden. Damit arbeiten dann
gleichzeitig mehrere wissenschaftliche Disziplinen.
> "Wissenschaft" wird von diesen Medien nur als potemkinsches Dorf vor die
> Klimakatastrophen-Legende gebaut, damit sie glaubwürdiger erscheint, als
> sie es sonst wäre.
Ganz so schlimm ist es nicht, aber es gibt solche Berichte,
die so wirken.
> (Denn wir leben - noch - in einem Zeitalter, in dem
> "Wissenschaft" einer Behauptung Glaubwürdigkeit verleihen kann. Aber
> dieser Umstand wird von Interessierten oft missbraucht, indem für diese
> oder jene Ideologie ein falscher Anschein von Wissenschaftlichkeit
> erweckt wird. /.../)
Du uebersiehst hier natuerlich, dass es auch den Kritik-
markt gibt, also ein Bedarf in den Medien, dem Wissen-
schaftsbetrieb und seinen Lehrmeinungen eine faden-
scheinige, oberflaechliche oder boesartige Kritik oder
Provokation entgegen zu setzen. Auch dieses dient da-
zu, kommerzielle Interessen zu bedienen, Absatz zu
steigern, usw. Genauso wollen neugegruendete oder be-
stehende Parteien damit Waehlerstimmen fangen, usw.,
usf.
Sinnvoll ist es dann, das gesamte Spektrum auf billigen
Tand und unlauteres Vorgehen hin zu durchforsten. Wenn
dann alles in die Muelltonne geworfen ist, was nichts
taugt, bleibt trotzdem das uebrig, was die Primaerquellen
aussagen. Das sind ganz schlicht und einfach die ge-
messsenen Werte und weltweiten Datenmengen, die
Aussagen machen. Sie sagen, laut Klimaforschung, dass
es eine rasche Erwaermung gibt, die menschengemacht
ist. Und das wird Folgen haben. Damit diese Folgen nicht
eintreten, muessen Massnahmen ergriffen werden, die
die Erwaermung verlangsamen oder stoppen koennen.
Architektur und Staedtebau, Landschaftsarchitektur und
andere Gebiete des Bauwesens haben darauf reagiert.
Sie entwickeln seit vielen Jahren kluge Massnahmen
u. eventuell neue Konzepte, die man baugeschichtlich be-
arbeiten kann, weil es sie in Ansaetzen bereits vor Jahr-
zehnten gab. Man findet das in Architekturtheorien aus-
formuliert. Aktuell nennt sich eine dieser Stroemungen
"Landform Building". Zuvor hatte man sich Architekturen
ausgedacht, die man "architecture landscapes" nannte.
Man sieht solche Bauten als oberste Erdschicht an, die
so konstruiert werden soll, dass sich optimale Integra-
tion in die Naturzusammenhaenge ergibt, das Klima
guenstig beeinflusst ist, die Biosphaere intakt bleibt
und weiterwaechst, usw. Den Ideen stehen andere Inter-
essen entgegen, womit wir schliesslich wieder im poli-
tischen Raum landen. Es gibt immer Genehmigungs-
verfahren, Privat- und andere Interesse, etc. Und es
gibt eine Kritik, die nachweisen will, dass das alles
nicht die Wirkung zeigen wird, die man von solchen
Baumassnahmen erwartet. Trotzdem kommen dann
irgendwo grosse flaechendeckende Bauanlagen der
Architekturstroemung "Landform Building" zustande,
entfalten ihre Auswirkung und stossen andere zu wei-
tergehenderen Ideen an.
Karl-Ludwig Diehl
http://vub-virtuelleuniversittfrdasbauwesen.blogspot.com/