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SchwarmStrom (Atomstrom, Lügner Vattenfall, Marketing)

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Klaus-Holger Trappe

unread,
Nov 20, 2009, 2:55:45 PM11/20/09
to

Hallo!

Endlich gehts los: SchwarmStrom
http://www.lichtblick.de/uf/pdf/pressemitteilungen/091026_Ansturm_auf_ZuhauseKraftwerke.pdf

( SeH BHKW )

> Die Marketinglügen zum sauberen (ohne CO2 Freisetzung) Atomstrom:
> Einer der Lügner: Vattenfall Europa Boß Herr Tuomo Hatakka
>
> Was haben die geflissentlich "vergessen"?
> Ja richtig, die Urangewinnung. Wieviel Erdreich muß pro g
> Spaltmaterial bewegt werden? Was für Energieträger werden dafür
> benutzt? etc.
> Was es dabei für natur- und personenschäden gibt wird natürlich
> von der militanten Atomindustrie auch gern verheimlicht.

--
Viele Gruesse Klaus-Holger Trappe
(E-Mail hierauf verbleibt unbeachtet)

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Gunnar Kaestle

unread,
Nov 22, 2009, 3:39:36 AM11/22/09
to
Emil Naepflein schrieb:

> Ich bin zwar kein Fan von BHKWs zur Geb�udeheizung,

Ich schon;-)

> aber grunds�tzlich sind BHKWs schon geeignet CO2 einzusparen, sofern
> sie w�rmegef�hrt betrieben werden und bisher durch herk�mmliche
> Heizungen erzeugte W�rme ersetzen. D.h. wenn sie als
> "Grundlastkraftwerk" f�r den W�rmebedarf betrieben werden.

Jep, das stimmt genau. Der differentielle Wirkungsgrad eines BHKWs mit
Brennwertnutzung betr�gt rund 90%, d.h. der zus�tzlich ben�tigte
Brennstoff wird fast vollst�ndig in Strom gewandelt.

Kleines Rechenbeispiel:
BHKW mit eta_el=30%, eta_th=60%, eta_gesamt=90%
Referenzkessel mit eta_th=90%

Der Kessel macht aus 100 Einheiten Gas 90 Einheiten W�rme.
Das BHKW braucht zur Erzeugung derselben W�rmemenge 150 Einheiten Gas
(150*0,6=90), erzeugt aber auch 45 Einheiten Strom (150*0,3=45).
Stromertrag sind 45 geteilt durch Mehrverbrauch Gas 50 = 90%

Das bedeutet die Gasverstromung ist deutlich effizienter, wenn man die
auf einen W�rmebedarfsprozess draufsattelt - besser sogar noch als in
GuD-Kraftwerken mit 60% Wirkungsgrad.

Damit hat die Kilowattstunde Strom aus einem Gas-BHKW einen
Emissionsfaktor der etwas �ber 200g CO2 liegt (Emissionsfaktor der
Erdgasverbrennung). Das BHKW liefert �blicherweise Mittellaststrom
(~5000h pro Jahr) und substituiert damit im deutschen Kraftwerkspark
�berwiegend Steinkohle (700-800g CO2/kWh). Macht Summasumarum rund 500g
CO2-Einsparung pro erzeugte kWh KWK-Strom aus dem BHKW.

Gru�,
Gunnar


--
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Gunnar Kaestle

unread,
Nov 22, 2009, 4:34:23 AM11/22/09
to
Arne Luft schrieb:

>> Ich bin zwar kein Fan von BHKWs zur Geb�udeheizung, aber grunds�tzlich
>> sind BHKWs schon geeignet CO2 einzusparen, so fern sie w�rmegef�hrt
>> betrieben werden
>
> Das soll aber beim SchmarrnStrom-Konzept nicht stattfinden. Die wollen
> Strom erzeugen, wenn zu wenig Wind weht oder viel teuerer
> Spitzenlaststrom nachgefragt wird. Deshalb verlangen die auch nur eine
> Standardw�rmebezahlung unabh�ngig vom tats�chlichen Verbrauch.

Na klar sind die Dinger w�rmegef�hrt - allerdings kann man sie Dank des
Pufferspeichers zeitweise auch strom- bzw. netzgef�hrt betreiben. Was
neu ist im Vergleich zu anderen BHKW-Konzepten ist die Tatsache, dass
Lichtblick das BHKW ein wenig �berdimensioniert bzw. in relativ kleine
W�rmesenken packt, so dass nur wenig Laufzeit zusammenkommt.

Das kann man sich wohl leisten, wenn man gleich 'ne ganze Serie bestellt
und dann wohl ein g�nstiger Einkaufspreis vereinbart wurde. In der
Pressemitteilung ist von 2 Mrd. Euro f�r 100.000 Einheiten die Rede,
macht 20.000 � pro Anlage plus 5 TEuro, die der Kunde bezahlt.

Die W�rmebezahlung richtet sich nach dem Verbrauch im Versorgungsobjekt,
der Preis der W�rme ist an einen Gaspreisindex gekoppelt. Der Strom soll
immer dann erzeugt werden, wenn der Preis hoch ist. Dann wird also immer
zur Tagesspitze das BHKW angeschmissen und der W�rmepuffer wieder voll
gemacht.

>> und bisher durch herk�mmliche Heizungen erzeugte W�rme
>> ersetzen. D.h. wenn sie als "Grundlastkraftwerk" f�r den W�rmebedarf
>> betrieben werden.
>
> Genau _das_ wollen sie nicht tun, lassen aber die Leute in dem
> Glauben, das es so sein k�nnte. Typisch f�r �kogangster, ne.

Im Lichtblick-Konzept wird durch die "�berdimensionierung" eine Laufzeit
erreicht, die �blichen Heizungen entsprechen, also 1500-2000
Volllaststunden im Jahr - das ist also eher Spitzenlast. Nichts desto
weniger wird die gesamte W�rme genutzt und nichts weggek�hlt - das kann
man sich nicht leisten.

Gru�,

Carla Schneider

unread,
Nov 22, 2009, 5:14:19 AM11/22/09
to
Gunnar Kaestle wrote:
>
> Arne Luft schrieb:
>
> >> Ich bin zwar kein Fan von BHKWs zur Geb�udeheizung, aber grunds�tzlich
> >> sind BHKWs schon geeignet CO2 einzusparen, so fern sie w�rmegef�hrt

> >> betrieben werden
> >
> > Das soll aber beim SchmarrnStrom-Konzept nicht stattfinden. Die wollen
> > Strom erzeugen, wenn zu wenig Wind weht oder viel teuerer
> > Spitzenlaststrom nachgefragt wird. Deshalb verlangen die auch nur eine
> > Standardw�rmebezahlung unabh�ngig vom tats�chlichen Verbrauch.
>
> Na klar sind die Dinger w�rmegef�hrt - allerdings kann man sie Dank des
> Pufferspeichers zeitweise auch strom- bzw. netzgef�hrt betreiben. Was

> neu ist im Vergleich zu anderen BHKW-Konzepten ist die Tatsache, dass
> Lichtblick das BHKW ein wenig �berdimensioniert bzw. in relativ kleine
> W�rmesenken packt, so dass nur wenig Laufzeit zusammenkommt.

>
> Das kann man sich wohl leisten, wenn man gleich 'ne ganze Serie bestellt
> und dann wohl ein g�nstiger Einkaufspreis vereinbart wurde. In der
> Pressemitteilung ist von 2 Mrd. Euro f�r 100.000 Einheiten die Rede,
> macht 20.000 ? pro Anlage plus 5 TEuro, die der Kunde bezahlt.
>
> Die W�rmebezahlung richtet sich nach dem Verbrauch im Versorgungsobjekt,
> der Preis der W�rme ist an einen Gaspreisindex gekoppelt. Der Strom soll

> immer dann erzeugt werden, wenn der Preis hoch ist. Dann wird also immer
> zur Tagesspitze das BHKW angeschmissen und der W�rmepuffer wieder voll
> gemacht.
>
> >> und bisher durch herk�mmliche Heizungen erzeugte W�rme
> >> ersetzen. D.h. wenn sie als "Grundlastkraftwerk" f�r den W�rmebedarf

> >> betrieben werden.
> >
> > Genau _das_ wollen sie nicht tun, lassen aber die Leute in dem
> > Glauben, das es so sein k�nnte. Typisch f�r �kogangster, ne.
>
> Im Lichtblick-Konzept wird durch die "�berdimensionierung" eine Laufzeit
> erreicht, die �blichen Heizungen entsprechen, also 1500-2000

> Volllaststunden im Jahr - das ist also eher Spitzenlast.

Eine Heizung muss so ausgelegt sein dass
sie ein Haus bei der tiefstmoeglichen Aussentemperatur einigermassen
warm bekommt. Bei -20� laeuft dann die Heizung 24 Stunden am Tag,
bei 0� sind es nur noch 12 Stunden am Tag. Nehmen wir mal an
Dezember Januar und Februar haben zusammen eine Durschnittstemperatur
von 0� dann ist das fuer Muenchen ein normaler Winter.
Das gibt dann fuer diese Monate 1080 Betriebsstunden fuer die Heizung.
Oktober November Maerz und April haben zusammen eine Durschnittstemperatur
von 6�C, das macht dann fuer diese Monate zusammen etwa 1000 Betriebsstunden,
Im Rest faellt nur noch Warmwasserbereitung an.
D.h. im Winter wenn es maessig kalt ist laeuft die Heizung doch 12 Stunden am
Tag, also auch weit ausserhalb der Spitzenlastzeiten.

> Nichts desto
> weniger wird die gesamte W�rme genutzt und nichts weggek�hlt - das kann
> man sich nicht leisten.

Ausser man braucht auch mal im Sommer Spitzenlaststrom.

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 22, 2009, 5:32:54 AM11/22/09
to
Carla Schneider schrieb:

>> Im Lichtblick-Konzept wird durch die "�berdimensionierung" eine
>> Laufzeit erreicht, die �blichen Heizungen entsprechen, also
>> 1500-2000 Volllaststunden im Jahr - das ist also eher Spitzenlast.
>
> Eine Heizung muss so ausgelegt sein dass sie ein Haus bei der
> tiefstmoeglichen Aussentemperatur einigermassen warm bekommt. Bei
> -20� laeuft dann die Heizung 24 Stunden am Tag, bei 0� sind es nur
> noch 12 Stunden am Tag. Nehmen wir mal an Dezember Januar und Februar
> haben zusammen eine Durschnittstemperatur von 0� dann ist das fuer
> Muenchen ein normaler Winter. Das gibt dann fuer diese Monate 1080
> Betriebsstunden fuer die Heizung. Oktober November Maerz und April
> haben zusammen eine Durschnittstemperatur von 6�C, das macht dann
> fuer diese Monate zusammen etwa 1000 Betriebsstunden, Im Rest faellt
> nur noch Warmwasserbereitung an. D.h. im Winter wenn es maessig kalt
> ist laeuft die Heizung doch 12 Stunden am Tag, also auch weit
> ausserhalb der Spitzenlastzeiten.

Sch�n, dass Dir das auch aufgefallen ist. 12 Stunden am St�ck w�ren wohl
noch zu verkraften - Peak load nach EEX-Sprech sind die 12 Stunden von
morgens acht bis abends acht. Das sind dann rund 2 ct mehr als der
Base-Load Preis. Allerdings enth�lt ein 1000 l Speicher mit guter
Spreizung nur ~50 kWh W�rme. Damit muss das BHKW auch �fter mal zu
Off-Peak-Zeit anschalten - da macht der Betrieb bei einer monovalenten
Anlage keinen gro�en �konomischen Spass.

Ich frage mich, warum Lichtblick den Strom nicht direkt im Objekt
verwerten will, sondern ihn in den eigenen Bilanzkreis einspeist. Bei
letzterem ist der anlegbare Preis der EEX-Stundenkontrakt, bei ersterem
ist es der Preis, den Endkunden f�r Tarifstrom bezahlen.

>> Nichts desto weniger wird die gesamte W�rme genutzt und nichts
>> weggek�hlt - das kann man sich nicht leisten.
>
> Ausser man braucht auch mal im Sommer Spitzenlaststrom.

Eine halbe bis ganze Stunde Laufzeit w�re wohl drin, f�r den
Warmwasserbedarf.

Gru�,

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Christoph Müller

unread,
Nov 23, 2009, 8:46:28 AM11/23/09
to
Emil Naepflein schrieb:

> Nat�rlich wird die W�rme wohl sinnlos weggek�hlt.

Wennt tats�chlich, dann aber nur �u�erst selten.

> Denn anstatt dass die
> geiegneten Geb�ude erstmal w�rmetechnisch saniert werden, wird einfach
> die alte Heizung durch das BHKW ersetzt.

W�re auch der richtige Weg.

Eine w�rmetechnische Sanierung kostet etwa so viel, wie heute ein
Mini-BHKW aus Werkstatt- bis Kleinserienfertigung. Per Gro�serie w�re
damit zu rechnen, dass so ein Ding um 3.000,- Euro kosten wird. Also
�hnlich viel, wie ein guter Heizkessel. Dann f�llt die Abw�rme nicht
mehr auf der Gr�nen Wiese an, sondern dort, wo sie gebraucht wird und
muss deshalb kein zweites Mal produziert werden.

W�rmetechnische Geb�udesanierung sollte vor allem als
Komfortangelegenheit aufgefasst werden. Wenn man das verstanden hat,
wird man die D�mmma�nahmen auch so ausf�hren, dass man sich nicht die
gef�rchteten Schimmmelecken einf�ngt. Dann wird n�mlich gerne wieder mit
dem offenen Fenster die Temperatur reguliert mit dem Effekt, dass die
ganzen D�mmma�nahmen f�r die Katz sind.

> Der Betrieb lohnt sich nur wenn
> m�glichst alle W�rme abgenommen wird.

Dann hat man das investierte Geld am Schnellsten wieder erwirtschaftet.
Mach' das mal mit einer normalen Heizung. Da zahlst du IMMER. Das
h�chste der Gef�hle kann da im besten Fall also nur sein, dass man 0,-
zahlt. Gewinne sind damit grunds�tzlich nicht m�glich. Mit
Stromproduktion dagegen schon, wodurch solche Anlagen auch steuerlich
absetzbar werden. Ganz im Gegensatz zur Geb�uded�mmung. Die braucht
n�mlich eigene Sonderregelungen, um "wirtschaftlich" sein zu k�nnen.

--
Servus
Christoph M�ller
http://www.astrail.de

Carla Schneider

unread,
Nov 23, 2009, 8:48:02 AM11/23/09
to
Emil Naepflein wrote:

>
> On Sun, 22 Nov 2009 09:39:36 +0100, Gunnar Kaestle
> <gunnar....@gmx.net> wrote:
>
> >Kleines Rechenbeispiel:
> >BHKW mit eta_el=30%, eta_th=60%, eta_gesamt=90%
> >Referenzkessel mit eta_th=90%
> >Der Kessel macht aus 100 Einheiten Gas 90 Einheiten W�rme.
>
> Eine Brennwertheizung liegt bei eta_th=110%.

>
> >Das BHKW braucht zur Erzeugung derselben W�rmemenge 150 Einheiten Gas
> >(150*0,6=90), erzeugt aber auch 45 Einheiten Strom (150*0,3=45).
> >Stromertrag sind 45 geteilt durch Mehrverbrauch Gas 50 = 90%
> >
> >Das bedeutet die Gasverstromung ist deutlich effizienter, wenn man die
> >auf einen W�rmebedarfsprozess draufsattelt - besser sogar noch als in
> >GuD-Kraftwerken mit 60% Wirkungsgrad.
>
> Nicht wenn Man die Kombination aus GUD-Kraftwerk und W�rmepumpe
> betrachtet.

> >
> >Damit hat die Kilowattstunde Strom aus einem Gas-BHKW einen
> >Emissionsfaktor der etwas �ber 200g CO2 liegt (Emissionsfaktor der
> >Erdgasverbrennung). Das BHKW liefert �blicherweise Mittellaststrom
> >(~5000h pro Jahr) und substituiert damit im deutschen Kraftwerkspark
> >�berwiegend Steinkohle (700-800g CO2/kWh). Macht Summasumarum rund 500g
> >CO2-Einsparung pro erzeugte kWh KWK-Strom aus dem BHKW.
>
> Die Klein-BHKWs ersetzen keinen Mittellaststrom da sie normalerweise
> nicht in der Kapazit�tsplanung enthalten sind. Es wird im Wesentlichen
> wie bei den anderen regenerativen Energien haupts�chlich Spitzenlast
> ersetzt, und das sind Gaskraftwerke.
>
> Was wir aber br�uchten w�re dass die Braunkohle in der Grundlast ersetzt
> wird. Und an 5000 Betriebsstunden bei einem Klein-BHKW glaube ich auch
> nicht. Die Betriebsstunden werden deutlich darunter liegen wenn ein
> Geb�uce nach aktuellem D�mmstandard versorgt wird.

Sie werden immer deutlich darunter liegen, weil ein Jahr 8760 Stunden hat,
und im Sommer nicht geheizt werden muss, andrerseits muss die Heizung
so stark sein dass die das Gebaeude auch bei -15� noch einigermassen
warm bekommt. Die Folge ist dass wir mit den BHKs im Winter auch Mittellaststrom
mit Gas erzeugen - wenn es kalt ist muessen die Heizungen laufen.

Christoph Müller

unread,
Nov 23, 2009, 8:51:51 AM11/23/09
to
Emil Naepflein schrieb:

> On Sun, 22 Nov 2009 09:39:36 +0100, Gunnar Kaestle
> <gunnar....@gmx.net> wrote:

>> Kleines Rechenbeispiel:
>> BHKW mit eta_el=30%, eta_th=60%, eta_gesamt=90%
>> Referenzkessel mit eta_th=90%
>> Der Kessel macht aus 100 Einheiten Gas 90 Einheiten W�rme.
>

> Eine Brennwertheizung liegt bei eta_th=110%.

Produziert das Kraftwerk dadurch dann auch weniger Abw�rme?

>> Das bedeutet die Gasverstromung ist deutlich effizienter, wenn man die
>> auf einen W�rmebedarfsprozess draufsattelt - besser sogar noch als in
>> GuD-Kraftwerken mit 60% Wirkungsgrad.
>

> Nicht wenn Man die Kombination aus GUD-Kraftwerk und W�rmepumpe
> betrachtet.

Was kostet denn so eine W�rmepumpe mitsamt W�rmetauscher, der auch bei
-20�C noch gen�gend leistet? Nachdem technisch etwa der gleiche Aufwand
wie f�r eine Strom-W�rme-Kopplung zu rechnen ist, d�rfte doch
Unterschied gar nicht mal gro� sein. Dann bleibt der Unterschied, dass
das eine Ding den Strom verheizt, w�rend das andere welchen produziert
und somit steuerlich geltend gemacht werden kann. Aus gutem Grund �brigens.

Christoph Müller

unread,
Nov 23, 2009, 12:39:08 PM11/23/09
to
Carla Schneider schrieb:
> Emil Naepflein wrote:

>> Was wir aber br�uchten w�re dass die Braunkohle in der Grundlast ersetzt
>> wird. Und an 5000 Betriebsstunden bei einem Klein-BHKW glaube ich auch
>> nicht. Die Betriebsstunden werden deutlich darunter liegen wenn ein
>> Geb�uce nach aktuellem D�mmstandard versorgt wird.
>
> Sie werden immer deutlich darunter liegen, weil ein Jahr 8760 Stunden hat,
> und im Sommer nicht geheizt werden muss,

im Unterton lese ich raus, dass offenbar im Sommer auch nichts
produziert werden muss. Wenn doch, dann soll ja hie und da auch W�rme
ben�tigt werden. Schlicht als Prozessw�rme z.B. zum Trocknen von
irgendwas (in Druckereien und Lackierereien z.B.), zum Aush�rten von
Klebstoffen usw. K�nnte durchaus auch mit Abw�rme passieren. Was spricht
dagegen? Wieso sollte im Sommer also die Produktion eingestellt werden?

> andrerseits muss die Heizung

es m�ssen nicht nur Geb�ude geheizt werden.

> so stark sein dass die das Gebaeude auch bei -15� noch einigermassen
> warm bekommt.

Das sorgt f�r �berkapazit�ten, die der heutige Kraftwerkspark so nie
wirtschaftlich zur Verf�gung stellen wird.

> Die Folge ist dass wir mit den BHKs im Winter auch Mittellaststrom
> mit Gas erzeugen - wenn es kalt ist muessen die Heizungen laufen.

Anders rum gedacht - womit wird denn jetzt geheizt? Welche Absicht liegt
hinter deinen �berlegungen? Was willst du beweisen oder deutlich machen?

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 23, 2009, 2:06:33 PM11/23/09
to
Emil Naepflein schrieb:

>> Kleines Rechenbeispiel:
>> BHKW mit eta_el=30%, eta_th=60%, eta_gesamt=90%
>> Referenzkessel mit eta_th=90%

>> Der Kessel macht aus 100 Einheiten Gas 90 Einheiten W�rme.


>
> Eine Brennwertheizung liegt bei eta_th=110%.

Nutzungsgrade auf H_s bezogen von �ber 90% sind echt gut, die 110%
bezogen auf H_i sind realit�tsfremde Pr�fstandswerte.
http://www.delta-q.de/export/sites/default/de/downloads/kurzdarstellung_fuers_internet.pdf

>> Das bedeutet die Gasverstromung ist deutlich effizienter, wenn man die

>> auf einen W�rmebedarfsprozess draufsattelt - besser sogar noch als in
>> GuD-Kraftwerken mit 60% Wirkungsgrad.
>
> Nicht wenn Man die Kombination aus GUD-Kraftwerk und W�rmepumpe
> betrachtet.

Die W�rmepumpe wird man nicht mit Strom aus GuD-Kraftwerken betreiben.
Das hat energiewirtschaftliche Gr�nde: GuD-Strom ist eher im Mittellast-
bis Spitzenlastbereich zu Hause, wohingegen die WP als
stromverbrauchende Heizung bevorzugt mit billigem Schwachlaststrom
laufen soll. In der W�rmepumpe wird also eher Strom aus
Grundlastkraftwerken (Braunkohle, Atom, Laufwasser) verwertet.

> Die Klein-BHKWs ersetzen keinen Mittellaststrom da sie normalerweise

> nicht in der Kapazit�tsplanung enthalten sind. Es wird im Wesentlichen
> wie bei den anderen regenerativen Energien haupts�chlich Spitzenlast


> ersetzt, und das sind Gaskraftwerke.

Wenn Dich meine pi-mal-Daumen Argumentation nicht �berzeugt, dass KWK
�berwiegend Mittellast, also Steinkohle, verdr�ngen, kannst Du hier noch
mal nachlesen. Abb 5 zeigt den Vergdr�ngungsmix.
http://www.ffe.de/download/Veroeffentlichungen/2008_EHP5_vRoon_Beer.pdf

> Was wir aber br�uchten w�re dass die Braunkohle in der Grundlast ersetzt


> wird. Und an 5000 Betriebsstunden bei einem Klein-BHKW glaube ich auch
> nicht. Die Betriebsstunden werden deutlich darunter liegen wenn ein

> Geb�ude nach aktuellem D�mmstandard versorgt wird.

Wenn Offshore-Wind mit 20 GW und 3500 Vollaststunden einspeist, wird der
Bedarf nach Grundlast zur�ckgehen und durch Mittellast substituiert
werden. Das w�re prinzipiell mit dezentraler KWK und zentraler GuD zu
machen.

>> Bei hohen Anteilen einer Stromerzeugung aus WKA werden
�Grundlastkraftwerke� aus dem Erzeugungsmix verdr�ngt. <<
http://www.ier.uni-stuttgart.de/forschung/projektwebsites/forum/meeting/atreffen/4_2/At_4_2_WEsER.pdf

Je besser der D�mmstandard ist, desto weniger schwankt der W�rmebedarf
saisonal (Winter: Heizung, Sommer: Nur Warmwasser). Das ist prinzipiell
besser f�r die Auslastung einer KWK-Anlage, die wird halt eben kleiner
ausfallen. Also kein 5 kW Mini-BHKW f�rs EFH (das geh�rt eher in ein
MFH) sondern eine 1 kW Anlage wie das Teil von Honda.

Gru�,

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 23, 2009, 2:10:23 PM11/23/09
to
Emil Naepflein schrieb:

>> Im Lichtblick-Konzept wird durch die "�berdimensionierung" eine Laufzeit
>> erreicht, die �blichen Heizungen entsprechen, also 1500-2000

>> Volllaststunden im Jahr - das ist also eher Spitzenlast. Nichts desto

>> weniger wird die gesamte W�rme genutzt und nichts weggek�hlt - das kann
>> man sich nicht leisten.
>
> Nat�rlich wird die W�rme wohl sinnlos weggek�hlt. Denn anstatt dass die
> geeigneten Geb�ude erstmal w�rmetechnisch saniert werden, wird einfach
> die alte Heizung durch das BHKW ersetzt. Der Betrieb lohnt sich nur wenn


> m�glichst alle W�rme abgenommen wird.

Besser die W�rme wird im Altbau "sinnlos weggek�hlt", als im Kraftwerk.
Nachtr�gliche Dammma�nahmen sind ohne Zweifel sinnvoll, aber nicht immer
in dem selben Ma� wie im Neubau machbar. Zudem nutzt die beste D�mmung
nichts, wenn sowieso ein Drittel der Fenster auf kipp steht.

Gru�,

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 23, 2009, 2:30:14 PM11/23/09
to
Carla Schneider schrieb:

>> Was wir aber br�uchten w�re dass die Braunkohle in der Grundlast ersetzt
>> wird. Und an 5000 Betriebsstunden bei einem Klein-BHKW glaube ich auch
>> nicht. Die Betriebsstunden werden deutlich darunter liegen wenn ein
>> Geb�uce nach aktuellem D�mmstandard versorgt wird.
>
> Sie werden immer deutlich darunter liegen, weil ein Jahr 8760 Stunden hat,
> und im Sommer nicht geheizt werden muss, andrerseits muss die Heizung
> so stark sein dass die das Gebaeude auch bei -15� noch einigermassen
> warm bekommt.

Das gilt, wenn man sich f�r eine monovalenten Anlage entscheidet, die
keinen Spitzenlastkessel hat. (Der ist bspw. bei den Mikro-Stirlings
kein extra Ger�t, sondern als zweiter Brenner vor dem Abgasw�rmetauscher
schon mit drin.) Bei den schon l�nger im Markt befindlichen Motor-BHKWs
der 5-kW-Klasse (Dachs, Ecopower) klemmt man �berlicherweise eine
Brennwerttherme neben den Heizkraftblock. Ein gutes Beispiel finde ich
die SE-Kombo von Senertec mit dem Zusatzbrenner im Pufferspeicher.
http://www.senertec.de/uploads/media/FlyerSEplusdtfinal.pdf

Das macht man aus demselben Grund, der daf�r verantwortlich ist, dass es
Spitzen- und Grundlastkraftwerke gibt. Die einen sind g�nstiger im
Betrieb, aber teuerer in der Anschaffung, und bei den anderen ist es
umgekehrt. Um die W�rmespitze abzudecken, ist es g�nstiger einen
billigen Brenner zu installieren. So h�ufig wird der nicht gebraucht.
Eine pi mal Daumen Auslegung sagt: 20-30% der thermischen Maximallast
f�r das BHKW ergibt 2/3 der Jahresw�rmearbeit per KWK. Je kleiner der
preisliche Unterschied zwischen BHKW und Heizkessel wird, desto gr��er
wird man den KWK-Anteil dimensionieren und auch h�ufiger lohnende
monovalente Anlagen installieren k�nnen.

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Gunnar Kaestle

unread,
Nov 24, 2009, 4:55:19 AM11/24/09
to
Emil Naepflein schrieb:

> Genauso wie 90 % Gesamtwirkungsgrad bei BHKWs realit�tsfremde Werte im
> Jahresdurchschnitt sind. Der Abstand zwischen beiden �ndert sich nicht.

Der Unterschied zwischen Wirkungsgrad und Nutzungsgrad sind die
zus�tzlichen Verluste, die im Stillstand bzw. An- und Abfahrprozessen
auftreten. Bei der Brennwerttechnik kommen noch zus�tzlich hohe
R�cklauftemperaturen dazu, die dynamisch je nach hydraulischer Situation
auftreten k�nnen. Das wirkt sich bei einem BHKW nicht ganz so aus, das
eher als Dauerl�ufer mit Pufferspeicher konzipiert ist.

> Die W�rmepumpen laufen ja nicht die ganze Zeit, sondern �hnlich wie
> BHKWs, halt zu anderen Zeiten. W�hrend die BHKWs Bedarfsspitzen abdecken
> sollen, f�llen W�rmepumpen Bedarfst�ler. Zudem k�nnen W�rmepumpen dann
> laufen wenn viel regenerative Energie eingespeist wird.

Einverstanden. Sobald der Strom aus erneuerbaren Energien im �berfluss
vorhanden ist, sind Strom-Heizungen (dazu z�hle ich auch die effektive
W�rmepumpe) ein probates Mittel. Solange das noch nicht der Fall ist,
f�llen W�rmepumpen Bedarfst�ler und nehmen �berwiegend Strom aus
Grundlastkraftwerken ab.

>> Je besser der D�mmstandard ist, desto weniger schwankt der W�rmebedarf

>> saisonal (Winter: Heizung, Sommer: Nur Warmwasser). Das ist prinzipiell

>> besser f�r die Auslastung einer KWK-Anlage, die wird halt eben kleiner
>> ausfallen. Also kein 5 kW Mini-BHKW f�rs EFH (das geh�rt eher in ein

>> MFH) sondern eine 1 kW Anlage wie das Teil von Honda.
>

> Aber bitte nicht mit elektrischen Wirkungsgraden von 10-15 %.

Noch ein Rechenbeispiel:
BHKW mit eta_el=10%, eta_th=80%, eta_gesamt=90%
Referenzkessel mit eta_th=90%

Der Kessel macht aus 100 Einheiten Gas 90 Einheiten W�rme.
Das BHKW braucht zur Erzeugung derselben W�rmemenge 112,5 Einheiten Gas
(112,5*0,8=90), erzeugt aber auch 11,25 Einheiten Strom.
Stromertrag sind 11,25 geteilt durch Mehrverbrauch Gas 12,5 = 90%

Der differentielle Wirkungsgrad ist ebenfalls sehr hoch, lediglich die
W�rmesenke wird nun weniger stark zur Stromerzeugung genutzt. Das
heisst, die Mini-Stirlings von WhisperGen oder Microgen bzw. die Otag
Dampfmaschine ist gar nicht mal so schlecht, wenn Sie insgesamt einen
vergleichbaren Gesamtwirkungsgrad (d.h. nicht mehr Abw�rmeverluste) hat
wie eine Brennwerttherme. Der Honda mit 20% elektrischem Wirkungsgrad
erzielt zugegebenerma�en einen h�here Stromernte aus der gegebenen
W�rmesenke.

> Das Problem mit Klein-BHKWs ist, dass sie sich bei einer
> Jahresstundenzahl von weniger als 4.000 h kaum lohnen. F�r einen
> durchgehenden Betrieb haben sie aber eine zu geringe Lebensdauer.

Warum haben sich 80.000 Japaner ein Honda- und 20.000 Deutsche ein
Senertec-BHKW in den Keller gestellt? Ich glaube nicht, dass diese
Stichprobe nur aus �kodeppis besteht.

Gru�,

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Gunnar Kaestle

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Nov 25, 2009, 2:59:43 AM11/25/09
to
Emil Naepflein schrieb:

>> Der Unterschied zwischen Wirkungsgrad und Nutzungsgrad sind die
>> zus�tzlichen Verluste, die im Stillstand bzw. An- und Abfahrprozessen
>> auftreten. Bei der Brennwerttechnik kommen noch zus�tzlich hohe
>> R�cklauftemperaturen dazu, die dynamisch je nach hydraulischer Situation
>> auftreten k�nnen. Das wirkt sich bei einem BHKW nicht ganz so aus, das
>> eher als Dauerl�ufer mit Pufferspeicher konzipiert ist.
>

> Klar wirkt sich das beim BHKW aus. Auch das BHKW hat An- und
> Abfahrprozesse und die zus�tzliche Speicherung produziert auch Verluste.
> Dies insbesondere deswegen weil der Speicher auf eine hohen Temperatur
> gefahren wird w�hrend eine Brenwertheizung bei m�glichst niedriger
> Vorlauftemperatur gefahren wird.

Die Taktrate bei einem BHKW ist deutlich geringer als bei einem
Heizungskessel - letzterer vertr�gt das relativ gut, das BHKW
verschleisst durch eine h�ufige Zahl von Starts. Beim Heizkessel merkt
man die hohe Anzahl von Starts und Stopps nicht daran, dass das Ding
schneller kaputt geht, sondern an der �berh�hten Heizkostenrechnung.
Diese f�llt aber nur selten auf, da die Vergleichswerte fehlen. BTW:
Viele Brennwertheizungen werden in einem Umfeld mit zu hohen
R�cklauftemperaturen betrieben, so dass keine Kondensation auftritt.
Ein Pufferspeicher mit Frischwasserstation sorgt hier f�r einen Vorrat
an kaltem Speicherwasser, der nur um wenige Grad �ber dem des zu
erhitzenden Trinkwassers liegt.

>> Das heisst, die Mini-Stirlings von WhisperGen oder Microgen bzw. die Otag
>> Dampfmaschine ist gar nicht mal so schlecht, wenn Sie insgesamt einen
>> vergleichbaren Gesamtwirkungsgrad (d.h. nicht mehr Abw�rmeverluste) hat
>> wie eine Brennwerttherme.
>

> Klar steht so ein Klein-BHKW erstmal gut da, wenn man isoliert nur die
> W�rmebereitstellung betrachtet. Da ist es aber keine Revolution sondern
> eher eine Evolution. Wenn man aber statt nur die Heizung auszutauschen
> das komplette Geb�ude energetisch saniert dann ist es danach schlicht
> �berfl�ssig. Auch Altbauten kann man zu KfW60 oder gar KfW40 H�usern
> sanieren.

Bei der energetischen Sanierung eines Geb�udes im Altbestand ist nach
die geld-effizienteste Ma�nahme nach der Verringerung von
L�ftungsverlusten (zugige Fenster und T�ren abdichten) der Einbau einer
neuen Heizung. Die Brennwerttechnik hat einen guten Prim�renergiefaktor
der W�rmeversorgung von f=1,1 - die stromerzeugende Heizung liegt dank
der W�rmegutschrift bei Werten unter 1 (genauso wie Fernw�rme). Erst
danach kommt in der Reihe die W�rmed�mmung der Aussenh�lle und dann der
Einbau von W�rmeschutzverglasung. Wenn man also begrenzte Mittel hat,
... dann wird man erstmal mit ein paar Euro im Baumarkt das Tesamoll
Produktsortiment durchtesten.

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Gunnar Kaestle

unread,
Nov 26, 2009, 12:35:55 PM11/26/09
to
Emil Naepflein schrieb:

>> Die Taktrate bei einem BHKW ist deutlich geringer als bei einem
>> Heizungskessel
>

> Moderne Kessel modulieren ihre Leistung in einem weiten
> Bereich(mindestens 50-100 %). Und wenn eine Solaranlage mit Speicher zu
> Heizungsunterst�tzung vorhanden ist dann ist das Verhalten nicht anders
> als beim BHKW mit Speicher.

Die mittlere Auslastung in EFH betr�gt nur rund 10%. Siehe S. 7 in
http://www.delta-q.de/export/sites/default/de/downloads/bericht_cd.pdf
Da werden modulierende Ger�te auch ein und ausschalten m�ssen.

>> Viele Brennwertheizungen werden in einem Umfeld mit zu hohen
>> R�cklauftemperaturen betrieben, so dass keine Kondensation auftritt.
>

> Du kannst Pfusch bei der Modernisierung einer Heizungsanlage nicht als
> Ma�stab nehmen.

Der Pfusch bei der Installation eines neuen W�rmeerzeugung ist generell
ein Problem, auch bei dem Einbau eines BHKWs. Allein der obligatorische
hydraulische Abgleich als Basisma�nahme wird immer gerne vergessen.
Allerdings sind BHKW-Kunden momentan noch etwas kritischer und begleiten
den Betrieb oft mit wachen Augen. Da f�llt eher etwas auf (zu h�ufiges
Takten, zu hoher Gasverbrauch, Niveau der R�cklauftemperaturen, etc.)
als bei einer Therme. Hier wird i.d.R. nur gemault, falls es nicht
richtig warm wird.

Klaus-Holger Trappe

unread,
Nov 26, 2009, 2:34:53 PM11/26/09
to

Hallo!

Emil Naepflein schrieb:

> On Sun, 22 Nov 2009 10:34:23 +0100, Gunnar Kaestle
> <gunnar....@gmx.net> wrote:
>
> >Im Lichtblick-Konzept wird durch die "Überdimensionierung" eine Laufzeit
> >erreicht, die üblichen Heizungen entsprechen, also 1500-2000


> >Volllaststunden im Jahr - das ist also eher Spitzenlast. Nichts desto

> >weniger wird die gesamte Wärme genutzt und nichts weggekühlt - das kann
> >man sich nicht leisten.


> Natürlich wird die Wärme wohl sinnlos weggekühlt.

wenn ja, ist das zwar nicht optimal, aber nicht anders als bei
den großkraftwerken. die gkw heißen auch nur die natur auf und
schaden somit.

warum sollten das kleine nicht auch dürfen?

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Gunnar Kaestle

unread,
Nov 27, 2009, 8:37:56 AM11/27/09
to
Arne Luft schrieb:

> Genau so ist es auch mit den �kideppis, wenn sie behaupten,
> CO2-Emissionen k�nnten messbar verringert werden, indem CO2 erzeugt
> wird.
>
> Nur der gro�stilige Zubau von Atomkraftwerken w�rde messbare
> Reduktionen bringen. Alles andere ist Betrug.

Der Zubau von Atomkraftwerken hat den Nachteil, dass es
a) teuer ist (hohe Anfangsinvestition mit langer Amortisationszeit)
b) die Baukapazit�ten gar nicht vorhanden sind, um eine sp�rbare
Expansion der Kernkraftkapazit�ten hinzubekommen
c) man dann f�r die kommenden 40 Jahre auf eine Technologie fixiert ist,
die ggf. gar nicht mehr in das energiewirtschaftliche System reinpasst.
(Gefahr von Stranded Investments, siehe EDF + Eon in GB)

Wenn es AKW in kleinen Bl�cken zu 50-100 MW g�be, die nicht viel kosten,
so dass man diese dann auch in 10-20 Jahren wieder abschalten k�nnte
ohne dass sich der Geldbeutel verkrampft, dann h�tte ich pers�nlich
nichts dagegen. Aber mit einem sich wandelnden Energiesystem, in dem
durch fluktuierende Einspeiser immer mehr Grundlast durch Mittellast und
dieses durch Spitzenlast substituiert wird, sehe ich Grundlastkraftwerke
mit ihrer hohen �konomischen Tr�gheit eher fehl am Platze.

Gru�,

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Gunnar Kaestle

unread,
Nov 27, 2009, 12:41:45 PM11/27/09
to
Arne Luft schrieb:

>> Der Zubau von Atomkraftwerken hat den Nachteil, dass es
>> a) teuer ist (hohe Anfangsinvestition mit langer Amortisationszeit)
>

> 4 Mrd. Euro pro Jahr geben wir f�r wirkungslosen Zubau an
> Sonnennutzung aus. Daf�r bek�men wir jedes Jahr ein AKW neuester
> Technologie mit garantierten 1200 MW Dauerleistung.

Wirkungslos w�rde ich den Zubau nicht nenne. Ich sehe gerne dem Tag
entgegen, an dem die Grid-Parity erreicht ist. Dann wird die Belastung
durch das EEG graduell zur�ckgehen, und die PV entwickelt sich auch mit
verminderter F�rderung weiter.
http://www.mckinsey.com/clientservice/ccsi/pdf/economics_of_solar.pdf

>> c) man dann f�r die kommenden 40 Jahre auf eine Technologie fixiert ist,
>

> Mit PV haben wir das bereits gemacht und obendrein zig Milliarden an
> Euros f�r die n�chsten Jahrzehnte daf�r als Ausgabe gesetzlich
> festgeschrieben. Schlimmer kann man es doch gar nicht mehr machen.

Mit jedem Kraftwerk hast Du Dich volkswirtschaftlich auf diese
Technologie f�r die n�chstem Dekaden festgeschrieben, incl. der damit
verbundenen Stoff- und Geldstr�me.

> Tatsache ist, das die Welt nicht wegen der Atomkraft verkocht, sondern
> wegen der CO2-Emissionen, die uam auch deshalb aufrechterhalten
> werden, weil deutsche �kodeppen AKWs durch Erdgaskraftwerke
> zwangsersetzen wollen, weil sie eben Deppen sind.

Am AKW-Wesen wird die Welt nicht genesen, da ist einfach zu wenig Luft
nach oben drin - wieviele Reaktoren wurden in den letzten 10 Jahren
gebaut und wieviele k�nnten in den kommenden 10 Jahren gebaut werden?
Der Wachstumspfad bei Wind ist viel ausgepr�gter und hat in der
Einzelanlage eine einfachere Inbetriebnahe.
http://www.ewea.org/fileadmin/ewea_documents/documents/press_releases/2009/GWEC_Press_Release_-_tables_and_statistics_2008.pdf

Gru�

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Gunnar Kaestle

unread,
Nov 27, 2009, 4:05:23 PM11/27/09
to
Arne Luft schrieb:

>> Wirkungslos w�rde ich den [PV] Zubau nicht nenne.
>
> Klar ist er wirkungslos. Weniger als 1% des deutschen Stromes kommt
> aus PV und wieviel Erdgas mu� verbrannt werden, um all diesen Mist
> auszugleichen. Wieviel Kohle wird einfach nutzlos weggebrannt, weil
> Windstrom zwangsabgenommen werden mu�?

Rechne mir es bitte vor. Ich glaube nicht, dass es allzu viel sein wird,
da das nutzlose verbrennen von Kohle den Kohlekraftwerksbetreiber in die
Pleite treibt. Der wird schon darauf geachtet haben, dass die bisher
verbrannte Kohle nutzenstiftend eingesetzt wurde.

>> Ich sehe gerne dem Tag entgegen,
>> an dem die Grid-Parity erreicht ist.
>

> Was dann? F�ngt dann nachts die Sonne an zu scheinen und Wind weht auf
> Zuruf?

Obwohl die Frage offenbar als rhetorischer Querschuss gedacht war:
Nein, die Sonne wird nicht nachts scheinen, aber tags�ber hat man
zuverl�ssig Strom und braucht nur nachts die Gas-, Kohle- oder
Biomassekraftwerke anschmeissen, wenn der Wind nicht weht.

>> http://www.mckinsey.com/clientservice/ccsi/pdf/economics_of_solar.pdf
>
> Ich lese keine pdf-Dateien.

Da kann ich Dir auch nicht helfen. Oder liegt es daran, dass der Text in
Englisch gehalten ist?

>> Mit jedem Kraftwerk hast Du Dich volkswirtschaftlich auf diese
>> Technologie f�r die n�chstem Dekaden festgeschrieben, incl. der damit
>> verbundenen Stoff- und Geldstr�me.
>

> Aber es ist doch eine Frage, ob damit wirtschaftlicher Irrsinn
> finanziert wird oder nicht. PV ist wirtschaftlicher Irrsinn.

Sehe ich pers�nlich anders, als Investition in die Zukunft.


> AKWs sind kein wirtschaftlicher Irrsinn. Weltweit sind AKWs im Bau.
> Allein in China an die 20 St�ck. Die tun was, w�hrend wir Geld
> verbrennen und uns selbst was vorl�gen.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2a/Electricity_production_in_China.PNG
Abgesehen von den Kohlekraftwerken, haben sich die Chinesen in den
letzten 10 Jahren jahren vor allem M�he beim Ausbau der Wasserkraft
gegeben. Die gelbe Linie l�uft unter ferner liefen. Der Windkraftausbau
bis 2020 soll 150 GW betragen mit 330 TWh/a, das ist das f�nfache der
Strommenge aus chinesischen AKWs.
http://www.gwec.net/index.php?id=30&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=233
Und bei den Zuwachsraten der Vergangenheit von rund einer Verdopplung
pro Jahr, glaube ich dass das machbar ist, auch wenn die 100% Wachstum
p.a. nicht mittel- und l�ngerfristig darstellbar sind.

>> - wieviele Reaktoren wurden in den letzten 10 Jahren gebaut
>

> Das f�ngt langsam an, sich wieder zu steigern.

http://www.jenni.ch/picture/Umwelt/Statistik%20Kernkraftwerke%20weltweit.jpg
Allein um das Niveau zu h�lten, m�ssten wie in den 70-80er Jahren pro
Jahr rund 20 GW Kernkraft ans Netz gehen. Ich sehe ganz einfach weder
bei Areva, Westinghouse, Toshiba, etc hierzu die Kapazit�ten.

> Die Japaner stellen dir innerhalb von zwei bis drei Jahren ein AKW
> hin. Die wissen, wie das geht. Es ist also nur eine Frage des Wollens.

�h, wie bitte? Dass ein GuD-Kraftwerk nach 3 Jahren nach Bauantrag in
den Probebetrieb �berf�hrt wird, wenn man sich anstrengt und alles glatt
l�uft, habe ich schon geh�rt. Bei Kohlekraftwerken braucht man etwa 5
Jahre und bei Kernkraftwerken h�tte ich mit rund 10 kalkuliert. Kannst
Du mir �ber die japanischen AKW-Zauberer etwas zum lesen raussuchen? Wie
sehen dort die Projektkosten aus? F�r einen EPR muss man rund 3000
Euro/kW ansetzen, das ergibt bei 20 Jahren Abschreibungsdauer und 8%
Zins eine Annuit�t von 0,1 also Fixkosten von 300 Euro pro Jahr und kW.

> Wenn man will, kann man viel. 500 St�ck in 10 Jahren. Man mu� es eben
> wollen. Dann geht das. Geld genug ist da in den reichen L�ndern.

Die Geldgeber wollen wahrscheinlich nicht, da das �konomische Risiko
eines Neubaus f�r die meisten zu gro� ist.

> Atomstrom kostet um die 2 Cent/kWh. Windstrom mindestens 14 Cent/kWh.
> Komisch, das dann Windstrom wirtschaftlich so sinnvoll sein soll.

Onshore ist der Windstrom wie du schon vermutest billiger und liegt bei
5-9 ct/kWh. http://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2009/__29.html
Und in Bayern und Baden-W�rttemberg ist noch viel Platz. BTW: Auch eine
Offshore-Anlage bekommt nach 12 Jahren nur noch 3,5 ct/kWh.

Das Primat der Politik hat es so hingeichselt, dass die
gesamtwirtschaftlichen Vorteile in einzelwirtschaftliche Anreize
�bersetzt wurden. Man kann ja nicht erwarten, dass ein Industriekapit�n
weiter als �ber die n�chsten drei Quartalsergebnisse nachdenkt.

> Ich brauch auch kein smart-grid. Ich will waschen, wenn ich will und
> auf die paar Cent Einsparung, pfeife ich.

Da bist Du nicht allein, und was das Smart Metering betrifft, schreib
doch noch einen netten Brief an die Bundesnetzagentur, dass die teuren
Z�hler bei Kleinkunden rausgeschmissenes Geld sind und nur die
Systemkosten erh�hen.

>> Der Wachstumspfad bei Wind ist viel ausgepr�gter und hat in der
>> Einzelanlage eine einfachere Inbetriebnahe.
>> http://www.ewea.org/fileadmin/ewea_documents/documents/press_releases/2009/GWEC_Press_Release_-_tables_and_statistics_2008.pdf
>

> Ich lese keine pdfs.

Das braucht man nicht lesen, es reicht die Bildchen auf S. 4 anzugucken.

> Wahrscheinlich ist es purer Selbstbetrug was da steht. Afaik sagt die
> IEA, das es nicht genug Regenerativen Zubau geben wird, um den
> Energiebedarf der Zukunft decken zu k�nnen. Die L�cke zwischen Bedarf
> und regenerativen Zubau wird immer gr��er.

Ich fand die Nachfrageprognosen f�r Erd�l von der IEA immer recht
putzig: http://i129.photobucket.com/albums/p237/1ace11/IEA1998.gif
Wo soll denn das ganze �l herkommen, wenn die Entdeckungsrate kleiner
als ist als die F�rderrate und zudem stetig abnimmt? Die L�cke zwischen
Bedarf und regenerativen Energien ist nicht so schwierig zu decken: Ich
brauche zum Finden nur mal tags�ber an den Himmel zu schauen.

> Wenn ergo keine AKWs gebaut werden, wird diese L�cke durch Kohle
> geschlossen. Die IEA geht 2030 von einem Anteil des Kohlestromes an
> der globalen Stromproduktion von 44 % aus.

Die Schere kann auf zweierlei Weisen geschlossen werden
a) das Angebot ausweiten oder
b) den Bedarf einschr�nken.
Wenn der Preis nach oben geht, wird man beides mit verst�rkten Elan
anpacken. Ich mache mir hierzu keinen gro�en Sorgen - der Tanker
schwenkt schon langsam um.

Gru�,

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Gunnar Kaestle

unread,
Nov 28, 2009, 7:35:19 AM11/28/09
to
Arne Luft schrieb:

http://www.ewea.org/fileadmin/ewea_documents/documents/press_releases/2009/GWEC_Press_Release_-_tables_and_statistics_2008.pdf

>>> Ich lese keine pdfs.
>> Das braucht man nicht lesen, es reicht die Bildchen
>> auf S. 4 anzugucken.

> Ich lade mir keine pdfs runter. Bring html als Quelle.

So langsam verstehe ich Dich nicht. Kostenlose PDF-Reader gibt's wie
Sand am Meer und auch ein kleines PDF hat mittlerweile weniger
Transfervolumen als eine umfangreicher HTML-Seite.

>> Wo soll denn das ganze �l herkommen, wenn die Entdeckungsrate
>> kleiner als ist als die F�rderrate

Colin Campbell: PEAK OIL - A Turning Point for Mankind
http://video.tu-clausthal.de/vortraege/peak-oil/
zum Beispiel Folie 41, 34:20

> Das ist falsch, was du da schreibst. Schlicht und einfach falsch.
> Siehe dazu die Grafik auf Seite 8.
> www.iwo.de/outputFileData/170120/Bayern_Exxon%20Mobil_Vortag.pdf

Oh, ein PDF? http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/57/Olfunde.png
Der Ausbau der Reserven liegt nicht daran, dass mehr gefunden wurde,
sondern das bestehende Felder reevaluiert wurden, z.B. aus geologischen,
technischen aber auch politischen Gr�nden. Das OPEC-Wachstum in den 80er
bezog sich auf alte Felder aus den 30er-50er Jahren, auch die
Nordseevorkommen wurden Ende der 70er / Anfang der 80er nicht angegagnen
weil der �lpreisshock zugeschlagen hatte - die waren alle schon 20 Jahre
bekannt und die Investentscheidung f�r die �lexploration hatte eine
Vorlaufzeit von zig Jahren.

http://debatte.welt.de/kommentare/173265/was+soll+die+klimadebatte+afrika+verhungert
> Sag das mal den Milliarden in Armut lebenden, die nicht mal Strom
> haben. Die sollen verhungern, damit du deine komische Weltanschauung
> nicht �ndern mu�t.

Afrika braucht aber auch keine AKWs - dort ist erstmal nach genug
Wasserkraft ausbaubar - sondern selbststragende Gesch�ftsmodelle f�r die
rurale Elektrifizierung. Jatropha-Anbau finde ich ganz gut.
http://www.sonne-ueber-mbinga.de/mbinga/jatropha/

Das w�rde auch die dortige Abh�ngigkeit vom �l reduzieren.

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 28, 2009, 7:38:35 AM11/28/09
to
Arne Luft schrieb:

>>> Ich brauch auch kein smart-grid. Ich will waschen, wenn ich will und
>>> auf die paar Cent Einsparung, pfeife ich.
>>
>> Da bist Du nicht allein, und was das Smart Metering betrifft, schreib
>> doch noch einen netten Brief an die Bundesnetzagentur, dass die teuren
>> Z�hler bei Kleinkunden rausgeschmissenes Geld sind und nur die
>> Systemkosten erh�hen.
>

> Smartgrid ist nur eine weitere Form der Mangelverwaltung, weil man
> sich nicht AKWs zu bauen traut. Statt f�r CO2-freien und bezahlbaren
> Energie�berflu� zu sorgen, wird teuerer Sonderstrom in den Markt
> gedr�ckt und die versucht, die abzusehenden Versorgungsm�ngel als
> Fortschritt zu verkaufen.

Smart Grid besteht nicht nur aus der Komponenten des intelligenten
Z�hlers, der zeitvariable Tarife anbieten k�nnte. Das sind auch auf MS-
und HS-Ebene Betriebsmittel, die a) die Sicherheit im Betrieb erh�hen
k�nnen und b) die Auslastung des Netzes erh�hen. Das w�rde ich nicht als
Mangelverwaltung bezeichnen, sondern als optimierte Nutzung bestehender
�bertragungs- und Verteilkapazit�ten - das w�rde auch die Auslastung von
Grundlastkraftwerken sicherstellen.

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 28, 2009, 7:41:17 AM11/28/09
to
Arne Luft schrieb:

>>> Wieviel Kohle wird einfach nutzlos weggebrannt, weil Windstrom

>>> zwangsabgenommen werden mu�?


>> Rechne mir es bitte vor.
>

> Wieso?

Damit ich das nachvollziehen kann und nicht nur eine Behauptung
anzweifeln bzw. glauben muss.

>> Der wird schon darauf geachtet haben, dass die bisher verbrannte
>> Kohle nutzenstiftend eingesetzt wurde.
>

> Wenn ein Kraftwerk vom Netz mu�, damit das Netz stabil bleibt, dann
> mu� es vom Netz. Da Windstrom zwangsweise abgenommen werden mu�, wird
> bei starkem pl�tzlichen Windstromanfall logischerweise Kohle vom
> Netz genommen werden m�ssen,

Da verwechselst Du etwas bei der Kraftwerkeinsatzplanung und der
Bereitstellung von Regelimpulsen. F�r letzteres, d.h. zur Garantierung
der kurzfristigen Systemstabilit�t hat man sich die Prim�r-, Sekund�r-
und Terti�rregelung ausgedacht. Die Prim�rregelung als erste Ma�nahme
ist in Europa auf 3000 MW festgelegt und hat weniger etwas damit zu tun,
Windb�en auszuregeln, sondern ist wurde kalkuliert, damit beim
pl�tzlichen Ausfall von zwei gro�en Kraftwerksbl�cken das Verbundnetz
nicht sich im partiellen Blackout wiederfindet.

Die Kraftwerkseinsatzplanung ist die mittelfristige Ansage, dass am
Folgetag oder im Rahmen des untert�gigen Stromhandels der oder jene
Block an- und abgefahren wird. Da spielt neben den Verbrauchsprognosen
auch die Einspeiseprognose f�r Erneuerbare eine Rolle. Aus diesen Werten
ergibt sich die residuale Netzlast, die von klassischer
Kraftwerkstechnik erbracht werden muss. Ist im Prinzip so wie bisher,
d.h. die Progrnosetechnik ist ausgereift und man weiss im wesentlichen
was einen morgen zu erwarten hat. Auch jetzt hat man eine Staffelung in
Grund-Mittel-Spitzenlast, weil Grundlast nicht f�r die Differenz von 40
zu 75 GW �konomisch einsetzbar ist. D.h. genauso wie dem
Kohlekraftwerksbetreiber von 10 Jahren klar war, wann er morgens
hochfahren soll und abends runter, ist es ihm heute auch. Nur dass sich
die Zeiten ggf. je nach Wind etwas verschieben.

>>> [Grid Parity] Was dann? F�ngt dann nachts die Sonne an zu

>>> scheinen und Wind weht auf Zuruf?

>> Nein, die Sonne wird nicht nachts scheinen, aber tags�ber hat man
>> zuverl�ssig Strom und braucht nur nachts die Gas-, Kohle- oder

>> Biomassekraftwerke anschmeissen, wenn der Wind nicht weht.
>

> Du siehst es also als wirtschaftlich sinnvoll an, einen zweiten
> Kraftwerkspark vorzuhalten.

http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Energie/energiestatistiken,did=180894.html
Wir haben doch jetzt schon einen zweiten Kraftwerkspark, bzw. hatten ihn
auch schon vor zehn Jahren: �ber 120 GW f�r eine Maximal- und
Minimallast von 40-75 GW? Und rechne mal bitte die Kapitalbindung aus:
80% Grundlast zu 3000 Euro plus 20% Spitze zu 600 Euro und umgekehrt.

Und warum sind bei uns - wenn doch die AKWs so toll sind - �berhaupt
Braunkohlekraftwerke ans Netz gekommen?

>>>> http://www.mckinsey.com/clientservice/ccsi/pdf/economics_of_solar.pdf
>>>>
>>>>
>> [PV] als Investition in die Zukunft.
>
> Noch so eine Leuteverarschungsfloskel.

Das ist mein voller Ernst. Zur sozialen Zeitpr�ferenz schreibt Georg
Erdmann (2008) in dem Buch "Energiepr�ferenz", Kap 3.6, dass
Nachhaltigkeitsinvestitionen nicht durch einen k�nstlich niedrigen
Kalkulationszinsatz f�r langfristige Perspektiven angeregt werden
sollten angeregt werden sollten. Intertemporale Verteilungsprobleme sind
am besten durch das Instrument der Rechtszuordnung zu l�sen. Konkret:
Zukunftsinvestitionen, die zur �berlebensf�higkeit k�nftiger
Generationen unbedingt notwendig sind, genie�en unabh�ngig von ihrer
heute kalkulierten Rentabilit�t Priorit�t. Das betrifft m.E. nicht nur
die verpflichtende Einf�hrung von Rauchgasreinigung und Auto-Kat, die
bekannterma�en die Kosten erh�hten und Wirkungsgrade verschlechterten,
sondern auch die F�rderung regenerativer Energie �ber Anreizsystem wie
das EEG.

> http://www.world-nuclear.org/info/inf63.html "Additional reactors are
> planned, including some of the world's most advanced, to give a
> sixfold increase in nuclear capacity to at least 60 GWe or possibly
> more by 2020, and then a further three to fourfold increase to
> 120-160 GWe by 2030."

"As of April 2009, China had had 11 running nuclear power units with the
total installed capacity of 9.1 GW; 24 nuclear power units planned or
under construction with the total installed capacity of 25.4 GW, of
which 13 units (including Unit 1 of Zhejiang Sanmen Nuclear Power Plant)
with 13.35 GW are under construction."
http://www.researchandmarkets.com/research/72231c/china_nuclear_powe

Ich hab vor zwei Jahrem mit jemanden aus der Solarbranche gewettet, das
die Grid-Parity in DE kommt, aber nicht von 2015, sondern erst gegen
2020. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich dies verliere ist relativ hoch.
Dir biete ich eine Wette an, dass in 2020 weniger als die 10 GW (schon
da) plus 20 GW (geplant und im Bau) = 30 GW am Netz sind. Ganz zu
schweigen von den zitierten 60 GW. Ich habe da keine Sorgen, da auch die
Chinesen keine Hasardeure sind und zumindest die Bauverz�gerungen bei
solchen diffizielen Gro�projekten im Bereich sicherheitsrelevanter
Technologien den Abschluss aller geplanten Projekt nach hinten
verschieben werden.

Das ist vergleichbar mit dem Erd�l: Ressourcen sind noch da, aber das
billige �l wird langsam alle. Und wenn ein gro�es Feld versiegt, kann
das relativ fix gehen. http://de.wikipedia.org/wiki/Cantarell hat seit
dem Peak von 4 Jahren 40% der Produktionkapazit�t eingeb��t. Der Aufbau
einer neuen F�rderregion (Offshore Brasilien) oder Anlagen zur Gewinnung
von �l aus Teersanden dauert aber auch gr��enordnungsm��ig 10 Jahre.
Erd�lsubstitute, die zwar erst ab 100 Dollar/Barrel wirschaftlich
werden, aber schneller zu implementieren sind, werden einen Vorteil haben.

>>> Die Japaner stellen dir innerhalb von zwei bis drei Jahren ein
>>> AKW hin. Die wissen, wie das geht. Es ist also nur eine Frage des
>>> Wollens.

>> Kannst Du mir �ber die japanischen AKW-Zauberer etwas zum lesen
>> raussuchen?
>
> Keine Lust dazu.

Bitte, bitte. Sonst glaube ich Dir diese Aussage nicht. Ich w�rde schon
5 Jahre als �u�erst sportlich ansehen, 2-3 Jahre halte ich f�r
illusorisch. Mit dem ganzen Genehmigungskram sollte nach der
Projektentscheidung bis zum Baubeginn auch noch einige Zeit vergehen.

>> F�r einen EPR muss man rund 3000 Euro/kW ansetzen, das ergibt bei
>> 20 Jahren Abschreibungsdauer und 8% Zins eine Annuit�t von 0,1 also


>> Fixkosten von 300 Euro pro Jahr und kW.
>

> Du hast deiner Rechnung die Zahlen f�r PV zugrunde gelegt und nicht
> die f�r AKWs. Bei AKWs werden allgemein 60 Jahre als Lebensdauer
> angesetzt. Vielleicht nicht in D, aber zb in der Schweiz.

Lebensdauer ist etwas anderes als Abschreibungsdauer. Letztere ist etwas
k�rzer und hat etwas mit der buchhalterischen Kostenkalkulation zu tun.
Wir sprechen doch auch in Deutschland von abgeschriebenen
Kernkraftwerken, d.h. die investierte Kapitalsumme ist innerhalb dieser
Zeit schon refinanziert und danach muss man nur noch die laufenden
betrieblichen Fix- und variablen Kosten decken.

> Man bekommt trotz alle diesem Zahlenwirrwarrs f�r 4 Mrd. Euro locker
> ein AKW mit 1200 MWm das w�hrend 8000 Stunden pro Jahr Strom
> erzeugt.

Einverstanden, mit 4 Mrd / 1,2 GW = 3.333 �/kW kann ich leben.
"Um die Kosten zu senken, will EDF die Laufzeit der in den 70er-Jahren
in Dienst gegangenen 900-MW-Reaktoren auf 60 Jahre verl�ngern. Wenn ein
Reaktor 20 Jahre l�nger l�uft, so argumentiert EDF, kostet das rund 400
Millionen Euro.
"http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=wu&dig=2009%2F07%2F11%2Fa0164

>>> [500 St�ck in 10 Jahren]
>> Die Geldgeber wollen wahrscheinlich nicht, da das �konomische
>> Risiko eines Neubaus f�r die meisten zu gro� ist.
>
> Das politische Risiko, wolltest du sagen. Denn das �konomische Risiko
> bei AKWs liegt in der Wankelm�tigkeit der Politik, nicht in der
> Sache selbst.

Das politische Risiko ist �berschaubar. Wenn man erst mal eine Ding am
laufen hat, dann wird einem das auch niemand wegnehmen - in DE sind z.B.
auch Enteignungen statthaft, aber in Fall muss der Enteignete eine
Entsch�digung erhalten. Das wirtschaftliche Risiko ist h�her, da man
eine hohe und auch lange Kapitalbindung eingeht und nicht ganz so sicher
ist, wie die Welt in 20 Jahren aussieht. Wie schon gesagt, was nutzt
einem das sch�nste AKW, wenn der Strom nicht mehr durchg�ngig gebraucht
wird und der Absatz zur�ckgeht? Gerade Grundlastanlagen reagieren
empfindlich auf �nderung der Auslastung.

>> Onshore ist der Windstrom wie du schon vermutest billiger und liegt
>> bei 5-9 ct/kWh.
>> http://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2009/__29.html Und in Bayern

>> und Baden-W�rttemberg ist noch viel Platz.
>
> Wann weht denn da schon mal genug Wind? Ist doch purer Bl�dsinn von
> der Beutelschneiderei mal abgesehen.

Ist doch prinzipiell erstmal wurscht. 5ct/kWh ist doch gar nicht mal so
schlecht, da muss man nicht immer mit Off-shorelastigen Windstromkosten
von 15 ct/kWh drohen. 5ct/kWh ist der Kapitalkostenanteil f�r
Kernkraftwerke bei einer Auslastung von 6000h/a (-> FR!) in den ersten
20 Jahren bis die abgeschrieben werden. Erst dann wird's billiger. Und
wenn der Wind nicht weht, mache ich dasselbe wie beim AKW mit offenem
Reaktordeckel in Revision oder Reparaturarbeiten am Turbinentrafo: Ich
nehm den Strom halt anderso wo her. Seite 35ff:
http://www.iset.uni-kassel.de/public/kss2009/2009_KSES_Tagungsband.pdf

>> Das Primat der Politik hat es so hingeichselt, dass die
>> gesamtwirtschaftlichen Vorteile in einzelwirtschaftliche Anreize

>> �bersetzt wurden.
>
> Du schwafelst sehr gelehrt daher. Auf deutsch, ohne staatliche
> Subventionierung ist der Regenerative Strom in D vollkommen tot.

Na besser als andersrum, dass ohne staatliche F�rderung des
Regenerativen Stromes in Zukunft ganz Deutschland tot ist.

Gru�,

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 28, 2009, 7:45:54 AM11/28/09
to
Emil Naepflein schrieb:

>> Wenn es AKW in kleinen Bl�cken zu 50-100 MW g�be, die nicht viel kosten,
>

> Diese gibt es eigentlich schon in den Atomubooten und Flugzeugtr�gern.
> Mometan werden sie massig verschrottet. In Russland steht eine riesige
> Fl�che davon voll.
>
> Das Problem ist aber einfach die Sicherheit. Je mehr Reaktoren
> existieren desto h�her ist die Wahrscheinlichkeit dass einer davon doch
> mal einen GAU verursacht. Und das Potential f�r immense Sch�den ist dann
> einfach zu gro�.

Machen die denn nicht auch viel weniger Dreck im GAU?

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 28, 2009, 8:06:41 AM11/28/09
to
Emil Naepflein schrieb:

>> Die brauchen Zugang zu billiger Energie. Die
>> brauchen kein PV oder smart-grid.
>
> In den Armen L�ndern existiert kein Stromnetz. Da nutzen AKWs und andere
> Gro�kraftwerke herzlich wenig. PV, Wind und andere regenerative Energien
> sind dort wesentlich g�nstiger als irgendwo ein AKW hinzustellen und ein
> komplettes Stromnetz zu errichten. Und wer m�chte schon in irgendeinem
> Land in Afrika ein AKW stehen haben. Viele der Staaten sind korrupt und
> sind nahe am Krieg und sind im Krieg mit der eigenen Bev�lkerung.

Sehe ich genauso - aber das wirkliche demographische Problem sind ja
weniger die l�ndlichen Gebiete, sondern die gro�en Mega-St�dte, wohin es
die Leute durch die Landflucht treibt. Dort gibt es schon ausgebaute
Stromnetze und auch Strom, wenn auch unzuverl�ssig.

Mein Ansatz w�re es aber, das Leben auf dem Land attraktiver zu machen,
damit sich nicht alles in den st�dtischen Expansionsfl�chen (Slums)
konzentriert. Hierzu geh�rt auch der Ausbau der elektrischen
Infrastruktur und das geht schneller und auch billiger, wenn man erst
mal kleinere Inseln aufbaut, die mit einem Hybridsystem versorgt werden.
Wenn dann erstmal gen�gend Nachfrage da ist und auch bezahlt werden
kann, kann man diese Insel immer noch per �berlandleitung an die n�chste
Hochspannungstrasse in 40 km Entfernung anbinden.

>> Wenn ergo keine AKWs gebaut werden, wird diese L�cke durch Kohle
>> geschlossen. Die IEA geht 2030 von einem Anteil des Kohlestromes an

>> der globalen Stromproduktion von 44 % aus. Derzeit sind es 41%.
>
> Wie kommt der Kohlestrom aus gro�en Kraftwerken in Afrika zu den
> Verbrauchern?

Per Stromleitung mit ein paar Trafos dazwischen. S�dafrika k�nnte ein
paar zus�tzliche Kapazit�ten schon gebrauchen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Eskom#Stromabschaltung

Gru�,

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Siegfried Schmidt

unread,
Nov 28, 2009, 9:20:53 AM11/28/09
to
Emil Naepflein schrieb:

> Die Stromlobby nimmt gern den Bruttostromverbrauch, der den
> Eigenverbrauch der Groᅵkraftwerke enthᅵlt und beim Verbraucher gar
> nicht ankommt als Basis fᅵr die Berechnung des Anteils dder
> regenerativen Energien.

Das macht nicht nur die Stromlobby:

<http://www.bine.info/hauptnavigation/publikationen/publikation/geothermisc
he-stromerzeugung-in-neustadt-glewe/orc-anlage-in-neustadt-glewe/>

Ich sehe darin keinen Hinweis, dass allein die Hauptfᅵrderpumpe mit 140kW
gefᅵttert werden will, von der Bruttoleistung also nur mikrige 30% fᅵrs
Netz ᅵbrigleiben.

> Damit versuchen sie diese klein zurechnen, und
> es gibt tatsᅵchlich Leute die sich davon blenden lassen.

Obige wirklich krasse Verarschung kommt jetzt aber von den 'Guten' und die
machen das sicher nicht um Leute zu verblenden - oder etwa doch?


Siegfried

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Gunnar Kaestle

unread,
Nov 28, 2009, 1:21:26 PM11/28/09
to
Arne Luft schrieb:

>>>>> Ich lese keine pdfs.
>>>> Das braucht man nicht lesen, es reicht
>>>> die Bildchen auf S. 4 anzugucken.
>>> Ich lade mir keine pdfs runter. Bring html als Quelle.
>> So langsam verstehe ich Dich nicht. Kostenlose PDF-Reader gibt's wie
>

> Du scheinst mich f�r sehr bl�de zu halten.

Nein, f�r unwillig und beschr�nkt im Vorstellungsverm�gen.

>>>> Wo soll denn das ganze �l herkommen, wenn die Entdeckungsrate
>>>> kleiner als ist als die F�rderrate
>> Colin Campbell: PEAK OIL - A Turning Point for Mankind
>> http://video.tu-clausthal.de/vortraege/peak-oil/
>> zum Beispiel Folie 41, 34:20
>

> Dem haben wir schon l�ngst ein Denkmal in der Walhalla der ewig sich
> wiederholenden Untergangspropheten gesetzt.

Ich finde, er hat in seinem Vortrag vor knapp zehn Jahren recht gut die
Situation in 2008 getroffen. Wenn der Preis auf 150 $/barrel explodiert,
dann sind das nicht nur ein paar Amok laufende Spekulanten, sondern da
ist einfach der Hebel zum Aufdrehen der Quelle am Limit. Gleichgewicht
von Angebot und Nachfrage stellt sich nun durch einen astronomischen
Preis ein, der die Nachfrage abw�rgt. Was f�r ein Gl�ck, dass nach
diesem Schuss vor den Bug erstmal die Rezession zuschlug - oder gerade
deswegen...? Konnten die vielen knapp kalkulierenden H�uslebauer in den
USA nicht mehr die Rechnung f�rs Heiz�l und den Pickup-Sprit bezahlen
und haben dummerweise an den Hypothekenzahlungen gespart?

>>> Das ist falsch, was du da schreibst. Schlicht und einfach falsch.
>>> Siehe dazu die Grafik auf Seite 8.
>>> www.iwo.de/outputFileData/170120/Bayern_Exxon%20Mobil_Vortag.pdf
>>
>> Oh, ein PDF?

Ich will's gerne wiederholen: Oh, ein PDF?
Legst Du �fter ungelesene Quellen als Beleg vor?

>> Der Ausbau der Reserven liegt nicht daran, dass mehr gefunden wurde,
>> sondern das bestehende Felder reevaluiert wurden, z.B. aus geologischen,
>> technischen aber auch politischen Gr�nden.
>

> Falsch.

Was soll ich hier erwiedern? Doch. Doch. Doch. Ist irgendwie albern.
Gib mir Deine Argumente, warum es nicht so ist und ich werde versuchen
sie zu entkr�ften, da ich es anders sehe.

>> Das OPEC-Wachstum in den 80er
>> bezog sich auf alte Felder aus den 30er-50er Jahren, auch die
>> Nordseevorkommen wurden Ende der 70er / Anfang der 80er nicht angegagnen
>> weil der �lpreisshock zugeschlagen hatte - die waren alle schon 20 Jahre
>> bekannt und die Investentscheidung f�r die �lexploration hatte eine
>> Vorlaufzeit von zig Jahren.
>

> Das ist l�ngst Vergangenheit. Wir schreiben 2009.

Genau. Mitterweile hat es bis auf den Mittleren Osten �berall gepeakt.
An der F�higkeit der Saudis, den Produktionsr�ckgang anderswo zu
kompensieren und zus�tzlich eine steigende Nachfrage zu befriedigen wird
bestritten.

> Niemand brauch Strom auf dem Lande, um das Land zu industrialisieren.
> Dieselgeneratoren sind wirkungsvoller. Deshalb puffert Suzuki seine
> Fabriken in Indien auch mit solchen, weil da immer mal wieder der
> �ffentliche Strom ausf�llt.

Je h�her der Dieselpreis, desto gr��er wird der Anteil der Solarenergie
in Diesel-Hybrid-Systemen. Da lohnen sich die Zusatzausgaben f�r die
Batterien zur Pufferung des Solarstroms.
http://www.sonne-ueber-mbinga.de/diagramm.php

>> Jatropha


>> Das w�rde auch die dortige Abh�ngigkeit vom �l reduzieren.
>

> Du kannst mit Landwirtschaft allein die Leute nicht aus der Armut
> holen.

Mag sein. Besser allemal finde ich es schon, dass die Trucker dort ihren
Treibstoff nicht nur vom Golf beziehen, sondern auch Anreize geben,
aride Landstriche mit dem �l-Unkraut zu bepflanzen. Ganz abgesehen
davon, dass eine lokale Alternative vorhanden ist, falls der �lpreis
gegen die Decke schiesst, was wir hier zwar z�hneknirschend verdauen
k�nnen, aber dort einem das letzte Hemd auszieht.

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 28, 2009, 1:27:29 PM11/28/09
to
Arne Luft schrieb:

>>>>> Ich lese keine pdfs.
>>>> Das braucht man nicht lesen, es reicht
>>>> die Bildchen auf S. 4 anzugucken.
>>> Ich lade mir keine pdfs runter. Bring html als Quelle.
>> So langsam verstehe ich Dich nicht. Kostenlose PDF-Reader gibt's wie
>

> Du scheinst mich f�r sehr bl�de zu halten.

Nein, f�r unwillig und beschr�nkt im Vorstellungsverm�gen.

>>>> Wo soll denn das ganze �l herkommen, wenn die Entdeckungsrate


>>>> kleiner als ist als die F�rderrate
>> Colin Campbell: PEAK OIL - A Turning Point for Mankind
>> http://video.tu-clausthal.de/vortraege/peak-oil/
>> zum Beispiel Folie 41, 34:20
>

> Dem haben wir schon l�ngst ein Denkmal in der Walhalla der ewig sich
> wiederholenden Untergangspropheten gesetzt.

Ich finde, er hat in seinem Vortrag vor knapp zehn Jahren recht gut die
Situation in 2008 getroffen. Wenn der Preis auf 150 $/barrel explodiert,
dann sind das nicht nur ein paar Amok laufende Spekulanten, sondern da
ist einfach der Hebel zum Aufdrehen der Quelle am Limit. Gleichgewicht
von Angebot und Nachfrage stellt sich nun durch einen astronomischen
Preis ein, der die Nachfrage abw�rgt. Was f�r ein Gl�ck, dass nach
diesem Schuss vor den Bug erstmal die Rezession zuschlug - oder gerade
deswegen...? Konnten die vielen knapp kalkulierenden H�uslebauer in den
USA nicht mehr die Rechnung f�rs Heiz�l und den Pickup-Sprit bezahlen
und haben dummerweise an den Hypothekenzahlungen gespart?

>>> Das ist falsch, was du da schreibst. Schlicht und einfach falsch.


>>> Siehe dazu die Grafik auf Seite 8.
>>> www.iwo.de/outputFileData/170120/Bayern_Exxon%20Mobil_Vortag.pdf
>>
>> Oh, ein PDF?

Ich will's gerne wiederholen: Oh, ein PDF?


Legst Du �fter ungelesene Quellen als Beleg vor?

>> Der Ausbau der Reserven liegt nicht daran, dass mehr gefunden wurde,

>> sondern das bestehende Felder reevaluiert wurden, z.B. aus geologischen,
>> technischen aber auch politischen Gr�nden.
>

> Falsch.

Was soll ich hier erwiedern? Doch. Doch. Doch. Ist irgendwie albern.
Gib mir Deine Argumente, warum es nicht so ist und ich werde versuchen
sie zu entkr�ften, da ich es anders sehe.

>> Das OPEC-Wachstum in den 80er

>> bezog sich auf alte Felder aus den 30er-50er Jahren, auch die
>> Nordseevorkommen wurden Ende der 70er / Anfang der 80er nicht angegagnen
>> weil der �lpreisshock zugeschlagen hatte - die waren alle schon 20 Jahre
>> bekannt und die Investentscheidung f�r die �lexploration hatte eine
>> Vorlaufzeit von zig Jahren.
>

> Das ist l�ngst Vergangenheit. Wir schreiben 2009.

Genau. Mitterweile hat es bis auf den Mittleren Osten �berall gepeakt.
An der F�higkeit der Saudis, den Produktionsr�ckgang anderswo zu
kompensieren und zus�tzlich eine steigende Nachfrage zu befriedigen wird
bestritten.

> Niemand brauch Strom auf dem Lande, um das Land zu industrialisieren.
> Dieselgeneratoren sind wirkungsvoller. Deshalb puffert Suzuki seine
> Fabriken in Indien auch mit solchen, weil da immer mal wieder der
> �ffentliche Strom ausf�llt.

Je h�her der Dieselpreis, desto gr��er wird der Anteil der Solarenergie
in Diesel-Hybrid-Systemen. Da lohnen sich die Zusatzausgaben f�r die
Batterien zur Pufferung des Solarstroms.
http://www.sonne-ueber-mbinga.de/diagramm.php

>> Jatropha


>> Das w�rde auch die dortige Abh�ngigkeit vom �l reduzieren.
>

> Du kannst mit Landwirtschaft allein die Leute nicht aus der Armut
> holen.

Mag sein. Besser allemal finde ich es schon, dass die Trucker dort ihren
Treibstoff nicht nur vom Golf beziehen, sondern auch Anreize geben,
aride Landstriche mit dem �l-Unkraut zu bepflanzen. Ganz abgesehen
davon, dass eine lokale Alternative vorhanden ist, falls der �lpreis
gegen die Decke schiesst, was wir hier zwar z�hneknirschend verdauen
k�nnen, aber dort einem das letzte Hemd auszieht.

Gru�,

Ulrich Nehls

unread,
Nov 28, 2009, 1:40:01 PM11/28/09
to
Gunnar Kaestle wrote:

>>> Der Ausbau der Reserven liegt nicht daran, dass mehr gefunden wurde,
>>> sondern das bestehende Felder reevaluiert wurden, z.B. aus
>>> geologischen, technischen aber auch politischen Gr�nden.
>>
>> Falsch.
>
> Was soll ich hier erwiedern? Doch. Doch. Doch. Ist irgendwie albern.

Oder den Dummbatz fragen, welche gro�en Funde es denn seit 1984 gegeben
hat, also Lagerst�tten, die gleichgro� oder gr��er sind als die "Gro�en
F�nf" der Welt: Daquing, Ghawar, Burgan, Cantarell und Samotlor.

Du hast ja v�llig Recht. Die wundersame Vermehrung der OPEC-�lreserven
geschah ja in dem Moment, in dem die OPEC sich auf F�rderquoten geeinigt
hat, die an den Reserven orientiert sind. Da hatten sie dann pl�tzlich
alle doppelt so viel wie vorher.

In den USA wird im Moment eine Rekord-�lf�rderung gefeiert:
http://www.rigzone.com/news/article.asp?a_id=83024&hmpn=1 Das kommt
gr��tenteils aus dem Golf v. Mexiko und liegt in Tiefwasser. Ansonsten
geht es onshore nur mit neuer Technik; viele kleine �lfirmen haben sich
drangemacht, aufgegebene Felder neu durchzust�bern. Der h�here �lpreis
hat es wirtschaftlich gemacht, an das 40. oder 45. Prozent der URR
heranzugehen, das sonst im Boden geblieben w�re. Doch all das �ndert
nichts daran, dass die USA seit 1970 �ber den "peak" sind und damit viel
�l importieren m�ssen, weil sie mehr Auto fahren als jede andere Nation.

Und es spricht einiges daf�r, dass wir in diesen Jahren den gleichen
peak weltweit miterleben.

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 28, 2009, 1:52:54 PM11/28/09
to
Arne Luft schrieb:

>>>> F�r einen EPR muss man rund 3000 Euro/kW ansetzen, das ergibt bei
>>>> 20 Jahren Abschreibungsdauer und 8% Zins eine Annuit�t von 0,1 also


>>>> Fixkosten von 300 Euro pro Jahr und kW.

>>> Du hast deiner Rechnung die Zahlen f�r PV zugrunde gelegt und nicht
>>> die f�r AKWs. Bei AKWs werden allgemein 60 Jahre als Lebensdauer

>>> angesetzt. Vielleicht nicht in D, aber zb in der Schweiz.
>> Lebensdauer ist etwas anderes als Abschreibungsdauer. Letztere ist etwas

>> k�rzer und hat etwas mit der buchhalterischen Kostenkalkulation zu tun.
>
> http://www.nuklearforum.ch/12311515902941--p-7-de-index.html
>
> "Bei einem neuen Kernkraftwerk w�rden diese Kosten (bei einer
> Abschreibung �ber eine Betriebsdauer von 60 Jahren) gem�ss einer
> aufdatierten Sch�tzung des Beratungsunternehmens Prognos bei 4,8
> Rp./kWh liegen."

http://www.bfe.admin.ch/php/modules/publikationen/stream.php?extlang=de&name=de_171257887.pdf
Zur Sensitivit�tsanalyse: "Die st�rksten Einflussfaktoren sind der
Abschreibungszeitraum, die Volllaststunden sowie die
Investittionskosten. Zudem kann die Bauzeit aufgrund Planungs- und
Sicherheitsaspekten die Investititons- bzw. Kapitalkosten erheblich
erh�hen, wie der Bau des EPR in Finnland illustriert." S.II

a) Abschreibungszeitraum,
b) Vollaststunden
c) Investsumme

a) Der Zeitraum wird aus steuerlichen Gr�nden so kurz wie m�glich
gew�hlt, das gibt Vorteile bei der Verrechnung mit �bersch�ssen aus
anderen Unternehmensteilen.

b) Tja. Das ist keine fixe Gr��e und man sollte versch�rft die Experten
der Glaskugelabteilung bem�hen. Auch in Frankreich wird mit zunehmender
Windstromeinspeisung die Auslastung des KKW-Parks tendenziell zur�ckgehen.

c) Wenn AREVA noch mal ein Fixpreisangebot macht, ist dass f�r den
Bauherrn in Ordnung, aber dann ist Areva irgendwann pleite. Die k�nnen
sich auch nicht dauerhaft leisten, Anlagen billiger zu verkaufen, als
sie selber bei der Erstellung kosten.

Gru�,

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Gunnar Kaestle

unread,
Nov 28, 2009, 9:23:21 PM11/28/09
to
Arne Luft schrieb:

>> http://www.bfe.admin.ch/php/modules/publikationen/stream.php?extlang=de&name=de_171257887.pdf
>> Zur Sensitivitätsanalyse: "Die stärksten Einflussfaktoren sind der

>> Abschreibungszeitraum, die Volllaststunden sowie die
>> Investittionskosten. Zudem kann die Bauzeit aufgrund Planungs- und
>> Sicherheitsaspekten die Investititons- bzw. Kapitalkosten erheblich

>> erhöhen, wie der Bau des EPR in Finnland illustriert." S.II
>
> Bloomberg News - October 15, 2009 04:23 EDT
>
> "Finland’s Radiation and Nuclear Safety Authority is reviewing the
> Advance Boiling Water reactor produced by Toshiba, Yasuharu Igarashi,
> head of its power systems division, said in an interview in Tokyo on
> Oct. 14. The Finnish government will decide in February or March
> whether to grant licenses for new reactors sought by the three
> utilities.

[..]

> 'Our reactors have been used in Japan already, proving their ability,'
> Igarashi said. The ABWR model unit is used by Tokyo Electric Power Co.
> and Chubu Electric Power Co.
>
> Areva’s Olkiluto-3 plant was more than 25 percent over its 3
> billion-euro ($4.5 billion) initial budget at the end of last year and
> its delivery date has been pushed back several times from the original
> 2009 target."
>
> Areva kann es halt nicht. Da müssen andere ran. Ganz einfach.

Von Siedewasserreaktoren halte ich persönlich nicht so viel, da bei
einem Fehler im Maschinenhaus radioaktiver Dampf entweichen kann. Besser
finde ich die Trennung beim Druckwasserreaktor in Primär- und
Sekundarkreislauf, da hier der radioaktive Wasserkreislauf auf das
Containment beschränkt bleibt und nur der nicht belastete
Sekundärkreislauf diese Struktur verläst, um den Turbosatz anzutreiben.

Aber, was soll's. Was kostet ein ABWR pro kW? Mal schauen, wie die
Ausgaben für eine Anlage ausserhalb Japans aussehen. Die Auslastung in
20 Jahren ist noch wie vor eine Unbekannte in der Rentabilitätsrechnung.
Von diser Warte aus wäre ein Bau in China noch am einfachsten zu
vertreten - hier ist zu erwarten, dass der Grundlastbedarf in den
nächsten Jahren stetig zunimmt und dieser Faktor kein Investitionsrisiko
darstellt.

Gruß,

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Gunnar Kaestle

unread,
Nov 29, 2009, 6:11:51 AM11/29/09
to
Arne Luft schrieb:

>>>>>> Wo soll denn das ganze �l herkommen, wenn die
>>>>>> Entdeckungsrate kleiner als ist als die F�rderrate


>>>> Colin Campbell: PEAK OIL - A Turning Point for Mankind
>>>> http://video.tu-clausthal.de/vortraege/peak-oil/ zum Beispiel
>>>> Folie 41, 34:20

>>> Dem haben wir schon l�ngst ein Denkmal in der Walhalla der ewig


>>> sich wiederholenden Untergangspropheten gesetzt.
>> Ich finde, er hat in seinem Vortrag vor knapp zehn Jahren recht gut
>> die Situation in 2008 getroffen.
>

> Den Tod vorhersagen, ist keine Kunst. Sterben m�ssen wir schlie�lich
> alle. Den richtigen Zeitpunkt angeben, ohne ihn alle paar Jahre
> erneut verschieben zu m�ssen, darin zeigt sich der wahre Prophet.

Er hat gesagt, dass der Er�lpeak im Zeitraum von 2005-2010 auftritt. Die
Prognose passt meines Erachtens. Wenn letztes Jahr noch
Produktionskapazit�ten zu F�rderkosten von 5-10 $/bbl freigewesen w�ren
(also am Golf, wo noch Luft vermutet wird), h�tte man sich bei �ber
100$/bbl ein goldene Nase verdient.

> Kennst du die Vorhersagen des Club of Rome und "Grenzen des
> Wachstums" von 1972? Nach deren Vorhersage w�rden wir bereits seit
> Jahren mit den Fingern im Erdreich nach den letzten Kr�mmeln
> Rohstoffen kratzen.
>
> Deren Vorhersagen kommen immer wieder in gewissen Zeitabst�nden. So
> ist das Gesch�ft der Untergangspropheten.

Der Prophet ist im eigenen Lande bekannterma�en nichts wert. Nichts
desto weniger sind die Warnungen vom Club of Rome vielleicht der Grund
daf�r, dass das Ressourcen-Thema in die Wissensbasis der Allgemeinheit
gesickert ist und richtige Gegenma�nahmen getroffen wurden, so dass uns
das dicke Ende noch nicht erreicht hat.

>>>>> Das ist falsch, was du da schreibst. Schlicht und einfach
>>>>> falsch. Siehe dazu die Grafik auf Seite 8.
>>>>> www.iwo.de/outputFileData/170120/Bayern_Exxon%20Mobil_Vortag.pdf
>>>>>
>>>>

>>>> Der Ausbau der Reserven liegt nicht daran, dass mehr gefunden
>>>> wurde, sondern das bestehende Felder reevaluiert wurden, z.B.

>>>> aus geologischen, technischen aber auch politischen Gr�nden.


>>> Falsch.
>> Was soll ich hier erwiedern?
>

> Am besten gar nichts.

Mir f�llt da schon was ein:
Welche Giant Fields wurden in den letzten 20 Jahren neu entdeckt?

Fredrik Robelius (2005): Giant Oil Fields of the World
http://www.peakoil.net/AIMseminar/UU_AIM_Robelius.pdf
"�The giants are getting smaller, both to size and number
�When will the peak be? It depends on the:
demand for oil, future exploration and the decline of the giants
My guess/prediction is around 2010"

>>>> Jatropha Das w�rde auch die dortige Abh�ngigkeit vom �l


>>>> reduzieren.
>>> Du kannst mit Landwirtschaft allein
>>> die Leute nicht aus der Armut holen.
>> Mag sein.
>

> Das ist so. Das beweist die Weltgeschichte.

Regionale Wirtschaftskreisl�ufe schaden meiner Ansicht nicht. Das selbe,
was f�r Bioenergied�rfer in Deutschland gilt ("Das Geld im Dorf
lassen"), sollte auch in Afrika g�ltig sein.

>> Besser allemal finde ich es schon, dass die Trucker dort ihren
>

> Trucker in Afrika?

"Schnell kristallisierte sich heraus, da� nur die Angebote von Firmen
aus Dar es Salaam �berzeugen konnten. Einziges Problem: Nach Mpanda sind
es �ber 1.200 Kilometer, davon 450 Kilometer schwer befahrbare Piste,
was in Tansania mindestens zwei Tagesreisen bedeutet." Jatropha in
Tansania: Erfolgreiches deutsch-tansanisches Entwicklungsprojekt, S. 3
http://www.bv-pflanzenoele.de/pdf/energiepflanzen_2-09.pdf

Die Baumaterialien wurden garantiert nicht per Karawane oder per Bahn
herangeschafft.

>> Treibstoff nicht nur vom Golf beziehen, sondern auch Anreize geben,
>>
>

> Es gibt genug �l in Afrika: Nigeria, Angola, Algerien, Libyen, Sudan,
> etc. Wirf mal eine Blick auf die Landkarte, bevor du
> selbstausgedachte Weisheiten verbreitest.

Alle anderen beziehen �l bzw. Erd�lderivate zum Weltmarktpreis, z.B.
Tansania oder Kenia.

>> aride Landstriche mit dem �l-Unkraut zu bepflanzen.
>
> Da hast du die Wahrheit �ber deine Wunderpflanze:
> http://www.heise.de/tr/artikel/Der-grosse-Durst-der-Jatropha-276525.html

Es ist f�r mich keine Rocket Science, dass Pflanzen, die es geschafft
haben in trockenen Gebieten zu �berleben, besser gedeihen, wenn sie
bew�ssert werden. Und so ein Trockengestr�pp kann an grenzwertigen
Standorten in der Savanne m.E. nicht durch Zuckerr�ben ersetzt werden.
Ich bin gespannt, was die Z�chtungserfolge zur Purgiernuss in der
Zukunft ergeben werden.

>> Ganz abgesehen davon, dass eine lokale Alternative vorhanden ist,

>> falls der �lpreis gegen die Decke schiesst, was wir hier zwar
>> z�hneknirschend verdauen k�nnen, aber dort einem das letzte Hemd
>> auszieht.
>
> Die haben ganz andere Probleme. Wer nichts zu essen hat, macht sich
> wenig Sorgen darum, wie er eine nichtvorhandene Benzinrechnung
> bezahlen soll.

Ich meine eher die gewerblich genutzten LKWs und �berlandbusse. Das ist
die �ffentlich verf�gbare Transportinfrastruktur f�r den G�ter- und
Personenverkehr. Biosprit kann in den dortigen Treibstoffm�rkten genauso
wie die EEG-Einspeisung bei uns �ber den Merit-Order-Effekt f�r
Entlastung sorgen. BTW: Der Diesel f�r die dezentralen Stromaggregate
ist deutlich teurer als der Spritpreis ab Raffinierie, weil die
Transportkosten per Tanklaster richtig zuschlagen, wenn man durch den
halben Kontinent muss weil keine Produktpipelines verf�gbar sind.

Gru�,

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 29, 2009, 6:18:18 AM11/29/09
to
Arne Luft schrieb:

Photovoltaik als Investition in die Zukunft.
http://www.mckinsey.com/clientservice/ccsi/pdf/economics_of_solar.pdf

[..]
>> Das ist mein voller Ernst. Zur sozialen Zeitprᅵferenz schreibt
>> Georg Erdmann (2008) in dem Buch "Energieprᅵferenz", Kap 3.6, dass
>> Nachhaltigkeitsinvestitionen nicht durch einen kᅵnstlich niedrigen
>> Kalkulationszinsatz fᅵr langfristige Perspektiven angeregt werden

>> sollten angeregt werden sollten. Intertemporale Verteilungsprobleme

>> sind am besten durch das Instrument der Rechtszuordnung zu lᅵsen.
>> Konkret: Zukunftsinvestitionen, die zur ᅵberlebensfᅵhigkeit
>> kᅵnftiger Generationen unbedingt notwendig sind,
>
> Die Frage ist, was ist zur ᅵberlebensfᅵhigkeit zukᅵnftiger
> Generationen unbedingt notwendig?

Eine funktionierende Energieversorgung? Und nein, die Kernkraft ist
nicht die alleinseligmachende Lᅵsung. Bisher liegt die statistische
Reichweite fᅵr Uran bei 40-60 Jahren, je nach Klassifikation der
Reserven. Der Strom aus Kernkraftwerken macht weltweit rund 6% aus.

Wollte man dies auf globaler Ebene in Regionen schieben, wie sie in
Frankreich ᅵblich sind, brᅵuchte man grob eine Verzehnfachung der
Kapazitᅵten. Damit wᅵre auch eine Verzehnfachung des Uranbedarfs
gegeben. (Schnelle Brᅵter lege ich hier als nicht realisierbares
technisches Wunschdenken ab.) Die Reichweite wᅵrde auf unter 10 Jahre
sinken.

Die Konstellation von langlaufender Infrastruktur mit nur kurzzeitig
gesicherter Rohstoffversorgung wird in der Regel als nicht-nachhaltig
bezeichnet. Das hat nichts mit ᅵkologischen Aspekten zu tun, sondern mit
der Betriebsperspektive. Besser ist beispielsweise die Investition in
Gaskraftwerke (KWK), die 20 Jahre Lebensdauer haben. Dann kann zur
Ersatzinvestition noch mal entschieden werden, ob man den selben Typ
Kraftwerk noch mal kauft, oder bei schwieriger werdenden Gasversorgung
sich fᅵr etwas anderes entscheidet.

>> die verpflichtende Einfᅵhrung von Rauchgasreinigung und Auto-Kat,
>> die bekanntermaᅵen die Kosten erhᅵhten und Wirkungsgrade
>> verschlechterten,
>
> Das hat nachweislich zu Gesundheitsschᅵden gefᅵhrt.

Ich bin gespannt auf die Nachweise. Ich kann mir nur das an den Haaren
herbeigezogenen Argument vorstellen, dass Astmakranke und Pseudo-Krupp
Patienten, die Allergiker und Lungenbeschᅵdigten nun weniger oft zum
Arzt laufen und der dann am Hungertuch nagt und demzufolge an
Unterernᅵhrung erkrankt.

>> [China] Dir biete ich eine Wette an, dass in 2020 weniger als die


>> 10 GW (schon da) plus 20 GW (geplant und im Bau) = 30 GW am Netz
>> sind. Ganz zu schweigen von den zitierten 60 GW.
>

> Aber 120 GW an Regenerativen ohne Wasserkraftanlagen in 2020 siehst
> du als realisierbar an?

Ja. Jetzt schon haben wir global 120 GW Wind am Netz, die Anlagen sind
also lieferbar. Bei weiter beschleunigender Dynamik traue ich China zu,
in 10 Jahren das zu schaffen, was die Welt in den vergangenen 10 Jahren
erreicht hat.

>> .... Der Aufbau einer neuen Fᅵrderregion (Offshore Brasilien) oder
>> Anlagen zur Gewinnung von ᅵl aus Teersanden dauert aber auch
>> grᅵᅵenordnungsmᅵᅵig 10 Jahre.
>
> In Kanada wird doch bereits im groᅵen Stil ᅵl aus Teersanden
> gewonnen. Die haben lediglich die Produktion zurᅵckgefahren, seit der
> ᅵlpreis wieder gefallen ist.

ᅵl aus kanadischem Teersand macht rund 1 Mio bbl pro Tag aus. Globaler
Bedarf sind 85 Mio Barrel pro Tag. Rᅵckgang beim konventionellem ᅵl nach
dem Peak wird mit 3-4% p.a. geschᅵtzt. Das nichtkonventionelle ᅵl aus
Teersand, ᅵlschiefer und Schwerᅵl mᅵsste also pro Jahr 2,5 Mio bpd
aufholen. So schnell lᅵsst sich eine Aufbereitungsanlage fᅵr Teersand
gar nicht aufbauen. Kohleverflᅵssigung ebenfalls nicht. Das sind alles
hochkomplexe Anlagen, die bis zur Fertigstellung einige Jahre brauchen.

> Das nᅵchste, was kommt, ist Methanhydrat. Das reicht ein paar 10.000
> Jahre.

Methanhydrate sind in der Tat massiv vorhanden. Allerdings ist die Frage
ungeklᅵrt, wie sie groᅵtechnisch zu fᅵrdern sind. Ein Abrutschen des
Kontinentalshelfs nach Anstechen der Bᅵschung mᅵchte man vermeiden.

> Aber das Problem sind nicht die Ressourven sondern das bei der
> Verbrennung freiwerdende CO2. Ergo sind die ᅵl- und Gasreserven
> vollkommen uninteressant in dem Zusammenhang.

Das sehe ich ᅵhnlich. Die Steinzeit ging vorrᅵber, nicht weil man die
Steine ausgingen, sondern weil man sich etwas besseres einfallen lieᅵ.

>>> Man bekommt trotz alle diesem Zahlenwirrwarrs fᅵr 4 Mrd. Euro
>>> locker ein AKW mit 1200 MWm das wᅵhrend 8000 Stunden pro Jahr
>>> Strom erzeugt.
>> Einverstanden, mit 4 Mrd / 1,2 GW = 3.333 ᅵ/kW kann ich leben. "Um


>> die Kosten zu senken, will EDF die Laufzeit der in den 70er-Jahren

>> in Dienst gegangenen 900-MW-Reaktoren auf 60 Jahre verlᅵngern.
>
> 60 Jahre ist heutzutage Standard. Deshalb werden in Zukunft auch nur
> noch weniger groᅵzᅵgige Abschreibungen genehmigt werden.

http://www.bfe.admin.ch/php/modules/publikationen/stream.php?extlang=de&name=de_171257887.pdf
Die 60 Jahre Abschreibungsdauer in der Schweizer Studie war eine
kᅵnstliche Annahme, um die Kapitalbelastung auf die gesamte Laufzeit zu
verteilen. Der Zins mit 2,5% ist auch sehr niedrig gegriffen.
ᅵblicherweise verlangt man eine Rendite bei industriellen Investitionen
im Rahmen von 10-20%.

>>>>> [500 Stᅵck in 10 Jahren]
>>>> Die Geldgeber wollen wahrscheinlich nicht, da das ᅵkonomische
>>>> Risiko eines Neubaus fᅵr die meisten zu groᅵ ist.
>>> Das politische Risiko, wolltest du sagen. Denn das ᅵkonomische
>>> Risiko bei AKWs liegt in der Wankelmᅵtigkeit der Politik, nicht
>>> in der Sache selbst.
>> Das politische Risiko ist ᅵberschaubar.


>> Wenn man erst mal eine Ding am laufen hat, dann wird einem das auch
>> niemand wegnehmen
>

> Das Gesetz zum Atomausstieg gibt es nicht. Richtig?

Doch. Dabei waren die Betreiber allerdings mit von der Partie.
Konsens / Kompromiss zum Atomausstieg hiess das damals.

>>>> Onshore ist der Windstrom wie du schon vermutest billiger und
>>>> liegt bei 5-9 ct/kWh.
>>>> http://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2009/__29.html Und in

>>>> Bayern und Baden-Wᅵrttemberg ist noch viel Platz.
>>> Wann weht denn da schon mal genug Wind? Ist doch purer Blᅵdsinn


>>> von der Beutelschneiderei mal abgesehen.

>> Ist doch prinzipiell erstmal wurscht.
>> 5ct/kWh ist doch gar nicht mal so schlecht, da muss man nicht immer
>> mit Off-shorelastigen Windstromkosten von 15 ct/kWh drohen.
>

> Aber es geht nicht um onshore-Strom. Es geht um PV-Strom zu 43
> Cent/kWh und es geht um den massiven Ausbau der offshore-Windkraft zu
> 15 Cent/kWh.

PV-Strom hat eine Degression von 10% p.a., d.h. nach 10 Jahren liegt die
Einspeisevergᅵtung nur noch bei einem Drittel. Offshore-Wind ist
wichtig, weil da noch groᅵe Flᅵchen frei sind, aber Onshore geht immer
noch. Besonders in Bayern und BaWᅵ sollte man sich die Situation in der
Pfalz zum Vorbild machen.

> Es geht bei den Regenerativen nicht darum, Strom zu liefern, sondern
> um die Einsparung von CO2-Emissionen. Wenn sie das nicht leisten
> kᅵnnen, mᅵssen sie weg.

Ich sehe durchaus beide Punkte als wichtig an. Eine Diversifizierung in
Technologien mit niedrigen Brennstoffkosten ist eine gesunde Stoᅵrichtung.

>>>> Das Primat der Politik hat es so hingeichselt, dass die
>>>> gesamtwirtschaftlichen Vorteile in einzelwirtschaftliche

>>>> Anreize ᅵbersetzt wurden.


>>> Du schwafelst sehr gelehrt daher. Auf deutsch, ohne staatliche
>>> Subventionierung ist der Regenerative Strom in D vollkommen tot.

>> Na besser als andersrum, dass ohne staatliche Fᅵrderung des

>> Regenerativen Stromes in Zukunft ganz Deutschland tot ist.
>

> Saudummes Geschwᅵtz. Angst vor den Super-GAU oder was?

Nein, hier in DE haben wir ja '86 nicht besonders viel abbekommen.
Ich sehe vielmehr die langfristige Gefahr, dass die Lichter ausgehen,
weil die Kohle nicht mehr genutzt werden darf. In 50 Jahren sind auch
die deutschen CCS-Speicher voll. Und was dann?

Gruᅵ,

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 29, 2009, 6:19:32 AM11/29/09
to
Arne Luft schrieb:

>>>> http://www.bfe.admin.ch/php/modules/publikationen/stream.php?extlang=de&name=de_171257887.pdf
>>>> Zur Sensitivitätsanalyse: "Die stärksten Einflussfaktoren sind der
>>>> Abschreibungszeitraum, die Volllaststunden sowie die
>>>> Investittionskosten. Zudem kann die Bauzeit aufgrund Planungs- und
>>>> Sicherheitsaspekten die Investititons- bzw. Kapitalkosten erheblich
>>>> erhöhen, wie der Bau des EPR in Finnland illustriert." S.II

>> Von Siedewasserreaktoren halte ich persönlich nicht so viel, da bei

>> einem Fehler im Maschinenhaus radioaktiver Dampf entweichen kann. Besser
>> finde ich die Trennung beim Druckwasserreaktor in Primär- und
>> Sekundarkreislauf, da hier der radioaktive Wasserkreislauf auf das
>> Containment beschränkt bleibt und nur der nicht belastete
>> Sekundärkreislauf diese Struktur verläst, um den Turbosatz anzutreiben.
>>
>> Aber, was soll's. Was kostet ein ABWR pro kW? Mal schauen, wie die
>> Ausgaben für eine Anlage ausserhalb Japans aussehen. Die Auslastung in
>> 20 Jahren ist noch wie vor eine Unbekannte in der Rentabilitätsrechnung.
>> Von diser Warte aus wäre ein Bau in China noch am einfachsten zu
>> vertreten - hier ist zu erwarten, dass der Grundlastbedarf in den
>> nächsten Jahren stetig zunimmt und dieser Faktor kein Investitionsrisiko
>> darstellt.
>

> Weißt du, warum die Welt so scheiße ist? Weil man mich bei deren
> Erschaffung nicht zu Rate gezogen hat.

Slartibartfass, wie wäre es Angaben zum Advanced Boiling Water Reactor?
Was kostet das Teil aus Japan, und wie ist die Maschinenhalle gegen
Lecks und Manipulationen von Außen geschützt?

Ingo Heinscher

unread,
Nov 29, 2009, 6:22:09 AM11/29/09
to
Gunnar Kaestle schrieb:

> Arne Luft schrieb:
>
>>>>>>> Wo soll denn das ganze �l herkommen, wenn die
>>>>>>> Entdeckungsrate kleiner als ist als die F�rderrate
>>>>> Colin Campbell: PEAK OIL - A Turning Point for Mankind
>>>>> http://video.tu-clausthal.de/vortraege/peak-oil/ zum Beispiel
>>>>> Folie 41, 34:20
>>>> Dem haben wir schon l�ngst ein Denkmal in der Walhalla der ewig
>>>> sich wiederholenden Untergangspropheten gesetzt.
>>> Ich finde, er hat in seinem Vortrag vor knapp zehn Jahren recht gut
>>> die Situation in 2008 getroffen.
>>
>> Den Tod vorhersagen, ist keine Kunst. Sterben m�ssen wir schlie�lich
>> alle. Den richtigen Zeitpunkt angeben, ohne ihn alle paar Jahre
>> erneut verschieben zu m�ssen, darin zeigt sich der wahre Prophet.
>
> Er hat gesagt, dass der Er�lpeak im Zeitraum von 2005-2010 auftritt. Die
> Prognose passt meines Erachtens.

Wir w�rden das auch wesentlich st�rker bemerken, wenn die Finanzkrise
nicht w�re. Manche sagen gar, dass die Finanzkrise die mittebalre
*Folge* von Peak Oil sei.

[...]
--
"When you have eliminated all which is impossible,
then whatever remains, however improbable, must be
the truth." Doyle's Law

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Otto Dieter

unread,
Nov 29, 2009, 9:45:24 AM11/29/09
to

"Ingo Heinscher" <use...@heinscher.de> schrieb


> Wir w�rden das auch wesentlich st�rker bemerken, wenn die Finanzkrise
> nicht w�re. Manche sagen gar, dass die Finanzkrise die mittebalre *Folge*
> von Peak Oil sei.

Die Finanzkrise und die �lpreisexplosion ist die Folge der
B�rsen-Manipulation durch die Bush-Regierung und Goldman-Sachs und nix
anderes.


Gunnar Kaestle

unread,
Nov 29, 2009, 9:50:29 AM11/29/09
to
Emil Naepflein schrieb:

>> Und zu jener Behauptung des Ehrenwerten Mitdiskutanten N�pflein, es
>> w�rden keine AKWs in den USA gebaut werden:
>>
>> http://www.nrc.gov/reactors/new-reactors/col/new-reactor-map.html
>
> Das sind Antr�ge. Da stht nichts davon dass sie auch gebaut und fertig
> gestellt werden.

Christian Parenti (2008): What Nuclear Renaissance?
http://www.thenation.com/doc/20080512/parenti

<quote>
The Nuclear Regulatory Commission (NRC) expects up to thirty
applications to be filed to build atomic plants; five or six of those
proposals are moving through the complicated multi-stage process. But no
new atomic power stations have been fully licensed or have broken
ground. And two newly proposed projects have just been shelved.

[..]

All of which raises the question: why is the much-storied "nuclear
renaissance" so slow to get rolling? Who is holding up the show? In a
nutshell, blame Warren Buffett and the banks--they won't put up the cash.

"Wall street doesn't like nuclear power," says Arjun Makhijani of the
Institute for Energy and Environmental Research. The fundamental fact is
that nuclear power is too expensive and risky to attract the necessary
commercial investors. Even with vast government subsidies, it is
difficult or almost impossible to get proper financing and insurance.
</quote>

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 29, 2009, 9:57:25 AM11/29/09
to
Otto Dieter schrieb:

>> Wir wᅵrden das auch wesentlich stᅵrker bemerken, wenn die Finanzkrise
>> nicht wᅵre. Manche sagen gar, dass die Finanzkrise die mittebalre *Folge*
>> von Peak Oil sei.
>
> Die Finanzkrise und die ᅵlpreisexplosion ist die Folge der
> Bᅵrsen-Manipulation durch die Bush-Regierung und Goldman-Sachs und nix
> anderes.

Man munkelt aber auch, dass die sub-prime Hypothekenkredite so richtig
in Zahlungsverzug abgeglitten sind, als der ᅵlpreis in die Hᅵhe
geschossen ist und dann bei dem ein oder anderem knappen Hᅵuslebauer
weniger Geld fᅵr Zins- und Tilung ᅵbrig geblieben ist.

Natᅵrlich hat das System der CDO mit ihrem verschachteltem Aufbau
verbriefter Kreditrisiken dazu beigetragen, dass sich das Kartenhaus
sehr schnell destabilisieren konnte.

Gruᅵ,

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 29, 2009, 10:33:03 AM11/29/09
to
Arne Luft schrieb:

>>>>>>>> Wo soll denn das ganze �l herkommen, wenn die
>>>>>>>> Entdeckungsrate kleiner als ist als die F�rderrate


>>>>>> Colin Campbell: PEAK OIL - A Turning Point for Mankind
>>>>>> http://video.tu-clausthal.de/vortraege/peak-oil/
>>>>>> zum Beispiel Folie 41, 34:20

>>>>> Dem haben wir schon l�ngst ein Denkmal in der Walhalla der ewig


>>>>> sich wiederholenden Untergangspropheten gesetzt.
>>>> Ich finde, er hat in seinem Vortrag vor knapp zehn Jahren recht gut
>>>> die Situation in 2008 getroffen.

>>> Den Tod vorhersagen, ist keine Kunst. Sterben m�ssen wir schlie�lich

>>> alle. Den richtigen Zeitpunkt angeben, ohne ihn alle paar Jahre

>>> erneut verschieben zu m�ssen, darin zeigt sich der wahre Prophet.
>> Er hat gesagt, dass der Er�lpeak im Zeitraum von 2005-2010 auftritt.
>
> Dann haben wir es ja bald hinter uns.
>
> http://de.wikipedia.org/wiki/Globales_�lf�rdermaximum
> "Die von Campbell, dem Begr�nder der ASPO, vorausgesagten Zeitpunkte
> f�r ein globales �lf�rdermaximum wurden oftmals in die Zukunft
> verschoben...."
>
> Wenn er lange genug lebt und das Verfahren oft genug wiederholt, hat
> er eventuell irgendwann recht.

"Konventionelle Erd�lreserven - und ich werde erkl�ren, was ich damit
meine- machen den gr��ten Teil des heute produzierten �ls aus. [..] Die
Entdeckung dieser Erd�lreserven erreichte seinen H�hepunkt in den
sechziger Jahren. Wir finden heute ein Barrel f�r vier die wir
konsumieren." http://energycrisis.org/de/vortrag.html

Das was man f�rdern will, muss man erst mal finden. Die bekannten
Reservoire an konventionellem �l werden schneller leergepumpt als neue
gefunden werden. Es ist sonnenklar, dass der Mann recht hat.

F�r mich stellt sich nur die Frage, wie hoch knallt der �lpreis gegen
die Decke, wenn die Rezession aufh�rt und die Nachfrage wieder anzieht,
bis sie gegen das maximal m�gliche Angebot st��t.

> Die internationalen �lkonzerne haben sich bei USD 30/Fa� nach
> dem crash eingedeckt und massenhaft �l auf Tankern gebunkert,
> die nun preiswert zu mieten waren.

Wieviel globale Tagesrationen an �l lassen sich in Tankern einlagern -
reicht das f�r ein Quartal oder ein Jahr?

Gru�,

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Ingo Heinscher

unread,
Nov 29, 2009, 11:34:30 AM11/29/09
to
Arne Luft schrieb:
[...]
> Meinetwegen kann das �l morgen zu ende gehen. Ich hab damit keine
> Probleme. Ganz im Gegenteil. Aber ich gebe mich nicht
> Wunschvorstellungen hin.
[...]

Du h�ttest damit riesige Probleme, wie wir alle.

http://www.fromthewilderness.com/free/ww3/100303_eating_oil.html

"In the 1950s and 1960s, agriculture underwent a drastic
transformation commonly referred to as the Green Revolution. The Green
Revolution resulted in the industrialization of agriculture. Part of
the advance resulted from new hybrid food plants, leading to more
productive food crops. Between 1950 and 1984, as the Green Revolution
transformed agriculture around the globe, world grain production
increased by 250%. That is a tremendous increase in the amount of food
energy available for human consumption. This additional energy did not
come from an increase in incipient sunlight, nor did it result from
introducing agriculture to new vistas of land. The energy for the
Green Revolution was provided by fossil fuels in the form of
fertilizers (natural gas), pesticides (oil), and hydrocarbon fueled
irrigation."

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 29, 2009, 11:47:13 AM11/29/09
to
Arne Luft schrieb:

>>> Und zu jener Behauptung des Ehrenwerten Mitdiskutanten N�pflein, es
>>> w�rden keine AKWs in den USA gebaut werden:
>>>
>>> http://www.nrc.gov/reactors/new-reactors/col/new-reactor-map.html

>> Das sind Antr�ge. Da steht nichts davon dass sie auch gebaut und fertig
>> gestellt werden.
>
> Aber vor dem Bau kommt der Antrag. Das ist in D sogar so, wenn du eine
> eigene H�tte irgendwo legal hinbauen willst. Warum sollte das bei
> Atomkraftwerken anders sein?

Stimmt, und das ist meist die zeitaufwendigste Phase - vielleicht nicht
in China, aber sogar in Frankreich:
"Nach Auskunft der Beh�rde hat die komplette Genehmigungsdauer von der
Antragstellung bis zur Erteilung der Betriebsgenehmigung f�r das
Kraftwerk Civaux insgesamt sieben Jahre in Anspruch genommen." S.99
http://www.prognos.com/fileadmin/pdf/publikationsdatenbank/Prognos_Studie_Renaissance_der_Kernenergie.pdf

Addiert man dieselbe Zeit f�r den Bau, ist man bei 15 Jahren von der
verbindlichen Willenserkl�rung bis zur kommerziellen Inbetriebnahme.

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 29, 2009, 11:58:04 AM11/29/09
to
Arne Luft schrieb:

>> wie ist die Maschinenhalle gegen

>> Lecks und Manipulationen von Au�en gesch�tzt?
>
> Diese Frage ist schwierig zu beantworten, weil ich mit der finnischen
> Mythologie nicht vertraut bin. [..]
> Ansonsten gehe ich davon aus, das die Finnen eine Kommission haben,
> die aus Leuten besteht, die lesen und schreiben k�nnen und sich die
> Pl�ne anschauen.

Finnland, warum Finnland? Der Siedewasserreaktor ABWR ist doch prim�r
ein japanisches Design. Was soll der denn kosten?

Gru�,

Gunnar Kaestle

unread,
Nov 29, 2009, 12:13:13 PM11/29/09
to
Arne Luft schrieb:

>> F�r mich stellt sich nur die Frage, wie hoch knallt der �lpreis gegen
>> die Decke, wenn die Rezession aufh�rt und die Nachfrage wieder anzieht,
>> bis sie gegen das maximal m�gliche Angebot st��t.
>

> Um die Sache abzuschlie�en: Es ist mir vollkommen gleichg�ltig, wie
> lange das �l reicht. Wenn es um Verbrennungsrohstoffe geht, so haben
> wir genug davon f�r ein paar 10.000 Jahre.

Als Energiekrise w�rde ich diesen Zustand prim�r auch nicht werten,
einverstanden, aber als Treibstoffkriese. Womit sollen Autos, Schiffe
und Flugzeuge angetrieben werden, wenn nicht durch Raffinerieprodukte?
So schnell k�nnen auch die S�dafrikaner ihre Kohleverfl�ssigungsanlagen
nicht multiplizieren.

> Ob der �lpreis steigen wird oder nicht, mache ich anderen Indikatoren
> fest als diesen omin�sen peak-oil-Vorhersagen.

Woran denn?

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Gunnar Kaestle

unread,
Nov 29, 2009, 12:20:52 PM11/29/09
to
Arne Luft schrieb:

>> Siedewasserreaktor ABWR

>
>> Was soll der denn kosten?
>

> Such doch selber. Hast doch Zeit genug.

Ich dachte, Du w�sstest das und m�sstest nicht suchen.

Lundolf Beck

unread,
Nov 29, 2009, 6:03:55 PM11/29/09
to

"Gunnar Kaestle" <gunnar....@gmx.net> schrieb

>> Die Finanzkrise und die �lpreisexplosion ist die Folge der

>> B�rsen-Manipulation durch die Bush-Regierung und Goldman-Sachs und nix

>> anderes.
>
> Man munkelt aber auch, dass die sub-prime Hypothekenkredite so richtig in

> Zahlungsverzug abgeglitten sind, als der �lpreis in die H�he geschossen
> ist und dann bei dem ein oder anderem knappen H�uslebauer weniger Geld f�r
> Zins- und Tilung �brig geblieben ist.

Das war nur die Folge, nicht die oder eine Ursache.

G-S sitzt in alle Gremien, von den G-Banken, der Regierung, der FED usw.
Die haben einfach M�ll-Papiere als wertvoll deklarieren lassen und und diese
M�ll-Papiere der FED als Sicherheit gegeben und somit viel Geld f�r nix
bekommen. FED druck neues Geld und verteilt es.
Irgendwann war halt Schlu�, es gab kein neues Geld mehr und die
Verbindlichkeiten konnten nicht beglichen werden - AUS!

Das Prinzip kenne ich schon aus dem ersten Semester Finanzwirtschaft.


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Ingo Heinscher

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Nov 30, 2009, 5:16:06 AM11/30/09
to
Gunnar Kaestle schrieb:

> Arne Luft schrieb:
>
>>> F�r mich stellt sich nur die Frage, wie hoch knallt der �lpreis gegen
>>> die Decke, wenn die Rezession aufh�rt und die Nachfrage wieder
>>> anzieht, bis sie gegen das maximal m�gliche Angebot st��t.
>>
>> Um die Sache abzuschlie�en: Es ist mir vollkommen gleichg�ltig, wie
>> lange das �l reicht. Wenn es um Verbrennungsrohstoffe geht, so haben
>> wir genug davon f�r ein paar 10.000 Jahre.
>
> Als Energiekrise w�rde ich diesen Zustand prim�r auch nicht werten,
> einverstanden, aber als Treibstoffkriese. Womit sollen Autos, Schiffe
> und Flugzeuge angetrieben werden, wenn nicht durch Raffinerieprodukte?
> So schnell k�nnen auch die S�dafrikaner ihre Kohleverfl�ssigungsanlagen
> nicht multiplizieren.

Selbst wenn sie es k�nnten, Kohle wird auch f�r sehr vieles andere
gebraucht, von Strom bis Stahl.

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