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Re: Chinesischer Windpark in Texas

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Carla Schneider

unread,
Oct 31, 2009, 2:56:35 AM10/31/09
to
Emil Naepflein wrote:
>
> On Fri, 30 Oct 2009 01:46:10 +0100, Arne Luft <ne...@yhsg3.invalid>
> wrote:
>
> >Weitere Technologien liefern General Electric, Fuhrlander und Norwin......"
> >
> >
> >
> >
> >Es geht auch ohne die Deutschen. Nach dem deutschen Solardesaster
> >kommt nun das nationale Windbeutelsterben. Das kommt davon, wenn man
> >ein EEG hat, auf dessen Garantien sich Unternehmer ausruhen, anstatt
> >sich f�r den Wettbewerb zu r�sten.
>
> Und Fuhrl�nder ist keine deutsche Firma?
>
> Ohne die ausl�ndischen Technologien k�nnten die Chinesen kein
> vern�nftiges Windkraftwerk bauen.

Die kaufen sich Windkraftwerkdesigns z.B. hier:
http://www.amsc-windtec.com/
Das war mal eine Oestereichische Firma, bis sie von American Superconductor
gekauft worden ist.

> Der einzige Grund warum man
> Windkraftwerke wie auch unz�hlige andere Produkte baut ist die extrem
> billige Arbeitskraft.

Man tut es auch weil man dort in China Windkraftwerke installiert.

> Und die ist nur so billig weil die Leute dort
> ausgebeutet werden.

Nein weil dort die Lebenserhaltungskosten billig sind, d.h. eigentlich
wegen dem guenstigen Kurs der Waehrung.

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Christoph Müller

unread,
Oct 31, 2009, 6:07:00 AM10/31/09
to
Carla Schneider schrieb:
> Emil Naepflein wrote:

>> Und die ist nur so billig weil die Leute dort
>> ausgebeutet werden.
>
> Nein weil dort die Lebenserhaltungskosten billig sind, d.h. eigentlich
> wegen dem guenstigen Kurs der Waehrung.

Die Lebenshaltungskosten sind dort u.a. deshalb so niedrig, weil kein
(bzw. nur sehr wenig) Geld in die Sozialsysteme gepumpt wird. So lange
man gesund ist und finanzierte Arbeit hat, geht's gut. Wird man krank
oder verliert seinen Job - dumm gelaufen.

Aus diesem Grund geistern auch immer wieder Vorschl�ge durch das Netz,
die eben virtuelle Sozialsysteme unterstellen. Was davon nicht
realisiert ist, wird an Zollabgaben drauf gehauen. Um an das Geld zu
kommen, muss der Exporteur dann erst mal nachweisen, dass er die
Sozialleistungen auch tats�chlich erbringt, was die Produkte nat�rlich
entsprechend teurer macht. Wer dann also meint, mit Kinderarbeit den
gro�en Reibach machen zu k�nnen, wird dann eben vom Zoll massiv
abkassiert und schon sind solche Produkte hierzulande nicht mehr
konkurrenzf�hig. Das Resultat wird sein, dass man in den Quellenl�ndern
dann eben selbst entsprechende Sozialsysteme aufbaut. Damit hat man dann
endlich faire Verh�ltnisse im Welthandel. Dann k�nnen die Z�lle entfallen.

--
Servus
Christoph M�ller
http://www.astrail.de

Ulrich Nehls

unread,
Oct 31, 2009, 7:45:55 AM10/31/09
to
Carla Schneider wrote:

> Man tut es auch weil man dort in China Windkraftwerke installiert.
>
>> Und die ist nur so billig weil die Leute dort ausgebeutet werden.
>
> Nein weil dort die Lebenserhaltungskosten billig sind, d.h.
> eigentlich wegen dem guenstigen Kurs der Waehrung.

Und erstaunlicherweise legen die Chinesen Wert auf die Feststellung,
dass sie im EE-Bereich keinesfalls Dumpingpreise fordern, sondern
Gewinnmargen von 20-30 Prozent aufweisen. Das m�ssten sie nicht, niemand
zwingt sie dazu.
Und bevor jetzt wieder irgendein Luftbeutel losb�lkt: "Die Chinesen
l�gen" (was ja immer des Luftikus ultima ratio ist) - forscht doch erst
mal nach in den Gesch�ftsberichten, oder sucht nach ratings von
Fondsgesellschaften etc. Das strengt zwar ein bisschen an, aber wir
wollen es uns doch nicht zu leicht machen.

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Jon J Panury

unread,
Oct 31, 2009, 8:29:15 AM10/31/09
to
Arne Luft <ne...@yhsg3.invalid> schrieb:

>Christoph M�ller wrote:
>
>>Wer dann also meint, mit Kinderarbeit den
>>gro�en Reibach machen zu k�nnen,
>

>Das kann sich kein westlicher H�ndler oder Produzent mehr leisten.
>Wenn publik wird, das dieses oder jenes Produkt aus Kinderarbeit
>stammt, ist er erledigt, weil keiner es mehr kauft.


>
>>wird dann eben vom Zoll massiv
>>abkassiert und schon sind solche Produkte hierzulande nicht mehr
>>konkurrenzf�hig.
>

>Das versuchen gerade die Amis mit CO2 zu machen. Wenn die Chinesen und
>Inder nicht verbindliche H�chstgrenzen f�r den nationalen CO2-Aussto�
>verabschieden, dann wird auf Importe in die USA aus diesen L�ndern ein
>Sonderzoll erhoben. Nennt sich climate change act und hat bereits
>beide H�user passiert.
>
>Also, statt selber was zu machen, werden die anderen gezwungen, sich
>zu beschr�nken, damit man selber nichts tun mu�. Das ist doch genau
>das, was du auch willst.


>
>>Das Resultat wird sein, dass man in den Quellenl�ndern
>>dann eben selbst entsprechende Sozialsysteme aufbaut.
>

>Nein, sondern die bleiben arm, es wird zu sozialen Unruhen kommen und
>viel mehr Menschen sterben als so, wie es sich jetzt entwickelt.
>
>So wie es jetzt ist, k�nnen sich die Leute was leisten, weil sie
>gen�gend Arbeit haben. Oder warum ist der chinesische Automarkt der
>gr��te der Welt noch vor den USA? Die soziale Abfederung geschieht
>dort traditionell innerhalb der Familie.

Ach, und das ist in Ordnung so, ja?
Ausbeutung innerhalb Familie z�hlt nicht als Ausbeutung, ja?
Entsagung, Aufopferung, Liebe... das sind alles Euphemismen f�r
Ausbeutung, Sklaverei, Armut!
>
>Genau so haben auch die westlichen Sozialdemokratien ihren Wohlstand
>aufgebaut. Was du willst, ist das Pferd am Schwanze aufz�umen. Das
>geht aber nicht. Du mu�t erst was leisten, bevor du was verteilen
>kannst. Machst du es anders rum, verteilst und zementierst du nur
>Armut. Siehe das Ergebnis jahrzehntelanger sozialistischer Politik.


>
>
>> Damit hat man dann
>>endlich faire Verh�ltnisse im Welthandel. Dann k�nnen die Z�lle entfallen.
>

>Deine "Fairness" ist nichts weiter als purer Egoismus der
>Wohlstandsinhaber, die Angst davor haben, das sie was von ihrem
>Wohlstand abgeben m�ssen, weil jetzt auch andere was leisten k�nnen
>und sie nicht mehr das Monopol auf irgendwas haben und der Rest der
>Welt in politisch verschuldeter Armut dahinvegetieren mu�.
>
>Die Marxisten haben uns die Zeit verschafft, die wir uns
>hochgearbeitet haben, indem sie V�lker wie China, Indien und Russland
>in Dummheit und R�ckst�ndigkeit hielten und sie damit aus dem Rennen
>um die Ressourcen nahmen. Das ist jetzt vorbei.

A.L. und wie er die Welt sieht...
Russland (Du meinst UdsSR), China, Indien sind L�nder, deren
Startbedingungen zum modernen Industrialismus *wesentlich* anders,
ung�nstiger n�mlich, waren als die der westeurop�isch/atlantischen
Staaten! Insbesondere die beiden erst genannten machten eine
"sozialistische" _nachholende_ (aufholende) Modernisierungsdiktatur.
Das hat mit Marx und Lenin nur am Rande etwas zu tun.
Und das "in Dummheit und R�ckst�ndigkeit" halten sieht so aus, dass
1918 in Russland und Umgebung vielleicht 5% der Menschen des Lesens
kundig waren, 1980 aber 99%. Eine ebenso dramatisch positive
Entwicklung nahm in der selben Spanne die Lebenserwartung. Und
anderes.
Nach einer solchen "Dummheit und R�ckst�ndigkeit" sehnen sich auch
heute noch Milliarden!

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Jon J Panury

unread,
Oct 31, 2009, 9:39:24 AM10/31/09
to
Arne Luft <ne...@yhsg3.invalid> schrieb:

>Jon J Panury wrote:
>
>>Und das "in Dummheit und R�ckst�ndigkeit" halten sieht so aus, dass
>>1918 in Russland und Umgebung vielleicht 5% der Menschen des Lesens
>>kundig waren, 1980 aber 99%.

>...


>>Nach einer solchen "Dummheit und R�ckst�ndigkeit" sehnen sich auch
>>heute noch Milliarden!
>

>Viele Kubaner w�rden gerne auf die Bildung, mit der sie in ihrem Land
>nichts anfangen k�nnen, verzichten, wenn sie daf�r weniger Armut
>h�tten.

Dass sie in ihrem Land damit so wenig anfangen k�nnen, liegt an
manchem, aber sicherlich nicht am "Sozialismus" als solchem. Mir
fallen da Handelsembargos und andere Sperenzchen ein.
Zweifellos wird in Kuba nicht alles richtig gemacht. Aber vieles. Klar
ist aber auch, dass kein kleines Land f�r sich richtig Wohlstand
machen kann. Und wenn die haupts�chlichen Exportartikel eines Landes
nicht gut Geld bringen, ist man sowieso angeschmiert.
>
>Lesen und schreiben k�nnen bedeutet nicht automatisch, das man sich
>davon auch ern�hren kann.

Wir haben es hier mit einem typischen Fall von notwendiger, aber nicht
hinreichender bedingung zu tun.

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Klaus-Holger Trappe

unread,
Oct 31, 2009, 12:41:21 PM10/31/09
to

Hallo!

Carla Schneider schrieb:


> > Und die ist nur so billig weil die Leute dort
> > ausgebeutet werden.

> Nein

doch, und zwar stärker als in reiche g8-staaten

> weil dort die Lebenserhaltungskosten billig sind,

ja, und warum?
weil die in elenden hütten wohnen, äh vegetieren.

du solltest mal mit einen chinesischen wanderarbeiter tauschen!

> d.h. eigentlich

quatsch

> wegen dem guenstigen Kurs der Waehrung.

und woher kommt der?

--
Viele Gruesse Klaus-Holger Trappe
(E-Mail hierauf verbleibt unbeachtet)

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Christoph Müller

unread,
Nov 1, 2009, 4:11:33 AM11/1/09
to
Emil Naepflein schrieb:

> Mein Vorschlag in diese Richtung ist schon seit vielen Jahren die ganzen
> lohnbezogenen Sozialabgaben komplett abzuschaffen und das alles aus dern
> Umsatz- und Einfuhrumsatzsteuer zu finanzieren. Dann bezahlt jedes
> gekaufte Importprodukt auch das Sozialsystem und gleichzeitig werden
> Exportprodukte von den Sozialabgaben entlastet und damit extrem
> konkurrenzf�hig auf dem Weltmarkt. Vordergr�ndig w�rden zwar die Preise
> aller Produkte durch die h�here MwSt steigen, gleichzeitig steigt aber
> das Nettoeinkommen durch den Wegfall der Sozialabgaben.

Erinnert mich sehr an den Vorschlag von Prof. Dr. G�tz Werner (dm
Drogeriemarktkette).

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