Hallo, ich habe einen ganz schlechten NC von 2,9. Gibt es irgendwo für mich eine Chance trotzdem Jura zu studieren? Selbst die letzte Uni im Osten - Greifswald - führt zum WS einen NC ein. Ist Jura mittlerweile wirklich nur noch was für die Elite? Wo soll das eingetlich hinführen, das überall ein NC kommt, Studiengebühren... Es werden doch mehr Studenten in Deutschland gebraucht, warum wird dann über den NC entschieden ob ich was tauge oder nicht???
probier es doch mal unter http://www.zvs.de unter den in NRW-Verteilten Studiengängen. Da müßtest du eigenlich noch irgendwo unterkommen - zur Not halt im Sommersemester. Viel wichtiger als der NC sind aber deine persönlichen Vorraussetzungen um Jura Studieren. Siehe dazu auch den Thread Jura mit 35 noch studieren...
> Hallo, > ich habe einen ganz schlechten NC von 2,9. Gibt es irgendwo für mich eine > Chance trotzdem Jura zu studieren? > Selbst die letzte Uni im Osten - Greifswald - führt zum WS einen NC ein. Ist > Jura mittlerweile wirklich nur noch was für die Elite? > Wo soll das eingetlich hinführen, das überall ein NC kommt, > Studiengebühren... Es werden doch mehr Studenten in Deutschland gebraucht, > warum wird dann über den NC entschieden ob ich was tauge oder nicht???
> ich habe einen ganz schlechten NC von 2,9. Gibt es irgendwo für mich eine > Chance trotzdem Jura zu studieren? > Selbst die letzte Uni im Osten - Greifswald - führt zum WS einen NC ein. Ist > Jura mittlerweile wirklich nur noch was für die Elite? > Wo soll das eingetlich hinführen, das überall ein NC kommt, > Studiengebühren... Es werden doch mehr Studenten in Deutschland gebraucht, > warum wird dann über den NC entschieden ob ich was tauge oder nicht???
wenn mann manche Leute hier so reden hoert, koennte man meinen sie denken das Einschreiben waere das schwierigste am ganzen Studium...
Herbert Neumann wrote: > Hallo, > ich habe einen ganz schlechten NC von 2,9. Gibt es irgendwo für mich > eine Chance trotzdem Jura zu studieren? > Selbst die letzte Uni im Osten - Greifswald - führt zum WS einen NC > ein. Ist Jura mittlerweile wirklich nur noch was für die Elite?
Nein, jeder kann Jura studieren. Nur nach München, Freiburg oder Heidelberg wirst du nicht ohne weiteres kommen. Da Leute mit schlechtem Abi auch statistisch gesehen schlechte Examina ablegen ist der Notendurchschnitt als Auswahlkritierium auch sehr tauglich. Nicht jeder mit besserem Durchschnitt als 2,9 gehört zur Elite übrigens. Wer faul in der Schule war, wird damit zu Recht bestraft.
> Wo soll das eingetlich hinführen, das überall ein NC kommt, > Studiengebühren... Es werden doch mehr Studenten in Deutschland > gebraucht, warum wird dann über den NC entschieden ob ich was tauge > oder nicht???
"Klasse statt Masse". Leistungsfähige Leute bringen Deutschland nach vorne. Mittelmäßige Juristen dagegen nicht.
> Nein, jeder kann Jura studieren. Nur nach München, Freiburg oder > Heidelberg wirst du nicht ohne weiteres kommen. Da Leute mit schlechtem > Abi auch statistisch gesehen schlechte Examina ablegen ist der > Notendurchschnitt als Auswahlkritierium auch sehr tauglich.
Von den Leuten, deren Werdegang ich nach der Matura so etwa kenne, hat sich eigentlich nur einer über das hinaus gesteigert, was er am Gymnasium gezeigt hat. Der umgekehrte Weg scheint dagegen eher verbreitet zu sein ...
Über dreizehn Jahre an Schulen eingeübtes Lernverhalten lässt sich nicht mehr so leicht durchbrechen.
>> Wo soll das eingetlich hinführen, das überall ein NC kommt, >> Studiengebühren... Es werden doch mehr Studenten in Deutschland >> gebraucht, warum wird dann über den NC entschieden ob ich was tauge >> oder nicht??? > "Klasse statt Masse". Leistungsfähige Leute bringen Deutschland nach > vorne. Mittelmäßige Juristen dagegen nicht.
Ich kenne die Lage in Deutschland nicht im Detail, zumindest für die Schweiz würde ich jedenfalls behaupten, dass es nicht mehr Studenten braucht und dass die Nivelierung von Studiengängen nach unten um höhere Durchsatzquoten zu erreichen kaum der Richtige Weg ist. Vor allem braucht es nicht Leute, die sich mit Ach und Krach eine Hochschulzulassung erkämpfen, um dann nach etlichen Jahren Studium trotzdem zu scheitern. Die Schweizer Handelszeitung hat einen Artikel zu einem ähnlich gelagerten Thema:
Gemäss dem Artikel fehlen in der Schweiz Tausende von Informatiklehrlingen. Offenbar drängen Eltern ihre Kinder dazu, den Weg über das Gymnasium in ein Studium zu machen.
> Über dreizehn Jahre an Schulen eingeübtes Lernverhalten lässt sich nicht > mehr so leicht durchbrechen.
Hmm, ich bemerke aber an mir, dass jetzt, wo ich was mache, was mich auch tatsächlich interessiert, das ganze sehr wohl umschlagen kann. Das Abi grade noch mit Ach und Krach (3,5) geschafft hab ich in der Ausbildung mit sehr gut abgeschlossen und auch jetzt im Studium läufts hervorragend. Was interessiert mich Shake's'Bier oder das Paarungsverhalten zweier Amöben? Das ich während der Schulzeit Freitag abend um 21:30 rumsitze und auch noch freiwillig lerne, nicht weils sein muss, das hätts nie gegeben...
> > "Klasse statt Masse". Leistungsfähige Leute bringen Deutschland nach > > vorne. Mittelmäßige Juristen dagegen nicht.
Wie oben gesagt, ich denke, nur weil einer mit bestimmten Themen auf Kriegsfuß steht heißt das nicht, dass er nicht in anderen Bereichen top sein kann.
> Gemäss dem Artikel fehlen in der Schweiz Tausende von
Informatiklehrlingen.
> Offenbar drängen Eltern ihre Kinder dazu, den Weg über das Gymnasium
in ein
Hmm, warum wollten die mich nur nicht, als ich an die Tür geklopft hab? Naja, Arbeitserlaubnis für 11 Monate, das wärs eh nicht gewesen...
Zum Thema Jura: Mich würd Jura auch interessieren, aber a) komme ich wegen des NC nicht rein und b) studier ich eh was anderes, was mich mehr interessiert. Wenngleich ich mich, so es denn möglich wäre, durchaus noch für Rechtswissenschaften in Hagen als Teilzeitstudent einschreiben würde...
Zum Thema NC: Ich denke nicht, dass er so aussagekräftig ist, wie viele es meinen. Aber Auswahlverfahren oä lassen sich ja kaum realisieren. Immerhin will unser Prof in Zukunft nur noch begrenzt Leute über den NC akzeptieren, er will sich seine Studenten auch nach den Rahmenbedingungen aussuchen.
Marc Stuermer <marc.stuer...@web.de> wrote: > Martin Falkenberg wrote:
>> Außerdem: Wer sagt, daß Deutschland mehr Studenten braucht, und was >> hätte das mit deinem Problem zu tun? Braucht Deutschland mehr >> Volljuristen?
> Da gabs mal irgendwelche Studien der OECD dazu, wieviel Prozent eines > Abiturjahrgangs in den Ländern dieser Organisation denn nun studieren, und > da ist Deutschland bestenfalls unteres Mittelmaß (wen wunderts...).
Wobei diese Statistiken (wie alle Statistiken) mit aeusserster Vorsicht zu geniessen sind. "Akademische Ausbildung" umfasst in vielen Laendern auch z.B. Abschluesse als Krankenschwester, wenn sie dort als "Bachelor" organisiert sind (AFAIK z.B. Australien). Wenn man jede, die an einer Uni-Klinik eine Krankenpflegeausbildung macht, auch noch als "akademische Ausbildung" zaehlen wuerde, kaemen wir auch "besser" weg.
> Wobei diese Statistiken (wie alle Statistiken) mit aeusserster > Vorsicht zu geniessen sind. "Akademische Ausbildung" umfasst in > vielen Laendern auch z.B. Abschluesse als Krankenschwester, wenn sie > dort als "Bachelor" organisiert sind (AFAIK z.B. Australien).
Ausserdem erfassen solche Statistiken auch nicht die Berufslehre. Es gibt keinen Grund, wieso Personen, die eine vierjährige Berufslehre zum Informatiker gemacht haben nun als "Unqualifiziert" in der Statistik erscheinen sollten. Zudem kann das Niveau von dem, was in den einzelnen Staaten als "Universität" gilt auch stark schwanken und darüber hinaus ist auch nicht erstellt, wieso ein besonders hoher Prozentsatz von Uniabgängern unbedingt vorteilhaft sein sollte. Das Ziel des Ausbildungssystems sollte sein, möglichst viele Leute so auszubilden, dass sie mit ihrer Ausbildung eine geeignete Arbeit finden.
Jan Kobler wrote: >>Wo soll das eingetlich hinführen, das überall ein NC kommt, >>Studiengebühren... Es werden doch mehr Studenten in Deutschland >>gebraucht, warum wird dann über den NC entschieden ob ich was tauge >>oder nicht???
> "Klasse statt Masse". Leistungsfähige Leute bringen Deutschland nach > vorne. Mittelmäßige Juristen dagegen nicht.
eigentlich bri9ngen Juristen überhaupt niemanden nach vorne... Und mehr Juristen braucht es wirklich nicht. ;-)
> Marc Stuermer <marc.stuer...@web.de> wrote: >> Martin Falkenberg wrote:
>>> Außerdem: Wer sagt, daß Deutschland mehr Studenten braucht, und was >>> hätte das mit deinem Problem zu tun? Braucht Deutschland mehr >>> Volljuristen?
>> Da gabs mal irgendwelche Studien der OECD dazu, wieviel Prozent eines >> Abiturjahrgangs in den Ländern dieser Organisation denn nun studieren, und >> da ist Deutschland bestenfalls unteres Mittelmaß (wen wunderts...).
> Wobei diese Statistiken (wie alle Statistiken) mit aeusserster > Vorsicht zu geniessen sind. "Akademische Ausbildung" umfasst in > vielen Laendern auch z.B. Abschluesse als Krankenschwester, wenn sie > dort als "Bachelor" organisiert sind (AFAIK z.B. Australien). Wenn man > jede, die an einer Uni-Klinik eine Krankenpflegeausbildung macht, auch > noch als "akademische Ausbildung" zaehlen wuerde, kaemen wir auch > "besser" weg.
Mich würde mal einen Vergleich einer Bachelor-Krankenschwester mit einer dt. examinierten Krankenpfleger/In interessieren. Abitur braucht man wohl bei beidem, auch wenn man in D formal auch ohne Abi Krankenpflege lernen kann. Eine gewisse Praxis wird man auch in beiden Ländern vorweisen müssen bevor man auf die (kranke) Menschheit losgelassen wird.
Ansonsten halte ich die Einstufung von Berufsausbildungen als mit akadmischen Ausbildungsgängen vergleichbar zumindest so pauschal für nicht haltbar.
Nimmt man mal nicht die Krankenschwester oder einen technischen Assitenzberuf (Med-T., Pharam-T., Math-T., Phys-T. Assistent, Chemilaborant,...) sondern die normale Lehre zum Maurer, Elektriker oder Industriemechaniker,... dann hört man oft, dass man den Leuten erstmal in der Berufsschule beibringen muss, was sie eigentlich schon an der Schule gelernt haben sollten. Nimmt man noch die ganzen Schulvergleichstudien (PISA, TIMS,..) so verwundert das auch nicht mehr.
Viele andere Länder haben ein effizienters Schulsystem und müssten deshalb ihren Schülern in der Berufsausbildung nicht mehr so viele Grundlagen beibringen. Zudem ist in vielen Ländern die Berufsausbildung auch schullastiger. So können mehr Grundlagen gelernt werden. Die Praxis müssen die Leute dort dafür stärker im Beruf erlernen. In D jammern die ausbildende Betriebe schon wegen einem halben Berufsschultag Allgemeinbildung.
Unser duales Ausbildungssystem hat sich zwar bisher bewährt, jedoch bezweifle ich ob es in dieser Form auch ein Modell für die Zukunft ist. Das duale Bildungssystem ist nicht dafür ausgelegt Defizite aus der Schule auszugleichen. Will man das, dann muss man die Ausbildung college-artiger aufbauen. Es ist aber sicher sinnvoller das Problem dort zu lösen wo es entsteht - an den Schulen. Aber auch mit einer brauchbaren vorhergehenden Schulbildung bin ich nicht sicher ob der Theorieanteil von 1 Tag/Woche ausreichend ist um genügend Grundlagen zu vermitteln um bis zur Rente mit der technischen Entwicklung mithalten zu können. Unsere Arbeitgeber wollen aber sicher keine qualifizierteren Arbeiter, die dann womöglich auch noch mehr Geld wollen. Deshalb wird man eine Ausdehnung der Berufsschulzeiten oder Teile der Ausbildung als Vollzeitschule kaum durchbekommen. Weiterhin glaube ich, dass ein Hauptschulabschluss und teilweise auch die mittlere Reife für immer mehr Jobs nicht mehr ausreichen werden.
Momentan sehe ich weder einen Ansatz die Schulen zu reformieren um dadurch eine gute Grundlage für eine spätere Ausbildung zu schaffen noch eine Reform des Ausbildungssystem weg von der Ausbildung auf ein statisches Tätigkeitsprofil hin zur Kompetenzvermittlung für eine mindestens 40 Jahre dauerndes Berufsleben mit ständig wechselnden Anforderungen.
Mich würde mal interessieren ob es Vergleichstudien über die berufliche Kompetenz in bestimmten Berufsfeldern in bestimmten Ländern gibt. Aber ich vermute mal wegen den vielfältigen Berufsbildern und Ausbildungswegen wird das kaum möglich sein.