Lutz Donnerhacke wrote:
> * Rupert Haselbeck wrote:
>> Lutz Donnerhacke schrieb:
>>> Allerdings nur, wenn wenigstens eine Partei das Problem erkennt.
>>
>> Das mag sein. In der realen Welt wird es den Leuten aber sowohl heute als
>> auch in fünf Jahren vorrangig darauf ankommen, "Internet" zu erhalten.
>> Solange dieses "Internet" in irgendeiner Weise geliefert wird, hat der
>> Kunde eher selten Interesse daran, ob dies nun per IPv4 oder per IPv6
>> geschieht. Folglich ist davon auszugehen, daß IPv6 zwar ein nettes Gimmick
>> sein mag, aber natürlich nicht zwingend Vertragsinhalt sein kann, wenn
>> nicht etwa explizit Vereinbarungen dazu getroffen wurden
>
> Oh, ich habe mit mit solchen "impliziten" Aussagen zu Internet schon
> mehrfach nachträglich IPv6 auf den Anschluß schalten lassen.
Tja Lutz. Da hatte die Gegenseite eben Verkäufer, die ihren Job verstanden.
Denen war klar, dass es einfacher ist, Dir ipv6 zu schalten, als sich auf
alberne Diskussionen einzulassen.
Und die Frage, inwiefern ein RfC normativen Charakter hat ist nun wirklich
sowohl aus juristischer, als auch aus pragmatischer Sicht einfach
beantwortbar, er hat ihn einfach nicht. Insbesondere vor der Tatsache, dass
seitdem ich mich mit IP beschäftige eigentlich jeder vendor fast nach Belieben
gegen RfCs verstößt. Und hast Du schon mal davon gehört, dass z.B. Cisco dafür
in Regress genommen wurde?
> Bis hin zu
> verzweifelten Anrufen von Technikern "Woher wissen Sie, daß ich ein IPv6
> Testbed aufgsetzt habe?! Der Chef meines Chefs hat mich einbestellt und
> gefordert Sie da anzuschließen!" ... Nungut das ist nun schon vier Jahre
> her.
Komischer Laden. Normalerweise würde der Betrieb bei so einer Anforderung
mauern solange es irgendwie geht. Die haben nämlich keine Lust, Kunden in
ihrem testbed herum hampeln zu lassen. Gut, wenn der Kunde "Donnerhacke" heißt
und der Betriebsleiter Useneterfahrung hat mag man Ausnahmen machen.
Zudem, was ist das für ein Spackenladen, der unübliche Zusatzleistungen
einfach so verschenkt?! Ich mein', die Leut', welche mit ipv6 spielen wollen
und denen 25 EUR im Monat zu viel sind machen mir die Preise kaputt (irgendwer
muss ja dafür zahlen)
Und im Moment braucht man als Endanwender ipv6 so dringen wie einen Kropf. Und
das wird sich auf absehbare Zeit eben nicht ändern. Da könnten die ipv6-
Aposteln weiterhin das Blaue vom Himmel herablügen, komische Taktierspielchen
treiben und sich ganz toll 'leet vorkommen. Und sei ehrlich - ipv6 hat viele
Designfehler von v4 übernommen, etliche der Änderungen werden minimal 10a
benötigen, bis der Userspace damit vernünftig umgehen kann. Und dann kommt als
schlagkräftigstes Argument "der v4-Adressraum läuft voll". OMG! Dann hätte man
1995 das version-Feld eins hoch gezählt, src und dst auf 64 bit erweitert. Das
wäre eher trivial in v4 abbildbar, eine eher überschaubare Protokolländerung
und hätte auch auf absehbare Zeit dicke ausgelangt.
Aber nein, es müssen sich Weltmeister, die von Protokolldesign so ewig viel
auch nicht verstanden haben hin setzen, und ein Gremienprotokoll entwickeln.
Ganz, ganz toll.
(heute in rantstimmung ;-)