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Euro-Krise - Warten auf den Griechenland-GAU

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Cackman

unread,
Aug 22, 2012, 2:40:19 PM8/22/12
to
Euro-Krise - Warten auf den Griechenland-GAU

http://www.fr-online.de/schuldenkrise/euro-krise-warten-auf-den-griechenland-gau,1471908,16929622.html


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Europas Regierungen und Notenbanker fᅵrchten nichts mehr als einen
Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Dennoch bereiten sie genau
diesen Schritt vor
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Cackman

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Pixies: Hey
Album: Doolittle

Cartman

unread,
Aug 23, 2012, 7:53:04 AM8/23/12
to
Irgend ein widerlich aufdringliches, notorisch trittbrettfahrendes,
stalkes und verleumdendes Kackschwein, das allein schon durch seinen
Usernamen und das X-Face betont, bewuᅵt ein notorisch
trittbrettfahrendes, stalkes und verleumdendes Kackschwein zu sein und
das auch sein zu wollen, dropte am 22.08.2012 um 20:40 einen Link und
tᅵuschte so redaktionelle Arbeit vor.

Wollen wir nun "Die Prinzen" zitieren, um kenntlich zu machen, was davon
zu halten ist:

| Jede Nacht kratzt du an meiner Tᅵr rum,
| und weiᅵt genau das hat doch keinen Zweck.
| Denn ich tu so,als ob ich dich nicht hᅵre,
| oh,wann gehst du endlich weg!
|
| Du interessierst mich nicht,
| du bist mir egal
| du bist so aufdringlich,
| das nervt total.
| Warum verstehst du`s nicht,
| ist das so schwer?
| Du interessierst mich nicht,
| komm nicht mehr her!
|
| Hau endlich ab,
| weil ich fᅵr dich nichts ᅵbrig hab,
| falls du`s nicht weiᅵt:
| du gehst auf den Geist!
|
| Du interessierst mich nicht...
|
| Hau endlich ab,
| weil ich fᅵr dich nichts ᅵbrig hab.
| Geh doch zu Jens,
| falls du den kennst.


--- Posted via news://freenews.netfront.net/ - Complaints to ne...@netfront.net ---

Thomas Heger

unread,
Aug 23, 2012, 11:04:39 PM8/23/12
to
Am 22.08.2012 20:40, schrieb Cackman:
> Euro-Krise - Warten auf den Griechenland-GAU
>
> http://www.fr-online.de/schuldenkrise/euro-krise-warten-auf-den-griechenland-gau,1471908,16929622.html
>
>
>
> --------------------------------------------------------------------
> Europas Regierungen und Notenbanker fᅵrchten nichts mehr als einen
> Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Dennoch bereiten sie genau
> diesen Schritt vor
> --------------------------------------------------------------------
>

Wenn Griechenland keine weiteren Kredite mehr erhᅵlt, dann nᅵtzt die
Einfᅵhrung einer eigenen Wᅵhrung auch nichts.

Es wᅵre sogar gefᅵhrlich, derartiges zu versuchen. Denn sollte
tatsᅵchlich die Drachme wieder Wᅵhrung in Griechenland werden, dann
wᅵrde das nur in einem Inflations-Szenario Sinn ergeben.

Dies wᅵrden die Besitzer von Barvermᅵgen jedenfalls so sehen und ihr
Vermᅵgen schleunigst in andere Wᅵhrungen umtauschen (oder einfach Euros
behalten) und sich weigern, die Drachme anzunehmen.

Dies wᅵrde aus dem Gau einen SuperGau machen.


TH

Cackman

unread,
Aug 23, 2012, 11:57:59 PM8/23/12
to
Am 24.08.2012 05:04, schrieb Thomas Heger:

> Am 22.08.2012 20:40, schrieb Cackman:
>> Euro-Krise - Warten auf den Griechenland-GAU

>> http://www.fr-online.de/schuldenkrise/euro-krise-warten-auf-den-griechenland-gau,1471908,16929622.html
>>
>>
>>
>>
>> --------------------------------------------------------------------
>> Europas Regierungen und Notenbanker fᅵrchten nichts mehr als einen
>> Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Dennoch bereiten sie genau
>> diesen Schritt vor
>> --------------------------------------------------------------------


> Wenn Griechenland keine weiteren Kredite mehr erhᅵlt, dann nᅵtzt die
> Einfᅵhrung einer eigenen Wᅵhrung auch nichts.

Wirtschaftliche Hilfen fᅵr Griechenland sind auch nach dem Austritt
Griechenlands aus dem Euro bereits eingeplant.

> Es wᅵre sogar gefᅵhrlich, derartiges zu versuchen. Denn sollte
> tatsᅵchlich die Drachme wieder Wᅵhrung in Griechenland werden, dann
> wᅵrde das nur in einem Inflations-Szenario Sinn ergeben.

Ja, die Drachme wᅵrde erheblich abwerten, was allerdings auch Chancen
fᅵr Griechenland bieten wᅵrde. Einige Firmen stehen fᅵr diesen Fall fᅵr
Investitionen wohl schon in den Startlᅵchern.

> Dies wᅵrden die Besitzer von Barvermᅵgen jedenfalls so sehen und ihr
> Vermᅵgen schleunigst in andere Wᅵhrungen umtauschen (oder einfach Euros
> behalten) und sich weigern, die Drachme anzunehmen.

Dies ist, wo mᅵglich, ohnehin lᅵngst erfolgt. Die, denen das nicht so
ohne weiteres mᅵglich war, hᅵtten ohnehin keine Wahl.

> Dies wᅵrde aus dem Gau einen SuperGau machen.

Die meisten Analysten sehen das in der Tat so. Allerdings sollte man das
den verbleibenden _realistischen_ Szenarien gegenᅵberstellen. Weitere
finanzielle Hilfen und Aufschᅵbe, die zur Erholung in weit erheblicherem
Maᅵe als zurzeit in Dikussion erforderlich wᅵren, sind in Deutschland
nᅵmlich gegenwᅵrtig politisch nicht durchsetzbar. Ein Verbleib
Griechenlands unter diesen Bedingungen wᅵrde aber erst zur Depression
und danach wohl zum totalen wirtschaftlichen und staatlichen Kollaps
fᅵhren. Unter dieser Annahme erscheint ein Ausstieg aus dem Euro gar
nicht mal mehr so abwegig.



Cackman

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Clock DVA: Disconsentment
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Thomas Heger

unread,
Aug 24, 2012, 7:13:03 PM8/24/12
to
Das Ausscheiden aus der Eurozone ist sehr wohl denkbar, allerdings muᅵ
klar sein, daᅵ das nicht einfach wird.

Man kann nicht eine Wᅵhrung einfᅵhren mit dem Ziel, sie stark
abzuwerten, sondern muᅵ sie schon zu einem realistischen Wert einfᅵhren.

Warum geht das nicht mit einer Abwertung, nachdem die Wᅵhrung eingefᅵhrt
wurde?.

Fᅵhrte man die Wᅵhrung zu einem unrealistisch hohen Preis ein, dann
mᅵᅵten die 'Kᅵufer' der Wᅵhrung mehr fᅵr die ausgeben, als sie fᅵr
sinnvoll halten und tun das nicht. Sondern es entstᅵnde eine Bewegung in
der entgegengesetzten Richtung: weg von der Wᅵhrung und evtl. sogar weg
aus dem Land.

Folge: niemand will die Wᅵhrung und ihr Wert fᅵllt im freien Fall, was
obigen Effekt noch verstᅵrkt.

Lᅵsung: man bestimmt den Wert so, daᅵ die Wᅵhrung realistischerweise
lᅵngere Zeit diesen Wert behᅵlt.

Dann nᅵtzt die Einfᅵhrung einer eigenen Wᅵhrung dem Staat Griechenland
aber nichts, da nur eine neue Rechengrᅵᅵe fᅵr die gleichen Schulden
gewᅵhlt wurde, aber der Weg, sich ᅵber eine Inflation zu entschulden
versperrt ist.

Also besteht diese Mᅵglichkeit auch nicht, so oder so, sondern die
Kreditfinanzierung von Staatsausgaben kann nicht weiter erfolgen.

Ohne den Euro wᅵre eine Entschuldung denkbar, zu Lasten der Bᅵrger.

Aber da die Bᅵrger jetzt schon eine stabile Wᅵhrung haben, kann der
Staat die den Bᅵrgern schlecht wegnehmen. Dem kᅵnnten sie durch eine
einfache ᅵberweisung in ein Land ihrer Wahl oder durch Auswanderung
ausweichen, weswegen ein Versuch, dies zu unterbinden nichts nᅵtzen wᅵrde.

So funktioniert zwar eine neue Wᅵhrung, aber lᅵst das Problem nicht.
Genau genommen hat das Problem 'Verschuldung des Staates' garnichts mit
der Wᅵhrung zu tun. Nur kᅵnnte ein Staat mit einer eigenen Wᅵhrung diese
einfach drucken und damit seine Schulden bezahlen. Aber ohne diese
Mᅵglichkeit geht das nicht und der Staat muᅵ seine Ausgaben den
Einnahmen anpassen.

Damit dies nicht zu einem totalen Chaos fᅵhrt mᅵssen die EU-Lᅵnder wohl
dem Staat Griechenland soweit helfen, daᅵ die wichtigsten Funktionen
aufrecht erhalten werden. Aber das ist Hilfe des Staates Deutschland an
den Staat Griechenland, was notwendig am Anlagenmarkt vorbei lᅵuft.


TH

Fritz

unread,
Aug 25, 2012, 12:49:20 AM8/25/12
to
Am 25.08.12 01:13, schrieb Thomas Heger:
> So funktioniert zwar eine neue W�hrung, aber l�st das Problem nicht.
> Genau genommen hat das Problem 'Verschuldung des Staates' garnichts mit
> der W�hrung zu tun. Nur k�nnte ein Staat mit einer eigenen W�hrung diese
> einfach drucken und damit seine Schulden bezahlen. Aber ohne diese
> M�glichkeit geht das nicht und der Staat mu� seine Ausgaben den
> Einnahmen anpassen.

Das w�rde konkret auch nichts n�tzen, denn Griechenlands Kredite sind
sicher gro�teils Euro Kredite und diese kannst nicht direkt mit Drachmen
begleichen, du musst Drachmen vorher in Euros umtauschen ....

> Damit dies nicht zu einem totalen Chaos f�hrt m�ssen die EU-L�nder wohl
> dem Staat Griechenland soweit helfen, da� die wichtigsten Funktionen
> aufrecht erhalten werden. Aber das ist Hilfe des Staates Deutschland an
> den Staat Griechenland, was notwendig am Anlagenmarkt vorbei l�uft.

ACK

--
Fritz
libert�, �galit�, fraternit�
Ironie, Satire, Farce, Persiflage, Metapher sind keinesfalls ausgeschlossen

Cackman

unread,
Aug 25, 2012, 2:36:04 AM8/25/12
to
Am 25.08.2012 01:13, schrieb Thomas Heger:

> Am 24.08.2012 05:57, schrieb Cackman:
>> Am 24.08.2012 05:04, schrieb Thomas Heger:

>>> Am 22.08.2012 20:40, schrieb Cackman:
>>>> Euro-Krise - Warten auf den Griechenland-GAU

>>>> http://www.fr-online.de/schuldenkrise/euro-krise-warten-auf-den-griechenland-gau,1471908,16929622.html
>>>>
>>>>
>>>>
>>>>
>>>>
>>>>
>>>> --------------------------------------------------------------------
>>>> Europas Regierungen und Notenbanker fürchten nichts mehr als einen
>>>> Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Dennoch bereiten sie genau
>>>> diesen Schritt vor
>>>> --------------------------------------------------------------------


>>> Wenn Griechenland keine weiteren Kredite mehr erhält, dann nützt die
>>> Einführung einer eigenen Währung auch nichts.

>> Wirtschaftliche Hilfen für Griechenland sind auch nach dem Austritt
>> Griechenlands aus dem Euro bereits eingeplant.

>>> Es wäre sogar gefährlich, derartiges zu versuchen. Denn sollte
>>> tatsächlich die Drachme wieder Währung in Griechenland werden, dann
>>> würde das nur in einem Inflations-Szenario Sinn ergeben.

>> Ja, die Drachme würde erheblich abwerten, was allerdings auch Chancen
>> für Griechenland bieten würde. Einige Firmen stehen für diesen Fall für
>> Investitionen wohl schon in den Startlöchern.

>>> Dies würden die Besitzer von Barvermögen jedenfalls so sehen und ihr
>>> Vermögen schleunigst in andere Währungen umtauschen (oder einfach Euros
>>> behalten) und sich weigern, die Drachme anzunehmen.

>> Dies ist, wo möglich, ohnehin längst erfolgt. Die, denen das nicht so
>> ohne weiteres möglich war, hätten ohnehin keine Wahl.

>>> Dies würde aus dem Gau einen SuperGau machen.

>> Die meisten Analysten sehen das in der Tat so. Allerdings sollte man das
>> den verbleibenden _realistischen_ Szenarien gegenüberstellen. Weitere
>> finanzielle Hilfen und Aufschübe, die zur Erholung in weit erheblicherem
>> Maße als zurzeit in Dikussion erforderlich wären, sind in Deutschland
>> nämlich gegenwärtig politisch nicht durchsetzbar. Ein Verbleib
>> Griechenlands unter diesen Bedingungen würde aber erst zur Depression
>> und danach wohl zum totalen wirtschaftlichen und staatlichen Kollaps
>> führen. Unter dieser Annahme erscheint ein Ausstieg aus dem Euro gar
>> nicht mal mehr so abwegig.

> Das Ausscheiden aus der Eurozone ist sehr wohl denkbar, allerdings muß
> klar sein, daß das nicht einfach wird.

Das hat ohnehin niemand behauptet.

> Man kann nicht eine Währung einführen mit dem Ziel, sie stark
> abzuwerten, sondern muß sie schon zu einem realistischen Wert einführen.

Der "realistische" Wert der neuen Drachme dürfte automatisch eine starke
Abwertung zum Euro beinhalten. Das wird von nahezu allen Analysten genau
so gesehen. Genau hierin läge aber auch die Chance Griechenlands, was
deren Konkurrenzfähigkeit und somit Attraktivität für ausländische
Inverstoren angeht.

[...]

> Ohne den Euro wäre eine Entschuldung denkbar, zu Lasten der Bürger.

Eine Entlastung der Schulden _mit_ dem Euro erst recht. Diese wäre
deshalb auf Dauer politisch auch nicht durchsetzbar, wie Samaras sehr
wohl weiß, weshalb er nun bei Merkel und Hollande auf Betteltour geht.
In Griechenland haben schon jetzt viele Leute nichts mehr zu essen und
somit auch nichts mehr zu verlieren. Bei einer Beibehaltung des
Austeritätskurses - und nur mit diesem ist ein Verbleib Griechenlands
bei der gegenwärtigen politischen Konstellation in Deutschland wohl
überhaupt denkbar - wäre die Depression sowie der totale
wirtschaftliche und staatlichen Kollaps unabwendbar.
Die Schulden Griechenlands kannst du außerdem komplett vergessen, die
sind nämlich - ob mit oder ohne Euro - praktisch nicht mehr eintreibbar.
Die Zinsen die Griechenland zurzeit an die Gläubigerstaaten zahlt, sind
von diesen selbst finanziert, und daran wird sich auch nichts mehr
ändren. Von einer echten Rückzahlung der Schulden geht aber auch kein
seriöser Analyst mehr ernsthaft aus. Im Übrigen hatten wir hierüber ja
bereits vor einiger Zeit mal eine Diskussion. Praktisch alle
Austrittsszenarien gehen deshalb auch realistischerweise von einem
nahezu kompletten Schuldenschnitt aus. Genau das ist nämlich mit "man
wird Griechenland ein Angebot (für den Austritt aus dem Euro) machen,
das es kaum ablehnen kann" gemeint.

> Aber da die Bürger jetzt schon eine stabile Währung haben, kann der
> Staat die den Bürgern schlecht wegnehmen. Dem könnten sie durch eine
> einfache Überweisung in ein Land ihrer Wahl oder durch Auswanderung
> ausweichen, weswegen ein Versuch, dies zu unterbinden nichts nützen würde.

Da gäbe es wie gesagt schon jetzt kaum noch was zu überweisen. Die
Presse war schon vor ca. einem halben Jahr voll von Berichten von
wohlhabenden Bürgern, die ihre Guthaben aus dem Land schafften. Bei
denen, die hierzu aus den verschiedensten Gründen nicht imstande waren,
wäre dies per Gesetz beizeiten leicht zu unterbinden.

> So funktioniert zwar eine neue Währung, aber löst das Problem nicht.
> Genau genommen hat das Problem 'Verschuldung des Staates' garnichts mit
> der Währung zu tun.

Das ist nun nachweislich falsch. Die Verschuldung der "Südländer"
verdankt sich nahezu komplett deren wirtschaftlichen Schwäche schon bei
der Einführung des Euro, der Austeritätspolitik Deutschlands sowie dem
Euro, der die betr. Länder daran hinderte abzuwerten, wie dies vor dem
Euro immer der Fall war.

Vergl. hierzu auch:

Wieso bildet Europa derzeit das globale Krisenzentrum, obwohl andere
Staaten - wie etwa die USA - ähnlich hoch verschuldet sind?
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36123/3.html

Am deutschen Wesen kann Europa nicht genesen
http://www.heise.de/tp/artikel/32/32266/1.html

Die europäischen Defizitkreisläufe
http://www.heise.de/tp/artikel/32/32551/2.html

Europa als Krisenzentrum
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37209/1.html

Wechselwirkung von Defizitbildung und Exportausrichtung auf globaler Ebene
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37209/2.html


> Nur könnte ein Staat mit einer eigenen Währung diese
> einfach drucken und damit seine Schulden bezahlen. Aber ohne diese
> Möglichkeit geht das nicht und der Staat muß seine Ausgaben den
> Einnahmen anpassen.

Die Schulden können wir im Falle Griechenlands wie gesagt außer Acht lassen.
Eine weitere Anpassung der Ausgaben, also eine "Abwertung nach innen"
wäre für die "Südländer" poltisch und wirtschaftlich nicht weiter
tragbar und auch für Deutschland nicht wirklich wünschenswert, auch wenn
dies die hiesigen politischen und ökonomischen Eliten (noch) anders
sehen. Gerade Griechenland ist hier ein mahnendes Gegenbeispiel.

vgl. hierzu:

Spanien: dramatische Lage
http://www.querschuesse.de/spanien-dramatische-lage/

Ungehörter Weckruf
http://www.nachdenkseiten.de/?p=14247


> Damit dies nicht zu einem totalen Chaos führt müssen die EU-Länder wohl
> dem Staat Griechenland soweit helfen, daß die wichtigsten Funktionen
> aufrecht erhalten werden. Aber das ist Hilfe des Staates Deutschland an
> den Staat Griechenland, was notwendig am Anlagenmarkt vorbei läuft.

Genau dies wird nach dem Austritt Griechenlands aus dem Euro, der wohl
in Kürze bevorsteht, geschehen.



Cackman

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Frank Zappa: Dumb All Over
Album: You Are What You Is

Thomas Heger

unread,
Aug 25, 2012, 10:39:35 AM8/25/12
to
Am 25.08.2012 08:36, schrieb Cackman:

>> Man kann nicht eine Wᅵhrung einfᅵhren mit dem Ziel, sie stark
>> abzuwerten, sondern muᅵ sie schon zu einem realistischen Wert einfᅵhren.
>
> Der "realistische" Wert der neuen Drachme dᅵrfte automatisch eine starke
> Abwertung zum Euro beinhalten. Das wird von nahezu allen Analysten genau
> so gesehen. Genau hierin lᅵge aber auch die Chance Griechenlands, was
> deren Konkurrenzfᅵhigkeit und somit Attraktivitᅵt fᅵr auslᅵndische
> Inverstoren angeht.

Der Einfᅵhrungskurs der Drachme (oder wie auch immer das heiᅵt) muᅵ sich
an dem realen Wert mᅵglichst nahe anlehnen, damit der Kurs
Euro<->Drachme so lange wie mᅵglich konstant bleibt.

Wᅵrde der Kurs nach der Einfᅵhrung stark fallen, dann wᅵrde wohl so eine
Art Massenpanik einsetzen und alle wᅵrden versuchen zu retten, was noch
geht - um jeden Preis.

Dann fᅵllt der Kurs ins bodenlose. Die Folge wᅵre totales Chaos.

Also muᅵ der Kurs so gewᅵhlt werden, daᅵ die Wᅵhrung von Anfang an
halbwegs stabil bleibt. Das geht nur ᅵber Stabilitᅵt der Geldmenge und
einen passend gewᅵhlten Kurs.

Auslᅵndische Investoren kᅵnnten dann zwar investieren, aber es wᅵre
nicht so richtig billig. Genau genommen ᅵndern sich die Preise weder fᅵr
Inlᅵnder noch fᅵr Auslᅵnder, da bisheriger Preis in Euro mal Kurs den
neuen Preis in Drachmen ergibt.

>
>> Ohne den Euro wᅵre eine Entschuldung denkbar, zu Lasten der Bᅵrger.
>
> Eine Entlastung der Schulden _mit_ dem Euro erst recht. Diese wᅵre
> deshalb auf Dauer politisch auch nicht durchsetzbar, wie Samaras sehr
> wohl weiᅵ, weshalb er nun bei Merkel und Hollande auf Betteltour geht.
> In Griechenland haben schon jetzt viele Leute nichts mehr zu essen und
> somit auch nichts mehr zu verlieren. Bei einer Beibehaltung des
> Austeritᅵtskurses - und nur mit diesem ist ein Verbleib Griechenlands
> bei der gegenwᅵrtigen politischen Konstellation in Deutschland wohl
> ᅵberhaupt denkbar - wᅵre die Depression sowie der totale wirtschaftliche
> und staatlichen Kollaps unabwendbar.

Die Griechische Regierung kᅵnnte einfach Drachmen drucken und damit
Rechnungen bezahlen. Dann wᅵrde die Geldmenge ausgeweitet und die
Drachmen verlieren ihren Wert. Allerdings kann der Bᅵrger in der Form
'Rentner', 'Beamter', 'Angestellter im ᅵffentlichen Dienst', 'Bezieher
von Arbeitslosengeld' kaum gegen diese Scheine wehren, da es ja echte
Drachmen wᅵren.

Die Besitzer von Barvermᅵgen wᅵren dann 'Neese', weswegen die ihr
Vermᅵgen vorher tunlichst in Sicherheit bringen.

Die Besitzer von Sachvermᅵgen wᅵren weit weniger betroffen, wie die
Inflation etwa in Deutschland nach dem Krieg gezeigt hat.

Den Gegenwert der gedruckten Scheine kᅵnnte man dann fᅵr die
Schuldentilgung verwenden, womit praktisch eine Umverteilung von
Einkommen zu Gunsten der Glᅵubigerbanken stattfindet.

Aber diese (beliebte) Methode ist den Griechen versperrt, da sie ja
bereits Euros haben und erstmal Vertrauen fᅵr ihre ggf. einzufᅵhrenden
Drachmen schaffen mᅵᅵten.


>> So funktioniert zwar eine neue Wᅵhrung, aber lᅵst das Problem nicht.
>> Genau genommen hat das Problem 'Verschuldung des Staates' garnichts mit
>> der Wᅵhrung zu tun.
>
> Das ist nun nachweislich falsch. Die Verschuldung der "Sᅵdlᅵnder"
> verdankt sich nahezu komplett deren wirtschaftlichen Schwᅵche schon bei
> der Einfᅵhrung des Euro, der Austeritᅵtspolitik Deutschlands sowie dem
> Euro, der die betr. Lᅵnder daran hinderte abzuwerten, wie dies vor dem
> Euro immer der Fall war.

Die hᅵtten den Euro nie einfᅵhren dᅵrfen. Aber nun haben sie den und
haben trotzdem fleiᅵig Kredite aufgenommen.
Das haben diese Lᅵnder selber getan und ohne fremdes Zutun. Jedenfalls
kᅵnnen die nicht Deutschland dafᅵr haftbar machen, daᅵ sie mehr
ausgegeben haben, als ihre Steuereinnahmen hergeben.

Es war vereinbart, daᅵ bestimmte Defizitgrenzen nicht ᅵberschritten
werden dᅵrfen und diese Lᅵnder haben dies trotzdem getan.

Das ist nun Pech, vor allem auch fᅵr die Inhaber der Anleihen aus diesen
Lᅵndern, da die wahrscheinlich ziemlich hohe Wertberichtigungen
durchfᅵhren mᅵssen.



>> Nur kᅵnnte ein Staat mit einer eigenen Wᅵhrung diese
>> einfach drucken und damit seine Schulden bezahlen. Aber ohne diese
>> Mᅵglichkeit geht das nicht und der Staat muᅵ seine Ausgaben den
>> Einnahmen anpassen.
>
> Die Schulden kᅵnnen wir im Falle Griechenlands wie gesagt auᅵer Acht
> lassen.
> Eine weitere Anpassung der Ausgaben, also eine "Abwertung nach innen"
> wᅵre fᅵr die "Sᅵdlᅵnder" poltisch und wirtschaftlich nicht weiter
> tragbar und auch fᅵr Deutschland nicht wirklich wᅵnschenswert, auch wenn
> dies die hiesigen politischen und ᅵkonomischen Eliten (noch) anders
> sehen. Gerade Griechenland ist hier ein mahnendes Gegenbeispiel.
>
Das Problem lautet nicht 'wᅵnschenswert oder nicht', sondern 'geht oder
geht nicht'.

Wenn Staaten keine Kredite mehr bekommen, dann mᅵssen die (wohl oder
ᅵbel) ihre Ausgaben anpassen. Das kann Deutschland garnicht verhindern.

Die EU Ziele 'Fiskalunion' bzw. 'politische Union' meinen aber, daᅵ die
'reichen' Nordlᅵnder den Sᅵdlᅵndern das Leben ᅵber ihre Verhᅵltnisse auf
Dauer finanzieren mᅵssen.

Das mᅵssen wir aber ᅵberhaupt nicht, denn so eine Verpflichtung gibt es
nicht und es dᅵrfte auch schwer fallen, die 'reichen' Deutschen von so
einer Notwendigkeit zu ᅵberzeugen.


TH

Cackman

unread,
Aug 25, 2012, 3:43:47 PM8/25/12
to
Am 25.08.2012 16:39, schrieb Thomas Heger:

> Am 25.08.2012 08:36, schrieb Cackman:
>
>>> Man kann nicht eine Wᅵhrung einfᅵhren mit dem Ziel, sie stark
>>> abzuwerten, sondern muᅵ sie schon zu einem realistischen Wert einfᅵhren.

>> Der "realistische" Wert der neuen Drachme dᅵrfte automatisch eine starke
>> Abwertung zum Euro beinhalten. Das wird von nahezu allen Analysten genau
>> so gesehen. Genau hierin lᅵge aber auch die Chance Griechenlands, was
>> deren Konkurrenzfᅵhigkeit und somit Attraktivitᅵt fᅵr auslᅵndische
>> Inverstoren angeht.

> Der Einfᅵhrungskurs der Drachme (oder wie auch immer das heiᅵt) muᅵ sich
> an dem realen Wert mᅵglichst nahe anlehnen, damit der Kurs
> Euro<->Drachme so lange wie mᅵglich konstant bleibt.

Der "reale Wert" des neuen Drachme wᅵrde schon bei Einfᅵhrung stark
unter dem des Euro liegen. D.h. inlᅵndisch produzierte Waren und
Dienstleistungen wᅵren gegen Euro gerechnet sehr billig, Waren, die in
Euro oder anderen "Hartwᅵhrungen" bezahlt werden mᅵssen, sehr teuer.
Der Vorteil des Drachme bestᅵnde auᅵerdem darin. gegenᅵber dem Euro bei
Bedarf abgewertet werden zu kᅵnnen.

> Wᅵrde der Kurs nach der Einfᅵhrung stark fallen, dann wᅵrde wohl so eine
> Art Massenpanik einsetzen und alle wᅵrden versuchen zu retten, was noch
> geht - um jeden Preis.

Die Gelder sind wie gesagt ohnehin schon ins Ausland transferiert.

> Dann fᅵllt der Kurs ins bodenlose. Die Folge wᅵre totales Chaos.

Diese Szenario halte ich nicht fᅵr realistisch. Dies war vor dem Euro
bei Abwertungen der Wᅵhrungen der "Sᅵdlᅵnder" so auch nie der Fall.

s.a.

Vergesst die Inflation!
http://www.nachdenkseiten.de/?p=14074

> Also muᅵ der Kurs so gewᅵhlt werden, daᅵ die Wᅵhrung von Anfang an
> halbwegs stabil bleibt. Das geht nur ᅵber Stabilitᅵt der Geldmenge und
> einen passend gewᅵhlten Kurs.

Kommt darauf an, was man unter passend versteht. Der "reale Wert" des
neuen Drachme mᅵsste eben schon bei Einfᅵhrung stark unter dem des Euro
liegen, so dass inlᅵndisch produzierte Waren und Dienstleistungen in
Euro gerechnet sehr billig sind.

> Auslᅵndische Investoren kᅵnnten dann zwar investieren, aber es wᅵre
> nicht so richtig billig. Genau genommen ᅵndern sich die Preise weder fᅵr
> Inlᅵnder noch fᅵr Auslᅵnder, da bisheriger Preis in Euro mal Kurs den
> neuen Preis in Drachmen ergibt.

Das ist definitiv falsch, da die Abwertung "nach auᅵen", die durch die
Einfᅵhrung der Drachme ermᅵglicht wird, inlᅵndisch erzeugte Waren und
Dienstleistungen fᅵr auslᅵndische Investoren verbilligt.

s. hierzu auch:

Wieso bildet Europa derzeit das globale Krisenzentrum, obwohl andere
Staaten - wie etwa die USA - ᅵhnlich hoch verschuldet sind?
Die europᅵischen Defizitkreislᅵufe
http://www.heise.de/tp/artikel/32/32551/2.html

Europa als Krisenzentrum
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37209/1.html

Wechselwirkung von Defizitbildung und Exportausrichtung auf globaler Ebene
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37209/2.html


>>> Ohne den Euro wᅵre eine Entschuldung denkbar, zu Lasten der Bᅵrger.

>> Eine Entlastung der Schulden _mit_ dem Euro erst recht. Diese wᅵre
>> deshalb auf Dauer politisch auch nicht durchsetzbar, wie Samaras sehr
>> wohl weiᅵ, weshalb er nun bei Merkel und Hollande auf Betteltour geht.
>> In Griechenland haben schon jetzt viele Leute nichts mehr zu essen und
>> somit auch nichts mehr zu verlieren. Bei einer Beibehaltung des
>> Austeritᅵtskurses - und nur mit diesem ist ein Verbleib Griechenlands
>> bei der gegenwᅵrtigen politischen Konstellation in Deutschland wohl
>> ᅵberhaupt denkbar - wᅵre die Depression sowie der totale wirtschaftliche
>> und staatlichen Kollaps unabwendbar.
[von dir gelᅵscht]:
Die Schulden Griechenlands kannst du auᅵerdem komplett vergessen, die
sind nᅵmlich - ob mit oder ohne Euro - praktisch nicht mehr eintreibbar.
Die Zinsen die Griechenland zurzeit an die Glᅵubigerstaaten zahlt, sind
von diesen selbst finanziert, und daran wird sich auch nichts mehr
ᅵndren. Von einer echten Rᅵckzahlung der Schulden geht aber auch kein
seriᅵser Analyst mehr ernsthaft aus. Im ᅵbrigen hatten wir hierᅵber ja
bereits vor einiger Zeit mal eine Diskussion. Praktisch alle
Austrittsszenarien gehen deshalb auch realistischerweise von einem
nahezu kompletten Schuldenschnitt aus. Genau das ist nᅵmlich mit "man
wird Griechenland ein Angebot (fᅵr den Austritt aus dem Euro) machen,
das es kaum ablehnen kann" gemeint.


> Die Griechische Regierung kᅵnnte einfach Drachmen drucken und damit
> Rechnungen bezahlen.Dann wᅵrde die Geldmenge ausgeweitet und die
> Drachmen verlieren ihren Wert. Allerdings kann der Bᅵrger in der Form
> 'Rentner', 'Beamter', 'Angestellter im ᅵffentlichen Dienst', 'Bezieher
> von Arbeitslosengeld' kaum gegen diese Scheine wehren, da es ja echte
> Drachmen wᅵren.

Dass ein Staat seine inlᅵndischen Rechnungen und Beamten in
einheimischer Wᅵhrung bezahlt, sollte klar sein. Im Falle Griechenlands
wᅵrden durch die neue Drachme auslᅵndische Waren und Dienstleistungen
drastisch verteuert. Aber dies spielt ohnehin keine Rolle, da der
griechische Staat seine Rechnungen in Euro ohnehin nicht mehr begleichen
kann.

> Die Besitzer von Barvermᅵgen wᅵren dann 'Neese', weswegen die ihr
> Vermᅵgen vorher tunlichst in Sicherheit bringen.

Dies ist bei denen, die hierzu imstande waren wie gesagt lᅵngst geschehen.

> Die Besitzer von Sachvermᅵgen wᅵren weit weniger betroffen, wie die
> Inflation etwa in Deutschland nach dem Krieg gezeigt hat.

Stimmt.

> Den Gegenwert der gedruckten Scheine kᅵnnte man dann fᅵr die
> Schuldentilgung verwenden, womit praktisch eine Umverteilung von
> Einkommen zu Gunsten der Glᅵubigerbanken stattfindet.

Die Schulden Griechenlands kannst du komplett vergessen, die sind
nᅵmlich - ob mit oder ohne Euro - praktisch nicht mehr eintreibbar. Die
Zinsen die Griechenland zurzeit an die Glᅵubigerstaaten zahlt, sind von
diesen selbst finanziert, und daran wird sich auch nichts mehr ᅵndren.
Von einer echten Rᅵckzahlung der Schulden geht aber auch kein seriᅵser
Analyst mehr ernsthaft aus. Im ᅵbrigen hatten wir hierᅵber ja bereits
vor einiger Zeit mal eine Diskussion. Praktisch alle Austrittsszenarien
gehen deshalb auch realistischerweise von einem nahezu kompletten
Schuldenschnitt aus. Genau das ist nᅵmlich mit "man wird Griechenland
ein Angebot (fᅵr den Austritt aus dem Euro) machen, das es kaum ablehnen
kann" gemeint.

> Aber diese (beliebte) Methode ist den Griechen versperrt, da sie ja
> bereits Euros haben und erstmal Vertrauen fᅵr ihre ggf. einzufᅵhrenden
> Drachmen schaffen mᅵᅵten.

Keineswegs. Die Einfᅵhrung der Drachem bedeutet diesbezᅵglich natᅵrlich
einen Neuanfang, der wie gesagt bei Bedarf durch Abwertungen der eigenen
Wᅵhrung die Konkurrenzfᅵhigkeit der eigene Wirtschaft erhᅵlt bzw.
erhᅵht. Der Euro wᅵre in diesem Fall wie bei uns der Dolar eine
Fremdwᅵhrung.

>>> So funktioniert zwar eine neue Wᅵhrung, aber lᅵst das Problem nicht.
>>> Genau genommen hat das Problem 'Verschuldung des Staates' garnichts mit
>>> der Wᅵhrung zu tun.

>> Das ist nun nachweislich falsch. Die Verschuldung der "Sᅵdlᅵnder"
>> verdankt sich nahezu komplett deren wirtschaftlichen Schwᅵche schon bei
>> der Einfᅵhrung des Euro, der Austeritᅵtspolitik Deutschlands sowie dem
>> Euro, der die betr. Lᅵnder daran hinderte abzuwerten, wie dies vor dem
>> Euro immer der Fall war.

> Die hᅵtten den Euro nie einfᅵhren dᅵrfen. Aber nun haben sie den und
> haben trotzdem fleiᅵig Kredite aufgenommen.

Die ohnehin nie zurᅵckgezahlt werden kᅵnnen und auch nicht werden. Da
hilft kein Lamentieren.

> Das haben diese Lᅵnder selber getan und ohne fremdes Zutun.

Das ist falsch. Deutschland hat nicht zuletzt fᅵr Rᅵstungslieferungen an
Griechenland die Bᅵrgschaften ᅵbernommen.

> Jedenfalls
> kᅵnnen die nicht Deutschland dafᅵr haftbar machen, daᅵ sie mehr
> ausgegeben haben, als ihre Steuereinnahmen hergeben.

Die Zusammenhᅵnge sind in den von mir verlinkten Artikeln dargelegt und
widerlegen deine Auffassung.

> Es war vereinbart, daᅵ bestimmte Defizitgrenzen nicht ᅵberschritten
> werden dᅵrfen und diese Lᅵnder haben dies trotzdem getan.

Die Unmᅵglichkeit, diese Grenzen einzuhalten, wurden durch die von den
Geberlᅵndern erzwungene Austeritᅵtspolitik mit verursacht.

> Das ist nun Pech, vor allem auch fᅵr die Inhaber der Anleihen aus diesen
> Lᅵndern, da die wahrscheinlich ziemlich hohe Wertberichtigungen
> durchfᅵhren mᅵssen.

Die Inhaber dieser Anleihen sind mittlerweile fast nur noch die EZB oder
die Notenbanken.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/schuldenkrise-banken-bleiben-auf-griechenland-anleihen-sitzen-a-768788.html

>>> Nur kᅵnnte ein Staat mit einer eigenen Wᅵhrung diese
>>> einfach drucken und damit seine Schulden bezahlen. Aber ohne diese
>>> Mᅵglichkeit geht das nicht und der Staat muᅵ seine Ausgaben den
>>> Einnahmen anpassen.

>> Die Schulden kᅵnnen wir im Falle Griechenlands wie gesagt auᅵer Acht
>> lassen.
>> Eine weitere Anpassung der Ausgaben, also eine "Abwertung nach innen"
>> wᅵre fᅵr die "Sᅵdlᅵnder" poltisch und wirtschaftlich nicht weiter
>> tragbar und auch fᅵr Deutschland nicht wirklich wᅵnschenswert, auch wenn
>> dies die hiesigen politischen und ᅵkonomischen Eliten (noch) anders
>> sehen. Gerade Griechenland ist hier ein mahnendes Gegenbeispiel.

> Das Problem lautet nicht 'wᅵnschenswert oder nicht', sondern 'geht oder
> geht nicht'.

Dann lautet die Antwort eben fᅵr die "Sᅵdlᅵnder" "geht nicht" und fᅵr
Deutschland "nicht wᅵnschenswert".

> Wenn Staaten keine Kredite mehr bekommen, dann mᅵssen die (wohl oder
> ᅵbel) ihre Ausgaben anpassen.

Mitnichten. Die Alternative im Falle Griechenlands wᅵre eben aus dem
Euro auszutreten und sich nach innen mit ihrer eigen Wᅵhrung selbst zu
finanzieren und den Schuldendienst nach auᅵen einzustellen. Das dies
groᅵe Verwerfungen zur Folge hᅵtte, ist klar. Die Alternative mit dem
Euro und der von den "Geberlᅵndern" aufgezwungenen Austeritᅵtspolitik
die Depression sowie der totale wirtschaftliche und staatlichen Kollaps

Das kann Deutschland garnicht verhindern.

Den Austritt Griechenlands aus dem Euro zu verhindern will Deutschland
auch gar nicht mehr.

> Die EU Ziele 'Fiskalunion' bzw. 'politische Union' meinen aber, daᅵ die
> 'reichen' Nordlᅵnder den Sᅵdlᅵndern das Leben ᅵber ihre Verhᅵltnisse auf
> Dauer finanzieren mᅵssen.

Das ist Unsinn. Durch die Fiskalunion und Anpassung der
Sozialgesetzgebung ist langfristig auch eine wirtschaftliche Konvergenz
angestrebt. Diese hat Deutschland durch seine Austeritᅵtspolitik
allerdings hintertrieben.

s.a.

Ungehᅵrter Weckruf
http://www.nachdenkseiten.de/?p=14247

> Das mᅵssen wir aber ᅵberhaupt nicht, denn so eine Verpflichtung gibt es
> nicht und es dᅵrfte auch schwer fallen, die 'reichen' Deutschen von so
> einer Notwendigkeit zu ᅵberzeugen.

Dass fᅵr weitere Unterstᅵtzungen Griechenlands die politische Mehrheit
in Deutschland nicht gegeben ist, hatte ich ja bereits ausgefᅵhrt.
Infolgedessen bleibt dann eben konsequenterweise nur noch der Austritt
Griechenlands aus dem Euro, den ich ᅵbrigens schon lᅵnger im Interesse
aller Beteiligten fᅵr unausweichlich halte und der wohl auch bald
erfolgen dᅵrfte.



Cackman

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Random Play
Monk & Canatella: My Style
Album: Do Community Service

Thomas Heger

unread,
Aug 26, 2012, 6:26:51 AM8/26/12
to
Am 25.08.2012 21:43, schrieb Cackman:
> Am 25.08.2012 16:39, schrieb Thomas Heger:
>
>> Am 25.08.2012 08:36, schrieb Cackman:
>>
>>>> Man kann nicht eine Wᅵhrung einfᅵhren mit dem Ziel, sie stark
>>>> abzuwerten, sondern muᅵ sie schon zu einem realistischen Wert
>>>> einfᅵhren.
>
>>> Der "realistische" Wert der neuen Drachme dᅵrfte automatisch eine starke
>>> Abwertung zum Euro beinhalten. Das wird von nahezu allen Analysten genau
>>> so gesehen. Genau hierin lᅵge aber auch die Chance Griechenlands, was
>>> deren Konkurrenzfᅵhigkeit und somit Attraktivitᅵt fᅵr auslᅵndische
>>> Inverstoren angeht.
>
>> Der Einfᅵhrungskurs der Drachme (oder wie auch immer das heiᅵt) muᅵ sich
>> an dem realen Wert mᅵglichst nahe anlehnen, damit der Kurs
>> Euro<->Drachme so lange wie mᅵglich konstant bleibt.
>
> Der "reale Wert" des neuen Drachme wᅵrde schon bei Einfᅵhrung stark
> unter dem des Euro liegen. D.h. inlᅵndisch produzierte Waren und
> Dienstleistungen wᅵren gegen Euro gerechnet sehr billig, Waren, die in
> Euro oder anderen "Hartwᅵhrungen" bezahlt werden mᅵssen, sehr teuer.
> Der Vorteil des Drachme bestᅵnde auᅵerdem darin. gegenᅵber dem Euro bei
> Bedarf abgewertet werden zu kᅵnnen.

Du gehst von der vᅵllig abwegigen Annahme aus, die Griechen wᅵrden die
Abwertung ihres Vermᅵgens tatenlos hinnehmen.

Fakt ist: Griechenland hat jetzt eine stabile Wᅵhrung namens Euro und
alle Bargeldbestᅵnde lauten auf Euro sowie alle Preise.

Wenn man jetzt zum Kurs x eine neue nationale Wᅵhrung einfᅵhrt, dann
haben die Griechen immer noch Euro und wollen auch Euros fᅵr ihre Waren.

Die Drachme kann da nur mithalten, wenn die Griechen der vertrauen. Das
tun sie NUR, wenn die Drachme genauso stabil ist, wie der Euro, am
besten noch stabiler.

Dadurch entsteht aber nirgends eine Abwertung und das ist gerade, was
man vermeiden mᅵchte.

Tᅵte man das nicht, dann stᅵrzt die Neu-Drachme ins bodenlose, ᅵhnlich
wie die Reichsmark in den Zwanzigern.

Der Unterschied wᅵre aber, daᅵ die Griechen bereits eine Hartwᅵhrung
haben und einfach keine Drachmen kaufen oder annehmen, (was man in
ᅵhnlicher Form in Kroatien mal hatte).

Wenn man dem mit Gesetzen Einhalt gebieten wollte, dann wandern die
Vermᅵgenden aus und das wᅵrde das Chaos komplett machen.


>> Wᅵrde der Kurs nach der Einfᅵhrung stark fallen, dann wᅵrde wohl so eine
>> Art Massenpanik einsetzen und alle wᅵrden versuchen zu retten, was noch
>> geht - um jeden Preis.
>
> Die Gelder sind wie gesagt ohnehin schon ins Ausland transferiert.
>
>> Dann fᅵllt der Kurs ins bodenlose. Die Folge wᅵre totales Chaos.
>
> Diese Szenario halte ich nicht fᅵr realistisch. Dies war vor dem Euro
> bei Abwertungen der Wᅵhrungen der "Sᅵdlᅵnder" so auch nie der Fall.

Die Motivation fᅵr Vermᅵgende in Griechenland dᅵrfte deutlich anders
sein als bei Einfᅵhrung des Euros. Die Griechen haben ja Euros fᅵr
Drachmen bekommen, die schon damals nicht gerade als extrem harte
Wᅵhrung galt.

Warum sollten sie den umgekehrten Weg akzeptieren?

Fᅵr die Empfᅵnger von Renten, Transferleistungen, Lᅵhnen und Gehᅵltern
sieht das natᅵrlich anders aus, allerdings sind die auch nicht
sonderlich vermᅵgend.

Bei denen wird sich sicherlich Wut bilden oder die Tendenz in andere
Lᅵnder zu gehen, aber die mᅵssen die neue Wᅵhrung akzeptieren. Wie viel
sie von der dann bekommen, das liegt an ihren Mᅵglichkeiten, ihren
Forderungen auch Nachdruck zu verleihen.



> s.a.
>
> Vergesst die Inflation!
> http://www.nachdenkseiten.de/?p=14074
>
>> Also muᅵ der Kurs so gewᅵhlt werden, daᅵ die Wᅵhrung von Anfang an
>> halbwegs stabil bleibt. Das geht nur ᅵber Stabilitᅵt der Geldmenge und
>> einen passend gewᅵhlten Kurs.
>
> Kommt darauf an, was man unter passend versteht. Der "reale Wert" des
> neuen Drachme mᅵsste eben schon bei Einfᅵhrung stark unter dem des Euro
> liegen, so dass inlᅵndisch produzierte Waren und Dienstleistungen in
> Euro gerechnet sehr billig sind.


Nein, denn ein Kurs fᅵr neue Drachmen ᅵndert die Preise ᅵberhaupt nicht

Preis in Drachmen = Preis in Euro mal Kurs


Erst wenn sich das Preisniveau in Drachmen auf bestimmte Werte
eingependelt hat, dann kᅵnnten Wechselkurs-ᅵnderungen zu Verschiebungen
der Preisrelation fᅵhren.

Aber bei Einfᅵhrung werden alle Preise so berechnet wie oben geschrieben
und zwar unabhᅵngig davon, wie der Kurs letztlich ist.

Der Kurs sollte nur nach der Einfᅵhrung mᅵglichst stabil bleiben (s.o).
Deshalb ᅵndern sich dann auch nicht die Preise, weder im Inland noch fᅵr
Auslᅵnder.

>> Auslᅵndische Investoren kᅵnnten dann zwar investieren, aber es wᅵre
>> nicht so richtig billig. Genau genommen ᅵndern sich die Preise weder fᅵr
>> Inlᅵnder noch fᅵr Auslᅵnder, da bisheriger Preis in Euro mal Kurs den
>> neuen Preis in Drachmen ergibt.
>
> Das ist definitiv falsch, da die Abwertung "nach auᅵen", die durch die
> Einfᅵhrung der Drachme ermᅵglicht wird, inlᅵndisch erzeugte Waren und
> Dienstleistungen fᅵr auslᅵndische Investoren verbilligt.


Du musst mir natᅵrlich nicht glauben. (Aber was ich denke ist sowieso
nicht entscheidend. )

Wichtig wᅵre, was die Griechen glauben. Und da ich schon etliche Male
dort war, denke ich, meine Einschᅵtzung trifft deren Ansichten in etwa.

Eine starke Abwertung nach Einfᅵhrung der neuen Wᅵhrung wᅵrde jedenfalls
ins komplette Chaos fᅵhren, da die Griechen dann jedwedes Geldvermᅵgen
in Sicherheit bringen und sich auf Selbstversorgungs-Wirtschaft
umstellen, solange die Krise eben dauert.

Das kᅵnnen die erstaunlich gut und leben dann eben von ihren Bienen oder
Zimmern, die sie an Rucksacktouristen vermieten.


TH

Cackman

unread,
Aug 26, 2012, 8:12:19 AM8/26/12
to
...die sich schon jetzt nicht mehr leisten kᅵnnen.

> und
> alle Bargeldbestᅵnde lauten auf Euro sowie alle Preise.

was bei dieser Frage keine Rolle spielt. Jede Wᅵhrungsreform ist diesen
Widrigkeiten ausgesetzt. Fᅵr Griechenland kann es jetzt nur noch darum
gehen, mittel- bis langfristig wieder mehr Handlungsspielraum bei der
Wᅵhrungspolitik zu erhalten. Der Transfer der Euros aus Griechenland
ist, wo mᅵglich, auᅵerdem ohnehin lᅵngst erfolgt. Die, denen das nicht
so ohne weiteres mᅵglich war, hᅵtten bei Einfᅵhrung einer neuen
nationalen Wᅵhrung auf Dauer ohnehin keine andere Wahl, als diese zu
akzeptieren.

> Wenn man jetzt zum Kurs x eine neue nationale Wᅵhrung einfᅵhrt, dann
> haben die Griechen immer noch Euro und wollen auch Euros fᅵr ihre Waren.

Die sind wie gesagt eben nicht mehr oder in nur sehr geringem Umfang in
Griechenland vorhanden. Die verbliebenen Euro sind zudem schnell
ausgegeben. Also wird man wohl die neue Drachme akzeptieren mᅵssen,
zumal sie ja auch als gesetzliches Zahlungsmittel voregeschrieben sein wird.

> Die Drachme kann da nur mithalten, wenn die Griechen der vertrauen. Das
> tun sie NUR, wenn die Drachme genauso stabil ist, wie der Euro, am
> besten noch stabiler.

Das ist Quatsch. Da im Inland in vielen Bereichen wie Lᅵhne Miete usw.
ohnehin nur die nationale Wᅵhrung ausgezahlt wird und im Vergleich zu
dieser auch sonst kaum noch Euros im Land wᅵren, bliebe den Leuten gar
keine andere Wahl, als diese zu akzeptieren. Das war vor dem Euro mit
den schwᅵcheren Wᅵhrungen, die gegenᅵber der D-Mark auch bei Bedarf
ᅵfter mal abgewerte wurden, ja ebenfalls so. Einem mᅵglichen aber nicht
gerade wahrscheinlichen Problem bei einer zu starken spᅵteren Abwertung
kᅵnnte man mit Ausfuhrbeschrᅵnkungen begegnen.


> Dadurch entsteht aber nirgends eine Abwertung und das ist gerade, was
> man vermeiden mᅵchte.

Widerlegung s.o.

> Tᅵte man das nicht, dann stᅵrzt die Neu-Drachme ins bodenlose, ᅵhnlich
> wie die Reichsmark in den Zwanzigern.

Du vergleichst hier ᅵpfel mit Birnen.

> Der Unterschied wᅵre aber, daᅵ die Griechen bereits eine Hartwᅵhrung
> haben und einfach keine Drachmen kaufen oder annehmen, (was man in
> ᅵhnlicher Form in Kroatien mal hatte).

Der Transfer der Euros aus Griechenland ist, wo mᅵglich, ohnehin lᅵngst
erfolgt. Die, denen das nicht so ohne weiteres mᅵglich war, hᅵtten bei
Einfᅵhrung einer neuen nationalen Wᅵhrung auf Dauer ohnehin keine andere
Wahl, als diese zu akzeptieren. Die paar Euro, die noch im Land sind,
wᅵren schnell ausgegeben und so schnell auch nicht wieder erlangbar.


> Wenn man dem mit Gesetzen Einhalt gebieten wollte, dann wandern die
> Vermᅵgenden aus und das wᅵrde das Chaos komplett machen.

Der Transfer der Euros aus Griechenland ist, wo mᅵglich, ohnehin lᅵngst
erfolgt. Die, denen das nicht so ohne weiteres mᅵglich war, hᅵtten bei
Einfᅵhrung einer neuen nationalen Wᅵhrung auf Dauer ohnehin keine andere
Wahl, als diese zu akzeptieren.


>>> Wᅵrde der Kurs nach der Einfᅵhrung stark fallen, dann wᅵrde wohl so eine
>>> Art Massenpanik einsetzen und alle wᅵrden versuchen zu retten, was noch
>>> geht - um jeden Preis.

>> Die Gelder sind wie gesagt ohnehin schon ins Ausland transferiert.

>>> Dann fᅵllt der Kurs ins bodenlose. Die Folge wᅵre totales Chaos.

>> Diese Szenario halte ich nicht fᅵr realistisch. Dies war vor dem Euro
>> bei Abwertungen der Wᅵhrungen der "Sᅵdlᅵnder" so auch nie der Fall.

> Die Motivation fᅵr Vermᅵgende in Griechenland dᅵrfte deutlich anders
> sein als bei Einfᅵhrung des Euros. Die Griechen haben ja Euros fᅵr
> Drachmen bekommen, die schon damals nicht gerade als extrem harte
> Wᅵhrung galt.

Der Transfer der Euros aus Griechenland ist, wo mᅵglich, ohnehin lᅵngst
erfolgt. Die, denen das nicht so ohne weiteres mᅵglich war, hᅵtten bei
Einfᅵhring einer neuen nationalen Wᅵhrung auf Dauer ohnehin keine andere
Wahl, als diese zu akzeptieren. Die paar Euro, die noch im Land sind,
wᅵren schnell ausgegeben und so schnell auch nicht wieder erlangbar.

> Warum sollten sie den umgekehrten Weg akzeptieren?

Was gibt's da noch zu akzeptieren?

> Fᅵr die Empfᅵnger von Renten, Transferleistungen, Lᅵhnen und Gehᅵltern
> sieht das natᅵrlich anders aus, allerdings sind die auch nicht
> sonderlich vermᅵgend.

Die kᅵnnen ohnehin schon jetzt nicht mehr in Euro ausgezahlt werden.

> Bei denen wird sich sicherlich Wut bilden oder die Tendenz in andere
> Lᅵnder zu gehen,

das tun sie auch jetzt mit dem Euro schon, da fᅵr in Euro ausgezahlte
Lᅵhne sowieso kein Geld mehr da ist und dieses auch nihct mehr
erwirtschaftet werden kann; daher auch die hohe Arbeitlosigkeit.

> aber die mᅵssen die neue Wᅵhrung akzeptieren. Wie viel
> sie von der dann bekommen, das liegt an ihren Mᅵglichkeiten, ihren
> Forderungen auch Nachdruck zu verleihen.

Meine Rede. Da die staatlichen Ausgaben, Lᅵhne, Mieten usw. ohnehin
nicht mehr in Euro ausgezahlt werden kᅵnnen, bleibt allen Beteilgten
ohnehin keine Wahl.

>> s.a.

>> Vergesst die Inflation!
>> http://www.nachdenkseiten.de/?p=14074
>>
>>> Also muᅵ der Kurs so gewᅵhlt werden, daᅵ die Wᅵhrung von Anfang an
>>> halbwegs stabil bleibt. Das geht nur ᅵber Stabilitᅵt der Geldmenge und
>>> einen passend gewᅵhlten Kurs.

>> Kommt darauf an, was man unter passend versteht. Der "reale Wert" des
>> neuen Drachme mᅵsste eben schon bei Einfᅵhrung stark unter dem des Euro
>> liegen, so dass inlᅵndisch produzierte Waren und Dienstleistungen in
>> Euro gerechnet sehr billig sind.

> Nein, denn ein Kurs fᅵr neue Drachmen ᅵndert die Preise ᅵberhaupt nicht

Ich sprach nicht vom Kurs, sondern vom "realen Wert".
Dieser kann durch unterschiedliche Umstellungssᅵtze realisiert werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsreform#Unterschiedliche_Umstellungss.C3.A4tze

> Preis in Drachmen = Preis in Euro mal Kurs

s.o.

> Erst wenn sich das Preisniveau in Drachmen auf bestimmte Werte
> eingependelt hat, dann kᅵnnten Wechselkurs-ᅵnderungen zu Verschiebungen
> der Preisrelation fᅵhren.

Da widerlegt nicht meine obigen Ausfᅵhrungen.

> Aber bei Einfᅵhrung werden alle Preise so berechnet wie oben geschrieben
> und zwar unabhᅵngig davon, wie der Kurs letztlich ist.

s.o.

> Der Kurs sollte nur nach der Einfᅵhrung mᅵglichst stabil bleiben (s.o).
> Deshalb ᅵndern sich dann auch nicht die Preise, weder im Inland noch fᅵr
> Auslᅵnder.

zur Abwertung s.a.

Wieso bildet Europa derzeit das globale Krisenzentrum, obwohl andere
Staaten - wie etwa die USA - ᅵhnlich hoch verschuldet sind?
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36123/3.html

Am deutschen Wesen kann Europa nicht genesen
http://www.heise.de/tp/artikel/32/32266/1.html

Die europᅵischen Defizitkreislᅵufe
http://www.heise.de/tp/artikel/32/32551/2.html

Europa als Krisenzentrum
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37209/1.html

Wechselwirkung von Defizitbildung und Exportausrichtung auf globaler Ebene
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37209/2.html

>>> Auslᅵndische Investoren kᅵnnten dann zwar investieren, aber es wᅵre
>>> nicht so richtig billig. Genau genommen ᅵndern sich die Preise weder fᅵr
>>> Inlᅵnder noch fᅵr Auslᅵnder, da bisheriger Preis in Euro mal Kurs den
>>> neuen Preis in Drachmen ergibt.

>> Das ist definitiv falsch, da die Abwertung "nach auᅵen", die durch die
>> Einfᅵhrung der Drachme ermᅵglicht wird, inlᅵndisch erzeugte Waren und
>> Dienstleistungen fᅵr auslᅵndische Investoren verbilligt.

> Du musst mir natᅵrlich nicht glauben. (Aber was ich denke ist sowieso
> nicht entscheidend. )

Die Artikel, die ich oben noch mal verlinkt habe, widersprechen deiner
Auffassung bezᅵglich der Funktion der Abwertung.

> Wichtig wᅵre, was die Griechen glauben. Und da ich schon etliche Male
> dort war, denke ich, meine Einschᅵtzung trifft deren Ansichten in etwa.

Den Griechen wᅵrden bei einem weiteren Verbleib im Euro wohl Hᅵren und
Sehen vergehen. Dieser war bisher nur durch die Hilfen der "Geberlᅵnder"
ᅵberhaupt erst mᅵglich bzw. gerade noch ertrᅵglich. Da weitere Hilfen
hier politisch nicht mehr durchsetzbar sind, wᅵrde sich die Lage
dramatisch verschlechtern und die bisher noch vorhandene Akzeptanz
wegbrechen. Anzeichen hierfᅵr sind jetzt schon sichtbar.

> Eine starke Abwertung nach Einfᅵhrung der neuen Wᅵhrung wᅵrde jedenfalls
> ins komplette Chaos fᅵhren, da die Griechen dann jedwedes Geldvermᅵgen
> in Sicherheit bringen und sich auf Selbstversorgungs-Wirtschaft
> umstellen, solange die Krise eben dauert.

Der Transfer der Euros aus Griechenland ist, wo mᅵglich, ohnehin lᅵngst
erfolgt. Die, denen das nicht so ohne weiteres mᅵglich war, hᅵtten bei
Einfᅵhrung einer neuen nationalen Wᅵhrung auf Dauer ohnehin keine andere
Wahl, als diese zu akzeptieren. Die paar Euro, die noch im Land sind,
wᅵren schnell ausgegeben und so schnell auch nicht wieder erlangbar.
Eine Beibehaltung des Euro und der von den "Geberlᅵndern" aufgezwungenen
Austeritᅵtspolitik hᅵtte unweigerlich eine Depression sowie der totale
wirtschaftliche und staatlichen Kollaps zur Folge.
Zur Abwertung s. meine obigen Links.

> Das kᅵnnen die erstaunlich gut und leben dann eben von ihren Bienen oder
> Zimmern, die sie an Rucksacktouristen vermieten.

Ein Volk von Imkern und Vermietern...



Cackman

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Random Play (Oldies Collection)
Odean Pope: The Garden Of Happiness
Album: Out For A Walk

Thomas Heger

unread,
Aug 26, 2012, 2:06:37 PM8/26/12
to
Am 26.08.2012 14:12, schrieb Cackman:

>
>>> Vergesst die Inflation!
>>> http://www.nachdenkseiten.de/?p=14074
>>>
>>>> Also muᅵ der Kurs so gewᅵhlt werden, daᅵ die Wᅵhrung von Anfang an
>>>> halbwegs stabil bleibt. Das geht nur ᅵber Stabilitᅵt der Geldmenge und
>>>> einen passend gewᅵhlten Kurs.
>
>>> Kommt darauf an, was man unter passend versteht. Der "reale Wert" des
>>> neuen Drachme mᅵsste eben schon bei Einfᅵhrung stark unter dem des Euro
>>> liegen, so dass inlᅵndisch produzierte Waren und Dienstleistungen in
>>> Euro gerechnet sehr billig sind.
>
>> Nein, denn ein Kurs fᅵr neue Drachmen ᅵndert die Preise ᅵberhaupt nicht
>
> Ich sprach nicht vom Kurs, sondern vom "realen Wert".
> Dieser kann durch unterschiedliche Umstellungssᅵtze realisiert werden.
>
> http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsreform#Unterschiedliche_Umstellungss.C3.A4tze
>


Den Artikel ᅵber die Wᅵhrungsreform finde ich ganz passend.
Hier geht es auch um eine Wᅵhrungsumstellung im Sinne der Einfᅵhrung
einer neuen Wᅵhrung.

ABER:
es soll nicht eine schwache durch durch eine starke Wᅵhrung ersetzt
werden, sondern eine starke durch eine schwache.

Dafᅵr gibt es meines Erachtens kein historisches Vorbild und man muᅵ
sich mit Spekulieren und Nachdenken helfen.

Bei der Deutschen Wᅵhrungsreform 1949 wurde die Reichsmark durch die
D-Mark ersetzt. 1990 haben die Bᅵrger der DDR D-Mark fᅵr Mark der DDR
bekommen (was ihnen natᅵrlich erstmal gefallen hat).

Aber wer will Drachmen fᅵr Euros?

Du sagst, die Griechen hᅵtten keine Wahl und basta. Folge dᅵrfte eine
starke Abwertung sein und ein Total-Zusammenbruch der Rest-Wirtschaft.
Aber was wird dann mit den Schulden, wenn sich die Griechische
Wirtschaft im Sturzflug befindet?

Am ehesten lieᅵe sich das Fiasko wohl verhindern, wenn nicht
Griechenland die Euro-Zone verlᅵᅵt, sondern Deutschland.

Dann hᅵtten die 'Sᅵdlᅵnder' ihren eigenen 'Rest-Euro', den sie nach
Herzenlust abwerten kᅵnnen.

>> Preis in Drachmen = Preis in Euro mal Kurs
>
> s.o.
>

Der Artikel spricht ᅵbrigens auch von 'Kurs'. Man kᅵnnte auch
Umtauschsatz oder Umstellungsrate sagen, was alles mehr oder weniger das
selbe meint. Das ist jener Satz, nachdem Wᅵhrung_alt in Wᅵhrung_neu
umgetauscht wird.

('Kurs' ist auch ein gᅵngiger Begriff, aber wegen Worten wollen wir uns
nicht klauben...)

>> Erst wenn sich das Preisniveau in Drachmen auf bestimmte Werte
>> eingependelt hat, dann kᅵnnten Wechselkurs-ᅵnderungen zu Verschiebungen
>> der Preisrelation fᅵhren.
>
> Da widerlegt nicht meine obigen Ausfᅵhrungen.
>

Mit dem Begriff 'realem Wert' sollte man generell vorsichtig sein.

'Wert' ist eher eine subjektive Grᅵᅵe und hᅵngt von der empfundenen
Wertschᅵtzung eines Gutes ab, welche hᅵufig nicht rational zu begrᅵnden
ist.

Meistens vermutet man, daᅵ der Markt 'unendlich schlau' ist, also der
Marktpreis am ehesten dem entspricht, was Du 'realen Wert' nennst.


Die 'Intelligenz' des Marktes rᅵhrt aus der groᅵen Anzahl der Teilnehmer
und deren jeweils begrenzten Einflussmᅵglichkeit her. Dadurch bildet
sich nach Regeln, welche man nur begrenzt verstehen kann, jeweils ein
gᅵltiger Marktpreis fᅵr ein Gut.

Drachmen wᅵren auch eine Art Gut und deren Wert hᅵngt von der
Wertschᅵtzung der Marktteilnehmer ab, d.h. ob und zu ggf. welchem Preis
sie Drachmen kaufen oder verkaufen.

Das Resultat dieses Vorgangs wᅵre dann der 'reale Wert' und drᅵckt sich
im Kurs der Wᅵhrung aus.

Dieser Kurs ist also nicht etwas, das jemand beschlieᅵt, sondern ergibt
sich aus einer Unzahl von Transaktionen der Marktteilnehmer.


TH

Cackman

unread,
Aug 26, 2012, 3:30:24 PM8/26/12
to
Am 26.08.2012 20:06, schrieb Thomas Heger:

> Am 26.08.2012 14:12, schrieb Cackman:


>>>> Vergesst die Inflation!
>>>> http://www.nachdenkseiten.de/?p=14074

>>>>> Also muᅵ der Kurs so gewᅵhlt werden, daᅵ die Wᅵhrung von Anfang an
>>>>> halbwegs stabil bleibt. Das geht nur ᅵber Stabilitᅵt der Geldmenge und
>>>>> einen passend gewᅵhlten Kurs.

>>>> Kommt darauf an, was man unter passend versteht. Der "reale Wert" des
>>>> neuen Drachme mᅵsste eben schon bei Einfᅵhrung stark unter dem des Euro
>>>> liegen, so dass inlᅵndisch produzierte Waren und Dienstleistungen in
>>>> Euro gerechnet sehr billig sind.

>>> Nein, denn ein Kurs fᅵr neue Drachmen ᅵndert die Preise ᅵberhaupt nicht

>> Ich sprach nicht vom Kurs, sondern vom "realen Wert".
>> Dieser kann durch unterschiedliche Umstellungssᅵtze realisiert werden.

>> http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsreform#Unterschiedliche_Umstellungss.C3.A4tze


> Den Artikel ᅵber die Wᅵhrungsreform finde ich ganz passend.
> Hier geht es auch um eine Wᅵhrungsumstellung im Sinne der Einfᅵhrung
> einer neuen Wᅵhrung.

> ABER:
> es soll nicht eine schwache durch durch eine starke Wᅵhrung ersetzt
> werden, sondern eine starke durch eine schwache.

Ja, aber das ᅵndert nichts an der Mᅵglichkeit von unterschiedlichen
Umstellungssᅵtzen, um die es mir hier in erster Linie ging.

> Dafᅵr gibt es meines Erachtens kein historisches Vorbild und man muᅵ
> sich mit Spekulieren und Nachdenken helfen.

Dass die Folgen und Ablᅵufe nur grob geschᅵtzt werden kᅵnnen, ist klar.
Ich bin mir wie gesagt auch bewusst, dass die meisten Analysten meine
Auffassung zum Austritt Griechenlands nicht teilen. Selbst Linke wie
Sahra Wagenknecht nicht.

> Bei der Deutschen Wᅵhrungsreform 1949 wurde die Reichsmark durch die
> D-Mark ersetzt. 1990 haben die Bᅵrger der DDR D-Mark fᅵr Mark der DDR
> bekommen (was ihnen natᅵrlich erstmal gefallen hat).

> Aber wer will Drachmen fᅵr Euros?

Die, die aufgrund des Euro und der von den "Geberlᅵndern" aufgezwungenen
Austeritᅵtspolitik und der unweigerlich erfolgenden Depression sowie des
totalen wirtschaftlichen und staatlichen Kollaps bald kein Essen mehr
auf dem Tisch haben werden.
Von welchen Euros redest du auᅵerdem? Die normale Bevᅵlkerung hat von
denen zurzeit nur noch sehr wenig und in Kᅵrze gar keine mehr in der Tasche.


> Du sagst, die Griechen hᅵtten keine Wahl und basta. Folge dᅵrfte eine
> starke Abwertung sein und ein Total-Zusammenbruch der Rest-Wirtschaft.
> Aber was wird dann mit den Schulden, wenn sich die Griechische
> Wirtschaft im Sturzflug befindet?

Die Schulden Griechenlands kannst du komplett vergessen, auch wenn dir
das irgendwie schwer zu fallen scheint. Die sind nᅵmlich - ob mit oder
ohne Euro - praktisch nicht mehr eintreibbar. Die Zinsen die
Griechenland zurzeit an die Glᅵubigerstaaten zahlt, sind von diesen
selbst finanziert, und daran wird sich auch nichts mehr ᅵndren. Von
einer echten Rᅵckzahlung der Schulden geht aber auch kein seriᅵser
Analyst mehr ernsthaft aus. Im ᅵbrigen hatten wir hierᅵber ja bereits
vor einiger Zeit mal eine Diskussion. Praktisch alle Austrittsszenarien
gehen deshalb auch realistischerweise von einem nahezu kompletten
Schuldenschnitt aus. Genau das ist nᅵmlich mit "man wird Griechenland
ein Angebot (fᅵr den Austritt aus dem Euro) machen, das es kaum ablehnen
kann" gemeint.

> Am ehesten lieᅵe sich das Fiasko wohl verhindern, wenn nicht
> Griechenland die Euro-Zone verlᅵᅵt, sondern Deutschland.

Das wᅵrde wohl eher auf einen geteilten Euro ("Sᅵd- und Nord-Euro")
hinauslaufen, der hier und da als Rettungsmaᅵnahme im Falle eines
Auseinanderbrechens des Euro diskutiert wird. Aber dies wird eben nicht
innerhalb der nᅵchsten Monate geschehen, stellt also somit fᅵr
Griechenland, dem die Zeit davon lᅵuft, keine realistische Alternative dar.

> Dann hᅵtten die 'Sᅵdlᅵnder' ihren eigenen 'Rest-Euro', den sie nach
> Herzenlust abwerten kᅵnnen.

>>> Preis in Drachmen = Preis in Euro mal Kurs

>> s.o.

> Der Artikel spricht ᅵbrigens auch von 'Kurs'. Man kᅵnnte auch
> Umtauschsatz oder Umstellungsrate sagen, was alles mehr oder weniger das
> selbe meint. Das ist jener Satz, nachdem Wᅵhrung_alt in Wᅵhrung_neu
> umgetauscht wird.

> ('Kurs' ist auch ein gᅵngiger Begriff, aber wegen Worten wollen wir uns
> nicht klauben...)

Den Artikel hatte ich wie gesagt wegen den dort erwᅵhnten
unterschiedlichen Umstellungssᅵtzen verlinkt. Dem Staat ist es also
durchaus mᅵglich, die Umtauschverhᅵltnisse (Miete, Lᅵhhe usw.) variabel
zu steuern.

>>> Erst wenn sich das Preisniveau in Drachmen auf bestimmte Werte
>>> eingependelt hat, dann kᅵnnten Wechselkurs-ᅵnderungen zu Verschiebungen
>>> der Preisrelation fᅵhren.

>> Da widerlegt nicht meine obigen Ausfᅵhrungen.


> Mit dem Begriff 'realem Wert' sollte man generell vorsichtig sein.

> 'Wert' ist eher eine subjektive Grᅵᅵe und hᅵngt von der empfundenen
> Wertschᅵtzung eines Gutes ab, welche hᅵufig nicht rational zu begrᅵnden
> ist.

Mag sein. Mit "realem Wert" war hier gemeint, wieviel Gᅵter z.B. des
Grundbedarfs man z.B. mit einem durchschnittlichen Monatsgehalt kaufen
kann. Hierfᅵr ist der bloᅵe Kurs Drachme<->Euro eben nicht
aussagekrᅵftig genug, da staatlicherseits genᅵgend
Regulierungsmᅵglichkeiten (Subventionen, Lohnregulierungen,
Exportbeschrᅵnkungen usw.) bestᅵnden und bei Bedarf garantiert auch
angewendet wᅵrden

> Meistens vermutet man, daᅵ der Markt 'unendlich schlau' ist, also der
> Marktpreis am ehesten dem entspricht, was Du 'realen Wert' nennst.

Genau das war damit eben nicht gemeint.
Vernᅵnftige Marktpreise werden sich wohl erst geraume Zeit nach der
Wᅵhrungsreform wieder einstellen.
Hier macht deine Aussage "Dafᅵr gibt es meines Erachtens kein
historisches Vorbild und man muᅵ sich mit Spekulieren und Nachdenken
helfen" tatsᅵchlich mal Sinn; aber wohl anders, als von dir beabsichtigt.

> Die 'Intelligenz' des Marktes rᅵhrt aus der groᅵen Anzahl der Teilnehmer
> und deren jeweils begrenzten Einflussmᅵglichkeit her. Dadurch bildet
> sich nach Regeln, welche man nur begrenzt verstehen kann, jeweils ein
> gᅵltiger Marktpreis fᅵr ein Gut.

Darauf kann und wird Griechenland sich am Anfang der Umstellung wohl
nicht alleine verlassen kᅵnnen. Da ist wohl zumindest fᅵr den Anfang
eher groᅵflᅵchig staatliche Regulierung angesagt.
Von der Marktglᅵubigkeit der Neolieralen halte ich ohnehin nichts.

> Drachmen wᅵren auch eine Art Gut und deren Wert hᅵngt von der
> Wertschᅵtzung der Marktteilnehmer ab, d.h. ob und zu ggf. welchem Preis
> sie Drachmen kaufen oder verkaufen.

> Das Resultat dieses Vorgangs wᅵre dann der 'reale Wert' und drᅵckt sich
> im Kurs der Wᅵhrung aus.

Eben nicht! Siehe meine obigen Ausfᅵhrungen.

> Dieser Kurs ist also nicht etwas, das jemand beschlieᅵt, sondern ergibt
> sich aus einer Unzahl von Transaktionen der Marktteilnehmer.

Nein, nicht bei dem von mir angenommenen Szenario.
Von dir selbst kam folgender Satz:

"Eine starke Abwertung nach Einfᅵhrung der neuen Wᅵhrung wᅵrde
jedenfalls ins komplette Chaos fᅵhren, da die Griechen dann jedwedes
Geldvermᅵgen in Sicherheit bringen und sich auf
Selbstversorgungs-Wirtschaft umstellen, solange die Krise eben dauert."

Von irgendeiner 'Intelligenz' des Marktes scheinst du bei deinen
Untergangsszenarien also selbst nicht auszugehen. Verlangst oder
befᅵrwortest aber von griechischen Staatsfᅵhrern unbeirrt, sie mᅵgen
alles dieser ᅵberlassen, um hinterher umso lautstᅵrker ᅵber den
"Total-Zusammenbruch der Rest-Wirtschaft" rᅵsonieren zu kᅵnnen, der mit
einer staatlichen Steuerung und europᅵischer ᅵbergangshilfe so
unabwendbar wohl gar nicht wᅵre.



Cackman

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Buena Vista Social Club: El Carretero
Album: Buena Vista Social Club

Thomas Heger

unread,
Aug 26, 2012, 4:27:47 PM8/26/12
to
Am 26.08.2012 21:30, schrieb Cackman:

>>> http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsreform#Unterschiedliche_Umstellungss.C3.A4tze
>>>
>
>
>> Den Artikel ᅵber die Wᅵhrungsreform finde ich ganz passend.
>> Hier geht es auch um eine Wᅵhrungsumstellung im Sinne der Einfᅵhrung
>> einer neuen Wᅵhrung.
>
>> ABER:
>> es soll nicht eine schwache durch durch eine starke Wᅵhrung ersetzt
>> werden, sondern eine starke durch eine schwache.
>
> Ja, aber das ᅵndert nichts an der Mᅵglichkeit von unterschiedlichen
> Umstellungssᅵtzen, um die es mir hier in erster Linie ging.
>

Ok, nehmen wir ein Beispiel.

wir haben zwei Umstellungssᅵtze fᅵr die Einfᅵhrung einer 'Neu-Drachme'.

Mᅵglichkeit a) 1: 10 (d.h. fᅵr 1ᅵ gibt es 10 ND)
Mᅵglichkeit b) 1: 1000

Welche wᅵre jetzt vorzuziehen?

Wie Du vielleicht siehst, macht der gewᅵhlte Kurs ᅵberhaupt keinen
Unterschied.
Anders ausgedrᅵckt: wie viele Nullen auf dem Geldschein gedruckt sind,
das spielt ᅵberhaupt keine Rolle.

Naja, fast keine. Aber Menschen bevorzugen gewᅵhnlich Wᅵhrungen mit
weniger Nullen.

>> Dafᅵr gibt es meines Erachtens kein historisches Vorbild und man muᅵ
>> sich mit Spekulieren und Nachdenken helfen.
>
> Dass die Folgen und Ablᅵufe nur grob geschᅵtzt werden kᅵnnen, ist klar.

Ich meinte eigentlich, man kann nicht historische Beispiele heranziehen,
sondern muᅵ die Ergebnisse schᅵtzen. Das kann man durchaus genau und
sorgfᅵltig machen.

> Ich bin mir wie gesagt auch bewusst, dass die meisten Analysten meine
> Auffassung zum Austritt Griechenlands nicht teilen. Selbst Linke wie
> Sahra Wagenknecht nicht.
>
>> Bei der Deutschen Wᅵhrungsreform 1949 wurde die Reichsmark durch die
>> D-Mark ersetzt. 1990 haben die Bᅵrger der DDR D-Mark fᅵr Mark der DDR
>> bekommen (was ihnen natᅵrlich erstmal gefallen hat).
>
>> Aber wer will Drachmen fᅵr Euros?
>
> Die, die aufgrund des Euro und der von den "Geberlᅵndern" aufgezwungenen
> Austeritᅵtspolitik und der unweigerlich erfolgenden Depression sowie des
> totalen wirtschaftlichen und staatlichen Kollaps bald kein Essen mehr
> auf dem Tisch haben werden.

Die wollen ᅵberhaupt Geld, egal welcher Art, da sie keines haben.

Aber ich war ja noch bei den Vermᅵgenden, die ggf. die neuen Drachmen
kaufen kᅵnnten (bzw. ihre Euros 'umrubeln' lassen, in dem sie die auf
umzustellenden Bankkonten lassen).

Sollte niemand die Drachmen wollen, dann gibt es eine reine
Euro-Wirtschaft mit einer pro-Forma Wᅵhrung, die aber keinen Wert mehr
hat. Vielleicht kann man die Situation mit Kuba vergleichen oder mit
Ex-Jugoslavien.

'Austeritᅵtspolitik' heiᅵt wohl soviel wie 'Strenge' und meint strenge
Haushaltsdisziplin.

Fakt ist, daᅵ ein Staat nur ausgeben kann, worᅵber er verfᅵgt. Da die
Griechen laufende Ausgaben ᅵber Kredite finanziert haben, werden sie
durch den Zwang der fehlenden Mittel zu so einer Politik gezwungen.

Aber dieser Zwang kommt nicht aus Deutschland, sondern jedem halbwegs
vernᅵnftigen Menschen sollte klar sein, daᅵ man nicht mehr ausgeben
kann, als man hat.

> Von welchen Euros redest du auᅵerdem? Die normale Bevᅵlkerung hat von
> denen zurzeit nur noch sehr wenig und in Kᅵrze gar keine mehr in der
> Tasche.


Eine halbwegs gesunde Wirtschaft basiert auch nicht ausschlieᅵlich auf
Transferleistungen des Staates, sondern im weitesten Sinne auf der
Produktion von Gᅵtern und Dienstleistungen, die am Markt verkauft werden.

Nur die Leistungen des Staates sollten eigentlich von dessen Problemen
tangiert werde, wᅵhrend die ᅵbrige Wirtschaft produzieren kᅵnnte wie bisher.

Allerdings lᅵuft das ja nicht so, sondern die Staatsquote ist in
bedenkliche Hᅵhen geklettert und der Wirtschaft so zu einer auf Kredit
finanzierten Scheinblᅵte verholfen worden.

Und ohne diese Transferleistungen haben die Leute kein Geld.

>> Du sagst, die Griechen hᅵtten keine Wahl und basta. Folge dᅵrfte eine
>> starke Abwertung sein und ein Total-Zusammenbruch der Rest-Wirtschaft.
>> Aber was wird dann mit den Schulden, wenn sich die Griechische
>> Wirtschaft im Sturzflug befindet?
>
> Die Schulden Griechenlands kannst du komplett vergessen, auch wenn dir
> das irgendwie schwer zu fallen scheint. Die sind nᅵmlich - ob mit oder
> ohne Euro - praktisch nicht mehr eintreibbar. Die Zinsen die
> Griechenland zurzeit an die Glᅵubigerstaaten zahlt, sind von diesen
> selbst finanziert, und daran wird sich auch nichts mehr ᅵndren. Von
> einer echten Rᅵckzahlung der Schulden geht aber auch kein seriᅵser
> Analyst mehr ernsthaft aus. Im ᅵbrigen hatten wir hierᅵber ja bereits
> vor einiger Zeit mal eine Diskussion. Praktisch alle Austrittsszenarien
> gehen deshalb auch realistischerweise von einem nahezu kompletten
> Schuldenschnitt aus. Genau das ist nᅵmlich mit "man wird Griechenland
> ein Angebot (fᅵr den Austritt aus dem Euro) machen, das es kaum ablehnen
> kann" gemeint.

Wenn Griechenland nichts mehr zurᅵckzahlen kann, warum sollte man denen
dann noch Geld leihen?

Das wᅵren doch Geschenke und noch nicht mal an Griechenland selbst,
sondern ᅵber den Umweg der Anleihen, an die Inhaber der Bonds.


TH

Cackman

unread,
Aug 26, 2012, 5:02:11 PM8/26/12
to
Am 26.08.2012 22:27, schrieb Thomas Heger:

> Am 26.08.2012 21:30, schrieb Cackman:


>>>> http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsreform#Unterschiedliche_Umstellungss.C3.A4tze

>>> Den Artikel ᅵber die Wᅵhrungsreform finde ich ganz passend.
>>> Hier geht es auch um eine Wᅵhrungsumstellung im Sinne der Einfᅵhrung
>>> einer neuen Wᅵhrung.
>>
>>> ABER:
>>> es soll nicht eine schwache durch durch eine starke Wᅵhrung ersetzt
>>> werden, sondern eine starke durch eine schwache.
>>
>> Ja, aber das ᅵndert nichts an der Mᅵglichkeit von unterschiedlichen
>> Umstellungssᅵtzen, um die es mir hier in erster Linie ging.
>>
>
> Ok, nehmen wir ein Beispiel.

> wir haben zwei Umstellungssᅵtze fᅵr die Einfᅵhrung einer 'Neu-Drachme'.
>
> Mᅵglichkeit a) 1: 10 (d.h. fᅵr 1ᅵ gibt es 10 ND)
> Mᅵglichkeit b) 1: 1000

> Welche wᅵre jetzt vorzuziehen?

> Wie Du vielleicht siehst, macht der gewᅵhlte Kurs ᅵberhaupt keinen
> Unterschied.
> Anders ausgedrᅵckt: wie viele Nullen auf dem Geldschein gedruckt sind,
> das spielt ᅵberhaupt keine Rolle.

> Naja, fast keine. Aber Menschen bevorzugen gewᅵhnlich Wᅵhrungen mit
> weniger Nullen.

Das hat jetzt aber mit den unterschiedlichen Umstellungssᅵtzen erst mal
nichts zu tun. Und erst recht nichts mit der Kaufkraft des neuen
Drachme. Hierfᅵr ist der bloᅵe Kurs Drachme<->Euro eben nicht
aussagekrᅵftig genug, da staatlicherseits genᅵgend
Regulierungsmᅵglichkeiten (Subventionen, Lohnregulierungen,
Exportbeschrᅵnkungen usw.) bestᅵnden und bei Bedarf garantiert auch
angewendet wᅵrden

>>> Dafᅵr gibt es meines Erachtens kein historisches Vorbild und man muᅵ
>>> sich mit Spekulieren und Nachdenken helfen.

>> Dass die Folgen und Ablᅵufe nur grob geschᅵtzt werden kᅵnnen, ist klar.

> Ich meinte eigentlich, man kann nicht historische Beispiele heranziehen,
> sondern muᅵ die Ergebnisse schᅵtzen. Das kann man durchaus genau und
> sorgfᅵltig machen.

Das kann man auch nach Auffassung von Analysten, die hier von
unkalkulierbaren Risiken sprechen eben gerade nicht! Schᅵtzen ist eben
das genaue Gegenteil von Genauigkeit.

>> Ich bin mir wie gesagt auch bewusst, dass die meisten Analysten meine
>> Auffassung zum Austritt Griechenlands nicht teilen. Selbst Linke wie
>> Sahra Wagenknecht nicht.

>>> Bei der Deutschen Wᅵhrungsreform 1949 wurde die Reichsmark durch die
>>> D-Mark ersetzt. 1990 haben die Bᅵrger der DDR D-Mark fᅵr Mark der DDR
>>> bekommen (was ihnen natᅵrlich erstmal gefallen hat).

>>> Aber wer will Drachmen fᅵr Euros?

>> Die, die aufgrund des Euro und der von den "Geberlᅵndern" aufgezwungenen
>> Austeritᅵtspolitik und der unweigerlich erfolgenden Depression sowie des
>> totalen wirtschaftlichen und staatlichen Kollaps bald kein Essen mehr
>> auf dem Tisch haben werden.

> Die wollen ᅵberhaupt Geld, egal welcher Art, da sie keines haben.

Eben! Da sie keine Euros mehr erhalten werden, lᅵuft's halt auf die neue
Drachme hinaus. Schᅵn, dass wir da endlich mal einer Meinung sind.

> Aber ich war ja noch bei den Vermᅵgenden, die ggf. die neuen Drachmen
> kaufen kᅵnnten (bzw. ihre Euros 'umrubeln' lassen, in dem sie die auf
> umzustellenden Bankkonten lassen).

Der Transfer der Euros aus Griechenland ist, wo mᅵglich, ohnehin lᅵngst
erfolgt. Die, denen das nicht so ohne weiteres mᅵglich war, hᅵtten bei
Einfᅵhrung einer neuen nationalen Wᅵhrung auf Dauer ohnehin keine andere
Wahl, als diese zu akzeptieren. Die paar Euro, die noch im Land sind,
wᅵren schnell ausgegeben und so schnell auch nicht wieder erlangbar.

> Sollte niemand die Drachmen wollen, dann gibt es eine reine
> Euro-Wirtschaft mit einer pro-Forma Wᅵhrung, die aber keinen Wert mehr
> hat. Vielleicht kann man die Situation mit Kuba vergleichen oder mit
> Ex-Jugoslavien.

Das ist Unsinn, hatte ich auch schon geschrieben. Man wird die neue
Drachme akzeptieren mᅵssen, zumal sie ja auch als gesetzliches
Zahlungsmittel vorgeschrieben sein wird. Auᅵerdem werden Lᅵhne, Mieten
usw. in der neuen Wᅵhrung abgerechnet.

> 'Austeritᅵtspolitik' heiᅵt wohl soviel wie 'Strenge' und meint strenge
> Haushaltsdisziplin.

> Fakt ist, daᅵ ein Staat nur ausgeben kann, worᅵber er verfᅵgt. Da die
> Griechen laufende Ausgaben ᅵber Kredite finanziert haben, werden sie
> durch den Zwang der fehlenden Mittel zu so einer Politik gezwungen.
>
> Aber dieser Zwang kommt nicht aus Deutschland, sondern jedem halbwegs
> vernᅵnftigen Menschen sollte klar sein, daᅵ man nicht mehr ausgeben
> kann, als man hat.

zur Austeritᅵtspolitik und Abwertung:

Wieso bildet Europa derzeit das globale Krisenzentrum, obwohl andere
Staaten - wie etwa die USA - ᅵhnlich hoch verschuldet sind?
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36123/3.html

Am deutschen Wesen kann Europa nicht genesen
http://www.heise.de/tp/artikel/32/32266/1.html

Die europᅵischen Defizitkreislᅵufe
http://www.heise.de/tp/artikel/32/32551/2.html

Europa als Krisenzentrum
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37209/1.html

Wechselwirkung von Defizitbildung und Exportausrichtung auf globaler Ebene
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37209/2.html


Hier wird einer Auffassung mit schlagenden Argumenten widersprochen. Im
ᅵbrigen hatten wir die Diskussion vor einigen Wochen schon mal. Du wirst
dich sicher noch daran erinnern.

>> Von welchen Euros redest du auᅵerdem? Die normale Bevᅵlkerung hat von
>> denen zurzeit nur noch sehr wenig und in Kᅵrze gar keine mehr in der
>> Tasche.

> Eine halbwegs gesunde Wirtschaft basiert auch nicht ausschlieᅵlich auf
> Transferleistungen des Staates, sondern im weitesten Sinne auf der
> Produktion von Gᅵtern und Dienstleistungen, die am Markt verkauft werden.

Am Anfang, d.h. bis die Wirtschaft wieder Tritt gefasst hat, wird es
erst mal auf staatliche Regulierung ankommen. Du selbst hast ja die
Verwerfungen, die gerade am Anfang der Wᅵhrungsreform zu erwarten sind,
angefᅵhrt.

> Nur die Leistungen des Staates sollten eigentlich von dessen Problemen
> tangiert werde, wᅵhrend die ᅵbrige Wirtschaft produzieren kᅵnnte wie
> bisher.

Die produziert heute schon kaum mehr. Ohne massive staatliche
Intervention und Unterstᅵtzung der EU wird es am Anfang wohl kaum gehen.

> Allerdings lᅵuft das ja nicht so, sondern die Staatsquote ist in
> bedenkliche Hᅵhen geklettert und der Wirtschaft so zu einer auf Kredit
> finanzierten Scheinblᅵte verholfen worden.

> Und ohne diese Transferleistungen haben die Leute kein Geld.

zu den Folgen der von den Geberlᅵndern oktroyierten Austeritᅵtspolitik
s. meine obigen Links.


>>> Du sagst, die Griechen hᅵtten keine Wahl und basta. Folge dᅵrfte eine
>>> starke Abwertung sein und ein Total-Zusammenbruch der Rest-Wirtschaft.
>>> Aber was wird dann mit den Schulden, wenn sich die Griechische
>>> Wirtschaft im Sturzflug befindet?

>> Die Schulden Griechenlands kannst du komplett vergessen, auch wenn dir
>> das irgendwie schwer zu fallen scheint. Die sind nᅵmlich - ob mit oder
>> ohne Euro - praktisch nicht mehr eintreibbar. Die Zinsen die
>> Griechenland zurzeit an die Glᅵubigerstaaten zahlt, sind von diesen
>> selbst finanziert, und daran wird sich auch nichts mehr ᅵndren. Von
>> einer echten Rᅵckzahlung der Schulden geht aber auch kein seriᅵser
>> Analyst mehr ernsthaft aus. Im ᅵbrigen hatten wir hierᅵber ja bereits
>> vor einiger Zeit mal eine Diskussion. Praktisch alle Austrittsszenarien
>> gehen deshalb auch realistischerweise von einem nahezu kompletten
>> Schuldenschnitt aus. Genau das ist nᅵmlich mit "man wird Griechenland
>> ein Angebot (fᅵr den Austritt aus dem Euro) machen, das es kaum ablehnen
>> kann" gemeint.

> Wenn Griechenland nichts mehr zurᅵckzahlen kann, warum sollte man denen
> dann noch Geld leihen?

Wer will denen noch Geld leihen? Merkel und Hollande haben Smaras
diesbezᅵglich abblitzen lassen.

> Das wᅵren doch Geschenke und noch nicht mal an Griechenland selbst,
> sondern ᅵber den Umweg der Anleihen, an die Inhaber der Bonds.

Nenn es wie du willst. Die Schulden sind wie gesagt ohnehin nicht mehr
eintreibbar. Davon gehen auch alle auᅵer dir aus. Mit einem nahezu
kompletten Schuldenschnitt wᅵrde man Griechenland den Austritt aus dem
Euro, der trotz aller Gegenbeteuerungen mittlereile von den
"Geberlᅵndern" angestrebt wird, versᅵᅵen.



Cackman

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Thomas Heger

unread,
Aug 27, 2012, 12:37:23 AM8/27/12
to
Am 26.08.2012 23:02, schrieb Cackman:

>>> Ja, aber das ᅵndert nichts an der Mᅵglichkeit von unterschiedlichen
>>> Umstellungssᅵtzen, um die es mir hier in erster Linie ging.
>>>
>>
>> Ok, nehmen wir ein Beispiel.
>
>> wir haben zwei Umstellungssᅵtze fᅵr die Einfᅵhrung einer 'Neu-Drachme'.
>>
>> Mᅵglichkeit a) 1: 10 (d.h. fᅵr 1ᅵ gibt es 10 ND)
>> Mᅵglichkeit b) 1: 1000
>
>> Welche wᅵre jetzt vorzuziehen?
>
>> Wie Du vielleicht siehst, macht der gewᅵhlte Kurs ᅵberhaupt keinen
>> Unterschied.
>> Anders ausgedrᅵckt: wie viele Nullen auf dem Geldschein gedruckt sind,
>> das spielt ᅵberhaupt keine Rolle.
>
>> Naja, fast keine. Aber Menschen bevorzugen gewᅵhnlich Wᅵhrungen mit
>> weniger Nullen.
>
> Das hat jetzt aber mit den unterschiedlichen Umstellungssᅵtzen erst mal
> nichts zu tun. Und erst recht nichts mit der Kaufkraft des neuen
> Drachme. Hierfᅵr ist der bloᅵe Kurs Drachme<->Euro eben nicht
> aussagekrᅵftig genug, da staatlicherseits genᅵgend
> Regulierungsmᅵglichkeiten (Subventionen, Lohnregulierungen,
> Exportbeschrᅵnkungen usw.) bestᅵnden und bei Bedarf garantiert auch

Gesetzt den Fall, der Staat Griechenland hᅵtte entsprechende Mittel,
dann kᅵnnte er vielleicht einen Teil davon fᅵr Subventionen verwenden.

Allerdings dᅵrfte das Erheben von Steuern schwer werden, da Steuern
Einkommen voraussetzen und Einkommen eine funktionierende Wirtschaft.

'Exportbeschrᅵnkungen' sind wohl auch nicht mehr so einfach, da wir ja
einen Europᅵischen Binnenmarkt haben und Lohnregulierungen greifen
gleich vᅵllig ins Leere, da die Lᅵhne erstens von den Tarifparteien
festgelegt werden und zweitens natᅵrlich Lᅵhne voraussetzen, welche man
regulieren kᅵnnte.

Der Staat dᅵrfte im Fall des Kollapses genug damit zu tun haben, die
wesentlichen staatlichen Funktionen aufrecht zu erhalten. Das wᅵren etwa
Militᅵr, Polizei, Gesetzgebung, Beamten allgemein, Schulen und
Universitᅵten, Krankenhᅵuser usw. und so fort.

Damit sich der Mᅵll nicht in Gebirgen stapelt ist Mᅵllabfuhr nᅵtig und
damit nicht die Tᅵrkei die Frage der ᅵgᅵis neu regelt wᅵre evtl. etwas
Militᅵr von Nᅵten.

Fall das wider Erwarten alles klappt, dann kᅵme vor den Subventionen
noch der Schuldendienst.

>>>> Dafᅵr gibt es meines Erachtens kein historisches Vorbild und man muᅵ
>>>> sich mit Spekulieren und Nachdenken helfen.
>
>>> Dass die Folgen und Ablᅵufe nur grob geschᅵtzt werden kᅵnnen, ist klar.
>
>> Ich meinte eigentlich, man kann nicht historische Beispiele heranziehen,
>> sondern muᅵ die Ergebnisse schᅵtzen. Das kann man durchaus genau und
>> sorgfᅵltig machen.
>
> Das kann man auch nach Auffassung von Analysten, die hier von
> unkalkulierbaren Risiken sprechen eben gerade nicht! Schᅵtzen ist eben
> das genaue Gegenteil von Genauigkeit.


Na, meinetwegen.
Aber im Prinzip sind das zwei verschiedene Dinge: auch wenn etwas noch
nie da war, dann kann es mᅵglicherweise Modelle fᅵr so eine Situation
geben, welche man genau berechnen kann.

Dann kommt trotzdem alles anders. Aber die Prognose war dann prᅵzise,
nur falsch.

Du hattest aber geschrieben, man kann nur grob schᅵtzen, wᅵhrend ich
gemeint hatte, man kann sehr wohl genau schᅵtzen, aber liegt mit der
genauen Schᅵtzung auch nicht viel nᅵher am Ergebnis als die grobe.

>>> Ich bin mir wie gesagt auch bewusst, dass die meisten Analysten meine
>>> Auffassung zum Austritt Griechenlands nicht teilen. Selbst Linke wie
>>> Sahra Wagenknecht nicht.
>
>>>> Bei der Deutschen Wᅵhrungsreform 1949 wurde die Reichsmark durch die
>>>> D-Mark ersetzt. 1990 haben die Bᅵrger der DDR D-Mark fᅵr Mark der DDR
>>>> bekommen (was ihnen natᅵrlich erstmal gefallen hat).
>
>>>> Aber wer will Drachmen fᅵr Euros?
>
>>> Die, die aufgrund des Euro und der von den "Geberlᅵndern" aufgezwungenen
>>> Austeritᅵtspolitik und der unweigerlich erfolgenden Depression sowie des
>>> totalen wirtschaftlichen und staatlichen Kollaps bald kein Essen mehr
>>> auf dem Tisch haben werden.
>
>> Die wollen ᅵberhaupt Geld, egal welcher Art, da sie keines haben.
>
> Eben! Da sie keine Euros mehr erhalten werden, lᅵuft's halt auf die neue
> Drachme hinaus. Schᅵn, dass wir da endlich mal einer Meinung sind.

Das weiᅵ ich wirklich nicht. (Ob die neue Drachme die beste aller
denkbaren Lᅵsungen ist).
Man muᅵ kreativ sein und alles nur mᅵgliche durchrechnen und sich dann
fᅵr die beste Mᅵglichkeit entscheiden.

Ich argumentiere auch aus dem Blickwinkel 'Deutscher in Deutschland' und
sorge mich um den eigenen Staat. Wenn nᅵmlich Deutschland die
Griechischen Schulden letztlich bezahlt, was wird dann aus diesem Land?

Oder: gibt es einen rechtfertigenden Grund, warum die Bundesrepublik
Deutschland etliche Milliarden an auslᅵndische Banken ᅵberweist, die
ihre Forderungen an Griechenland nicht mehr eintreiben kᅵnnen?

Warum haben sie denen das Geld ᅵberhaupt geliehen? Gab es da nicht mal
so Regeln ᅵber die Verschuldung (Basel II oder so ᅵhnlich, glaube ich).

Jedenfalls bedeuten Markteingriffe auch immer Vermᅵgensverschiebungen.
Wenn man die Bonds ankauft, dann kᅵnnte der Inhaber die ja fᅵr ein
Butterbrot bekommen haben und man gibt dem den Nominalwert (anstatt ein
Butterbrot), weswegen dies eine Vermᅵgensverschiebung bedeutet.


TH

Cackman

unread,
Aug 27, 2012, 1:44:27 PM8/27/12
to
Am 27.08.2012 06:37, schrieb Thomas Heger:

> Am 26.08.2012 23:02, schrieb Cackman:

>>>> Ja, aber das ᅵndert nichts an der Mᅵglichkeit von unterschiedlichen
>>>> Umstellungssᅵtzen, um die es mir hier in erster Linie ging.


>>> Ok, nehmen wir ein Beispiel.

>>> wir haben zwei Umstellungssᅵtze fᅵr die Einfᅵhrung einer 'Neu-Drachme'.

>>> Mᅵglichkeit a) 1: 10 (d.h. fᅵr 1ᅵ gibt es 10 ND)
>>> Mᅵglichkeit b) 1: 1000

>>> Welche wᅵre jetzt vorzuziehen?

>>> Wie Du vielleicht siehst, macht der gewᅵhlte Kurs ᅵberhaupt keinen
>>> Unterschied.
>>> Anders ausgedrᅵckt: wie viele Nullen auf dem Geldschein gedruckt sind,
>>> das spielt ᅵberhaupt keine Rolle.

>>> Naja, fast keine. Aber Menschen bevorzugen gewᅵhnlich Wᅵhrungen mit
>>> weniger Nullen.

>> Das hat jetzt aber mit den unterschiedlichen Umstellungssᅵtzen erst mal
>> nichts zu tun. Und erst recht nichts mit der Kaufkraft des neuen
>> Drachme. Hierfᅵr ist der bloᅵe Kurs Drachme<->Euro eben nicht
>> aussagekrᅵftig genug, da staatlicherseits genᅵgend
>> Regulierungsmᅵglichkeiten (Subventionen, Lohnregulierungen,
>> Exportbeschrᅵnkungen usw.) bestᅵnden und bei Bedarf garantiert auch
>> angewendet wᅵrden

> Gesetzt den Fall, der Staat Griechenland hᅵtte entsprechende Mittel,
> dann kᅵnnte er vielleicht einen Teil davon fᅵr Subventionen verwenden.

Im Falle einer Wᅵhrungsreform hᅵtte Griechenland aufgrund seiner wieder
erlangten Wᅵhrungshoheit diesbezᅵglich natᅵrlich mehr Spielraum.

> Allerdings dᅵrfte das Erheben von Steuern schwer werden, da Steuern
> Einkommen voraussetzen und Einkommen eine funktionierende Wirtschaft.

Das ist es fᅵr den griechischen Staat auch jetzt schon, dem aufgrund der
von den "Geberlᅵndern" oktroyierten Austeritᅵtspolitik praktisch alle
Einnahmen wegbrechen.

> 'Exportbeschrᅵnkungen' sind wohl auch nicht mehr so einfach, da wir ja
> einen Europᅵischen Binnenmarkt haben

Die EU wᅵrde befristeten Maᅵnahmen dieser Art sicherlich nicht
entgegenstehen.

> und Lohnregulierungen greifen
> gleich vᅵllig ins Leere, da die Lᅵhne erstens von den Tarifparteien
> festgelegt werden und zweitens natᅵrlich Lᅵhne voraussetzen, welche man
> regulieren kᅵnnte.

Das sind gleich in 2 fadenscheinige Argumente. Selbstverstᅵndlich hat
der Staat erhebliche Gestaltungsmᅵglichkeiten bezᅵglich der Lohnhᅵhe.
Das fᅵngt mit der Gewᅵhrung von sozialen Hilfen, die faktisch einen
Mindestlohn darstellen, an und hᅵrt mit gesetzlich verordneten
Mindestlᅵhnen auf. Dazwischen gibt es noch eine ganze Palette von
direkten und indirekten mᅵglichen Maᅵnahmen.

zu den Auswirkungen der Austeritᅵtspolitik vs. Ankurbeln der Konjunktur
durch staatliche Ausgaben s.:

Wieso bildet Europa derzeit das globale Krisenzentrum, obwohl andere
Staaten - wie etwa die USA - ᅵhnlich hoch verschuldet sind?
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36123/3.html

Am deutschen Wesen kann Europa nicht genesen
http://www.heise.de/tp/artikel/32/32266/1.html

Die europᅵischen Defizitkreislᅵufe
http://www.heise.de/tp/artikel/32/32551/2.html

Europa als Krisenzentrum
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37209/1.html

Wechselwirkung von Defizitbildung und Exportausrichtung auf globaler Ebene
http://www.heise.de/tp/artikel/37/37209/2.html


> Der Staat dᅵrfte im Fall des Kollapses genug damit zu tun haben, die
> wesentlichen staatlichen Funktionen aufrecht zu erhalten. Das wᅵren etwa
> Militᅵr, Polizei, Gesetzgebung, Beamten allgemein, Schulen und
> Universitᅵten, Krankenhᅵuser usw. und so fort.

> Damit sich der Mᅵll nicht in Gebirgen stapelt ist Mᅵllabfuhr nᅵtig und
> damit nicht die Tᅵrkei die Frage der ᅵgᅵis neu regelt wᅵre evtl. etwas
> Militᅵr von Nᅵten.

Dabei kann und wird die griechische Regierung es natᅵrlich nicht
belassen. Die mit Sicherheit sehr prekᅵre Situation am Anfang der
Umstellung wird wohl weitgehende staatlich gelenkte wirtschaftliche
Interventionen erfordern.

> Fall das wider Erwarten alles klappt, dann kᅵme vor den Subventionen
> noch der Schuldendienst.

Die Schulden Griechenlands kannst du komplett vergessen, auch wenn dir
das irgendwie schwer zu fallen scheint. Die sind nᅵmlich - ob mit oder
ohne Euro - praktisch nicht mehr eintreibbar. Die Zinsen die
Griechenland zurzeit an die Glᅵubigerstaaten zahlt, sind von diesen
selbst finanziert, und daran wird sich auch nichts mehr ᅵndren. Von
einer echten Rᅵckzahlung der Schulden geht aber auch kein seriᅵser
Analyst mehr ernsthaft aus. Im ᅵbrigen hatten wir hierᅵber ja bereits
vor einiger Zeit mal eine Diskussion. Praktisch alle Austrittsszenarien
gehen deshalb auch realistischerweise von einem nahezu kompletten
Schuldenschnitt aus. Genau das ist nᅵmlich mit "man wird Griechenland
ein Angebot (fᅵr den Austritt aus dem Euro) machen, das es kaum ablehnen
kann" gemeint.


[Schᅵtzung vs. prᅵzise Vorhersagen]


>>>>> Bei der Deutschen Wᅵhrungsreform 1949 wurde die Reichsmark durch die
>>>>> D-Mark ersetzt. 1990 haben die Bᅵrger der DDR D-Mark fᅵr Mark der DDR
>>>>> bekommen (was ihnen natᅵrlich erstmal gefallen hat).

>>>>> Aber wer will Drachmen fᅵr Euros?

>>>> Die, die aufgrund des Euro und der von den "Geberlᅵndern"
>>>> aufgezwungenen
>>>> Austeritᅵtspolitik und der unweigerlich erfolgenden Depression sowie
>>>> des
>>>> totalen wirtschaftlichen und staatlichen Kollaps bald kein Essen mehr
>>>> auf dem Tisch haben werden.

>>> Die wollen ᅵberhaupt Geld, egal welcher Art, da sie keines haben.

>> Eben! Da sie keine Euros mehr erhalten werden, lᅵuft's halt auf die neue
>> Drachme hinaus. Schᅵn, dass wir da endlich mal einer Meinung sind.

> Das weiᅵ ich wirklich nicht. (Ob die neue Drachme die beste aller
> denkbaren Lᅵsungen ist).

Das habe ich ja in meinem vorigen Satz auch nicht behauptet.
Sie ist meiner Meinung nach besser als der Verbleib im Euro. Aber hier
gehen die Meinungen wie gesagt auseinander. Aber im Moment scheint ein
Austritt aus dem Euro ohnehin unabwendbar.

[...]

> Ich argumentiere auch aus dem Blickwinkel 'Deutscher in Deutschland' und
> sorge mich um den eigenen Staat. Wenn nᅵmlich Deutschland die
> Griechischen Schulden letztlich bezahlt, was wird dann aus diesem Land?

Die Frage ist rein theoretischer Natur, da die Forderungen an
Griechenland ohnehin nicht mehr einzutreiben sind.

"Finde dich mit Verlusten ab, und zwar fᅵr immer."
(Jack Kerouac)

> Oder: gibt es einen rechtfertigenden Grund, warum die Bundesrepublik
> Deutschland etliche Milliarden an auslᅵndische Banken ᅵberweist, die
> ihre Forderungen an Griechenland nicht mehr eintreiben kᅵnnen?

Was fragst du mich? Ich habe das nicht entschieden.
Der Hauptgrund war wohl, den Austritt Griechenlands so weit wie mᅵglich
hinauszuzᅵgern.

[...]



Cackman

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