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Israel/BRD/Medien/Faelschung/Z ensur: "Israel den Juden" // »Le Monde diplomatique: Deutsche Version verfaelscht« Die taz laesst Kritik an Israel und den USA gern unter den Tisch fallen
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G.Lange  
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 More options Apr 7 2005, 3:39 pm
Newsgroups: de.soc.politik.texte, de.soc.politik.misc, de.soc.zensur, de.soc.medien
From: "G.Lange" <ge.la...@nexgo.de>
Date: Thu, 07 Apr 2005 21:39:59 +0200
Local: Thurs, Apr 7 2005 3:39 pm
Subject: Israel/BRD/Medien/Faelschung/Zensur: "Israel den Juden" // »Le Monde diplomatique: Deutsche Version verfaelscht« Die taz laesst Kritik an Israel und den USA gern unter den Tisch fallen

                     "Israel muß jüdisch bleiben"

  06.04.2005

  Am Montag berichtete ynetnews, daß der israelische Premierminister
  Ariel Sharon sich bei einem Treffen unmißverständlich dafür ausge-
  sprochen hat, daß Israel jüdisch bleibt.

  Bei dem Treffen ging es um die zukünftig notwendigen Bedingungen, um
  das Aufenthaltsrecht in Israel bekommen zu können.

  Sharon ordnete dabei die Gründung eines vom Innenminister Ophir Pines-
  Paz geführten Gremiums an, das die entsprechenden Grundlagen für das
  neue "Familienwiedervereinigungsgesetz" entwerfen soll.

  Während des Treffens setzten sich Mitglieder des "Nationalen Sicher-
  heitsrats" für einen Gesetzentwurf ein, der es mit israelischen
  Staatsbürgern verheirateten palästinensischen Staatsbürgern erschweren
  würde, die israelische Staatsbürgerschaft zu erlangen. Dies ist um
  so bemerkenswerter, als ein entsprechendes Gesetz bereits im Jahr 2003
  verabschiedet worden ist.

  Ziel dieser Maßnahmen soll es dem "nationalen Sicherheitsrat" zufolge
  sein, "die demographische Situation in Israel zu verbessern" - was nur
  als vorsichtig formulierte Version von "Israel den Juden" bezeichnet
  werden kann.

  Diese Pläne kommen zu einem Zeitpunkt, da eine neue Schätzung veröf-
  fentlicht worden ist, der zufolge bis zum Jahr 2020 der Anteil der
  Nichtjuden an der israelischen Bevölkerung von jetzt 20 auf 40 Prozent
  ansteigen wird.

  Derartige Maßnahmen belegen offenkundig, wie zweifelhaft die häufig
  wiederholte Behauptung, Israel wäre die "einzige Demokratie im
  Mittleren Osten" tatsächlich ist.

  http://www.freace.de/artikel/200504/060405b.html

                                 * * *

           »Le Monde diplomatique: Deutsche Version verfälscht«
    Die taz läßt Kritik an Israel und den USA offenbar gern unter den
    Tisch fallen. Öffentliche Rechtfertigung der Redaktion gefordert.
    Ein Gespräch mit Marie-Dominique Vernhes

  Interview: Peter Wolter

  * Marie-Dominique Vernhes lebt als Lehrerin in Hamburg. Sie ist
  außerdem Redakteurin des ATTAC-Newsletters »Sand im Getriebe«

  F: Sie haben sich die Mühe gemacht, die französische und die
     deutsche Version von Le Monde diplomatique (LMD) miteinander
     zu vergleichen. Zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen?

  Ich habe natürlich nicht alle Ausgaben miteinander vergleichen
  können. Daß es erhebliche Unterschiede zwischen dem französischen
  Original und der von der taz herausgegebenen deutschen Ausgabe
  gibt, habe ich vor dreieinhalb Jahren entdeckt. Mich erschreckte,
  daß ein Beitrag des palästinensischen Autors Marwan Bishara, den
  ich schon in der französischen Version gelesen hatte, verfälscht
  war - die Hauptaussagen waren nicht mehr zu finden. In dem Beitrag
  ging es um die Attentate vom 11. September 2001.

  F: In welche Richtung wurde der Beitrag geändert?

  In der deutschen Version wurde der Terrorismus als ein unglaublich
  gefährliches Phänomen dargestellt - während das französische
  Original sich vorwiegend kritisch mit der Politik der USA und
  Israels auseinandersetzte. Die Übersetzer hatten ganze Absätze unter
  den Tisch fallen lassen, Sätze geändert und eigene Absätze eingefügt.

  F: Sind Sie auf weitere Beispiele gestoßen?

  Immer wieder. Natürlich kann man sich bei Übersetzungen streiten,
  ob man bestimmte Wörter oder Sätze so oder anders ausdrückt. Ich
  bin aber regelmäßig darüber gestolpert, daß der Sinn völlig entstellt
  wurde. Jüngste Beispiele sind die Beiträge des Chefredakteurs von
  LMD, Ignacio Ramonet in der Februar- und der März-Ausgabe.

  F: Das heißt, es kann einem Autor geschehen, daß er in der
     französischen Ausgabe einen USA- oder Israel-kritischen
     Beitrag schreibt, und in der deutschen Ausgabe werden
     diese Aussagen abgeschwächt oder verändert?

  Nehmen wir ein simples Beispiel aus dem Februar. Im französischen
  Original heißt dort eine Überschrift, korrekt übersetzt: »Zielscheibe
  Teheran«. In der taz-Version wird daraus gemacht: »Sorgen in Teheran«.
  Ein Absatz, der sich mit der Planung von Operationen des US-Militärs
  gegen den Iran befaßt, wurde ganz unterschlagen. Ebenso eine Fußnote,
  in der es heißt, daß die USA weder Israel noch Pakistan Sanktionen
  auferlegt haben, obwohl beide Staaten den Atomwaffensperrvertrag
  nie unterzeichnet und sich atomar bewaffnet haben. Auch im »Atlas
  der Globalisierung«, den die LMD herausgebracht hat, wurden in der
  deutschen Version Aussagen über Palästina und Israel verfälscht.

  F: Muß man gleich politische Absicht vermuten? Wurde der
     Text vielleicht nur schlampig übersetzt?

  Welche Absicht dahintersteckt, weiß ich nicht. Für mich steht
  jedenfalls fest, daß ein solches Vorgehen auch eine Unverschämtheit
  gegenüber den Autoren ist, die natürlich nicht immer die fremd-
  sprachigen Ausgaben der LMD mit ihrem Originaltext vergleichen
  können. Aber solche Manipulationen sind kein Einzelfall, das
  geschieht ständig.

  F: Welche politischen Akzente werden in der deutschen
     Ausgabe anders gesetzt?

  Ich habe mich bei der taz darüber beschwert, daß viele Beiträge
  über Israel, Palästina oder den Nahen Osten insgesamt in der
  deutschen Ausgabe weggefallen sind. Das hat sich inzwischen aller-
  dings gebessert. Aber auch kritische Beiträge zur EU oder über
  sozialen Widerstand gegen die neoliberale Globalisierung werden
  unterschlagen. Natürlich hat die taz die Freiheit, das zu machen,
  die Verträge sehen meines Wissens nicht vor, daß alles übernommen
  werden muß. Ich finde aber, daß es ein unmögliches Verfahren ist,
  Inhalte zu verfälschen.

  F: Und wie hat die Redaktion auf Ihre Beschwerde reagiert?

  Sie hat gemauert. Zu dem Beitrag von Bishara z. B. wurde mitgeteilt,
  er beruhe auf einer Übersetzung aus der englischen Version. Die
  habe ich dann auch im Internet gefunden - allerdings war sie völlig
  korrekt. Daraufhin wußte die taz nichts mehr zu sagen. Ich finde,
  die Redaktion sollte sich einer öffentlichen Diskussion darüber
  stellen und sich rechtfertigen, warum sie auf so eklatante Weise
  fälscht.

  junge Welt vom 08.04.2005
  http://www.jungewelt.de/2005/04-08/019.php

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