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FBI beschlagnahmt Anonymisierungsserver in den USA

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Anonymous Remailer (austria)

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Apr 21, 2012, 7:04:15 PM4/21/12
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Das FBI hat Mitte der Woche einen Server des European Counter Network
(ECN) in New York beschlagnahmt, auf dem unter anderem ein
Mixmaster-Dienst zum Versand anonymer E-Mails lief. Dies haben die
Betreiber des betroffenen Rechenzentrums, die alternativen Provider
Riseup Networks und May First/People Link bekannt gegeben. Die Maßnahme
sei Teil der Ermittlungen der US-Polizeibehörde aufgrund wiederholter
Bombendrohungen gegen die Universität Pittsburgh gewesen. Die
Zugangsanbieter und die mit ihnen verknüpften Aktivistengruppen sprechen
von einem Vorgehen mit dem Vorschlaghammer, da auch zahlreiche über den
Server bereit gehaltene Bürgerrechtsprojekte vom Netz gegangen seien.

Das ECN gilt als eine der ältesten unabhängigen Zugangsinitiativen zum
Internet in Europa. Auf dem beschlagnahmten Rechner liefen den
Betroffenen zufolge zwischen 50 und 80 Mailinglisten, darunter eine
italienische Kommunikationsplattform zu "Cyber Rights" und eine
Solidaritätsgruppe mexikanischer Immigranten. Insgesamt seien darüber
über 300 E-Mail-Konten des ECN abgewickelt worden. Mit der Aktion seien
ferner mehrere Webseiten von Forschern, Künstlern, Historikern und
Aktivistengruppen von der Online-Welt abgeschnitten worden. Da die
Remailer-Software so programmiert sei, dass sie keine Verbindungsdaten
aufzeichne, dürften die Ermittler dagegen keine ermittlungsrelevanten
Spuren entdecken.

Man könne die Ängste der Hochschulgemeinde in Pittsburgh zwar
nachvollziehen, erklärte ein Riseup-Sprecher. Die Entführung des Servers
werde die Bombendrohungen aber nicht stoppen, da der
Anonymisierungsdienst an sich damit auch nicht zu unterbinden sei. Die
"drastische Methode" sei gänzlich fehlgeleitet, zumal die Behörden
hätten wissen müssen, dass sie keine sachdienlichen Hinweise dadurch
erhalten könnten. Das Mixmaster-Netzwerk richte sich gegen Zensur und
fördere den Datenschutz, was sich vor allem Menschenrechtsaktivisten
oder Whistleblower zunutze machten. Die Missbrauchrate sei dagegen sehr
niedrig.

Auch hierzulande sind Anonymisierungsserver immer wieder ins Visier der
Strafverfolger geraten. 2007 sah sich etwa der Düsseldorfer Betreiber
eines Tor-Knotens nach einer Wohnungsdurchsuchung durch die Polizei
genötigt, den Server abzuschalten. 2006 hatte die Staatsanwaltschaft
Konstanz im Rahmen von Aktionen gegen Kinderpornographie mehrere
Tor-Rechner beschlagnahmt. Der Chaos Computer Club (CCC) geht aber nicht
von gezielten staatlichen Repressionsmaßnahmen aus. (Stefan Krempl) / (jk)

http://www.heise.de/security/meldung/FBI-beschlagnahmt-Anonymisierungsserver-in-den-USA-1544577.html
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