"Benno Hartwig" <
benno....@gmx.de> writes:
> "Oliver Jennrich" <
oliver....@gmx.net> schrieb
>
>> Worüber? Das eine Hantel kein Punktteilchen ist oder dass auf
>> ausgedehnte Körper Gezeitenkräfte wirken?
>
> Nein, dass der einfach so ausgerichtet bleibt.
Ohne Dämpfung durch Steuerdüsen wird der Satellit natürlich um die
Gleichgewichtslage schwingen. Die Frage ist, mit welcher Amplitude.
> Die bei den Gezeiten der Planeten stattfindende
> permanente Verformung (und die daraus resultierende
> Gezeitenbremse) findet bei dem Sputnik
> vermutlich ja nicht in einer Stärke statt, die spürbar
> für eine Stabilisierung wirkt.
Da muß ja auch nichts verformt werden. Im Fall einer einfachen Hantel,
also zwei Massenpunkten mit Masse m die mit einer masselosen, starren
Stange der Länge 2d verbunden sind, die radial ausgerichtet ist und deren
Schwerpunkt einen Abstand R vom Erdmittelpunkt hat (kreisförmiger
Orbit), ist der Schwerpunkt im freien Fall:
GM/R^2 = w^2 R
Auf die erdnahe Masse wirkt sowohl die Schwerkraft
GM/(R-d)^2 ~ GM/R^2 (1+(d/R)^2 )
als auch die Zentrifugalkraft
w^2 (R-d)
Deren Differenz
GM/R^2 (1+ (d/R)^2) - w^2 (R-d) = GM/R^2 (d/R)^2 + w^2 d
= GM/R^2 ((d/R)^2 + d/R) >0
ist nicht null, sondern positiv, daher wirkt auf die erdnahe Masse eine
Rückstellkraft
GM/R^2 ((d/R)^2 + d/R) phi
bei kleinen Auslenkungen phi um die Gleichgewichtslage. Für die erdferne
Masse ist die Kraft wegen d/R<1 negativ
GM/R^2 ( (d/R)^2 - d/R) phi
jedoch ist das Gesamtdrehmoment
2d GM/R^2 (d/R)^2
positiv und dreht die Hantel wieder zurück in die Gleichgewichtslage.
> Den dürfen wir vermutlich als ideal-starr annehmen
> und sollten wohl überlegen, ob eben die ungleich
> Gewichtsverteilung tatsächlich eine stabilisierende
> Rolle spielen kann.
Das hängt sicher davon ab, wie groß die anderen Drehmomente sind.