ein Bekannter, der seit Jahren sehr zurückgezogen lebt, möchte eine
Therapie machen, um sein Leben zu verändern. Bei ihm ist eine
ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden,
außerdem ist er auch seit Jahren schon Medikamenten-, d.h.
Schlafmittel-abhängig. Welche Therapieform ist in solchem Fall die
erfolgversprechendste?
Gruß,
Martina
In der Hand einer Psychiaterin war er, der er seine
Medikamentenabhängigkeit zu verdanken hat, die ihm Zeugs, das
keinesfalls länger als 4 Wochen genommen werden sollte, jahrelang
verschrieben hat.
Die Diagnose kommt schon einigermaßen hin. Ist aber en detail
auch nicht so wichtig. Er verläßt halt das Haus öfter tagelang nicht,
meidet öffentliche Plätze, wo viele Menschen sind, hat nur sehr
wenige soziale Kontakte usw. Und mittlerweile wird's kritisch, weil
er auch mit Medikamenten kaum noch schlafen kann, sich immer
mehr zurückzieht und Angst kriegt, in seiner Isolation durchzudrehen.
Muß also demnächst was passieren.
Danke auch an Karl-Heinz.
Gruß,
Martina
> Wie wär's erstmal mit einem Medi-Entzug in einer speziellen
> Entzugs-Klinik? Es gibt einige Kliniken die auf Benzo-Entzüge
> spezialisiert sind, z.B. die Thommener Höhe in der Eifel ([1]).
> Wie stehen denn die Chancen ihn aus seiner Wohnnug rauszube-
> kommen damit er einen Entzug in einer Suchtklinik machen kann?
>
Schlecht, stationär will er nix machen. Aber danke für den Link,
vielleicht überlegt er sich's doch noch mal, in so eine Klinik
zu gehen. Seine Ärztin hatte ihn den Entzug in der Psychiatrie
angeraten oder im normalen Krankenhaus.
Gruß,
Martina
> Naja, Psychiatrie wäre wahrscheinlich besser. Das Entzugs-Prozedere
> ist nicht wirklich kompliziert - Entzogen wird i.d.R. per Ausschlei-
> chen mit Valium (hat die längste HWZ und das geringste Potential
> Depots zu bilden) und die Entzugserscheinungen werden mit Prometha-
> zin (alt, günstig und bewährt; bekommt fast jeder Suchtie auf Ent-
> zug) weggedrückt - aber viele Ärzte kennen sich dennoch nicht damit
> aus. Allerdings ist Entziehen u.U. ne langfristige Sache; man rech-
> net pro Jahr der Abhänigkeit einen Monat Entzug. Wie lange ist er
> denn schon "dabei"?
>
Zu lange, als daß die Krankenkasse das dann wohl übernehmen
würde, jedenfalls mit Sicherheit nicht einen Klinikaufenthalt.
Was macht man in dem Falle, wenn jemand ca. ein Jahr zum Entzug
braucht, gibt's da dann noch ambulante Möglichkeiten, wo jemand
regelmäßig auch psychologisch betreut und unterstützt wird?
Und Promethazin hat er auch schon 'ne lange Zeit genommen,
zusätzlich zur Beruhigung, das verträgt er gar nicht mehr.
Gruß,
Martina