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Pantheismus im Vormarsch?

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norbert baude

unread,
Jan 7, 2010, 6:48:25 PM1/7/10
to
Zunehmende pantheistische Welterklärung: Zufall oder Tendenz?

Comte-Sponville sprach noch von einem Mysterium des Seins, das er aber
ablehnte, Gott zu nennen.
In einem Bericht des Bayerischen Rundfunks über Genetik wurde die These
vertreten, dass jedwedes Leben, von Zelle bis höchstkomplexe Wesen mit
Gehirn über Intelligenz verfüge, indem es sich mittels Interaktion und
Kommunikation mit der Umwelt austausche und damit auch seine Identität
entwickle. Allem Sein wird demnach ein Geist zugesprochen, der nicht
personaler Natur sei.
Der amerikanische Komplexitätsforscher Stuart Kauffmann spricht von
"Kreativität des Universums, von Schöpfung ohne Schöpfer".
Dazu im "Der Spiegel Nr.1/4.1.10.:
Kauffmann: Kein Zweifel, das Heilige ist ein enorm sinnbeladener und
zutiefst ethischer Begriff- und das völlig zurecht. ... In der Physik
passieren Dinge nur, biologische Systeme hingegen handeln. Selbst die
primitivsten Lebensformen können entscheiden: Das ist Futter, das ist
Gift. Das heißt, sie unterscheiden Gut und Böse. Deshalb ist die
natürliche Sprache eine ethische..
SPIEGEL: Muss nicht, wer "heilig" sagt, notwendig auch Gott sagen?
Kauffmann: "Warum nicht? Ich jedenfalls spreche von einem Gott im Sinne
eines natürlichen Werdens des Universums, eines kreativen Werden
jenseits der Naturgesetze. Wir im Westen sind sehr säkular geworden.
Nichts ist mehr heilig....
Wenn es aber Facetten der Welt gibt, die sich der Beschreibung durch
Naturgesetze entziehen, wenn der Ausgang vieler Vorgänge offen ist, dann
bleibt Raum für mysteriöse Kräfte. Uns steht frei, sie Gott zu nennen."

Es mag Zufall sein, dass ich in kurzer Zeit diese Beiträge erfuhr.
Bemerkenswert finde ich dabei, dass es offensichtlich eine Tendenz gibt,
die Welt aus pantheistischer, d.h. nicht-personaler Sicht zu erklären.
Das Postulat, die Wissenschaft brauche keinen Gott, um die Welt zu
erklären, scheint mir hier doch recht angekratzt zu sein. Aber ebenso
scheint mir die Vorstellung eines personalen Gottes an Boden zu
verlieren. Hat Spinoza doch recht?

Gruß Norbert

f´up nach dst
--
"Natürlich kennt Gott die Tatsachen. Aber meine Version der Tatsachen
kennt er noch nicht." (Frei nach Baeyer)



C.

unread,
Jan 8, 2010, 5:35:31 AM1/8/10
to
norbert baude schrieb:
> Zunehmende pantheistische Welterkl�rung: Zufall oder Tendenz?
> Comte-Sponville sprach noch von einem Mysterium des Seins, das er aber
> ablehnte, Gott zu nennen.
> In einem Bericht des Bayerischen Rundfunks �ber Genetik wurde die These
> vertreten, dass jedwedes Leben, von Zelle bis h�chstkomplexe Wesen mit
> Gehirn �ber Intelligenz verf�ge, indem es sich mittels Interaktion und
> Kommunikation mit der Umwelt austausche und damit auch seine Identit�t
> entwickle. Allem Sein wird demnach ein Geist zugesprochen, der nicht
> personaler Natur sei.

Ja, das widerholt sich ja auch alles^^^^^^^^(hab ich auch schon
*******ohne******* *******Gesit**** gedacht)vvvvvvvvvvvvvvvvvvv

> "Kreativit�t des Universums, von Sch�pfung ohne Sch�pfer".


> Dazu im "Der Spiegel Nr.1/4.1.10.:

> Kein Zweifel, das Heilige ist ein enorm sinnbeladener und

> zutiefst ethischer Begriff- und das v�llig zurecht. ... In der Physik

> passieren Dinge nur, biologische Systeme hingegen handeln. Selbst die

> primitivsten Lebensformen k�nnen entscheiden: Das ist Futter, das ist
> Gift. Das hei�t, sie unterscheiden Gut und B�se. Deshalb ist die
> nat�rliche Sprache eine ethische..

Kommt Baude, kommt R'Stroh auf's Dach... aber sonst.. warum nich.

> ........... Gott sagen?
> Gott im Sinne ............

n�! damit

> eines nat�rlichen Werdens des Universums, eines kreativen Werden
> jenseits der Naturgesetze.

...�berkommt es m'ich*

> Nichts ist mehr heilig....

ja! *�bergebend

> Wenn es aber Facetten der Welt gibt, die sich der Beschreibung durch

> Naturgesetze entziehen, wenn der Ausgang vieler Vorg�nge offen ist, dann
> bleibt Raum f�r mysteri�se Kr�fte. Uns steht frei, sie Xxxx zu nennen."
>
> Es mag Zufall sein, dass ich in kurzer Zeit diese Beitr�ge erfuhr.

? die hier �ber die "philosophische Person" ?

> Bemerkenswert finde ich dabei, dass es offensichtlich eine Tendenz gibt,

> die Welt aus pantheistischer, d.h. nicht-personaler Sicht zu erkl�ren.

Ja, du Gesitapostel!!!!!!

> Das Postulat, die Wissenschaft brauche keinen Gott, um die Welt zu

> erkl�ren, scheint mir hier doch recht angekratzt zu sein.

Die Seele braucht erst recht keinensoeinen.

> Aber ebenso
> scheint mir die Vorstellung eines personalen Gottes an Boden zu
> verlieren. Hat Spinoza doch recht?
>

> Gru� Norbert

noch soon^^^^^^^^^^^Schw�tzer

Kick Em Off

unread,
Jan 10, 2010, 11:24:46 AM1/10/10
to
On 8 Jan., 11:35, "C." <celeri...@c-aeon.com> wrote:
> norbert baude schrieb:
>
> > Zunehmende pantheistische Welterklärung: Zufall oder Tendenz?

> > Comte-Sponville sprach noch von einem Mysterium des Seins, das er aber
> > ablehnte, Gott zu nennen.
> > In einem Bericht des Bayerischen Rundfunks über Genetik wurde die These

> > vertreten, dass jedwedes Leben, von Zelle bis höchstkomplexe Wesen mit
> > Gehirn über Intelligenz verfüge, indem es sich mittels Interaktion und
> > Kommunikation mit der Umwelt austausche und damit auch seine Identität

> > entwickle. Allem Sein wird demnach ein Geist zugesprochen, der nicht
> > personaler Natur sei.
>
> Ja, das widerholt sich ja auch alles^^^^^^^^(hab ich auch schon
> *******ohne******* *******Gesit**** gedacht)vvvvvvvvvvvvvvvvvvv
>
> > "Kreativität des Universums, von Schöpfung ohne Schöpfer".

> > Dazu im "Der Spiegel Nr.1/4.1.10.:
> >  Kein Zweifel, das Heilige ist ein enorm sinnbeladener und
> > zutiefst ethischer Begriff- und das völlig zurecht. ... In der Physik

> > passieren Dinge nur, biologische Systeme hingegen handeln. Selbst die
> > primitivsten Lebensformen können entscheiden: Das ist Futter, das ist

> > Gift. Das heißt, sie unterscheiden Gut und Böse. Deshalb ist die
> > natürliche Sprache eine ethische..

>
> Kommt Baude, kommt R'Stroh auf's Dach... aber sonst.. warum nich.
>
> > ........... Gott sagen?
> > Gott im Sinne ............
>
> nö! damit
>
> > eines natürlichen Werdens des Universums, eines kreativen Werden
> > jenseits der Naturgesetze.
>
> ...überkommt es m'ich*
>
> > Nichts ist mehr heilig....
>
> ja! *übergebend

>
> > Wenn es aber Facetten der Welt gibt, die sich der Beschreibung durch
> > Naturgesetze entziehen, wenn der Ausgang vieler Vorgänge offen ist, dann
> > bleibt Raum für mysteriöse Kräfte. Uns steht frei, sie Xxxx zu nennen."
>
> > Es mag Zufall sein, dass ich in kurzer Zeit diese Beiträge erfuhr.
>
> ? die hier über die "philosophische Person" ?

>
> > Bemerkenswert finde ich dabei, dass es offensichtlich eine Tendenz gibt,
> > die Welt aus pantheistischer, d.h. nicht-personaler Sicht zu erklären.

>
> Ja, du Gesitapostel!!!!!!
>
> > Das Postulat, die Wissenschaft brauche keinen Gott, um die Welt zu
> > erklären, scheint mir hier doch recht angekratzt zu sein.

>
> Die Seele braucht erst recht keinensoeinen.
>
> > Aber ebenso
> > scheint mir die Vorstellung eines personalen Gottes an Boden zu
> > verlieren. Hat Spinoza doch recht?
>
> > Gruß Norbert
>
> noch soon^^^^^^^^^^^Schwätzer


Bevor ich dazu was schreibe fahr' ich lieber für 600 Euro mit dem Lidl
nach Ägypten.

Klaus Roggendorf

unread,
Jan 18, 2010, 7:48:55 AM1/18/10
to

"norbert baude" <nor...@aol.com> schrieb im Newsbeitrag
news:7r5t67...@mid.individual.net...
> Klaus Roggendorf schrieb:


> ...
>> M. a. W., die Erkenntnis, die Vernunft und Verantwortung, die
>> Solidarit�t und gegenseitige Toleranz sind auf dem Vormarsch - oder
>> sollten es bald schon sein - wenn wir ein gedeihlicheres Leben ohne
>> Glaubens- Religions- oder anders begr�ndeten Kulturk�mpfen haben
>> wollen.

>Hallo Klaus,

> das ist eine sch�ne Idee, aber auch nicht mehr. Und weil es m.E. keine
> Chance auf eine weltumspannende Verwirklichung gibt, ist es eben eine
> utopische Idee, der man sich bestenfalls ann�hern kann.

Hallo Norbert,

Deiner spekulativen Logik folge, wer will. Es handelt sich m.E.eine rational
begr�ndete, lebbare Vision, die zunehmend verwirklicht werden sollte, weil
andernfalls die von Dir unten beschriebenen Zust�nde Notwendigkeiten
erzeugen, die zu der zu sp�ten Einsicht zwingen, dass Kooperation
die optimalere Lebensweise ist.


> Wahrheit impliziert au�erdem nicht die Freiheit von Leid.

Freiheit senkt deterministisch erzwungenes Leid relativ.

>Und da ist halt das Theodizeeproblem eine schwer(wenn �berhaupt) zu
>nehmende H�rde.

Das Theodizeeproblem hat man, wenn man Freud und Leid, das Gute und das
B�se, nicht als sich dynamisch evolutiv entwickelnde, dialektische Einheit versteht.
Auch die Vollkommenheit der Wahrheit ist nur proze�haft widerspruchsfrei
denk- und verstehbar.

>Hans Henny Jahnn brachte es auf den Punkt:

> "Die Eigenschaften Gottes sind uns ja durchaus unbekannt. Und der Tod
> entschleiert sie offenbar nicht. Angesichts einer Sch�pfung, in der
> alle Gesch�pfe fressen und gefressen werden, liegt die Vermutung
> nahe, dass auch der Urheber frisst."

Die Eigenschaften Gottes sind eben nicht durchaus bekannt/erkannt und/oder hier
nicht wesenspezifisch, inhaltlich-kategorial benannt - sind eben nur
vermutet. Das Gute ist nicht pr�zisiert und Leid nicht erkl�rt.

> Dass Solidarit�t und Toleranz u.a.m. in direktem Zusammenhang mit der materiellen und
> Bildungs- Situation stehen, kann man auch ohne Marx sehen. Und was da im Vormarsch ist,
> h�ngt davon ab, wie man in die Welt hineinschaut.
> Wenn alle 3 Minuten ein Mensch verhungert, wenn die "Verbrecherorganisation" Monsanto 90
> % der Agrarwirtschaft kontrolliert und ganze Staaten ruiniert, wenn eine Drogen,-Waffen-
> und Menschenhandelsmafia mehr Profit macht als alle mulitnationalen Konzerne zusammen
> usw.usf., da habe ich einen ganz anderen Eindruck davon, was da im Vormarsch ist.
>
> Aber eigentlich wollte ich ja nur wissen, ob mein Eindruck, in der Welterkl�rung sei der
> pantheistische Ansatz im Vormarsch ist, tr�gt.

Der pantheistische Ansatz ist als Durchgangsstadium im Vormarsch,
weil sich - f�r immer mehr Menschen zunehmend einsichtig - alles nur
um die oben beschriebene Wahrheit dreht.

Gru�
Klaus

"Nur wer mit dem Strom schwimmt, wird das Meer erreichen." (Konfuzius)

Die Biber widerlegen diesen Wunsch und dessen wirkliche Notwendigkeit,
weil sie keine genetisch determinierten, so gepr�gten Fische sind und der
Mensch ist den Determinationen der Vollkommenheit der Wahrheit nicht
unentrinnbar ausgeliefert, wenn er sich endlich besinnt, seine
Erkenntnisf�higkeiten vorz�glich ethisch-moralisch wahrheitsorientiert
nachhaltig lebensf�rderlich zu nutzen.,-)

Deshalb nochmals der ganze thematische Bezug:

" M. E. kann es logisch nur eine Vollkommenheit der Wahrheit geben,
also kann's nur einen Gott geben, der diese vollkommene Wahrheit ist.
Die Vollkommenheit der Wahrheit ist zugleich eine wissenschaftlich rational
und religi�s-theologisch, gef�hls- und verstandesm��ig begr�ndete und gelebte
Vorstellung, Annahme und/oder wissenschaftliche Arbeitshypothese.
Diese Vollkommenheit der Wahrheit verbindet alle Menschen, alle Wissenschaften,
Religionen, Kulturen miteinander in der Ansicht, dass der jeweils eigenen
Wahrheitserkenntnis immer nur Teilwahrheiten zug�ngig sein werden, nie
aber wird ein Lebewesen, eine Religion oder Kultur allein im Besitz der
Vollkommenen Wahrheit sein, auch wenn viele Religionsstifter dies meinten,
denn die jeweils anderen Vorstellungs- und Lebensweisen sind ebenfalls
wahr und wirksam.
Werden diese Erkenntnis-Zusammenh�nge denkend und handelnd verinnerlicht
und lebenspraktisch realisiert, dann sind alle Menschen in der gemeinsamen
Suche nach mehr Wahrheits- und Gottes-N�he miteinander verbunden und
jegliches Gegeneinander wird "paradiesisch" verp�nt sein.

M. a. W., die Erkenntnis, die Vernunft und Verantwortung, die Solidarit�t
und gegenseitige Toleranz sind auf dem Vormarsch - oder sollten es
bald schon sein - wenn wir ein gedeihlicheres Leben ohne Glaubens-
Religions- oder anders begr�ndeten Kulturk�mpfe haben wollen.


Gru�
Klaus

Gott ist mit der Vollkommenheit der Wahrheit identisch."

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