Am 15.06.2013 09:08, schrieb Anonymus:
> Am 15.06.2013 08:38, schrieb HUG:
>> Am Sat, 15 Jun 2013 05:56:46 +0200 schrieb Anonymus:
>>
>>> Am 14.06.2013 21:45, schrieb HUG:
>>
>>> Nach der Lehre des Buddha ist da nix mit *Selbst*.
>>
>> "Durch dein Selbst sporne dein Selbst an; durch dein Selbst erforsche
>> dein Selbst; so wirst du dein Selbst wohl bewahrend und wachsam in
>> Seligkeit leben, o Mönch. Denn des Selbsts Schutz ist das Selbst; des
>> Selbsts Zucht ist das Selbst; deshalb halte dein Selbst in Zaum, wie ein
>> Händler ein edles Ross." (Dhammapada)
>
> Du hast *anatta* immer noch nicht verstanden, sonst würdest Du nicht
> dieses mal eben rausgesuchte Zitat als Beweis für ein *Selbst* anführen.
völlig richtig, auch wenn ich persönlich kein Anhänger oder Vertreter
irgendwelcher Ausrichtungen bin.
Ein Selbst entsteht immer nur aus dem Wissen um den eigenen Wandel, um
den eigenen Ablauf, um die eigenen Verortung innerhalb der Kollektive
und der Natur.
Es ist sozusagen die ins Gedächtnis geschriebene Subsumierung der
Beobachtungen am eigenen Leben, am eigenen Weitergehen, am eigenen Vergehen.
"Eigen" hat darin nur die Bedeutung, zu unterscheiden zwischen dem, was
einen selbst betrifft, also was zum Eigenen gehört, also zum eigenen
Lebendcluster, und auf der anderen Seite: die anderen Lebenscluster und
die Welt.
Ein Selbst, was nur aus Gedächtnisspuren besteht, hat keine eigene
"Substanz" o.ä..
Die christlichen Kirchen haben während der letzten vielen Jahrhunderte
ihre Ursprünge weitgehend vergessen, und aus ihrer materiellen Sicht ein
substanzbesitzendes Selbst gemärcht.
Jesus war sehr wahrscheinlich jemand, der das erkannte und versuchte,
diese materiell haftende Form eines Besitzglaubens (mit allen schlimmen
Auswüchsen) wieder zurückzuführen auf eine reale Grundlage
(Nächstenliebe, Selbstlosigkeit usw.).
Was die christl. Kirchen, aber besonders der Islam, in den folgenden
Jahrhunderten daraus machten, bis heute, ist teilweise nur noch hässlich
und schrecklich.
>
> Wenn Buddha von einem Selbst spricht, dann meinst er etwas anderes als
> Du, der eine Ich-Wesensheit/Persönlichkeit meint, denn für ihn ist das
> *Selbst* ein sich ständig verändernder, entstehender und vergehender
> Bewusstseinsstrom also etwas ganz anders als ein statisches
> Ich/Selbst/Persönlichkeit und wenn er meint, dass man da ein *Selbst*
> im Zaum halten soll, dann meint er, damit ein Nichtanhaften oder anders
> ausgedrückt:
>
> Die Methode ist, sich nicht mit ihnen, den entstehenden und vergehenden
> Bewusseinsströnen, zu identifizieren und sie stattdessen als
> unpersönliche Phänomene der menschlichen Natur zu akzeptieren.
so ist es, weltliche Erklärung dazu siehe unten.
>
> Hast du es nun kapiert?
>
>> Wer keine Selbstzucht kennt, dürfte es schwer haben, die Gedanken des
>> Erhabenen zu erfassen.
>
> Ich bin seit 12 Jahren Zen-Buddhist und habe darüber auch eine Homepage
> im Net und deswegen lache ich auch schallend darüber, dass Du
> ausgerechnet mit der Lehre des Buddha versuchst, zu beweisen, dass es
> keine psychischen Krankheiten gibt.
>
>> Der muss halt seine Pillen schlucken und die
>> Klappe halten.
>
> Ja, mache das mal. Im übrigen schlucke ich keine Pillen.
>
> Im übrigen wäre es auch nach der Lehre des Buddha eine falsche
> Selbstzucht, wenn man Dir nicht schreiben würdest, wie einfältig
> Du hier die Lehre des Buddha für deine demagogischen Zwecke missbrauchst.
genau so ist es, ohne jede tiefere Kenntnis, und von Erkenntnis sowieso nix.
>
> Und nun troll dich, Du esoterisch verblendeter, sturer
> Flohmarktbuddhist (TM)!
>
> - und nun ist Schluss mit dem Thema. Dir geht es ja
> wieder einmal nicht um Buddha und seine Lehre, sondern
> um die sture Wiederholung der Blödheit, dass es keine
> psychischen Krankheiten gebe.
noch mal zurück zu einem vorherigen Text von dir:
"Diese Lehre von der Unpersönlichkeit besagt, dass es weder innerhalb
noch ausserhalb der körperlichen und geistigen Daseinserscheinungen
irgend etwas gibt, das man im höchsten Sinn als eine für sich bestehende
Ich-Wesenheit oder Persönlichkeit bezeichnen könnte. Es ist dies die
Kernlehre des ganzen Buddhismus, ohne deren Verständnis eine wirkliche
Kenntnis des Buddhismus schlechterdings unmöglich ist. Wer die
Unpersönlichkeit des ganzen Daseins nicht durchschaut hat und nicht
erkennt, dass es in Wirklichkeit nur diesen beständig sich verzehrenden
Prozess des Entstehens und Vergehens geistiger und körperlicher
Daseinsphänomene gibt, aber keine Ich-Wesenheit in oder hinter diesen
Daseinserscheinungen, der ist ausserstande die vier Edlen Wahrheiten
(sacca) im richtigen Licht zu erfassen."
Das deckt sich vollständig mit einer physikalisch (thermodynamischen
usw.) begründeten Weltsicht, in der Mensch/Leben nur der "Im Strom der
Abläufe" Treibende ist, der zwar sein Schicksal beobachten kann, indem
er seine eigenen Geschehnisse ins Gedächtnis schreibt, der aber nicht
der Initiator seiner Abläufe ist, und auch nicht sein kann, da er nicht
der Bestimmende des Schicksal ist, sondern nur der von den natürlichen
logisch physikalischen Abläufen Bestimmte.
Dies ist aber den christl. und islam. Kirchen so fremd, wegen des ihnen,
zum großen Teil, zugrunde liegenden Besitzgedankens, einschließlich des
Besitzes einer Seele, dass sie nie davon abkamen, sich Paradiese und
Jungfrauen zu versprechen nach dem Tod, letztlich als Perversion jeden
realistischen Glaubens.
Gruß Ron.H.