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Weltpolitik [Zukunftsaspekte]

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Frank Kalder

unread,
Jan 17, 2006, 5:23:21 AM1/17/06
to
>
>
>

- Zukunftsaspekte der Energiepolitik (auszugsweise) -
>

Hallo,

ich nehme Bezug auf den dsp-Thread "China, eine Weltmacht?"; hier
speziell auf mein letztes Posting:
http://groups.google.co.uk/group/de.sci.politologie/msg/c29b266c8c504d96.


Es war der Vortrag von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (*1918) vor
Vertretern der mittelständischen Wirtschaft in Nürnberg am 21.11.2005
(den ich dort angesprochen hatte):

"Die Weltpolitik im Laufe der nächsten 20 Jahre".

Gestern sah ich die ARD-Wiederholungsendung von

"Gas und Strom, Öl und Atom - wer kann uns den Hahn abdrehen?" -
Sabine Christiansen -

bei Phoenix.

Zu Gast waren:

- Michael Glos (Bundeswirtschaftsminister, CSU)
- Jürgen Trittin (ehem. Umweltminister, B'90/Grüne)
- Wulf H. Bernotat (Vorstandsvorsitzender E.ON)
- Fritz Vahrenholt (Windenergie-Unternehmer)
- Prof. Mohssen Massarrat (Energie-Wissenschaftler)
- zugeschaltet: Julia Timoschenko (ehem. Ministerpräsidentin Ukraine)

Phoenix-Outline:

"Beim Blick auf die Heizkostenabrechnung und die Spritkosten wird
vielen ganz heiß, beim Blick in die Zukunft eiskalt: In mehreren
deutschen Großstädten sind die Gaspreise in den letzten zwei Jahren
um 30 Prozent gestiegen! Spätestens als Moskau der Ukraine Anfang des
neuen Jahres den Gashahn abdrehte, wurde jedem klar, wie abhängig auch
wir von Russland sind. Und vom Krisengebiet Nahost, wo es Öl und Gas
gibt und wo der Iran gerade mit seinen Atomplänen provoziert...
Energie braucht die Wirtschaft, Energie braucht jeder Einzelne. Wie
sicher ist unsere Versorgung? Wie teuer werden Gas, Öl und Strom in
Deutschland? Kann man auf alternative Energien hoffen? Oder ist der
Ausstieg aus der Atomenergie ein Fehler?"

Einige Zukunftsaspekte aus der Diskussion:

Herr Bernotat (E.ON) sieht eher China (und ggf. Indien) die Nutzung der
iranischen Gasverkommen, den drittgrößten der Welt, voranzutreiben,
da man dort die politischen Komplikationen und Implikationen nicht so
eng sieht.

Es gibt auf der Welt - in politisch relativ sicheren Gegenden -
noch Braunkohlevorräte, die etwa noch 300 Jahre (manche sprechen sogar
von 500 Jahren) reichen. Es ist aber eine Weichenstellung notwendig, ob
man dort hineininvestiert oder doch gleich in die zukunftsträchtigeren
Technologien wie das Solarprojekt (das insbesondere von Schell
vorangetrieben wird) und das Kernfusionsprojekt (in den nächsten
Jahrzehnten).

Um den Wegfall des Nordsee-Erdöls zu kompensieren, versuchen die
deutschen Energiekonzerne derzeit zunehmend Öl- und Gasvorkommen in
den nordafrikanischen Regionen zu explorieren. Auch Großbritannien hat
sich vor diesem Hintergrund energiepolitisch neu zu orientieren.

>
Aus dem visionären Vortrag von Helmut Schmidt:

Er sieht vor dem Szenario einer fortschreitenden Industrialisierung
Chinas (und Indiens) - und des dortigen weiteren
Bevölkerungszuwachses - in den nächsten Jahrzehnten einen Kampf ums
Öl (inkl. Gas) ausbrechen. Die größten Ölvorkommen sind - wie
gehabt und auch weiterhin - im muslimischen Vorderen und Mittleren
Orient.

Derzeit gibt es nur noch zwei Großmächte - USA und China - mit
der Möglichkeit eines weltweit selbständigen Handelns (vor allem in
militärischer Hinsicht). Die USA können überall auf der Welt Kriege
führen (und gewinnen), aber es habe sich nun auch in der Washingtoner
Administration die Erkenntnis durchgesetzt, dass nach einem Krieg eine
regionale Befriedung nur mit Hilfe der westlichen Staatengemeinschaft
möglich ist.

Der Europäischen Union (EU) spricht Schmidt eine politische Stärke
auf noch lange Sicht ab (und dafür hat er viele Gründe angeführt).

Fazit:
Die Christiansen-Sendung und der anschließende Vortrag (in
Wiederholung) von Helmut Schmidt vermittelten zweieinhalb Stunden
geballte - und hochkarätige - Zukunftsvisionen vor einem
geschichtlich und ökonomisch bestens recherchierten Hintergrund.

>

Gruß, Frank

--
www.haplif.de & www.haplif.de/61820.html
Politik- und Wirtschafts-Highlights mit Zukunftsrelevanz
http://groups.google.co.uk/group/HAPLIF-GOVERNANCE
http://groups.google.co.uk/group/HAPLIF-BLOGGING

Frank Kalder

unread,
Jan 17, 2006, 5:36:55 AM1/17/06
to
Frank Kalder wrote:
>
>
>


[Christiansen-Sendung - ARD v. 15.01. und Widerholung bei Phoenix am
16.01.2006]

> - zugeschaltet: Julia Timoschenko (ehem. Ministerpräsidentin Ukraine)
>

Sorry, diese Zuschaltung war nicht vorhanden. Stattdessen war - IIRC -
ein russischer Journalist (Name, etc?) in der Runde mit dabei.

FK

Christoph Müller

unread,
Jan 17, 2006, 10:14:39 AM1/17/06
to
Frank Kalder schrieb:

> Einige Zukunftsaspekte aus der Diskussion:
>
> Herr Bernotat (E.ON) sieht eher China (und ggf. Indien) die Nutzung
> der iranischen Gasverkommen, den drittgrößten der Welt,
> voranzutreiben, da man dort die politischen Komplikationen und
> Implikationen nicht so eng sieht.

Egal. Gas wird knapp und wir HABEN Alternativen, für die wir lediglich
die geeigneten Strukturen zu implementierten bräuchten. Das allerdings
rechtzeitig und nicht erst, wenn dazu keine Zeit mehr bleibt. Mit
Nichtstun schwören wir Kriege in der Zukunft herauf. Aus heutiger Sicht
völlig unnötigerweise, sondern nur im Interesse einiger Weniger.

> Es gibt auf der Welt - in politisch relativ sicheren Gegenden - noch
> Braunkohlevorräte, die etwa noch 300 Jahre (manche sprechen sogar
> von 500 Jahren) reichen.

Was soll das? Von den Folgen einer solchen CO2-Anreicherung in der
Atmosphäre noch nie was gehört? Geeignete Strukturen erlauben einen
optimalen Mix von regenerativen Energien, die dieses Problem nicht mit
sich bringen.

> Es ist aber eine Weichenstellung notwendig, ob man dort
> hineininvestiert oder doch gleich in die zukunftsträchtigeren
> Technologien wie das Solarprojekt (das insbesondere von Schell
> vorangetrieben wird) und das Kernfusionsprojekt (in den nächsten
> Jahrzehnten).

Mit Einzellösungen werden auch immer nur einzelne Menschen ihr Auskommen
haben. Die Mehrheit darf diese Elite mit ihrem knappen Existenzminimum
bezahlen. Das halte ich aus sozialen Gründen nicht für den richtigen
Weg. Richtig wäre, auf die volle Breite aller regenerativen Energien zu
setzen. Das ist keine Frage der verfügbaren Technologien, sondern
lediglich eine Frage des Willens.

> Um den Wegfall des Nordsee-Erdöls zu kompensieren, versuchen die
> deutschen Energiekonzerne derzeit zunehmend Öl- und Gasvorkommen in
> den nordafrikanischen Regionen zu explorieren. Auch Großbritannien
> hat sich vor diesem Hintergrund energiepolitisch neu zu orientieren.

Das CO2-Problem wird damit garantiert nicht gelöst. Was wir brauchen,
ist ein Markt, auf dem auch der Kleine Mann seine Ware ganz
selbstverständlich anbieten kann. Ein Markt, in dem Angebot und
Nachfrage den Preis ergibt. Vollautomatisch! Mit dem Strom wäre das
relativ einfach zu machen und elektrischer Strom ist die gemeinsame
Klammer über alle weiteren Energieformen. Also auch die regenerativen in
all ihren Erscheinungsformen. Aktuell sind dazu zwei Diplomarbeiten in
Arbeit und diese beiden Herren werden bestimmt auch demnächst Geld
verdienen müssen. Die Chance, genau jetzt einen automatischen
Stromhandel zu implementieren, sind also vom Fachpersonal her gesehen
günstig wie nie.

> Aus dem visionären Vortrag von Helmut Schmidt:
>
> Er sieht vor dem Szenario einer fortschreitenden Industrialisierung
> Chinas (und Indiens) - und des dortigen weiteren
> Bevölkerungszuwachses - in den nächsten Jahrzehnten einen Kampf ums
> Öl (inkl. Gas) ausbrechen.

An dem wir uns NICHT beteiligen müssen, wenn wir den Schritt in die
regenerative Energiewirtschaft wagen. Angebot und Nachfrage regelt dabei
den Strompreis. Was wäre denn daran so schlimm? Der Effekt wäre doch,
dass man mit großen und deshalb trägen Anlagen die sich schnell
bewegenden Strompreise nicht mehr richtig im Griff hätte. Deshalb wird
man auf flinke Kleinstanlagen setzen. Damit lässt sich üblicherweise die
KOMPLETTE verwendete Energie einem sinnvollen Nutzen zuführen, während
Großkraftwerke noch immer das Meiste davon wegwerfen müssen. Rund um die
Uhr und das ganze Jahr über. Klar, dass unter solchen Voraussetzungen
die Energie schnell knapp wird.

> Die größten Ölvorkommen sind - wie gehabt und auch weiterhin - im
> muslimischen Vorderen und Mittleren Orient.
>
> Derzeit gibt es nur noch zwei Großmächte - USA und China - mit der
> Möglichkeit eines weltweit selbständigen Handelns (vor allem in
> militärischer Hinsicht).

Um so mehr ein Grund, endlich in die regenerative Energiewirtschaft
einzusteigen. Ihre Basis ist ein automatisches Stromhandelssystem und
Individualverkehr auf der Schiene, in dessen Folge z.B. Elektroautos
massentauglich werden.

> Fazit: Die Christiansen-Sendung und der anschließende Vortrag (in
> Wiederholung) von Helmut Schmidt vermittelten zweieinhalb Stunden
> geballte - und hochkarätige - Zukunftsvisionen vor einem
> geschichtlich und ökonomisch bestens recherchierten Hintergrund.

Ich hab's leider nicht gesehen, vermute jedoch, dass die gängigen
Statements in leichter Nuancierung vorgebracht wurden. Wie seit
mindestens 30 Jahren. Wenn dem so gewesen sein sollte, dann fürchte ich,
hat die Sendung nichts gebracht. Denn dann wird nach wie vor versucht
(wenn überhaupt), die regenerativen Energien in einen fossillen und
nuklearen Energiemarkt zu implantieren. Diese Wiederholung scheitert
erfahrungsgemäß seit mindestens 30 Jahren. Genauso, wie ein Unterfangen
zum Scheitern verurteilt ist, europäische Mittelklasseautos in
Entwicklungsländern zum Standardverkehrsmittel zu machen und umgekehrt
bei uns den Eselskarrn. Ein regenerativer Energiemarkt zeichnet sich
durch automatischen Stromhandel und Individualverkehr auf der Schiene
aus. Letzerer stellt lediglich automatische Plattformen dar, auf die man
Beliebiges (auch sein eigenes Auto mitsamt Insassen) stellen und
transportieren lassen kann.

Servus
Christoph Müller
http://www.astrail.de

Thomas Thiele

unread,
Jan 17, 2006, 10:26:54 AM1/17/06
to
Christoph Müller:

>> Es gibt auf der Welt - in politisch relativ sicheren Gegenden - noch
>> Braunkohlevorräte, die etwa noch 300 Jahre (manche sprechen sogar
>> von 500 Jahren) reichen.

>Was soll das? Von den Folgen einer solchen CO2-Anreicherung in der
>Atmosphäre noch nie was gehört?

Viel schlimmer und gefährlicher:
Stell dir vor, wenn Öl alle und Braunkohle der Hauptenergielieferant
ist, welche Länder sich da auf diversen Achsen des Bösen wiederfinden
würden...

Rudolf Steinmeyer

unread,
Jan 17, 2006, 11:17:10 AM1/17/06
to

"Frank Kalder" <edi...@haplif.de> schrieb im Newsbeitrag
news:1137493400.9...@g44g2000cwa.googlegroups.com...
>
[:::::::::::::::::::::::::::::]

>
Fazit:
Die Christiansen-Sendung und der anschließende Vortrag (in
Wiederholung) von Helmut Schmidt vermittelten zweieinhalb Stunden
geballte - und hochkarätige - Zukunftsvisionen vor einem
geschichtlich und ökonomisch bestens recherchierten Hintergrund.

>
In der Christiansen-Sendung wurde völlig außer Betracht
gelassen, daß die Verknappung und damit Verteuerung
der Energien auch zwangsläufig effektivere Einsparungen
zur Folge haben wird. Das jetzige unsinnige Verkehrs-
aufkommen wird dann abnehmen weil die Transport- und
Reisekosten dann wirksam werden hinsichtlich Arbeits-
teilung mit Billiglohnländern und Tourismus nach Sonstwohin.
Der Berufsverkehr im heutigen Ausmaß wird zu teuer sein.
Das tangiert dann stark die Autoindustrie.
>
Rudolf
>
>
>

Detlef Harms

unread,
Jan 17, 2006, 1:33:23 PM1/17/06
to

Christoph Müller schrieb:

Das steht schon in Huntigtons`` Kampf der Kulturen``
Detlef


>
> An dem wir uns NICHT beteiligen müssen, wenn wir den Schritt in die
> regenerative Energiewirtschaft wagen. Angebot und Nachfrage regelt dabei
> den Strompreis. Was wäre denn daran so schlimm? Der Effekt wäre doch,
> dass man mit großen und deshalb trägen Anlagen die sich schnell
> bewegenden Strompreise nicht mehr richtig im Griff hätte. Deshalb wird
> man auf flinke Kleinstanlagen setzen. Damit lässt sich üblicherweise die
> KOMPLETTE verwendete Energie einem sinnvollen Nutzen zuführen, während
> Großkraftwerke noch immer das Meiste davon wegwerfen müssen. Rund um die
> Uhr und das ganze Jahr über. Klar, dass unter solchen Voraussetzungen
> die Energie schnell knapp wird.

Um Großanlagen zur Erzeugung der Grundlast kommt man nicht herum- die ``
werfen auch nichts weg``! Sondern können gerade wegen ihrer hohen
Auslastung im Gegensatz zu Spitzenkraftwerken mit sehr guten
Wirkungsgraden betrieben werden. ``Flinke Kleinstanlagen`` mußt Du mal
näher erläutern.
Detlef


>> Die größten Ölvorkommen sind - wie gehabt und auch weiterhin - im
>> muslimischen Vorderen und Mittleren Orient.
>>
>> Derzeit gibt es nur noch zwei Großmächte - USA und China - mit der
>> Möglichkeit eines weltweit selbständigen Handelns (vor allem in
>> militärischer Hinsicht).
>
>
> Um so mehr ein Grund, endlich in die regenerative Energiewirtschaft
> einzusteigen. Ihre Basis ist ein automatisches Stromhandelssystem und
> Individualverkehr auf der Schiene, in dessen Folge z.B. Elektroautos
> massentauglich werden.

Ein automatisches Stromhandelssystem existiert bereits. Wie ein
Individualverkeht auf der Schiene funktionieren soll und dann
Elektroautos zur Folge haben soll , ist mir nicht verständlich.
Detlef

Message has been deleted

Franz Glaser

unread,
Jan 17, 2006, 6:23:29 PM1/17/06
to
Frank Kalder wrote:

> Die Christiansen-Sendung und der anschließende Vortrag (in
> Wiederholung) von Helmut Schmidt vermittelten zweieinhalb Stunden
> geballte - und hochkarätige - Zukunftsvisionen vor einem
> geschichtlich und ökonomisch bestens recherchierten Hintergrund.

Der Schmidt ist bei der Christiansengeiß sowas wie Perlen vor die
Säue.

MfG
--
Ex factis, non ex dictis amici pensandi

Franz Glaser

unread,
Jan 17, 2006, 6:30:15 PM1/17/06
to
Detlef Harms wrote:

> ``Flinke Kleinstanlagen`` mußt Du mal
> näher erläutern.
> Detlef

DAS MUSS DER MÜLLER NICHT DIR SCHON WIEDER! :-)

Dafür reitet er doch seit Jahren seine Pilippika. Oder willst du
ihn bloß provozieren? Der Müller ist im Prinzip auf der richtigen
Schiene, bloß die Automatik geht nicht so einfach wie er sich das
denkt. Aber das macht nix, der Ansatz stimmt: Dezentralisierung
der Erzeugung und Verbrauchsdisposition.

Mathias Donien

unread,
Jan 17, 2006, 6:52:53 PM1/17/06
to
Christoph Müller wrote:
> Frank Kalder schrieb:
>> Einige Zukunftsaspekte aus der Diskussion:
>>
>> Herr Bernotat (E.ON) sieht eher China (und ggf. Indien) die Nutzung
>> der iranischen Gasverkommen, den drittgrößten der Welt,
>> voranzutreiben, da man dort die politischen Komplikationen und
>> Implikationen nicht so eng sieht.
>
> Egal. Gas wird knapp und wir HABEN Alternativen, für die wir lediglich
> die geeigneten Strukturen zu implementierten bräuchten. Das allerdings
> rechtzeitig und nicht erst, wenn dazu keine Zeit mehr bleibt. Mit
> Nichtstun schwören wir Kriege in der Zukunft herauf. Aus heutiger Sicht
> völlig unnötigerweise, sondern nur im Interesse einiger Weniger.

Eigentlich gibt es doch überhaupt keine Energieprobleme. Selbst wenn die
gesamte Energieversorgung morgen zusammenbrechen würde, könnte man sie
relativ schnell durch mit Speiseöl betriebene Dieselgeneratoren komplett
ersetzen. Dezentral, kostengünstig, ökologisch und ausfallsicher.

siehe z.B. http://www.biocar.de/info/brasil.htm

--
"War is the Health of the State"
by Randolph Bourne http://antiwar.com/bourne.php
http://lewrockwell.com http://de.liberty.li/articles/kapitalismus.pdf
http://www.strike-the-root.com http://somalianarchy.com

Peter Mueller

unread,
Jan 17, 2006, 7:05:27 PM1/17/06
to
> ...den Schritt in die regenerative Energiewirtschaft wagen.

> Angebot und Nachfrage regelt dabei den Strompreis. Was wäre
> denn daran so schlimm? Der Effekt wäre doch, dass man mit
> großen und deshalb trägen Anlagen die sich schnell bewegenden
> Strompreise nicht mehr richtig im Griff hätte. Deshalb wird
> man auf flinke Kleinstanlagen setzen.

Auf welche regenerativen Energien mit welchen flinken Kleinstanlagen
zur Stromproduktion hoffst Du?
Es wäre schön, wenn es machbar wäre und es gibt auch Entwicklungen,
die in diese Richtung gehen. Der Sterling-Motor wurde serienreif,
allerdings mit Erdgas betrieben. Doch prinzipbedingt wäre auch ein
Betrieb mit Holzvergaser oder Holzbrenner möglich.
Welches Potential kann man den "flinken Kleinstanlagen" in Deutschland
realistisch zutrauen?

Gruss

Peter Müller

Werner Sondermann

unread,
Jan 17, 2006, 7:21:27 PM1/17/06
to
Mathias Donien wrote:
|
| Eigentlich gibt es doch überhaupt keine Energieprobleme. Selbst wenn
| die gesamte Energieversorgung morgen zusammenbrechen würde, könnte
| man sie relativ schnell durch mit Speiseöl betriebene
| Dieselgeneratoren komplett ersetzen. Dezentral, kostengünstig,
| ökologisch und ausfallsicher.
|
| siehe z.B. http://www.biocar.de/info/brasil.htm

Und mein Möhrensalat wird dann wohl in Zukunft nur noch trocken
gemampft?

Ganz Deutschland einig Teletubbies-Land mit Windspargeln allerorten
und gelben Rapsfeldern im Sommer.

Ich hasse übrigens Rapshonig. Der schmeckt - gelinde gesagt - sch...
sch... sch... scheiße!

w.

Mathias Donien

unread,
Jan 17, 2006, 8:13:07 PM1/17/06
to
Werner Sondermann wrote:
> Mathias Donien wrote:
> |
> | Eigentlich gibt es doch überhaupt keine Energieprobleme. Selbst wenn
> | die gesamte Energieversorgung morgen zusammenbrechen würde, könnte
> | man sie relativ schnell durch mit Speiseöl betriebene
> | Dieselgeneratoren komplett ersetzen. Dezentral, kostengünstig,
> | ökologisch und ausfallsicher.
> |
> | siehe z.B. http://www.biocar.de/info/brasil.htm
>
> Und mein Möhrensalat wird dann wohl in Zukunft nur noch trocken
> gemampft?
>
> Ganz Deutschland einig Teletubbies-Land mit Windspargeln allerorten
> und gelben Rapsfeldern im Sommer.

Nö, billiges Palmöl kann man aus Brasilien, Mikronesien oder Afrika
importieren. Ist aber im Moment noch nicht nötig, da reicht noch
gebrauchtes Fritieröl von McD und BurgerKing. Die sind froh, wenn sie
das Altöl loswerden.

> Ich hasse übrigens Rapshonig. Der schmeckt - gelinde gesagt - sch...
> sch... sch... scheiße!

Probier lieber Möhrenkuchen.

Frank Kalder

unread,
Jan 18, 2006, 2:12:00 AM1/18/06
to
Franz Glaser wrote:
> Frank Kalder wrote:
>
>
> > Die Christiansen-Sendung und der anschließende Vortrag (in
> > Wiederholung) von Helmut Schmidt vermittelten zweieinhalb Stunden
> > geballte - und hochkarätige - Zukunftsvisionen vor einem
> > geschichtlich und ökonomisch bestens recherchierten Hintergrund.
>
> Der Schmidt ist bei der Christiansengeiß sowas wie Perlen vor die
> Säue.
>

Helmut Schmidt war nicht bei S.C.!
Es handelte sich um zwei Wiederholungssendungen:
(1) S.C., (2) Schmidt-Vortrag in Nürnberg [s.a. OP].

Franz Glaser

unread,
Jan 18, 2006, 5:35:03 AM1/18/06
to
Frank Kalder wrote:

> Franz Glaser wrote:
>> Frank Kalder wrote:
>>
>>
>> > Die Christiansen-Sendung und der anschließende Vortrag (in
>> > Wiederholung) von Helmut Schmidt vermittelten zweieinhalb Stunden
>> > geballte - und hochkarätige - Zukunftsvisionen vor einem
>> > geschichtlich und ökonomisch bestens recherchierten Hintergrund.
>>
>> Der Schmidt ist bei der Christiansengeiß sowas wie Perlen vor die
>> Säue.
>>
>
> Helmut Schmidt war nicht bei S.C.!
> Es handelte sich um zwei Wiederholungssendungen:
> (1) S.C., (2) Schmidt-Vortrag in Nürnberg [s.a. OP].
>
> Gruß, Frank

Na Gottseidank!
--
Nie hat ein Dichter die Natur so frei ausgelegt, wie ein Jurist die
Wirklichkeit.                                      (Jean Giraudoux)

Christoph Müller

unread,
Jan 18, 2006, 1:16:23 PM1/18/06
to
Detlef Harms schrieb:
> Christoph Müller schrieb:

> Um Großanlagen zur Erzeugung der Grundlast kommt man nicht herum- die ``
> werfen auch nichts weg``!

Die Physik sorgt dafür. Sie MÜSSEN sogar eine ganze Menge wegwerfen.
Selbst die besten Rekordkraftwerke müssen noch immer 40% wegwerfen.
Üblich ist mindestens die Hälfe. 60% Verluste sind normal.

> Sondern können gerade wegen ihrer hohen
> Auslastung im Gegensatz zu Spitzenkraftwerken mit sehr guten
> Wirkungsgraden betrieben werden.

Wenn man den Strom als einzig relevante Größe in Betracht sind. Die Welt
ist etwas komplizierter. In der richtigen Welt braucht man auch Wärme
zum Heizen von Gebäuden oder als Prozesswärme in der Industrie oder als
Trocknungswärme im Handwerk oder auf dem Bauernhof. Aber nicht im
Kühlturm auf der Grünen Wiese.

> ``Flinke Kleinstanlagen`` mußt Du mal
> näher erläutern.

Z.B. 5 kW elektrisch und 10 kW thermisch. Damit könnte man einen
Standarheizkessel rauswerfen, der dann auch nicht mehr zu versorgen
wäre. Die Ersparnis wäre also tatsächlich 100%.
Statt den Kühlturm auf der Grünen Wiese zu heizen, wird dann das Haus
geheizt. Ohne teure Fernwärmeleitung. Denn mit der Anlage wird lediglich
ein Stück Kraftwerk von der Grünen Wiese ins Haus geholt. Die
Stromleitung darf man als existierend voraussetzen, über die man den
produzierten Strom in das Netz einspeisen und verkaufen kann.
Wer meint, dass die Kleinanlagen grundsätzlich wahnsinnig schlechte
Wirkungsgrade haben MUSS, der möge sich doch mal z.B. mit
Brennstoffzellen beschäftigen. Da sind wie beim Weltrekordkraftwerk auch
60% möglich.

>> Um so mehr ein Grund, endlich in die regenerative Energiewirtschaft
>> einzusteigen. Ihre Basis ist ein automatisches Stromhandelssystem und
>> Individualverkehr auf der Schiene, in dessen Folge z.B. Elektroautos
>> massentauglich werden.
>
> Ein automatisches Stromhandelssystem existiert bereits.

Wo denn? Wirklich AUTOMATISCH? Für JEDEN zugänglich? Also auch für den
kleinen Haushalt? Kann dieser dort auch seinen Strom zum jeweils
aktuellen Preis verkaufen? Zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit in
beliebiger Menge? Kann er auch beliebig oft am Tag vom Käufer zum
Verkäufer werden? Das sind alles Voraussetzungen für den Strommarkt, den
ich meine.

> Wie ein
> Individualverkeht auf der Schiene funktionieren soll und dann
> Elektroautos zur Folge haben soll , ist mir nicht verständlich.

Siehe http://www.astrail.de/railtaxibilder.htm

Christoph Müller

unread,
Jan 18, 2006, 1:23:13 PM1/18/06
to
Mathias Donien schrieb:
> Christoph Müller wrote:

>> Egal. Gas wird knapp und wir HABEN Alternativen, für die wir lediglich
>> die geeigneten Strukturen zu implementierten bräuchten. Das allerdings
>> rechtzeitig und nicht erst, wenn dazu keine Zeit mehr bleibt. Mit
>> Nichtstun schwören wir Kriege in der Zukunft herauf. Aus heutiger Sicht
>> völlig unnötigerweise, sondern nur im Interesse einiger Weniger.
>
> Eigentlich gibt es doch überhaupt keine Energieprobleme.

Was die Energiemenge und -leistung angeht, stimmt das. D bekommt z.B.
von der Sonne Jahr für Jahr mindestens das 70-fache dessen an Energie,
was hier trotz gigantischer Verschwendung INSGESAMT umgesetzt wird.
Tatsächlich liefert die Sonne eher das 200-Fache. Sage niemand, dass wir
nicht in der Lage wären, die Sonne mit nur 0,5% Wirkungsgrad anzuzapfen.
Pflanzen schaffen schon das gut das Doppelte und sie speichern ihre
Energie notfalls auch über viele Jahre.

> Selbst wenn die
> gesamte Energieversorgung morgen zusammenbrechen würde, könnte man sie
> relativ schnell durch mit Speiseöl betriebene Dieselgeneratoren komplett
> ersetzen. Dezentral, kostengünstig, ökologisch und ausfallsicher.

Mit einseitigen Lösungen wird's i.d.R. nichts. Alleine aus rein
menschlicher Sicht, weil das extreme Abhängigkeiten schafft. Aber die
Natur bietet uns ja den Gefallen, sehr viele weitere Möglichkeiten
bieten zu können. Wir KÖNNEN ein sehr breites Spektrum nutzen.

Christoph Müller

unread,
Jan 18, 2006, 1:41:55 PM1/18/06
to
Peter Mueller schrieb:

> Auf welche regenerativen Energien mit welchen flinken Kleinstanlagen
> zur Stromproduktion hoffst Du?

Da ist Vieles möglich. An regenerativen Energien kann man alles
verstromen. Rapsöl, Sonnenblumenöl, Hackschnitzel, Stroh, Biogas,
diverse Abfälle, ... Nicht nur mit Otto- und Dieselmotoren, sondern auch
mit Stirlingmotoren, therm- und magnetionischen Wandlern,
Brennstoffzellen, Dampfmaschinen, Turbinen, ... Kann man alles auch auf
Haushaltsgröße oder Wohnanlagengröße hin optimieren.

> Es wäre schön, wenn es machbar wäre und es gibt auch Entwicklungen,
> die in diese Richtung gehen.

Was alles (technisch) machbar ist, wurde doch schon vor 100 Jahren
vorgeführt. Es geht nur darum, was WIRTSCHAFTLICH machbar ist. Da haben
wir das Problem, dass wir einen hervorragend organisierten Markt für
eine zentral organisierte Stromproduktion haben. Da kann man schlecht
andere Dinge verkaufen. Das ist so ähnlich, als wollte man in den
ärmsten Entwicklungsländern der Welt z.B. einen VW-Golf als
Standardfahrzeug einführen. Die Leute dort werden sich solche Fahrzeuge
nicht leisten können und wahrscheinlich taugt auch die Infrastruktur
dafür nicht besonders gut. Sprich die Straßen sind zu schlecht und die
Tankstellen zu wenig. Dort fährt man eher mit Eselskarren. Die kann man
sich hier im reichen Westen kaum leisten, weil die Esel viel Pflege
brauchen (Personalkosten), der Platzbedarf für das Tier kaum bezahlbar
(Quadratmetermiete in Städten ca. 10...20 Euro pro Monat) ist und weil
Zeit Geld ist. Dafür ist der Esel zu langsam. Sollen wir jetzt also die
Entwicklungshifle einstellen, weil die Entwicklungländer dermaßen reich
sind, dass sie sich Dinge leisten können, die sogar hierzulande
unbezahlbar sind?

> Der Sterling-Motor wurde serienreif,
> allerdings mit Erdgas betrieben.

An dem Boom dieser Maschine bin ich nicht ganz unschuldig. Habe darüber
1981 eine Diplomarbeit geschrieben "Der Stirlingmotor für den
dezentralen stationären Energieeinsatz" (heute würde man
"Kraft-Wärme-Kopplung" oder treffender "Strom-Wärme-Kopplung" sagen).
Die Arbeit bekam die evang. Studentengemeinde an der FH München in die
Finger, die das Thema dann verbreitete.

> Doch prinzipbedingt wäre auch ein
> Betrieb mit Holzvergaser oder Holzbrenner möglich.
> Welches Potential kann man den "flinken Kleinstanlagen" in Deutschland
> realistisch zutrauen?

Wenn nur die privaten Haushalte solche Maschinen installieren (5 kW
elektrisch), dann brauchen wir uns über konventionelle Kraftwerke keine
Gedanken mehr zu machen. Denn mit den kleinen Anlagen lässt sich dann
mindestens genauso viel Strom produzieren, wie mit allen heute
installierten Kraftwerken zusammen. Kleinvieh macht eben auch Mist. Aber
man hätte sogar noch wesentlich mehr, weil ja auch die Industrie,
Handel, Handwerk, Verwaltung usw. versorgt sein wollen.

Christoph Müller

unread,
Jan 18, 2006, 1:46:48 PM1/18/06
to
Rudolf Steinmeyer schrieb:

> In der Christiansen-Sendung wurde völlig außer Betracht
> gelassen, daß die Verknappung und damit Verteuerung
> der Energien auch zwangsläufig effektivere Einsparungen
> zur Folge haben wird.

Wenn dem so wäre, dann wären die Amis heute sicher nicht im Irak. Statt
Einsparungen kann man ja auch Kriege führen. Das ist leider nicht mal
unwahrscheinlich. Wie man sieht.

> Das jetzige unsinnige Verkehrs-
> aufkommen wird dann abnehmen weil die Transport- und
> Reisekosten dann wirksam werden hinsichtlich Arbeits-
> teilung mit Billiglohnländern und Tourismus nach Sonstwohin.
> Der Berufsverkehr im heutigen Ausmaß wird zu teuer sein.

Muss keineswegs. Energie dafür haben wir weit mehr als genug. Sehr
saubere noch dazu. Muss nur richtig organisiert werden. Z.B. mit
Individualverkehr auf der Schiene. Siehe
http://www.astrail.de/railtaxibilder.htm

> Das tangiert dann stark die Autoindustrie.

Das ja. Trotzdem könnte sie nach wie vor beste Geschäfte machen. Dann
aber halt mit etwas anderen Autos. Wäre das denn so schlimm?

Franz Glaser

unread,
Jan 18, 2006, 5:50:36 PM1/18/06
to
Ralf Kusmierz wrote:

>> Detlef
>
> War wohl nix?


>
>> Ein automatisches Stromhandelssystem existiert bereits.
>

> Wo denn? Erzähl ...
>
Komm schon, stell dich auf die Luv-Seite vom babylonischen
PISA-Turm und halt ihn fest, daß er nicht umfällt. Mußt ja
nicht so stolz sein, sackrament!

Hat schließlich nicht jeder immerzu Zeit, deine und Müllers
Traktate in sich reinzuziehen ;-)) (noch dazu wo du 1/3 der
Menschheit mit deinem begquoting von deiner Weisheit fern
halten tust:-)

Glaser

Dieter Intas

unread,
Jan 19, 2006, 2:01:03 AM1/19/06
to
Franz Glaser schrieb:

> Frank Kalder wrote:
>
>> Franz Glaser wrote:
>>> Frank Kalder wrote:
>>>
>>>
>>> > Die Christiansen-Sendung und der anschließende Vortrag (in
>>> > Wiederholung) von Helmut Schmidt vermittelten zweieinhalb
>>> > Stunden geballte - und hochkarätige - Zukunftsvisionen vor einem
>>> > geschichtlich und ökonomisch bestens recherchierten Hintergrund.
>>>
>>> Der Schmidt ist bei der Christiansengeiß sowas wie Perlen vor die
>>> Säue.
>>>
>>
>> Helmut Schmidt war nicht bei S.C.!
>> Es handelte sich um zwei Wiederholungssendungen:
>> (1) S.C., (2) Schmidt-Vortrag in Nürnberg [s.a. OP].
>>
>> Gruß, Frank
>
> Na Gottseidank!

Geh du mal zu deinen Scheinheiligen dswc - von Weltpolitik hast du
keine Ahnung ... ansonsten kann ich dir noch eine Spieleconsole
empfehlen ... mach weiter so ... Almdudler... jo gema! :-))

di

Frank Kalder

unread,
Jan 19, 2006, 2:58:34 AM1/19/06
to
Christoph Müller wrote:
> Frank Kalder wrote:
>
>
[Braunkohlevorräte,
die etwa noch 300-500 Jahren reichen]

>
>
> Was soll das? Von den Folgen einer solchen CO2-Anreicherung in der
> Atmosphäre noch nie was gehört? Geeignete Strukturen erlauben einen
> optimalen Mix von regenerativen Energien, die dieses Problem nicht mit
> sich bringen.
>

Ich hörte erstmals von diesen noch gigantischen Vorkommen. Es wurde ja
auch in der S.C.-Runde - besonders von dem iranischen Professor (in D
lebend) - energisch diskursiv darauf hingewirkt, die Weichen für den
Energiemix (Forcierung der alternativen Methoden!) jetzt endlich
richtig zu stellen (man könne Investivgeld nur einmal verwenden; beide
Linien zu fahren, sei ohnehin unmöglich).

> > Es ist aber eine Weichenstellung notwendig, ob man dort
> > hineininvestiert oder doch gleich in die zukunftsträchtigeren
> > Technologien wie das Solarprojekt (das insbesondere von Schell
> > vorangetrieben wird) und das Kernfusionsprojekt (in den nächsten
> > Jahrzehnten).
>

> Mit Einzellösungen werden auch immer [...]
>
Siehe oben (zusammengefasst).


>
>
> > Aus dem visionären Vortrag von Helmut Schmidt:
> >
> > Er sieht vor dem Szenario einer fortschreitenden Industrialisierung
> > Chinas (und Indiens) - und des dortigen weiteren
> > Bevölkerungszuwachses - in den nächsten Jahrzehnten einen Kampf ums
> > Öl (inkl. Gas) ausbrechen.
>
> An dem wir uns NICHT beteiligen müssen, wenn wir den Schritt in die
> regenerative Energiewirtschaft wagen. Angebot und Nachfrage regelt dabei
> den Strompreis. Was wäre denn daran so schlimm? Der Effekt wäre doch,
> dass man mit großen und deshalb trägen Anlagen die sich schnell
> bewegenden Strompreise nicht mehr richtig im Griff hätte. Deshalb wird
> man auf flinke Kleinstanlagen setzen. Damit lässt sich üblicherweise die
> KOMPLETTE verwendete Energie einem sinnvollen Nutzen zuführen, während
> Großkraftwerke noch immer das Meiste davon wegwerfen müssen. Rund um die
> Uhr und das ganze Jahr über. Klar, dass unter solchen Voraussetzungen
> die Energie schnell knapp wird.
>

Wie steht's um "Deine Projekte" (konkrete Verhandlungsergebnisse
mit ...; wo und wann Pilotanlagen; etc)?

> Umso mehr ein Grund, endlich in die regenerative Energiewirtschaft


> einzusteigen. Ihre Basis ist ein automatisches Stromhandelssystem und
> Individualverkehr auf der Schiene, in dessen Folge z.B. Elektroautos
> massentauglich werden.
>

Hybridautos (mit zwei Motoren) sind ja jetzt im Kommen. Wie steht's
mit reinen Elektroautos (auf H2-Basis) für die Massenanwendung?

Christoph Müller

unread,
Jan 19, 2006, 10:42:15 AM1/19/06
to
Frank Kalder schrieb:

> Wie steht's um "Deine Projekte" (konkrete Verhandlungsergebnisse
> mit ...; wo und wann Pilotanlagen; etc)?

Bis jetzt drei Diplomarbeiten. Eine zum Thema Railtaxi. Zwei zum
automatischen Stromhandel laufen grade.

>>Umso mehr ein Grund, endlich in die regenerative Energiewirtschaft
>>einzusteigen. Ihre Basis ist ein automatisches Stromhandelssystem und
>>Individualverkehr auf der Schiene, in dessen Folge z.B. Elektroautos
>>massentauglich werden.
>
> Hybridautos (mit zwei Motoren) sind ja jetzt im Kommen.

Damit produziert man nur etwas weniger Abwärme und etwas weniger Abgase.
Das grundsätzliche Problem bleibt auch damit unberührt. Es handelt sich
also auch damit lediglich um Symptomkurierei.

> Wie steht's
> mit reinen Elektroautos (auf H2-Basis) für die Massenanwendung?

H2-Autos in der Massenanwendung halte ich für gefährlicher als die
Atombombe. Denn nach einem Atomkrieg hat die Natur wenigstens noch eine
Chance auf Erhohlung. Wenn die Erde ihr Wasser verloren hat, nicht mehr.
Dass die Erde ihr Wasser verlieren wird, ist mit einer solchen
Massenanwendung durchaus wahrscheinlich. Schließlich wird man dann sehr
viel H2 benötigen und dementsprechend alles daran setzen, ihn möglichst
billig zu gewinnen. Eine Möglichkeit sind z.B. Mikroorganismen, an denen
auch tatsächlich schon geforscht wird. Billig bedeutet, dass man
Rahmenbedingungen schaffen muss, die nichts kosten. Folglich müssen
diese Organismen so robust macht, dass sie quasi in jeder Pfütze ihre
volle Leistung entfalten können. Folie drüber, abgesaugt - billiger
geht's dann kaum noch. Aber solche Organismen werden halt auch in freier
Wildbahn überleben und dann überall H2 produzieren. Ob wir wollen oder
nicht. Denn sie WERDEN entweichen. Darauf kann man sich schon jetzt
verlassen, obwohl es diese Organismen noch gar nicht gibt. Dann braucht
man nur noch zu wissen, dass das Schwerefeld der Erde nicht in der Lage
ist, den leichtesten Stoff auf der Erde festzuhalten. Er wird dann vom
Sonnenwind unwiederruflich in die Weiten des Alls geblasen. Kein Mensch
der Welt wird diesen tödlichen "Versuch" wieder rückgängig machen
können. Weil sehr viel Wasser auf der Erde existiert, wird man auch
ziemlich lang tatenlos zusehen, wie die Erde ihr Wasser verliert. Es ist
zu befürchten, dass die ersten Aktionen zur Bekämpfung des Problems viel
zu spät kommen werden. Bin auf die Forschungsergebnisse vom Mars immer
sehr gespannt. Es könnte gut sein, dass dieser diese Entwicklung bereits
hinter sich hat. Man vermutet, dass es dort Mikroorganismen gegeben hat.
Man hat auch sehr deutliche Hinweise darauf, dass es dort man viel
Wasser gegeben haben muss, von dem heute niemand genau weiß, wo es jetzt
ist...

Message has been deleted

Frank Kalder

unread,
Jan 20, 2006, 4:01:25 AM1/20/06
to
Christoph Müller wrote:
> Frank Kalder schrieb:
>
>
> > Wie steht's um "Deine Projekte" (konkrete Verhandlungsergebnisse
> > mit ...; wo und wann Pilotanlagen; etc)?
>
> Bis jetzt drei Diplomarbeiten. Eine zum Thema Railtaxi. Zwei zum
> automatischen Stromhandel laufen grade.
>

Vielen Dank, Christoph, für diese Info!
Das ist ja großartig.

> >>Umso mehr ein Grund, endlich in die regenerative Energiewirtschaft
> >>einzusteigen. Ihre Basis ist ein automatisches Stromhandelssystem und
> >>Individualverkehr auf der Schiene, in dessen Folge z.B. Elektroautos
> >>massentauglich werden.
> >
> > Hybridautos (mit zwei Motoren) sind ja jetzt im Kommen.
>
> Damit produziert man nur etwas weniger Abwärme und etwas weniger Abgase.
> Das grundsätzliche Problem bleibt auch damit unberührt. Es handelt sich

> also auch damit lediglich um Symptomkuriererei.
>

Ja, sozusagen.

> > Wie steht's
> > mit reinen Elektroautos (auf H2-Basis) für die Massenanwendung?
>
> H2-Autos in der Massenanwendung halte ich für gefährlicher als die
> Atombombe. Denn nach einem Atomkrieg hat die Natur wenigstens noch eine
> Chance auf Erhohlung. Wenn die Erde ihr Wasser verloren hat, nicht mehr.
> Dass die Erde ihr Wasser verlieren wird, ist mit einer solchen
> Massenanwendung durchaus wahrscheinlich. Schließlich wird man dann sehr
> viel H2 benötigen und dementsprechend alles daran setzen, ihn möglichst
> billig zu gewinnen. Eine Möglichkeit sind z.B. Mikroorganismen, an denen
> auch tatsächlich schon geforscht wird. Billig bedeutet, dass man
> Rahmenbedingungen schaffen muss, die nichts kosten. Folglich müssen
> diese Organismen so robust macht, dass sie quasi in jeder Pfütze ihre
> volle Leistung entfalten können. Folie drüber, abgesaugt - billiger
> geht's dann kaum noch. Aber solche Organismen werden halt auch in freier
> Wildbahn überleben und dann überall H2 produzieren. Ob wir wollen oder
> nicht. Denn sie WERDEN entweichen. Darauf kann man sich schon jetzt
> verlassen, obwohl es diese Organismen noch gar nicht gibt. Dann braucht
> man nur noch zu wissen, dass das Schwerefeld der Erde nicht in der Lage
> ist, den leichtesten Stoff auf der Erde festzuhalten. Er wird dann vom

> Sonnenwind unwiderruflich in die Weiten des Alls geblasen. Kein Mensch


> der Welt wird diesen tödlichen "Versuch" wieder rückgängig machen
> können. Weil sehr viel Wasser auf der Erde existiert, wird man auch
> ziemlich lang tatenlos zusehen, wie die Erde ihr Wasser verliert. Es ist
> zu befürchten, dass die ersten Aktionen zur Bekämpfung des Problems viel
> zu spät kommen werden. Bin auf die Forschungsergebnisse vom Mars immer
> sehr gespannt. Es könnte gut sein, dass dieser diese Entwicklung bereits
> hinter sich hat. Man vermutet, dass es dort Mikroorganismen gegeben hat.
> Man hat auch sehr deutliche Hinweise darauf, dass es dort man viel
> Wasser gegeben haben muss, von dem heute niemand genau weiß, wo es jetzt
> ist...
>

Ja, Deine (H2/Mikroorganismen) Befürchtungen kannte ich schon. Der
Hinweis auf die Mars-Situation ist sehr interessant. Werden wir's
weiter beobachten, was dabei noch alles rauskommen wird. Es bleibt
jedenfalls sehr spannend...

Frank Kalder

unread,
Jan 20, 2006, 4:28:24 AM1/20/06
to
Ralf Kusmierz wrote:
> Christoph Müller wrote:
> > Frank Kalder wrote:
>
>
> [Ich muß auch mal wieder meinen Senf dazugeben]

>
> >>> Umso mehr ein Grund, endlich in die regenerative Energiewirtschaft
> >>> einzusteigen. Ihre Basis ist ein automatisches Stromhandelssystem und
> >>> Individualverkehr auf der Schiene, in dessen Folge z.B. Elektroautos
> >>> massentauglich werden.
> >> Hybridautos (mit zwei Motoren) sind ja jetzt im Kommen.
> > Damit produziert man nur etwas weniger Abwärme und etwas weniger Abgase.
> > Das grundsätzliche Problem bleibt auch damit unberührt. Es handelt sich
> > also auch damit lediglich um Symptomkuriererei.
>
> Christoph hat ziemlich innovative Ideen und eine Menge "Krankheiten"
> unseres derzeitigen Systems recht gut analysiert. Er macht aber leider
> den Fehler, zu glauben, den "Stein der Weisen" gefunden zu haben und
> alle Probleme der Welt mit einer Universallösung beseitigen zu können.
> Insbesondere sieht er nicht einerseits das Energieproblem (als
> Ressourcenproblem) als solches und zweitens das Problem der
> Umweltverschmutzung und drittens das von Ineffizienzen beim Betrieb
> von Energiesystemen und dem Handel damit, die man alle einzeln angehen
> kann, sondern es muß für ihn unbedingt die Universallösung
> "Strom-Wärme-Kopplung zur Raumheizung und elektrifizierter
> Individualverkehr mit batteriebetriebenen Autos auf Schienen" sein,
> alles auf einmal, weil jedes für sich nicht bestehen kann.
>
> Es gibt leider einige ernsthafte Bedenken dagegen, die mich vermuten
> lassen, daß es nicht funktioniert:
>
> Zum ersten ist das Argument der überlegenen Energiebilanz der
> Strom-Wärme-Kopplung aufgrund der Entwicklung der Kraftwerkstechnik
> inzwischen schlicht falsch:
> Moderne Kraftwerke in GuD-Technik können auch minderwertige
> Brennstoffe (Braun- und Salzkohle) inzwischen schadstoffarm (man
> verwendet als Oxidator durch Luftfraktionierung gewonnnen (technisch)
> reinen Sauerstoff, so daß bei der Verbrennung erst gar keine
> Stickoxide entstehen) verwerten und das mit einem elektrischen
> Wirkungsgrad von ca. 60 %, so daß sich auch die fundstättennahe
> Errichtung von Kraftwerken ohne Abwärmenutzung rechnet.
>

In der S.C.-Talkrunde wurde auch darauf hingewiesen, dass es
technologisch inzwischen möglich sei, stein- und braunkohlebasierte
Stromerzeugung /beinahe ganz/ schadstofffrei hinzubekommen.

Dennoch: Ich favorisiere das forcierte Anpacken der Alternativen

- insbesondere der Solarprojekte -

auf einer geostrategischen Basis. Die Machbarkeit der "Kernfusion"
(großtechnischen Stils) ist ja immer noch ungewiss (man brauche
allenfalls noch etwa 5 Jahrzehnte dafür).

> Physikalisch ist es bei
> hochentwickelten Kraftwerken übrigens ohnehin nicht
> möglich, die zwangsläufig anfallende Abwärme nutzbringend zu
> verwerten, weil es dabei nämlich nicht auf deren Menge, sondern auch
> auf eine ausreichende Temperatur des Kühlmediums ankommt - zur
> Raumheizung benötigt man nämlich "normale" Vorlauftemperaturen, die
> selbst bei Niedertemperaturheizungen wenigstens 40-50 °C am Ort der
> Nutzung betragen müssen, die Kühlmediumtemperaturen sind wegen der
> unvermeidlichen Wärmetauscher und Transportstrecken notwendigerweise
> höher. Das geht aber nur über eine Erhöhung der Abwärmetemperaturen,
> die aus Gründen des Carnot-Wirkungsgrades dann den elektrischen
> Wirkungsgrad senkt.
>
> Wenn man das einmal durchrechnet und vergleicht, stellt man fest, daß
> die ökologischste Heizmethode die ist, mit elektrischen Wärmepumpen,
> also letztlich mit Strom, zu heizen: moderne Wärmepumpen erreichen
> Leistungsziffern von ca. 2, d. h. bei Aufnahme von 1 kWh el. (oder
> mechanischer) Arbeit geben sie 2 kWh Wärme ab. Zusammen mit einem
> GuD-Kraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 60 % entstehen so aus 10 kWh
> Brennwert eines Brennstoffs insgesamt 12 kWh Heizwärme (die
> "fehlenden" 2 kWh werden von der Wärmepumpe der Umgebung entnommen) -
> eine solche Effizienz erreicht die Strom-Wärmekopplung nie und nimmer:
> man kann bei ihr einen Umwandlungswirkungsgrad von vielleicht 35 %
> abschätzen, damit entstehen aus 100 kWh Brennstoff dann 35 kWh Strom
> und 65 kWh Wärme. Da der Betrieb dieser Anlagen sehr teuer ist, lohnt
> er sich nur dann, wenn sie hohe Nutzungsstundenzahlen erreichen und
> sowohl Strom als auch Wärme gleichzeitig genutzt werden können (bei
> einem derzeitigen Endverbraucherstrompreis von ca. 15 Ct/kWh inkl.
> Steuern und Leitungskosten kann man von einem Nettopreis von ca. 10
> Ct/kWh am Zähler und etwa der Hälfte ab Kraftwerk ausgehen - dem
> Kleinerzeuger verbleiben günstigstenfalls Centbruchteile nach Abzug der
> Abschreibung, Wartung und Brennstoffkosten). Man rechnet sich leicht
> aus, daß das Konzept nicht dominant sein kann.
>

Na ja, das mögen die Chemiker, Physiker und Ingenieure en detail
verstehen und ggf. irgendwie voranbringen.

> Das Hauptproblem ist aber, daß es den für die von Christoph
> beabsichtigte Substitution der Großkraftwerke durch die
> Strom-Wärmekopplung benötigten Wärmebedarf gar nicht gibt: in
> Zeiträumen, in denen ein solches System realistischerweise
> implementiert werden könnte, wird der Wärmebedarf dank Isolierung und
> Wärmerückgewinnung (Abluftwärmetauscher) nämlich gegen Null gehen. Da
> Christoph das weiß, spricht er sich auch ausdrücklich gegen
> Wärmedämmung aus, auf deutsch: er will lieber Heizwärme verschwenden.
>

Mal sehen, was er entgegen wird.

> Letztlich sind trotz aller Energiepreissteigerungen die Kosten für el.
> Energie aber gedeckelt: durch Photovoltaik kann beliebig viel Strom
> ohne "Brennstoffverbrauch" gewonnen werden, die Kosten lassen sich
> (mit sinkender Tendenz) auf weniger als 1 Euro/kWh abschätzen. (Die
> entsprechenden Kollektorflächen gehören natürlich in Wüst- und Ödland
> und auf Verkehrsflächen (als Dach darüber) und nicht etwa auf die
> Dächer von Wohnhäusern, da gehören nämlich Solarkollektoren zur
> Wärmegewinnung hin (noch ein Argument gegen Strom-Wärme-Kopplung),
> weil sich im Gegensatz zu Wärme Strom sehr billig über größere
> Entfernungen transportieren läßt.
>

Das klingt gut (für meine "Photovoltaikmühlen").

> Die Elektroautos werden also
> weiterhin aus der Steckdose "aufgetankt", ein evtl. Railtaxisystem ist
> von dezentraler Eigenversorgung völlig unabhängig zu betrachten.
>
> Schließlich sieht Christoph institutionalisierte Hemmnisse gegen die
> Einführung eines marktlich gesteuerten Stromhandelssystems auf der
> untersten Ebene und unterstellt die Existenz einer Art "Verschwörung"
> der Energiemultis dagegen. Die Wahrheit ist aber, daß es keinerlei
> rechtliche Hindernisse (mehr) gegen die Einführung eines solchen
> Handelssystems gibt: die potentiellen Teilnehmer oder auch ein
> beliebiges Unternehmen könnten genau dieses Modell einfach verwenden
> und sowohl mit den interessierten Teilnehmern als auch mit örtlichen
> Verteilungsunternehmen entsprechende Bezugs- und Lieferverträge
> abschließen. Ein solches Unternehmen könnte sein Angebot an der
> Strombörse plazieren und dort kollektiv den von seinen "Einspeisern"
> erzeugten Strom verkaufen wie auch dort ebenso Strom zur Deckung
> eingegangener Lieferverpflichtungen beziehen und die sich ergebenden
> Spotpreise an seine Kunden weiterreichen. Soweit sich bei der
> Durchleitung eine Entlastung ergibt, weil zeitweise Strom gar nicht
> erst durch die höheren Spannungsebenen geschleust, sondern
> nachweislich in dem einen Haus erzeugt und im Haus nebenan gleich
> wieder verbraucht wird, würde die Bundesnetzagentur das bei der
> Festlegung der pauschal zu entrichtenden Durchleitungsentgelte als
> Kostenersparnisse des Netzbetreibers sicher berücksichtigen. (Die von
> Christoph betonte schnelle Reaktionsfähigkeit seines Systems hat nur
> relativen Wert: wegen der Lastdurchmischung ändert sich der
> Netzlastzustand in den höheren Spannungsebenen nur relativ langsam, so
> daß kürzere Abrechnungsperioden als etwa Viertelstunden dort schlicht
> sinnlos sind, zudem ist die Netzlast sogar recht gut prognostizierbar
> wie übrigens auch die Erzeugung aus Sonne und Wind, Schwankungen
> treten nur eng begrenzt lokal auf und mitteln sich in der Fläche weg.
> Die vielbeschworene Regelenergie braucht in der Realität jetzt schon
> praktisch nur für Störfälle vorgehalten zu werden.)
>

Das gibt's ja prototypmäßig auch schon, wie wir es bereits
diskutiert hatten: VIRTUELLES KRAFTWERK -
http://groups.google.co.uk/groups?q=virtuelles+kraftwerk&start=0&scoring=d&


> >> Wie steht's
> >> mit reinen Elektroautos (auf H2-Basis) für die Massenanwendung?
> > H2-Autos in der Massenanwendung halte ich für gefährlicher als die
> > Atombombe. Denn nach einem Atomkrieg hat die Natur wenigstens noch eine
> > Chance auf Erhohlung. Wenn die Erde ihr Wasser verloren hat, nicht mehr.
> > Dass die Erde ihr Wasser verlieren wird, ist mit einer solchen
> > Massenanwendung durchaus wahrscheinlich. Schließlich wird man dann sehr
> > viel H2 benötigen und dementsprechend alles daran setzen, ihn möglichst
> > billig zu gewinnen. Eine Möglichkeit sind z.B. Mikroorganismen, an denen
> > auch tatsächlich schon geforscht wird. Billig bedeutet, dass man
> > Rahmenbedingungen schaffen muss, die nichts kosten. Folglich müssen
> > diese Organismen so robust macht, dass sie quasi in jeder Pfütze ihre
> > volle Leistung entfalten können. Folie drüber, abgesaugt - billiger
> > geht's dann kaum noch. Aber solche Organismen werden halt auch in freier
> > Wildbahn überleben und dann überall H2 produzieren. Ob wir wollen oder
> > nicht. Denn sie WERDEN entweichen. Darauf kann man sich schon jetzt
> > verlassen, obwohl es diese Organismen noch gar nicht gibt. Dann braucht
> > man nur noch zu wissen, dass das Schwerefeld der Erde nicht in der Lage
> > ist, den leichtesten Stoff auf der Erde festzuhalten. Er wird dann vom
> > Sonnenwind unwiederruflich in die Weiten des Alls geblasen. Kein Mensch
> > der Welt wird diesen tödlichen "Versuch" wieder rückgängig machen
> > können.
>

> Mit Verlaub: ich halte das für eine fixe Idee ohne jede reale
> Grundlage. Wenn es solche Mikroorganismen geben könnte, dann wären sie
> längst auf natürliche Weise entstanden, wenn man sich die bunte
> Vielfalt der real existierenden natürlichen Organismen, die teilweise
> in heißen Schwefelquellen, am Meeresgrund und im Gestein und in
> natürlichen Erdöllagerstätten leben, betrachtet. Ob man Strom für
> Fahrzeuge in Bordbatterien oder dort Wasserstoff für Brennstoffzellen
> oder Verbrennungsmotoren oder was auch immer speichert, dürfte eine
> rein technisch-ökonomische Frage sein.
>

Auf jeden Fall: IMO interessante Ansichten.

Christoph Müller

unread,
Jan 20, 2006, 3:14:45 AM1/20/06
to
Ralf Kusmierz schrieb:
> begin quoting, Christoph Müller schrieb:

> Christoph hat ziemlich innovative Ideen und eine Menge "Krankheiten"
> unseres derzeitigen Systems recht gut analysiert.

:-)

> Er macht aber leider
> den Fehler, zu glauben, den "Stein der Weisen" gefunden zu haben

ich sehe EINE Möglichkeit mit meinem Konzept. Aber ich sehe kein
vergleichbares Konzept. Wenn du so schreibst, scheinst du ja mindestens
ein weiteres ähnlich wirksames zu kennen. Wie heißt es? Vom wem ist es?
Was bewirkt es? Wie funktioniert es?

> und
> alle Probleme der Welt mit einer Universallösung beseitigen zu können.

Ich sehe da eigentlich mehrere Bereiche, die da angegangen werden
müssen. Früher wurde mir deshalb der Vorwurf gemacht, dass ich auf zu
vielen Hochzeiten gleichzeitig tanze. Dann habe ich nach einem
gemeinsamen Namen für diese vielen Hochzeiten gesucht, der mir nun als
"Universallösung" angekreidet wird.

> Insbesondere sieht er nicht einerseits das Energieproblem (als
> Ressourcenproblem)

natürlich sehe ich dieses Problem. Es existiert aber nur, so lange wir
unsere aktuelle Strom- und Energieversorgungsstruktur beibehalten.
Deshalb ist es mir sehr wichtig, genau an diesen Strukturen anzusetzen.
Denn damit löst sich dann das Ressourcenproblem voraussichtlich in
Wohlgefallen auf. Denn regenerative Ressourcen direkt vor unserer
Haustür haben wir reichlich. Wir müssen nur Strukturen schaffen, mit
denen wir diese Ressourcen auch sinnvoll verwerten können.

> als solches und zweitens das Problem der
> Umweltverschmutzung

Genau wegen dieses Problem habe ich ja erst nachgedacht. Wenn du mir
also unterstellen willst, dass ich dieses Problem nicht sehe, dann muss
ich mir dir gegenüber falsch ausgedrückt haben.

> und drittens das von Ineffizienzen beim Betrieb
> von Energiesystemen

auch dieses Problem nehme ich sehr wohl zur Kenntnis. Wenn man bei
Kraftwerken allerdings ausschließlich auf das Verhältnis von
reingesteckter Energie zu produziertem Strom sehen will, so übersieht
man doch das Wesentliche. Nämlich die Abwärmenutzung und die Tatsache,
dass mit fehlender Abwärmenutzung die Abwärme gleich nochmal produzieren
muss, um die Gebäude warm zu kriegen.

> und dem Handel damit, die man alle einzeln angehen
> kann,

Natürlich kann man alle Probleme einzeln angehen. Das kommt mir dann so
vor, als ob in einem Chor jeder einzeln und zu einem beliebigen
Zeitpunkt sein Lied schmettern will. Das können alle für sich betrachtet
die besten Sänger sein. Was dabei rauskommt, ist dann aber trotzdem eine
Katastrophe. Ich will dass der Chor als Ganzes gut klingt, damit
rauskommt, was wirklich gewollt wird.

> sondern es muß für ihn unbedingt die Universallösung
> "Strom-Wärme-Kopplung zur Raumheizung und elektrifizierter
> Individualverkehr mit batteriebetriebenen Autos auf Schienen" sein,

wer bessere Ideen hat, möge sie vorbringen. Es geht darum, hoch
industrialisierte Länder wie Deutschland auf ca. 70% heimische
regenerative Energien umzustellen, ohne dass die Bevölkerung deshalb den
Gürtel enger zu schnallen bräuchte und ohne deshalb soziale Unruhen
herauf zu beschwören. Diese Vorgabe gilt es zu toppen. Ich bitte darum.

> alles auf einmal, weil jedes für sich nicht bestehen kann.

Da scheinst du Einiges gründlich missverstanden zu haben. Mir geht es um
eine einzuhaltende Reihenfolge. Wird der automatische Individualverkehr
auf der Schiene eingeführt, wird sich damit der Strombedarf gut
verdoppeln. Wird also nicht vorher der Strommarkt in Ordnung gebracht,
dann wird man genau so denken, wie jetzt auch. Dann wird man halt
meinen, neue Kraftwerke zu brauchen. Der aktuellen Diskussion nach zu
schließen werden dann wohl auch einige neue Atomkraftwerke gebaut.
Unsere aktuellen Strukturen im Strommarkt sind nun mal auf zentrale
Großstrukturen hin optimiert, die man nicht hinterfragen wird, wenn man
keine Alternativen dazu kennt.

> Es gibt leider einige ernsthafte Bedenken dagegen, die mich vermuten
> lassen, daß es nicht funktioniert:

Bedenkenträger wird es immer geben.

> Zum ersten ist das Argument der überlegenen Energiebilanz der
> Strom-Wärme-Kopplung aufgrund der Entwicklung der Kraftwerkstechnik
> inzwischen schlicht falsch:
> Moderne Kraftwerke in GuD-Technik

kann auch mit meinem Vorschlag problemlos zum Einsatz kommen. Es geht
nur um die Wirtschaftlichkeit. Lassen sie sich in einem Umfeld mit
automatischem Stromhandel wirtschaftlich betreiben, werden sie sich
behaupten können. Diesbezüglich mache ich KEINE Vorgaben. Ich äußere
allerdings gelegentlich Vermutungen dazu, die ich dann auch zu begründen
pflege. Dann kann sich jeder seinen Teil dazu denken. Wie sich der Markt
im letzten Detail entwickeln wird, kann garantiert niemand präzise
vorhersagen. Es geht auch nicht um die letzten Prozente in der
Stromproduktion - es geht um die Größenordnung 50% vom GANZEN und nicht
nur um die Stromproduktion. Wer sich NUR um die Stromproduktion bemüht,
kümmert sich NICHT um den Verkehr (90% Verluste) und die Gebäudeheizung
(der Löwenanteil im Energiemarkt). Ein einzelner guter Sänger macht noch
lange keinen guten Chor.

> Physikalisch
> ist es bei hochentwickelten Kraftwerken übrigens ohnehin nicht
> möglich, die zwangsläufig anfallende Abwärme nutzbringend zu
> verwerten, weil es dabei nämlich nicht auf deren Menge, sondern auch
> auf eine ausreichende Temperatur des Kühlmediums ankommt - zur
> Raumheizung benötigt man nämlich "normale" Vorlauftemperaturen, die
> selbst bei Niedertemperaturheizungen wenigstens 40-50 °C am Ort der
> Nutzung betragen müssen, die Kühlmediumtemperaturen sind wegen der
> unvermeidlichen Wärmetauscher und Transportstrecken notwendigerweise
> höher. Das geht aber nur über eine Erhöhung der Abwärmetemperaturen,
> die aus Gründen des Carnot-Wirkungsgrades dann den elektrischen
> Wirkungsgrad senkt.

Es geht nicht nur um Carnot-Wirkungsgrade. Es geht z.B. auch um
Brennstoffzellen. Da habe selbst kleine Anlagen oft schon einen
Wirkungsgrad um 60% und können somit selbst mit Weltrekordkraftwerken
mithalten. Mein Vorschlag macht diesbezüglich jedoch keinerlei
Vorschriften, wie du zu vermuten scheinst.

> Wenn man das einmal durchrechnet und vergleicht, stellt man fest, daß

> die ökologischeste Heizmethode die ist, mit elektrischen Wärmepumpen,


> also letztlich mit Strom, zu heizen: moderne Wärmepumpen erreichen
> Leistungsziffern von ca. 2, d. h. bei Aufnahme von 1 kWh el. (oder
> mechanischer) Arbeit geben sie 2 kWh Wärme ab.

Wie diesbezüglich zu rechnen ist, schreibt mein Vorschlag auch nicht
vor. Das scheinst du selbst hinein zu interpretieren.

Es bleibt lediglich zu bedenken, dass im Falle einer elektrischen
Heizung - auch mit Wärmepumpe - der Strom ja überwiegend für die
Wärmeproduktion verwendet wird. Neben Wärmeanwendungen wird es
allerdings noch viel weiteren Strombedarf geben. Z.B. für die Industrie
und Verkehr. Was machen wir mit der Abwärme, die bei der Stromproduktion
entsteht? Müssen wir wg. der Verwendung einiger GuD-Kraftwerke
wegwerfen? Warum sollten wir diese denn nicht nutzen dürfen? Es wird
auch in Zukunft nicht nur GuD-Kraftwerke geben und es ist zudem zu
erwarten, dass man anderen Technologien auch im Kleinen ganz ähnliche
Wirkungsgrade erreichen wird.

Das Astrail-Konzept macht diesbezüglich KEINE Vorschriften. Es geht nur
darum, dass man SEINE Anlagen WIRTSCHAFTLICH betreiben kann. Die Basis
für diese Wirtschaftlichkeit wird allerdings eine andere sein, als das
heute der Fall ist. Dann geht es nämlich darum, dass sich Angebot und
Nachfrage beim Strom unmittelbar die Waage halten müssen, was über den
schnell beweglichen Strompreis erledigt wird. Dieser Strompreis wird
nicht durch lange Verhandlungen und Taktierereien zwischen diversen
menschlichen Interessensgruppen gebildet, sondern durch einen
technischen Regler.

> Das Hauptproblem ist aber, daß es den für die von Christoph
> beabsichtigte Substitution der Großkraftwerke durch die
> Strom-Wärmekopplung benötigten Wärmebedarf gar nicht gibt: in
> Zeiträumen, in denen ein solches System realistischerweise
> implementiert werden könnte, wird der Wärmebedarf dank Isolierung und
> Wärmerückgewinnung (Abluftwärmetauscher) nämlich gegen Null gehen. Da
> Christoph das weiß, spricht er sich auch ausdrücklich gegen
> Wärmedämmung aus, auf deutsch: er will lieber Heizwärme verschwenden.

Eine nachträgliche Gebäudheizung kostet ca. 20.000,- Euro. Eine
Strom-Wärme-Kopplung auch.
Mit einer nachträglichen Gebäudeheizung spart man typisch etwa 30%
Heizkosten durch 30% verminderten Heizenergiebedarf.
Mit einer Strom-Wärme-Kopplung wird der Heizkessel zu 100% abgeschafft.
Man spart also tatsächlich 100% statt 30% mit der gleichen Investition.
Man holt lediglich ein Stück Kraftwerk von der Grünen Wiese ins Haus und
nutzt dessen Abwärme ohne teure Fernwärmeleitung. Weil Strom teuer ist -
vor allem zu Spitzenlastzeiten - ist man mit solchen Anlagen prinzipiell
in der Lage, mehr als seine Heizkosten wieder einzuspielen, so dass zum
Einen die Rendite der Investition wesentlich höher ist und gleichzeitig
die Umwelt durch wesentlich weniger Energiebedarf geschont wird.
Schließlich muss der Heizkessel dann überhaupt nicht mehr versorgt werden.
Das führt dazu, dass man dann mehr Geld im Säckel hat, mit dem man
weitere Umweltmaßnahmen ergreifen kann, wenn man das will.

> Letztlich sind trotz aller Energiepreissteigerungen die Kosten für el.
> Energie aber gedeckelt:

Mit einem automatischen Stromhandelssystem wird gar nichts gedeckelt.
Angebot und Nachfrage bestimmen da den Preis. Ob man da mit PV arbeitet
oder nicht oder mit Windkraft oder nicht usw., bleibt jedem prinzipiell
selbst überlassen. Jeder wird seine Wirtschaftlichkeitsberechnung nach
dem Motto "Willen / (dafür nötigen Aufwand)" berechnen. Um eine
Wirtschalftlichkeitsberechnung überhaupt erst mal anstellen zu können,
muss man zunächst mal WISSEN, was man will. Du schreibst hier nur von
Vermutungen und tust so, als ob diese allgemeingültig wären. Der WILLE
ist die entscheidende Größe.

> Die Elektroautos werden also
> weiterhin aus der Steckdose "aufgetankt", ein evtl. Railtaxisystem ist
> von dezentraler Eigenversorgung völlig unabhängig zu betrachten.

VÖLLIG unabhängig? Wie kommst du drauf. Heute hat man im Verkehr etwa
mit 90% Verlust zu leben, was an sich schon ein Skandal sein sollte.
Betreibt man den Verkehr mit Strom nach heutigem Muster, dann wird man
mit etwa 70% Verlust leben müssen. Mein Ziel ist es, den Verkehr in das
automatische Stromhandelssystem einzubinden. Nicht nur, um an die
Abwärme des Verkehrs mit stationären Anlagen heran zu kommen, sondern um
auch die saubersten Energieformen überhaupt dafür möglichst verlustfrei
uns speicherlos verwenden zu können.

> Schließlich sieht Christoph institutionalisierte Hemmnisse gegen die
> Einführung eines marktlich gesteuerten Stromhandelssystems auf der
> untersten Ebene und unterstellt die Existenz einer Art "Verschwörung"
> der Energiemultis dagegen.

Wieso denn gleich Verschwörung? Klingt ja fast so, als ob du dir anders
nicht mehr zu helfen wüsstest. Ich habe schon oft darauf hingewiesen,
dass es sich nicht um eine Verschwörung, sondern um gewachsene
Strukturen mit sehr ausgeprägten Beharrungstendenzen handelt.

> Mit Verlaub: ich halte das für eine fixe Idee ohne jede reale
> Grundlage. Wenn es solche Mikroorganismen geben könnte,

es GIBT sie!

> dann wären sie
> längst auf natürliche Weise entstanden,

sind sie auch und man wird sie Zuchtverfahren (z.B. auch Gentechnik)
optimieren.

> wenn man sich die bunte
> Vielfalt der real existierenden natürlichen Organismen, die teilweise
> in heißen Schwefelquellen, am Meeresgrund und im Gestein und in
> natürlichen Erdöllagerstätten leben, betrachtet.

So gibt das ein gutes Bild darüber, welche Optimierungspotenziale zur
Verfügung stehen.

> Ob man Strom für
> Fahrzeuge in Bordbatterien oder dort Wasserstoff für Brennstoffzellen

> oder Verbrennungsmotoren oder was auch immmer speichert, dürfte eine
> rein technisch-ökonomische Frage sein.

Darum geht's auch nur am Rande. Das Kernthema ist ein ganz anderes.

Mathias Donien

unread,
Jan 20, 2006, 11:29:18 AM1/20/06
to
Christoph Müller wrote:
> Mathias Donien schrieb:

>> Selbst wenn die gesamte Energieversorgung morgen zusammenbrechen
>> würde, könnte man sie relativ schnell durch mit Speiseöl betriebene
>> Dieselgeneratoren komplett ersetzen. Dezentral, kostengünstig,
>> ökologisch und ausfallsicher.
>
> Mit einseitigen Lösungen wird's i.d.R. nichts. Alleine aus rein
> menschlicher Sicht, weil das extreme Abhängigkeiten schafft. Aber die
> Natur bietet uns ja den Gefallen, sehr viele weitere Möglichkeiten
> bieten zu können. Wir KÖNNEN ein sehr breites Spektrum nutzen.

Genau deswegen sollte es keine Energiepolitik geben, denn das führt nur
zu Verzerrungen und Einseitigkeiten.

Robert

unread,
Jan 20, 2006, 11:29:42 AM1/20/06
to
Christoph Müller wrote:
>
> H2-Autos in der Massenanwendung halte ich für gefährlicher als die
> Atombombe. Denn nach einem Atomkrieg hat die Natur wenigstens noch eine
> Chance auf Erhohlung. Wenn die Erde ihr Wasser verloren hat, nicht mehr.
> Dass die Erde ihr Wasser verlieren wird, ist mit einer solchen
> Massenanwendung durchaus wahrscheinlich. Schließlich wird man dann sehr
> viel H2 benötigen und dementsprechend alles daran setzen, ihn möglichst
> billig zu gewinnen. Eine Möglichkeit sind z.B. Mikroorganismen, an denen
> auch tatsächlich schon geforscht wird. Billig bedeutet, dass man
> Rahmenbedingungen schaffen muss, die nichts kosten. Folglich müssen
> diese Organismen so robust macht, dass sie quasi in jeder Pfütze ihre
> volle Leistung entfalten können. Folie drüber, abgesaugt - billiger
> geht's dann kaum noch. Aber solche Organismen werden halt auch in freier
> Wildbahn überleben und dann überall H2 produzieren. Ob wir wollen oder

Diese Befürchtung geht wohl an den Größenordnungen vorbei.

Solche Organismen können nur unter extremen Bedingung überleben (nicht
im Meer), und sie müssen sich ordentlich abmühen, das verbraucht sehr
viel Energie. Uneffizient.
Man wird - wenn überhaupt - lieber direkt die Enzyme ohne
Mikroorganismen einsetzen:
http://www.hydrogeit.de/wasserstoff.htm (Biochemische Herstellung)

Für den Wasserstoffverlust der Erde ist das Ozonloch viel entscheidender.
http://www.n-21.de/~bbswilu/GoBlack/magazin/stories/Erde/blauerpl.htm
(Dritte Atmosphäre)
Trotzdem ist das ein sehr langsamer Prozess. Im Meer ist ziemlich groß.

Robert

Peter Mueller

unread,
Jan 20, 2006, 5:29:21 PM1/20/06
to
> Kann man alles auch auf Haushaltsgröße oder Wohnanlagengröße
> hin optimieren.

Ja, schön gesagt, doch wenn es darauf ankommt und man für einen
Garten einen holzbetriebenen Stirlingmotor mit 2,5 KW erwerben möchte
findet man leider keine Angebote.

Auch die ersten serienreifen mit Ergas betriebenen Stirlingmotoren sind
sehr teuer.

Jedenfalls dürften solche Insellösungen wie Garten, Schiffe,
Bauernhöfe der Einstiegsmarkt sein, Auch unser "hervorragend
organisierter Markt für eine zentral organisierte Stromproduktion"
könnte dann die weitere Verbreitung in Betriebe und Haushalte nicht
verhindern. Denn nach -zig Jahren tüfteln in unzähligen Variationen
sind Stirling-Motoren heute überlegen, wie erste Erfahrungen mit
Solo-Serienprodukten zeigen (Artikel im Handelsbalatt, vor 2-3
Monaten).

Vielleicht ist Dir als "Stirling-Diplomand" jemand bekannt, der
holzbetriebene Varianten baut?

Freundlichen Grüsse

Peter Müller

Message has been deleted

Christoph Müller

unread,
Jan 21, 2006, 1:46:33 PM1/21/06
to
Peter Mueller schrieb:

>>Kann man alles auch auf Haushaltsgröße oder Wohnanlagengröße
>>hin optimieren.
>
> Ja, schön gesagt, doch wenn es darauf ankommt und man für einen
> Garten einen holzbetriebenen Stirlingmotor mit 2,5 KW erwerben möchte
> findet man leider keine Angebote.

Eben deshalb schlage ich doch ein automatisches Stromhandelssystem vor.
Existiert ein solches mit fairen Zugangsverträgen, dann wird die
Industrie urplötzlich ziemlich großes Interesse verspühren diesen neuen
Markt zu bedienen. Denn plötzlich ließen sich die Dinger massenhaft
verkaufen. Wenn das kein Anreiz für die jetzt nur potenziellen
Hersteller wäre!

Dann wird es nicht lang dauern und es werden sich plötzlich sehr viele
Hersteller auf dem Markt tummeln, die ihr Glück versuchen. Konkurrenz
belebt das Geschäft und sorgt für vernünftige Preise. Überleben werden
die Fittesten. Aber auch die werden dann irgendwann mal
Sättigungstendenzen im Markt verspüren. Spätestens dann ist der
Zeitpunkt zur Spezialisierung gekommen. Will man sich nicht vom Markt
verabschieden, muss man sich seine Nische suchen. Mit der Nutzung
regenerativer Energien wird es sehr viele Nischen geben, in denen die
unterschiedlichsten Spezialisten überleben können. Da wird es z.B.
Spezialisten für Massenfertigung geben, die den Markt 08/15-Maschinen
beliefern. Die Spezialisten werden - im Falle von Stirlingmotoren -
diese Maschinen ohne Erhitzerkopf kaufen und selbst ihre Konstruktionen
draufpacken. Angepasst für eine ganz bestimmte Energiesorte. Z.B. für
Hackschnitzel (falls das keine Massenanwendung werden sollte), Stroh,
Nußschalen oder was auch immer.

> Auch die ersten serienreifen mit Ergas betriebenen Stirlingmotoren sind
> sehr teuer.

Weil Ministückzahlen und sehr dünnes Vertriebsnetz mit langen Anfahrtswegen.

> Jedenfalls dürften solche Insellösungen wie Garten, Schiffe,
> Bauernhöfe der Einstiegsmarkt sein,

Kaum. Der Markt für Insellösungen existiert ja schon und ist in Ländern
mit intakter Infrastruktur äußerst klein. Dafür lohnt es sich noch
nicht, die großen Investitionen einer Massenfertigung zu tätigen.

> Auch unser "hervorragend
> organisierter Markt für eine zentral organisierte Stromproduktion"
> könnte dann die weitere Verbreitung in Betriebe und Haushalte nicht
> verhindern.

Eine Insellösung hat immer das Problem, gigantisch überdimensioniert zu
sein, wenn die Anlage das ganze Jahr über versorgen soll. Wg.
Ausfallsicherheit braucht man ein zweites Aggregat und einen großen
Stromspeicher sowie große Primärenergievorräte. Beide Aggregate müssen
die größte vorkommende Leistung noch abdecken können, auch wenn diese
nur 2 Stunden im Jahr abgerufen wird und man normalerweise auf 20% davon
dahinbrutzelt. Die Alternative eines Drahts zum Nachbarn ist i.d.R. doch
gehörig billiger und mindestens genauso zuverlässig und leistungsfähig.

> Denn nach -zig Jahren tüfteln in unzähligen Variationen
> sind Stirling-Motoren heute überlegen, wie erste Erfahrungen mit
> Solo-Serienprodukten zeigen (Artikel im Handelsbalatt, vor 2-3
> Monaten).

Meistens wird der Brenner und Erhitzerkopf vernachlässigt. Da bleibt der
eigentlich gute Wirkungsgrad i.d.R. "hängen". Da gibt es noch viel
Optimierungspotenzial.

> Vielleicht ist Dir als "Stirling-Diplomand" jemand bekannt, der
> holzbetriebene Varianten baut?

Viebach in Kolbermoor bei Rosenheim hat einen Gußteilesatz im Programm.
Sein Sohn entwickelt auch so ein Ding. Er kann dir sicher weiterhelfen.
In Ingolstadt-Mühlhausen hat sich einer auf Basis dieses Gußteilesatzes
eine Maschine mit Hackschnitzelfeuerung gebaut. Leider fällt mir sein
Name nicht mehr ein. Viebach kennt ihn bestimmt.

Christoph Müller

unread,
Jan 21, 2006, 2:03:45 PM1/21/06
to
Frank Kalder schrieb:
> Ralf Kusmierz wrote:

> In der S.C.-Talkrunde wurde auch darauf hingewiesen, dass es
> technologisch inzwischen möglich sei, stein- und braunkohlebasierte
> Stromerzeugung /beinahe ganz/ schadstofffrei hinzubekommen.

Dann muss man die Abgase im Boden vergraben (verpressen). Geht unter
bestimmten Voraussetzungen, wenn sie sich dort unten lösen. Für
Kleinanwendungen dürfte diese Art der Abgasbehandlung etwas teuer sein.
Habe ich allerdings noch nicht durchkalkuliert. Das sollte aber z.B. die
Firma Spezialtiefbau in Schrobenhausen können.

>>Wenn man das einmal durchrechnet und vergleicht, stellt man fest, daß
>>die ökologischste Heizmethode die ist, mit elektrischen Wärmepumpen,
>>also letztlich mit Strom, zu heizen: moderne Wärmepumpen erreichen
>>Leistungsziffern von ca. 2, d. h. bei Aufnahme von 1 kWh el. (oder
>>mechanischer) Arbeit geben sie 2 kWh Wärme ab. Zusammen mit einem
>>GuD-Kraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 60 % entstehen so aus 10 kWh
>>Brennwert eines Brennstoffs insgesamt 12 kWh Heizwärme (die
>>"fehlenden" 2 kWh werden von der Wärmepumpe der Umgebung entnommen) -
>>eine solche Effizienz erreicht die Strom-Wärmekopplung nie und nimmer:

Aber Strom-Wärme-Kopplung in Form von Brennstoffzellen mit Wärmepumpe
toppt auch das noch lässig.

>>man kann bei ihr einen Umwandlungswirkungsgrad von vielleicht 35 %
>>abschätzen, damit entstehen aus 100 kWh Brennstoff dann 35 kWh Strom
>>und 65 kWh Wärme. Da der Betrieb dieser Anlagen sehr teuer ist,

WAS macht ihn denn so teuer?

>>lohnt
>>er sich nur dann, wenn sie hohe Nutzungsstundenzahlen erreichen

Es scheint also um die hohen Investitionskosten zu gehen. Deshalb
schlage ich ja ein automatisches Stromhandelssystem vor, um endlich
einen Massenmarkt für diese Produkte zu implementieren. Dann kosten
diese Anlagen voraussichtlich noch ca. 10% des heutigen Preises und die
Bedeutung der Investitionskosten und somit auch der
Nutzungsstundenzahlen verschwindet allmählich. Wie bei einem
Kugelschreiber, der als Einzelentwicklung sicher auch seine 20.000,-
Euro kosten dürfte.

>>und
>>sowohl Strom als auch Wärme gleichzeitig genutzt werden können (bei
>>einem derzeitigen Endverbraucherstrompreis von ca. 15 Ct/kWh inkl.
>>Steuern und Leitungskosten kann man von einem Nettopreis von ca. 10
>>Ct/kWh am Zähler und etwa der Hälfte ab Kraftwerk ausgehen - dem
>>Kleinerzeuger verbleiben günstigstenfalls Centbruchteile nach Abzug der
>>Abschreibung, Wartung und Brennstoffkosten). Man rechnet sich leicht
>>aus, daß das Konzept nicht dominant sein kann.

DIESE Rechnung besagt, dass die Heizkosten dann gegen Null bis leicht
negativ werden. Sprich, man kann sogar etwas verdienen, wenn man seine
Hütte heizt. Das dürfte allemal billiger sein, als wenn man mit
Wärmepumpe heizt. Denn den Strom wird man auf alle Fälle zu bezahlen
haben. Damit auch die mindestens 40% Abwärme des Kraftwerks.

Christoph Müller

unread,
Jan 21, 2006, 4:48:58 PM1/21/06
to
Ralf Kusmierz schrieb:

>>>alles auf einmal, weil jedes für sich nicht bestehen kann.
>>
>>Da scheinst du Einiges gründlich missverstanden zu haben. Mir geht es um
>>eine einzuhaltende Reihenfolge.
>

> Wer bestimmt die?

Normalerweise Mehrheiten. Uninformiert wird's ein zufälliger Prozess.
Informiert ein zielgerichteter.

>>>Zum ersten ist das Argument der überlegenen Energiebilanz der
>>>Strom-Wärme-Kopplung aufgrund der Entwicklung der Kraftwerkstechnik
>>>inzwischen schlicht falsch:
>>>Moderne Kraftwerke in GuD-Technik
>>
>>kann auch mit meinem Vorschlag problemlos zum Einsatz kommen.
>

> Sicher. Nur ist die Strom-Wärme-Kopplung dann unwirtschaftlich, und
> nur für die ist das ganze komplizierte System doch überhaupt nur
> sinnvoll.

Von wessen Standpunkt aus argumentierst du? Wirtschaftlichkeit ist
Nutzen durch dafür nötigen Aufwand. Um wessen Nutzen und um wessen
Aufwand geht's?

>>Es geht nicht nur um Carnot-Wirkungsgrade. Es geht z.B. auch um
>>Brennstoffzellen. Da habe selbst kleine Anlagen oft schon einen
>>Wirkungsgrad um 60% und können somit selbst mit Weltrekordkraftwerken
>>mithalten. Mein Vorschlag macht diesbezüglich jedoch keinerlei
>>Vorschriften, wie du zu vermuten scheinst.
>

> BZ sind genau wie Fusionskraftwerke Zukunftsmusik:

Kannst ja mal im Fraunhoferinstitut für Keramische Technologien und
Sinterwerkstoffe in Dresden nachfragen. Diese Zelle läuft sogar mit Biogas.

>>Wie diesbezüglich zu rechnen ist, schreibt mein Vorschlag auch nicht
>>vor. Das scheinst du selbst hinein zu interpretieren.
>

> Ich rechne einfach und sehe, was herauskommt.

Mit deinem ganz persönlichen Filter.

>>Neben Wärmeanwendungen wird es
>>allerdings noch viel weiteren Strombedarf geben. Z.B. für die Industrie
>>und Verkehr. Was machen wir mit der Abwärme, die bei der Stromproduktion
>>entsteht? Müssen wir wg. der Verwendung einiger GuD-Kraftwerke
>>wegwerfen?
>

> Yepp. Besteht keine Nutzungmöglichkeit und kein Bedarf dafür.

Behauptest du halt.

>>Warum sollten wir diese denn nicht nutzen dürfen?
>

> Dürfen schon: geht aber nicht (Temperaturniveau).

Dann ist das Ganze ja Murks, weil dann immerhin 40% der Energie
weggeworfen werden müssen. Ich will gar nichts wegwerfen müssen.

>>Das Astrail-Konzept macht diesbezüglich KEINE Vorschriften. Es geht nur
>>darum, dass man SEINE Anlagen WIRTSCHAFTLICH betreiben kann.
>

> Die Wirtschaftlichkeit hängt nicht von äußeren Bedingungen ab.

Tatsächlich? Ich kenne z.B. einen Mann, der an einem handbetätigten
Webstuhl arbeitete. Wirtschaftlich und hierzulande. Trotz ausländischer
Dumpingpreise. Dabei waren seine Stücke nicht mal teuer. Nach gängiger
Lehrmeinung müsste eine Wirtschaftlichkeit unter diesen Voraussetzung
doch ein Ding der Unmöglichkeit sein. Doch da überschätzen sich wohl so
Einige. Sie kennen schlicht die weiteren Rahmenbedingungen nicht, sind
aber trotzdem felsenfest davon überzeugt, dass dabei keine
Wirtschaftlichkeit rausspringen kann.
Der Mann hatte eine Kriegsverletzung und brauchte deshalb ständig ein
bestimmtes Muskeltraining. Die hätte er mit teurer Krankengymnastik
haben können. Oder eben mit besagtem Webstuhl, was zudem deutlich mehr
Spaß machte. Jetzt sind sie platt, die schlauen uns selbstsicheren
Wirtschaftlichkeitsberechner, die ihre Ergebnisse für unumstößliches
Allgemeingut halten. Dann gibt's vielleicht noch ein paar Versuche mit
Ausreden. Aber sie haben nun mal zu kurz gedacht und die Welt zu sehr
vereinfacht.

> Daß sich der Strompreis nicht so ultraschnell bewegt,
> sondern eben nur in Viertelstunden- oder Stundentakten, liegt schlicht
> daran, daß sich die Betriebskosten der Erzeuger nur wenig verändern.

Sag' doch mal den Betreibern des Münchner Olympiastadions, dass sie mal
eben ihre Flutlichtanlage mit einem einzigen Klacks einschalten
sollen... Die Stromversorgen dürften wahrscheinlich den Aufstand proben.
So etwas wird gemeinhin mit Tarifverträgen ganz gezielt verhindert. Ohne
diese Tarife gäbe es sehr wohl ganz ordentliche Schwankungen im Netz. Du
tust jetzt so, als gäbe es diese Verträge nicht und du beobachtest
trotzdem, dass die Schwankungen nur schwach ausgeprägt sind. Das ist vom
falschen Ende aus argumentiert.

> Daß das nicht an die Tarifkunden durchgereicht wird, liegt natürlich
> daran, daß es sich schlicht nicht lohnt: deren kurzzeitige
> Nachfrageelastizität ist zu gering, als daß es zu merklichen Effekten
> führen würde, und im Mittel zahlen sie dann ohnehin wieder das
> gleiche.

Die Versuchsergebnisse mit Stromhandelsvorläufern sprechen eine andere
Sprache. Sogar das äußerst rudimentäre und weit verbreitete
Zweitarifsystem mit Hoch- und Niedertarif spricht schon eine ganz andere
Sprache.

>>Dieser Strompreis wird
>>nicht durch lange Verhandlungen und Taktierereien zwischen diversen
>>menschlichen Interessensgruppen gebildet, sondern durch einen
>>technischen Regler.
>

> Ähm - vom Börsenhandel verstehst Du wohl nicht so viel?

Da verstehe ich zumindest so viel, dass Gerüchte ohne Fakten reichen
können, um das ganze Börsengeschehen ordentlich durcheinander wirbeln
können. 50% an der Börse ist Psychologie. Nur die Hälfte der
Entscheidungen beruht auf Fakten. Davon hast du wohl noch nie was gehört?

>>Betreibt man den Verkehr mit Strom nach heutigem Muster, dann wird man
>>mit etwa 70% Verlust leben müssen. Mein Ziel ist es, den Verkehr in das
>>automatische Stromhandelssystem einzubinden.
>

> Offenbar ein völlig irrationales Motiv.

Keine Lust, das jetzt nochmal lang und breit zu erklären. Scheint
offensichtlich nicht angekommen zu sein.

>>>Mit Verlaub: ich halte das für eine fixe Idee ohne jede reale
>>>Grundlage. Wenn es solche Mikroorganismen geben könnte,
>>
>>es GIBT sie!
>

> Name, Veröffentlichung?

Google liefert mit "Wasserstoffgewinnung Bakterien" 211 Treffer. Kannst
dich gerne mal durchklicken.

>>>dann wären sie
>>>längst auf natürliche Weise entstanden,
>>
>>sind sie auch und man wird sie Zuchtverfahren (z.B. auch Gentechnik)
>>optimieren.
>

> Wer's glaubt, wird selig.

Kein Kommentar.

>>>wenn man sich die bunte
>>>Vielfalt der real existierenden natürlichen Organismen, die teilweise
>>>in heißen Schwefelquellen, am Meeresgrund und im Gestein und in
>>>natürlichen Erdöllagerstätten leben, betrachtet.
>>
>>So gibt das ein gutes Bild darüber, welche Optimierungspotenziale zur
>>Verfügung stehen.
>

> Standen. Ben Akiba: Nichts neues unter der Sonne.

Was du ignorieren willst, ist deine Sache. Die Folgen daraus ebenso.

> Kennst Du IRGENDEINEN Fachmann, der Deine Bedenken teilt (Quelle)?

Die Idee ist nicht mal von mir, sondern von einem gewissen Hr. Keiser,
den ich vor Jahren mal bei einer Werksbesichtigung bei Elsbett in
Hilpoltstein (der mit Rapsölmotoren) kennenlernte. Frag' dort mal nach.
Vielleicht arbeitet er noch dort. Jedenfalls überzeugte mich seine
Darstellung derart, dass ich seine Bedenken bestens nachvollziehn kann
und sie aus gutem Grund teile.

> Überleg Dir einfach mal folgendes: die Hydrolyse ist ein Prozeß mit
> hoher negativer Wärmetönung, während umgekehrt die Oxidation des
> freiwerdenen Hydrogens mittels atmosphärischem Oxygen eine hochpotente
> Energiequelle ist. Was meinst Du wohl, wie schnell ein Organismus, der
> so dämlich ist, Brennstoff auszuscheiden, ein paar hochspezialisierte
> Parasiten im Fell hat, die sich von ihm füttern lassen wie die Ameisen
> von den Blattläusen?

Schon mal was von Biogas gehört? Solche Organismen haben wir allesamt im
Gedärm. Sie produzieren sehr wohl Brennstoff und scheiden ihn aus. Der
Brennstoff heißt überwiegend Methan und ist auch der Hauptbestandteil
von Erdgas.

> Deine "Pfütze", in der Bakterien Wasser spalten, ist eine hochgradig
> absurde Idee. Spezialisten, die "komische" Reaktionen mit
> Schwefelwasserstoff usw. ausführen, gibt es nur da, wo "billige"
> Energie wie verrottende organische Materie oder Licht und CO2 nicht
> zur Verfügung stehen - sobald die "an die frische Luft", also in die
> hochgradig feindselige "natürliche Umwelt" kommen, werden die
> gnadenlos gefressen. Mal ein Beispiel: praktisch in jedem Öltank leben
> "Mineralölfresser", obwohl das Zeugs biologisch gesehen ultragiftig
> ist. Und nun nimm ein Löffelchen Heizöl und kipp es irgendwo in den
> Garten oder auf die Wiese. Was passiert? Zunächst ein Drama: bis in
> zwanzig Zentimeter Tiefe wird alles vergiftet und stirbt ab, die
> Pflanzen werden im handtellergroßen Umkreis braun, Du hast eine
> Ölpestwüste geschaffen. Komm nach einem Jahr wieder und sieh nach:
> nichts mehr feststellbar, alles verspachtelt, die Viecher groß und
> klein sind putzmunter, und der Rasen wächst wie eh und je. Und die
> "Spezialisten" sind spurlos verschwunden.
>
> Du solltest Deine Biologiekenntnisse vielleicht nicht ausgerechnet aus
> der Bibel beziehen.

Was hältst du von Fakten? Die sind oft ziemlich überraschend. Nicht
alles, was man sich so zurechtreimt, muss auch genau so stimmen.
Manchmal sind Selbstzweifel durchaus angebracht.

Christoph Müller

unread,
Jan 21, 2006, 4:55:08 PM1/21/06
to
Frank Kalder schrieb:
> Christoph Müller wrote:

>>>Wie steht's um "Deine Projekte" (konkrete Verhandlungsergebnisse
>>>mit ...; wo und wann Pilotanlagen; etc)?
>>
>>Bis jetzt drei Diplomarbeiten. Eine zum Thema Railtaxi. Zwei zum
>>automatischen Stromhandel laufen grade.
>
> Vielen Dank, Christoph, für diese Info!
> Das ist ja großartig.

Finde ich auch. Ich hoffe, dass noch mehr draus wird.

>>>>Umso mehr ein Grund, endlich in die regenerative Energiewirtschaft
>>>>einzusteigen. Ihre Basis ist ein automatisches Stromhandelssystem und
>>>>Individualverkehr auf der Schiene, in dessen Folge z.B. Elektroautos
>>>>massentauglich werden.
>>>
>>>Hybridautos (mit zwei Motoren) sind ja jetzt im Kommen.
>>
>>Damit produziert man nur etwas weniger Abwärme und etwas weniger Abgase.
>>Das grundsätzliche Problem bleibt auch damit unberührt. Es handelt sich
>>also auch damit lediglich um Symptomkuriererei.
>
> Ja, sozusagen.

Das Problem an den Wurzeln anzupacken, wäre mir lieber. Noch fehlen
viele notwendige engagierten Mitstreiter.

> Ja, Deine (H2/Mikroorganismen) Befürchtungen kannte ich schon. Der
> Hinweis auf die Mars-Situation ist sehr interessant. Werden wir's
> weiter beobachten, was dabei noch alles rauskommen wird. Es bleibt
> jedenfalls sehr spannend...

Auf jeden Fall.

Christoph Müller

unread,
Jan 21, 2006, 5:10:24 PM1/21/06
to
Robert schrieb:
> Christoph Müller wrote:

> Diese Befürchtung geht wohl an den Größenordnungen vorbei.
>
> Solche Organismen können nur unter extremen Bedingung überleben (nicht
> im Meer),

zumindest die, die man bis jetzt kennt. Man lernt noch immer täglich
neue Käferarten kennen. Auch die Mikrobiologie hat immer wieder neue
Überraschungen auf Lager. Hier ist die Rede von Wildtypen und nicht von
eigens gezüchteten und gentechnisch optimierten.

> und sie müssen sich ordentlich abmühen, das verbraucht sehr
> viel Energie. Uneffizient.

Den armen Pflanzen geht's auch nicht besser. Sauerstoffproduktion ist
schließlich auch ganz schön energieaufwändig. Sehr viel Bakterien
produzieren Brennstoff in Form von Methan. Ist ebenfalls sehr
uneffizient. Wenn die Effizienz also das alleinseeligmachende Kriterium
wäre, dürfte es weder Pflanzen noch methanproduzierende Mikroorganismen
geben.

> Man wird - wenn überhaupt - lieber direkt die Enzyme ohne
> Mikroorganismen einsetzen:
> http://www.hydrogeit.de/wasserstoff.htm (Biochemische Herstellung)

Am Ende ist alles nur eine Frage des Preises.

> Für den Wasserstoffverlust der Erde ist das Ozonloch viel entscheidender.
> http://www.n-21.de/~bbswilu/GoBlack/magazin/stories/Erde/blauerpl.htm
> (Dritte Atmosphäre)

Dieses Problem läuft von H2-Bakterien ziemlich unabhängig.

> Trotzdem ist das ein sehr langsamer Prozess. Im Meer ist ziemlich groß.

Natürlich ist ein Meer ziemlich groß. Aber stelle dir mal vor, man hätte
wirklich robuste H2-Bildner entwickelt und sie entwischen in die freie
Wildbahn und vermehren sich dort gemäß der bekannten E-Funktion. Die
Weltmeere könnten dann locker innerhalb ein- zwei Jahren besiedelt sein.
Unser weltweiter Handel wird genau solch leistungsfähige Typen sehr
schnell verbreiten. An ineffizienten und teuren Produktionmethoden
besteht schließlich kein Interesse. Das könnte leicht dazu führen, dass
der Meeresspiegel dann Jahr für Jahr einige Millimeter bis Zentimeter
abnimmt. Sofort wird man das drohende Unheil als gar nicht bemerken.
Zumal dann nicht, wenn aufgrund der Polschmelze infolge Klimaerwärmung
der Meeresspiegel sowieso steigt. Dann fällt der Anstieg eben etwas
schwächer aus. Aber weg ist weg. Dieses verlorene Wasser kommt nie
wieder. Und wie hält man dann den Prozess wieder auf, den man mal in
Gang gesetzt hat? Die Geister, die ich rief...

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Christoph Müller

unread,
Jan 22, 2006, 11:02:06 AM1/22/06
to
Ralf Kusmierz schrieb:
> begin quoting, Christoph Müller schrieb:

>>>>kann auch mit meinem Vorschlag problemlos zum Einsatz kommen.


>>>
>>>Sicher. Nur ist die Strom-Wärme-Kopplung dann unwirtschaftlich, und
>>>nur für die ist das ganze komplizierte System doch überhaupt nur
>>>sinnvoll.
>>
>>Von wessen Standpunkt aus argumentierst du? Wirtschaftlichkeit ist
>>Nutzen durch dafür nötigen Aufwand. Um wessen Nutzen und um wessen
>>Aufwand geht's?
>

> Ganz egal:

Also definiere ich mal ganz frech: Arbeitest du für mich, bringt mir das
Nutzen. Natürlich will ich wenig Aufwand dafür treiben - also zahle ich
dir nichts. Wenn der Standpunkt also egal ist, wie du schreibst, ist es
allgemeingültig wirtschaftlich, wenn du für mich kostenlos arbeitest.
Wann fängst du an?

> eine überlegene Technologie, die einen Nutzeffekt mit
> weniger Aufwand erreicht, setzt sich gegen eine veraltete, unterlegene
> immer durch.

Mit deiner Auffassung dürfte es heute weder Microsoft's Windows noch
VHS-Video geben. (VHS gibt's noch immer.) Beide hatten WENIGER
Nutzeffekt mit MEHR Aufwand geboten als die Konkurrenz. Sie hatten
schlicht bessere Marketingstrategien, aber keine besseren Produkte. Es
gibt noch weitere Beispiele.

>>>BZ sind genau wie Fusionskraftwerke Zukunftsmusik:
>>
>>Kannst ja mal im Fraunhoferinstitut für Keramische Technologien und
>>Sinterwerkstoffe in Dresden nachfragen. Diese Zelle läuft sogar mit Biogas.
>

> Im Labor.

Bereits in Vorserie.

>>>>Warum sollten wir diese denn nicht nutzen dürfen?
>>>
>>>Dürfen schon: geht aber nicht (Temperaturniveau).
>>
>>Dann ist das Ganze ja Murks, weil dann immerhin 40% der Energie
>>weggeworfen werden müssen. Ich will gar nichts wegwerfen müssen.
>

> Läßt sich nicht vermeiden.

Lässt sich vermeiden.

>>>Daß sich der Strompreis nicht so ultraschnell bewegt,
>>>sondern eben nur in Viertelstunden- oder Stundentakten, liegt schlicht
>>>daran, daß sich die Betriebskosten der Erzeuger nur wenig verändern.
>>
>>Sag' doch mal den Betreibern des Münchner Olympiastadions, dass sie mal
>>eben ihre Flutlichtanlage mit einem einzigen Klacks einschalten
>>sollen... Die Stromversorgen dürften wahrscheinlich den Aufstand proben.
>

> Bezweifle ich.

Dann frag' halt nach.

> Mit der entsprechenden Anschlußleistung hat das Stadion
> garantiert einen eigenen Hochspannungsanschluß, und da passiert dann
> genau gar nichts, wenn man einfach einschaltet.

Sie MÜSSEN sich rechtzeitig ANMELDEN, wenn sie die Flutlichtanlage
einschalten wollen.

>>So etwas wird gemeinhin mit Tarifverträgen ganz gezielt verhindert. Ohne
>>diese Tarife gäbe es sehr wohl ganz ordentliche Schwankungen im Netz.
>

> Das stimmt einfach nicht.

Warum muss dann das Einschalten der der Flutlichtanlage angemeldet
werden? Wenn dazu nichts im Tarifverstrag stehen würde, wäre das doch
völlig unnötig.

>>Die Versuchsergebnisse mit Stromhandelsvorläufern sprechen eine andere
>>Sprache. Sogar das äußerst rudimentäre und weit verbreitete
>>Zweitarifsystem mit Hoch- und Niedertarif spricht schon eine ganz andere
>>Sprache.
>

> Nö. Das ist nur ein Marketing-Gag. Es gibt schon lange keinen billigen
> Nachtstrom mehr.

Demnach kostet HT und NT jetzt das Gleiche? Habe ich was verpasst?

>>Da verstehe ich zumindest so viel, dass Gerüchte ohne Fakten reichen
>>können, um das ganze Börsengeschehen ordentlich durcheinander wirbeln
>>können. 50% an der Börse ist Psychologie. Nur die Hälfte der
>>Entscheidungen beruht auf Fakten. Davon hast du wohl noch nie was gehört?
>

> Du verstehst tatsächlich nichts davon.

> Strom ist nicht speicherbar,
> deswegen ist damit kein spekulativer Handel möglich (wie Du auch für
> Dein Stromhandelssystem ganz richtig festgestellt hast).

Trotzdem wird aber genau ein spekulativer Handel betrieben. Da werden
Kontingente im Voraus gehandelt in der Hoffnung, dass das dann auch so
läuft, wie man sich das vorstellt. Andernfalls hat man mit Verlusten zu
rechnen. Dann hat man sich verspekuliert.

Wenn Strom nicht speicherbar ist, kann er richtig eigentlich nur online
in Echtzeit gehandelt werden. Das ist im richtigen Leben allerdings eher
Ausnahme.

> Dasselbe gilt
> aber auch für den Handel an der Strombörse: Erzeugung und Verbrauch
> fallen unmittelbar zusammen,

Also haben wir gar keine Spannungs- und Frequenzschwankungen im Netz?

> kein Platz für psychologische Spielchen.

Warum überlässt man den Handel dann nicht einfach Automaten?

>>Schon mal was von Biogas gehört? Solche Organismen haben wir allesamt im
>>Gedärm. Sie produzieren sehr wohl Brennstoff und scheiden ihn aus. Der
>>Brennstoff heißt überwiegend Methan und ist auch der Hauptbestandteil
>>von Erdgas.
>

> Aber eben nur unter anaeroben Bedingungen. Unter atmosphärischen
> Bedingungen haben die Anaerobiker nichts zu melden.

Und wie schwierig ist es denn, anaerobe Verhältnisse herzustellen? Eine
Schleimschicht oder eine geeignete Membran - bittesehr... Die Natur hat
massenhaft Tricks drauf, die man nutzen kann.

Christoph Müller

unread,
Jan 22, 2006, 12:31:59 PM1/22/06
to
Ralf Kusmierz schrieb:
> begin quoting, Christoph Müller schrieb:

> Weder produzieren Grünpflanzen Sauerstoff noch Anaerobiker Methan noch
> Hefen Kohlendioxid,

unter dem Strich schon. Am Ende kommt es auf die Bilanz an.

> Unter den jeweiligen Umweltbedingungen
> sind alle diese Prozesse effizient, wobei die urzeitliche
> Sauerstoffvergiftung der Erdatmosphäre durch die Chlorophyllträger
> erst einmal ein Massensterben unter den Anaerobikern ausgelöst hat.

Genau darum geht's. Den H2-Produzenten wird man die Umweltbedingungen
passend machen, indem man sie mit allen möglichen Eigenschaften
ausstatten wird. Z.B., indem sie spezielle Membranen oder
Schleimschichten ausbilden, um eben in ihrer lebensfeindlichen Umwelt
bestehen zu können. Die Natur ist voll von extrem angepassten
Organismen. Die heißen Quellen hast du ja selbst schon erwähnt. Da
dürfte nach alter Lehrmeinung eigentlich kein Organismus überleben und
trotzdem gibt's da welche.

>>Natürlich ist ein Meer ziemlich groß. Aber stelle dir mal vor, man hätte
>>wirklich robuste H2-Bildner entwickelt und sie entwischen in die freie
>>Wildbahn und vermehren sich dort gemäß der bekannten E-Funktion.
>

> Weise (begründet) nach, daß dieses Szenario überhaupt möglich ist.

Jede Seuche sollte ein Beleg für exponentielles Wachstum sein. Was
gibt's da noch lange nachzuweisen? Diese Erfahrung halte ich für einen
Bestandteil der Allgemeinbildung. Weise du nach, dass die "H2-Pest" dann
auch wieder RECHTZEITIG verschwinden wird. Woher meinst du, kommt denn
die aktuell große Furcht vor der Mutation des Vogelgrippevirus? Sie
kommt daher, weil man weiß, dass etwa jeder zweite Infizierte sterben
wird und weil man weiß, dass die Verbreitung des Virus verdammt schnell
gehen wird, weil die Menschen in alle Welt reisen. Man weiß außerdem,
dass man aktuell kein vernünftiges Gegenmittel hat. Die Produktion eines
Impfstoffes wird mindestens 6 Wochen dauern. 6 Monate wären sicher auch
nicht aus der Welt. In 6 Wochen kann sich die halbe Welt damit
angesteckt haben. Bis eine Impfung wirkt, dauert es auch noch ein paar
Tage. Die Impfaktionen selbst brauchen ebenfalls ihre Zeit.

> Bei
> solchen Organismen müßte es sich um biologische Superbomben handeln,
> die sich trotz eines völlig ineffizienten Stoffwechsels gegen die
> ständigen Angriffe aus ihrer Umwelt (die sie zum Fressen gern hat)
> durchsetzen und vermehren können.

In der Natur gibt es reichlich Energie. Wenn Pflanzen nur 1% bis 2% der
Sonnenenergie in ihrer Biomasse speichern, so ist das durchaus ein
Hinweis darauf, dass Energieeffizienz jedenfalls NICHT das zentrale
Thema ist, wie du hier darstellen willst. Es ist halt eines von Vielen,
das aber nicht mit der höchsten Priorität bedient wird.

> Ich würde problemlos aus der
> Tatsache, daß es diese Organismen nicht natürlich gibt, folgern, daß
> es sie auch gar nicht geben kann.

Da bist du ganz einfach falsch informiert. Es GIBT solche Organismen!

> Was soll denn überhaupt für den Organismus der Sinn der Hydrolyse
> sein?

Frag' sie doch! Die Antwort würde mich auch interessieren. Mich würde
auch interessieren, wieso sie doch eher selten anzutreffen sind. WAS
hält sie in Schach? WAS hält sie andererseits am Überleben? Deine
bisherigen Erklärungen dazu sind noch etwas dürftig, weil viel zu
allgemein gehalten. Mit ähnlicher Argumentation könnte man schließlich
selbst die Existenz von Pflanzen und Tieren in Abrede stellen, was der
praktischen Erfahrung jedoch widerspricht.

> Offenbar nicht die Hydrogenproduktion: das soll ja annahmegemäß
> ausgeschieden werden.

Du stellst hier grade die Frage nach dem Sinn des Lebens an sich. Mir
geht es nicht um die Klärung dieser Frage, sondern ganz schnöde darum,
wie man H2 möglichst billig verfügbar kriegen kann. Ein möglicher Weg,
das zu erreichen, könnten gezielt für diesen Zweck optimierte
Mikroorganismen sein.

> Was bleibt? Wohl nur der Sauerstoff. Wozu
> braucht man Sauerstoff? Er ist sehr giftig. Nutzbar ist er nur durch
> Atmung, also zur Oxidation von anderen Stoffen: das ist aber nicht
> sinnvoll, weil dabei weniger Energie gewonnen wird als für die
> Hydrolyse verbraucht. Wo also soll der Nutzen liegen?

Freiwillig produzieren die Dinger ja nicht viel H2. Aber man kann sie
Mehrproduktion "überreden", indem man sie züchtet und gezielt
gentechnisch verändert. Zu diesen gentechnischen Veränderungen werden
mit Sicherheit auch Abwehrmechanismen gegen alle möglichen Angriffe
gehören. Auch gegen Sauerstoff. Der Nutzen liegt also zunächst mal nur
im Nutzen der Menschen. Wie es dann weiter geht - keine Ahnung. Willst
du es wirklich ausprobieren? Mir ist nicht ganz wohl bei dem Gedanken.

> Die andere Frage, auf die ich die Antwort nicht kenne, ist, ob H2 als
> atmosphärisches Spurengas tatsächlich in den Weltraum entweicht oder
> nicht vielmehr weitgehend wieder chemisch gebunden wird.

So lange die H2-Wirtschaft nur im kleinen Stil abläuft, sehe ich damit
absolut kein Problem. Kopfzerbrechen macht mir nur der angedachte
beabsichtigte große Stil für den kompletten Land- und Luftverkehr. Dann
wird es nicht mehr nur um verschwindend wenig Spurengase gehen, sondern
um ganz andere Größenordnungen. Vor allem dann, wenn damit H2-Quellen
erschlossen werden, die man nicht mehr einfach abstellen kann. Doch
genau damit ist angesichts der "Geiz-ist-geil-Mentalität" zu rechnen.
Die enormen Umsätze werden sehr große Kräfte mobilisieren, um auch
entsprechende Mikroorganismen zu entwickeln, die man dann nicht mehr so
leicht unter Kontrolle haben wird.

> Ferner ist es
> die Frage, ob die Erde überhaupt netto Wasserstoff verliert oder nicht
> vielmehr solchen aus der interplanetaren Materie akkumuliert.

Dann müsste der Mars pitschnass sein. Schließlich herrschen dort relativ
ähnliche Verhältnisse wie auf der Erde. Dann stellt sich die Frage,
wieso der H2 zwar auf der Erde, nicht aber auf dem Mars gehalten wird.

>>Die
>>Weltmeere könnten dann locker innerhalb ein- zwei Jahren besiedelt sein.
>>Unser weltweiter Handel wird genau solch leistungsfähige Typen sehr
>>schnell verbreiten. An ineffizienten und teuren Produktionmethoden
>>besteht schließlich kein Interesse. Das könnte leicht dazu führen, dass
>>der Meeresspiegel dann Jahr für Jahr einige Millimeter bis Zentimeter
>>abnimmt. Sofort wird man das drohende Unheil als gar nicht bemerken.
>>Zumal dann nicht, wenn aufgrund der Polschmelze infolge Klimaerwärmung
>>der Meeresspiegel sowieso steigt. Dann fällt der Anstieg eben etwas
>>schwächer aus. Aber weg ist weg. Dieses verlorene Wasser kommt nie
>>wieder. Und wie hält man dann den Prozess wieder auf, den man mal in
>>Gang gesetzt hat? Die Geister, die ich rief...
>

> Quellen, bitte.

Was hältst du von Eigenhirn? (Ich kann's mir schon denken...)
Ich bin der Auffassung, dass es durchaus eine logische Abfolge
darstellt. Widersprich halt, wenn dich Zweifel plagen.

Message has been deleted

Ralf Muschall

unread,
Jan 22, 2006, 1:51:17 PM1/22/06
to
Christoph Müller <x...@x.invalid> writes:

> Genau darum geht's. Den H2-Produzenten wird man die Umweltbedingungen
> passend machen, indem man sie mit allen möglichen Eigenschaften
> ausstatten wird. Z.B., indem sie spezielle Membranen oder
> Schleimschichten ausbilden, um eben in ihrer lebensfeindlichen Umwelt
> bestehen zu können. Die Natur ist voll von extrem angepassten
> Organismen. Die heißen Quellen hast du ja selbst schon erwähnt. Da
> dürfte nach alter Lehrmeinung eigentlich kein Organismus überleben und
> trotzdem gibt's da welche.

Die Tierchen in den Quellen hatten ein paar Milliarden Jahre Zeit,
sich anzupassen (oder umgekehrt, falls die normal und wir seltsam
sind, wie manche Theorien behaupten).

> denn die aktuell große Furcht vor der Mutation des Vogelgrippevirus?

Weil bekannt ist, welche einzige Aminosäure im Hämagglutinin in welche
Richtung mutieren muss, damit die Fusion aus der Hülle des
phagozytierten Virus und der Vakuolenmembran mit hinreichender
Häufigkeit klappt.

Damit ein Organismus (welches ursprünglich wohl als Defektmutante
gebaut wird und nichtmal Phenylalanin oder sowas triviales selber
kann) eine komplette Schleimhülle erfindet, sind ein paar Mutationen
(oder großzügige Freeware in Form von Plasmiden) mehr nötig, und wenn
er einmal beim Debuggen ist, schmeißt er gleich diese komplett
überflüssige H2-Synthese raus.

> Sie kommt daher, weil man weiß, dass etwa jeder zweite Infizierte
> sterben wird und weil man weiß, dass die Verbreitung des Virus
> verdammt schnell gehen wird, weil die Menschen in alle Welt
> reisen. Man weiß außerdem, dass man aktuell kein vernünftiges
> Gegenmittel hat. Die Produktion eines Impfstoffes wird mindestens 6
> Wochen dauern. 6 Monate wären sicher auch nicht aus der Welt. In 6
> Wochen kann sich die halbe Welt damit angesteckt haben. Bis eine
> Impfung wirkt, dauert es auch noch ein paar Tage. Die Impfaktionen
> selbst brauchen ebenfalls ihre Zeit.

Da gibt es drei Möglichkeiten: Entweder o.g. minimale Mutation - die
kann überall schnell passierem, allerdings wird an Impfstoffen
hiergegen schon jetzt gearbeitet. Oder eine Mischung aus Menschen-
und Vogelgrippe, dann wächst das Ergebnis zwar in menschlichen
Schleimhautzellen, trifft aber mit der N-Hälfte auf eine weitgehend
immunisierte Menschheit. Oder etwas ganz anderes, das geht dann aber
nicht schnell und ist jetzt nicht wesentlich wahrscheinlicher als zu
anderen Zeiten auch.

> Freiwillig produzieren die Dinger ja nicht viel H2. Aber man kann sie
> Mehrproduktion "überreden", indem man sie züchtet und gezielt
> gentechnisch verändert. Zu diesen gentechnischen Veränderungen werden
> mit Sicherheit auch Abwehrmechanismen gegen alle möglichen Angriffe
> gehören. Auch gegen Sauerstoff. Der Nutzen liegt also zunächst mal nur

Gegen ihren eigenen Sauerstoff. D.h. man führt die Hauptmasse ab und
hält sie ansonsten anaerob, sodass der wenige Restsauerstoff, der
zurückdiffundiert, mit zelleigenen Reduktionsmitteln abgefangen werden
kann.

> Dann müsste der Mars pitschnass sein. Schließlich herrschen dort

Dort ist die Schwerkraft so schwach, dass auch schwerere Gase einfach
ballistisch wegfliegen können.

> relativ ähnliche Verhältnisse wie auf der Erde. Dann stellt sich die
> Frage, wieso der H2 zwar auf der Erde, nicht aber auf dem Mars
> gehalten wird.

Gehalten wird es hier auch nicht - es kann bestenfalls chemisch
gebunden werden.

Ralf
--
GS d->? s:++>+++ a+ C++++ UL+++ UH++ P++ L++ E+++ W- N++ o-- K-
w--- !O M- V- PS+>++ PE Y+>++ PGP+ !t !5 !X !R !tv b+++ DI+++
D? G+ e++++ h+ r? y?

Christoph Müller

unread,
Jan 23, 2006, 2:01:31 AM1/23/06
to
Ralf Kusmierz schrieb:
> begin quoting, Christoph Müller schrieb:

>>>>Von wessen Standpunkt aus argumentierst du? Wirtschaftlichkeit ist


>>>>Nutzen durch dafür nötigen Aufwand. Um wessen Nutzen und um wessen
>>>>Aufwand geht's?
>>>
>>>Ganz egal:
>>
>>Also definiere ich mal ganz frech: Arbeitest du für mich, bringt mir das
>>Nutzen. Natürlich will ich wenig Aufwand dafür treiben - also zahle ich
>>dir nichts. Wenn der Standpunkt also egal ist, wie du schreibst, ist es
>>allgemeingültig wirtschaftlich, wenn du für mich kostenlos arbeitest.
>>Wann fängst du an?
>

> Reden wir von Marktwirtschaft oder von Sklavenhaltung?

Wenn der Standpunkt egal ist, reden wir von Sklavenhaltung. Ist er nicht
egal, von Marktwirtschaft.

> Es geht darum,
> was passiert, wenn man (z. B.) ein Auto 10 % billiger herstellen kann:
> nützt es dem Autobauer oder dem Käufer? Ich sage: ganz egal, aber die
> teurere Fertigungsmethode wird vom Markt verschwinden.

Egal ist das nicht. Wird das Zeug billiger, werden auch weniger Löhne
bezahlt und deshalb können daraufhin weniger Autos verkauft werden und
die Gewinne müssen zunehmend an unproduktive Arbeitslose verteilt
werden. Dann geht's komplett den Bach runter. Deshalb darf man solche
Dinge nicht isoliert betrachten, sondern es ist dafür zu sorgen, dass
die freigesetzten Arbeitskräfte dann irgendwie anders ihren
Lebensunterhalt bestreiten können. Je größer die Vielfalt im Markt,
desto wahrscheinlicher wird das gelingen. Vielfalt statt Einfalt! Unsere
Energiewirtschaft setzt leider auf Einfalt.

>>>>Dann ist das Ganze ja Murks, weil dann immerhin 40% der Energie
>>>>weggeworfen werden müssen. Ich will gar nichts wegwerfen müssen.
>>>
>>>Läßt sich nicht vermeiden.
>>
>>Lässt sich vermeiden.
>

> Nö.

Doch.

>>Sie MÜSSEN sich rechtzeitig ANMELDEN, wenn sie die Flutlichtanlage
>>einschalten wollen.
>

> Das hat aber vermutlich nichts mit den verfügbaren Energiemengen und
> den Preisen dafür zu tun, sondern schlicht mit der lokalen
> Netzsituation:

Du meinst, wenn die Flutlichtanlage eingeschaltet werden soll, muss
jedesmal vorher der Leitungsquerschnitt vergrößert werden? Das halte ich
doch für äußerst unwahrscheinlich.

> denkbar wäre z. B., daß der örtliche Verteiler nicht
> gerade einen von zwei parallelen Trafos in der Wartung hat, wenn ein
> Länderspiel angesagt ist. Also schlicht ein betriebstechnisches
> Problem, das bei jeder anderen Organisation des Strommarkts genauso
> auftreten würde.

Wenn aber doch alles so perfekt läuft, wie du sagst...

>>Demnach kostet HT und NT jetzt das Gleiche? Habe ich was verpasst?
>

> Die Gestehungskosten des Anbieters dürften recht wenig mit den
> Abgabepreisen zu tun haben.

Uninteressant. Es geht um den Einfluss von verschiedenen Tarifen auf das
Abnahmeverhalten.

> Schau Dir halt die Marktdaten bei der EEX
> <http://www.eex.de> an: ich sehe da Stundenpreise zwischen ca. 35 Euro
> zwischen 4:00 und 5:00 morgens und Spitzenpreise um die 95-100 Euro
> tagsüber - so wild sind die Schwankungen also nicht;

Es geht um den Faktor Drei.

> für die
> Endverbraucher sind nämlich noch die Durchleitungskosten und Abgaben
> zu berücksichtigen. Vermutlich sind die Preisunterschiede jedenfalls
> nicht ausreichend hoch, daß man damit lukrativ Batteriespeicher
> betreiben könnte.

Batteriespeicher möchte ich gerne vermeiden.

>>>Strom ist nicht speicherbar,
>>>deswegen ist damit kein spekulativer Handel möglich (wie Du auch für
>>>Dein Stromhandelssystem ganz richtig festgestellt hast).
>>
>>Trotzdem wird aber genau ein spekulativer Handel betrieben. Da werden
>>Kontingente im Voraus gehandelt in der Hoffnung, dass das dann auch so
>>läuft, wie man sich das vorstellt. Andernfalls hat man mit Verlusten zu
>>rechnen. Dann hat man sich verspekuliert.
>

> So ist das. (In Deinem System auch.)

Allerdings im so kleinen Stil, dass das Risiko auch für den Kleinen Mann
sehr gering ist, so dass er sich ohne Weiteres daran beteiligen kann.

> Die Erzeugung muß (bei Deinem System auch) immer im
> voraus geplant werden.

Kann. Muss nicht. Wessen Maschinerie vorausschauend betrieben wird, hat
einfach größere Gewinnaussichten. Die zu überschauenden Zeiträume
bewegen sich i.d.R. grade mal über einen Tag und das wird von Automaten
erledigt.

> Natürlich gibt es immer gewisse unvorhersehbare Schwankungen, für die
> Reserven vorgehalten werden müssen,

im automatischen Stromhandelssystem kann man so gut wie alles, das mit
speicherbaren Energien betrieben wird, als jederzeit mobilisierbare
Reserve aufgefasst werden.

> aber das ist aus technischen
> Gründen sowieso erforderlich, damit eine ausreichende
> Ausfallsicherheit vorhanden ist. (Und die Inanspruchnahme kostet dann
> auch richtig Geld, weswegen ein Interesse an der Vermeidung dessen
> besteht.)

Weil das im Automatischen Stromhandelssystem nicht so viel kostet, wäre
das eher uninteressant.

> (Ja, kleine Motorkraftwerke bräuchten keine "Vorwärmphase" und könnten
> "aus dem Stand" in Sekunden ihre Nennleistung ans Netz bringen. Es
> lohnt sich aber vermutlich nicht,

ist eine Frage der Investitionskosten. Die kriegt man mit
Massenfertigung typischerweise um den Faktor 10 runter. Mit Elektronik
sogar oft um den Faktor 100 bis 1000.

> sie für diesen Zweck vorzuhalten,
> und wenn die Betreiber sie sowieso laufen lassen müssen, dann haben
> sie von der Flexibilität in wirtschaftlicher Hinsicht wieder nichts.)

Dafür gibt es ja die automatische Tagesspekulation der eigenen Anlagen
mit ihren statistischen Tageswerten.

>>>>Sie produzieren sehr wohl Brennstoff und scheiden ihn aus. Der
>>>>Brennstoff heißt überwiegend Methan und ist auch der Hauptbestandteil
>>>>von Erdgas.
>>>
>>>Aber eben nur unter anaeroben Bedingungen. Unter atmosphärischen
>>>Bedingungen haben die Anaerobiker nichts zu melden.
>>
>>Und wie schwierig ist es denn, anaerobe Verhältnisse herzustellen?
>

> Gar nicht. Aber Du gingst ja von der In-the-Wild-Situation aus.

Na und? Auch da gibt es jede Menge "künstliche" anaerobe Bedingungen.

>>Eine
>>Schleimschicht oder eine geeignete Membran - bittesehr... Die Natur hat
>>massenhaft Tricks drauf, die man nutzen kann.
>

> Warum sollte sich ein Organismus in der schönsten Sauerstoffatmosphäre
> in ein selbstgemachtes Schneckenhaus eine Membran verkriechen und dann
> dahinter ineffizient anaerobe Gärung machen,

Nicht selbstgemacht - menschengemacht und dann selbständig weiterlaufend.

> anstatt munter den
> vorhanden Brennstoff zu oxidieren?

Weil der Mensch die Dinger darauf nicht programmiert haben wird.

> Das hätte doch überhaupt keinen
> Sinn,

natürlich hätte es einen Sinn. Zumindest wären die Menschen, die diese
Organismen geschaffen haben, davon ausgegangen.

> er würde sofort von der Konkurrenz überflügelt und am Schluß
> selbst gefressen.

Wenn der Mensch hinreichend großes Interesse an solchen Organismen hat,
dann wird er sie selbstverständlich auch mit entsprechenden
Selbstverteidigungssequenzen ausrüsten. Wieso sollten sie sich also
fressen lassen?

> Deine wasserstoffproduzierenden Mikroorganismen sind
> einfach sinnlos.

Sag' das mal den Forschern, die daran längst arbeiten.

Christoph Müller

unread,
Jan 23, 2006, 2:13:06 AM1/23/06
to
Ralf Muschall schrieb:
> Christoph Müller <x...@x.invalid> writes:

> Die Tierchen in den Quellen hatten ein paar Milliarden Jahre Zeit,
> sich anzupassen (oder umgekehrt, falls die normal und wir seltsam
> sind, wie manche Theorien behaupten).

Und der Mensch erforscht das Ganze binnen weniger Jahre und nutzt eben
diese paar Milliarden Jahre Erfahrung für seine Zwecke.

> Damit ein Organismus (welches ursprünglich wohl als Defektmutante
> gebaut wird und nichtmal Phenylalanin oder sowas triviales selber
> kann) eine komplette Schleimhülle erfindet, sind ein paar Mutationen
> (oder großzügige Freeware in Form von Plasmiden) mehr nötig, und wenn
> er einmal beim Debuggen ist, schmeißt er gleich diese komplett
> überflüssige H2-Synthese raus.

Die H2-Bildner wird man langfristig kaum durch Selektion züchten,
sondern man wird gezielt mit gentechnischen Verfahren eingreifen. Je
nach dem, wie der H2-Mechanismus eingebaut wird, kann er durchaus
ziemlich zäh sein. Je zäher er ist, desto billiger die Produktion, weil
man dann nicht ständig die Stämme tauschen muss. So lange es nur um
kleine Mengen geht, spielt das keine Rolle. Geht es aber um die
angedachten riesigsten Mengen, dann wird dieses Argument durchaus sehr
wichtig und damit auch die Optimierung der Organismen.

>>Dann müsste der Mars pitschnass sein. Schließlich herrschen dort
>
> Dort ist die Schwerkraft so schwach, dass auch schwerere Gase einfach
> ballistisch wegfliegen können.

Wir reden hier von Wasser, das wohl auch in Gasform noch ordentlich
Gewicht hat. Außerdem: so wahnsinnig viel weniger ist dort die
Anziehungskraft nun auch wieder nicht. Von dieser Warte aus betrachtet
bestätigt das auch nur die Überlegung, dass H2 von der Erde verschwinden
wird. Ist schließlich der leichteste Stoff auf diesem Globus.

>>relativ ähnliche Verhältnisse wie auf der Erde. Dann stellt sich die
>>Frage, wieso der H2 zwar auf der Erde, nicht aber auf dem Mars
>>gehalten wird.
>
> Gehalten wird es hier auch nicht - es kann bestenfalls chemisch
> gebunden werden.

Eben. Ist er chemisch gebunden, ist das Zeug so schwer, dass es nicht
mehr so ohne weiteres davonfliegen kann. Aber dann haben wir auch keine
H2-Technologie im großen Stil.

Frank Laas

unread,
Jan 23, 2006, 4:29:58 AM1/23/06
to
Am Mon, 23 Jan 2006 08:13:06 +0100 schrieb Christoph Müller:

>
> Die H2-Bildner wird man langfristig kaum durch Selektion züchten,
> sondern man wird gezielt mit gentechnischen Verfahren eingreifen. Je
> nach dem, wie der H2-Mechanismus eingebaut wird, kann er durchaus
> ziemlich zäh sein. Je zäher er ist, desto billiger die Produktion, weil
> man dann nicht ständig die Stämme tauschen muss. So lange es nur um
> kleine Mengen geht, spielt das keine Rolle. Geht es aber um die
> angedachten riesigsten Mengen, dann wird dieses Argument durchaus sehr
> wichtig und damit auch die Optimierung der Organismen.
>
>>

H2 (Wasserstoff) Erzeugung dürfte auf Lange Sicht per Grosstechnik
billiger zu erzeugen sein. Man muss nicht alles mit Gentechnik machen. Man
muss das Zeug isolieren, die Organismen kontrollieren, und die Gefahren
und die Risiken der Verbreitung von dem Murks.

Ne danke. Geht irgendwo ein H2 Tank hoch, ist das Kollateralschaden.
Gentechnisch erzeugte Organismen können einen weitaus höheren Schaden
anrichten.

Und gerade US Grossunternehmen dürften sich das nicht antun wollen.
Und im Gegensatz zur Atomtechnik ist H2 Technologie grosstechnisch
beherrschbar.

Gruesse

Frank "flaas" Laas

Thomas Gerlach

unread,
Jan 23, 2006, 7:51:48 AM1/23/06
to
On Mon, 23 Jan 2006 08:13:06 +0100, Christoph Müller wrote:
> Ralf Muschall schrieb:

>>>Dann müsste der Mars pitschnass sein. Schließlich herrschen dort
>>
>> Dort ist die Schwerkraft so schwach, dass auch schwerere Gase einfach
>> ballistisch wegfliegen können.
>
> Wir reden hier von Wasser, das wohl auch in Gasform noch ordentlich
> Gewicht hat.

Wasserdampf ist viel leichter als Sauerstoff, Stickstoff oder Kohlendioxid
(18 u gegenüber 32, 28 bzw. 42).

HTH
Thomas

Frank Kalder

unread,
Jan 23, 2006, 9:03:47 AM1/23/06
to
Christoph Müller wrote:
> Frank Kalder schrieb:
> > Ralf Kusmierz wrote:
>
>
>
> > In der S.C.-Talkrunde wurde auch darauf hingewiesen, dass es
> > technologisch inzwischen möglich sei, stein- und braunkohlebasierte
> > Stromerzeugung /beinahe ganz/ schadstofffrei hinzubekommen.
>
> Dann muss man die Abgase im Boden vergraben (verpressen). Geht unter
> bestimmten Voraussetzungen, wenn sie sich dort unten lösen. Für
> Kleinanwendungen dürfte diese Art der Abgasbehandlung etwas teuer sein.
> Habe ich allerdings noch nicht durchkalkuliert. Das sollte aber z.B. die
> Firma Spezialtiefbau in Schrobenhausen können.
>

OK (vorerst zur Kenntnis genommen).

> > > [...]

> [...]

Deine übrigen Antworten und Fragen bezogen sich auf Ralfs Statements,
weshalb ich sie hier gesnippt habe.

So interessant Eure Fachdiskussion auch sein mag, ich lese diese - da
zu üppig und detailliert - seit einigen Tagen nicht mehr mit.

Ggf. kannst Du, wenn Ihr damit einen gewissen Endstatus erreicht haben
werdet, dann mal Pro und Kontra systematisch und knapp als

EXECUTIVE SUMMERY

präsentieren. Dann können wir vielleicht - im Angedenken an den
Altbundeskanzler und Ökonomen - wieder über die Zukunftsaspekte der
_Weltpolitik_ (sicherlich immer vor einem Hintergrund geostrategischer
Energieressourcenentwicklung) weiterdiskutieren.

Christoph Müller

unread,
Jan 23, 2006, 11:19:28 AM1/23/06
to
Frank Laas schrieb:

> Am Mon, 23 Jan 2006 08:13:06 +0100 schrieb Christoph Müller:

> H2 (Wasserstoff) Erzeugung dürfte auf Lange Sicht per Grosstechnik
> billiger zu erzeugen sein.

Was konkret macht dich da so sicher?

> Man muss nicht alles mit Gentechnik machen.

Müssen nicht. Aber einfach eine Plane über eine Wiese oder einen Weiher
ziehn und das darunter aufgestaute Gas einfach absauchen - das wäre
schon verlockend billig und einfach.

> Man
> muss das Zeug isolieren, die Organismen kontrollieren, und die Gefahren
> und die Risiken der Verbreitung von dem Murks.

Wenn damit richtig Geld zu verdienen ist, wird man derlei als "Gedöns"
abtun und sich einen Feuchten drum scheren. Man wird seine Gewinne
machen wollen. Alles Andere ist zweit- und nachrangig. DARIN liegt die
eigentliche Gefahr der H2-Technik im großen Stil.

> Ne danke. Geht irgendwo ein H2 Tank hoch, ist das Kollateralschaden.

Entspricht dann ungefähr einem Gastank. Dieses Risiko ist überschaubar.

> Gentechnisch erzeugte Organismen können einen weitaus höheren Schaden
> anrichten.

Richtig. Aber nicht einfach deshalb, weil sie gentechnisch manipuliert
wurden. Im Falle des H2 werden sie ja ganz gezielt in eine gefährliche
Richtung optimiert werden, um damit möglichst große Gewinne erzielen zu
können.

> Und gerade US Grossunternehmen dürften sich das nicht antun wollen.

Wenn es darum geht, möglichst große Gewinne erwirtschaften zu können,
dürfte die Nationalität ziemlich egal sein.

> Und im Gegensatz zur Atomtechnik ist H2 Technologie grosstechnisch
> beherrschbar.

Da habe ich mit beiden Technologien so meine Probleme.

Christoph Müller

unread,
Jan 23, 2006, 11:22:35 AM1/23/06
to
Thomas Gerlach schrieb:

Wenn ich mich getäuscht habe, muss ich das halt zur Kenntnis nehmen. Mit
Fakten lasse ich mich gerne überzeugen.

Peter Mueller

unread,
Jan 23, 2006, 4:28:40 PM1/23/06
to
Danke für Deine kompetenten und interessanten Antworten!

> Eben deshalb schlage ich doch ein automatisches
> Stromhandelssystem vor. Existiert ein solches mit fairen
> Zugangsverträgen, dann wird die Industrie urplötzlich ziemlich
> großes Interesse verspühren diesen neuen Markt zu bedienen.
> Denn plötzlich ließen sich die Dinger massenhaft verkaufen.

Das könnte funktionieren. Wie soll der Weg dahin aussehen?
Was ist am ehesten möglich? Der Weg über den Bund, die Länder oder
einzelne Gemeinden?
Jedenfalls müssen wohl die Behörden ein entsprechendes Handelssystem
genehmigen bzw. ermöglichen.

Der Gußteilesatz von Viebach ist mir bekannt. Danke für die weiteren
Tipps. Werde demnächst einmal prüfen, ob ein holzbefeuerter Stirling
für meine Verhältnisse machbar ist.

Freundliche Grüsse

Peter Müller

Franz Glaser

unread,
Jan 23, 2006, 4:38:28 PM1/23/06
to
Christoph Müller wrote:

>> Und gerade US Grossunternehmen dürften sich das nicht antun wollen.
>
> Wenn es darum geht, möglichst große Gewinne erwirtschaften zu können,
> dürfte die Nationalität ziemlich egal sein.

Tippe ich da wieder auf einen empfindlichen Zahn bei dir? Techniken
("Technologien"), die sich in primitiver Umgebung (aka Entwicklungs-
ländern oder Nachkriegsstaaten) mit wenig Kapital einfach und in
kleinem Maßstab aufstellen lassen, haben die meisten Zukunftschancen.

Der "Gewinn" wird in kurzer Zeit obsolet sein, das Überleben wird
die höhere Priorität haben.

MfG
--
Ex factis, non ex dictis amici pensandi

Franz Glaser

unread,
Jan 23, 2006, 5:41:46 PM1/23/06
to
Christoph Müller wrote:

Du wirst nicht umhin kommen, die Disposition auf der Verbraucher-
seite wissenschaftlich anzupacken. Ich meine nicht, daß der Ver-
brauch staatlich geregelt werden muß sondern daß es intelligenter
als bisher "organisiert" werden muß. Da geht es nicht um läppische
2 kW sondern um 20 kW für Bäcker und 200 kW für industrielle Ver-
braucher.

Ein typischer Fall von Verrücktheit: Betonmischanlagen (mein
Metier) müssen trotz Eiseskälte produzieren, weil sich das die
Architekten so einbilden. So eine Mischanlage hat einen Anschluß-
wert um 100kW oder mehr, der Sand muß im Winter mit Dampf geheizt
werden, dem Wasser wird Frostschutzmittel zugefügt und die Fahr-
zeuge donnern wie wild durch die Gegend, damit der Beton in der
Trommel nicht erfriert. Derweil wäre der Strom und der Dampf eh
für Heizzwecke anderswo dringend nötig. Bloß - der Kredit kann
sonst nicht rechtzeitig ... VERRÜCKT!

Gegen die Dummheit hilft dein automatisches Regelsystem auch
nicht :-(

Message has been deleted

Christoph Müller

unread,
Jan 24, 2006, 2:10:31 AM1/24/06
to
Peter Mueller schrieb:

> Danke für Deine kompetenten und interessanten Antworten!

Gern geschehen.

>>Eben deshalb schlage ich doch ein automatisches
>>Stromhandelssystem vor. Existiert ein solches mit fairen
>>Zugangsverträgen, dann wird die Industrie urplötzlich ziemlich
>>großes Interesse verspühren diesen neuen Markt zu bedienen.
>>Denn plötzlich ließen sich die Dinger massenhaft verkaufen.
>
> Das könnte funktionieren.

:-)

> Wie soll der Weg dahin aussehen?

Jetzt werden halt mal im Rahmen von Diplomarbeiten die wichtigsten Dinge
wie Stromzähler und DLS entwickelt, die in zwei Modis betrieben werden
können. Innerbetrieblich als Energiemanagementsystem oder dann eben richtig.

> Was ist am ehesten möglich?

Der innerbetriebliche Weg.

> Der Weg über den Bund, die Länder oder
> einzelne Gemeinden?

Der ist aktuell eher theoretischer Natur.

> Jedenfalls müssen wohl die Behörden ein entsprechendes Handelssystem
> genehmigen bzw. ermöglichen.

Da müssen viele Kräfte an einem Strang ziehen, die erst mal unter einen
Hut zu kriegen sind. Man sieht's hier im Forum auch. Auch, wenn es
weitgehende Übereinstimmung gibt, gibt es noch lange keine
Zusammenarbeit, weil eben doch meistens noch irgendwelche, wenn auch
eher kleienere, Differenzen bleiben. Mit Geld könnten diese wohl leicht
eleminiert werden, weil sie nur selten elementarer Natur sind. Es steht
aber kein Geld zur Verfügung, so dass so lange zu optimieren ist, dass
selbst ohne Geld am gleichen Strang gezogen wird. Wenn das gelingen
sollte, so wäre das eine riesige Leistung.

> Der Gußteilesatz von Viebach ist mir bekannt. Danke für die weiteren
> Tipps. Werde demnächst einmal prüfen, ob ein holzbefeuerter Stirling
> für meine Verhältnisse machbar ist.

Mein Tipp an die Stirlinggemeinde: kümmert euch etwas intensiver um die
ganze Brennergeschichte und die Wärmeübergänge, damit auch Tmax-Tmin
möglichst groß werden kann. Im Vergleich zu innen herrscht außen nahezu
Vakuum!

Christoph Müller

unread,
Jan 24, 2006, 2:22:41 AM1/24/06
to
Ralf Kusmierz schrieb:
> begin quoting, Peter Mueller schrieb:


>>Das könnte funktionieren. Wie soll der Weg dahin aussehen?
>>Was ist am ehesten möglich? Der Weg über den Bund, die Länder oder
>>einzelne Gemeinden?
>

> Ganz einfach: jemand realisiert es

gerne

> einfach.

Das wär' schön. Hierzulande ist Personal der teuerste Posten. Wo soll
das Geld so einfach herkommen? Ohne Geld ist eine Hobbyentwicklung, die
man nur in seiner Freizeit erledigen kann und aus diesem Grund ewig
dauern kann. Mit Geld wäre das binnen weniger Monate zu schaffen.

>>Jedenfalls müssen wohl die Behörden ein entsprechendes Handelssystem
>>genehmigen bzw. ermöglichen.
>

> Der Anwendung steht nichts entgegen.

Doch. Genügend Gleichgesinnte, die auch bereit sind, sich aktiv zu
engagieren. Ein einzelner könnte das nur schaffen, wenn er entweder sehr
viel privates Kapital hat und es damit halt mal probieren kann. Oder man
hat nicht so viel Geld und riskiert seine Existenz. Dazu bin ich nicht
bereit. Oder man macht's über Diplomarbeiten. Das läuft bereits.

> Was müßte praktisch geschehen?
>
> 1. Ein Unternehmen bietet dieses System an

dazu muss es dieses erst mal fixfertig in der Schublade haben.

> und gewinnt Kunden dafür.

Diese müssen erst mal gefunden und überzeugt werden. Unterschätze den zu
treibenden Werbeaufwand für ein eklärungsbedürftiges Produkt in einem
äußerst konservativ orientierten Markt nicht, der auf völlig andere
Dinge hin ausgerichtet ist.

Christoph Müller

unread,
Jan 24, 2006, 2:37:15 AM1/24/06
to
Franz Glaser schrieb:

> Du wirst nicht umhin kommen, die Disposition auf der Verbraucher-
> seite wissenschaftlich anzupacken.

Läuft ja schon. Aber halt nur "hobbymäßig". Die Diplomanden tun, was sie
können und sie sind auch hoch motiviert. Aber auch sie werden nach
ihrem Diplom was zum Leben brauchen - sprich Geld verdienen müssen, was
ich aktuell nicht bieten kann.

> Ich meine nicht, daß der Ver-
> brauch staatlich geregelt werden muß sondern daß es intelligenter
> als bisher "organisiert" werden muß. Da geht es nicht um läppische
> 2 kW sondern um 20 kW für Bäcker und 200 kW für industrielle Ver-
> braucher.

Es wird um alle Leistungsklassen gehen. Zahlenmäßig werden natürlich die
Kleinen überwiegen. Leistungs- und energiemäßig - das würde sich zeigen.

> Ein typischer Fall von Verrücktheit: Betonmischanlagen (mein
> Metier) müssen trotz Eiseskälte produzieren, weil sich das die
> Architekten so einbilden.

Dachte immer, die Bauherren würden immer so auf's Tempo drücken, weil
sie ja auch Zinslast für die aufgenommen Kredite zu tragen haben. Das
hat doch mit den Architekten eher gar nichts zu tun?

> So eine Mischanlage hat einen Anschluß-
> wert um 100kW oder mehr, der Sand muß im Winter mit Dampf geheizt
> werden, dem Wasser wird Frostschutzmittel zugefügt und die Fahr-
> zeuge donnern wie wild durch die Gegend, damit der Beton in der
> Trommel nicht erfriert.

Die Abgase des LKWs in die Trommel leiten? Dazu müsste der Antrieb der
Trommel als Hohlwelle ausgeführt sein. Der Wärmeübergang müsste aufgrund
der Kondensation und des ständigen Rührens bestens sein. 100 kW LKW
macht locker 200 kW Wärme, von der bestimmt die Hälfte über den Auspuff
abgeführt wird.

> Derweil wäre der Strom und der Dampf eh
> für Heizzwecke anderswo dringend nötig. Bloß - der Kredit kann
> sonst nicht rechtzeitig ... VERRÜCKT!

Wie könnte man diesem Missstand begegnen? Mir fällt da jetzt auf Anhieb
nichts ein, habe mich damit allerdings auch noch nicht beschäftigt.

> Gegen die Dummheit hilft dein automatisches Regelsystem auch
> nicht :-(

Gegen das, was du hier beschreibst, hilft es wahrscheinlich nicht.

Franz Glaser

unread,
Jan 24, 2006, 4:10:59 AM1/24/06
to
Christoph Müller wrote:
> Franz Glaser schrieb:
>
>> Du wirst nicht umhin kommen, die Disposition auf der Verbraucher-
>> seite wissenschaftlich anzupacken.
>
> Läuft ja schon. Aber halt nur "hobbymäßig". Die Diplomanden tun, was sie
>   können und sie sind auch hoch motiviert. Aber auch sie werden nach 
> ihrem Diplom was zum Leben brauchen - sprich Geld verdienen müssen, was
> ich aktuell nicht bieten kann.

Deswegen hab ich eigentlich gemeint, daß die staatlichen Förderungen
des Hirnschmalzes von der Wind- und Photoenergie umgelenkt werden
müssen. Eigentlich :-(



>> Ich meine nicht, daß der Ver-
>> brauch staatlich geregelt werden muß sondern daß es intelligenter
>> als bisher "organisiert" werden muß. Da geht es nicht um läppische
>> 2 kW sondern um 20 kW für Bäcker und 200 kW für industrielle Ver-
>> braucher.
>
> Es wird um alle Leistungsklassen gehen. Zahlenmäßig werden natürlich die
> Kleinen überwiegen. Leistungs- und energiemäßig - das würde sich zeigen.

Aber dezentral.



>> Ein typischer Fall von Verrücktheit: Betonmischanlagen (mein
>> Metier) müssen trotz Eiseskälte produzieren, weil sich das die
>> Architekten so einbilden.
>
> Dachte immer, die Bauherren würden immer so auf's Tempo drücken, weil

> sie ja auch Zinslast.

Sag ich doch, eigentlich. Derzeit sind die Banker die treibenden
Kräfte, die Kapitalfuzzies bestimmen, was geschieht, was investiert
wird und wie schnell wo was gebaut werden muß. Blezinn^2.

Die Politik redet sich das Maul fusselich über die Umweltpolitik
aber die Geldleute sorgen dafür, daß im Winter betoniert werden
muß, damit das Tunnel im März fertig wird. Pervers.

Message has been deleted

Franz Glaser

unread,
Jan 24, 2006, 6:45:13 AM1/24/06
to
Ralf Kusmierz wrote:

> Um Deine Ideen mal vom Kopf auf die Füße zu stellen: Es fehlt
> mindestens noch eine Diplomarbeit, und zwar ...

Die Kapitalgeber wollen in einigen Jahren Rendite sehen.
Wie jennes? Er will ja im System sparen.

Servas

Message has been deleted

Ralf Muschall

unread,
Jan 23, 2006, 5:34:35 PM1/23/06
to
Christoph Müller <x...@x.invalid> writes:

> Die H2-Bildner wird man langfristig kaum durch Selektion züchten,

Sage ich ja auch nicht. Wenn er aber künstlich ist, muss er entweder
ständig Phenylalanin (z.B.) im Nährmedium vorfinden oder aber von
befreundeten Bakterien lernen, wie er sowas selber bauen kann. Und
eben diese Freunde werden ihm die dämliche H2-Synthese ausreden, davon
hat er nämlich nichts.

> >>Dann müsste der Mars pitschnass sein. Schließlich herrschen dort
> > Dort ist die Schwerkraft so schwach, dass auch schwerere Gase einfach
> > ballistisch wegfliegen können.

> Wir reden hier von Wasser, das wohl auch in Gasform noch ordentlich
> Gewicht hat. Außerdem: so wahnsinnig viel weniger ist dort die
> Anziehungskraft nun auch wieder nicht. Von dieser Warte aus betrachtet

Wichtig ist nicht die Kraft, sondern das Potential, da ist der
Unterschied der Planetenradien noch einmal öfter drin.

> bestätigt das auch nur die Überlegung, dass H2 von der Erde
> verschwinden wird. Ist schließlich der leichteste Stoff auf diesem
> Globus.

Für das Verschwinden von H2 (und evtl. He - ich bin jetzt zu faul zum
Nachrechnen) reicht die thermische Energie auch hier. Auf dem Mars
fliegt fast alles weg.

Christoph Müller

unread,
Jan 24, 2006, 6:05:21 AM1/24/06
to
Ralf Kusmierz schrieb:
> begin quoting, Christoph Müller schrieb:

> Wahrscheinlich wirst Du es nie begreifen:

Ich bin blöd und begriffsstutzig. Ich hätte nie und nimmer studieren
dürfen. Asche auf mein Haupt. Ich werde nie mehr was Intelligentes
probieren, um nur ja nicht mehr aufzufallen. Ist das dein Ziel?

> bei so etwas ist Geld
> ÜBERHAUPT KEIN PROBLEM.

Dann lass welches rüberwachsen.

> Der Energiemarkt ist weltweit fast der größte
> direkt hinter Lebensmitteln und Drogen - wer da eine Entwicklung in
> der Pipeline hat, die ihn weltweit in einem bestimmten Bereich ein
> wenig die Nase vorn haben läßt, der wird mit den Talerchen nur so
> zugeschmissen.

An dem Ort war ich anscheinend noch nicht. Nimm mich bitte bei der Hand
und zeige ihn mir.

>>>Der Anwendung steht nichts entgegen.
>>
>>Doch. Genügend Gleichgesinnte, die auch bereit sind, sich aktiv zu
>>engagieren.
>

> Weia! Versuch mal, die Rolle von Unternehmern und Kunden im
> Wirtschaftsgeschehen zu verstehen.

Du weißt ja - ich bin blöd und hätte nie studieren dürfen. Ich werd' nie
wieder was verstehen.

> Der Kunde ist ein schreiendes,
> nörgelndes Baby, dem man die Nase putzen und seine Sachen
> hinterhertragen muß - "aktiv engagieren" tut der sich allenfalls im
> Gesangverein.

Da lohnt sich dann wohl kein Engagement mehr.

>>Ein einzelner könnte das nur schaffen, wenn er entweder sehr
>>viel privates Kapital hat und es damit halt mal probieren kann. Oder man
>>hat nicht so viel Geld und riskiert seine Existenz. Dazu bin ich nicht
>>bereit. Oder man macht's über Diplomarbeiten. Das läuft bereits.
>

> Wenn Du nicht an (Fremd-)Kapital kommst,

dann wollen die Kapitalgeber Sicherheiten, die ich ihnen in der
gewünschten Höhe kaum bieten kann. Biete ich ihnen alles, was ich habe,
muss ich meine Existenz riskieren, wozu ich nicht bereit bin.

> ist das einzig und allein ein
> Problem Deiner Unfähigkeit.

Ich weiß - ich bin blöd...

> Oder eben der tatsache geschuldet, daß das
> Konzept nichts taugt.

Klar. Ich bin ja blöd.

> Aber Du hast es nicht einmal probiert, richtig?

Es stimmt, dass ich noch nicht probiert habe, damit meine Existenz zu
riskieren. Es stimmt auch, dass ich das gar nicht vor habe.

>>>1. Ein Unternehmen bietet dieses System an
>>
>>dazu muss es dieses erst mal fixfertig in der Schublade haben.
>

> In der Tat. Auf, ans Werk!

Am Werk bin ich ja. Nur kann das ohne Geld halt dauern.

>>>und gewinnt Kunden dafür.
>>
>>Diese müssen erst mal gefunden und überzeugt werden. Unterschätze den zu
>>treibenden Werbeaufwand für ein eklärungsbedürftiges Produkt in einem
>>äußerst konservativ orientierten Markt nicht, der auf völlig andere
>>Dinge hin ausgerichtet ist.
>

> Die Methoden des Marketings sind eigentlich bekannt.

Genauso, wie die Preise.

> Um Deine Ideen mal vom Kopf auf die Füße zu stellen: Es fehlt

> mindestens noch eine Diplomarbeit, und zwar eine ökonomisch
> ausgerichtete, Titel etwa: "Chancen und Nutzen eines
> <Blubb-blubb-blubb>-Energiesystems unter Berücksichtigung der
> ökonomischen Bedeutung neuerer Entwicklungen in den Bereichen
> energiesparendes Bauen, Nutzungsmöglichkeiten regenerativer
> Energiequellen und neuartiger Energiewandler wie Brennstoffzellen".

Warum nicht? Würde mir auch gefallen.

> Diese Arbeit müßte praktisch eine vorurteilslose, prospektive Studie
> über die Marktchancen einer dezentralisierten Energiewirtschaft
> darstellen, in der die Grundsatzfrage, ob das von Dir angedachte
> System sich rechnet, also netto eine auch finanziell relevante
> Energieeinsparung bewirkt, zu untersuchen wäre.

Weil ich im Thema drin bin, werde ich immer dem Vorwurf der
Vorverurteilung ausgesetzt sein. Der Blödheit sowieso. Machen's Andere,
die vom Thema keine Ahnung haben, werden sie von falschen
Voraussetzungen ausgehen und sich im Zweifel immer auf anerkannte
Standards zurückziehen, die hier nicht unbedingt gelten müssen und
deshalb zu falschen Ergebnissen kommen. Und nun?

> In Abhängigkeit vom
> Ergebnis fließen die Investorengelder dann, oder eben auch nicht.

Spaßvogel. Nur, weil es irgendwo eine Diplomarbeit gibt, fließt noch
lange kein Geld.

> Tip:
> Gefälligkeitsgutachten sind dabei nicht hilfreich.

Ist sogar mir Dummerchen bekannt.

Christoph Müller

unread,
Jan 24, 2006, 6:16:55 AM1/24/06
to
Franz Glaser schrieb:
> Christoph Müller wrote:

>>Läuft ja schon. Aber halt nur "hobbymäßig". Die Diplomanden tun, was sie
>> können und sie sind auch hoch motiviert. Aber auch sie werden nach
>>ihrem Diplom was zum Leben brauchen - sprich Geld verdienen müssen, was
>>ich aktuell nicht bieten kann.
>
> Deswegen hab ich eigentlich gemeint, daß die staatlichen Förderungen
> des Hirnschmalzes von der Wind- und Photoenergie umgelenkt werden
> müssen. Eigentlich :-(

Mein Thema fällt durch sämtliche Förderungsraster.

>>>Ich meine nicht, daß der Ver-
>>>brauch staatlich geregelt werden muß sondern daß es intelligenter
>>>als bisher "organisiert" werden muß. Da geht es nicht um läppische
>>>2 kW sondern um 20 kW für Bäcker und 200 kW für industrielle Ver-
>>>braucher.
>>
>>Es wird um alle Leistungsklassen gehen. Zahlenmäßig werden natürlich die
>>Kleinen überwiegen. Leistungs- und energiemäßig - das würde sich zeigen.
>
> Aber dezentral.

Höchstwahrscheinlich.

> Sag ich doch, eigentlich. Derzeit sind die Banker die treibenden
> Kräfte, die Kapitalfuzzies bestimmen, was geschieht, was investiert
> wird und wie schnell wo was gebaut werden muß. Blezinn^2.

Sehe ich genauso. Geld regiert die Welt. Nicht die Vernunft. Die wird in
Euro und Cent über x Faltungen mit riesigen Stressfaktoren bis zur
Unkenntlichkeit herunterprojeziert. Aber am Ende ist man froh, eine Zahl
zu haben, die man mit anderen Zahlen vergleichen kann. Halleluia...

> Die Politik redet sich das Maul fusselich über die Umweltpolitik
> aber die Geldleute sorgen dafür, daß im Winter betoniert werden
> muß, damit das Tunnel im März fertig wird. Pervers.

Wenn sich die Finanzerer vielleicht mal wirklich etwas intensiver mit
ihrem Thema beschäftigen würden, würden sie vielleicht wieder begreifen,
wozu ihr Tun eigentlich gut sein soll... Mit dem typischen Fachwissen
und der üblichen Spezialisierung tendiert man leider dazu, nur noch sein
eigenes Fach völlig losgelöst vom Rest der Welt zu sehen... Es fehlt der
Mut zum Schritt zurück, um das Ganze überhaupt wieder erkennen zu
können. Künstler -> Portrait -> Nasenhare -> fertig?

Christoph Müller

unread,
Jan 25, 2006, 1:38:39 AM1/25/06
to
Ralf Muschall schrieb:
> Christoph Müller <x...@x.invalid> writes:

> Wenn er aber künstlich ist, muss er entweder
> ständig Phenylalanin (z.B.) im Nährmedium vorfinden oder aber von
> befreundeten Bakterien lernen, wie er sowas selber bauen kann. Und
> eben diese Freunde werden ihm die dämliche H2-Synthese ausreden, davon
> hat er nämlich nichts.

Von der Insulinproduktion haben die gentechnisch veränderten Viecherl ja
auch nichts und sie produzieren's trotzdem. Die neu geschaffenen
Mikroorganismen werden über kurz oder lang wohl nach einem
Baukastensystem zusammengestellt. Die Eigenschaften, die man braucht,
werden halt implantiert. Je weiter die Gentechnik voranschreitet, desto
gezielter und umfangreicher wird man das machen können. Dann geht's
ähnlich zu wie im Ingenieurwesen. Nur mit dem Unterschied, dass sich die
konstruierten "Maschinen" selber vermehren.

>>bestätigt das auch nur die Überlegung, dass H2 von der Erde
>>verschwinden wird. Ist schließlich der leichteste Stoff auf diesem
>>Globus.
>
> Für das Verschwinden von H2 (und evtl. He - ich bin jetzt zu faul zum
> Nachrechnen) reicht die thermische Energie auch hier. Auf dem Mars
> fliegt fast alles weg.

Um so mehr ein Grund, auf so leichtes Zeug wie H2 im großen Stil zu
verzichten.

Franz Glaser

unread,
Jan 25, 2006, 5:19:15 AM1/25/06
to

Es gibt in der französischen Sprache ein Sprichwort, das ich
leider vergessen habe, es bedeutet sowas wie "ein paar Schritte
zurück schreiten, um einen Abgrund zu überspringen".

MfG Glaser

Message has been deleted

Peter Mueller

unread,
Jan 25, 2006, 8:41:30 AM1/25/06
to
Ralf Kusmierz schrieb:

> Der Anwendung steht nichts entgegen. Was müßte praktisch geschehen?
>
> 1. Ein Unternehmen bietet dieses System an und gewinnt Kunden dafür.
>
> Fertig, 2. gibt es nicht.
>
> Wer könnte das tun? Im Prinzip: jeder. Er meldet einfach ein Gewerbe
> als EVU an und schließt die notwendigen Verträge mit Kunden ab. Zugang
> zur Elektrizitätsversorgung hat er über die EEX, an der er auch
> Überschüsse verkaufen kann, und die notwendige Durchleitung
> unterliegt, auch hinsichtlich der zu entrichtenden Entgelte, der
> Regulation durch die Bundesnetzagentur und hat diskriminierungsfrei zu
> erfolgen.

Wie einfach ist es tatsächlich, wenn man z.B. ein kleines
Blockheizkraftwerk betreiben möchte?
Dimension: z.B. Haus mit 14 Wohnungen, das derzeit mit Öl beheizt
wird.
(Je nach Wirtschaftlichkeit, könnten weitere Häuser gewonnen werden,
falls das etwas bringt.)

Ich vermute, dass sich ein Blockheizkraftwerk in dieser Dimension
lohnen müsste. Vielleicht hat jemand entsprechende
Wirtschaftlichkeitsberechnungen durchgeführt?

Von seiten des EVU fallen die Kosten für einen entsprechenden Zähler
an (ca. 30 Euro/Monat?).
Wie sieht es mit behördlichen Genehmigungen und weiteren Kosten aus?

Könnte man im Falle eines Zusammschlusses von mehreren kleineren
Blockheizkraftwerken den Strom an andere Abnehmer verkaufen? Ab welcher
Dimension ist es möglich bzw. lohnend?

Bei weiterer Verbreitung könnte ein automatisches Stromhandelsystem
eine Rolle spielen.

> (Würde ich Aktien eines solchen Unternehmens erwerben? Nein, das würde
> ich nicht.)

Käme darauf an, womit das Unternehmen sein Geld verdienen möchte und
wie es sein Konzept ausführt. Warum stehst Du einem solchen
Unternehmen wirtschaftlich kritisch gegenüber?

Freundliche Grüsse

Peter Müller

Christoph Müller

unread,
Jan 25, 2006, 7:22:07 AM1/25/06
to
Franz Glaser schrieb:

> Es gibt in der französischen Sprache ein Sprichwort, das ich
> leider vergessen habe, es bedeutet sowas wie "ein paar Schritte
> zurück schreiten, um einen Abgrund zu überspringen".

Das trifft das Problem noch besser, weil's auch noch einen Lösungsansatz
hat.

Message has been deleted

Christoph Müller

unread,
Jan 25, 2006, 12:30:34 PM1/25/06
to
Ralf Kusmierz schrieb:
> begin quoting, Christoph Müller schrieb:

>>>Wahrscheinlich wirst Du es nie begreifen:
>>
>>Ich bin blöd und begriffsstutzig. Ich hätte nie und nimmer studieren
>>dürfen. Asche auf mein Haupt.
>

> Selbsterkenntnis? ;-)

Erkenntnis zumindest.

>>>bei so etwas ist Geld
>>>ÜBERHAUPT KEIN PROBLEM.
>>
>>Dann lass welches rüberwachsen.
>

> Laß mal ein Unternehmenskonzept rüberwachsen.

Wie genau hättest du es denn gerne? Zwischen Rohentwurf und Finanzierung
des letztes Bleistiftes ist die Bandbreite ziemlich groß.

>>>Der Energiemarkt ist weltweit fast der größte
>>>direkt hinter Lebensmitteln und Drogen - wer da eine Entwicklung in
>>>der Pipeline hat, die ihn weltweit in einem bestimmten Bereich ein
>>>wenig die Nase vorn haben läßt, der wird mit den Talerchen nur so
>>>zugeschmissen.
>>
>>An dem Ort war ich anscheinend noch nicht. Nimm mich bitte bei der Hand
>>und zeige ihn mir.
>

> Such mal nach Stichworten wie IPO, Aktienboard, venture capital ...

Wenn ich durstig bin, brauche ich ein Glas Wasser und keinen harten
Strahl aus einem dicken Feuerwehrschlauch.

>>>Der Kunde ist ein schreiendes,
>>>nörgelndes Baby, dem man die Nase putzen und seine Sachen
>>>hinterhertragen muß - "aktiv engagieren" tut der sich allenfalls im
>>>Gesangverein.
>>
>>Da lohnt sich dann wohl kein Engagement mehr.
>

> Eben ... dafür gibt es schließlich Unternehmer.

Solche, die sich Engagement leisten können. Wer sich das nicht leisten
kann, ist dann automatisch ein Unterlasser.

>>>Wenn Du nicht an (Fremd-)Kapital kommst,
>>
>>dann wollen die Kapitalgeber Sicherheiten,
>

> Ok, soweit man unter "Fremdkapital" nicht haftendes Kapital versteht,
> ist das natürlich richtig - ich meinte genauer gesagt "Risikokapital",

Ob man ein Risiko eingeht oder nicht, hängt meistens von den Leuten ab,
die was anpacken. Es gibt welche, die können aus einer Mücke einen
Elefanten machen und sie machen auch noch aus letztes Tannennadel ihres
alten Christbaums richtig Geld. Denen kann man gut Geld anvertrauen. So
einer bin ich aber nicht.
In ein "trockenes Konzept" investiert auch niemand. Schon gar nicht,
wenn es auch noch erklärungsbedürftig ist. Dazu ist das Misstrauen viel
zu groß. Was fehlt, wären persönliche Kontakte an den richtigen Stellen.
Vermittelst du mir welche?

> also Finanzierungen, bei denen es sich rechtlich betrachtet um
> Eigenkapital bzw. haftendes Kapital handelt. Natürlich werden die
> Finanziers dann ziemlich viel immer noch sehr genau wissen wollen.

So weit die Theorie. WEM KONKRET soll ich denn das alles vortragen?

> Du sollst gar nicht selbst haften - ein armer Schlucker wie Du kann
> sich höchstens als Geschäftsführer betätigen und ein bescheidenes
> Gehalt als leitender Angestellter bekommen, die "richtige" Musik
> spielt natürlich woanders. Das ist das Kreuz bei den Ingenieuren -
> sind und bleiben eben erfinderische Zwerge, eilfertige Knechte und
> nützliche Idioten für das Kapital.

Und alle wundern sich, wieso Deutschland jetzt den Anschluss verliert...

>>>Oder eben der tatsache geschuldet, daß das
>>>Konzept nichts taugt.
>>
>>Klar. Ich bin ja blöd.
>

> Genau.

Wieso beschäftigst du dich eigentlich mit Dummköpfen wie mir?

> Du hast nämlich diverse naheliegende Frage immer noch nicht
> zufriedenstellend beantwortet bzw. eierst um diese drum herum bzw.,
> noch schlimmer, bist auf die richtigen Fragen teilweise überhaupt noch
> nicht gekommen. Wer oder was in der bösen Welt ist jetzt wohl daran
> schuld?

Wenn du überall nach Schuldigen suchst, ist das dein Problem. Mir sind
Lösungen lieber.

> Zu deutsch: Du hat einen ziemlich beschränkten Standpunkt in
> unternehmerischen Fragen.

Mich treibt vor allem ein gewisser Überlebenswille, der aus der
Mulitmillionärssicht wahrscheinlich kaum nachvollziehbar erscheint.

> Schau Dir doch mal ein paar relativ junge
> Unternehmen wie SAP oder Aixtron an: wie sind die entstanden, wer hat
> da was riskiert?

Die richtige Idee am richtigen Ort zur richtigen Zeit gepaart mit der
nötigen Portion Glück, genau dann die richtigen Leute um sich zu haben.
Gute Ideen haben Viele. Nur aus den Wenigsten guten Ideen wird überhaupt
was. 97% aller Patente werden nie genutzt.

> Und wer ist jetzt schuld,

mit dieser Frage möchte ich meine Zeit nicht verplempern.

>>>>dazu muss es dieses erst mal fixfertig in der Schublade haben.
>>>
>>>In der Tat. Auf, ans Werk!
>>
>>Am Werk bin ich ja. Nur kann das ohne Geld halt dauern.
>

> Beißt sich da die Katze in den Schwanz?

Fast.

>>>Die Methoden des Marketings sind eigentlich bekannt.
>>
>>Genauso, wie die Preise.
>

> So sind die Spielregeln.

Aber du bist derjenige, der jammert, dass ich noch nicht alles fixfertig
habe.

>>>Um Deine Ideen mal vom Kopf auf die Füße zu stellen: Es fehlt
>>>mindestens noch eine Diplomarbeit, und zwar eine ökonomisch
>>>ausgerichtete, Titel etwa: "Chancen und Nutzen eines
>>><Blubb-blubb-blubb>-Energiesystems unter Berücksichtigung der
>>>ökonomischen Bedeutung neuerer Entwicklungen in den Bereichen
>>>energiesparendes Bauen, Nutzungsmöglichkeiten regenerativer
>>>Energiequellen und neuartiger Energiewandler wie Brennstoffzellen".
>>
>>Warum nicht? Würde mir auch gefallen.
>

> Und? Steht's auf der To-do-Liste?

Nein. Etwas in der Art habe ich schon 1984 selber geschrieben.

> Du hast recherchiert, welche
> wirtschaftswissenschaftlichen Institute in dem Bereich aktiv und
> renommiert sind und mit deren Chefs deswegen Kontakt aufgenommen?

Habe ich früher oft gemacht und meist nicht mal eine Antwort gekriegt.
Wenn doch, hat man gesehen, dass sich mit dem Thema niemand beschäftigt
hat. Auf die Dauer frustriert das. Hier ist es anders; da wird
wenigstens auf Argumente reagiert. Wenn man schon an die
Entscheidungsträger nicht heran kommt, dann müssen sie die Entwicklung
von unten aus dem Volk heraus spüren. Dann muss ihnen irgendwann das
Volk sagen, was richtig und falsch ist. Das ist zwar ein sicher sehr
anstrengender und langwieriger Weg. Aber er bewegt deutlich mehr, als
die Leute, an die ich mich früher alles gewandt habe. Außer
Mitleidsbekundungen und Ermahnungen, dass ich mich nicht übernehmen
solle, hatten sie nichts auf der Pfanne.

>>Weil ich im Thema drin bin, werde ich immer dem Vorwurf der
>>Vorverurteilung ausgesetzt sein.
>

> Richtig. Jeder Investor wird unabhängige Bewertungen,
> Analystenmeinungen etc. haben wollen. Ist so.

Wer als "unabhängig" gilt oder nicht, wird natürlich nach eigenem Gusto
selbst definiert. Wer zahlt, schafft an. Also nimmt man sich
irgendwelche Leute, die man als "Kapazitäten" einschätzt. Die sollen
dann was dazu sagen, obwohl sie davon nicht unbedingt eine Ahnung haben
müssen. Auf deren Urteil wird vertraut. Deshalb wär's mir am Liebsten,
wenn die etwaigen Investoren selber wüssten, worum es geht. Ich stelle
also den Anspruch dass ich nicht nur geldige, sondern auch noch fachlich
kompetente Investoren brauche. Wo kriege ich die her?

> Apfel. Sauren. Beißen. Was dachtest Du denn? Kuscheln ist woanders.

Meinst du allen ernstes, dass ich das noch immer nicht wüsste? Hilft
diese gar nicht neue Erkenntnis denn nun irgendwie weiter?

>>>In Abhängigkeit vom
>>>Ergebnis fließen die Investorengelder dann, oder eben auch nicht.
>>
>>Spaßvogel. Nur, weil es irgendwo eine Diplomarbeit gibt, fließt noch
>>lange kein Geld.
>

> Ach ja ...
>
> Na, dann wollen wir Dich doch mal ans Händchen nehmen ...
>
> Was ist der neue Star am Investor-/Zockermarkt? Richtig, die
> "erneuerbaren Energien".

Was hat ASTROHS mit erneuerbaren Energien zu tun? Da geht es um
Angebots- und Nachfrageregelung in Echtzeit. Dass da dann über
irgendwelche Sekundäreffekte auch die regenerativen Energien ins Spiel
kommen, mag ja sein. Direkt aber jedenfalls nicht.

> Und wer tummelt sich da so? Na, dann komm
> doch mal mit in den Norden, nach Hamburg. Da finden wir dann zum
> Beispiel die Sparta AG. Was ist mit der? Die befaßt sich mit
> Firmenbeteiligungen, was auf deutsch heißt: sie schauen sich nach
> Unternehmen mit Ideen und Marktchancen um, beteiligen sich daran und
> suchen sich dann, wenn das zarte Pflänzchen zu einem lukrativen Ölbaum
> herangewachsen ist, potente Käufer dafür.

Auf mich ist von denen noch nie einer zu gegangen.

> Haben die was mit Energie zu tun? In der Tat, das haben sie. Da gibt
> es zum Beispiel die FAME AG, ein neuer Zockerliebling (man beachte
> Firmensitz und Vorstand). Aus der sollte Solarequity werden. Aber
> leider, leider ... da liegt eine Anfechtungsklage vor, und nun ist das
> Unternehmen blockiert. Schmeißen Hein und Lenz jetzt die Flinte ins
> Korn? Nein, natürlich nicht. Die haben längst eine Ausweichstrategie:
> Sie haben sich Carthago Biotech zugelegt und und wollen die in Corona
> Energy AG umfirmieren. Carthago Biotech? Nie gehört, watt'n datt? Tja,
> so kann's gehen ...

Zockerspielchen halt. Ich will nicht zocken, sondern was die
Allgemeinheit tun, ohne mich deshalb in akute Existenzgefahr begeben zu
müssen. Im Gegenzug erwarte ich, dass mir die Allgemeinheit dann auch
ein halbwegs gutes Leben zugesteht. Ob die "Allgemeinheit" da nun in
Form einer AG oder sonst was auftritt, ist mir eher nebensächlich.

> Dabei ist die Aktie innehalb eines Jahres bereits von 5 auf über 60
> gestiegen, _obwohl_ die noch niemand kennt und niemand darüber
> berichtet hat - ob das noch weiter geht? Da habe ich mir doch glatt
> mal ein paar davon zugelegt.

Solche Papierchen gibt's immer wieder. Cargolifter war wohl auch sowas.

> So jetzt weißt Du, wo (u. a.) die Musik spielt.

Mit meinen Kunden pflege ich mit offenen Karten zu spielen. Ich habe
keine Lust, ihnen irgendwas aus dem Knie zu leiern. Sie müssen schon
wirklich überzeugt sein und aufgrund ihres Wissens auch überzeugt sein
KÖNNEN. Andernfalls läuft man Gefahr, sich schon mit den kleinsten
Unstimmigkeiten in anstrengende und zeitraubende Rechtfertigungorgien zu
ergehen, statt am eigentlichen Thema weiter zu machen. Ich fürchte, dass
daran das Cargolifter-Projekt gescheitert ist. Die Aktionäre wurden
wahrscheinlich mit schönen Prospekten regelrecht geködert. Die
Verantwortlichen konnten die deshalb hoch gesteckten Erwartungen nicht
erfüllen. Dass eine technische Neuentwicklung gut doppelt so lang und
dreimal so teuer werden kann, wie man anfangs trotz großzüg angesetztem
Schätzeisen ermittelt hat, sollte man von vornherein wissen. Den
Cargolifter-Aktionären war das sehr wahrscheinlich nicht bewusst. Das
war's dann schon. So möchte ich das nicht machen. Ich möchte, dass die
Leute von Anfang an wissen, was Sache ist. Lieber lass' das Thema als
die Leute bewußt über den Tisch zu ziehen.

> Und ob Du in dem
> großen Orchester mittrompeten darfst, liegt jetzt einzig und allein an
> Dir und einem guten Konzept.

Wieso suchst du eigentlich immer nach einem Schuldigen und nicht besser
nach Lösungen? Letzteres hätte doch wesentlich mehr Erfolgsaussichten.

> Lauf mal zu Deiner Professorin und
> besprich das mit der, die ist vieleicht nicht ganz so weltfremd wie
> Du.

Der nächste Termin steht seit letzter Woche.

> Wenn Du solchen Finanz-Leuten was von Ökologie und
> Weltverbesserung erzählst, dann wirst Du mit einem höflichen Gähnen
> rausgeschmissen - die wollen Zahlen und Fakten sehen, die man in
> Geschäftsberichte und Emissionsprospekte reinschreiben kann.

Wenn diese Leute außer ihren Standardwirtschaftgrößen nichts drauf
haben, dann dürfte eine Zusammenarbeit sowieso schwierig werden. Ich
erinnere nur an Cargolifter. Vermutlich war es die Dominanz der
Wirtschaftler, die das Projekt aufgrund ihres zu geringen einschlägigen
Sachverstand zum Scheitern brachte. Mit solchem Verhalten habe ich schon
öfters schöne Projekte den Bach runter gehen sehen. Das Geschäft wird
dann halt nicht selten andernorts gemacht. Fax zum Beispiel.

> So eine
> Uni ist gar nicht mal ein schlechter Ausgangspunkt: Aixtron war auch
> eine Ausgründung aus der Hochschule (RWTH Aachen) (gegründet 1983, IPO
> 1998 mit Kursen um die 10 und Mitte 2000 (Neuer-Markt-Blase) Kurse um
> 90 in der Spitze).

Uni und FH ist ja schön und gut. Die Profs sind fast durchweg sehr
aufgeschlossen. Ohne Beteiligung aus der Industrie bleibt das Ganze aber
im Elfenbeinernen Turm stecken. Mein nächstes Ziel ist, Profs und
Industrie an einen Tisch zu kriegen.

> Aber vergiß nicht: Dreh- und Angelpunkt ist ein schlüssiges,
> tragfähiges, rentables Konzept, sonst brauchst Du erst gar nicht bei
> den Investoren mit dem Hut in der Hand vor der Tür zu stehen.

Das Projekt ist so groß, dass ich da wohl kaum alleine vorne dran stehen
werde und die Puppen tanzen lasse, wie man das von Projekten bis so etwa
200 Leute gewohnt ist. Würde mir zwar auch gefallen. Aber ich wäre ein
Phantast, wenn ich das erwarten würde. Hier geht es um ganz andere
Größenordnungen. Es geht bei weitem NICHT nur darum, einen schönen
Stromzähler oder eine schöne DLS zu bauen. Mit solchen Dingen hättest du
wohl Recht. Aber diese Dinge sind nur relativ kleine, wenn auch
entschiedene Bausteine des Ganzen. Viel aufwändiger ist der Aufbau der
ganzen Strukturen. Das benötigt viel Vorlauf. Z.B. erst mal 2 Jahre
DLS-Betrieb, ohne dass sich Nennenswertes tut und ohne dass die
Finanziers deshalb gleich abspringen.

Peter Mueller

unread,
Jan 25, 2006, 6:18:53 PM1/25/06
to
> Wie genau hättest du es denn gerne? Zwischen Rohentwurf und
> Finanzierung des letztes Bleistiftes ist die Bandbreite
> ziemlich groß.

Richtig, doch es gibt einen wichtigen Meilenstein: Den Business-Plan
(Geschäftsplan). Die Struktur eines solchen kannst Du bei jeder IHK
bekommen oder auch aus vielen Quellen im Internet, sogar mit etlichen
Beipielen, auch über Hersteller mit technischen Produkten. Ich habe
selbst zwei Businesspläne geschrieben, habe also eine gewisse
Erfahrung.

Kurz gesagt kann er z.B. folgende Struktur haben:

1. Gründungsvorhaben
2. Gründungsperson
3. Markt-/ Brancheneinschätzung
4. Konkurrenzanalyse
5. Standortanalyse
6. Werbung
7. Personal
8. Rechtsform und Firmierung/ Name

Hinzu kommen noch Excel-Tabellen über

A. Kapitalbedarfsplan
B. Finanzierung
C. Rentabilitätsvorschau über drei Jahre

Eine detaillierter Struktur eines Businessplans eines
technisch-innovativen Unternehmens befindet sich am Ende dieser
message.

> Ob man ein Risiko eingeht oder nicht, hängt meistens von den Leuten ab, die was anpacken.

Diese Leute brauchen als solide Grundlage für die Beurteilung den
Business-Plan. Idealerweise handelt es sich in Deinem Fall um frühere
Unternehmer aus der jeweiligen Branche, die jetzt gerne Jungunternehmer
unterstützen und an Ihrem Erfolg partizipieren wollen, sog.
"Business-Angels". Dabei sind sie bereit auch ein hohes Risiko
einzugehen. Es gibt auch eine Reihe von Venture-Capital-Gesellschaften,
die diese Ziele verfolgen.

> Vermittelst du mir welche?

Da ich Dein Thema in erster Näherung sehr interessant finde, wäre
ich gerne bereit, Entwürfe zu Deinem Business-Plan kritisch
durchzuarbeiten.

Sollte der Business-Plan ausreichende Chancen aufzeigen, wäre ich auch
bereit, Dir bei der Vermittlung von Business-Angels oder
VC-Gesellschaften behilflich zu sein.

Bereits beim Verfassen Deines Business-Planes wirst Du wahrscheinlich
bisher unterschätzte Schwierigkeiten selbst erkennen. Das kann dann
bereits das "Aus" bedeuten oder Du schaffst es diese unter
realistischen Annahmen zu überwinden.

> Die richtige Idee am richtigen Ort zur richtigen Zeit gepaart
> mit der nötigen Portion Glück, genau dann die richtigen Leute
> um sich zu haben. Gute Ideen haben Viele. Nur aus den
> Wenigsten guten Ideen wird überhaupt was. 97% aller Patente
> werden nie genutzt.

So ist es. Doch die Eigenitiative spiel eine überragende Rolle. Man
muss dem Glück möglichst gute Chancen verschaffen!

> Es gibt welche, die können aus einer Mücke einen Elefanten machen...

Das bezieht sich auf das Marketing. Von Vorteil, oft von
entscheidendem, wenn Du Deine Geschäftsidee selbst gut "verkaufen"
kannst. Doch wenn der Kern Deines Konzepts werthaltig ist, kann die
Vermarktung auch durch andere übernommen werden.

> Was hat ASTROHS mit erneuerbaren Energien zu tun? Da geht es
> um Angebots- und Nachfrageregelung in Echtzeit. Dass da dann
> über irgendwelche Sekundäreffekte auch die regenerativen
> Energien ins Spiel kommen, mag ja sein. Direkt aber jedenfalls
> nicht.

Aufgrund Deines früheren Kommentars hatte ich Dich so verstanden, dass
kleine, flinke, dezentrale Blockheizkraftwerke durch ASTROHS
begünstigt werden. Da die regenerativen Energien behördlich
unterstützt werden und aus verschiedenen Gründen gerade bei kleinen
Blockheizkraftwerke Zukunft haben werden, ist möglicherweise die Zeit
günstig für ein automatisches Stromhandelssystem.

Fruendliche Grüsse

Peter Müller


Anlage: Ausführliche Struktur eines Business-Plans
technisch-innovativen Unternehmens

Quelle:
http://www.gruenderleitfaden.de/gruendung/strategie/checkliste.html?folder=dokumente&page=businessplan


Die folgende Checkliste kann als Gliederungsvorschlag für den
Geschäftsplan dienen und umfasst die wichtigsten Informationen. Für
Innovationsvorhaben kann auch Entwicklungs- oder Investitionsvorhaben
stehen, die Punkte sind dann entsprechend zu interpretieren.

Beachten Sie stets dass die Leser und Leserinnen i.d.R. keine
Spezialisten in Ihrem Fachgebiet sind, sondern Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen einer Bank oder einer VC-Gesellschaft.

Executive Summary

I. Unternehmen

1.1. Unternehmensziele
1.2. Unternehmensgründer/Schlüsselpersonen
1.3. Konstitutionelle Grundlagen
1.4. Organisation und Management

II. Gründungsvorhaben

2.1. Stand der Technik
2.2. Technische Basisinformationen
2.3. Entwicklungsziele
2.4. Produktinnovation
2.5. Imitationsschutz
2.6. Entwicklungsvorhaben
2.7. Entwicklungsrisiko

III. Markt

3.1. Informationen zum Markt

3.1.1. Gesamtmarkt
3.1.2. Marktsegmente
3.1.3. Wettbewerb

3.2. Absatzkonzeption

3.2.1. Marketinginstrumente
3.2.2. Vertriebskonzeption

IV. Produktion

4.1. Festlegung des Leistungsprogramms und der Fertigungstiefe
4.2. Produktionsdurchführungsplanung
4.3. Zeitplanung
4.4. Ressourcenplanung

V. Langfristige Perspektiven

5.1. Weiterentwicklung der Produkte
5.2. Alternative strategische Zielmärkte

VI. Betriebswirtschaftliche Analyse und Planung

6.1. Meilensteinplanung
6.2. Personalplanung
6.3. Preiskalkulation
6.4. Umsatzplanung
6.5. Investitionsplanung
6.6. Abschreibungsplanung
6.7. GuV-Planung
6.8. Liqquiditätsplanung
6.9. Cash-flow-Planung
6.10. Kapitalbedarfsermittlung
6.11. Kapitaldienstübersicht
6.12. Bilanzplanung


--------------------------------------------------------------------------------
zurück

Executive Summary

1. Zielsetzung der vorgelegten Unternehmenskonzeption
2. Erläuterung des Gründungsgedankens - Geschäftszweck
3. Kurzvorstellung der Gründer und Schlüsselpersonen - Motivation und
Kompetenz
4. beabsichtigte Geschäftsfelder - Marktpotential
5. beabsichtigter Leistungsumfang - Alleinstellungsmerkmale
6. Wirtschaftliche Erfolgsaussichten
7. Kapitalbedarf
8. Chancen und Risiken
9. Stärken und Schwächen

I. Unternehmen

1.1. Unternehmensziele

- Wann wurde das Unternehmen gegründet?

- Mit welcher Zielsetzung wurde das Unternehmen gegründet?

- Worin besteht die Motivation zur Unternehmensgründung?

- Was ist die Kernkompetenz des Unternehmens?

- Welches sollen die künftigen Geschäftsfelder des Unternehmens sein?

- Welcher Leistungsumfang soll zukünftig erbracht werden?

- Wo soll das Unternehmen hinsichtlich seines Umsatzes und Personals in
fünf Jahren stehen?

1.2. Unternehmensgründer/Schlüsselpersonen

- Wer sind die Gründer, wer die Schlüsselpersonen?

- Welche Fachkenntnisse, welches Management-Know-how besitzen die
Gründer und Schlüsselpersonen?

1.3. Konstitutionelle Grundlagen

- Rechtsform / Gesellschafter?

- Besitz- und Haftungsverhältnisse?

- Handelsregistereintragung?

- Geschäftsführung?

- Standort?

- Nachfolge- und Vertretungsregelungen?

1.4. Organisation und Management

- Wer ist wofür zuständig?

- Wie sieht das Organigramm aus?

- Welche Qualifikationen sollen Ihre Mitarbeiter haben?


--------------------------------------------------------------------------------

II. Innovationsvorhaben

2.1. Stand der Technik

- Welche Problemstellung soll mit dem Vorhaben bearbeitet werden?

- Wie ist der internationale Stand der Technik und des Wissens im
betreffenden Technologiefeld?

- Welche Lösungswege gibt es generell, und welche Ergebnisse liegen
bereits vor (soweit bekannt)?

2.2. Ausführliche Beschreibung der technischen Basisinnovation

- Welche technische bzw. wissenschaftliche Lösung bieten Sie
hinsichtlich der Problemstellung?

- Worin besteht die Neuartigkeit Ihrer Lösung?

- Inwiefern geht sie über den internationalen Stand der Technik
hinaus?

2.3. Entwicklungsziele

- Was soll entwickelt werden?

- Welche Entwicklungsziele sollen erreicht werden?

2.4. Ausführliche Beschreibung der Produktinnovation

- Welche Produkt- und Verfahrensvorteile ergeben sich aus der oben
dargestellten Innovation?

- Welchen Nutzen bringen die Produkt- und Verfahrensvorteile den
Kunden?

- Worin ist der wesentliche Wettbewerbsvorteil des zu entwickelnden
Produkts oder Verfahrens zu sehen?

2.5. Beschreibung des Imitationsschutzes

- Wie ist die Patentsituation im betreffenden Technologiefeld?

- Kann ein aus dem Entwicklungsvorhaben resultierendes Patent
angemeldet werden? Wenn ja, welche Lösungen wären patentfähig?

- Wodurch sonst kann das zu entwickelnde Produkt/Verfahren vor rascher
Imitation geschützt werden?

- Wie schnell könnte es potentiellen Wettbewerbern gelingen, Ihre
Innovation nachzuahmen?

- Welche Möglichkeiten einer zukünftigen Weiterentwicklung gibt es?

2.6. Ausführliche Beschreibung des Entwicklungsvorhabens

- Welche Arbeiten wurden bereits geleistet? Welche Erkenntnisse und
Ergebnisse liegen darüber hinaus vor?

- Welche Entwicklungsschritte sind notwendig?

- In welche Themen und Arbeitspakete läßt sich das
Entwicklungsvorhaben sinnvoll gliedern?

- Welcher Zeit- und Arbeitsaufwand ist für die jeweiligen
Arbeitspakete notwendig?

- Welche FuE-Aufträge an externe Stellen werden erforderlich?

- Welche Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie
die Entwicklungseinrichtung müssen im Rahmen des Entwicklungsvorhabens
erfolgen?

- Welches Material wird in welchem Umfang für die Entwicklung
gebraucht?

2.7. Beschreibung des Entwicklungsrisikos

- Worin sind die besonderen Entwicklungsrisiken zu sehen?

- Warum gehen Sie davon aus, dass das Entwicklungsvorhaben dennoch
erfolgreich abgeschlossen werden kann?


--------------------------------------------------------------------------------

III. Markt

3.1. Informationen zum Markt

3.1.1 Beschreibung des Gesamtmarktes

- Welche allgemeinen Trends gibt es, hinsichtlich der wirtschaftlichen
Lage Ihrer Kundenbranche, der eingesetzten Technologie, gesetzlicher
Bestimmungen, Kundenanforderungen usw.?

- Wie hoch ist die Aufnahmefähigkeit des Marktes in bezug auf
Absatzstückzahl und Umsatzvolumen für das von Ihnen geplante Produkt
bzw. die von Ihnen geplante Leistung?

- Wie hoch ist derzeit tatsächlich die Nachfrage nach dem von Ihnen
geplanten Produkt bzw. nach der geplanten Leistung?

- Welche Faktoren oder eigenen Schwächen könnten Ihnen den Zugang zum
Markt erschweren?

3.1.2. Beschreibung der Marktsegmente

- Wer sind ihre Kunden?

- Beschreiben Sie Ihre Kunden, z.B. hinsichtlich der Kriterien Branche,
Betriebsgröße, technische Anforderungen, Ausstattungsgrad,
Mindestanforderung, Einsatz / Anwendungen Ihrer geplanten Leistung,
innerbetriebliche Entscheidungswege, kaufentscheidende Faktoren,
Vertriebskanäle usw.

- Welche Kundengruppen (Marktsegmente) können Sie als erste nach
Abschluß einer Neuentwicklung erreichen?

3.1.3. Beschreibung des Wettbewerbs

- Welche Unternehmen bieten vergleichbare Leistungen?

- Wie ist die Marktstruktur und -besetzung, d.h. welche Anbieter halten
welche Marktanteile?

- Welche Preispolitik verfolgen die Wettbewerber?

- Mit welchen Wettbewerbsreaktionen ist bei Markteinführung Ihres
Produkts bzw. Ihrer Leistung zu rechnen?

3.2. Absatzkonzeption

3.2.1. Einsatz der Marketinginstrumente

- Wie hoch ist unter Berücksichtigung des Wettbewerbs und des
angestrebten Kundennutzens der Preis, den Ihre Kunden für Ihre
Leistung bereit sind zu zahlen? Wie hoch ist der geplante
Markteinstiegspreis? Wie positionieren Sie sich langfristig preislich
am Markt?

- Welche Maßnahmen sind geplant, um das Unternehmen und das Produkt
bei potentiellen Kunden, Meinungsbildnern und in Fachkreisen bekannt zu
machen? Welches Image wollen Sie für Ihr Unternehmen langfristig am
Markt aufbauen?

- Welche zusätzlichen Leistungen sind nach dem Vertragsabschluß
notwendig und geplant?

- Über welche, den Innovationskern des Entwicklungsvorhabens nicht
berührenden Leistungsmerkmale sollte Ihr Produkt verfügen?

- Welche konkreten und detaillierten Marketingmaßnahmen sind während
der Laufzeit geplant?

- Welche Meilensteine, deren Erreichen einen meßbaren Erfolg bei der
Markteinführung anzeigt, sind gesetzt?

3.2.2. Beschreibung der Vertriebskonzeption

- Welches sind die Zielmarktregionen?

- Mit welcher Vertriebsform und -organisation erreichen Sie Ihre
Kunden?

- Welches sind potentielle Vertriebspartner oder Absatzmittler?


--------------------------------------------------------------------------------

IV. Produktion

4.1. Festlegung des Leistungsprogramms und der Fertigungstiefe

- Was ist selbst zu fertigen?

- Was ist einzukaufen?

- Gibt es andere Quellen (second source)?

4.2. Produktionsdurchführungsplanung

- Welches ist der geeignete Standort?

- Welche Investitionen sind zu tätigen?

- Welche Anforderungen sind an die Produktionslogistik zu stellen?

4.3. Zeitplanung

- Wann ist was zu tun?

4.4. Ressourcenplanung

- Was wird für eine spätere Produktion benötigt (Kapital, Personal,
Arbeitsmittel usw.)?

nach oben
--------------------------------------------------------------------------------

V. Langfristige Perspektiven

5.1. Weiterentwicklung der Produkte

- Welche Zusatzfunktionen, derivate Produkte usw. sind möglich?

5.2. Alternative strategische Zielmärkte

- Wie kann man das entwickelte Know-how und/oder Systemkomponenten
eventuell anders nutzen?


--------------------------------------------------------------------------------

VI. Betriebswirtschaftliche Analyse und Planung

6.1. Meilensteinplanung

6.2. Personalplanung

6.3. Preiskalkulation

6.4. Umsatzplanung

6.5. Investitionsplanung

6.6. Abschreibungsplanung

6.7. GuV-Planung

6.8. Liqquiditätsplanung

6.9. Cash-flow-Planung

6.10. Kapitalbedarfsermittlung

6.11. Kapitaldienstübersicht

6.12. Bilanzplanung

- Wie hoch ist der Deckungsbeitrag pro Stück und in Prozent vom
Umsatz?

- Wie hoch ist das Umsatzvolumen und die Absatzstückzahl des
Innovationsvorhabens in den ersten drei Jahren nach der
Markteinführung?

- Im wievielten Jahr nach der Markteinführung sind die dem Vorhaben
zuzurechnenden FuE- sowie Markteinführungskosten voraussichtlich
wieder erwirtschaftet?

Peter Mueller

unread,
Jan 25, 2006, 6:21:38 PM1/25/06
to
> An der EEX werden *Gigawatt* gehandelt ...

Das dachte ich mir, also sind hier die Eintrittsbarrieren sehr hoch.
Ich hoffe, es gibt inzwischen niedrigere eintrittsbarrieren (s.u.).

> Der Typ mit dem BHKW (also z. B. Du) braucht natürlich einen
> Vertrag mit einem Unternehmen, das dann genug Gesamtumsatz
> hat, um Piep sagen zu können.

Inzwischen werden können doch sogar Solardächer ihren Strom in das
Netz des EVUs einspeisen. Das müsste auch für ein BHKW gelten, das
auf Biomasse verbrennt. Jedoch scheint hier die Einspeisevergütung
wesentlich geringer zu sein.

> Und ob ein BHKW rentabel ist, sagt Dir Gott allein und Deine Bank.

Ich hoffe jemand anders als Gott oder meine Bank hat das auch schon
durchgerechnet. Jedenfalls sollten es sich eigentlich lohnen, anstatt
Biomasse nur zu verbrennen, zusätzlich Strom daraus zu erzeugen. Es
könnte gut sein, dass die Amortisationsdauer für die Mehrkosten unter
20 Jahren beträgt, eine wichtige Grösse bei Eigentumswohnanlagen.
Kann jemand über erste Erfahrungen berichten?

> Das EVU darfst Du Dir aber in ganz Europa aussuchen,
O.K., vielleicht finden sich da noch günstigere Angebote.

Wäre noch interessant, wie hoch die Durchleitungskosten wären, wenn
ich meinen überschüssigen Strom an einen bestimmten Abnehmer liefern
möchte, mit dem ich ggf. einen Vertrag vereinbart habe. Es ist
natürlich die Frage, ob welcher Strommenge der "break-even" erreicht
wird. Kann es sein, dass man die Schwelle schon vor den Kontingenten
erreicht, "mit denen man sich an der EEX blicken lassen kann"?

> Die Strom-Wärme-Kopplung (BHKW etc.) ist der zentralen
> Stromerzeugung und elektrischen Raumheizung mit Wärmepumpen
> bzw. der Passivhaustechnik ökonomisch unterlegen,

Kaum in allen Fällen, bei dem riesigen "Altbestand" den wir haben.
Auch in neue Häuser werden meist keine Wärmepumpen und keine
Passivhaustechnik eingebaut. Wärmepumpen liessen sich auch durch
kleine BHKW betreiben.
Die Wärme, die bei der zentralen Stomerzeugung entsteht wird wohl auch
nur zu einem geringen Teil an den Kunden geliefert.

Freundliche Grüsse

Peter Müller

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Peter Mueller

unread,
Jan 27, 2006, 12:30:19 AM1/27/06
to
> Aber Subventionen (nichts anderes ist die
> Einspeisungsvergütung) scheinen mit keine sonderlich solide
> Wirtschaftsbasis zu sein,

Da bin ich ganz Deiner Meinung. Doch wenn der Strom aus Mikro-KWK (0,8
bis 9,5 KW) zur eigenen Versorgung verwendet wird, spielt die
Einspeisungsvergütung keine Rolle.
Dieser Betrieb ist bei 3000 bis 5000 Vollaststunden (ca. 11 h /Tag)
wirtschaftlich (Berechnungen Lambert Schneider, Ökoinstitut, Berliner
Energietage, 17. Mai 2004).

Mir ist noch nicht klar, wie das mit dem EVU abgerechnet wird.
Angenommen, ich produziere mit einer erdgasbetriebenen 3 KW-Anlage im
Jahr 12 MWh und speise die ins Netz ein, benötige aber 20 MWh:

Berechnet mit das EVU nur die Differenz von 8 MWh, oder muss ich durch
Installation einer geeigneten technische Einrichtung dafür sorgen,
dass ich meine 12 MWh so produziere, dass ich sie direkt selbst
verbrauche, da ich das Netz nicht als Pufferspeicher benutzen kann?

Das Kapitel Verbrennung von Biomasse mit Stirling-Mikro-KWK ist wohl
noch Zukunftsmusik, da alle drei serienreifen Stirling-Motoren mit
Erdgas betrieben werden.
Allerdings meine ich mich zu erinnern, dass vereinzelt Stirlings in
Holzfeuerungsanlagen eingebaut wurden, mit denen dann die hohe
Einspeisevergütung von über 50 ct/KWh möglich sein sollte.

> ... erhältst Du plötzlich aus 100 Einheiten
> Brennstoff 130 Einheiten Wärme (praktisch sogar etwas mehr,
> weil die Wärmepumpe den Wirkungsgrad des Motors durch
> Absenkung der Kalt-Seiten-Temperatur erhöhen kann).

Die Installation von Wärmepumpen dürfte i.d.R. nur beim Neubau eines
Hauses sinnvoll sein und die Sache mit der Verbesserung des
Wirkungsgrad des Motors nur ein Nebeneffekt.

> ... warum schließen sich Betreiber ... nicht bundesweit zu
> einem EVU zusammen?

Hier sind Bestrebungen im Gange. Allerdings sind Subventionen (hohe
Einspeisevergütung für Strom aus regenerativen Energien), wie Du auch
selbst sagst, auf Dauer keine wirtschaftliche Basis. Ohne Subventionen
ist der Betrieb von Mikro-KWK, allein zur Produktion von
Einspeisestrom, nicht wirtschaftlich. Doch wenn Strom und Wärme selbst
genutzt werden, sieht es anders aus.

> Es kommt nämlich nicht auf die Wärme an sich an, sondern auch
> auf deren Temperaturniveau, also letztlich auf die Entropie.

Richtig! Und hier müsste die Mikro-KWK den Vorteil haben, dass auch
Niedrigtemperatur-Wärme nutzbar ist, im Gegensatz zum grossen
Kraftwerk.
Ob dieser Vorteil dazu führt, dass auch die Einspeisung von Strom aus
Mikro-KWK ohne Subventionen wirtschaftlich ist, bleibt m.E. noch
ungeklärt.

Freundliche Grüsse

Peter Müller

Christoph Müller

unread,
Jan 26, 2006, 3:06:27 AM1/26/06
to
Peter Mueller schrieb:

> Ich habe
> selbst zwei Businesspläne geschrieben, habe also eine gewisse
> Erfahrung.
>
> Kurz gesagt kann er z.B. folgende Struktur haben:
>
> 1. Gründungsvorhaben

Kein Problem.

> 2. Gründungsperson

Kein Problem.

> 3. Markt-/ Brancheneinschätzung

Da gehen die Meinungen speziell bei diesem Thema ganz gravierend
auseinander. Das ist der sensibelste Bereich des Ganzen. Wenn die
Meinungen derart weit auseinander liegen - was soll man da denn
reinschreiben? Das füllt Bücher! Genau deshalb gehe ich davon aus, dass
die Leute, die in das Thema investieren, selbst wissen sollen, worauf
sie sich einlassen. Hier liegt der Unterschied zwischen EHRLICH
überzeugen und jemanden über den Tisch ziehen.

> 4. Konkurrenzanalyse

Wäre wohl hin zu kriegen.

> 5. Standortanalyse

Ebenso.

> 6. Werbung

Das auch.

> 7. Personal

Ebenfalls ein eher kleineres Problem.

> 8. Rechtsform und Firmierung/ Name

Auch ein Standardproblem.

> Hinzu kommen noch Excel-Tabellen über
>
> A. Kapitalbedarfsplan
> B. Finanzierung
> C. Rentabilitätsvorschau über drei Jahre

Mit den drei Jahren wird's schon mal keine Rentabilität geben, weil man
das System erst mal 2 Jahre lang aufgrund der Neuheit im Wesentlichen
nur beobachten wird, bevor man Entscheidungen trifft. Folglich ist in
dieser Zeit kaum mit Einnahmen zu rechnen. Weder durch Stromhandel noch
durch den Verkauf einschlägiger Komponenten.

> Eine detaillierter Struktur eines Businessplans eines
> technisch-innovativen Unternehmens befindet sich am Ende dieser
> message.

Die Technik ist bei dem Ganzen nicht die ganz große Tat. Die kriegt man
mit konventionellen Mitteln auf die Reihe. Das Schwierige ist vor allem
die Markteinführung.

>>Ob man ein Risiko eingeht oder nicht, hängt meistens von den Leuten ab, die was anpacken.
>
> Diese Leute brauchen als solide Grundlage für die Beurteilung den
> Business-Plan.

Wenn da der Punkt 3 nicht wäre, wäre es ein Standardaufgabe.

> Idealerweise handelt es sich in Deinem Fall um frühere
> Unternehmer aus der jeweiligen Branche, die jetzt gerne Jungunternehmer
> unterstützen und an Ihrem Erfolg partizipieren wollen, sog.
> "Business-Angels". Dabei sind sie bereit auch ein hohes Risiko
> einzugehen. Es gibt auch eine Reihe von Venture-Capital-Gesellschaften,
> die diese Ziele verfolgen.

Davon ist oft die Rede. Aber irgendwie scheine ich da noch nicht an die
Richtigen gekommen zu sein oder ich stelle mich zu blöd an.

>>Vermittelst du mir welche?
>
> Da ich Dein Thema in erster Näherung sehr interessant finde, wäre
> ich gerne bereit, Entwürfe zu Deinem Business-Plan kritisch
> durchzuarbeiten.

Das ist ein Wort! Frage vorab: Was ist mit Punkt 3?

> Sollte der Business-Plan ausreichende Chancen aufzeigen, wäre ich auch
> bereit, Dir bei der Vermittlung von Business-Angels oder
> VC-Gesellschaften behilflich zu sein.

Dann sollten wir uns möglichst bald mal direkt kurzschließen.

> Bereits beim Verfassen Deines Business-Planes wirst Du wahrscheinlich
> bisher unterschätzte Schwierigkeiten selbst erkennen. Das kann dann
> bereits das "Aus" bedeuten oder Du schaffst es diese unter
> realistischen Annahmen zu überwinden.

Wenn der Punkt 3 nicht einen so großen Dynamikbereich hätte, wär's ja
halbwegs einfach. Denke, dass dieser eigentlich nur in persönlichen
Gesprächen zu klären ist.

>>Die richtige Idee am richtigen Ort zur richtigen Zeit gepaart
>>mit der nötigen Portion Glück, genau dann die richtigen Leute
>>um sich zu haben. Gute Ideen haben Viele. Nur aus den
>>Wenigsten guten Ideen wird überhaupt was. 97% aller Patente
>>werden nie genutzt.
>
> So ist es. Doch die Eigenitiative spiel eine überragende Rolle.

Sie darf sich für einen aber nicht zum Himmelfahrtskommando entwickeln!
Man macht es sich viel zu einfach, wenn man das von denen fordert, die
Ideen haben. Das ist sicher auch ein ganz entscheidender Grund dafür,
dass so viele Ideen ungenutzt bleiben.

> Man
> muss dem Glück möglichst gute Chancen verschaffen!

Ich versuche mein Glück halt hier. Wer weiß - vielleicht bringt der
Kontakt mit dir den lang erhofften Durchbruch.

>>Es gibt welche, die können aus einer Mücke einen Elefanten machen...
>
> Das bezieht sich auf das Marketing. Von Vorteil, oft von
> entscheidendem, wenn Du Deine Geschäftsidee selbst gut "verkaufen"
> kannst.

Offensichtlich nicht nur meine Erfahrung: Wer gute Ideen hat, hat
meistens Probleme mit der Vermarktung dieser Ideen. Erfolg hat nur, wer
BEIDES auf die Reihe kriegt. Mit mehreren Leuten hat man einfach mehr
Chancen, wenn die miteinander können und sich gegenseitig ergänzen statt
bekämpfen.

>>Was hat ASTROHS mit erneuerbaren Energien zu tun? Da geht es
>>um Angebots- und Nachfrageregelung in Echtzeit. Dass da dann
>>über irgendwelche Sekundäreffekte auch die regenerativen
>>Energien ins Spiel kommen, mag ja sein. Direkt aber jedenfalls
>>nicht.
>
> Aufgrund Deines früheren Kommentars hatte ich Dich so verstanden, dass
> kleine, flinke, dezentrale Blockheizkraftwerke durch ASTROHS
> begünstigt werden.

Genau so sehe ich das.

> Da die regenerativen Energien behördlich
> unterstützt werden und aus verschiedenen Gründen gerade bei kleinen
> Blockheizkraftwerke Zukunft haben werden, ist möglicherweise die Zeit
> günstig für ein automatisches Stromhandelssystem.

Das ist genau die Basis, auf die eine gute Zusammenarbeit aufgebaut
werden sollte.

Mit freundlichen Grüßen
Christoph Müller
http://www.astrail.de

P.S.: Besten Dank für die Ausführliche Struktur eines Business-Plans,
der ich mich demnächst näher widmen werde.

Christoph Müller

unread,
Jan 27, 2006, 3:20:02 AM1/27/06
to
Peter Mueller schrieb:

> Allerdings meine ich mich zu erinnern, dass vereinzelt Stirlings in
> Holzfeuerungsanlagen eingebaut wurden, mit denen dann die hohe
> Einspeisevergütung von über 50 ct/KWh möglich sein sollte.

Da gibt es z.B. den Viebach-Gussteilesatz und eine interessierte
Stirlinggemeinde, die diesen nach ihrem Gusto zu richtigen Stirlings
macht. Auf dieser Basis gibt es die unterschiedlichsten Konstruktionen.
Mindestens eine davon läuft in Ingolstadt-Mühlhausen mit Hackschnitzeln.
So ähnlich würde wohl auch ein richtig dezentralisierter Strommarkt
funktionieren. Da wird es dann langfristig jemanden geben, der den
"Gussteilesatz" (sprich ein komplettes Stirling-Mini-BHKW) sehr
preiswert in großen Stückzahlen für den Brenngasbetrieb produziert.
Spezialisten werden sich "anhängen" und diese Maschine OHNE Erhitzerkopf
bestellen und stattdessen ihre eigene Konstruktion für die
unterschiedlichsten Brennstoffe drauf setzen.

>>... erhältst Du plötzlich aus 100 Einheiten
>>Brennstoff 130 Einheiten Wärme (praktisch sogar etwas mehr,
>>weil die Wärmepumpe den Wirkungsgrad des Motors durch
>>Absenkung der Kalt-Seiten-Temperatur erhöhen kann).
>
> Die Installation von Wärmepumpen dürfte i.d.R. nur beim Neubau eines
> Hauses sinnvoll sein und die Sache mit der Verbesserung des
> Wirkungsgrad des Motors nur ein Nebeneffekt.

Für Wirkungsgradfetischisten: Man vergleiche mal viel Nutzwärme man mit
GuD+Wärmepumpe und mit gutem Stationärmotor+Wärmepumpe bekommt. Zu
bedenken ist dabei, dass man in den beiden Vergleichen keinen (!)
Nutzstrom hat.

>>... warum schließen sich Betreiber ... nicht bundesweit zu
>>einem EVU zusammen?
>
> Hier sind Bestrebungen im Gange.

Das ist technisch ziemlich aufwändig, weil die vielen kleinen Anlagen
dann einen nahezu permanenten Datenrückkanal zur Leitstelle benötigen,
um jeweils aktuell die reale Leistung der beteiligten Anlagen zu haben.
Mit vielen Kleinstkraftwerken kann man selbst große und leistungsfähige
Computer schnell überfordern. Daran scheiterte scheiterte auch schon
Gottfried Rößle aus Ludwigsburg mit seinem MAREN-System. Auch wenn die
Datenübertragungstechnik und die Leistungsfähigkeit der Computer
mittlerweile erheblich an Kapazität gewonnen hat, halte ich diesen
Aufwand, der nur aus abrechnungstechnischen Gründen betrieben wird, für
überflüssig. Im Endeffekt muss nicht die Leistung des virtuellen
Kraftwerks geregelt werden, sondern nur das Verhältnis zwischen Angebot
und Nachfrage. Das geht auch ohne permanent geöffneten Rückkanal und
somit per simpler Einweg-Kommunikation. Der Rückkanal für einen
ordentlichen Reglerbetrieb wären dann die pauschalen Messdaten an
repräsentativen Stellen aus dem Stromnetz und nicht die vielen
Einzeldaten der vielen kleinen Anlagen.

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Franz Glaser

unread,
Jan 27, 2006, 5:56:17 PM1/27/06
to
Ralf Kusmierz wrote:

>> Mir ist noch nicht klar, wie das mit dem EVU abgerechnet wird.
>> Angenommen, ich produziere mit einer erdgasbetriebenen 3 KW-Anlage im
>> Jahr 12 MWh und speise die ins Netz ein, benötige aber 20 MWh:
>> Berechnet mit das EVU nur die Differenz von 8 MWh, oder muss ich durch
>> Installation einer geeigneten technische Einrichtung dafür sorgen,
>> dass ich meine 12 MWh so produziere, dass ich sie direkt selbst
>> verbrauche, da ich das Netz nicht als Pufferspeicher benutzen kann?
>

> Unter den Bedingungen des Einspeisungssgesetzes verkaufen natürlich
> alle Ökostromerzeuger ihre gesamte Erzeugung an das arme EVU und
> natürlich ihren eigenen Bedarf ggf. auch in größerem Umfang von diesem
> wieder zurück - wären sie ja schön blöd, wenn sie das anders machen
> würden, wenn die Einspeisungsvergütung höher als der Strompreis ist.
> Der Einspeisezähler ist komplett vom Verbrauchszähler getrennt, am
> besten werden Betreiber und Tarifkunde rechtlich auch getrennt. (Die
> naheliegende Betrugsmöglichkeit wollen wir gar nicht mal erwähnen.)

Das System (zentrales EVU mit dranhängenden Ökostrom-Erzeugerschma-
rotzern auf Einspeisungsvergütungsbasis) ist ziemlich genau die
Pestbeule dessen, was die heutige Ökopolitik hervorbringt. Die
Nutznießer sind wieder die Kapitalanleger mit eingeimpftem gutem
Gewissen.

Die Öko-Erzeuger liefern dann den Strom, wenn er überflüssig ist
und das zu überhöhtem Preis. Die EVUs, die besser wegrationalisiert
werden sollten statt die Lufthoheit in der Disposition zu behalten,
übernehmen die Disposition mit Handkuß aber den Preis zahlen die
Verbraucher.

Übrig bleibt weder mehr Versorgungssicherheit noch eine Einsparung
an Netzen und schon gar nicht eine Unabhängigkeit von ausländi-
schen Energieträgern. Die Kleingeräte werden spätenstens in 5
Jahren nach dem Preis-/Ramschprinzip wie Autos verkauft und haben
dann eine Lebensdauer von höchstens 10 Jahren, durchschnittlich
eher 5.

Eine gute Versorgung muß aus Inseln bestehen die für Notfälle ver-
netzt sind aber ohne große Wasserköpfe, ähnlich dem Internet.

Bei Spitzenbedarf fliegen weniger wichtige Verbraucher raus, nicht
dämliche Gasturbinen dazu.

MfG

Ralf Muschall

unread,
Jan 26, 2006, 4:05:22 PM1/26/06
to
Christoph Müller <x...@x.invalid> writes:

> Von der Insulinproduktion haben die gentechnisch veränderten Viecherl
> ja auch nichts und sie produzieren's trotzdem. Die neu geschaffenen

Und die müssen ständig aus frischen Keimen ersetzt werden, weil sie
bei kontinuierlicher Betriebweise das Gen verlören. Und zwischendurch
muss man den Reaktor perfekt sterilisieren, sonst werden sie von
Fremdkeimen überwachsen.

Peter Mueller

unread,
Jan 27, 2006, 8:23:03 PM1/27/06
to
> Da gibt es z.B. den Viebach-Gussteilesatz...

Der Viebach Gussteilesatz wäre wohl im Moment die einfachste
Möglichkeit einen Stirling mit Holzbefeuerung zu realisieren. Er wurde
bisher nur in relativ geringer Stückzahl verkauft. Da stellt sich die
Frage nach der Ausgereiftheit, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit.
Liegt eine Wirtschaftlichkeitsrechnung für diesen Motor vor? Gibt es
ihn auch für grössere Leistungen als gemessene 350 W?


>>>... warum schließen sich Betreiber ... nicht bundesweit zu
>>> einem EVU zusammen?

Falls sich die vielen Kleinanlagen zu einem EVU zusammenschliessen
sollten und so auch eine Marktmacht erlangten, so würde sich das für
die grossen EVUs als Wettbewerbsverzerrung darstellen. Das Ende der
Subventionen wäre nahe.
Gibt es für grössere Anlagen, die regenerative Energie verstromen
derzeit ein Limit für die Subventionen?

Peter Mueller

unread,
Jan 27, 2006, 8:26:15 PM1/27/06
to
> ... verkaufen natürlich *alle* Ökostromerzeuger ihre *gesamte*
> Erzeugung an das arme EVU ...

Ich sprach von erdgasbetriebenen Anlagen, also von "nicht-regenerativer
Energie". Vorteil: Hier gibt es bereits drei serienreife
Stirling-Motoren, die wirtschaftlich arbeiten, allerdings nur, wenn der
Strom nicht eingespeist wird, sondern selbst verbracht wird.

Die Installation eines geeigneten Reglers würde dann die Mikro-KWK
wirtschaftlicher machen, wenn keine Subventionen existierten.
Denn man könnte den selbst erzeugten Strom für ca. 17 ct/KWh
(Marktpreis) an die Hausbewohner verkaufen, ohne Subventionen in das
Netz eingespeist würde man vielleicht 8 ct/KWh bekommen
(Durchschnittswert, Schneider 2004). Herstellen liesse sich der Strom
vielleicht für 13 ct/KWh (angelehnt an Schneider 2004).

Der Regler würde dafür sorgen, dass zunächst der selbsterzeugte
Strom verwendet wird. Bei überschreiten der Leistung der Mikro-KWK
würde die fehlende Strommenge aus dem Netz entnommen.
Keine Ahnung, ob solche Regler im Einsatz sind und wie die technische
Realisierung im Einzelnen ausssieht.

> In der langfristigen Betrachtung sind nur Neubauten relevant.

In der SEHR langfristigen Betrachtung... Doch schon langfristig sind
wir bereits tot. Sprich, es handelt sich um einen so riesigen Markt,
dass mam mit der Nachrüstung/Ersatzbeschaffung von ein paar tausend
Häuser bereits einige Millionen Umsatz hätte. Es werden in
Deutschland pro Jahr ca. 2 Mio. Heizkessel erneuert.


> Dieser "Vorteil" ist und bleibt aber nur wegen des schlechten
Wirkungsgrads ein Vorteil - vergiß das bitte nicht.

Der Wirkungsgrad von allen Wärmekraftmaschinen ist schon aus
theoretischen Gründen begrenzt, also bedeutende Verbesserungen nicht
sehr wahrscheinlich.

> Praktisch spielt er nur dann eine Rolle, wenn minderwertige
> Brennstoffe, deren Transport zu zentralen Nutzungsstellen sich > nicht lohnt, verwendet werden können, und da wird es sehr eng.

Bereits heute werden minderwertige Brennstoffe, wie Laub und
Strauchschnitt mehrere 100 km transportiert, weil keine Kapazitäten
zur Beseitigung vorhanden sind. Das Holz der Baumkronen bleibt vielfach
im Wald liegen. Gartenbesitzer "entsorgen" ihren Holzschnitt oft im
Wald.
Für Grossanlagen spricht ihr besserer Wirkungsgrad. Die Nachteile
sind: hohe Transportkosten (der Brennstoffe, des Stroms, der Wärme)
Kleinanlagen können ihren schlechteren Wirkungsgrad durch die
niedrigen Transportkosten und Vermeidung der dadurch bedingten Verluste
(Strom, Wärme) möglicherweise überkompensieren.

> Aber gut, Nischenmärkte mit Ablaufdatum sind auch Märkte ...

Es sind Nischenmärkte, doch wodurch soll ihr Leben so schnell beendet
werden?

Message has been deleted
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Christoph Müller

unread,
Jan 28, 2006, 5:50:55 AM1/28/06
to
Ralf Kusmierz schrieb:

> Falsch: weder ist es zu aufwendig, noch ist der permanente Rückkanal
> überhaupt erforderlich.

Ohne Rückkanal kriegt man definitionsgemäß nichts geregelt. Bestenfalls
blind gesteuert. Damit kann man ganz schön auf den Bauch fallen.

> Allein die statistische Durchmischung der
> vielen Kleinanlagen sorgt dafür, daß gut prognostizierbare Leistung
> mit hoher Zuverlässigkeit zur Verfügung steht.

Schon. Ein GEREGELTER Betrieb wäre dennoch zu bevorzugen.

> Da reichen Stichproben
> und allgemeine Wetterdaten völlig, und die Feinabrechung kann
> problemlos am Jahresende erfolgen.

Das mag mit dem JETZIGEN Umfeld so sein. Sobald sich die Strompreise auf
breiter Front binnen kürzester Zeit quasi beliebig weit nach oben oder
unter bewegen können, sieht die Sache anders aus. Ein Gewitter und die
vorhergesagte Solarenergie fällt "urplötzlich" und "unvorhersehbar" aus.
Stattdessen laufen dann die Windgeneratoren schneller. Dann kommt es
drauf an, wie der lokale Mix ausschaut, weil man sich ja überwiegend auf
den niedrigen Spannungsebenen bewegen wird und jede Umsetzung kosten wird.

Christoph Müller

unread,
Jan 28, 2006, 6:01:52 AM1/28/06
to
Peter Mueller schrieb:

>>Da gibt es z.B. den Viebach-Gussteilesatz...
>
> Der Viebach Gussteilesatz wäre wohl im Moment die einfachste
> Möglichkeit einen Stirling mit Holzbefeuerung zu realisieren.

Gut möglich. Hr. Viebach ist ein sehr hilfsbereiter Mensch.

> Er wurde
> bisher nur in relativ geringer Stückzahl verkauft. Da stellt sich die
> Frage nach der Ausgereiftheit, Langlebigkeit und Zuverlässigkeit.

Klar. Der Gussteilesatz stellt ja nur die Basis der Maschine dar. Damit
alleine läuft das Ding ja noch lange nicht. Wer schnell einen Motor auf
dieser Basis haben will und selbst kein gewiefter Handwerker ist, der
sollte mal bei Viebach nachfragen, wer denn aktuell die beste Lösung für
das anstehende Problem zu bieten hat. Er und sein Sohn kennt sozusagen
jeden Hinz und Kunz in der Szene.

> Liegt eine Wirtschaftlichkeitsrechnung für diesen Motor vor?

Es ist nicht "dieser" Motor. Jeder baut was Anderes draus. Man befindet
sich hier eher auf Edel-Handwerker-Hobby-Ebene. Die Leute haben einfach
Spaß mit dem Ding und meistens auch noch die Hoffnung, dass sie die
richtige Mischung finden, dass das Ding auch richtig gut läuft.

> Gibt es
> ihn auch für grössere Leistungen als gemessene 350 W?

Ich hatte schon längere Zeit keinen Kontakt mehr mit Viebach. Einfach
mal anrufen.

> Falls sich die vielen Kleinanlagen zu einem EVU zusammenschliessen
> sollten und so auch eine Marktmacht erlangten, so würde sich das für
> die grossen EVUs als Wettbewerbsverzerrung darstellen.

Alleine die privaten Haushalte könnten dann so viel installierte
elektrische Leistung bieten wie sämtliche hierzulande installierten
Kraftwerke zusammen. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Etablierten
gegen ein solches Ansinnen Sturm laufen werden.

> Das Ende der
> Subventionen wäre nahe.

Sehe ich auch so.

> Gibt es für grössere Anlagen, die regenerative Energie verstromen
> derzeit ein Limit für die Subventionen?

Davon ist mir nichts bekannt. Demenstsprechend werden jetzt auch GROSSE
Anlagen errichtet, die mit regenerativen Energien arbeiten.

Christoph Müller

unread,
Jan 28, 2006, 8:35:04 AM1/28/06
to
Ralf Kusmierz schrieb:
> begin quoting, Peter Mueller schrieb:

> Moment! Hier liegt ein Mißverständnis vor: Die "Subvention" kommt
> nicht aus dem Staatssäckel, sondern wird von den Stromkunden bezahlt.

Ist das etwa keine Subvention?

> Folglich wäre ein "bundesweites Öko-EVU" schön blöd,

genauso blöd, wie ein Auto, das mehr kann, als einen grade mal trockenen
Fußes von A nach B zu bewegen.

> möglichst viel
> regenerative Erzeuger aquirieren zu wollen:

auch, wenn sie einen nichts kosten?

> es würde arm dabei, wenn
> es die "Einspeisungsvergütung" zahlen müßte,

wenn es diese an sich selbst zahlen würde, auch noch?

> den Strom aber nur zu
> Marktpreisen absetzen kann.

Die sollen sich ja nach Angebot und Nachfrage bilden. Wenn sich die
Teilnehmer auf beiden Seiten - also auf der der Anbieter wie Nachfrager
- gleichzeitig befinden, dürfte das Preisniveau ziemlich egal sein.

> Und die Wettbewerbsverzerung sehe ich
> jetzt irgendwie nicht ...

Die liegt im Marktzugang, den sich im wesentlichen 4 Unternehmen selbst
zurechtbasteln -> Quasimonopol.

> Und dafür
> braucht der "Bundes-Laden" dann eben drei Standbeine: gesicherte
> Erzeugung, Absatz und akzeptable Durchleitungspreise - letztere sind
> die Krux, weil sich die Netzbetreiber natürlich auf den Standpunkt
> stellen werden, daß sie Durchschnittspreise, in denen der Betrieb des
> Hochspannungsnetzes enthalten ist, ansetzen können, während die
> "Kleinen" argumentieren werden, daß sie das gar nicht (oder zumindest
> in viel geringerem Umfang) benutzen, weil sie einen großen Teil der
> Erzeugung, die ja im Niederspannungsnetz eingespeist wird, auch im
> gleichen Ortsnetz wieder absetzen.

Eben deshalb wären ja Stadtwerke ein prima Ausgangspunkt für
automatischen Stromhandel.

> Und bei letzterem Punkt kann ich nur raten, sich schon einmal
> Maßanzüge aus solidem Stahlblech schneidern zu lassen und der
> Bundesnetzagentur damit die Bude einzurennen, sprich: solide
> Lobbyarbeit zu machen. (Ich befürchte nämlich, daß die breite
> Öffentlichkeit diesen Punkt noch gar nicht begriffen hat.)

Da hast du sicher Recht. Solide Lobbyarbeit braucht entweder verdammt
viel Geld und/oder entsprechend viele engagierte Leute im Rücken.

Christoph Müller

unread,
Jan 28, 2006, 11:04:42 AM1/28/06
to
Ralf Kusmierz schrieb:

> 2. "Verkauf" an die Hausbewohner funktioniert nicht: die können nicht
> wahlweise von Dir oder vom Regionalversorger Strom beziehen, die
> müssen sich entscheiden.

Wieso eigentlich? Läuft intern ein Stromerzeuger, so wird kein Strom von
außen gesaugt (Zähler steht), sondern der interne wird verwertet (Zähler
am Generator läuft). Man hat dann sozusagen zwei Verträge. Einen mit dem
lokalen Stromerzeuger im Haus und einen mit dem Lieferanten draußen, der
den Zähler nur dann in Bewegung setzen kann, wenn intern nicht genug
Strom produziert wird.

> Und wenn Du sie (voll)versorgen willst, dann
> bist Du EVU, hast die ganze Buchführung, Steuer- und Finanzverwaltung
> am Bein und mußt vor allem die Versorgungssicherheit gewährleisten
> können,

sowas hat man z.B. mit dem Schneeräumdienst auch, wenn man einen
Hausmeister beauftragt.

> sprich: einen Ersatzstromliefervertrag mit dem
> Regionalversorger (oder einem anderen Lieferanten) abschließen, und
> den gibt's natürlich nicht zu Tarifpreisen, sondern zu
> Leistungspreisen - das wird nicht billig!

Je mehr das machen, desto eher kommen die EVUs dann aber ins Straucheln.
Dann müssen die sich was neues einfallen lassen. Das angedachte ASTROHS
wird deshalb in zwei Modi betrieben werden können: Normal und als
Energiemanagementsystem für lokalen Betrieb. Dann werden im
Internverhältnis die Preise enorm steigen, wenn man an die vereinbarte
Leistungsgrenze mit dem Außenbezug kommt. Effekt: Die einzelnen
Abteilungen werden sich was einfallen lassen, um davon wegzukommen oder
um eben dann selbst Strom produzieren zu können. Steht dann mal so ein
Stromerzeuger, dann wird man ihn sicher nicht nur bei Extremlast laufen
lassen, sondern viel öfters, so dass der Strombezug insgesamt nach außen
immer weniger wird. Je mehr das so machen werden, desto größer werden
die Probleme der EVUs.

>>ohne Subventionen in das
>>Netz eingespeist würde man vielleicht 8 ct/KWh bekommen
>>(Durchschnittswert, Schneider 2004). Herstellen liesse sich der Strom
>>vielleicht für 13 ct/KWh (angelehnt an Schneider 2004).
>

> Und damit ist die Rentabilität im Eimer bzw. sind Deckungsbeiträge aus
> der Wärmeerzeugung unumgänglich erforderlich.

Allerdings speisen Kleinerzeuger selten in das Hochspannungsnetz ein,
sondern eher in das teure Niederspannungsnetz. Dann kommt zum Tragen,
was du in einem anderen Posting schon bemerkt hast: Die Durchleitungskosten.

>>Der Wirkungsgrad von allen Wärmekraftmaschinen ist schon aus
>>theoretischen Gründen begrenzt, also bedeutende Verbesserungen nicht
>>sehr wahrscheinlich.
>

> Die Kleinanlagen sind meilenweit von den theoretischen Grenzen weg,
> und wenn sie diese theoretischen Grenzen erreichen, ist keine
> _nutzbare_ Abwärme mehr vorhanden. Einfach nachrechnen!

Brennstoffzelle mit 60% Wirkungsgrad - GuD mit 60% Wirkungsgrad. Wo ist
da der meilenweite Unterschied? Der liegt dann vielleicht darin, dass
die 40% Verlust beim GuD in die Landschaft gepustet werden, während sie
bei der Brennstoffzelle als Heizung verwendet wird.

>>Bereits heute werden minderwertige Brennstoffe, wie Laub und
>>Strauchschnitt mehrere 100 km transportiert, weil keine Kapazitäten
>>zur Beseitigung vorhanden sind.
>

> Wieviel denn? Wieviel km^2 Grünfläche brauchst Du pro tausend
> Einwohner? Wie groß müßte der "Einzugsbereich" allein einer Kleinstadt
> von 50.000 Einwohnern werden?

Was wäre, wenn ALLE ...

Was soll denn diese Frage? Es werden schlicht nicht alle das Gleiche
machen. So etwas setzt Monopole voraus. Weil eben Grünzeug nicht das
Zeug zur Monopolbildung hat (zumindest sieht es derzeit so aus), ist
diese Fragestellung von vornherein irrelevant. Ein ordentliches
Stromhandelssyste wird nie auf einen einzigen Energieträger setzen.
Wenn's richtig läuft, wird es nur noch sog. "Ergänzungsenergien" geben,
die in Summe dann allerdings die komplette Versorgung sicherstellen.

>>Für Grossanlagen spricht ihr besserer Wirkungsgrad.
>

> Und die besseren Emissionswerte.

Sofern man auf die gleichen Technologien setzt. Mit anderen Technologien
kann es leicht sein, dass man mit der Kleintechnik die besseren Karten
hat. Siehe Brennstoffzellen.
Außerdem: Die Großkraftwerke können gut sein wie sie wollen. Sie werden
nicht verhindern, dass die Häuser geheizt werden müssen. Dort entsteht
die Umweltbelastung dann unabhängig von der Stromgewinnung. Etwa 20%
unserer Primärenergie geht in die Stromproduktion. Über 30% in die
Gebäudeheizung. Bis wir alles auf Null-Energie-Häuser umgestellt haben,
wird noch einige Heizkesselgenerationen dauern. Die Abgase von
Stirlingmotoren sind aufgrund der nahezu gleichen Verbrennungsmethode
auch nahezu identisch mit konventionellen Heizkesseln.

>>Kleinanlagen können ihren schlechteren Wirkungsgrad durch die
>>niedrigen Transportkosten und Vermeidung der dadurch bedingten Verluste
>>(Strom, Wärme) möglicherweise überkompensieren.
>

> "Möglicherweise" ist etwas dünn.

Mit halbwegs guten Anlagen kann man sich das "möglicherweise" sparen.
Solche Kleinanlagen sind in der Summe einfach besser. Nicht nur
technisch, sondern auch sozial gesehen. Denn mit Kleinanlagen entstehen
die Arbeitsplätze vor Ort. Mit Großtechnik irgendwo.

Christoph Müller

unread,
Jan 28, 2006, 11:10:17 AM1/28/06
to
Ralf Muschall schrieb:
> Christoph Müller <x...@x.invalid> writes:

>>Von der Insulinproduktion haben die gentechnisch veränderten Viecherl
>>ja auch nichts und sie produzieren's trotzdem. Die neu geschaffenen
>
> Und die müssen ständig aus frischen Keimen ersetzt werden, weil sie
> bei kontinuierlicher Betriebweise das Gen verlören. Und zwischendurch
> muss man den Reaktor perfekt sterilisieren, sonst werden sie von
> Fremdkeimen überwachsen.

Damit sind die nächsten Entwicklungsziele doch schon vorgegeben. Sie
müssen stabiler werden und sie dürfen nicht mehr so leicht von
Fremdkeimen überwuchert werden. Nun wird aber Insulin im Vergleich zum
beabsichtigten H2 nur in allerwinzigsten Mengen produziert werden. Für
die H2-Produktion im großen Stil werden also vergleichsweise gigantische
Summen zur Verfügung stehen, mit denen dann solche Optimierungen gemacht
werden können. Willst du jetzt deutlich machen, dass man diese
gewinnversprechenden Optimierungen NICHT machen wird? Das würde mich
sehr wundern.

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Franz Glaser

unread,
Jan 28, 2006, 6:25:31 PM1/28/06
to
Christoph Müller wrote:

>> Falls sich die vielen Kleinanlagen zu einem EVU zusammenschliessen
>> sollten und so auch eine Marktmacht erlangten, so würde sich das für
>> die grossen EVUs als Wettbewerbsverzerrung darstellen.
>
> Alleine die privaten Haushalte könnten dann so viel installierte
> elektrische Leistung bieten wie sämtliche hierzulande installierten
> Kraftwerke zusammen. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Etablierten
> gegen ein solches Ansinnen Sturm laufen werden.
>
>> Das Ende der
>> Subventionen wäre nahe.
>
> Sehe ich auch so.

Meinst du nicht, daß die Unabhängigkeit vom Tropf ein Segen wäre?

Die Subventionen sind ("IMHO") für große Installationen wesentlich
lukrativer als für kleinere. Damit würden die Großanlagen, die
deinem Inselkonzept eher hinderlich sind, endlich von der Bild-
fläche verschwinden und die Großmäuler, Abzocker und Finanzgenies
auch. Die Techniker könnten die Lufthoheit wieder zurück gewinnen.

Ich freu mich schon, wenn die Spargeln wieder aus der Landschaft
abgeholzt werden.

Btw.: Bitte wirf ein Auge auf die Dritte Welt :-)

Peter Mueller

unread,
Jan 28, 2006, 8:58:32 PM1/28/06
to
> ...sind Deckungsbeiträge aus der Wärmeerzeugung unumgänglich
> erforderlich.

Es geht ja gerade um den Vorteil der besseren Gesamtenergieausnutzung
der Mikro-KWK im jeweiligen Objekt (Summe aus nutzbarer elektrischer
Energie und Wärme).

> Wer Eigenerzeugungsanlagen betreibt, kriegt keinen
Tarif-Vertrag, der ist Sondervertragskunde.

Danke für diesen wichtigen Hinweis. Im Handelblatt-Artikel vor ca. 3
Monaten wurde über rechtliche Probleme bzw. Ausfallsicherheit nichts
berichtet. In dem Artikel berichtete ein Hotelier über den
erfolgreichen Einsatz des Solo Serien-Stirlings. Erwartet wird eine
Amortisation nach 8 Jahren.
Wäre natürlich interessant, zu erfahren, wie er das rechtliche
Problem und die Ausfallsicherheiot gelöst hat.

Wäre der Einsatz der Mikro-KWK volkswirtschaftlich sinnvoll, so wäre
die Politik aufgerufen, die rechtlichen Rahmenbedingungen so zu
ändern, dass dieser Vorteil zum Tragen käme. Für
Ersatzstromlieferverträge müssten faire Leistungspreise gelten. Im
Moment sollte man eher davon ausgehen, dass die Oligopole hohe
Eintrittsbarrieren für eine potentielle Konkurrenz für sinnvoll
halten.

Die höheren Ersatzstromkosten gegenüber dem Tarifstrom würden
derzeit die Vorteile der Mikro-KWK mindern bzw. aufheben.

Beim o.g. Hotelier wäre die Frage, ob er ein EVU darstellt, denn er
produziert zwar Strom, verkauft aber keinen. Ähnlich würde es sich
verhalten, wenn Wohneigentümergemeinschaften die entstanden
Stromerzeugungskosten lediglich nach einem Schlüssel verteilen, also
keinen Gewinn erwirtschaften.

Die "die ganze Buchführung, Steuer- und Finanzverwaltung" würde dann
entfallen. Es würden allerdings Kosten durch Installation und Ablesen
von Wohnungszählern und Erstellen der Abrechnungen anfallen. Das EVU
würde demgegenüber nur noch einen Hauszähler ablesen und abrechnen.

> Laß mal den Ölpreis bei 300 Dollar/barrel sein, dann kauft
> niemand mehr Heizkessel oder BHKW, sondern innerhalb von 10
> Jahren hast Du einen Bestand von 90 % Passivhäusern...

Auf die 300 Dollar würde ich in absehbarer Zeit nicht wetten. Dennoch:
Warum sollte dann nicht zunächst mehr Importkohle und heimisches Holz
verfeuert werden? Unwahrscheinlich, dass dann so schnell 90%
Passivhäuser entstehen sollen. Wenn man die verdichtete Bauweise in
unseren Städten anschaut, fragt man sich ausserdem, woher das ganze
Sonnenlicht für die Passivhäuser herkommen soll. Sie werfen sich
gegenseitig Schatten und können natürlich nicht bevorzugt nach Süden
ausgerichtet sein.

>> Die Nachteile sind: hohe Transportkosten (der Brennstoffe,
>> des Stroms, der Wärme)

> Brennstoffe: sie werden in aller Regel fundstättennah
> errichtet.

Bei arabischem Öl? Bei russischem Gas? Bei australischer Importkohle?

> Strom: vernachlässigbar.

Nach meiner Erinnerung bewegen sich die Verluste im -zig
Prozentbereich.

> Wärme: entfällt.

Warum? Bei Hochtemperaturwärem hat man Transportverluste. Die
Niedertemperaturwärme zu transportieren lohnt i.d.R. nicht.

> Wenn Öl unerschwinglich wird, werden auch minderwertige
> Brennstoffe nicht mehr thermisch, sondern stofflich verwertet
> (Chemieindustrie), Kohle und Gas sowieso,

Die Kohlevorräte reichen noch ein paar hundert Jahre. Kohle könnte
also Öl als Energieträger ersetzen. Synthese-Benzin (z.B. Fischer
Tropsch-Verfahren, Bergius-Verfahren) könnte das Benzin aus der
Petrochemie ersetzen.
Aus Klimaschutzgründen werden wir allerdings nicht alle Kohlevorräte
in die Luft blasen können. Den stofflichen Bedarf der Chemieindustrie
könnte man damit ohne weiters decken.

> ... der Strompreis ist dadurch gedeckelt (Sonnenlicht kann
> nicht knapp oder teuer werden), die Betriebskosten thermischer
> Verbrennungskraftwerke laufen dann aber in die Roten Zahlen.

Der Strom aus Photovoltaik ist m.W. (ohne Subventionen) nicht
wirtschaftlich. Sonnenlicht ist knapp in unseren Städten. Warum
sollten thermische Verbrennungskraftwerke in die roten Zahlen laufen,
wenn sie Biomasse (gespeicherte Sonnenenergie) oder Kohle verbrennen?

> Wieviel km^2 Grünfläche brauchst Du pro tausend Einwohner?
> Wie groß müßte der "Einzugsbereich" allein einer Kleinstadt
> von 50.000 Einwohnern werden?

Es ging nicht darum, dass niedrige Energiearten der hauptsächliche
Energieträger werden sollen, sondern darum, dass anstatt sie hunderte
von Kilometern unter Energieverbrauch durch Deutschland zu karren, sie
auch thermisch in der Region in BHKW zu verwerten, im Falle von Holz
auch in der Mikro-KWK (Stirling).

>> Die Abgase von Stirlingmotoren sind aufgrund der nahezu
>> gleichen Verbrennungsmethode auch nahezu identisch mit
>> konventionellen Heizkesseln.

> Beides wird nicht gebraucht.

Bevor wir an übermorgen denken, sollten wir an morgen denken.

Freundliche Grüsse

Peter Müller

Peter Mueller

unread,
Jan 28, 2006, 9:00:05 PM1/28/06
to
> Die EVUs, die besser wegrationalisiert werden sollten...

Du meinst sicher das derzeitige Oligopol. EVUs wird es natürlich
solange geben, solange nicht jeder seinen Strom selbst erzeugen
kann/möchte, also wohl immer.
Die Entstehung der Oligopole wird dadurch begünstigt, dass Strom im
Prinzip billiger hergestellt werden kann, je grösser die Anlage ist
(besserer Wirkungsgrad).
Eine Änderung könnte durch neue technische Entwicklungen eintreten,
vielleich stellt eine effektivere KWK mit Kleingeräten eine solche
dar, allerdings in gewissen Grenzen.
Der Trend zu immer grösseren Anlagen wurde in der Geschichte schon
einmal gestoppt: Immer grössere Dampfmaschinen trieben in Fabriken
über Transmissionsriemen alle möglichen Geräte an.
Der Elektromotor und der Verbrennungsmotor stoppte diesen Trend und
dezentralisierte die Kraftversorgung.

> Die Kleingeräte werden spätenstens in 5 Jahren nach dem
> Preis-/Ramschprinzip wie Autos verkauft und haben
> dann eine Lebensdauer von höchstens 10 Jahren,
> durchschnittlich eher 5.

Mit 5 Jahren wären sie unwirtschaftlich. Da Mirko-KWK kaum zum
Statussymbol taugt, dürfte sich die Zahl der Liebhaber in Grenzen
halten.

> Eine gute Versorgung muß aus Inseln bestehen die für Notfälle

> vernetzt sind...

Wenn die Stromproduktion der Inseln gut regelbar ist, damit sie an den
Bedarf angepasst werden kann wäre das denkbar. Falls, durch Grenzen
der Regelung, lokal Überschüsse (Defizite) entstehen, wäre eine
Einspeisung (Entnahme) ins (aus dem) Netz wirtschaftlicher.

> ... aber ohne große Wasserköpfe, ähnlich dem Internet.

Richtig. Im Prinzip müsste das weitgehend automatisierbar sein.

Freundliche Grüsse

Peter Müller

Realname

unread,
Jan 28, 2006, 9:55:54 PM1/28/06
to
"Peter Mueller" <pmue...@aberja.com> schrieb:

>Es ging nicht darum, dass niedrige Energiearten der hauptsächliche
>Energieträger werden sollen, sondern darum, dass anstatt sie hunderte
>von Kilometern unter Energieverbrauch durch Deutschland zu karren, sie
>auch thermisch in der Region in BHKW zu verwerten, im Falle von Holz
>auch in der Mikro-KWK (Stirling).

Wo bekommt man eigentlich Bauanleitungen für einen Stirlingmotor her?
So ca. 10kW Wärmeleistung. Eigentlich wollte ich einen Dieselmotor
verwenden, der Stirling ist natürlich auf keinen speziellen Brennstoff
angewiesen. Bei der Suche im Internet habe ich nur tausende von
Bastelanleitungen für Modellmotoren gefunden.

Realname

Franz Glaser

unread,
Jan 29, 2006, 5:09:15 AM1/29/06
to
Peter Mueller wrote:

> Die Entstehung der Oligopole wird dadurch begünstigt, dass Strom im
> Prinzip billiger hergestellt werden kann, je grösser die Anlage ist
> (besserer Wirkungsgrad).

Oha -! Besserer Wirkungsgrad bedeutet bloß weniger Wärme.

Eine Glühbirne hat einen phantastischen Wirkungsgrad: sie
erzeugt 96% Wärme und nur 4% Abfall-Licht.

Message has been deleted

Peter Mueller

unread,
Jan 29, 2006, 5:07:26 PM1/29/06
to
> Wo bekommt man eigentlich Bauanleitungen für einen
> Stirlingmotor her? So ca. 10kW Wärmeleistung.

Wir sprechen hier über Zukunftsaspekte. Vielleicht gibt es in der
Zukunft solch eine Bauanleitung. Es gibt aber heute drei serienreife
ergasbetriebene Stirlings (Solo, Whispertech, Powergen). Ausserdem
bietet Viebach einen Gussteilesatz mit dem man einen Stirling selber
bauen kann, auch für Holzfeuerung. Doch die Leistung ist offenbar
relativ gering (elektrisch ca. 350-500 W).

Peter Mueller

unread,
Jan 29, 2006, 5:08:31 PM1/29/06
to
> Oha -! Besserer Wirkungsgrad bedeutet bloß weniger Wärme.

Besserer Wirkungsgrad bedeutet das maus einer Energieeinheit mehr Strom
gewonnen werden kann.

> Eine Glühbirne hat einen phantastischen Wirkungsgrad: sie
> erzeugt 96% Wärme und nur 4% Abfall-Licht.

Deshalb verbreiten sich die Energiesparlampen und LEDs immer mehr.

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