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Wir trauern um Erst Klee - Nachrichten vom WFZ

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Werner-Fuss-Zentrum

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May 23, 2013, 12:12:19 PM5/23/13
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Wir trauern um Erst Klee. Er ist letzte Woche verstorben.

Psychiatriepatienten und Behinderte, Obdachlose und Ausländer
- es waren die Menschen am Rand der Gesellschaft, für die sich Ernst
Klee einsetzte. Der Mann, der in Frankfurt zur Welt kam und vor dem
Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn als Historiker,
Sozialpädagoge und Theologe eine Lehre zum Heizungsbauer absolviert
hatte, erzielte vor allem mit der Aufarbeitung der NS-Zeit eine
breite, internationale Wirkung. Im Alter von 71 Jahren ist Ernst Klee
nun gestorben. Er erlag in seiner Frankfurter Wohnung einer langen
schweren Krankheit, wie der S. Fischer Verlag am Samstag mitteilte.
(Zitiert aus einer Meldung des Hessischen Rundfunks:
http://www.hr-online.de/website/rubriken/kultur/index.jsp?rubrik=5676&key=standard_document_48497355
)

Ernst Klee hat uns 1999 bei dem Kongress gegen den Weltkongress der
Psychiatrie geholfen und einen bemerkenswerten Vortrag gehalten, der
hier im Programm des Gegenkongressen dokumentiert ist:
http://www.irren-offensive.de/hamburg.htm

Wer Täter ehrt, mordet ihre Opfer noch einmal
1940/41 werden in insgesamt sechs Vergasungsanstalten 70 273
Menschen ermordet. Das Gas liefern die IG Farben Ludwigshafen. Das
Zahngold der Ermordeten bekommt die Degussa. Die Gehirne verarbeiten
das Kaiser-Wilhelm-Institut für Gehirnforschung in Berlin und das
Kaiser-Wilhelm-Institut für Psychiatrie in München (beide heute Max-
Planck-Institute).
Den Gasmord organisiert eine Zentralstelle in der Berliner
Tiergartenstr. 4 (T4). Im August 1941 verordnet Hitler einen
Vergasungsstopp. Dennoch wird weiter gemordet: mit Medikamenten,
mittels Hunger, im Einzelfall per Elektroschock. Ein weltweit
einmaliges Verbrechen: Psychiater versuchen, ihre Kranken auszurotten.

Die deutsche Psychiatrie brauchte die Nazis
Zwischen 1933 und 1945 geschieht nichts, was nicht Psychiater
lange vor den Nazis gefordert hatten. Emil Kraepelin 1918: „Ein
unumschränkter Herrscher, der ... rücksichtslos in die
Lebensgewohnheiten der Menschen einzugreifen vermöchte, würde im Laufe
weniger Jahrzehnte bestimmt eine Abnahme des Irreseins erreichen
können."
Hermann Simon, Anstaltsleiter in Gütersloh, definiert 1931 den
Personenkreis angeblich Minderwertiger: Körperschwache, Kränkliche,
Schwächlinge, Schwachsinnige, Krüppel, Geisteskranke. Er kommt zu dem
Schluß: „Es wird wieder gestorben werden müssen."

Ernst Rüdin 1934: „Der Psychiater muß sich mit den Gesunden
gegen Erbkranke verbünden ... Dem hohen Zuchtziel einer erbgesunden,
begabten, hochwertigen Rasse muß der Psychiater dienstbar sein."
Rüdin, der die Zwangssterilisierung als „die humanste Tat der
Menschheit" bezeichnete, 1934 über Hitler: „Die Bedeutung der
Rassenhygiene ist in Deutschland erst durch das politische Werk Adolf
Hitlers allen aufgeweckten Deutschen offenbar geworden, und erst durch
ihn wurde endlich unser mehr als dreißigjähriger Traum zur
Wirklichkeit, Rassenhygiene in die Tat umsetzen zu können."
Die deutsche Psychiatrie wurde von den Nazis nicht mißbraucht,
sie brauchte die Nazis....

....Einer der meistgeehrten Psychiater der Nachkriegszeit war
Prof. Helmut E. Ehrhardt, Mitglied der NSDAP ab 1937, Ordinarius für
Gerichtliche und Soziale Medizin in Marburg. Ehrhardt tat sich
vielfach als Weißwäscher der Nazi-Psychiatrie hervor. 1963 meinte er
in einem Gutachten für das Bundesfinanzministerium: „Eine
Entschädigungsregelung für die Sterilisierten würde in vielen Fällen
zu einer ... Verhöhnung des echten Gedankes der Wiedergutmachung."
Ehrhardt wurde mit der Paracelsus-Medaille, der höchsten Auszeichnung
der deutschen Ärzteschaft, geehrt. Er war u.a. Mitglied des Beirats
für Seelische Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation, des
ethischen Komitees und der forensischen Sektion des Weltverbandes für
Psychiatrie, zuletzt auch Ehrenmitglied.
Die Verhöhnung der Opfer hat Tradition: bereits 1946 .......... alles
hier lesen : http://www.irren-offensive.de/rede_ernstklee.htm

Auch 2001 bei der Veranstaltung "Geist gegen Gene" hat Ernst Klee
einen Vortrag gehalten: "Verständnis für Täter, Verhöhnung der Opfer".
Er ist mangels finanzieller Mittel für die Transkription leider nur
anzuhören: http://www.freedom-of-thought.de/audio_files/e_ggg_dt_sa.mp3

Drei seiner Filme sind hier bei Youtube zu sehen:
Die Hölle von Ükermünde: http://www.youtube.com/watch?v=k0VLlaCjFVU
Sichten und Vernichten: http://www.youtube.com/watch?v=ySzibd9U5Rg
Alles Kranke ist Last: http://www.youtube.com/watch?v=qXJN82Ra1ms

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"Koo Koo - Sendung gegen Folter in der Psychiatrie vom 21. Mai 2013
hier zum Anhören:
http://www.rdl.de/index.php?option=com_content&view=article&id=20422%3Akookoosendunggegenfolterinderpsychiatrie21mai2013&catid=490%3Akoo-koo-sendung-gegen-zwangspsychiatrie&Itemid=547
Ein ausführliches udn interessantes Interview mit Prof. Wolf-Dieter
Narr, dem Mitinitiator des "Bündnisses gegen Folter in der Psychiatie"
http://www.folter-abschaffen.de

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Gert Postel – Lesung in Nürnberg
am 21. Juni 2013 um 19.00 Uhr in der Villa Leon, Philipp-Koerber-Weg 1
in 90439 Nürnberg (Nähe U-Bahnhof Rothenburger Straße).

Pressemitteilung von: Ursula Prem
(openPR) - Deutschlands wohl bekanntester Hochstapler Gert Postel, der
nicht nur seine Erfahrungen als Leitender Oberarzt der Psychiatrie in
seinem Buch »Doktorspiele« literarisch verarbeitete, ist bis heute
Gegenstand lebhafter Diskussionen. Im Juni wird der Mann, der laut
Volker Zastrow (FAZ) »in vielerlei Hinsicht durch Wände zu gehen
vermag«, in Nürnberg aus seinem Werk vorlesen.

Eulenspiegel oder Hochstapler, Psychiatriekritiker oder Betrüger: Die
Etiketten, die man Gert Postel umhängt, sind zahlreich. 1999
verurteilte das Landgericht Leipzig den in Bremen geborenen gelernten
Postboten wegen mehrfachen Betrugs und Urkundenfälschung zu einer
Haftstrafe von vier Jahren. Grund: Postels Geschick für zielführende
soziale Interaktion hatte dem Hauptschüler eine Stelle als Leitender
Oberarzt für Klinische Psychiatrie in Zschadraß bei Leipzig
eingebracht, die er zwischen 1995 und 1997 mit großem Erfolg ausübte,
ehe er durch einen Zufall enttarnt wurde.

Hochstapler unter Hochstaplern
Nach seiner vorzeitigen Entlassung aus der Haft veröffentlichte Gert
Postel ein Buch über seine Erfahrungen, das unter dem Titel
»Doktorspiele – Geständnisse eines Hochstaplers« 2001 im
Eichbornverlag erschienen ist. Postel, der sich laut eigenem Bekunden
als »Hochstapler unter Hochstaplern« verstand, wurde schnell zum
Helden der Antipsychiatriebewegung, die sich in ihrer kritischen
Haltung durch ihn bestätigt sah.

Eine verspätete Würdigung von allerhöchster Stelle erhielt Postel am
31. Mai 2012 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesgerichtshof Armin
Nack, welcher in seinem Vortrag vor der juristischen Fakultät in
Passau ausführte, Postel sei als Obergutachter seinen Kollegen
überlegen gewesen: »Ich sage Ihnen eines, der Postel war der beste
Gutachter, besser als die beiden gelernten Psychiater!«

Im Juni wird Gert Postel in Nürnberg aus seinem Buch vorlesen. Eine
anschließende Diskussion wird Besuchern die Möglichkeit bieten, sich
persönlich mit dem schillernden Phänomen auseinanderzusetzen. Das
Publikum erwartet ein vergnüglicher Abend mit ernstem Hintergrund:
Postel versteht es meisterhaft, die Hochstapelei der Psychiatrie zu
entlarven und mit den Worthülsen einschlägiger Diagnosen schamlos sein
literarisches Spiel zu treiben.

Dies sind Nachrichten des Werner-Fuß-Zentrum
im Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
http://www.psychiatrie-erfahrene.de

Geisteskrank? Ihre eigene Entscheidung!
Informieren Sie sich: http://www.patverfue.de

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