>> Stimmt das alles, bzw. wo sind meine Denkfehler?
>>
>> I) Satz (neue Formulierung):
>> Fuer alle n aus N gibt es genau eine Funktion
>> f: {0,...,n} -> X mit
>> der folgenden Eigenschaft (E):
>> f(0) = a und
>> f(k+1) = V_{k+1}(f(0),...,f(k)) fuer alle 0 <= k < n.
>>
Deine Kritikpunkte habe ich in diesem Posting verarbeitet
und gehe im Folgenden auf jeden der Punkte ein.
>
>> Definition:
>> M = Vereinigung aller {0,....n} mit n aus N
>
>Du meinst wahrscheinlich „Menge aller“, nicht „Vereinigung aller“.
>
Stimmt, ich korrigiere mich:
M : = { {0,...,n} | n ist Element von N}
>Ein Puenktchenbeweis ist hier nicht so angebracht,
>da wir ja gerade an Grundlagen arbeiten.
>Besser wohl:
>Es existiert l1 >= k mit
>x1=F(l1)(k).
>
Du hast recht.
Da du nachher noch das Fehlen des Arguments der
Eindeutigkeit kritisierst, bringe ich hier noch eine
weitere Unterbehauptung:
Satz (Eindeutigkeitslemma):
n aus N und m aus N und k aus N ==>
F(n)(k) = F(k)(k)
Beweis:
a) n=0 klar
b) sonst:
Es gilt:
F(n)(k) = V_k(F(n)(0), ..., F(n)(k-1)) fuer k<=n
und
F(m)(k) = V_k(F(m)(0), ..., F(m)(k-1)) fuer k<=m
Es sei obdA: m <= n
also gilt auch:
F(n)(k) = V_k(F(n)(0), ..., F(n)(k-1)) fuer k<=m
Da es laut der Hilfsbehauptung eine eindeutige Funktion
f auf {0, ..., m} gibt mit der folgenden Eigenschaft (E) :
f(k) = V_k(f(0), ..., f(k-1)) fuer k<=m
muss gelten:
f = F(n) = F(m) auf {0, ..., m}
da F(N) und F(m) auch die Eigenschaft (E) haben.
also gilt:
F(n)(k) = F(m)(k) fuer k<=m
w�hle m=k, dann gilt:
F(n)(k) = F(k)(k)
>>
>> also
>> F(k)(k)=x1 oder
>> F(k+1)(k)=x1 oder
>> F(k+2)(k)=x1 oder
>> ...
>> Da aber gilt:
>> F(k)(k)=F(k+1)(k)=F(k+2)(k)=...=x1
>>
>
>Hierfuer sollten wir uns auf die Eindeutigkeit
>in der Hilfsbehauptung beziehen.
>
also so:
Es gilt einmal
x1=F(l1)(k)
und nach dem Eindeutigkeitslemma:
F(l1)(k) = F(k)(k), also:
x1 = F(l1)(k) = F(k)(k), also:
x1 = F(k)(k)
>>
>> folgt:
>> F(k)(k)=x1 (G1)
>>
>> Es sei
>> (k,x2) aus H ==> (k,x2) aus U F(n) ==>
>> (k,x2) aus F(k) oder
>> (k,x2) aus F(k+1) oder
>> (k,x2) aus F(k+2) oder
>> ...
>> also
>> F(k)(k)=x2 oder
>> F(k+1)(k)=x2 oder
>> F(k+2)(k)=x2 oder
>> ...
>> Da aber gilt:
>> F(k)(k)=F(k+1)(k)=F(k+2)(k)=...=x2
>> folgt:
>> F(k)(k)=x2 (G2)
>> Aus (G1) und (G2) folgt
>> x1=x2
>>
>>
>
>Ebenso existiert l2 >= k mit x2=F(l2)(k).
>Nun erfuelltt aber die Einschränkung von F(l1)
>bzw. F(l2) auf {0,...,k} auch die Bedingung E
>ist also aufgrund der Eindeutigkeit gleich F(k).
>Also
>x1 = F(l1)(k) = F(k)(k) = F(l2)(k) = x2.
>
Ich wuerde es analog wie oben machen:
Es existiert l2 >= k mit
x2=F(l2)(k)
Nach dem Eindeutigkeitslemma gilt aber auch:
F(l2)(k) = F(k)(k), also:
x2 = F(l2)(k) = F(k)(k), also:
x2 = F(k)(k)
Damit:
x2 = F(k)(k) = x1, also:
x2=x1
>begruendet werden. Daher solltest Du noch einmal
>nachschauen, ob Du daran gedacht hattest,
>diese auch wirklich zu beweisen. Es ist moeglich,
>dass Du das vergessen
>hattest, weil Dir die Relevanz noch nicht klar war.
>
Ich gehe davon aus, dass du die in deiner Hilfsbehauptung
verwendete Eindeutigkeit meinst.
Ich hatte diese Eindeutigkeit bewiesen, aber
leider nicht in dem Beweis hier verwendet.
Das will ich nachholen, indem ich das
Eindeutigkeitslemma verwende:
Unterbehauptung3:
H(n+1) = V_{n+1}(H(0), ..., H(n)) fuer n aus N
Beweis:
H(n+1) = F(n+1)(n+1) = V_{n+1}(F(n+1)(0),...,F(n+1)(n))
Aus dem Eindeutigkeitslemma folgt:
V_{n+1}(F(n+1)(0),...,F(n+1)(n)) =
V_{n+1}(F(0)(0),...,F(n)(n))
Mit Hilfe der Unterbehauptung2 folgt:
V_{n+1}(F(0)(0),...,F(n)(n)) =
V_{n+1}(H(0),...,H(n))
also insgesamt:
H(n+1) = V_{n+1}(H(0),...,H(n))
>
>Im Grunde alles gut. Statt der Details finde ich wichtiger:
>Du verstehst jetzt wahrscheinlich auch den Beweis bei Geschke.
>Wichtiger: Du verstehst, wie man formal ausdrueckt, dass
>sich Funktionen mit Definitionsbereich N rekursiv definieren
>lassen. Deine urspruengliche Frage war ja, wie sich das
>verallgemeinert. Eine moegliche Antwort ist,
>dass sich das gleich von N auf andere wohlgeordnete Mengen
>verallgemeinert. Noch allgemeiner wären wohlfundierte Relationen,
>
http://en.wikipedia.org/wiki/Well-founded_relation Vielleicht kommen
>die bei Geschke auch noch weiter hinten, ich habe nicht geschaut.
>
Den Rekursionssatz brauche ich, um beim Programmieren die Rekursion
zu rechtfertigen.
Dazu wird es wohl ausreichen, wohlgeordnete Mengen M zu verwenden,
fuer die jedes Element von M endlich viele Vorgaenger hat.
Ich vermute, dass so eine Menge M isomorph N (=Menge der natuerlichen
Zahlen) ist.
Stimmt das?
Nachttrag:
Aufgrund deiner Bemerkungen ist mir noch aufgefallen, dass
ich - im Gegensatz zum Eindeutigkeitsbeweis der Hilfsbehauptung - die
Eindeutigkeit des Rekursionssatzes noch nicht bewiesen habe.
Ich hole dies hier nach:
Es sei
f1: N -->X und
f1(0) = a
f1(n+1) = V_{n+1}(f1(0), ..., f1(n))
und
f2: N -->X und
f2(0) = a
f2(n+1) = V_{n+1}(f2(0), ..., f2(n))
Zeige: f1 = f2
d.h. Zeige
f1(n) = f2(n) fuer alle n aus N
Beweis:
Induktionsanfang:
aus f1(0)= a und f2(0)=a folgt:
f1(0)=f2(0)
Ind.Voraussetzung:
Es sei f1(i)=f2(i) fuer alle i<=n
Zeige: f1(n+1) = f2(n+1)
Es gilt:
f1(n+1)=V_{n+1}(f1(0), ..., f1(n))
und
f2(n+1)=V_{n+1}(f2(0), ..., f2(n))
Mit Hilfe der Ind. Vor. folgt daraus:
f1(n+1) = f2(n+1)
mfg
Ernst