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Allgemeine Definition der Lebensdauer

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Maverick

unread,
Feb 4, 2012, 6:00:14 PM2/4/12
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Hallo zusammen,

ich bin nicht sicher ob ich hier richtig bin. Ich bereite mich zur Zeit
auf eine Prüfung vor, da bin ich auf folgende Frage gestoßen:
"Geben Sie eine verallgemeinerte Definition der Lebensdauer an, die auch
auf nicht exponentielle Zerfallsprozesse angewandt werden kann".

Danke schon mal im Voraus.

Gruß
--
Von den Eigenschaften intelligent, anständig und nationalsozialistisch
treffen auf einen Menschen immer genau zwei zu.
Entweder man ist Nazi und anständig, dann ist man nicht intelligent.
Oder man ist Nazi und intelligent, dann ist man nicht anständig.
Oder man ist anständig und intelligent, dann ist man kein Nazi.
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Roland Franzius

unread,
Feb 5, 2012, 1:36:06 AM2/5/12
to
Am 05.02.2012 00:00, schrieb Maverick:
> Hallo zusammen,
>
> ich bin nicht sicher ob ich hier richtig bin. Ich bereite mich zur Zeit
> auf eine Prüfung vor, da bin ich auf folgende Frage gestoßen:
> "Geben Sie eine verallgemeinerte Definition der Lebensdauer an, die auch
> auf nicht exponentielle Zerfallsprozesse angewandt werden kann".

Pr[Lebenszeit < t] = F[t]
(0<t<oo, F[0]=0, F[oo]=1, monoton wachsend, ein Maß)

d Pr[Lebenszeit <t ] = dF[t] (=f'(t) dt im Distributionssinn)

M[Lebenszeit] = int_0^oo t dF[t]
(= int_0^oo t f'[t] dt: f differenzierbar )

Test:

Feste Lebensdauer L :
F[t]= {0: t<=L, 1: t>L]},
M[Lebenszeit] = int_0^oo t delta(t-L) dt = L

Gleichverteilte Lebensdauer
F[t]= {t/L: t<=L, 1: t>L]},
M[Lebenszeit] = int_0^L t/L = L/2

Exponentialverteilte Lebensdauer
F[t]= 1-exp(-t/L),
M[Lebenszeit] = int_0^oo t/L exp(-t/L) =L

Cauchyverteilte Lebensdauer
F[t] = 2/pi ArcTan[t/L]
f'[t] = 2/pi 1/(1+t^2/L^2)
M[Lebenszeit] ~ int t/(1+t^2) -> Log[oo]

--

Roland Franzius

Roland Franzius

unread,
Feb 5, 2012, 1:44:53 AM2/5/12
to
Am 05.02.2012 00:27, schrieb Stefan Ram:
> Maverick<mart...@gmx.de> writes:
>> "Geben Sie eine verallgemeinerte Definition der Lebensdauer an, die auch
>> auf nicht exponentielle Zerfallsprozesse angewandt werden kann".
>
> Laut Wikipedia ist dies die mittlere Lebenszeit (diese Definition
> setzt keinen exponentiellen Zerfallsprozeß voraus). Allerdings ist
> dies eine /physikalische/ Definition, keine mathematische.
>
> Wenn »/eine/ Definition« angegeben werden soll, ist eigentlich jede
> Antwort richtig, da Definitionen nicht falsch sein können.

Aber zB schrecklich dumm. Eine Definition sollte die Proposition eines
Theorems sein. Das ist es, was die Relativierer der Wikipedia-Position
vergessen, die da glauben, nichts, was geschrieben steht, könne Unsinn
sein, wenn "Definitionen" dabeistehen.

>
> Vielleicht ist aber auch »die Definition aus der Vorlesung« gemeint.
> Dann einfach diese ermitteln und auswendig lernen.

Immer wieder nett zu lesen, wie der Begriff "allgemeine Definition" auch
noch fehlinterpretiert werden kann. Schließlich könnte sich der
Defininator von "Definition" ja etwas beim Wort "ein- oder abgrenzen"
gedacht haben. Dazu gehört, dass man weiß, wissen sollte, was es nicht
bedeutet.

--

Roland Franzius

WM

unread,
Feb 5, 2012, 3:34:31 AM2/5/12
to
On 5 Feb., 00:27, r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) wrote:
> Maverick <martl...@gmx.de> writes:
> >"Geben Sie eine verallgemeinerte Definition der Lebensdauer an, die auch
> >auf nicht exponentielle Zerfallsprozesse angewandt werden kann".
>
>   Laut Wikipedia ist dies die mittlere Lebenszeit (diese Definition
>   setzt keinen exponentiellen Zerfallsprozeß voraus). Allerdings ist
>   dies eine /physikalische/ Definition, keine mathematische.
>
>   Wenn »/eine/ Definition« angegeben werden soll, ist eigentlich jede
>   Antwort richtig, da Definitionen nicht falsch sein können.
>
Wer hat Dir denn das erzählt?
Selbstverständnlich kann eine Definition inkonsistent und damit falsch
sein.

Wenn ich definiere, dass die Menge der dreieckigen Vierecke, die in
der fünfdimensionalen Geometrie die Kardnalzahl 6, besitzt, zukünftig
als leere Menge mit Kardinalzahl 7 abgekürzt wird, dann ist das
Blödsinn und falsch - naja, vielleicht nicht in der Matheologie, in
der beweisbar falsche Aussagen beweisbar oder zumindest beweisbar
beweisbar und undefinierbare Definitionen definierbar sind - aber in
der Mathematik schon.

Gruß, WM

Toni Trappa

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Feb 5, 2012, 4:31:10 AM2/5/12
to
Roland Franzius schrieb:

> schrieb Steffi Ramm:
>> Wenn »/eine/ Definition« angegeben werden soll, ist eigentlich jede
>> Antwort richtig, da Definitionen nicht falsch sein können.

> Aber zB schrecklich dumm. Eine Definition sollte die Proposition eines
> Theorems sein. Das ist es, was die Relativierer der Wikipedia-Position
> vergessen, die da glauben, nichts, was geschrieben steht, könne Unsinn
> sein, wenn "Definitionen" dabeistehen.

Wiki hat hier wenig Schuld, denn, unter dem (allgemenein-sprachlichen)
Enzyklopädie-Begriff 'Lebensdauer' ist u.a. das eindeutige Item verlinkt

- Lebensdauer (Physik), die Lebensdauer von Teilchen

worauf sich der den obigen Stuss absondernde Programmierer eindeutig bezog.

Und der vorpostende Idiot hätte theoretisch auch vor seinem Anfall
von Versaichung von 'Information' ein wenig gründlich googlen können
und die Phantasie aufbringen und z.B. nach 'statistischer Lebensdauer'
schauen können. Man findet so ja für etablierte Begriffe meist auch
etwas aus dem Uni-Bereich, in diesem Fall z.B. u.a. dieses willkührlich
gewählte Script www.statistik.lmu.de/~chris/survival/Skript07.pdf

Vogel

unread,
Feb 5, 2012, 10:46:48 AM2/5/12
to
Roland Franzius <roland....@uos.de> wrote in
news:jgl8h4$40a$1...@newsserver.rrzn.uni-hannover.de:

>
Na, macht's Spass hier? ;-)
>

Toni Trappa

unread,
Feb 5, 2012, 7:30:04 PM2/5/12
to
Roland Franzius schrieb:
Alles von beobachteten Lebenszeiten aus: aus allem oder
einer Hypersymmetrische Teilgruppe oder leider viel besseren
Geschichten,
ergo was man selbt lernt, das kann man (später) besser verstehen...
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