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Bijektionen auf echte Teilmengen

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Ralf Goertz

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Dec 15, 2009, 6:30:11 AM12/15/09
to
Ist es eigentlich einfach möglich, Dedekinds Definition unendlicher
Mengen als solche, zu denen es eine Bijektion mit einer echten Teilmenge
gibt, auf P(IR) anzuwenden, oder auf P(P(IR))? Für IN und IP ist es ja
einfach

f(n)=2*n bzw g(x)=exp(x)

Im ersten Fall hilft die Abzählbarkeit, im zweiten Stetigkeit und
Monotonie. Für IN ist es auch einfach möglich, dass das Komplement der
echten Teilmenge endlich ist: f'(n)=n+1. Bei IR schaffe ich das auf die
Schnelle nicht mehr, und bei P(IR) habe ich im Moment überhaupt keine
Idee, wie eine Bijektion auf eine echte Teilmenge (egal wie deren
Komplement ist) aussehen könnte.

Die Frage ist also: kann man bijektive Funktionen g' und h

g' : IR -> IR\X (mit |X| \in IN\{0})

h : P(IR) -> P(IR)\X (mit nichtleerem X)

direkt angeben, oder benötigt man dazu vielleicht AC?

Helmut Richter

unread,
Dec 15, 2009, 6:39:32 AM12/15/09
to
On Tue, 15 Dec 2009, Ralf Goertz wrote:

> Die Frage ist also: kann man bijektive Funktionen g' und h
>
> g' : IR -> IR\X (mit |X| \in IN\{0})

g'(x) = x+1 f�r x aus N
g'(x) = x sonst

0 ist nicht im Bild, also X = {0}, |X| = 1

> h : P(IR) -> P(IR)\X (mit nichtleerem X)

h(x) = {n+1} falls x = {n} f�r ein n aus N
h(x) = x sonst

{0} ist nicht im Bild.

--
Helmut Richter

Carsten Schultz

unread,
Dec 15, 2009, 6:51:27 AM12/15/09
to
Ralf Goertz schrieb:

Wie Du an Helmuts Beispielen siehst, brauchst Du nur eine Injektion von
IN in die Menge, und die lässt sich hier direkt angeben. Ich glaube,
dass Du eine abzählbare Form von Auswahl (DC genügt) brauchst, um zu
zeigen, dass jede Menge, die nicht gleichmächtig zu einer natürlichen
Zahl ist, eine abzählbar unendliche Teilmenge enthält. Ich weiß das
aber nicht.

Gruß

Carsten
--
Carsten Schultz (2:38, 33:47)
http://carsten.codimi.de/
PGP/GPG key on the pgp.net key servers,
fingerprint on my home page.

Roland Franzius

unread,
Dec 15, 2009, 8:45:53 AM12/15/09
to
Ralf Goertz schrieb:

Nimm IR zB in Binärdarstellung in IR und bilde die Binärbrüche bijektiv
auf die Teilmenge der Dezimalbrüche zur Basis 3 ohne Ziffer 2 ab.

Damit hat man zb eine Bijektion zwischen (0,1) und einer überabzählbaren
dichten Teilmenge vom Lebesgue-Maß 0.

--

Roland Franzius

Roland Franzius

unread,
Dec 15, 2009, 9:32:22 AM12/15/09
to
Ralf Goertz schrieb:

Nimm IR zB in Binärdarstellung in IR und bilde die Binärbrüche bijektiv
auf die Teilmenge der Dezimalbrüche zur Basis 3 ohne Ziffer 2 ab.
Damit hat man zb eine Bijektion zwischen (0,1) und einer überabzählbaren

Teilmenge vom Lebesgue-Maß 0, die auf jeder Größenskala immer ein Loch
von 1/3 aufweist.

--

Roland Franzius

Hans Crauel

unread,
Dec 15, 2009, 4:40:46 PM12/15/09
to
Ralf Goertz schrieb

> Die Frage ist also: kann man bijektive Funktionen g' und h
> g' : IR -> IR\X (mit |X| \in IN\{0})
> h : P(IR) -> P(IR)\X (mit nichtleerem X)

> direkt angeben, oder benötigt man dazu vielleicht AC?

Fᅵr h tut es nicht zuletzt die von g(x)exp(x) auf der
Potenzmenge induzierte Abbildung, also h(B) {exp(b):b\in B}.
Das gibt als X die Menge aller Teilmengen, deren Schnitt mit
(-\infty,0] nicht leer ist.

Hans Crauel

Ralf Goertz

unread,
Dec 16, 2009, 6:32:13 AM12/16/09
to
Helmut Richter wrote:

> On Tue, 15 Dec 2009, Ralf Goertz wrote:
>
>> Die Frage ist also: kann man bijektive Funktionen g' und h
>>
>> g' : IR -> IR\X (mit |X| \in IN\{0})
>

> g'(x) = x+1 für x aus N


> g'(x) = x sonst
>
> 0 ist nicht im Bild, also X = {0}, |X| = 1
>
>> h : P(IR) -> P(IR)\X (mit nichtleerem X)
>

> h(x) = {n+1} falls x = {n} für ein n aus N


> h(x) = x sonst
>
> {0} ist nicht im Bild.

Es ist also doch ganz einfach. Wahrscheinlich sehe ich den Wald vor
lauter Binärbäumen nicht mehr. Aber wenn man von g' noch verlangt, dass
es stetig ist (das hatte ich nämlich versucht), ist's nicht mehr so
einfach, wenn es denn überhaupt geht. Oder?

Hans Crauel

unread,
Dec 16, 2009, 2:20:43 PM12/16/09
to
Ralf Goertz schrieb
[Existenz von bijektiven g' : IR -> IR\X mit |X| \in IN\{0}]

> Aber wenn man von g' noch verlangt, dass es stetig ist (das

> hatte ich nÀmlich versucht), ist's nicht mehr so einfach,
> wenn es denn ÃŒberhaupt geht. Oder?

Das Bild einer zusammenhᅵngenden Menge unter einer stetigen
Abbildung ist zusammenhᅵngend.

Hans Crauel

Ralf Bader

unread,
Dec 16, 2009, 2:19:25 PM12/16/09
to
Ralf Goertz wrote:

Die Bilder zusammenhängender Mengen unter stetigen Abbildungen sind
zusammenhängend. Es gibt aber z.B. stetige injektive Abbildungen von IR auf
ein (beschränktes) offenes Intervall. Womit sich die nächste Frage
anschließt: Wie steht es mit injektiven und gleichmäßig stetigen
Abbildungen IR -> IR?


Ralf

Hans Crauel

unread,
Dec 16, 2009, 2:30:08 PM12/16/09
to
Ralf Bader schrieb

> Wie steht es mit injektiven und gleichmÀà ig stetigen
> Abbildungen IR -> IR?

Die Identitᅵt. Gemeint ist vermutlich, dass sie nicht
bijektiv sein soll.
Beispiel dafᅵr:

f(x) exp(x) fᅵr x<0, und f(x)x+1 fᅵr x\geq0.

Ist sogar stetig differenzierbar.

Hans Crauel

Jutta Gut

unread,
Dec 16, 2009, 3:50:06 PM12/16/09
to

"Ralf Goertz" <r_go...@usenet.arcornews.de> schrieb

Bei IR schaffe ich das auf die
> Schnelle nicht mehr, und bei P(IR) habe ich im Moment überhaupt keine
> Idee, wie eine Bijektion auf eine echte Teilmenge (egal wie deren
> Komplement ist) aussehen könnte.
>
> Die Frage ist also: kann man bijektive Funktionen g' und h
>
> g' : IR -> IR\X (mit |X| \in IN\{0})
>
> h : P(IR) -> P(IR)\X (mit nichtleerem X)
>
> direkt angeben, oder benötigt man dazu vielleicht AC?

Nicht direkt eine Antwort auf deine Frage, aber die arctan-Funktion bildet R
auf das Intervall [-pi/2, pi/2], also auch auf eine echte Telimenge.

Grüße
Jutta

Ralf Bader

unread,
Dec 16, 2009, 6:01:17 PM12/16/09
to
Hans Crauel wrote:

> Ralf Bader schrieb
>
>> Wie steht es mit injektiven und gleichmÀßig stetigen
>> Abbildungen IR -> IR?
>
> Die Identität. Gemeint ist vermutlich, dass sie nicht
> bijektiv sein soll.

Das auch, aber gemeint ist eigentlich die gleichmäßige Stetigkeit der
Umkehrfunktion.

Hans Crauel

unread,
Dec 17, 2009, 3:20:31 AM12/17/09
to
Ralf Bader schrieb

>>> Wie steht es mit injektiven und gleichmà ⠬à  ig stetigen
>>> Abbildungen IR -> IR?
> [...] gemeint ist eigentlich die gleichmÀà ige Stetigkeit der
> Umkehrfunktion.

Das geht nicht.

Das Bild einer beschrᅵnkten Menge unter einer gleichmᅵᅵig stetigen
Abbildung ist beschrᅵnkt.
Ist also f eine injektive, nicht surjektive Abbildung von R nach R,
und ist ihr Bild beschrᅵnkt, so ist die Umkehrabbildung nicht
gleichmᅵᅵig stetig.
Ist ihr Bild nicht beschrᅵnkt, so muss es jedenfalls einseitig
beschrᅵnkt sein. Teilt man das Bild in zwei zusammenhᅵngende
Intervalle, von denen eines beschrᅵnkt ist (tatsᅵchlich sein muss),
so muss der beschrᅵnkte Teil (unter Verwendung der Tatsache, dass
f monoton ist), Bild einer unbeschrᅵnkten Teilmenge von R sein.
Die Umkehrabbildung kann auf dieser beschrᅵnkten Teilmenge des
Bildes damit nicht gleichmᅵᅵig stetig sein.

Hans Crauel

Ralf Goertz

unread,
Dec 17, 2009, 4:31:01 AM12/17/09
to
Ralf Bader wrote:

> Die Bilder zusammenhängender Mengen unter stetigen Abbildungen sind
> zusammenhängend.

Ich sollte mich um mehr Präzision bemühen. Was ich mir vorstellte, ist
eine stückweise stetige (zwei Stücke), streng monoton steigende Funktion

g: IR -> IR\{0} mit ]-oo,0] –> ]-oo,0[ und ]0,oo[ –> ]0,oo[

aber das geht ja auch nicht. Für den zweiten Teil tut's zwar id, aber
der erste Teil geht nicht, weil dann die Einschränkung [a,0] –> [b,0[
eine kompakte Menge nicht auf eine kompakte Menge abbildet.

> Es gibt aber z.B. stetige injektive Abbildungen von IR auf ein
> (beschränktes) offenes Intervall.

z.B. die logistische Funktion l : IR –> ]0,1[, x –> (e^x)/(1+e^x)

Ralf

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