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Leinpfad - Energieeinsparung im Schiffstransport?

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Tom Schneider

unread,
Mar 29, 2013, 3:33:25 AM3/29/13
to
Frᅵher wurden Schiffe von Pferden an Leinen stromaufwᅵrts gezogen.

Die Pferde liefen auf einem Weg neben dem Flieᅵgewᅵsser, und wenn die
Stadtvᅵter nicht kreativ waren, heiᅵt der Weg vielen Stellen heute noch
Leinpfad. Grundsᅵtzlich lassen sich heute vergleichbare technische
Maᅵnahmen denken, um Schiffe vom Land aus zu ziehen.

Ich frage mich gerade, wie viel Wirkungsgrad die aktuelle
Antriebstechnik mit Schiffsschrauben kostet und ob hier ein
nennenswertes Energiesparpotential liegt, wenn man den Wassertransport
vom Strᅵmungsantrieb im Wasser auf Seilzug von Land aus umstellen wᅵrde.


Technisch kᅵnnte man das vielleicht so lᅵsen: Eine Konstruktionen wie
die Wuppertaler Schwebebahn ᅵber dem Gewᅵsser, nur dass an der
Brᅵckenkonstruktion Laufkatzen statt Schwebebahnen hᅵngen. Diese
Laufkatzen kᅵnnten die Schiffe an Seilen ziehen und eine geeignete
Wasserstraᅵe wᅵre beispielsweise der Mittellandkanal mit seinen 325 km
Lᅵnge.

Christoph Müller

unread,
Mar 29, 2013, 4:39:55 AM3/29/13
to
Am 29.03.2013 08:33, schrieb Tom Schneider:

> Fr�her wurden Schiffe von Pferden an Leinen stromaufw�rts gezogen.

Der Vorgang hei�t "treideln".

> Die Pferde liefen auf einem Weg neben dem Flie�gew�sser, und wenn die
> Stadtv�ter nicht kreativ waren, hei�t der Weg vielen Stellen heute noch
> Leinpfad. Grunds�tzlich lassen sich heute vergleichbare technische
> Ma�nahmen denken, um Schiffe vom Land aus zu ziehen.

Wird am Panamakanal auch so gemacht.

> Ich frage mich gerade, wie viel Wirkungsgrad die aktuelle
> Antriebstechnik mit Schiffsschrauben kostet und ob hier ein
> nennenswertes Energiesparpotential liegt, wenn man den Wassertransport
> vom Str�mungsantrieb im Wasser auf Seilzug von Land aus umstellen w�rde.

Es geht hier weniger um den technischen Wirkungsgsrad. Viel wichtiger
w�re, dass man regenerative Energietr�ger verwendet und dass im Falle
von Verbrennungsprozessen die Abw�rme einer sinnvollen Nutzung zugef�hrt
wird.

> Technisch k�nnte man das vielleicht so l�sen: Eine Konstruktionen wie
> die Wuppertaler Schwebebahn �ber dem Gew�sser, nur dass an der
> Br�ckenkonstruktion Laufkatzen statt Schwebebahnen h�ngen.

Billiger w�re vermutlich eine Stromleitung wie bei der Eisenbahn.
Voraussetzung: Die Schrauben m�ssen elektrisch angetrieben werden.
Hybridtechnik sollte auch auf Schiffen m�glich sein. W�ren dann
sozusagen "Plug-In-Hybride".

> Diese
> Laufkatzen k�nnten die Schiffe an Seilen ziehen und eine geeignete
> Wasserstra�e w�re beispielsweise der Mittellandkanal mit seinen 325 km
> L�nge.

Technisch sicher machbar. Stromleitung und die Umr�stung auf E-Antrieb
d�rfte billiger sein.

--
Servus
Christoph M�ller
http://www.astrail.de

Tom Schneider

unread,
Mar 29, 2013, 4:56:01 AM3/29/13
to
Christoph Mᅵller schrieb:

> Billiger wᅵre vermutlich eine Stromleitung wie bei der Eisenbahn.
> Voraussetzung: Die Schrauben mᅵssen elektrisch angetrieben werden.
> Hybridtechnik sollte auch auf Schiffen mᅵglich sein. Wᅵren dann
> sozusagen "Plug-In-Hybride".

Wenn man auf die Schrauben verzichten kᅵnnte, stᅵnde im Schiff auch der
Platz des Antriebs fᅵr Fracht zur Verfᅵgung. Die Technik ist als
Leichter verfᅵgbar.
Wᅵrde allerdings bedeuten, dass am Ende solcher Wasserstraᅵen
Schubschiffe verkehren mᅵssten, damit die Leichter ᅵbernommen werden
kᅵnnten.


>> Diese
>> Laufkatzen kᅵnnten die Schiffe an Seilen ziehen und eine geeignete
>> Wasserstraᅵe wᅵre beispielsweise der Mittellandkanal mit seinen 325 km
>> Lᅵnge.
>
> Technisch sicher machbar. Stromleitung und die Umrᅵstung auf E-Antrieb
> dᅵrfte billiger sein.


Sicherlich ist das technisch einfacher.

Aber die interessante Frage ist ja die nach dem Wirkungsgradunterschied
der beiden Konzepte.

Christoph Müller

unread,
Mar 29, 2013, 6:42:34 AM3/29/13
to
Am 29.03.2013 09:56, schrieb Tom Schneider:
> Christoph M�ller schrieb:

>> Billiger w�re vermutlich eine Stromleitung wie bei der Eisenbahn.
>> Voraussetzung: Die Schrauben m�ssen elektrisch angetrieben werden.
>> Hybridtechnik sollte auch auf Schiffen m�glich sein. W�ren dann
>> sozusagen "Plug-In-Hybride".
>
> Wenn man auf die Schrauben verzichten k�nnte, st�nde im Schiff auch der
> Platz des Antriebs f�r Fracht zur Verf�gung. Die Technik ist als
> Leichter verf�gbar.

Ohne Schraube muss das Ding IMMER von au�en behandelt werden. Da baut
man dann doch besser gleich eine Eisenbahn. Mit Schraube hat den
Vorteil, dass das Schiff auch abseits der Infrastruktur noch
man�vrierf�hig ist. Dann kann man sich auch Zeit mit dem Aufbau der
Infrastruktur lassen. Je schneller etwas gehen muss, desto teurer wird's.

> W�rde allerdings bedeuten, dass am Ende solcher Wasserstra�en
> Schubschiffe verkehren m�ssten, damit die Leichter �bernommen werden
> k�nnten.

K�nnte leicht als etwas zu umst�ndlich betrachtet werden.

>>> Diese
>>> Laufkatzen k�nnten die Schiffe an Seilen ziehen und eine geeignete
>>> Wasserstra�e w�re beispielsweise der Mittellandkanal mit seinen 325 km
>>> L�nge.
>>
>> Technisch sicher machbar. Stromleitung und die Umr�stung auf E-Antrieb
>> d�rfte billiger sein.
>
> Sicherlich ist das technisch einfacher.
>
> Aber die interessante Frage ist ja die nach dem Wirkungsgradunterschied
> der beiden Konzepte.

Wen interessiert schon der Wirkungsgrad? Interessant ist vor allem die
Umwelt- und Sozialbelastung, die von solchen Vorhaben aus geht. Der
Wirkungsgrad ist nur eine Hilfsgr��e von vielen weiteren.

Wolfgang Allinger

unread,
Mar 29, 2013, 6:50:00 AM3/29/13
to

On 29 Mar 13 at group /de/sci/ing/misc in article 5155535e$0$9514$9b4e...@newsspool1.arcor-online.net
<inv...@invalid.invalid> (Christoph M�ller) wrote:

>Am 29.03.2013 08:33, schrieb Tom Schneider:

>> Fr�her wurden Schiffe von Pferden an Leinen stromaufw�rts gezogen.

>Der Vorgang hei�t "treideln".

>> Die Pferde liefen auf einem Weg neben dem Flie�gew�sser, und wenn
>> die Stadtv�ter nicht kreativ waren, hei�t der Weg vielen Stellen
>> heute noch Leinpfad. Grunds�tzlich lassen sich heute vergleichbare
>> technische Ma�nahmen denken, um Schiffe vom Land aus zu ziehen.

>Wird am Panamakanal auch so gemacht.

Aber nur im Bereich der Schleusen, dazwischen fahren die Schiffe mit
eigener Kraft. Die Treidelloks fahren beidseitig als Zahnradbahn um die
Schiffe zu ziehen bzw. gegen die Str�ung zu stabilisieren.


Saludos (an alle Vern�nftigen, Rest sh. sig)
Wolfgang

--
Wolfgang Allinger, anerkannter Trollallergiker :) reply Adresse gesetzt!
Ich diskutiere zuk�nftig weniger mit Idioten, denn sie ziehen mich auf
ihr Niveau herunter und schlagen mich dort mit ihrer Erfahrung! :p
(lt. alter usenet Weisheit) iPod, iPhone, iPad, iTunes, iRak, iDiot

gUnther nanon�m

unread,
Mar 29, 2013, 2:17:06 PM3/29/13
to

"Tom Schneider" <nom...@invalid.invalid> schrieb im Newsbeitrag
news:kj3kv5$62r$1...@news.albasani.net...

> Wenn man auf die Schrauben verzichten k�nnte, st�nde im Schiff auch der
> Platz des Antriebs f�r Fracht zur Verf�gung. Die Technik ist als Leichter
> verf�gbar.
> W�rde allerdings bedeuten, dass am Ende solcher Wasserstra�en Schubschiffe
> verkehren m�ssten, damit die Leichter �bernommen werden k�nnten.

Hi,
auf den meisten gr��eren Schiffen "dienen" die Maschinen auch zur
Bequemlichkeit einer Besatzung, liefern Gefrierk�lte oder beleuchten.

>
>
>>> Diese
>>> Laufkatzen k�nnten die Schiffe an Seilen ziehen und eine geeignete
>>> Wasserstra�e w�re beispielsweise der Mittellandkanal mit seinen 325 km
>>> L�nge.
>>
>> Technisch sicher machbar. Stromleitung und die Umr�stung auf E-Antrieb
>> d�rfte billiger sein.
>
>
> Sicherlich ist das technisch einfacher.

Die "Laufkatze" bei einer Kanalbreite von 200m und einer Schiffsh�he von 70m
w�re ein gewaltiger Portalkran, der vermutlich ein Eigengewicht nahe am
Schiffsgewicht h�tte. Den alleine schon zu bewegen kostet auch Energie. Und
es w�re nur einer. Was machst Du bei �berholman�vern?

Ich t�te eine "Schwimmerkette" im Kanal am Boden f�hren und die Schiffe bei
Bedarf da einklinken lassen. Hielte auch den Abstand zueinander und zum
Ufer. So w�re der gesamte Kanal frei f�r Man�ver und sogar zweispurig
machbar. Einzelne solche Schleppkettensegmente an geeigneten Stellen w�ren
schon ein erheblicher Gewinn.


>
> Aber die interessante Frage ist ja die nach dem Wirkungsgradunterschied
> der beiden Konzepte.

Erstmal mu� es plausibel, langlebig und sicher sein. Mit einer Laufkatze
bef�rdert man ev. Werkst�cke oder Z�ge, aber sicher keine Frachtschiffe
verschiedener Bauart und Gr��e. Schon die schwierige Dynamik bei "Anlenkung"
der gewaltigen Schiffsmasse am Bug per Zugkette auf die Laufkatze und ihre
Schiene erscheint f�rchterlich. Wenn Du schonmal gesehen hast, wie leicht
ein armdickes Seil rei�en kann, wenn ein Touristendampfer zu hastig eindreht
beim Anlegen, wird Dir auch mulmig bei soeiner Konstruktion. Dazu kommen
dann die Vorg�nge bei Seegang, Windlast und das Aufschwimmen auf die eigene
Welle bei schneller Fahrt. Da redest Du schnell von tausenden Tonnen
Material f�r die Schiene.
Wimre wurden/werden Panzer im Werk an Laufkatzen bef�rdert, auch
Lokgestelle. Alles dar�ber wandert nur an Portalkr�nen, von denen jeweils
nur einer sich �berhaupt bewegt.

--
mfg,
gUnther



Axel Berger

unread,
Mar 29, 2013, 10:00:00 PM3/29/13
to
gUnther nanon�m wrote on Fri, 13-03-29 19:17:
>Die "Laufkatze" bei einer Kanalbreite von 200m und einer Schiffsh�he von
>70m w�re ein gewaltiger Portalkran, der vermutlich ein Eigengewicht nahe
>am Schiffsgewicht h�tte. Den alleine schon zu bewegen kostet auch
>Energie.

Bei der Schwebebahn, die hier als Modell vorgeschlagen wurde, stehen
die Portale in bestimmten Abst�nden fest und sind mit l�ngslaufenden
Schienen verbunden, an denen angetriebene Lokomotiven laufen.

>Was machst Du bei �berholman�vern?

Sind die auf Kan�len �berhaupt vorgesehen oder m�glich? Da die Schienen
und Lokomotiven eher schmal ausfallen, k�nnte man oben eine normale und
eine �berholspur vorsehen - mit Weichen sogar einen Wechsel dazwischen,
oder man mu� vorher entscheiden, ob schnell oder langsam gefahren
werden soll und innerhalb der beiden Gruppen w�re �berholen unm�glich.

gUnther nanon�m

unread,
Mar 30, 2013, 4:07:19 PM3/30/13
to

"Axel Berger" <Axel_...@b.maus.de> schrieb im Newsbeitrag
news:201303300...@b.maus.de...

> Bei der Schwebebahn, die hier als Modell vorgeschlagen wurde, stehen
> die Portale in bestimmten Abst�nden fest und sind mit l�ngslaufenden
> Schienen verbunden, an denen angetriebene Lokomotiven laufen.

Hi,
damit wird das Problem nur schlimmer. Denn die Zugmasse bleibt, doch die
Oberschiene wird affig affig riesig gewaltig gro�. W�rs nicht besser,
Trockendocks auf R�dern �ber die Stra�e zu schleppen?

>
>>Was machst Du bei �berholman�vern?
>
> Sind die auf Kan�len �berhaupt vorgesehen oder m�glich? Da die Schienen

Au�er an Engstellen und Schleusen klar doch. L�schboote, Zoll,
Gegenverkehr...

> und Lokomotiven eher schmal ausfallen, k�nnte man oben eine normale und
> eine �berholspur vorsehen - mit Weichen sogar einen Wechsel dazwischen,
> oder man mu� vorher entscheiden, ob schnell oder langsam gefahren
> werden soll und innerhalb der beiden Gruppen w�re �berholen unm�glich.

Das ist viel schwieriger als Du glaubst, da das "Schiff" nicht die Breite
der Laufkatze hat. Mal eben einen Knoten in die Ketten flechten mag noch
angehen, aber stets mu� die Laufkatze in Fahrtrichtung des Schiffes,
mittschiffs und gen�gend flach vorm Bug ziehen. Sonst eiert der Kahn
sonstwohin, und die Last steigt.
Mal abgesehen davon, da� Schiffe meist garnicht daf�r gebaut sind, am Bug
geschleppt zu werden. Einem Kahn wie Schettinos Wrack w�rdest Du glatt den
Bug verziehen. Diese D�nnblechboote knittern doch schon bei ner mittleren
Welle.

--
mfg,
gUnther


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Bodo Mysliwietz

unread,
Apr 3, 2013, 2:08:29 PM4/3/13
to
Am 03.04.2013 19:28, schrieb Andreas Mattheiss:
> Hallo,
>
> im Zuge dieser Diskussion könnte das hier interessant sein:
>
> http://de.wikipedia.org/wiki/Kettenschifffahrt

Wie war nochmal die Fragestellung des OP?

--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/
Message has been deleted

Tom Schneider

unread,
Apr 3, 2013, 4:06:38 PM4/3/13
to
Andreas Mattheiss schrieb:
> Hallo,
>
> im Zuge dieser Diskussion könnte das hier interessant sein:
>
> http://de.wikipedia.org/wiki/Kettenschifffahrt

Stimmt, hatte ich ganz vergessen. Wäre auch eine Methode, einen Leichter
zu ziehen, ohne einen Strömungsantrieb zu benutzen.

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