> Wenn der Abstand zwischen zwei Haltestellen 2 km beträgt
Dann kann der Astrail niemals den Individualverkehr (mit Autos z.B.)
ersetzen, sondern höchsten den ÖPNV.
Das Bsp. ist ja gerade der Verkehr vom/zum Flughafen: Wie kommt man
mit seinem ganzen Gepäck dann von der Haltestelle nach Hause?
Gruß, Michael
> Dann kann der Astrail
Sorry, da habe ich was verwechselt: Also bitte "der Astrail" durch
"dein System" ersetzen.
Gruß, Michael
Letzteres bedeutet, daß jedes Fahrzeug vor sich (zum nächsten
Haltepunkt hin) beträchtliche Luftmengen hinausschiebt und hinter sich
(vom letzten Haltepunkt her einsaugt. Dies erzeugt einen Wind, dessen
aktuelle Geschwindigkeit etwa der aktuellen Fahrgeschwindigkeit der
Kabine entspricht, also bis 144km/h oder mehr als Beaufort 12. Neben
dem enormen Energiebedarf (den ich hier nicht abschätzen kann) für die
Luftbewegung und ggf. Druckanpassung wäre dann bei jedem Haltepunkt
eine abzusichernde(!) Luftschleuse für den Bahnsteig erforderlich.
Arbeitet man mit irgendeiner nennenswerten Luftdruckreduktion in der
Röhre, müßte der Haltebereich auch noch zwischen Halt und
Fahrgastwechsel (kontrolliert und abgesichert!) geflutet werden und
vor dem Abpumpen zwecks Weiterfahrt auf verbliebene Fahrgäste
überprüft werden.
Bei jedem Halt wäre ein riesiger Lufteinlass und -auslass nach draußen
oder zu (unterirdischen?) Speichern nötig. Außer: es fahren alle
Kabinen einer Linie im Takt. Dann aber müßten alle
Haltestellenabstände exakt gleich sein und die gerade am stärksten
ausgelastete Kabine/Station bestimmt den Rhythmus der gesamten Linie.
Ganz so einfach scheint mir das Konzept also nicht realisierbar. Daß
akzeptable Kosten/Kapazität rauskommen, scheint mir auch zweifelhaft.
Da würde überschlägig eine deiner Kabinen pro 500m mit einem U-Bahn-
Zug pro 1000m konkurrieren, d.h. der (zugegeben schmalere)
Rohrposttunnel könnte nicht wesentlich mehr Fahrgäste befördern als
eine Buslinie.
Gruß
Knut
Es gab vor ca. 40 jahren unter den zahllosen Vorsachlägen für neue
Verkehrssysteme (A-Bahn...,H-Bahn, M- Bahn..., Z-Bahn, allein in
Deutschland) ein Konzept namens ARAMIS, und ARAMIS hatte viele der
aufgeführten Elemente, insbesondere sehr ausgeklügelte
Steuerungskonzepte für die relative kleinen Fahrzeuge auch mit ca.
sechs Sitzplätzen.
ARAMIS war u.a. wegen der direkten Zielansteuerung ein ernsthafter
Konkurrent zum VAL-System erster Prägung (der Vorgänger des Lille oder
Toulouse-Systems, das Siemens weiterhin feilbietet).
ARAMIS soll schlagartig daran gestorben sein, daß jemand fragte, was
man machen könnte, damit kein Sexualstraftäter die "Promiscuité" in
diesen kleinen fahrerlosen Fahrzeugen für eine "Promiskuität"
mißbraucht.
Es wurde keine Antwort gefunden, und damit waren auch die feinsten
Steureungskonzepte tot.
Für die "Rohrpost" sind ähnliche Bedenken und ein ähnlich früher Tod
zu erwarten...
CdePC
> Damit ein solcher Transport ungef�hrlich ist, sollte man die Strecke
> in Blockabschnitte von z. B. 500 m L�nge aufteilen, in denen sich
> jeweils nur immer ein Fahrzeug bzw. "Zug" befinden darf.
Ist das nicht viel zu lang f�r ein System mit Druckluft? (Sorry, wenn
ich d�mlich frage, aber die Ursprungsfrage (Rohrpost) geht ja davon aus.)
> Von Hamburg-Fuhlsb�ttel bis Hbf sind es etwa 10 km, die gesamte
> Fahrzeit nonstop w�re also knapp 5 Minuten (durchschnittlich 133
> km/h).
Ein durchfahrender S-Bahnzug (vergleiche die sog. "Banker-Z�ge" in
Berlin vor dem Krieg, in dem die Leute ohne Zwischenhalt aus den
"Villenvierteln" Zehlendorf, Wannsee etc. zu ihren Arbeitspl�tzen in die
Innenstadt fahren konnten) braucht daf�r vermutlich etwas l�nger, aber
in deiner Berechnung sind die Zwischenhalte an den "Knoten" nicht
enthalten, oder?
> Wie m��te ein solches System aussehen?
Dar�ber zerbrechen sich schlaue K�pfe derzeit den Kopf, weil sowas in
der Art ja in Masdar (UAE) gebaut werden soll.
War nie geplant. Das Railtaxi soll die l�ngeren Strecken bedienen. Die
kurzen kann man selbst mit Bleiakkus heute auch schon per E-Auto fahren.
Ist das Anschlussnetz dicht genug, hat man also schon mit heutiger
Akkutechnik die Voraussetzung f�r E-Autos als Massenmarkt.
> Das Bsp. ist ja gerade der Verkehr vom/zum Flughafen: Wie kommt man
> mit seinem ganzen Gep�ck dann von der Haltestelle nach Hause?
Z.B. mit dem eigenen Auto, das vor�bergehend auf ein Schienenfahrzeug
verladen wird. Notfalls schickt man dann das leere Auto alleine wieder
heim. Nimmt es dort keiner in Empfang, um es vom System runter zu
fahren, sind Geb�hren an das Bahnhofspersonal f�llig, das die Karre dann
eben vom Bahnhof zu einem Parkplatz abschleppt.
--
Servus
Christoph M�ller
http://www.astrail.de
Na schᅵnen Dank auch.
M.
F'up: poster
Nimmt man Gummireifen auf Betonfahrbahn, handelt man sich die
Weichenprobleme ein, die die H-Bahn am Flughafen Düsseldorf jahrelang
gequält haben, obwohl dort Weichen nur zum Wenden benutzt werden
müssen. Als Benutzer kann ich selbst bei einwandfreiem Funktionieren
keinen wesentlichen Vorteil gegenüber einem Bus erkennen, wenn man
davon absieht, daß der Zugang(!) zum Bus-Ersatzverkehr wenig
komfortabel gestaltet ist. In DO (Uni) frißt das Hinauf- und
Hinabklettern jeden Zeitvorteil aus der einen oder anderen unterwegs
überfahrenen Rotampel auf.
Gruß
Knut
> X-No-Archive: Yes
>
>
> Ich ging nicht von einem Druckluftantrieb, sondern von einer Art
> Schienenbahn in Tunnelröhren oder auf eigenem, abgeschotteten (Zäune,
> Mauern) Gleiskörper aus (denn es muß zuverlässig verhindert werden,
> daß sich Menschen, Tiere oder Gegenstände im Gleisbereich befinden).
>
Heißt sowas nicht U-Bahn?
Joachim
Der Luftdruckeffekt bleibt selbstverständlich aber auch bei einer
Schienenbahn, die ihn gar nicht als Antrieb nutzen will.Er erscheint
dann eben als Störfaktor in Gestalt von 'Fahrtwiderstand' und
'Luftzug'. Will man eine Bahn in einem so geräumigen Tunnel betreiben,
daß Luftdruckeffekte bis 144km/h keine nennenswerte Rolle spielen,
dann ist ein 6-Personen-Fahrzeug eine gigantische Verschwendung von
Tunnelbaumitteln (in Relation zur Kapazität). Die Relation von
Fahrzeugquerschnitt zu Tunnelquerschnitt wäre nämlich bei einer
solchen Kleinbüchse noch wesentlich ungünstiger als bei einer Normal-U-
Bahn. Ferner kämst du nicht unter die bei Schienenbahnen notwendigen
Sicherheitsabstände herum, so daß letztlich ein Fahrzeug mit 150 Sitz-
und 450 Stehplätzen durch eines mit 6 Plätzen ersetzt würde.Genau
dieses Prinzip verursacht an der Oberfläche die Staus, wegen der man U-
Bahnen überhaupt baut.
Jetzt nochmal zum Ausfädeln und Einfügen beim reinen
Schienenbahnbetrieb:
a) Du stoppst an einem kurzen Seitengleis. Dann muß jeder im
Sicherheitsabstand fahrende Wagen mitbremsen. wenn vor ihm einer das
Seitengleis zum Stop anfährt.
Willst du in einer solchen Situation volles Tempo nonstop fahren, muß
der Abstand = Sicherheitsabstand+Bremsstrecke/2 sein. Anfahren kann
dann ein Wagen erst, wenn der nächste sich nähernde je nach Programm
der beiden um Sicherheitsabstand+Beschleunigungsstrecke/2 oder um
Sicherheitsabstand+ganze Beschleunigungsstrecke entfernt ist. Ggf. muß
er mit der Abfahrt warten, bis sich diese Bedingungen auf dem gesamten
Laufweg erfüllen lassen. So oder so verlierst du alle Vorteile sowohl
bei Kapazität als auch bei Tempo gegenüber dem Station-für-Station-
Prinzip. Das Anpassen der Software, erst an die denkbaren und dann an
die real auftretenden Betriebssituationen dürfte sich ein paar
störungsreiche Jahre hinziehen, die ich hier überschlagen habe.
b) Du lenkst den haltenden Wagen in voller Fahrt aus dem Hauptgleis ab
und schießt ihn beim Anfahren erst nach dem Beschleunigungsvorgang
wieder ein. Dann entfällt der zusätzliche Abstand für Brems- und
Beschleunigungsstrecke, aber man hat dann in jedem Haltestellenbereich
mehrere 100m lang 4 parallele Tunnel statt 2 zu bauen, d.h. insgesamt
einen größeren Tunnelquerschnitt als für eine klassische U-Bahn, die
etwa bei der 100fachen Beförderungskapazität anfängt. Außerdem werden
aufwendige Weichen- und Sicherungsanlagen nötig.
Langsame und Express-U-Bahnen gibts übrigens schon länger: in New York
auf dafür durchgehend viergleisigen Strecken. Und die Züge schlucken
dort in der Stoßzeit noch einiges mehr als 600 Fahrgäste.
Gruß
Knut
> Die Stᅵrke des Systems wᅵre neben der hohen
> Durchschnittsgeschwindigkeit natᅵrlich de kostengᅵnstige automatische
> (fahrerlose) Betrieb.
Dafᅵr ist der Rest der Infrastruktur vergleichsweise teuer.
ᅵhnliche Transportsysteme gibt es in kleinerem Rahmen ja lᅵngst z.B. in
groᅵen Krankenhᅵusern zum Transport von Medikamenten, Dokumenten und Proben
(also ungefᅵhr das was frᅵher oft per Rohrpost gelᅵst wurde, nur durch
den "Schienenbetrieb" deutlich schonender fᅵr die befᅵrderten Gegenstᅵnde
und mit weniger Einschrᅵnkungen was Grᅵᅵe und Gewicht betrifft) oder in
Bibliotheken zum Bᅵchertransport. Diese Investition rentiert sich aber
offenbar wirklich nur in sehr groᅵen Institutionen (sonst hᅵtte es ja jedes
Dorfkrankenhaus), eben weil die Bau- und Betriebskosten nicht gerade klein
sind.
f'up2 d.s.v.
--
Die logische Folge von Frage und Antwort wird auf den Kopf gestellt.
> Was ist an TOFU-Postings so ᅵrgerlich?
>> TOFU-Postings verfassen.
>>> Was ist eine der schlechtesten Angewohnheiten im Usenet?
Gruß
Knut
> Es ist bisher die einzige aufwandsmäßig akzeptable Lösung. Ggg. nach
> Kosten für 'Transrapid-Fahrweg' googeln. Erklärung: bei einem
> Zugabstand von 500m muß statt des Zuges 500m Strecke mit aufwendigen
> Installationen versehen werden (incl.Sensoren, die Position und
> Gescheindkgiet des Fahrzeugs feststellen,Stuerungsrechner usw.) Wenn
> das Fahrzeug eine 5m lange 6-Personen-Kabine ist, wird die Relation
> von Aufwand zu Kapazität abentuerlich.
Nein. Beim TR ist auf jeden Fall die gesamte Strecke "mit Sensoren
auszurüsten" *, unabhängig von der Blocklänge.
Was sich mit jedem Block wiederholt, und demnach mit Erhöhung derer
Anzahl ins Geld geht, ist der "Speiseteil", der jeden Block mit der
erforderlichen Leistung und der passenden Frequenz unter Strom setzt:
Vom ersten Millimeter des Fahrzeuges in den Block hinein muß die
Frequenz genau mit seiner Geschwindigkeit übereinstimmen, und nachdem
das Fahrzeug "im Block aufgenommen wurde" kann die Frequenz nach
Belieben (oder besser, nach Betriebsprogramm) aber individuell
Richtung abbremsen oder beschleunigen variiert werden.
CdePC
* tatsächlich sind die Sensoren am Fahrzeug, die Strecke ist nur mit
dem - verhältnismäßig preiswerten- Hohlleiter ausgestattet
>> "Bei diesem ursprünglich von MBB für den Transrapid entwickelten Übertragungsverfahren wird die Information einem hochfrequenten Träger im Bereich um 2.4 GHz aufmoduliert und mittels eines in Längsrichtung geschlitzten Aluminiumprofils (Hohlleiter) übertragen. In diesen Spalt hinein ragt berührungslos die Antenne eines am Fahrzeug befindlichen Empfängers, so dass man korrekterweise von einer drahtlosen Kommunikation sprechen müsste. Da man jedoch an den Hohlleiter gebunden ist, wird das Verfahren hier den leitungsgebundenen zugeordnet. Vorteilhaft sind die hohen Datenraten von bis zu 10 Mbaud über lange Strecken (1000 m) sowie die Wartungsfreiheit aufgrund fehlender Berührung."
> [Rohrpostbahn]
Nach längerem Googeln ist mir das hier in die Finger gekommen:
<http://bauoptionen.de/grundwurm/grundwurm/index.html>
Sieht aus, als wäre dort auch das mit den Weichen geklärt.
--
Es ist Zeit für Reich