Am 18.02.2012 18:48, schrieb Lutz Schulze:
> Am Sat, 18 Feb 2012 18:38:26 +0100 schrieb horst-d.winzler:
>
>>>> Und last but not least der ziemlich breit gestreute Wohlstand im Westen
>>>> war letztlich dem Ost-West-Konflikt zu danken! ;-)
>>>
>>> Ack, wobei man jetzt noch darüber streiten könnte ob das wie oft gehört an
>>> der gewünschten 'Vorbildfunktion' oder nicht doch zumindest zum Teil auch
>>> schlicht am Profit aus billiger Arbeitskraft lag.
>>
>> Der im Westen stark forcierte Eigenheimbau war politisch gewollte.
>> Adenauer ging davon aus, das der Besitz eines eigenen Hauses immun gegen
>> kommunistische Ideen machte. Womit er ja nicht so falsch lag. Auch war
>> der Bau von Eigenheimen, oft weit draußen vor der Stadt, die beste
>> Subvention der Autoindustrie. Die Leute brauchten plötzlich ein Auto um
>> zur Arbeit zu kommen bzw um Einkaufen zu können.
>
> Ich sehe das allemal positiver als die völlig besitzlose Schicht die heute
> nachkommt. Schon Marx schrieb vom 'doppelt freien Lohnarbeiter' der nichts
> als seine Arbeitskraft hat.
Die Einkommensschere geht ja zunehmend auseinander. Das wird zunehmend
zu sozialen Spannungen und entsprechend harten Arbeitskämpfen führen.
> Da die Gewinne in den letzten Jahren kräftiger stiegen als die Einkommen:
> wieso gehören der Bevölkerung in D eigentlich nach wirtschaftlich guten
> Jahrzehnten so wenig Produktionsmittel?
Dazu wird es mehrere Gründe geben. Die immer wieder propagierte
Vorstellung durch "gute" (Aus)Bildung schaffe man den sozialen Aufstieg
dürfte sich zukünftig für viele immer mehr verflüchtigen.
Wenn man sich eine Vorstellung davon machen will, wie hoch die Teilhabe
der Leute tatsächlich am geschaffenen Vermögen ist, sollte man sich
überlegen, wieviel Arbeitsstunden sie aufwenden müssen, um soviel Geld
angespart zu heben, sich ein eigene Stunde von ihrem Arbeitgeber kaufen
zu können.
>>> Was mich wundert ist die Verwunderung darüber dass sich die
>>> Lebensverhältnisse angleichen. Dachte wirklich jemand das passiert auf dem
>>> höheren der beiden Niveaus?
>>>
>>
>> Hartz IV wäre im Ost-West-Spannungsfeld im Westen ein politischer
>> Rohrkrepierer geworden. Staatsbetrieb wie Bahn und Post wurden
>> angehalten, überschüssige Arbeitskraft vom Markt zu nehmen. Die Leute
>> sollten für Arbeit Geld erhalten und nicht für Arbeitslosigkeit. Diese
>> arbeitsmarktpolitische Aufgabe der ehemaligen Staatsbetrieb ist im
>> Rausch von -Privatisierung macht alles besser- vergessen(?) worden.
>
> Gut, wenn ich jemanden in der Nähe habe auf dessen Ergebnisse der Arbeit ich
> für wenig Vergütung zugreifen kann wird vieles möglich. Aber wie können wir
> dieses erreichte Niveau künftig halten? Nur mit gegenseitigem
> Haareschneiden, Rechts- oder Finanzberaten bestimmt nicht.
>
> Oder anders: wenn das damals aus eigener Kraft geschah sollte eine
> Wiederholung doch kein Problem sein.
>
Das wird schon aus dem Grund ein Traum bleiben, weil Staat immer mehr
Finanzmittel benötigen wird. Abgesehen davon, das auf jedem Produkt das
wir kaufen inzwischen im Schnitt 40% Zinsen liegen wird Staat die
zukünftigen Belastung (zB Pensionen) kaum noch tragen können.
Im folgenden Link wird anschaulich erklärt, wie das mit den Banken und
dem Geld funktioniert. Viel Vergnügen.
http://www.youtube.com/watch?v=_h0ozLvUTb0
--
mfg hdw