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Ingenieurmangel: Nur Gerede oder ist was dran?

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Joerg

ungelesen,
07.06.2006, 14:19:3007.06.06
an
Hallo Leute,

Vor einigen Monaten hatte ich es schon einmal angebracht, aber nun
haeufen sich die Studien, die einen erheblichen Ingenieurmangel in
Deutschland angeblich belegen. 15000 unbesetzte Stellen hiess es gerade
in einer VDI Erhebung.

Da muesstet Ihr doch inzwischen alle in schwarzen Limousinen kutschiert
werden. Natuerlich nicht selbst am Steuer, sondern hinten drin wo
Champagnerkuehler und Zigarrenschatulle montiert sind. Nur handgerollte,
versteht sich. Dann bei Ankunft am Arbeitsplatz der rote Teppich und
vielleicht eine kleine Blaskapelle.

Etwas Lesestoff:

> http://www.sachen-machen.org/uploads/media/Fact_Sheets_Nachwuchs_01.pdf
> http://www.sachen-machen.org/uploads/media/Fact_Sheets_Standort_Deutschland_01.pdf

Hier in Uebersee koennen wir die Wahrheit dazu nicht finden, aber eine
Arbeitslosenquote um 11-12% laesst doch arge Zweifel an der Richtigkeit
solcher Behauptungen aufkommen.

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com

Gerrit Heitsch

ungelesen,
07.06.2006, 14:28:2207.06.06
an
Joerg wrote:

> Da muesstet Ihr doch inzwischen alle in schwarzen Limousinen kutschiert
> werden. Natuerlich nicht selbst am Steuer, sondern hinten drin wo
> Champagnerkuehler und Zigarrenschatulle montiert sind. Nur handgerollte,
> versteht sich. Dann bei Ankunft am Arbeitsplatz der rote Teppich und
> vielleicht eine kleine Blaskapelle.

Sollte man meinen... Aber dann muesste man ja auch mehr zahlen
und wo kaemen wir hin...

Gerrit

Benjamin Spitschan

ungelesen,
07.06.2006, 15:39:0807.06.06
an
Joerg schrieb:

Ich lese da grade nur

| Besonders dramatisch sind die Rückgänge bei Frauen (Elektrotechnik an
| Universitäten um 8% [...]).

LOL - von 5% auf 4,6%, oder was?

Grüße, Benjamin

Ingolf Pohl

ungelesen,
07.06.2006, 15:58:4207.06.06
an
Joerg wrote:

> ...die Studien, die einen erheblichen Ingenieurmangel in


> Deutschland angeblich belegen. 15000 unbesetzte Stellen hiess es gerade
> in einer VDI Erhebung.
>
> Da muesstet Ihr doch inzwischen alle in schwarzen Limousinen kutschiert

> werden...

Ich habe erst gestern dazu in Spiegel-Online folgenden Artikel lesen können,
der wie wahrscheinlich die "Studien" auch nur dem Interesse der
Industrieverbände dient, billiges Ingenieurmaterial endlich importieren zu
dürfen...

Der Link zum Artikel:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,419942,00.html

und auch sehr lesenswert die Kommentare im Forum:
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=520

Wie zB. auf der 7.Seite:
"und tretet nie dem VDI bei, solange er keine effektive standesorganisation
incl.versorgungswerk darstellt.
stellen sie sich mal vor ein ingenieurbund streikt und fährt alle kraftwerke
runter oder es gibt nur stundenweise strom.welch eine macht-Ver.Di wäre nur
ein abklatsch."

Diese ewigen Meldungen vom Ingenieurmangel und die dazu erlebte Realität
radikalisiert offenbar sogar Ingenieure...

So, ich muss jetzt mal zur Gründungssitzung der Standesorganisation...

Gruß aus Kiel
Ing.olf

Michael Kamper

ungelesen,
07.06.2006, 16:25:1807.06.06
an
On Wed, 07 Jun 2006 18:19:30 GMT Joerg
<notthis...@removethispacbell.net> wrote:

Hi,

> Vor einigen Monaten hatte ich es schon einmal angebracht, aber nun
> haeufen sich die Studien, die einen erheblichen Ingenieurmangel in
> Deutschland angeblich belegen. 15000 unbesetzte Stellen hiess es gerade
> in einer VDI Erhebung.

hm ich sehe das eher kritisch. Mit so Studien treibt man nur den
Schweinezyklus weiter an. Gleichzeitig brauchen die Unis dringend
Geld und freuen sich Dank Studiengebühren um jeden Studenten, den sie
kriegen können. Kann also gut sein, dass diese 15000 unbesetzten
Stellen in 5 Jahren durch Anwerbungen aus dem Ausland oder auch ganz
einfach durch Streichung nicht mehr vorhanden sind. Und wenn dann mal
ein paar größere Jahrgänge fertig werden... (btw in Bayern wäre da noch
so ein Doppeljahrgang dank g8)
Dem gegenüber steht natürlich ein vergleichsweise technophobes Volk.
Mittlerweile muss man schon fragen wer denn bitteschön keine Angst vor
bösen Händi- und Wlan-Strahlen hat. Und eine Diskussion darüber braucht
man gar nicht erst anfangen, sie endet sowieso in einem Desaster.
Und dann ist da noch eine Industrie, die Technologie möglichst vor den
Leuten verstecken will. Reparatur ist sowieso meistens nicht möglich
und was die Elektronikbranche angeht, hat die Wegwerfgesellschaft (alle
2 Jahre ein neues Handy) mittlerweile (hoffentlich) ihren Höhepunkt
erreicht. Ich hoffe jedenfalls, dass ich schnell fertig werde und dann
noch einen von den guten Jobs abkriege.

So, das wird wieder ein laaanger Thread ;-)
Gruß
Michael

Roman Schütz

ungelesen,
07.06.2006, 16:31:0707.06.06
an
Joerg schrieb:

>
> Hallo Leute,
>
> Vor einigen Monaten hatte ich es schon einmal angebracht, aber nun
> haeufen sich die Studien, die einen erheblichen Ingenieurmangel in
> Deutschland angeblich belegen. 15000 unbesetzte Stellen hiess es gerade
> in einer VDI Erhebung.
>
> Da muesstet Ihr doch inzwischen alle in schwarzen Limousinen kutschiert
> werden. Natuerlich nicht selbst am Steuer, sondern hinten drin wo
> Champagnerkuehler und Zigarrenschatulle montiert sind. Nur handgerollte,
> versteht sich. Dann bei Ankunft am Arbeitsplatz der rote Teppich und
> vielleicht eine kleine Blaskapelle.
>
Ja, so ungefähr.

Am Ingenieurmangel scheint aber etwas dran zu sein.
In meiner Firma suchen wir schon seit 3 Jahren einen Ingenieur.
Gemeldet haben sich auf das Stellengesuch, das sowohl in großen
Internet-Jobbörsen als auch in der überregionalen Presse drin war, in
der Zeit keine 10 Leute.
Einen haben wir dann eingestellt. Der hat aber die Probezeit nicht
überstanden.

Grüsse
Roman

Andreas Koch

ungelesen,
07.06.2006, 16:52:1107.06.06
an
Roman Schütz wrote:

> Am Ingenieurmangel scheint aber etwas dran zu sein.
> In meiner Firma suchen wir schon seit 3 Jahren einen Ingenieur.
> Gemeldet haben sich auf das Stellengesuch, das sowohl in großen
> Internet-Jobbörsen als auch in der überregionalen Presse drin war, in
> der Zeit keine 10 Leute.
> Einen haben wir dann eingestellt. Der hat aber die Probezeit nicht
> überstanden.

Tja hmm, nehmt ihr auch 60-jährige, oder frisch studierte ohne
Berufserfahrung, oder Quereinsteiger aus anderen Fachgebieten?
Ordentliche Arbeitsbedingungen und Bezahlung?

Mir scheint beim Fachkräftemängel das Problem an zwei Stellen zu
liegen, nämlich daß die Schnittmenge an Anforderungen der
Arbeitgeber und Fähigkeiten der Arbeitnehmer so klein ist, weil
die Anforderungen zu hoch UND die Fähigkeiten zu niedrig sind...

Um es überspitzt auszudrücken : Wenn 90% der Bevölkerung sabbernde
Idioten sind, müssen halt 90% der Stellen mit sabbernden Idioten
besetzt werden...

Gute Programmierer zu finden ist, trotz der Entlassungswellen der
letzten Jahre, auch nicht ganz so einfach :-)

Michael

ungelesen,
07.06.2006, 16:56:2507.06.06
an
Joerg <notthis...@removethispacbell.net> wrote in
news:SMEhg.40901$fb2....@newssvr27.news.prodigy.net:

> Vor einigen Monaten hatte ich es schon einmal angebracht, aber nun
> haeufen sich die Studien, die einen erheblichen Ingenieurmangel in
> Deutschland angeblich belegen. 15000 unbesetzte Stellen hiess es
> gerade in einer VDI Erhebung.

{Sarkasmus}
Da sind wohl die ersthaft offenen Stellen mit 'Wenn der Richtige sich
bewirbt, dann würden wir ihn einstellen.' bis hin zu 'Da sehen wir in
Zukunft einen Bedarf.' zusammengezählt worden.
{/Sarkasmus}

Es gibt tatsächlich einen leichten Anstieg von Stellenanzeigen, wieviel
davon real ist, ist nicht immer einfach feststellbar.

> Da muesstet Ihr doch inzwischen alle in schwarzen Limousinen
> kutschiert werden. Natuerlich nicht selbst am Steuer, sondern hinten
> drin wo Champagnerkuehler und Zigarrenschatulle montiert sind. Nur
> handgerollte, versteht sich. Dann bei Ankunft am Arbeitsplatz der rote
> Teppich und vielleicht eine kleine Blaskapelle.

Es ist einfacher geworden eine Stelle zu finden - allerdings reicht es
noch nicht zu Obigem.

Viele der offenen Stellen sind mit einem sehr hohen Anspruchsdenken der
Ausschreiber gepaart. Da werden zum Teil mehr Jahre an Projekterfahrung
mit einer Programmiersprache gefordert als diese existiert (nein, das
mußte ich mir nicht ausdenken, die Realität ist krasser als manche
Satire).
Dann gibt es auch einen Mix von technischen Kenntnissen, der so
gefordert im Berufsbild kaum anzutreffen ist. Die Möglichkeit, sich in
fehlende Bereiche einzuarbeiten wird einem Kandidaten nicht gegeben,
sofern ihm die Fähigkeit dafür anerkannt wird.
Wer eine 4 als führende Zahl beim Alter hat, hat von vorneherein
schlechte Karten, Verständnis ist auch nicht von Personalern zu
erwarten, die in dieser Hinsicht schon weiter sind. Siehe dazu auch die
Äußerung des Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten.

Es kommt dann schon mal vor, daß die gleiche Stelle dreimal in einem
Jahreszeitraum ausgeschrieben wird.

Kurz gesagt ließen sich meiner Ansicht nach einige der offenen Stellen
besetzten, wenn der Sinn für Realität da wäre.
Andererseits ist es auch taktisch interessant, diese Stellen nicht zu
besetzen um billigere Kräfte ins Land holen zu dürfen.
Für Bewerber ist es derzeit nicht mehr so angespannt, der Mangel wird
aber künstlich hochgehalten, ansonsten wäre ja Firmen kräftig damit
beschäftigt, anderen ihre Ingenieure abspenstig zu machen (was ja zu
Boomzeiten auch gemacht wurde).

Ich finde es schön, wie sich meine Meinung zum Thema VDI immer wieder
bestätigt.

Gruß,
Michael

MaWin

ungelesen,
07.06.2006, 16:57:3607.06.06
an
"Joerg" <notthis...@removethispacbell.net> schrieb im Newsbeitrag
news:SMEhg.40901$fb2....@newssvr27.news.prodigy.net...

>
> Vor einigen Monaten hatte ich es schon einmal angebracht, aber nun haeufen
> sich die Studien, die einen erheblichen Ingenieurmangel in Deutschland
> angeblich belegen. 15000 unbesetzte Stellen hiess es gerade in einer VDI
> Erhebung.
>

Einen wirklichen Mangel gibt es derzeit nicht, vielleicht in 20 Jahren,
wenn bis dahin die Damager nicht das komplette know how aus Indien beziehen
und damit die Technik auf den Stand vor der Industrialisierung zurueckwerfen.

Natuerlich wollen die Firmen studierte Leute als 1 EUR Jobber haben,
mit 20 Jahren Berufserfahrung mit GENAU dem Produkt, deren Entwickler sie
mit 50 Jahren gerade eben rausgeschmissen haben, die jeden beliebigen unsinnigen
Scheiss den sich die 'Fuehrungskraefte' ausdenken problemlos realisiseren.

Siemens hier zahlt Leuten Abfindung damit endlich moeglichst viele gehen
und hilft mit Mobbing und unzumutbaren Arbeitbedingungen nach, und schreibt
auf der andere Seite Jobs in der Stellenanzeigen aus fuer dieselben Posten
die sie gerade teuer entsorgen. Und VW, T-Systems, Bosch etc. sind nicht besser.

Fragst du arbeitende Ingenieure hoerst du, das sie selbst wissen das sie vom
Management nicht optimal genutzt werden. 50%, bei VW 90% der Arbeitszeit gehen
in internen Grabenkaempfen, Verwaltung, fuer Unsinn drauf, die
Arbeitsbedingungen
sind unzumutbar, vom Management durch dauerndes rumhacken auf den Leuten
zerstoert. Die meisten haben die Schnauze gestrichen voll.

An statt das jemand einen Job bekommt (was weiss ich: Staubsaugerdesign),
dafuer ordentlich bezahlt wird, und die Produktionskette am Laufen gehalten
wird (immer mal eine neue Version, Kostenoptimieren etc.) werden Leute aus
den Jobs rausgepruegelt, Neulinge drangesetzt, es gibt keine Arbeitskette
sondern die Entwicklung stockt an jedem Detail.

Deutschland hat ein Managementproblem, kein Ingenieursproblem.
--
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net
homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/
de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/
Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.
Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.


Falk Brunner

ungelesen,
07.06.2006, 17:40:3907.06.06
an
Michael Kamper schrieb:

> hm ich sehe das eher kritisch. Mit so Studien treibt man nur den
> Schweinezyklus weiter an. Gleichzeitig brauchen die Unis dringend

Sicher.

> Geld und freuen sich Dank Studiengebühren um jeden Studenten, den sie
> kriegen können. Kann also gut sein, dass diese 15000 unbesetzten

Naja, Studenten suchen die nur ind den Fächern, wo sonst der Prof
arbeitslos würde. Viele Fachrichtungen sind tierisch überlaufen
(BWL/JURA/wasweissich). An den Studiengebühren (die je gerade erst
anlaufen) wird die Uni nicht reich, das sind bestenfalls drittklassige
Nebeneinkünfte (wenn sie nicht sowieso abgeführt werden müssen oder
anderweitig gebunden sind)

> Stellen in 5 Jahren durch Anwerbungen aus dem Ausland oder auch ganz
> einfach durch Streichung nicht mehr vorhanden sind. Und wenn dann mal

Hmmm. Keine Ahnung.

> ein paar größere Jahrgänge fertig werden... (btw in Bayern wäre da noch
> so ein Doppeljahrgang dank g8)
> Dem gegenüber steht natürlich ein vergleichsweise technophobes Volk.

Naja, seh ich nicht so. Es wird schon ne Menge an technischem
"Spielzeug" gekauft. Navis fürs Auto, Heimwerkerzeugs, Home
entertainment, Händies, Photoapparate, Videokameras. Da geht einiges
über den Ladentisch von Saturn & Co.

> Mittlerweile muss man schon fragen wer denn bitteschön keine Angst vor
> bösen Händi- und Wlan-Strahlen hat. Und eine Diskussion darüber braucht

Naja, das ist nicht DAS grosse Thema. Komt ab und zu mal hoch, mach hie
und da bissel Wirbel, ist in der Masse schnell wieder vergessen.

> man gar nicht erst anfangen, sie endet sowieso in einem Desaster.
> Und dann ist da noch eine Industrie, die Technologie möglichst vor den
> Leuten verstecken will. Reparatur ist sowieso meistens nicht möglich

Wieso nicht? Technologie interessiert DIREKT erstmal nur eine Handvoll
Freaks und die Ingenieure, die sie entwickeln. Bestes Beispiel
UNIX/Windows. Die Masse kann mit UNIX nix anfangen, weil es viel zu viel
vom User an Insiderwissen verlangt, was Otto-Normaluser nicht hat und
auch nicht haben will und auch nicht braucht. Ich kenn mich auch ganz
gut mit PC ud Software aus, bin aber in den letzten Jahren immer mehr
zum User geworden, der sich nicht mit jedem Müll auf unterster Ebene
rumschlagen will. Für 99% tuts die Standardeinstellung. Das gibt
sinngemäss für alle anderen Technikprodukte. Bestes Beispiel Auto. Dort
steckt mittlerweile tierisch Technik drin. Aber unsichtbar. Und das ist
auch gut so. Keine Sau will wissen, welche Prozessoren, Bussysteme etc.
da verbaut sind und von wieviel tausend Zeilen Software die Sicherheit
des Autos abhängt. Wir sind User, keine technikverliebten Freaks.

> und was die Elektronikbranche angeht, hat die Wegwerfgesellschaft (alle
> 2 Jahre ein neues Handy) mittlerweile (hoffentlich) ihren Höhepunkt
> erreicht. Ich hoffe jedenfalls, dass ich schnell fertig werde und dann

Abwarten. Und auch die Wegwerfgesellschaft hat so einige Eigenheiten,
die auch in Zukunft nicht verändert werden können. Elektronik ist heute
höchst integriert. Ein Gerät besteht aus einem Chip und einer Platine.
Wenn da was kaputt ist, ist nicht viel mit Fehlersuche. Also weg damit.
Ist auch ökonomisch sinnvoller.

> noch einen von den guten Jobs abkriege.

Jaja, nach mir die Sintflut. Das denkt jeder. Und jeder jammert, wenn
die Arche Noa schon voll ist ;-)

> So, das wird wieder ein laaanger Thread ;-)

Worauf du einen lassen kannst.
JEHOVA!

MfG
Falk

Falk Brunner

ungelesen,
07.06.2006, 17:41:5507.06.06
an
Andreas Koch schrieb:

> Gute Programmierer zu finden ist, trotz der Entlassungswellen der
> letzten Jahre, auch nicht ganz so einfach :-)

Mein Axiom. "Gutes Personal ist immer knapp"

Gilt für alle Lebensbereiche ;-)

MfG
Falk

Michael Hoereth

ungelesen,
07.06.2006, 17:44:5007.06.06
an
MaWin <m...@private.net> wrote:
>
> Natuerlich wollen die Firmen studierte Leute als 1 EUR Jobber haben,
> mit 20 Jahren Berufserfahrung mit GENAU dem Produkt, deren Entwickler sie

Das ist eigentlich genau die gleiche Entwicklung wie in der IT.
Und wir erinnern uns alle noch an die beruehmten "Computer-Inder",
die wir ach so dringend gebraucht haben haetten sollen...

Die Devise heisst eben "schnell da, austauschbar, billig, schnell wieder
weg."
Oder warum werden ueberall ITIL-konforme Prozesse eingefuehrt, wenn
nicht, um oben genannte Devise moeglichst vollstaendig umsetzen zu
koennen?

> Deutschland hat ein Managementproblem, kein Ingenieursproblem.

Das Dumme ist: Die sind da stolz drauf :-(

Gruesse
Michael
--
Michael Hoereth - MCH-RIPE - Munich, Germany

Falk Brunner

ungelesen,
07.06.2006, 17:48:5107.06.06
an
MaWin schrieb:

> Einen wirklichen Mangel gibt es derzeit nicht, vielleicht in 20 Jahren,
> wenn bis dahin die Damager nicht das komplette know how aus Indien beziehen
> und damit die Technik auf den Stand vor der Industrialisierung zurueckwerfen.

Vom Osten lernen heisst siegen lernen! ;-)
Naja, hoffentlich kommen dann aber nicht nur noch indische Schnulzen ins
Kino, DANN ist das Abendland wirklich untergegangen!

> Natuerlich wollen die Firmen studierte Leute als 1 EUR Jobber haben,
> mit 20 Jahren Berufserfahrung mit GENAU dem Produkt, deren Entwickler sie
> mit 50 Jahren gerade eben rausgeschmissen haben, die jeden beliebigen unsinnigen

Dieser Verdacht drängt sich mir auf, wenn ich manche Stellenanzeige lese
. . .

> Scheiss den sich die 'Fuehrungskraefte' ausdenken problemlos realisiseren.
>
> Siemens hier zahlt Leuten Abfindung damit endlich moeglichst viele gehen
> und hilft mit Mobbing und unzumutbaren Arbeitbedingungen nach, und schreibt
> auf der andere Seite Jobs in der Stellenanzeigen aus fuer dieselben Posten
> die sie gerade teuer entsorgen. Und VW, T-Systems, Bosch etc. sind nicht besser.

Der Wahnsinn hat Methode.

> Fragst du arbeitende Ingenieure hoerst du, das sie selbst wissen das sie vom
> Management nicht optimal genutzt werden. 50%, bei VW 90% der Arbeitszeit gehen
> in internen Grabenkaempfen, Verwaltung, fuer Unsinn drauf, die
> Arbeitsbedingungen
> sind unzumutbar, vom Management durch dauerndes rumhacken auf den Leuten
> zerstoert. Die meisten haben die Schnauze gestrichen voll.

Ein Insider packt aus?
Aber was wäre, wenn der ganze sinnlose Overhead wegfallen würde? Dann
wären ja 50% der Leute arbeitslos? Und dann? Das alte System der
Entlohnung killt sich selbst ab einem gewissen Grad an Produktivität.
Komisch aber wahr. Umdenken ist notwendig.

> An statt das jemand einen Job bekommt (was weiss ich: Staubsaugerdesign),
> dafuer ordentlich bezahlt wird, und die Produktionskette am Laufen gehalten
> wird (immer mal eine neue Version, Kostenoptimieren etc.) werden Leute aus
> den Jobs rausgepruegelt, Neulinge drangesetzt, es gibt keine Arbeitskette
> sondern die Entwicklung stockt an jedem Detail.
>
> Deutschland hat ein Managementproblem, kein Ingenieursproblem.

Ketzer, Ketzer!
;-)

MFG
Falk

Joerg

ungelesen,
07.06.2006, 17:54:2507.06.06
an
Hallo Roman,


> Am Ingenieurmangel scheint aber etwas dran zu sein.
> In meiner Firma suchen wir schon seit 3 Jahren einen Ingenieur.
> Gemeldet haben sich auf das Stellengesuch, das sowohl in großen
> Internet-Jobbörsen als auch in der überregionalen Presse drin war, in
> der Zeit keine 10 Leute.
> Einen haben wir dann eingestellt. Der hat aber die Probezeit nicht
> überstanden.
>

War denn die Stellenanzeige sehr einschraenkend formuliert (nur junge
Leute und so)? Wenn hier eine Stelle ausgeschrieben wird, dann kommen
Berge an Post und bei uns ist die Alo-Quote etwas niedriger.

Oliver Bandel

ungelesen,
07.06.2006, 18:51:2007.06.06
an
Joerg wrote:

> Hallo Leute,
>
> Vor einigen Monaten hatte ich es schon einmal angebracht, aber nun
> haeufen sich die Studien, die einen erheblichen Ingenieurmangel in
> Deutschland angeblich belegen. 15000 unbesetzte Stellen hiess es gerade
> in einer VDI Erhebung.

Sorry, daß ich es so drastisch sagen muß, aber das ist Schwachsinn.

Ausser, die meinen die suchen 15000 Ingenieure, die zu
Facharbeiter-Löhnen arbeiten, oder zum Lohn von Spargelstechern. :->

Das soll die Studentenzahlen hoch und damit die Lohnabschlüsse niedrig
halen.

Es gibt leider all zu viele arbeitslose Ingenieure.

Ciao,
Oliver

Joerg

ungelesen,
07.06.2006, 18:55:0707.06.06
an
Hallo Oliver,

>
> Ausser, die meinen die suchen 15000 Ingenieure, die zu
> Facharbeiter-Löhnen arbeiten, oder zum Lohn von Spargelstechern. :->
>

Hier teils auch so. Ich kenne Ingenieure, die nach etlichen Jahren im
Job komplett gewechselt haben. Einer juengerer gruendete zum Beispiel
ein kleines Bauunternehmen, ein anderer in hoeherem Alter eine Winzerei
(wo wir manchmal unseren Rotwein holen).


> Das soll die Studentenzahlen hoch und damit die Lohnabschlüsse niedrig
> halen.
>
> Es gibt leider all zu viele arbeitslose Ingenieure.
>

Gibt es dazu handfeste Statistiken?

Oliver Bandel

ungelesen,
07.06.2006, 19:06:4107.06.06
an
Andreas Koch wrote:
[...]

> Mir scheint beim Fachkräftemängel das Problem an zwei Stellen zu
> liegen, nämlich daß die Schnittmenge an Anforderungen der
> Arbeitgeber und Fähigkeiten der Arbeitnehmer so klein ist, weil
> die Anforderungen zu hoch UND die Fähigkeiten zu niedrig sind...

Und es mangelt auch daran, daß die Firmen bereit sind, Leute auch ggf.
Einarbeitungszeit zuzugestehen.


>
> Um es überspitzt auszudrücken : Wenn 90% der Bevölkerung sabbernde
> Idioten sind, müssen halt 90% der Stellen mit sabbernden Idioten
> besetzt werden...

Nun, es gibt tatsächlich in den Firmen ne Menge Dumpfbacken.
Schlimm genug, daß gute Leute nicht eingestellt werden, weil man nicht
bereit ist, angemessen zu bezahlen (es kommt zu keiner Einigung),
oder weil man die Leute wieder raus mobbt (vom Mob der sabbernden
Idioten zum Beispiel).

Auch werden gute Leute durch die Innovationsresistenz der Firmen
wieder vergrault.

>
> Gute Programmierer zu finden ist, trotz der Entlassungswellen der
> letzten Jahre, auch nicht ganz so einfach :-)

Und Firmen zu finden, die nicht immer nur 0815-Sprachen einsetzen
und auch mal ideen von potentiellen kandidaten aufgreifen und mal was
neues ausprobieren, statt dem Trott der Lemminge zu folgen, DAS ist für
gute Leute schwer.

Die sabbernden Idioten sind nämlich in den Firmen.
Warum sollten sich gute Leute dort hin begeben?!
(Und dann auch noch zu HiWi-Gehältern?!!)

Ciao,
Oliver

Oliver Bandel

ungelesen,
07.06.2006, 19:07:3007.06.06
an
Falk Brunner wrote:


Gute Firmen sind auch knapp!

Also sollen die nicht rum jammern!

Ciao,
Oliver

Oliver Bartels

ungelesen,
07.06.2006, 19:12:4407.06.06
an
Hallo Jörg,

On Wed, 07 Jun 2006 18:19:30 GMT, Joerg
<notthis...@removethispacbell.net> wrote:
>Vor einigen Monaten hatte ich es schon einmal angebracht, aber nun
>haeufen sich die Studien, die einen erheblichen Ingenieurmangel in
>Deutschland angeblich belegen. 15000 unbesetzte Stellen hiess es gerade
>in einer VDI Erhebung.

Es gibt in der Tat einen eklatanten Mangel an Leuten, die
selbstständig komplexe Entwicklungen auf die Reihe bekommen.

Es gibt hingegen genügend "Ing" mit Zertifikat, die in der Lage
sind, ein Pflichtenheft zu schreiben, welches möglichst vielen
anderen Leuten Pflichten auferlegt, nur nicht ihnen selber ;-/

>Da muesstet Ihr doch inzwischen alle in schwarzen Limousinen kutschiert
>werden. Natuerlich nicht selbst am Steuer, sondern hinten drin wo
>Champagnerkuehler und Zigarrenschatulle montiert sind. Nur handgerollte,
>versteht sich. Dann bei Ankunft am Arbeitsplatz der rote Teppich und
>vielleicht eine kleine Blaskapelle.

Schön wäre es.

Da geht es den Leuten, die an elektronischen Systemen schrauben,
nicht viel anders als jenen, die an biologischen Systemen Rezepte
"ausprobieren":

Wir haben in Deutschland in den Krankenhäusern auch einen
Ärztemangel, die Ärzte machen lieber alles andere, nur nicht im
deutschen Krankenhaus arbeiten. Alternativen sind z.B. die
Pharmaindustrie oder das Ausland. Wir haben seit Wochen auch
einen richtig handfesten Ärztestreik, mal streiken die Uni-Ärzte,
mal machen die Praxen dicht.

Warum: Das Gesundheitswesen weigert sich beharrlich, endlich
eine Selbstverständlichkeit umzusetzen, die inzwischen ebenso
klipp- und klar per EU Gerichtsurteil festgeschrieben wurde,
nämlich dass auch Ärzte Anspruch auf halbwegs humane
Arbeitszeiten haben. Wir reden hier teilweise von Bereitschafts-
und Arbeitszeiten von 36 Stunden _am_Stück_, man kann nur
hoffen, dann nicht der Patient der 35ten Stunde zu sein.

Gegenüber diesem Punkt sind alle Lohnstreitigkeiten Peanuts,
man hätte sich um ein paar Prozent hin- oder her sicher längst
geeinigt. Alleine: Das Ende der Ausnutzung verursacht grob
geschätzt 30% mehr Kosten, ergo geht es weiter in Anarchie,
Urteil und Gesetz werden seitens des Gesundheitswesen
schlicht ignoriert, Motto: "Wir können nicht anders, ihr
müßt mit der Ausbeutung halt leben".

Was will ich sagen:

Wir haben ganz brutal gesprochen inzwischen einen guten
Teil unseres eigenen Volkes, der eine extreme Erwartungshaltung
an wenige Leistungsträger hat, ohne annähernd selber bereit zu
sein, auch nur einen kleinen Bruchteil dieser Leistung zu bringen.
Dabei geht es nicht nur um ALG2 Empfänger mit Nebenjob,
sondern genauso um den Herrn Krankenkassendirektor der
123ten Kasse für Kleinkleckersdorf mit Firmenwagen und
Sekretärin, den 578ten Generika-278te-Variante Vertreter usw.
Echte Produktivität im Sinne von Fortschritt: geht gegen Null.
Exportmöglichkeit für derlei "Produkte" : Dto. Null.

Das äußert sich dann in Konditionen für Ärzte wie beschrieben.

Bei den Ingenieuren ist es nicht anders, da geht es statt
um Kassenbeiträge um Kunden, denen jede technische
Leistung grundsätzlich und nur und immer zu teuer ist
(frech fordern "billiger", das hat $VOLK ja gut gelernt :-|
das Gerät aber bittschön alle Features hat, und um
aufgeblasene Managementhierachien.

Der Ing. darf dann irgendwas entwickeln, ist es halbfertig,
dann wird geschaut, wie man die Restentwicklungskosten
möglichst minimiert und die Entwickler rasiert, denn jetzt
hat $MANAGER ja etwas für seine Chinafertigung, um
gegenüber $OBERMANAGER als Held dazustehen.

Von den Leistungsträgern sagen dann viele nicht ganz zu
unrecht: LMAA, oder:
"Operiert Euch selber und entwickelt Euren Walkmen und
Euer Auto doch bittschön auch selber"

Und exakt deshalb klemmt es.

Gruß Oliver

P.s.: ... der gerade konkret vom Fall eines Computer Security
Experten gehört hat, der aus der Schweiz kam, hier drei
Monate gearbeitet hat, dann einen Blick auf den Gehaltszettel
mit Abzügen für Kassen aller Art warf, postwendend kündigte
und wieder in die Schweiz ging.

--
Oliver Bartels + Erding, Germany + obar...@bartels.de
http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax: -10

Oliver Bandel

ungelesen,
07.06.2006, 19:15:5607.06.06
an
MaWin wrote5:
[...]

>
> Deutschland hat ein Managementproblem, kein Ingenieursproblem.

Au Mann, Du hast mir aus der Seele gesprochen.

Das wäre eigentlich einen FullQuote wert gewesen ;-)

Gruß,
Oliver

Oliver Bandel

ungelesen,
07.06.2006, 21:37:4407.06.06
an
Joerg wrote:

Würden die veröffentlicht werden?

=> Arbeitsagentur müsste Zahlen haben.

Die neuen seiten von denen (die so beschissen unübersichtlich sind, aber
viele Millionen Euro teuer waren) kannst Du ja mal aufsuchen.
Vielleicht gibt es da irgend einen Link zu Unterschungen?
Oder Wirtschaftsministeriums-Webpages?

Solltest Du etwas finden, sach mal an. ;-)

Irgendow sollte ja Zahlenmaterial sein.

Ürigens kränkelt auch der Freiberufler-Markt ziemlich.

Schon bevor die sofware-Inder und die Green-Card eingeführt wurden,
war der selbige am Kränkeln. Das heisst, als in den Medien
die Greencard als Rettung angesehen wurde, sind viele FBler
schon am abkacken gewesen, weil der Markt eingebrochen war.

Nach Internet-Blasen-Platzung, Jahr2000-Boom und Euro-Umstellung
war die Luft raus. Seit dem ist es alles sehr kränkelnd.

Mal schaun, ob es leicht besser wird... diesmal vielleicht wirklich,
nachdem die letzten Jahre dies immer nur daher geredet wurde (immer im
Januar hiess es "der Markt zieht an" und bevor das erste Quartal sich
dem Ende entgegenneigte war die Luft wider draussen.)


Ciao,
Oliver

M.Randelzhofer

ungelesen,
07.06.2006, 22:21:3007.06.06
an
"Joerg" <notthis...@removethispacbell.net> schrieb im Newsbeitrag
news:SMEhg.40901$fb2....@newssvr27.news.prodigy.net...


Hallo Joerg,

das Hauptproblem liegt wohl daran, dass es schwer ist einen Ing (oder ein
Team) zu finden, der (oder das) sich "committed", d.h. sich für ein Produkt
voll und ganz einsetzt, und sein Privatleben hinten anstellt.

Das bei fähigen amerikanischen Managern beliebte Buch "Die Seele einer neuen
Maschine - von Tracy Kidder" beschreibt ein Team von Leuten, die bei
geringer Bezahlung Höchstleistungen vollbringen. Dafür bekommen die Ings
aber auch eine besondere Motivation (ein Zuckerl), nämlich sich an einem
state of the art Projekt erstmals voll einzubringen zu können, und auch noch
in einem Buch verewigt zu werden (Einer der Protagonisten - Josh Rosen -
schreibt auch ab und zu in comp.arch.fpga).

Der heutige moderne Damager will auch die in dem Buch beschriebenen
Ing-Typen, (also vollen Einsatz, wenig Kohle) aber als Motivation soll der
drohende Arbeitsplatzverlust ausreichen.

Zusätzlich haben sich die Anforderungen dramatisch geändert.
Heute muss die immer aufwendigere Technik perfekt und trotzdem ramschbillig
sein.
Das erfordert viel mehr Know-How, exzessive Bauteilemarkt Kenntnis, und
Teamfähigkeit, bzw. das was sich die Damager darunter vorstellen (sprich
u.A. Bereitschaft zu elendig langen und dauerhaften Dauermeetings, meist mit
Powerpoint, oder Kernzeiten).

Und reich wird man als Ing auch nicht gerade...

Da kann ich schon verstehen, dass viele junge Leute da keinen Bock mehr
darauf haben.

Es sollten sich die Verantwortlichen überlegen, wie sie mit
unkonventionellen und pfiffigen Ideen die jungen zusammen mit den älteren
Ings wieder zur Entfaltung ihrer Fähigkeiten motivieren, dann gibts keinen
Ing-Mangel, und dann schauen die Asiaten alt aus, denn wir sind Deutschland
(Helau!).

Denn der Job hat was. Kreative Arbeit, immer interessante und angenehme
Leute im Kollegenkreis, und zumeist auch einen modernen Kaffeautomaten...


MIKE
PS: Auch ein interessanter Artikel:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,417607,00.html


--
www.oho-elektronik.de
OHO-Elektronik
Michael Randelzhofer
FPGA und CPLD Mini Module
Klein aber oho !

Michael Kamper

ungelesen,
08.06.2006, 02:01:4808.06.06
an
Falk Brunner wrote:

> An den Studiengebühren (die je gerade erst
> anlaufen) wird die Uni nicht reich, das sind bestenfalls drittklassige
> Nebeneinkünfte (wenn sie nicht sowieso abgeführt werden müssen oder
> anderweitig gebunden sind)

Na früher oder später wird es aber mal eine Haupteinnahmequelle. Das
ist ja der Plan. Den Unis wird im Moment das Budget massiv gekürzt,
gleichzeitig erlaubt man ihnen erstmalig Gebühren von den Studenten zu
verlangen. Schau dich mal um, alle Unis werden den Höchstsatz kassieren
- ihnen bleibt auch gar nichts anderes übrig.

> Naja, seh ich nicht so. Es wird schon ne Menge an technischem
> "Spielzeug" gekauft. Navis fürs Auto, Heimwerkerzeugs, Home
> entertainment, Händies, Photoapparate, Videokameras. Da geht einiges
> über den Ladentisch von Saturn & Co.

Jupp, es wird aber hauptsächlich Schrott verkauft. Und zwar viel mehr
Schrott als in jeder anderen Branche. Aber damit auseinandersetzen, ob
das, was einem bei Blöd&Geiz hinterher geworfen wird auch etwas taugt,
das tut leider niemand.

> Wieso nicht? Technologie interessiert DIREKT erstmal nur eine Handvoll
> Freaks und die Ingenieure, die sie entwickeln. Bestes Beispiel
> UNIX/Windows.

Hm weiß nicht, Software ist irgendwie nochmal ein eigenes Kapitel. Und
tief in Windows einsteigen möchte man sowieso nicht ;-)
Andererseits, das Prinzip der "Good-Enough"-Software kann man auch gut
auf heutige Hardware übertragen.

> Bestes Beispiel Auto. Dort
> steckt mittlerweile tierisch Technik drin. Aber unsichtbar. Und das ist
> auch gut so. Keine Sau will wissen, welche Prozessoren, Bussysteme etc.
> da verbaut sind und von wieviel tausend Zeilen Software die Sicherheit
> des Autos abhängt. Wir sind User, keine technikverliebten Freaks.

An der Mechanik wurde und wird aber noch relativ viel rumgebastelt. Die
Elektronik schaut man lieber gar nicht an. Viel zu undurchsichtig,
keine Dokumentation und erst Recht keine Unterstützung vom Hersteller.

> Abwarten. Und auch die Wegwerfgesellschaft hat so einige Eigenheiten,
> die auch in Zukunft nicht verändert werden können. Elektronik ist heute
> höchst integriert. Ein Gerät besteht aus einem Chip und einer Platine.
> Wenn da was kaputt ist, ist nicht viel mit Fehlersuche. Also weg damit.
> Ist auch ökonomisch sinnvoller.

Was ökonomisch sinnvoll ist, entscheidet imho der Manager. Und wenn
dieser meint, dass es sinnvoller ist monatlich neue Schrotthardware zu
entwickeln, statt jährlich etwas gutes, dann läuft meiner Meinung nach
etwas falsch.
Ich fände es als Ing schon sehr frustrierend etwas zu entwickeln, was
nach 2 Jahren keiner mehr haben will bzw. was nach 2 Jahren nicht mehr
funktioniert, weil nur minderwertige Komponenten verbaut wurden.

Gruß
Michael

Oliver Bandel

ungelesen,
08.06.2006, 02:37:1408.06.06
an
M.Randelzhofer wrote:
[...]

> Das bei fähigen amerikanischen Managern beliebte Buch "Die Seele einer neuen
> Maschine - von Tracy Kidder" beschreibt ein Team von Leuten, die bei
> geringer Bezahlung Höchstleistungen vollbringen. Dafür bekommen die Ings
> aber auch eine besondere Motivation (ein Zuckerl), nämlich sich an einem
> state of the art Projekt erstmals voll einzubringen zu können, und auch noch
> in einem Buch verewigt zu werden (Einer der Protagonisten - Josh Rosen -
> schreibt auch ab und zu in comp.arch.fpga).

State of the Art? In Deutschland?
Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich lachen!

Zeig mir doch mal, wo es sowas gibt!

Ausserdem ist es in den falschen Hals bekommen, wenn
aus einem Start-up a la USA, wo man etwas mit Enthusiasmus
aus dem Boden stampft (ohne große Firma, sondern ein Haufen guter Leute)
und aber nachher auch noch die Pfründe ernten kann, umsetzt als
Manager-Strategie, wo die Armut absichtlich herbei geführt wird, von
Firmen, die mehr zahlen könnten aber nicht wollen, also die künstliche
verknappung herbei führt, anstatt daß diese daher kommt, daß die Leute
mit nix anfangen und daraus ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen.


Genauso will man in D ja auch die Mitarbeiter, die technische
Höchstleistung vollbringen können (könnten, wenn die Umgebung
angemessen wäre), und roboten gehn wie Japaner.
Bloß, daß die Japaner, wenn sie Spitzenleute haben, dann auch während
der Arbeitszeit in den Swmming Pool der Firma gehen.

Man will in deutschen Firmen immer nur die eine Seite der Medaille
haben, aber nicht auch die Annehmlichkeiten weiter geben.

Deswegen macht Arbeit in Deutschland keinen Spaß! :(

Davon abgesehen: Egal, in welcher Firma ich war: auf dem neuesten Stand
waren die nicht. Und von anderen ings habe ich das auch gehört... was da
in D so abgeht.
Wenn der Marmorschreibtisch vom Cheffe wichtiger ist, als das
Messequipment, dann läuft da etwas schief.

Und wie passt "state of the art" und "wir sind ein innovatives
Unternehmen" zusammen mit den typischen Ausschreibungen, in denen
Leute gesucht werden, die "... Jahre Berufserfahrung auf diesem Gebiet
und mit den genannten Tools" haben?

Man sucht eben Leute mit Erfahrung auf einem gebiet, das erst entwickelt
werden soll?

Typisch D: man will die ollen Kamellen als neueste Entwicklung darstellen.

Nur, nicht jeder Ing ist so blöd, um diesen Schwachsinn zu glauben.


>
> Der heutige moderne Damager will auch die in dem Buch beschriebenen
> Ing-Typen, (also vollen Einsatz, wenig Kohle) aber als Motivation soll der
> drohende Arbeitsplatzverlust ausreichen.

Ja, man wünscht sich die Nachkriegs-Zeiten zurück, will gerne
Trümmer-Ingenieure, die aus den Ruinen ein neues Land bauen.
Deswegen wird in deutschen Firmen immer alles zertrümmert, was nach KNow
How aussehen könnte - oh zu viel Freiraum für die Entwickler...
das geht nicht, es könnte etwas konstruktives bei raus kommen.

Wenn D Exportweltmeister ist, dann viell. auch auf dem Sektor der
Fachkräfte?

Sind ja schon einige aus diesem Land abgehauen...

Ciao,
Oliver

Oliver Bandel

ungelesen,
08.06.2006, 02:43:2308.06.06
an
Michael Kamper wrote:

> Falk Brunner wrote:
>
>
>>An den Studiengebühren (die je gerade erst
>>anlaufen) wird die Uni nicht reich, das sind bestenfalls drittklassige
>>Nebeneinkünfte (wenn sie nicht sowieso abgeführt werden müssen oder
>>anderweitig gebunden sind)
>
>
> Na früher oder später wird es aber mal eine Haupteinnahmequelle.

Tja, in Deutschland ist man eben führend in der (drittklassigen)
Adaption fremder Modelle auf's eigene Land.

Genau wie in der Technik: man entwicelt nichts neues mehr, sondern
nimmt abgenutzte Ideen, die in anderen Ländern mit anderem Hintergrund
entstanden sind.

Und dann wird gejammert, wieso das alles hier nicht funktioniert.

Deutschland hat ein gewaltiges Problem, und das besteht darin, alles
immer nur durch die "es muß billiger sein"-Brille zu sehen.
Das ist garnicht die Kernkompetenz dieses Landes, und wer seine
Kernkompetenz verlässt, der wird das nachsehen haben.

Statt mit gutem Marketing weiter auf die technologische Spitze zu
zielen, setzt man mit "mach et aba billich!" auf das unterste Niveau.
Statt über technologische Spitze debattiert man über das Problem,
wie man genügend ungelernte in einen Jobh bringen kann.

Warum wird in diesem Land immer nur zum Abrund geschielt?


Ciao,
Oliver

Oliver Bartels

ungelesen,
08.06.2006, 02:43:4008.06.06
an
On Wed, 7 Jun 2006 22:57:36 +0200, "MaWin" <m...@private.net> wrote:
>Deutschland hat ein Managementproblem, kein Ingenieursproblem.

Dem gesagten kann ich (ausnahmsweise ;-) weitgehend zustimmen.

Man kann das Ergebnis dieses Threads auch auf einen einfachen
Nenner bringen:

=> Jede Gesellschaft bekommt die Ingenieure, die sie verdient.

Gruß Oliver

P.s.: Natürlich müssen Firmen in der heutigen Welt auch auf die
Produktionskosten achten - und manchem Ing. kann auch
da ein Blick auf die nackten (betriebs-)wirtschaftlichen
Fakten nicht schaden, z.B. wenn irgendwas für 300 Jahre ;-)
Produktlebensdauer konstruiert werden soll -, aber nicht, um
die Einsparungen gleich wieder mit Management-Overheads
rauszuwerfen.

MaWin

ungelesen,
08.06.2006, 02:58:5808.06.06
an
"Oliver Bartels" <spam...@bartels.de> schrieb im Newsbeitrag
news:ugle82lpr5ts545ad...@4ax.com...

>
> Warum: Das Gesundheitswesen weigert sich beharrlich, endlich
> eine Selbstverständlichkeit umzusetzen, die inzwischen ebenso
> klipp- und klar per EU Gerichtsurteil festgeschrieben wurde,
> nämlich dass auch Ärzte Anspruch auf halbwegs humane
> Arbeitszeiten haben.

Wohl wahr, allerdings ist gerade das bei Montgomery nicht das
Hauptthema: Sondern er will durchaus laenger arbeiten lassen,
aber Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld wieder haben.

Im Prinzip eine gute Idee, das sich endlich eine Gruppe gegen
die realen Lohnsenkungen um ca. 20% wehrt, aber gegenueber dem
Volk kaum zu vermitteln: Das allseits bekannte Arbeitszeitdrama
nimmt er hin, das was allen Leuten in der Republik zugemutet wird
will er aber fuer die Aerzte elitaer erhalten. Dann bestraft er,
aehnlich dem oeffentlichen Dienst, die Kunden (hier Patienten),
und nicht die Arbeitgeber. Warum arbeiten die Aerzte nicht
einfach weiter, sparen es sich aber jedgliche zur Leistungsabrechnung
notwendige Angaben zu machen ?

> Wir haben ganz brutal gesprochen inzwischen einen guten
> Teil unseres eigenen Volkes, der eine extreme Erwartungshaltung
> an wenige Leistungsträger hat, ohne annähernd selber bereit zu
> sein, auch nur einen kleinen Bruchteil dieser Leistung zu bringen.

Manager...

> P.s.: ... der gerade konkret vom Fall eines Computer Security
> Experten gehört hat, der aus der Schweiz kam, hier drei
> Monate gearbeitet hat, dann einen Blick auf den Gehaltszettel
> mit Abzügen für Kassen aller Art warf, postwendend kündigte
> und wieder in die Schweiz ging.

Kann ein Fehler gewesen sein, in D lebt es sich 24% billiger als in
der Schweiz. Einzige Moeglichkeit in der Schweiz besser da zu stehen:
In Deutschland zu wohnen und jeden Tag zu pendeln.

Matthias D.

ungelesen,
08.06.2006, 03:31:2008.06.06
an
MaWin schrieb:

> "Oliver Bartels" <spam...@bartels.de> schrieb ..

dass auch Ärzte Anspruch auf halbwegs humane
>>Arbeitszeiten haben.
>
>

> Wohl wahr, allerdings ist gerade das bei Montgomery..


> einfach weiter, sparen es sich aber jedgliche zur Leistungsabrechnung
> notwendige Angaben zu machen ?
>
>

>>Wir haben ganz brutal gesproch.. in D lebt es sich 24% billiger als in


> der Schweiz. Einzige Moeglichkeit in der Schweiz besser da zu stehen:
> In Deutschland zu wohnen und jeden Tag zu pendeln.


Weiß hier jemand über welche Gehälter geredet wird ?!?!!

Die Herren bekommen so viel, da darf man auch ein wenig
Arbeiten ! Als ich noch nach Metalltarif bezahlt wurde
hat auch niemand von Überstunden geredet oder wochenlang
12 Std arbeiten. Nicht 24 mit Schlafpausen!

Ich will nicht sagen das man das recht auf 12 Std nicht
durchsetzen soll, aber nicht über die ohnehin schon
sehr sehr hohen Gehälter !!!!!!!!!!!!!!

sehr sauer über diese haltlose öffentliche Diskussion

Matthias

Thomas Huebner

ungelesen,
08.06.2006, 03:40:5508.06.06
an
Oliver Bandel schrieb:

> Michael Kamper wrote:
>
> Deutschland hat ein gewaltiges Problem, und das besteht darin, alles
> immer nur durch die "es muß billiger sein"-Brille zu sehen.
> Das ist garnicht die Kernkompetenz dieses Landes, und wer seine
> Kernkompetenz verlässt, der wird das nachsehen haben.
> Warum wird in diesem Land immer nur zum Abrund geschielt?

Weil u.A. Betriebwirtschaftler und deren Dunstkreis bestimmen, was
technisch richtig sein soll.
Bedauerlicherweise sind das keine langfristigen Perspektiven.

--
Thomas

Uwe Hercksen

ungelesen,
08.06.2006, 03:54:5708.06.06
an

Benjamin Spitschan schrieb:
>
> Ich lese da grade nur
>
> | Besonders dramatisch sind die Rückgänge bei Frauen (Elektrotechnik an
> | Universitäten um 8% [...]).
>
> LOL - von 5% auf 4,6%, oder was?

Hallo,

als ich 1971 mit dem Studium anfing waren wir 150 für Elektrotechnik,
davon 4 Damen, die ersten überhaupt bei Elektrotechnik in Erlangen.

Bye

Uwe Hercksen

ungelesen,
08.06.2006, 03:57:3508.06.06
an

Michael Kamper schrieb:


>
> Jupp, es wird aber hauptsächlich Schrott verkauft. Und zwar viel mehr
> Schrott als in jeder anderen Branche. Aber damit auseinandersetzen, ob
> das, was einem bei Blöd&Geiz hinterher geworfen wird auch etwas taugt,
> das tut leider niemand.
>

Hallo,

aber welche andere Branche verkauft schon so komplexe Produkte die aber
keinerlei Elektronik enthält?

Bye

Uwe Hercksen

ungelesen,
08.06.2006, 04:00:0208.06.06
an

Joerg schrieb:


>
> War denn die Stellenanzeige sehr einschraenkend formuliert (nur junge
> Leute und so)? Wenn hier eine Stelle ausgeschrieben wird, dann kommen
> Berge an Post und bei uns ist die Alo-Quote etwas niedriger.
>

Hallo,

Berge an Post ist hier auch bei Stellenausschreibungen üblich.
Man kann oft gar nicht alle einladen.

Bye

Oliver Bandel

ungelesen,
08.06.2006, 04:06:5108.06.06
an
Matthias D. wrote:
[...]

>
> Weiß hier jemand über welche Gehälter geredet wird ?!?!!
>
> Die Herren bekommen so viel, da darf man auch ein wenig
> Arbeiten ! Als ich noch nach Metalltarif bezahlt wurde
> hat auch niemand von Überstunden geredet oder wochenlang
> 12 Std arbeiten. Nicht 24 mit Schlafpausen!
>
> Ich will nicht sagen das man das recht auf 12 Std nicht
> durchsetzen soll, aber nicht über die ohnehin schon
> sehr sehr hohen Gehälter !!!!!!!!!!!!!!
>
> sehr sauer über diese haltlose öffentliche Diskussion
>
> Matthias
>

Was willst Du uns damit sagen (oder fragen)?!


Ciao,
Oliver

Matthias D.

ungelesen,
08.06.2006, 04:45:3508.06.06
an
Oliver Bandel schrieb:

> Matthias D. wrote:
> [...]
>
>>
...ohnehin schon


>> sehr sehr hohen Gehälter !!!!!!!!!!!!!!
>>
>> sehr sauer über diese haltlose öffentliche Diskussion
>>
>> Matthias
>>
>
> Was willst Du uns damit sagen (oder fragen)?!
>
>
> Ciao,
> Oliver

Nix, nur das dies Gerede der Ärzteschaft und der hörigen
Gesellschaft ausgesprochen lächerlich ist und das diese
Berufsgruppe in der Öffentlichkeit dafür gesorgt hat, das
alles von ihnen gefordert werden darf.

Es gibt ja leider keiner Ing.-Romane oder Fernsehserien.
Uns Ing. wird nur vorgeworfen immer im Büro zu sitzen
nur das wir die technisch-gesellschaftliche Entwicklungs-
arbeit leisten müssen (dazu zählt auch Medizintechnik).
Das will aber keiner hören!

Wenn die Ing. mal aufstehen würden, sähe man erst wer hier
so wichtig ist, das man mehr bezahlen sollte.

Gruß
Matthias

Rainer Buchty

ungelesen,
08.06.2006, 04:59:4208.06.06
an
In article <4eovenF...@individual.net>,

Falk Brunner <Falk.B...@gmx.de> writes:
|> An den Studiengebühren (die je gerade erst
|> anlaufen) wird die Uni nicht reich, das sind bestenfalls drittklassige
|> Nebeneinkünfte (wenn sie nicht sowieso abgeführt werden müssen oder
|> anderweitig gebunden sind)

Wir wissen doch alle, worauf die Studiengebühren rauslaufen werden:

Die Landesmittel werden um den Betrag gekürzt, der durch Studiengebühren
reinkommt. Mittelfristig wird man dann einen Maximalbetrag schönrechnen,
um den sich das Land dauerhaft aus der Finanzierung stiehlt.

Die einzige Frage ist lediglich, *wann* man dieses Modell umsetzt, auch
wenn es heute im Zweifelsfall noch negiert wird.

|> Die Masse kann mit UNIX nix anfangen, weil es viel zu viel

|> vom User an Insiderwissen verlangt [...]

Es ist nur ne Frage, wie man es verpackt, vgl. MacOS.

|> Keine Sau will wissen, welche Prozessoren, Bussysteme etc.
|> da verbaut sind und von wieviel tausend Zeilen Software die Sicherheit
|> des Autos abhängt.

Nein, das will man eigentlich wirklich nicht wissen, aber aus anderen
Gründen... Wobei die Rückrufaktionen oder "gelegentliche" Ausraster der
Software auch den Usern auffallen. Sollten.

|> Abwarten. Und auch die Wegwerfgesellschaft hat so einige Eigenheiten,
|> die auch in Zukunft nicht verändert werden können. Elektronik ist heute
|> höchst integriert. Ein Gerät besteht aus einem Chip und einer Platine.
|> Wenn da was kaputt ist, ist nicht viel mit Fehlersuche. Also weg damit.
|> Ist auch ökonomisch sinnvoller.

Für wen? Und bedeutet es, daß ich mir von jeder Elektronik, die *mir*
taugt, in Zukunft einen live-time-buy zulegen muß (in der Hoffnung, daß
die Dinger auch trotz RoHS die Zeit gut überstehen)?

Beispiel Handys: Früher waren sie das, was sie sein sollten. Telefone.
Sie hatten eine sinnvolle, auch für Grobmotoriker einigermaßen bedienbare
Tastenfelder.

Heute bekomme ich durchgestylte, über-designte Multimedia-Automaten, die
ganz nebenbei auch telefonieren können, ich mich dann aber mit einer
saublöden Designer-Tastatur rumschlagen muß, einem Klapp-Mechanismus, der
der physikalischen Beanspruchung ohnehin nur bis zum nächsten Handy-Vertrag
standhält und einer zusammengeschusterten Betriebssoftware, die Malware Tür
und Tor öffnet oder einfach nur mal gerne abschmiert.

Will ich doch gar nicht. Ich will einfach nur ein Telefon.

Und ist es unterm Strich für *mich* wirklich ökonomischer, mir alle 3 Jahre
eine neue integrierte Stereoanlage für 50 Euro zu kaufen, oder kaufe ich
mir lieber einmal "was recht's" und das tut's dann 20, 25 und noch mehr
Jahre, weil das schlimmste, was passiert, vielleicht mal ein ausgeleierter
Riemen oder ein ausgetrockneter Elko ist.

Ist es für die *Gesamtwirtschaft* ökonomischer, wenn man unreparierbare
Jubelelektronik baut und somit einen ganzen Berufszweig (Radio-/Fernseh-
techniker und Artverwandte) ausradiert?

Rainer

Rainer Buchty

ungelesen,
08.06.2006, 05:33:3508.06.06
an
In article <11497306...@elch.in-berlin.de>,

Oliver Bandel <oli...@first.in-berlin.de> writes:
|> Mal schaun, ob es leicht besser wird... diesmal vielleicht wirklich,
|> nachdem die letzten Jahre dies immer nur daher geredet wurde (immer im
|> Januar hiess es "der Markt zieht an" und bevor das erste Quartal sich
|> dem Ende entgegenneigte war die Luft wider draussen.)

Genau das Gerede ist doch das Problem.

So wie die Presse die letzten Jahre nicht müde wurde, zu betonen, wie
schlecht es der Industrie ginge und in welch schwierigen Zeiten wir leben,
so bläst sie nun ins "alles wird gut!"-Horn.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß da mal wieder jemand virtuos
auf dem Presseinstrument spielt...

Rainer

Oliver Bartels

ungelesen,
08.06.2006, 05:31:5808.06.06
an
On Thu, 08 Jun 2006 09:31:20 +0200, "Matthias D."
<matthia...@rub.de> wrote:
>Die Herren bekommen so viel, da darf man auch ein wenig
>Arbeiten !

Sorry, das klingt etwas nach den üblichen Sozialneidparolen.

Ein Assistenzarzt bekommt ungefähr das Gehalt eines
guten Facharbeiters, und das nach jahrelanger Ausbildung.

Dto. hat es einen Grund, warum auch Hausarztpraxen
immer weniger werden: Der Doc. darf sich erstmal ordentlich
verschulden und dann das Haftungsrisiko für vermeindlich
zuviel verschriebene Medikamente übernehmen, auch das
bei einem Praxengewinn, der in keinster Weise den
"fetten Daimler" finanziert. Die Zeiten sind vorbei.

Ein "Schreibtischtäter" lebt da um einiges bequemer,
mit wesentlich mehr Gehalt ...

Gruß Oliver

Benjamin Spitschan

ungelesen,
08.06.2006, 05:39:4808.06.06
an
Matthias D. schrieb:

> Wenn die Ing. mal aufstehen würden, sähe man erst wer hier
> so wichtig ist, das man mehr bezahlen sollte.

Hier braut sich was zusammen - es brodelt ;)!

Grüße, Benjamin

Rainer Buchty

ungelesen,
08.06.2006, 05:41:5508.06.06
an
In article <4eq6dfF...@news.dfncis.de>,

"Matthias D." <matthia...@rub.de> writes:
|> Nix, nur das dies Gerede der Ärzteschaft und der hörigen
|> Gesellschaft ausgesprochen lächerlich ist [...]

So? Kann es sein, daß Du da ein zu Fernsehserien-lastiges Bild
von der werten Ärzteschaft hast?

Vergiß "Professor Brinkmann", das ist Fiktion. Unterhalte Dich
dagegen mal mit niedergelassenen Hausärzten und wie es da mittlerweile
aussieht.

Fakten statt Klischees.

Rainer

Ansgar Strickerschmidt

ungelesen,
08.06.2006, 05:49:1508.06.06
an
Falk Brunner schrub:

> Naja, seh ich nicht so. Es wird schon ne Menge an technischem
> "Spielzeug" gekauft. Navis fürs Auto, Heimwerkerzeugs, Home
> entertainment, Händies, Photoapparate, Videokameras. Da geht einiges
> über den Ladentisch von Saturn & Co.

Und zu 90% (oder mehr?) designed in Fernost.

Ansgar

--
Mails an die angegebene Adresse erreichen mich - oder auch nicht! Gültige
Adresse gibt's bei Bedarf!
Mails to the given address may or may not reach me - valid return address
will be given when required!

Michael Kamper

ungelesen,
08.06.2006, 05:54:0408.06.06
an
Uwe Hercksen wrote:

> aber welche andere Branche verkauft schon so komplexe Produkte die aber
> keinerlei Elektronik enthält?

z.b. Pharmaindustrie. Ja, auch da wird ziemlich viel Mist verkauft :-/

Gruß
Michael

Falk Brunner

ungelesen,
08.06.2006, 05:56:5208.06.06
an
Thomas Huebner schrieb:

> Weil u.A. Betriebwirtschaftler und deren Dunstkreis bestimmen, was
> technisch richtig sein soll.

Komisch, woher kenn ich das nur? Ahhh, jetzt ja! Ex-DDR, da entschieden
die Parteisekretäre, was ökonomisch/technisch sinnvoll ist. Das Ende vom
Lied ist beannt.

MfG
Falk

Guido Grohmann

ungelesen,
08.06.2006, 08:01:4608.06.06
an
Oliver Bandel schrieb:

> Genau wie in der Technik: man entwicelt nichts neues mehr, sondern
> nimmt abgenutzte Ideen, die in anderen Ländern mit anderem Hintergrund
> entstanden sind.

Hmm, und wenn man doch mal was eigenes macht (Maut-System), gibts verbal
Haue. Aber offenbar funktioniert das Maut-System doch jetzt, oder?

Guido

Ansgar Strickerschmidt

ungelesen,
08.06.2006, 06:18:4308.06.06
an
Oliver Bartels schrub:

> Der Ing. darf dann irgendwas entwickeln, ist es halbfertig,
> dann wird geschaut, wie man die Restentwicklungskosten
> möglichst minimiert und die Entwickler rasiert, denn jetzt
> hat $MANAGER ja etwas für seine Chinafertigung, um
> gegenüber $OBERMANAGER als Held dazustehen.

<zurücklehn> Was bin ich froh, da zu arbeiten, wo ich bin.
Kleiner Laden, kundenorientiert, wirtschaftlich altmodisch (es wird aus
Prinzip nicht auf Pump gelebt), technisch up-to-date und qualitativ gute
Ware, keine Hierarchie (Doppelspitze - 2 Chefs), motivierte Leute, Raum
für Eigeninitiative.
Ja, sowas gibt's in D auch noch.
Ich glaube, ich bleibe noch ein Weilchen.

Falk Brunner

ungelesen,
08.06.2006, 06:20:2408.06.06
an
Rainer Buchty schrieb:

> |> Die Masse kann mit UNIX nix anfangen, weil es viel zu viel
> |> vom User an Insiderwissen verlangt [...]
>
> Es ist nur ne Frage, wie man es verpackt, vgl. MacOS.

Ja eben. Oder auch Windows (egal welche Hasstriaden da in den letzten 10
Jahren gelaufen sind).

> |> Keine Sau will wissen, welche Prozessoren, Bussysteme etc.
> |> da verbaut sind und von wieviel tausend Zeilen Software die Sicherheit
> |> des Autos abhängt.
>
> Nein, das will man eigentlich wirklich nicht wissen, aber aus anderen
> Gründen... Wobei die Rückrufaktionen oder "gelegentliche" Ausraster der
> Software auch den Usern auffallen. Sollten.

Naja, hit happens. Die Frage ist am Ende, warum die Fehler durchgekommen
sind? War es einfach Pech bzw. höhere Gewalt? Oder die übliche Hektik
und Damaging, Produkt muss unbedingt raus, keine Zeit und Mittel für
Tests. Man hört da ja so einiges.

> Für wen? Und bedeutet es, daß ich mir von jeder Elektronik, die *mir*

Für alle. Den Hersteller und den Konsumenten.

> taugt, in Zukunft einen live-time-buy zulegen muß (in der Hoffnung, daß
> die Dinger auch trotz RoHS die Zeit gut überstehen)?

Bitte nicht Bauteile mit Endprodukten durcheinanderhauen.

> Beispiel Handys: Früher waren sie das, was sie sein sollten. Telefone.
> Sie hatten eine sinnvolle, auch für Grobmotoriker einigermaßen bedienbare
> Tastenfelder.

Die ältere Generation spricht . . . .;-)
Gab da nicht erst nen Thead, Telefon für ältere Menschen ;-)

> Heute bekomme ich durchgestylte, über-designte Multimedia-Automaten, die
> ganz nebenbei auch telefonieren können, ich mich dann aber mit einer
> saublöden Designer-Tastatur rumschlagen muß, einem Klapp-Mechanismus, der
> der physikalischen Beanspruchung ohnehin nur bis zum nächsten Handy-Vertrag
> standhält und einer zusammengeschusterten Betriebssoftware, die Malware Tür
> und Tor öffnet oder einfach nur mal gerne abschmiert.

Tja, typisch over-featured. BACK TO THE ROOOTS!

> Will ich doch gar nicht. Ich will einfach nur ein Telefon.

Schon, aber was würde ein Handy dieser Art kosten bzw. an Gewinn
abwerfen? So gut wie gar nix. Je einfacher/billiger ein Produkt,
umsomehr Menge wird gebraucht. Zeitater der Massenproduktion.

> Und ist es unterm Strich für *mich* wirklich ökonomischer, mir alle 3 Jahre
> eine neue integrierte Stereoanlage für 50 Euro zu kaufen, oder kaufe ich
> mir lieber einmal "was recht's" und das tut's dann 20, 25 und noch mehr
> Jahre, weil das schlimmste, was passiert, vielleicht mal ein ausgeleierter
> Riemen oder ein ausgetrockneter Elko ist.

Riemen in der Stereoanlage? Du meinst Plattenspieler? Zombie! ;-)
Aber das Problem ist doch, dass die überwiegende Masse nunmal vom "Geiz
ist Geil" Virus erfasst ist. Und es ist in gewisser Weise auch
verständlich. Der Druck ist immens. Bestes Beispiel sind Drucker. Die
kosten heute GAR NCIHTS mehr. Aber dann jammert alle Welt über die
teuren Farbpatronen. Mann, Mann Mann. Heute kostes ein guter
Tintenkleckser so 50 Euro. Was ist das? Nix. Ich hab vor 10 Jahre nen
BJC210 gekauft. War damals so die Einsteigerklasse, für 480 DM. Für den
gleichen Preis (WENIGER!) gibts heute nen Farblaser!!!! Und alle Welt
jammert, wie schlecht es ihr geht. Ich verstehs nicht.
Dieses Phänomen durchzieht die Gesellschaft in allen Ebenen. Ich halte
das für sehr gefährlich.

> Ist es für die *Gesamtwirtschaft* ökonomischer, wenn man unreparierbare
> Jubelelektronik baut und somit einen ganzen Berufszweig (Radio-/Fernseh-
> techniker und Artverwandte) ausradiert?

Alles hat seine Zeit. Auch Berufe. Würdest du heute die
Drucker/Kopierer/PCs abschaffen, damit wieder tausende Mädels als
Sekretärin/lebende Kopiermaschienen artbeiten können? Sicher nicht. Dito
gilt das in anderen Bereichen. Zu Zeiten, als Elektronik SEHR teuer war,
war es ökonomisch sinnvoll jemanden hinzusetzen und ein Gerät
/Fernseher/Radio) reparieren zu lassen. Die Zeiten sind aber praktisch
vorbei. Durch Integration und Automatisierung ist Elektronik spottbillig
geworden, Arbeitszeit im Gegenzug sauteuer. Da macht es in den meisten
Fällen keinen Sinn, etwas zu reparieren, technisch ist es z.T. auch gar
nicht mehr möglich, ausser komplette Chasis/Platinen zu wechseln. Ein
Fernseher ist heute um einiges komplexer und vor allem integrierter als
vor 30 Jahren.
Wie sagte mal jemand zum Thema alte/abgekündigte Bauteile

"It was good as long as it lasted"

Schöner Satz, passt auf ne Menge Dinge im Leben.

MfG
Falk

Axel Schwenke

ungelesen,
08.06.2006, 06:08:5208.06.06
an
"Matthias D." <matthia...@rub.de> wrote:
>> "Oliver Bartels" <spam...@bartels.de> schrieb ..
>
>>> dass auch Ärzte Anspruch auf halbwegs humane
>>> Arbeitszeiten haben.
>
> Weiß hier jemand über welche Gehälter geredet wird ?!?!!
>
> Die Herren bekommen so viel, da darf man auch ein wenig
> Arbeiten !

Ich habe die Quotierung mal bereiningt, weil ich vermute, du sprichst
von Ärzte-Gehältern. Da mußt du aber ganz klar unterscheiden zwischen
den niedergelassenen Ärzten und Klinik-Ärzten. Letztere sind die mit
den niedrigen Gehältern und langen Arbeitszeiten. Den anderen gehts
blendend. Das einzige Problem, das die haben, ist die Konkurrenz, bzw.
die allgemein zu gute Gesundheit der Menschen. Es gibt nämlich immer
mehr niedergelassene Ärzte pro Einwohner (IIRC hat sich der Schnitt in
den letzten 20 Jahren verdoppelt). Wobei das regional stark schwankt.
In einer Großstadt wie München (mit vielen Gutverdienern/Privatpati-
enten) gibt es deutlich mehr Ärzte pro Kopf als in einem kleinen Kaff
in Mecklenburg mit 30% (bereinigt, real 50%) Arbeitslosen. Warum wohl?

Zum Thema Arbeitszeit: hier um die Ecke ist eine Praxis von zwei
Medizinern. Denen geht es so gut, daß die (zusammen!) bloß 3 1/2 Tage
in der Woche Sprechstunde haben. Ich war da genau einmal, um mir die
Impfung vor dem Asien-Urlaub abzuholen. Der Doc (mit Spezialisierung
auf "ganzheitliche Heilmethoden") hat mich, bevor er mir die Spritze
von der Schwester geben ließ, durch ein Stück Glas betrachtet und mir
versichert die Energieflüsse wären ausgeglichen und ich würde die
Impfung sicher gut vertragen. Ich hoffe, ich werde nie so krank, daß
ich es nicht mehr zu einem *richtigen* Arzt schaffe.


XL

Falk Brunner

ungelesen,
08.06.2006, 06:31:4508.06.06
an
Ansgar Strickerschmidt schrieb:

> Falk Brunner schrub:
>
>> Naja, seh ich nicht so. Es wird schon ne Menge an technischem
>> "Spielzeug" gekauft. Navis fürs Auto, Heimwerkerzeugs, Home
>> entertainment, Händies, Photoapparate, Videokameras. Da geht einiges
>> über den Ladentisch von Saturn & Co.
>
>
> Und zu 90% (oder mehr?) designed in Fernost.

Mag sen. Aber es ging um die Technik-freundlichkeit in Deutschland. Und
die ist IMHO relativ hoch, trotz AKW-PRotesten und Umweltschutz.

MFG
Falk

P.S. So technikgeil wie die Japaner wollen wir nun wirklich nicht sein,
oder?

Thomas Huebner

ungelesen,
08.06.2006, 06:47:4008.06.06
an
Falk Brunner schrieb:

> Komisch, woher kenn ich das nur? Ahhh, jetzt ja! Ex-DDR, da entschieden
> die Parteisekretäre, was ökonomisch/technisch sinnvoll ist. Das Ende vom
> Lied ist beannt.

Na ja: Ein BWLer wird nicht ohne Not Investitionsgüter quersubventionieren.

Dazu zählen NICHT die "Dinge des täglichen Bedarfs", die laufende
Verbrauchskosten nach sich ziehen.
Bestes Beispiel: Billig-Tintenstrahldrucker oder Funktelefone.

--
Thomas

Ansgar Strickerschmidt

ungelesen,
08.06.2006, 06:49:2208.06.06
an
Oliver Bandel schrub:

> Deswegen macht Arbeit in Deutschland keinen Spaß! :(

Kann ich nicht behaupten.

> Davon abgesehen: Egal, in welcher Firma ich war: auf dem neuesten Stand
> waren die nicht. Und von anderen ings habe ich das auch gehört... was da
> in D so abgeht.

Bei Interesse schick ich Dir unsere Web-Adresse per pm (funktioniert Deine
Adresse?). Möchte hier in der Group keine Reklame machen.
Bloß mal so, damit Du gucken kannst, ob wir up-to-date sind.
Allerdings suchen wir z.Z. leider keine Leute.

> Wenn der Marmorschreibtisch vom Cheffe wichtiger ist, als das
> Messequipment, dann läuft da etwas schief.

ACK.

> Und wie passt "state of the art" und "wir sind ein innovatives
> Unternehmen" zusammen mit den typischen Ausschreibungen, in denen
> Leute gesucht werden, die "... Jahre Berufserfahrung auf diesem Gebiet
> und mit den genannten Tools" haben?

naja, beim heutigen Grad der Komplexität muss man schon einen gewissen
Satz an "Spezialwerkzeug" beherrschen, um damit Neues schaffen zu können.
Außer man heißt McGyver...

> Wenn D Exportweltmeister ist, dann viell. auch auf dem Sektor der
> Fachkräfte?

Der war gut... :)

Matthias D.

ungelesen,
08.06.2006, 06:54:1708.06.06
an

Rainer Buchty schrieb:

Das sind PRIVATWIRTSCHAFTLER
keine Trafibeschäftigten !!!!!

Matthias D.

ungelesen,
08.06.2006, 06:57:0808.06.06
an

Axel Schwenke schrieb:

> "Matthias D." <matthia...@rub.de> wrote:
>
>>>"Oliver Bartels" <spam...@bartels.de> schrieb ..
>>
>>>>dass auch Ärzte Anspruch auf halbwegs humane
>>>>Arbeitszeiten haben.
>>
>>Weiß hier jemand über welche Gehälter geredet wird ?!?!!
>>
>>Die Herren bekommen so viel, da darf man auch ein wenig
>>Arbeiten !
>
>
> Ich habe die Quotierung mal bereiningt, weil ich vermute, du sprichst
> von Ärzte-Gehältern. Da mußt du aber ganz klar unterscheiden zwischen
> den niedergelassenen Ärzten und Klinik-Ärzten. Letztere sind die mit
> den niedrigen Gehältern und langen Arbeitszeiten.

Ich habe keine Ahnung was euch so bezahlt wird. Wenn der
Krankenhausarzt über seine Anfangszeit hinweg ist dann schau
mal in die Tariflisten !!!

Dieter Wiedmann

ungelesen,
08.06.2006, 07:10:5108.06.06
an
"Matthias D." schrieb:

> Ich habe keine Ahnung was euch so bezahlt wird. Wenn der
> Krankenhausarzt über seine Anfangszeit hinweg ist dann schau
> mal in die Tariflisten !!!

Beispiel? Aber bitte mit Berücksichtigung der üblichen
Wochenarbeitszeit!


Gruß Dieter

Myn Seudop

ungelesen,
08.06.2006, 07:18:1208.06.06
an
"Matthias D." wrote:

> durchsetzen soll, aber nicht über die ohnehin schon
> sehr sehr hohen Gehälter !!!!!!!!!!!!!!

"'Multiple exclamation marks,' he went on, shaking his head, 'are a
sure sign of a diseased mind.'" (Terry Pratchett)

Vielleicht solltest Du mal zum Arzt damit gehen.

SCNR Myn


Matthias D.

ungelesen,
08.06.2006, 07:20:2308.06.06
an
> Beispiel? Aber bitte mit Berücksichtigung der üblichen
> Wochenarbeitszeit!
>
>
> Gruß Dieter

Sagte ich schon das Du als Tarifbeschäftigter auch nicht
nach Überstunden gefragt wirst !?

Oder bist Du etwa auch so ein Steigbügelhalter?

Sieh mal auf Deine Abrechnung und sagt mir ob 4000,-
Brutto für Dich zu wenig sind. Ausserdem wirst Du
gefeuert oder kommst gleich ins Gefängnis wenn Du
Mist gebaut hast. Beweis das mal Deinen "weißen Freunden"!


Guido Grohmann

ungelesen,
08.06.2006, 09:26:0708.06.06
an
Falk Brunner schrieb:

> Riemen in der Stereoanlage? Du meinst Plattenspieler? Zombie! ;-)

Oder Kassettendeck. Dier derzeitig einzige problemlose und vor allem
unberhinderte Möglichkeit, was aufnzunehmen.

Guido

Dieter Wiedmann

ungelesen,
08.06.2006, 07:50:5208.06.06
an
"Matthias D." schrieb:

> Sagte ich schon das Du als Tarifbeschäftigter auch nicht
> nach Überstunden gefragt wirst !?

Du kennst also die übliche Wochenarbeitszeit eines Krankenhausarztes
nicht.


> Oder bist Du etwa auch so ein Steigbügelhalter?

Na klar, das hast du mit deinem grenzenlos scharfen Verstand natürlich
sofort durchschaut.


> Sieh mal auf Deine Abrechnung und sagt mir ob 4000,-
> Brutto für Dich zu wenig sind. Ausserdem wirst Du
> gefeuert oder kommst gleich ins Gefängnis wenn Du
> Mist gebaut hast. Beweis das mal Deinen "weißen Freunden"!

Au weia!


Gruß Dieter

Ansgar Strickerschmidt

ungelesen,
08.06.2006, 07:57:4708.06.06
an
Guido Grohmann schrub:

> Oliver Bandel schrieb:
>
>> Genau wie in der Technik: man entwicelt nichts neues mehr, sondern
>> nimmt abgenutzte Ideen, die in anderen Ländern mit anderem Hintergrund
>> entstanden sind.
>
> Hmm, und wenn man doch mal was eigenes macht (Maut-System), gibts verbal
> Haue.

Aber nicht wegen der Tatsache "Neues Mautsystem entwickeln" an und für
sich, sondern wegen der Begleitumstände - halt das Übliche bei
Großprojekten:
- Zeitüberschreitung
- Budgetüberschreitung
- Mißmanagement
- X Leute wollen sich die Hände auch noch mit dran waschen
- Y Leute wollen mitquatschen und sich wichtig machen
- einen Rolls-Royce haben wollen, aber alles für die Produktion eines
Ackerschleppers auslegen

Besonders schlimm ist es immer dann, wenn öffentliche Stellen an irgendwas
beteiligt sind. Das wird grundsätzlich zur Geldverschwendung in Potenz und
beißt sich einfach von Grund auf mit jedem wirtschaftlichen Verständnis.
Dagegen ist auch kein Kraut gewachsen. Ich möchte auch lieber gar nicht so
genau wissen, was da noch alles an Schweinereien für "zukünftige
Anwendungen" mit eingebaut wurde...

> Aber offenbar funktioniert das Maut-System doch jetzt, oder?

So einigermaßen, was man hört.

Stefan Hachmann

ungelesen,
08.06.2006, 08:03:2508.06.06
an
Guido Grohmann schrieb:

[..]


> Hmm, und wenn man doch mal was eigenes macht (Maut-System), gibts verbal
> Haue. Aber offenbar funktioniert das Maut-System doch jetzt, oder?

Die "Haue" gab es für das Design an sich, für das aber wohl kaum die
entsprechenden Entwickler verantwortlich sein dürften. -> Damager.

Ob es offenbar funktioniert, kann Dir nur ein kleinster Teil der
Republik wirklich sagen, da der zugehörige Vertrag ein außerordentlich
wichtiges Staatsgeheimnis ist^W sein soll. Jeder weitere Kommentar,
abgesehen von Krötenwanderung, erübrigt sich daher.


Stefan

Oliver Bandel

ungelesen,
08.06.2006, 08:23:1808.06.06
an
Matthias D. wrote:

Nicht alle con denen sind dies oder jenes.
Und mancher von "unseren" ist auch nicht nur dieser sondern solch
einer... ;-)

Falk Brunner

ungelesen,
08.06.2006, 08:27:2908.06.06
an
Matthias D. schrieb:

> Sagte ich schon das Du als Tarifbeschäftigter auch nicht
> nach Überstunden gefragt wirst !?
>
> Oder bist Du etwa auch so ein Steigbügelhalter?
>
> Sieh mal auf Deine Abrechnung und sagt mir ob 4000,-
> Brutto für Dich zu wenig sind. Ausserdem wirst Du
> gefeuert oder kommst gleich ins Gefängnis wenn Du

Wirf mal ne Valium ein, du hyperventilierst.
Und nimm mal das rote Tuch weg, das macht dich scheinbar nervös.

MfG
Falk

Oliver Bandel

ungelesen,
08.06.2006, 08:31:3808.06.06
an
Ansgar Strickerschmidt wrote:

> Oliver Bandel schrub:
>
>> Deswegen macht Arbeit in Deutschland keinen Spaß! :(
>
>
> Kann ich nicht behaupten.
>
>> Davon abgesehen: Egal, in welcher Firma ich war: auf dem neuesten Stand
>> waren die nicht. Und von anderen ings habe ich das auch gehört... was
>> da in D so abgeht.
>
>
> Bei Interesse schick ich Dir unsere Web-Adresse per pm (funktioniert
> Deine Adresse?). Möchte hier in der Group keine Reklame machen.
> Bloß mal so, damit Du gucken kannst, ob wir up-to-date sind.
> Allerdings suchen wir z.Z. leider keine Leute.

[...]

Ja, schick ma her; die Mailadresse ist echt (gut, daß es
Spamfilter gibt :)).

BTW: Ich freelance (nein, ich schrieb nicht "faulenze",
sondern "freelance") ;-) und deswegen stört's mich auch nicht,
wenn ihr derzeit keine FA's sucht. ;-)

Gruß,
Oliver

Steffen Koepf

ungelesen,
08.06.2006, 08:33:0208.06.06
an
Hallo Joerg,

Joerg <notthis...@removethispacbell.net> wrote:
> Hier in Uebersee koennen wir die Wahrheit dazu nicht finden, aber eine
> Arbeitslosenquote um 11-12% laesst doch arge Zweifel an der Richtigkeit
> solcher Behauptungen aufkommen.

Ja, mit der Wahrheit geht es hier steil bergab. Die Regierung hat
es sich mal wieder zum Ziel gemacht, die Arbeitslosigkeit abzubauen,
egal wie. Nachdem es sich die Parteien im Wahlkampf auf die Fahnen
geschrieben haben, Arbeit zu schaffen, erwartet die Bevoelkerung
jetzt Erfolge. Nachdem der Abbau normaler sozialversicherungspflichtiger
Arbeitsverhaeltnisse weiter fortschreitet (dazu werden aber kaum noch
Zahlen veroeffentlicht!), nimmt die Zeitarbeit (eher nicht bei Ings)
und Leiharbeit (Ings, etc.) sowie 1-Euro-Jobber und aehnliches
(subventionierte Arbeitsplaetze) stark zu. Jetzt laufen weitere
Kombilohn- und Mindestlohnexperimente in der Politik.

Dieser Zweckoptimismus ("nachhaltiges Wachstum", "2. Wirtschaftswunder",
"Jobmotor") hat viele Zeitungen auf Bildzeitungsniveau gebracht. Schade.

Gerade einen Artikel in der VDI-Zeitung gelesen ueber die Autoindustrie
in D. Zentraler Punkt war, dass die Autos immer aelter werden, und
das, weil u.a. Otto Normalbuerger lieber hoehere Steuern (wegen
Schadstoffklasse) in Kauf nimmt statt eine Karre voller High-Tech
zu erwerben, bei der bei leerer Batterie nichtmal mehr mit
Starthilfekabel gestartet werden kann.
Jetzt haben viele Autohersteller Ueberkapazitaeten, die sie eher
weniger durch noch hoehere Verkaufszahlen ;) als eher durch
massiven Arbeitsplatzabbau und Werksschliessungen abbauen (dazu
hat MaWin ja schon was geschrieben). Das trifft natuerlich massiv
auch alle Zulieferer und damit groessere Bereiche wo viele Ings
in D in der Entwicklung taetig sind.

Letzte Woche hab ich Einblick in einen Zulieferer hier in D
gehabt, der sich auf Kommunikation in Fahrzeugen spezialisiert hat
und Ings. und andere sucht (mit ein paar Mitarbeitern von der Firma
in der Sauna ins Gespraech gekommen). Da das meiste im Auftrag eines
Autokonzerns in Amerika entwickelt wird, der von S&P ein Junk-Rating
verpasst bekommen hat, muss das alles sehr kostenextensiv entwickelt
werden ;), weil der naechste Milestone im November ist, muss die
Einarbeitungszeit leider komplett entfallen, weshalb die Kandidaten
alles an Know-How bereits mitbringen muessen (einiges), und weil
unklar ist, wie es nach dem November weitergeht, keine Festanstellung
sondern Leiharbeit ;).
Sicher nicht repraesentativ, aber es zeigt Tendenzen. Und was in
den naechsten Jahren ansteht.


Gruss,

Steffen

Guido Grohmann

ungelesen,
08.06.2006, 10:37:0208.06.06
an
Ansgar Strickerschmidt schrieb:
> Guido Grohmann schrub:

>
>> Hmm, und wenn man doch mal was eigenes macht (Maut-System), gibts
>> verbal Haue.
>
>
> Aber nicht wegen der Tatsache "Neues Mautsystem entwickeln" an und für
> sich,

och, doch! Die Stimmen, man hätte ein bereits bestehendes System
importieren sollen, weil das billiger wäre, waren nicht gerade leise!

> sondern wegen der Begleitumstände - halt das Übliche bei
> Großprojekten:

Sicher war das der Aufhänger für die o.g. Kritik an diesem Projekt.

> Besonders schlimm ist es immer dann, wenn öffentliche Stellen an
> irgendwas beteiligt sind. Das wird grundsätzlich zur Geldverschwendung
> in Potenz und beißt sich einfach von Grund auf mit jedem
> wirtschaftlichen Verständnis.

Du kennst die EU-Richtlinien für die Vergsabe von Leistungen und die
VOL? So manche Firma hat einer öffentlichen Stelle schon mehr Geld
abgenköpft, als wenn diese es hätte mit eigenen Leuten selber machen
wollen. Gut, wenn das Geld dann an diese Firma bezahlt wurde, ist das
Verschwendung. Stimmt.

>> Aber offenbar funktioniert das Maut-System doch jetzt, oder?
>
> So einigermaßen, was man hört.

Ich frage nur, weil man gar nix mehr hört.

Guido

Guido Grohmann

ungelesen,
08.06.2006, 10:39:1908.06.06
an
Stefan Hachmann schrieb:

> Guido Grohmann schrieb:
>
> [..]
>
>>Hmm, und wenn man doch mal was eigenes macht (Maut-System), gibts verbal
>>Haue. Aber offenbar funktioniert das Maut-System doch jetzt, oder?
>
>
> Die "Haue" gab es für das Design an sich, für das aber wohl kaum die
> entsprechenden Entwickler verantwortlich sein dürften. -> Damager.

hmm, ich erinner mich immer noch an die Stimmen, die da forderten, z.B.
das Mautsystem der Österreicher einzukaufen und die das Projekt für
Größenwahnsinnig hielten.

> Ob es offenbar funktioniert, kann Dir nur ein kleinster Teil der
> Republik wirklich sagen, da der zugehörige Vertrag ein außerordentlich
> wichtiges Staatsgeheimnis ist^W sein soll.

Oha, das erklärt eniges ...

> Jeder weitere Kommentar,
> abgesehen von Krötenwanderung, erübrigt sich daher.

hihi ...

Guido

Rainer Buchty

ungelesen,
08.06.2006, 08:56:2608.06.06
an
In article <4eqap0F...@individual.net>,
Guido Grohmann <guido.g...@gmx.de> writes:
|> Hmm, und wenn man doch mal was eigenes macht (Maut-System), gibts verbal =

|> Haue. Aber offenbar funktioniert das Maut-System doch jetzt, oder?

Die Haue hat's ja nicht für das Maut-System an sich gegeben, sondern für die
Version, die schon 2003 fertig sein sollte, erst 2004 kam -- und dann aber
auch erst im abgespeckten Betrieb lief.

Erst Januar 2007 kommt ja nun wohl das, was man bereits für 2003 vollmundig
versprochen hatte.

Rainer

Ralph A. Schmid, DK5RAS

ungelesen,
08.06.2006, 09:13:2408.06.06
an
Stefan Hachmann <use.repl...@hachmann-it.de> wrote:

>Ob es offenbar funktioniert, kann Dir nur ein kleinster Teil der
>Republik wirklich sagen, da der zugehörige Vertrag ein außerordentlich
>wichtiges Staatsgeheimnis ist^W sein soll. Jeder weitere Kommentar,
>abgesehen von Krötenwanderung, erübrigt sich daher.

Das System konnte gar nicht scheitern, es bietet als Nebeneffekt ja
die totale Überwachung des Autobahnverkehrs. Hätte einigen Leuten
sicher nicht gepaßt, wenn es ein anderes System geworden wäre...

Rainer Buchty

ungelesen,
08.06.2006, 09:34:1008.06.06
an
In article <4eqbvbF...@individual.net>,

Falk Brunner <Falk.B...@gmx.de> writes:
|> Naja, hit happens. Die Frage ist am Ende, warum die Fehler durchgekommen
|> sind? War es einfach Pech bzw. höhere Gewalt? Oder die übliche Hektik
|> und Damaging, Produkt muss unbedingt raus, keine Zeit und Mittel für
|> Tests. Man hört da ja so einiges.

Ich denke, die Antwort kennen wir alle.

|> Für alle. Den Hersteller und den Konsumenten.

Für den Hersteller sicherlich. Für den Konsumenten, der sich sowas für
länger und nicht nur einer kurzfristigen Modeerscheinung heraus kauft, wohl
nicht.

|> > taugt, in Zukunft einen live-time-buy zulegen muß (in der Hoffnung, daß
|> > die Dinger auch trotz RoHS die Zeit gut überstehen)?
|>
|> Bitte nicht Bauteile mit Endprodukten durcheinanderhauen.

Wenn die Lötstellen brüchig werden oder ein interner "Tin Whisker" dem
Bauteil den Garaus machen, trifft es auch das Endprodukt.

|> Die ältere Generation spricht . . . .;-)
|> Gab da nicht erst nen Thead, Telefon für ältere Menschen ;-)

Jaja :)

|> Schon, aber was würde ein Handy dieser Art kosten bzw. an Gewinn
|> abwerfen? So gut wie gar nix. Je einfacher/billiger ein Produkt,
|> umsomehr Menge wird gebraucht. Zeitater der Massenproduktion.

Ein einfaches Handy würde den Hersteller (verglichen mit dem Featuritis-
Modell) nahezu nichts kosten, der Netzbetreiber müßte es somit nicht
massiv quersubventionieren -- und alle wären glücklich.

Das Problem ist doch eher, daß man hier mit aller Gewalt das gleiche
Gerät immer wieder neu verkaufen will, indem man künstlichen Bedarf weckt,
weil das Folgegerät dann eine Kamera, Radio, MP3-Player oder einfach einen
besseren cw-Wert (wichtig für die Weitwurf-Meisterschaften :) hat.

Der *Kunde* (zumindest der postpubertäre) wäre in aller Regel schon mit nem
Telefon zufrieden.

|> Riemen in der Stereoanlage? Du meinst Plattenspieler? Zombie! ;-)

Tape Deck :)

|> Aber das Problem ist doch, dass die überwiegende Masse nunmal vom "Geiz
|> ist Geil" Virus erfasst ist. Und es ist in gewisser Weise auch
|> verständlich. Der Druck ist immens. Bestes Beispiel sind Drucker. Die
|> kosten heute GAR NCIHTS mehr. Aber dann jammert alle Welt über die
|> teuren Farbpatronen.

Und genau das ist auch wieder so ein Beispiel. Da wird die Ware selbst,
der Drucker, über teuerste Betriebskosten quersubventioniert.

Wäre ungefähr so, als wenn Du über Shell einen Golf V für 1000 Euro
bekämst, aber dann nur Shell V-Diesel zu 10 Euro/l tanken darfst. Das
rentiert sich doch schon nicht für den Gelegenheitsfahrer...

|> Mann, Mann Mann. Heute kostes ein guter Tintenkleckser so 50 Euro.
|> Was ist das? Nix. Ich hab vor 10 Jahre nen BJC210 gekauft. War damals
|> so die Einsteigerklasse, für 480 DM.

Erinnere mich nicht daran, was ich 1991 für einen HP500C gezahlt habe.

Andererseits ist der Computermarkt vielleicht nicht das wirklich gute
Beispiel, denn da ist auch einiges an Massenmarkt dazugekommen.

Was haben wir früher für Computer ausgegeben, sei es nun Apple II, C64,
Amiga, Atari ST oder auch die ersten PCs. Heute bekommst Du fertig
konfigurierte und gar nicht so schlechte Rechner inklusive Windows-Steuer
und GEMA-Abgaben für 299 Euro.

Und mehr als 1000 Euro für einen richtig guten *Arbeits*rechner auszugeben,
wird schon richtig schwer.

|> Zu Zeiten, als Elektronik SEHR teuer war,
|> war es ökonomisch sinnvoll jemanden hinzusetzen und ein Gerät
|> /Fernseher/Radio) reparieren zu lassen. Die Zeiten sind aber praktisch
|> vorbei.

Für einen *guten* Fernseher kannst Du auch heute noch über 1000 Euro
ausgeben. Dito für eine *gute* Stereoanlage.

Diese zu reparieren, ist aber dank Hochintegrierung kaum möglich. Und um
komplette Baugruppen zu tauschen, brauche ich keinen R/F-Techniker, der
für diese Tätigkeit 60 Euro/h nimmt (nehmen muß).

Da kommen wir dann eher wieder in den Bereich "Pfründe", daß die Baugruppen
nur an "zertifizierte" Betriebe verkauft und nur von diesen eingebaut werden
dürfen.

|> Durch Integration und Automatisierung ist Elektronik spottbillig
|> geworden, Arbeitszeit im Gegenzug sauteuer. Da macht es in den meisten
|> Fällen keinen Sinn, etwas zu reparieren, technisch ist es z.T. auch gar
|> nicht mehr möglich, ausser komplette Chasis/Platinen zu wechseln.

Sicher, da widerspreche ich Dir gar nicht. Und eine heutige Brüllbox mit
Radiocdwecker für 39.95 würde man auch nicht reparieren, wenn nach 2 Jahren
der Laser durch ist, weil er permanent eingeschaltet bleibt...

Bei meinem 20 Jahre alten Sony CD-Player habe ich hingegen den Pickup mit
Freuden getauscht. Hätte ich dafür noch eine halbe Meisterstunde drauflegen
müssen, hätte ich's mir vermutlich auch anders überlegt.

(Nebenbei: Hat zufällig noch jemand eine Sony CDP-2xx/4xx/9xx kompatible
Fernbedienung über? Vorzugsweise eine, auf der noch Indexsprung vorhanden
ist und ggf. auch Ausschnittsmarkierung (A-B Playback).)

|> Ein Fernseher ist heute um einiges komplexer und vor allem integrierter
|> als vor 30 Jahren.

Integrierter, ja. Darum vom Aufbau her auch nicht zwingend komplexer sondern
ggf. eher einfacher, weil den ganzen Zusatzkram ein ASIC macht. Womit wir
wieder beim Baugruppentausch als einzige Repataturmöglichkeit wären.

Rainer

Matthias D.

ungelesen,
08.06.2006, 09:49:0408.06.06
an
Joerg schrieb:

> Hallo Leute,
>
> Vor einigen Monaten hatte ich es schon einmal angebracht, aber nun
> haeufen sich die Studien......
>
> Da muesstet Ihr doch inzwischen alle in schwarzen Limousinen kutschiert
> werden. Natuerlich nicht selbst am Steuer, sondern hinten drin wo
> Champagnerkuehler und Zigarrenschatulle montiert sind. Nur handgerollte,
> versteht sich. Dann bei Ankunft am Arbeitsplatz der rote Teppich und
> vielleicht eine kleine Blaskapelle.


So war das "wirklich" vor 30 Jahren !

> Hier in Uebersee koennen wir die Wahrheit dazu nicht finden, aber eine
> Arbeitslosenquote um 11-12% laesst doch arge Zweifel an der Richtigkeit
> solcher Behauptungen aufkommen.


Eeeebent, leider !

der wieder auf "Normaldruck" läuft
Matthias

Guido Grohmann

ungelesen,
08.06.2006, 12:05:1208.06.06
an
Rainer Buchty schrieb:

> Integrierter, ja. Darum vom Aufbau her auch nicht zwingend komplexer sondern
> ggf. eher einfacher, weil den ganzen Zusatzkram ein ASIC macht. Womit wir
> wieder beim Baugruppentausch als einzige Repataturmöglichkeit wären.

Zumindestens noch bei den Röhrengeräten sind die Fehler seit 20 Jahren
dieselben: vor allem Netzteil, HV-Teil nd Ablenkstufen. Daß natürlich
eine Schutzschaltung dem Techniker dann zusätzlich das Leben schwerer
macht, ist im Laufe der Jahre hinzugekommen. Bei den Flachgeräten
dürften sich Netzteilfehler, Inverter, defekte Panels und vermutlich
auch Softwarefehler als Hauptfehlerquellen herausstellen.

Guido

Axel Schwenke

ungelesen,
08.06.2006, 10:04:1608.06.06
an
Guido Grohmann <guido.g...@gmx.de> wrote:
> Oliver Bandel schrieb:
>
>> Genau wie in der Technik: man entwicelt nichts neues mehr, sondern
>> nimmt abgenutzte Ideen, die in anderen Ländern mit anderem Hintergrund
>> entstanden sind.
>
> Hmm, und wenn man doch mal was eigenes macht (Maut-System), gibts verbal
> Haue. Aber offenbar funktioniert das Maut-System doch jetzt, oder?

Kommt drauf an, was man "funktioniert" nennt:

* es gibt keine glaubwürdigen Zahlen über die Effizienz d.h. den
Prozentsatz unerkannter Mautflüchtlinge

* es gibt hingegen deutliche Anhaltspunkte für die Flucht der LKW weg
von den Autobahnen hin zu den Landstraßen / durch die Orte

* ein nicht unerheblicher Teil der Maut geht nicht an den Staat,
sondern an die Betreiber. Die Risiken (z.B. Ausfall der Maut durch
die verzögerte Inbetriebnahme) trägt der Staat alleine

Außerdem gab / gibt es rund um das deutsche Mautsystem eine Menge
Ungereimtheiten. Das System kann z.B. einige Dinge, die seitens der
Politik entweder nicht genannt oder aktiv bestritten wurden:

* flächenhhafte Überwachung des Verkehrs
* prinzipielle Eignung für PKW-Maut

Andererseits kann es Dinge nicht, die es sinnvollerweise tun können
sollte: Maut außerhalb der Autobahn etwa. Macht ein LKW die Landstraßen
etwa nicht kaputt? Verpestet er dort nicht die Luft?

Wenn man die *offiziellen* Anforderungen an das Mautsystem zu Grunde
legt, ist das deutsche System *nicht* die optimale Lösung.

Wenn man natürlich Bespitzelung der Bürger, eine PKW-Maut und die
Beteiligung großer deutscher Konzerne am Gewinn (aber nicht den
Risiken) dazu nimmt, dann schon.

IMHO wäre das einfachste eine jährliche Ablesung der Kilometerzähler
gewesen. Für Transitverkehr Ablesung bei Ein-/Ausreise. Dazu eine
gestaffelte (nach Achsen/Gewicht) Kilometerpauschale und fertig.

Noch besser wäre es natürlich, das alles gleich auf den Spritpreis
zu rechnen. Und die KFz-Steuer gleich noch dazu. Aber das läßt sich zu
leicht umgehen.


XL

Stefan Fruehwirth

ungelesen,
08.06.2006, 10:53:2908.06.06
an

> |> Die Masse kann mit UNIX nix anfangen, weil es viel zu viel
> |> vom User an Insiderwissen verlangt [...]
>
> Es ist nur ne Frage, wie man es verpackt, vgl. MacOS.

Ja. Und: Man müsste wenigstens die Freiheit haben sich für UNIX-Systeme
entscheiden zu dürfen. Genau das wird einem durch die restriktive
Treiber-Politik der großen Hardware-Hersteller nahezu unmöglich gemacht.
Ich denke da an so vollmundige Slogans wie: "Marke X hat sich für M$
entschieden, um unseren Kunden optimale Benutzerfreundlichkeit zu bieten".
Die Benutzerfreundlichkeit wäre auch gegeben, wenn sie sich an offene
Standards halten würden. Dann nämlich müssten sich Entwickler nich mit
nicht bekannten Protokollen oder ähnlichem herumschlagen und könnten
saubere UND benutzerfreundliche Systeme designen und entwickeln. Das
Potential dazu wäre (ist) durchaus vorhanden. Ist nur ein Teilaspekt der
ganzen Misere. Noch dazu ein wenig OT ;)

> |> Keine Sau will wissen, welche Prozessoren, Bussysteme etc.
> |> da verbaut sind und von wieviel tausend Zeilen Software die Sicherheit
> |> des Autos abhängt.
>
> Nein, das will man eigentlich wirklich nicht wissen, aber aus anderen
> Gründen... Wobei die Rückrufaktionen oder "gelegentliche" Ausraster der
> Software auch den Usern auffallen. Sollten.

Ja. Da kommt die Featuritis-Mentalität dazu. s.u.

> [...]Will ich doch gar nicht. Ich will einfach nur ein Telefon.

> Und ist es unterm Strich für *mich* wirklich ökonomischer, mir alle 3 Jahre
> eine neue integrierte Stereoanlage für 50 Euro zu kaufen, oder kaufe ich
> mir lieber einmal "was recht's" und das tut's dann 20, 25 und noch mehr
> Jahre, weil das schlimmste, was passiert, vielleicht mal ein ausgeleierter
> Riemen oder ein ausgetrockneter Elko ist.

Nein. Aus meiner sicht ist es ökonomischer, nur das zu kaufen was ich
will, von dem ich weiß, dass es jahrzehnte lang hält und bei dem ich
auch selbst was reparieren (meinetwegen austauschen) darf. Das beinhaltet
sowohl Leistung als auch Ausstattung. Am Beispiel Stereoanlage bedeutet
das, ich will möglichst transparente Wiedergabe in allen
Frequenzbereichen und dazu noch möglichst viele Eingänge mit evt.
unterschiedlichen Pegeln. Mehr nicht (ich weiß schon, dass es hier
höhere Anforderungen gibt).

Aber erklär das mal den Massen, die da zum MediaMarkt pilgern und aus
beiden Mundwinkeln sabbern wenn $VERKÄUFER ihnen das
SuperHeteroBandHighQualitySoundSystem mit 60 kW Musikleistung anpreist und
gleich den Orgasmus kriegen, wenn der die Anlage vor Ort für sie
"ausprobiert". Ist irgendwie klar, dass sich für die meisten Firmen
Qualität nicht rentiert. Und solche Produkte zu entwerfen, wäre für
mich persönlich der Horror (vom Können jetzt mal abgesehen ;) )

Dazu kommt, dass sich in dem Bereich eine Dynamik entwickelt hat, die der
aggressiven Werbepolitik in Bezug auf Effektivität durchaus das Wasser
reichen kann. Weil nämlich: Die brauchen den Konsumenten gar nicht mehr
vorzubeten, was sie alles zu brauchen haben. Die kommen von ganz alleine,
wenn M$ an einem neuen Betriebssystem schon seit ewigkeiten bastelt und
den Veröffentlichungstermin immer wieder verschiebt. Da wird heftig
kritisiert, dass die endlich weiter machen sollen und so. Druck halt. Und
dan wundern wir uns, dass wir unausgereifte Software präsentiert bekommen
(siehe Auto).

Stefan

Andreas Grünewald

ungelesen,
08.06.2006, 10:56:0508.06.06
an
Am Wed, 07 Jun 2006 18:19:30 GMT schrieb Joerg:

> Hallo Leute,
>
> Vor einigen Monaten hatte ich es schon einmal angebracht, aber nun

> haeufen sich die Studien, die einen erheblichen Ingenieurmangel in
> Deutschland angeblich belegen. 15000 unbesetzte Stellen hiess es gerade
> in einer VDI Erhebung.
> [...]

Ich studiere gerade E-technik an der FH, Fachrichtung Automatisierung.
Je nachdem welchen Prof man fragt und welche Zeitschrift man liest
differieren die absoluten Zahlen des Mangels zwar ganz erheblich aber die
Kernaussage ist immer dir gleiche: Die Industrie verlangt seit Jahren nach
mehr E-Technikern und Masch-Bauern, als sie in D bekommen kann.
Bislang hatte stand ich diesen Aussagen auch eher skeptisch gegenüber, da
ich selber während meines Studiums fest in einer Firma mit bislang genug
Ings arbeite. Jetzt hat allerdings mein Chef vor 2 Jahren angefangen einen
Ing zu suchen. Nach einem Jahr hatten wir dann zumindest einen Diplomanden
gefunden, der dann aber auch nicht so recht zu uns passte. Jetzt bilden wir
halt unsere Techniker stärker fort als ursprünglich vorgesehen und
verlagern mehr Jobs an Externe um den Magel zu kompensieren.
Das deckt sich ebenso mit den Aussagen unseres Aktorik-Profs, der noch gute
Kontakte zu einen Motorenbauer hat, welcher nach Aussagen des Profs auch
ständigen Ing-Mangel hat.
Inzwischen sind die Effekte des Ing-Mangels auch bei uns an der FH
angekommen; viele unserer Labor-Ings steuern hart auf die Rente zu, einer
ist vor kurzen in Rente gegangen und nun ist das Labor halt so gut wie zu,
weil die FH bislang keinen Nachfolger findet.
Von dem dramatischen Rückgang der Einschreibungszahlen mal ganz abgesehen:
Als ich mich eingeschrieben habe waren wir zu gut 260 und alle Profs
jammerten, daß das viel zu wenig sind, zum letzen Einschreibungstermin 2005
waren es dann noch gewaltige 140, die Reaktionen der Profs waren dann auch
den Zahlen angemessen.
In den (deutschen) Medien entsteht aber immer wieder ein zumindest
unvollständiges Bild, da dort zwar zu Recht gesagt wird, das es über die
Jahre gesehen einen starken Anstieg der Studierenden und auch Absolventen
gibt, die viel zu oft nach dem Studium ohne Arbeit bleiben. Dabei werden
aber die naturwissenschaftlich-technischen Fachrichtungen leider ständig
unter den Teppich gekehrt, dort sehen die Zahlen nämlich wie oben
beschrieben aus.
Zu dem Thema fällt mir zwar noch viel mehr ein, aber das sollte erst einmal
reichen.

My2Cents,
Andreas

Oliver Bandel

ungelesen,
08.06.2006, 11:28:3908.06.06
an
Rainer Buchty wrote:

[...]

Und es wird wesentlich teurer sein, als es ohnehin schon war
(was eh zu teuer war).

Wann amortisiert sich der krempel eigentlich?

Der "wir bestrafen unsere Fachkräfte"-Gestzeskatalog Namens
Hartz-IV (H-IV) jedenfalls scheint sich ja nicht zu rechnen.
heheh, gut so. Soll jede weitere solch eine Schweinerei
bitte sehr teuer werden. Dummheit muß bestraft werden,
auch in der Politik!
(Es gibt also doch noch Gerechtigkeit(?), nur daß die nicht
Menschenwerk ist, sondern von allein' ankommt ;-))

Ciao,
Oliver

Oliver Bandel

ungelesen,
08.06.2006, 11:30:4908.06.06
an

Stimmt, da das schlimmste, was in Deutschland passieren kann,
ein freier Bürger ist, der tut, was er will - ohne einen Staat,
der diesen Staatsfeind Nummer eins (= freier Bürger)) überwacht und
gängelt - deswegen solche Projekte.

Naja, das nennt man geschichtliche Kontinuität.
Endlich ist wieder zusammen gewachsen, was doch zusammen gehörte,
und man kann sich wieder seinen totalitären Träumereien hingeben.

Ciao,
Oliver

Falk Brunner

ungelesen,
08.06.2006, 11:35:0108.06.06
an
Rainer Buchty schrieb:

> Für den Hersteller sicherlich. Für den Konsumenten, der sich sowas für
> länger und nicht nur einer kurzfristigen Modeerscheinung heraus kauft, wohl
> nicht.

Naja.

> Wenn die Lötstellen brüchig werden oder ein interner "Tin Whisker" dem
> Bauteil den Garaus machen, trifft es auch das Endprodukt.

Ich denke dass das nicht ei so grosses Problem ist. Die "Tin Whisker"
Geschichte ist bekannt und recht gut erforscht. Man weiss, welche
Lot/Zinn Kombinationen nicht verwendet werden dürfen. Damit sollte dort
wenig Probleme geben.

> Ein einfaches Handy würde den Hersteller (verglichen mit dem Featuritis-
> Modell) nahezu nichts kosten, der Netzbetreiber müßte es somit nicht
> massiv quersubventionieren -- und alle wären glücklich.

Soweit die Theorie. Doch irgendwo hab ich mal gelesen "In einer
wahnsinnigen Welt normal zu sein ist schon wieder Wahnsinn an sich"
;-)
Will sagen, dass die Branche mit normalen Businessmodellen gar nix mehr
am Hut hat. Ein Handy einfach so verkaufen? Zum normalen
Herstellungspreis? Ohn tausen Optionen, Verträge, Kleingedrucktes? Wo
lebst du? ;-)

> Das Problem ist doch eher, daß man hier mit aller Gewalt das gleiche
> Gerät immer wieder neu verkaufen will, indem man künstlichen Bedarf weckt,
> weil das Folgegerät dann eine Kamera, Radio, MP3-Player oder einfach einen
> besseren cw-Wert (wichtig für die Weitwurf-Meisterschaften :) hat.

Tja, was lange hält bringt uns kein Geld. Das System Kapitalismus in der
gegenwärtigen Stufe kann nur durch Massenproduktion überleben.
Überkapazitäten führen zu massiver Konkurrenz, Das Marketing muss frpher
oder später einen Preiskrieg anzetteln. Die Margen pro Gerät sinken. Um
den Gewinn halten zu können, muss der Umsatz massiv (massenhaft) erhöht
werden. Allerdings scheint das Problem schon vor Jahrzehnten sich so
abgezeichnet zu haben, das sollten mal ein paar Experten genauer ausführen.

> Der *Kunde* (zumindest der postpubertäre) wäre in aller Regel schon mit nem
> Telefon zufrieden.

Viele der rein biologisch postpupertären Kunden sind trotzdem noch
pupertär. Das Kind im Manne. High-Tec Spielzeug. Schwanz-Prothese. Etc.

> Und genau das ist auch wieder so ein Beispiel. Da wird die Ware selbst,
> der Drucker, über teuerste Betriebskosten quersubventioniert.

Die Schizophrenie des Marktes hat es so gewollt.

> Wäre ungefähr so, als wenn Du über Shell einen Golf V für 1000 Euro
> bekämst, aber dann nur Shell V-Diesel zu 10 Euro/l tanken darfst. Das
> rentiert sich doch schon nicht für den Gelegenheitsfahrer...

Aha. Aber am Anfang sieht das Angebot doch erstmal verlockend aus, oder?
Stelle doch einfach zwei Drucker auf den Markt. Einen für 50 Euro, die
Patrone kostet dann 30. Oder einen für 300 Euro, die Patrone kostet dann
10 Euro. Welcher wird im Regal verstauben?

> Erinnere mich nicht daran, was ich 1991 für einen HP500C gezahlt habe.

Na das war aber damals auch schon der 7er BMW unter den Druckern, nicht
wahr?

> Andererseits ist der Computermarkt vielleicht nicht das wirklich gute
> Beispiel, denn da ist auch einiges an Massenmarkt dazugekommen.

Ich denke nicht. Wir leben im Digitalzeitalter. Mit MP3, DSL und Email.
Daten sind zu wichtigen (wichtigsten?) Wirtschaftsgütern geworden. Aber
leider im Digitalzeitalter vollkommen verlustfrei kopierbar und billig
transportierbar. Man muss mittlerweile einem riesigen AUfwand betrieben,
um Produktpiraterie zu verhindern oder zumindest zu werschweren. Und das
nicht nur für digitale Medien (Software, Audio und video) sondern sogar
für Hardware! China lässt grüssen.

> Was haben wir früher für Computer ausgegeben, sei es nun Apple II, C64,
> Amiga, Atari ST oder auch die ersten PCs. Heute bekommst Du fertig
> konfigurierte und gar nicht so schlechte Rechner inklusive Windows-Steuer
> und GEMA-Abgaben für 299 Euro.
>
> Und mehr als 1000 Euro für einen richtig guten *Arbeits*rechner auszugeben,
> wird schon richtig schwer.

Richtig. Doch damit stellt sich wieder das Problem der Margen. Und wenn
man die Geschichte konsequent weiterdenkt, kommt man über kurz oder lang
beim 100 Euro Computer an. Die Frage ist dann, wie aber Arbeitnehmer
entlohnt werden sollen, wenn die Produkte zu immer niedrigeren Preisen
mit immer niedrigeren Margen verkauft werden? Und das gilt für fast alle
Branchen im übertragenen Sinne.

> Für einen *guten* Fernseher kannst Du auch heute noch über 1000 Euro
> ausgeben. Dito für eine *gute* Stereoanlage.
>
> Diese zu reparieren, ist aber dank Hochintegrierung kaum möglich. Und um
> komplette Baugruppen zu tauschen, brauche ich keinen R/F-Techniker, der
> für diese Tätigkeit 60 Euro/h nimmt (nehmen muß).

Yep.

> Da kommen wir dann eher wieder in den Bereich "Pfründe", daß die Baugruppen
> nur an "zertifizierte" Betriebe verkauft und nur von diesen eingebaut werden
> dürfen.

Tja, so isses nun mal.

> Integrierter, ja. Darum vom Aufbau her auch nicht zwingend komplexer sondern
> ggf. eher einfacher, weil den ganzen Zusatzkram ein ASIC macht. Womit wir
> wieder beim Baugruppentausch als einzige Repataturmöglichkeit wären.

Eben. Aber selbst das beherrschen einige (viele?) Sog. Fernsehservices
nicht mal. Und zocken GNADENLOS ab. Eieieiei.

MfG
Falk

Rainer Buchty

ungelesen,
08.06.2006, 11:39:2108.06.06
an
In article <11497805...@elch.in-berlin.de>,

Oliver Bandel <oli...@first.in-berlin.de> writes:
|> Wann amortisiert sich der krempel eigentlich?

Ohne jetzt konkret nachgeschaut zu haben, ich habe was von wegen 2021
im Hinterkopf.

|> Der "wir bestrafen unsere Fachkräfte"-Gestzeskatalog Namens
|> Hartz-IV (H-IV) jedenfalls scheint sich ja nicht zu rechnen.
|> heheh, gut so. Soll jede weitere solch eine Schweinerei
|> bitte sehr teuer werden. Dummheit muß bestraft werden,
|> auch in der Politik!

Aber wer wird denn hier bestraft? Doch nicht die Politiker...

Ich hätte auch gerne einen Job, der mir nach einer Legislaturperiode, die
ohnehin schon gut vergütet wird, satte Rentenansprüche zusichert. In dem
ich mein Gehalt per "Diätenerhöhung" an die Inflation (und ggf. etwas
darüber hinaus) anpassen kann. Und bei dem ich richtigen Bockmist bauen
darf und das schlimmste, was mir dafür passiert, ist ein Job als
Aufsichtsrat in der Industrie und viel Publicity in der BILD.

|> (Es gibt also doch noch Gerechtigkeit(?), nur daß die nicht
|> Menschenwerk ist, sondern von allein' ankommt ;-))

Deine Schadenfreude in Ehren, aber Fehl-Gesetze haben doch nur nachteilige
Auswirkungen für die Bürger. Die dürfen den Schaden dann ausbaden, entweder
durch rigorose Nachfolgegesetze und/oder erhöhte Abgabenlast.

Rainer

Oliver Bandel

ungelesen,
08.06.2006, 11:50:3308.06.06
an
Andreas Grünewald wrote:

> Am Wed, 07 Jun 2006 18:19:30 GMT schrieb Joerg:
>
>
>>Hallo Leute,
>>
>>Vor einigen Monaten hatte ich es schon einmal angebracht, aber nun
>>haeufen sich die Studien, die einen erheblichen Ingenieurmangel in
>>Deutschland angeblich belegen. 15000 unbesetzte Stellen hiess es gerade
>>in einer VDI Erhebung.
>>[...]
>
>
> Ich studiere gerade E-technik an der FH, Fachrichtung Automatisierung.
> Je nachdem welchen Prof man fragt und welche Zeitschrift man liest
> differieren die absoluten Zahlen des Mangels zwar ganz erheblich aber die
> Kernaussage ist immer dir gleiche: Die Industrie verlangt seit Jahren nach
> mehr E-Technikern und Masch-Bauern, als sie in D bekommen kann.
> Bislang hatte stand ich diesen Aussagen auch eher skeptisch gegenüber, da
> ich selber während meines Studiums fest in einer Firma mit bislang genug
> Ings arbeite. Jetzt hat allerdings mein Chef vor 2 Jahren angefangen einen
> Ing zu suchen. Nach einem Jahr hatten wir dann zumindest einen Diplomanden
> gefunden, der dann aber auch nicht so recht zu uns passte. Jetzt bilden wir
> halt unsere Techniker stärker fort als ursprünglich vorgesehen und
> verlagern mehr Jobs an Externe um den Magel zu kompensieren.

[...]

Naja, den techniker fortbilden und externe Beschäftigen - ist doch auch OK.
Ob derjenige bei Euch nun dauernd dabei ist oder Euch für eine Zeit
unterstützt, ist doch egal. Hauptsache derjenige hat die Möglichkeit,
die Arbeit zu tun, und Ihr die Möglichkeit, das projekt voranzutreiben
und fertig zu stellen.

Warum sollte Festanstellung das einzig akzeptierbare Arbeitsverhältnis
sein?!


> Das deckt sich ebenso mit den Aussagen unseres Aktorik-Profs, der noch gute
> Kontakte zu einen Motorenbauer hat, welcher nach Aussagen des Profs auch
> ständigen Ing-Mangel hat.

Zu Beginn unseres Studiums hatte uns der Dekan persönlich gesagt,
Nachrichtentechnik sei ein Zukunftsmarkt, was die Jobchancen angeht.

Dumm gelaufen, als wir den Abschluß gemacht hatten, waren viele
arbeitslos geblieben.
Manch einer hatte eine Zeit später dann doch nen Job gefunden; einige
hatten es eh als zwecklos angesehen und erst mal Pizza ausgefahren und
dann später eine Elektroinstallations-Bude gegründet (als Ing. dann doch
nur E-Installation; naja, besser als nix).

Später haben wir uns dann ab und zu mal getroffen zum Bierchen trinken.

Während dann von den meist fünf bis sechs Leuten zwei Arbeitslos waren,
war das halt Pech... irgendwann später war es dann anders rum: zwei
hatten noch nen Job (und einer hatte schon das Ende absehen nkönnen, der
adere hoppelte sich immer von Halbjahresvertrag zum nächsten).

Ist also letztlich alles den bach runter gegangen.

Würde mich ja mal interessieren, zu wissen, wie's dem gesamten
Studiengang erging.

Ich weiss abe von einem, der bei einer Autofirma rein kam
(B*W) und zwar, weil er bei seiner Diplomarbeit beschissen hatte.
Er selbst äwre zu blöd gewesen... hat sich seine Arbeit wohl
schreiben lassen.... => SO kriegt man die Jobs!
Große Klappe und bescheissen.

Deswegen sind die guten Ings oftmals in den A. gekniffen, und die
Schwätzer (warum stellt man die nicht im Marketing ein?! Da werden sie
dringend gebraucht.) ohne jegliches Technikverständnis sollen die
Entwicklung machen. Klar, daß die projekte nie zeitnah fertig werden
(wenn überhaupt).


Daß die Personaler immer gute Leute seien, das halte ich jedenfalls für
ein Gerücht!

Ciao,
Oliver

Andreas S.

ungelesen,
08.06.2006, 11:59:5808.06.06
an
Uwe Hercksen wrote:
>
>
> Benjamin Spitschan schrieb:
>
>>
>> Ich lese da grade nur
>>
>> | Besonders dramatisch sind die Rückgänge bei Frauen (Elektrotechnik an
>> | Universitäten um 8% [...]).
>>
>> LOL - von 5% auf 4,6%, oder was?
>
>
> Hallo,
>
> als ich 1971 mit dem Studium anfing waren wir 150 für Elektrotechnik,
> davon 4 Damen, die ersten überhaupt bei Elektrotechnik in Erlangen.

2003 war die Quote genauso.

Henning Paul

ungelesen,
08.06.2006, 12:28:1908.06.06
an
Andreas Grünewald schrieb:

> Als ich mich eingeschrieben habe waren wir zu gut 260 und
> alle Profs jammerten, daß das viel zu wenig sind, zum letzen
> Einschreibungstermin 2005 waren es dann noch gewaltige 140

Wir waren 2001 ca. 60, letzten Herbst waren es knappe Hundert. Und das
sind schon viele.

In meinem Semester übriggeblieben sind ca. 25, davon ca. 2-5 in meiner
Vertiefungsrichtung - mich eingeschlossen. Hab ja aber auch die
Freak-Richtung (=Nachrichtentechnik) gewählt. Die mit den zweistelligen
Semestern sitzen zum größten Teil in der Automatisierungstechnik...

Gruß
Henning
--
henning paul home: http://www.geocities.com/hennichodernich
PM: henni...@gmx.de , ICQ: 111044613

Rainer Buchty

ungelesen,
08.06.2006, 12:41:2508.06.06
an
In article <4equdaF...@individual.net>,

Falk Brunner <Falk.B...@gmx.de> writes:
|> Soweit die Theorie. Doch irgendwo hab ich mal gelesen "In einer
|> wahnsinnigen Welt normal zu sein ist schon wieder Wahnsinn an sich"
|> ;-)
|> Will sagen, dass die Branche mit normalen Businessmodellen gar nix mehr
|> am Hut hat. Ein Handy einfach so verkaufen? Zum normalen
|> Herstellungspreis? Ohn tausen Optionen, Verträge, Kleingedrucktes? Wo
|> lebst du? ;-)

Ja, ich weiß. Heute ist man mit mitte 30 schon ein Fossil.

Aber welcher *Kunde* (ja, ich wähle diese Wort mit Bedacht, anstatt das
heute opportune "Verbraucher" zu wählen) will denn solche Dödelverträge
wirklich?

Daß die Firmen das wollen und wie man damit stinkereich wird, hat Jamba
uns ja allen vorgemacht.

Als Nicht-Wahnsinniger kommt man dummerweise gar nicht auf solche Modelle :)

|> Viele der rein biologisch postpupertären Kunden sind trotzdem noch
|> pupertär. Das Kind im Manne. High-Tec Spielzeug. Schwanz-Prothese. Etc.

Fein. Early-adopters gibt es immer und muß es auch geben. Die zahlen
nämlich die Entwicklungskosten zurück und sorgen dafür, daß der Normalkunde
dann auch einen normalen Preis erhält -- siehe das Druckerbeispiel unten :)

Es spricht ja auch gar nichts dagegen, sich Spielzeug zuzulegen, das man
selbst einfach nur geil findet. Von mir aus ein Schweizer Taschenmesser
mit integriertem Handy. Aber deshalb muß man das doch nicht zum Massenmarkt
hypen bzw. in Zukunft jedem, der nur ein Taschenmesser oder ein Handy will,
gleich das Kombigerät aufdrücken -- wobei die Funktionen idealerweise noch
gekoppelt sind, d.h. die Handyantenne ist gleichzeitig der Dosenöffner,
erfüllt aber keine der beiden Aufgaben so richtig.

|> Aha. Aber am Anfang sieht das Angebot doch erstmal verlockend aus, oder?

Ja, für eine Sekunde sieht es verlockend aus. Wenn man es dann aber mit
der Tatsache korreliert, daß die Spritkosten dann 10x so hoch sind und, in
Analogie zu den Druckerpatronen, man trotz (angeblich) vollem Tank nur
2/3 so weit kommt wie mit dem herkömmlichen Modell, dann sollte jedem
klar denkenden Menschen auch einsichtig sein, daß das Modell nur für einen
verlockend ist.

Und das ist nicht der Käufer.

Ja, ich weiß. Wahnsinnige Welt.

|> Stelle doch einfach zwei Drucker auf den Markt. Einen für 50 Euro, die
|> Patrone kostet dann 30. Oder einen für 300 Euro, die Patrone kostet dann
|> 10 Euro. Welcher wird im Regal verstauben?

Ich weiß. Aber schreib dazu, daß die Patrone für 30 Euro nur 150 Seiten weit
hält und die für 10 Euro aber 1000 Seiten, dann wird sich das ganz schnell
ändern.

|> > Erinnere mich nicht daran, was ich 1991 für einen HP500C gezahlt habe.
|>
|> Na das war aber damals auch schon der 7er BMW unter den Druckern, nicht
|> wahr?

Ja, nu. Ich wollte halt einen Farbdrucker :)

Ich habe damit, glaube ich, außer initialen Testbildern nie in Farbe
gedruckt... Aber ich hätte können. Wenn ich hätte wollen...

|> Ich denke nicht. Wir leben im Digitalzeitalter. Mit MP3, DSL und Email.
|> Daten sind zu wichtigen (wichtigsten?) Wirtschaftsgütern geworden. Aber
|> leider im Digitalzeitalter vollkommen verlustfrei kopierbar und billig
|> transportierbar. Man muss mittlerweile einem riesigen AUfwand betrieben,
|> um Produktpiraterie zu verhindern oder zumindest zu werschweren. Und das
|> nicht nur für digitale Medien (Software, Audio und video) sondern sogar
|> für Hardware!

Beschränken wir uns mal auf die digitalen Güter. Wenn die doch so billig
herstellbar sind, wieso reicht man die gesunkenen Herstellungspreise dann
nicht an den Endkunden weiter?

Stattdessen schreibt man die alten Preise fort oder erhöht sie gar noch.

Beispiel DVD vs. VHS, CD vs. LP.

Und was die billigen Transportwege anbelangt, so stehen diese doch den
Rechteverwertern selbst offen. Nutzen sie teilweise ja auch. Und wofür?

Für weitere Preiserhöhungen, z.B. 99ct pro Song -- wo ich mir dann selbst
die CD brennen, Booklet und Cover ausdrucken darf. Sofern mir die Vorlagen
überhaupt zur Verfügung gestellt werden bzw. der Song nicht in einem DRM-
Format geliefert wird, das weitere Verarbeitung zumindest erschwert oder
schlicht illegal macht.

Leben und leben lassen, anstatt zu versuchen, alles rauszuholen, was
irgendwie rauszuholen geht.

(Und ja, das gilt grundsätzlich für beide Seiten.)

|> China lässt grüssen.

Reize Oliver nicht :)

|> Eben. Aber selbst das beherrschen einige (viele?) Sog. Fernsehservices
|> nicht mal. Und zocken GNADENLOS ab. Eieieiei.

Wer seinen Fernseher dahin gibt, der geht auch zu PitStop, um die Inspektion
des Autos durchführen zu lassen.

Rainer

Falk Brunner

ungelesen,
08.06.2006, 12:54:5108.06.06
an
Rainer Buchty schrieb:

> Daß die Firmen das wollen und wie man damit stinkereich wird, hat Jamba
> uns ja allen vorgemacht.

Ist Jamba WIRKLCIH stinkreich geworden? "Nur" weil sie es geschafft
heben, 100% der Werbeblöcke eines vor langer, langer Zeit guten
Musiksenders zu kaufen, heisst das nicht, dass sie mit dem ständig
beworbenen Produkt auch wirklich DEN grossen Reibach machen. Weiss
jemand da was genaueres?
Ich denke mal, dass da mal wieder jemand viel zuviel Geld hat(te) und
damit dieses Wahnsinn finanziert. Ob am Ende dabei ein PLus rauskommt,
würde ich nicht so einfach sagen.

> Fein. Early-adopters gibt es immer und muß es auch geben. Die zahlen
> nämlich die Entwicklungskosten zurück und sorgen dafür, daß der Normalkunde
> dann auch einen normalen Preis erhält -- siehe das Druckerbeispiel unten :)
>
> Es spricht ja auch gar nichts dagegen, sich Spielzeug zuzulegen, das man
> selbst einfach nur geil findet. Von mir aus ein Schweizer Taschenmesser
> mit integriertem Handy. Aber deshalb muß man das doch nicht zum Massenmarkt
> hypen bzw. in Zukunft jedem, der nur ein Taschenmesser oder ein Handy will,

Scheinbar doch. Normal ist heute langweilig. Reizüberflutung nennt man
das glaub ich. Also alles schneller, höher, weiter, multifunktionaler.

> Ja, für eine Sekunde sieht es verlockend aus. Wenn man es dann aber mit
> der Tatsache korreliert, daß die Spritkosten dann 10x so hoch sind und, in
> Analogie zu den Druckerpatronen, man trotz (angeblich) vollem Tank nur
> 2/3 so weit kommt wie mit dem herkömmlichen Modell, dann sollte jedem
> klar denkenden Menschen auch einsichtig sein, daß das Modell nur für einen
> verlockend ist.

Dazu musste man erstmal rechnen. Das dauert. Viele Kunden treten nicht
in diese Phase ein und stehen schon an der Kasse.

> Ja, nu. Ich wollte halt einen Farbdrucker :)
>
> Ich habe damit, glaube ich, außer initialen Testbildern nie in Farbe
> gedruckt... Aber ich hätte können. Wenn ich hätte wollen...

;-)

> Beschränken wir uns mal auf die digitalen Güter. Wenn die doch so billig
> herstellbar sind, wieso reicht man die gesunkenen Herstellungspreise dann
> nicht an den Endkunden weiter?

Wozu? Mutter Theresa ist tot. Der Preis einer Sache hat mit den
Herstellungskosten nur allzuoft wenig zu tun. Der Preis ist so hoch, wie
Leute bereit sind zu bezahlen. Angebot und Nachfrage. Schon vergessen?

> Leben und leben lassen, anstatt zu versuchen, alles rauszuholen, was
> irgendwie rauszuholen geht.

Dream on.

> (Und ja, das gilt grundsätzlich für beide Seiten.)
>
> |> China lässt grüssen.
>
> Reize Oliver nicht :)

JEHOVA!

MfG
Falk

Rainer Buchty

ungelesen,
08.06.2006, 13:52:3608.06.06
an
In article <4er32sF...@individual.net>,

Falk Brunner <Falk.B...@gmx.de> writes:
|> Ist Jamba WIRKLCIH stinkreich geworden?

Zumindest die Gebrüder Samwer sind es...

(Gut, sie waren es auch schon, bevor sie Jamba losgeschlagen haben,
durch den Verkauf von alando.de an eBay...)

|> Weiss jemand da was genaueres?

http://de.wikipedia.org/wiki/Oliver_Samwer

|> Scheinbar doch. Normal ist heute langweilig. Reizüberflutung nennt man
|> das glaub ich. Also alles schneller, höher, weiter, multifunktionaler.

Die Spirale dreht sich aber immer schneller...

|> Dazu musste man erstmal rechnen. Das dauert. Viele Kunden treten nicht
|> in diese Phase ein und stehen schon an der Kasse.

Für die habe ich weder Mitleid noch Verständnis.

|> Wozu? Mutter Theresa ist tot. Der Preis einer Sache hat mit den
|> Herstellungskosten nur allzuoft wenig zu tun. Der Preis ist so hoch, wie
|> Leute bereit sind zu bezahlen. Angebot und Nachfrage. Schon vergessen?

Ja, nur daß in diesem Fall die Leute offenkundig nicht bereit sind, den
Preis zu bezahlen.

Gut, wenn man einen Musikgeschmack hat, der ohnehin vorwiegend von Second-
Hand-Börsen befriedigt wird.

|> > Leben und leben lassen, anstatt zu versuchen, alles rauszuholen, was
|> > irgendwie rauszuholen geht.
|>
|> Dream on.

Im Badischen gibt's hierzu einen netten Satz: "Mir b'scheiße ährlich."

Soll heißen: Ein bißchen Vorteilsnahme hier und da wird toleriert.

Aber wenn man den Bogen überspannt, bekommt man eine ebenso überspannte
Negativreaktion.

Rainer

Michael Roth

ungelesen,
08.06.2006, 15:12:0208.06.06
an
Axel Schwenke wrote:

> Kommt drauf an, was man "funktioniert" nennt:
>
> * es gibt keine glaubwürdigen Zahlen über die Effizienz d.h. den
> Prozentsatz unerkannter Mautflüchtlinge

War da nicht was mit fehlendem Rechtsabkommen mit den Osteuropäischen
Ländern, so dass Mautpreller aus eben diesen Länder überhaupt nicht
juristisch verfolgt werden können?

Roman Schütz

ungelesen,
08.06.2006, 15:52:5808.06.06
an
Joerg schrieb:
>
> War denn die Stellenanzeige sehr einschraenkend formuliert (nur junge
> Leute und so)? Wenn hier eine Stelle ausgeschrieben wird, dann kommen
> Berge an Post und bei uns ist die Alo-Quote etwas niedriger.
>
Nein, war sie nicht.
Berge von Post bekommen wir auch, aber hauptsächlich von jungen Leuten,
die eine Ausbildungsstelle suchen. Und da haben wir keinen Mangel, 15%
der Belegschaft sind Auszubildende.
Gute Fachkräfte zu finden ist das Problem.

Grüsse
Roman

Sebastian Suchanek

ungelesen,
08.06.2006, 15:58:3008.06.06
an
Oliver Bandel spoke thusly:
> Joerg wrote:
>> Hallo Oliver,
>>
>> [...]
>> Gibt es dazu handfeste Statistiken?
>
> Würden die veröffentlicht werden?
>
> => Arbeitsagentur müsste Zahlen haben.
> [...]

Hör mir mit *dem* Saftladen auf. Die sind hauptsächlich damit
beschäftigt, sich selbst zu verwalten.

Ich hab's am Beispiel meiner Schwester gesehen, die nach ihrer
Ausbildung ca. ein halbes Jahr arbeitslos war.

- Oktroyierte[1], tagelange Sinnlosschulungen vom Kaliber "In
welches Zimmer muß ich Arbeitsamt?"
- In diesem halben Jahr hat sie von der "Arbeitsagentur" sage
und schreibe drei(?)[2] Stellenangebote bekommen.[3, 4]
- Der Arbeitsplatz, den sie schlußendlich bekommen hat, hatte
sie selbst gesucht und gefunden.

Schlußfolgerung für mich: Die "Arbeitsagentur" in ihrer
jetztigen Form ist überflüssig und eine reine Geldverschwendung.


Tschüs,

Sebastian

_____
Anmerkungen:
[1] Bei Nichtteilnahme hätte es Abzüge beim ALG gegeben.
[2] Nagelt mich nicht auf die genau Zahl fest, es war jedenfalls
lächerlich wenig.
[3] Wobei man fairerweise dazu sagen muß, daß ihr
Ausbildungsberuf ("Fachangestellte für Informations- und
Kommunikationsdienste" o.s.ä.) nicht /so/ häufig ist.
[4] Beworben hat sie sich natürlich auf ein Vielfaches mehr an
Stellen.

--
Ich WEISS was ich tue ;-)
Und wenns mal wieder Knallt, weiss ich auch genau, warum ich
mich in den Hintern treten sollte ;-)
[Michael Buchholz in d.s.e]

Oliver Bartels

ungelesen,
08.06.2006, 16:18:2408.06.06
an
On Thu, 08 Jun 2006 21:58:30 +0200, Sebastian Suchanek
<sebastian...@gmx.de> wrote:
>Schlußfolgerung für mich: Die "Arbeitsagentur" in ihrer
>jetztigen Form ist überflüssig und eine reine Geldverschwendung.

Da bist Du definitiv nicht der einzige, der wohlbegründet
dieser Meinung ist ...

Die wenigen Male, wo ich von der Arbeitgeberseite mit
denen Kontakt hatte, haben mir vollends gereicht.

Alle paar Jahre wieder darf man dann erneut seine Meinung
bestätigt bekommen, danach geht der Rolladen dann wieder
runter ;-/

Gruß Oliver

--
Oliver Bartels + Erding, Germany + obar...@bartels.de
http://www.bartels.de + Phone: +49-8122-9729-0 Fax: -10

Alexander Schreiber

ungelesen,
08.06.2006, 16:25:1008.06.06
an
Matthias D. <matthia...@rub.de> wrote:
> Oliver Bandel schrieb:
>
>> Matthias D. wrote:
>> [...]
>>
>>>
> ...ohnehin schon
>>> sehr sehr hohen Gehälter !!!!!!!!!!!!!!
>>>
>>> sehr sauer über diese haltlose öffentliche Diskussion
>>>
>>> Matthias
>>>
>>
>> Was willst Du uns damit sagen (oder fragen)?!
>>
>
> Es gibt ja leider keiner Ing.-Romane oder Fernsehserien.

Ach daher weht der Wind.

Matthias, Du mußt jetzt ganz stark sein, denn die Wahrheit ist grausam:

Die Artzromane/-serien, in denen der junge, sportliche, braungebrannte
Assistenzarzt um 1100 Uhr im SLK Coupe in die Klinik fährt, die wohlbetuchte
Patientin dezent untersucht, als Nachspeise die scharfe Krankenschwester
vernascht, eine Stunde locker und lässig operiert und schließlich um
1500 Uhr wieder Richtung Golfplatz verschwindet, sind nicht sehr
realitätsnah.

Die Realität sind ganz anders aus. Schlecht bis mäßig bezahlte
Assistenzärzte, die 36 Stunden Bereitschaftsdienste fahren. Stetig
sinkende Vergütungen[0][4] für niedergelassene Ärzte einerseits, stetig
steigende Kosten und massiv explodierender Verwaltungsaufwand[3]
andererseits.

Momentan ist die medizinische Versorgung auf dem Land in Deutschland im
beginnenden Zusammenbruch begriffen. Die alten Landärzte sterben
allmählich weg und die jungen Kollegen, die normalerweise "nachwachsen"
würden, übernehmen die Praxen nicht mehr. Warum nicht? Weil es sich
schlicht und einfach nicht lohnt. Aufgrund der weit verteilten
Patientenschaft heißt das sehr viel Aufwand (u.a. viel Fahrerei bei
Hausbesuchen) für vergleichsweise wenig Geld - da ist ein schlecht
bezahlter Job als Assistenzarzt im nächsten städtischen Krankenhaus
wesentlich attraktiver.

Dazu kommt, das im Gesundheitswesen nach dem Motto "Es muß gespart
werden, koste es, was es wolle" hantiert wird. Um wenig Geld zu sparen,
werden Vorsorgeuntersuchungen von Seiten der Kassen gestrichen - nur um
Jahre dann später, wenn die zu spät entdeckten Krankheiten zuschlagen,
so _richtig_ draufzuzahlen. Aber da sind die Entscheider von heute
längst über alle Berge. Ältere, erfahrene Ärzte werden teilweise aus den
Krankenhäusern gedrängt und mit unerfahrenen, aber billigen,
Assistenzärtzen ersetzt. Die lernen dann halt "on the job", die Zeche
zahlt der Patient mit seiner Gesundheit.

Man liest sich,
Alex.
[0] Das, was der niedergelassene Arzt von den Kassen für seine
Leistungen bekommt. Einige 10 kEUR pro Quartal klingt da erstmal
wie ein Riesenhaufen Geld. Davon müssen aber _alle_ Kosten des
Praxisbetriebs bestritten werden: Gehälter der Angestellten,
ggf. Miete für die Praxisräume, Verbrauchsmaterial, Kapitaldienst
für die Kredite[1], Sprit[2] usw, usw. Am Ende ist da viel weniger
übrig, als man denkt - und zum Reichwerden langt es da nicht
wirklich. Ja, es gibt (wie überall) Ausnahmen.
[1] Selbst bei wenig geräteintensiven Fachrichtungen sind das schnell
einige 100 kEUR - bei größerem Technikaufwand kommt man auch
durchaus locker in den Millionenbereich.
[2] Und beim "Landarzt" mit viel Fahrerei kommt da verdammt viel
zusammen.
[3] Der, wenn man es wirklich wie verlangt macht, deutlich mehr
Zeit als die eigentliche Untersuchung und Behandlung verschlingt.
Wenn man sich den Unfug, den die Krankenkassen in Punkto Papierkrieg
und Bürokratie einfallen lassen, mal ansieht, dann müßte ein
künftiger Arzt nicht Medizin, sondern Verwaltungsrecht mit Nebenfach
Medizin studieren.
[4] Der Punktwert[5] hat sich in den letzten zehn Jahren sehr bewegt,
allerdings nach unten
[5] Die Leistungen der niedergelassenen Ärzte werden nach "Punkten"
abgerechnet: einmal in den Hals gucken X Punkte, Blut nehmen Y
Punkte, usw. Dabei hat "1 Punkt" einen Wert von Z,zz Cent.
--
"Opportunity is missed by most people because it is dressed in overalls and
looks like work." -- Thomas A. Edison

Stefan Hachmann

ungelesen,
08.06.2006, 17:26:0008.06.06
an
Ralph A. Schmid, DK5RAS schrieb:

[To(ta)l(l) Collect]

Was ja auch die wirkliche Erklärung für das ganze Tohuwabohu war. Ein
Vertrag von > 100 Seiten für ein "nur Straßenzolleinzugssystem" - wer's
glaubt...

Stefan

Joerg

ungelesen,
08.06.2006, 17:56:5608.06.06
an
Hallo Mike,

>
> das Hauptproblem liegt wohl daran, dass es schwer ist einen Ing (oder ein
> Team) zu finden, der (oder das) sich "committed", d.h. sich für ein Produkt
> voll und ganz einsetzt, und sein Privatleben hinten anstellt.
>
> Das bei fähigen amerikanischen Managern beliebte Buch "Die Seele einer neuen
> Maschine - von Tracy Kidder" beschreibt ein Team von Leuten, die bei
> geringer Bezahlung Höchstleistungen vollbringen. Dafür bekommen die Ings
> aber auch eine besondere Motivation (ein Zuckerl), nämlich sich an einem
> state of the art Projekt erstmals voll einzubringen zu können, und auch noch
> in einem Buch verewigt zu werden (Einer der Protagonisten - Josh Rosen -
> schreibt auch ab und zu in comp.arch.fpga).
>
> Der heutige moderne Damager will auch die in dem Buch beschriebenen
> Ing-Typen, (also vollen Einsatz, wenig Kohle) aber als Motivation soll der
> drohende Arbeitsplatzverlust ausreichen.
>

Das Zuckerl sieht bei uns recht reizvoll aus: Je risikohafter die
Entwicklung ist, umso weniger Geld wird anfangs verdient, aber umso mehr
Aktienoptionen kann man bekommen. Ich habe einen guten Teil meines
Geldes nicht als Gehalt verdient, sondern genau auf diese Art. Besucher
aus Deutschland bekamen eine Gaensehaut, als sie hoerten, welchen Anteil
an der Bezahlung bei uns diese Optionen haben. "Und was machst Du, wenn
das wie eine Seifenblase platzt?" ... "Vielleicht Tellerwaschen...".
Damals waren sie nur auf dem Papier etwas wert, noch nicht einloesbar.
Und wenn wir die Sache nicht geschafft haetten, waere der Aktienkurs
nicht gestiegen und die Dinger waeren nicht mal das bedruckte Papier
wert gewesen.


> Zusätzlich haben sich die Anforderungen dramatisch geändert.
> Heute muss die immer aufwendigere Technik perfekt und trotzdem ramschbillig
> sein.
> Das erfordert viel mehr Know-How, exzessive Bauteilemarkt Kenntnis, und
> Teamfähigkeit, bzw. das was sich die Damager darunter vorstellen (sprich
> u.A. Bereitschaft zu elendig langen und dauerhaften Dauermeetings, meist mit
> Powerpoint, oder Kernzeiten).
>

Gegen Dauermeetings gibt es gerade in Deutschland ein Patentmittel: Zum
Lunch beim Griechen einkehren und viel Tzatziki mit ordentlich Knofel
essen :-)


> Und reich wird man als Ing auch nicht gerade...
>

Reich wird man nicht, aber man kann einigermassen gut leben.


> Da kann ich schon verstehen, dass viele junge Leute da keinen Bock mehr
> darauf haben.
>
> Es sollten sich die Verantwortlichen überlegen, wie sie mit
> unkonventionellen und pfiffigen Ideen die jungen zusammen mit den älteren
> Ings wieder zur Entfaltung ihrer Fähigkeiten motivieren, dann gibts keinen
> Ing-Mangel, und dann schauen die Asiaten alt aus, denn wir sind Deutschland
> (Helau!).
>

Gibt es bei Euch keine Aktienoptionen? Mich kann man damit ganz gut
koedern, wenn ich entsprechende Entscheidungsbefugnisse habe oder das
Team (inklusive Chef) an sich schon sehr gut ist.

>
> PS: Auch ein interessanter Artikel:
> http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,417607,00.html
>

Da ist viel wahres drin. Wenn ich so ueberlege, findet der Loewenanteil
der Produktion meiner freiberuflichen Designs auch in China statt. Seit
gut 10 Jahren.

--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com

Joerg

ungelesen,
08.06.2006, 18:20:5208.06.06
an
Hallo Oliver,

>>>
>>> Es gibt leider all zu viele arbeitslose Ingenieure.


>>
>> Gibt es dazu handfeste Statistiken?
>
> Würden die veröffentlicht werden?
>

Sollten sie. Bei uns muessen sie. Und wenn nicht, koennte man eine
"Freedom of Information" Anfrage starten, und dann muessen angefragte
Daten rausgerueckt werden, soweit nicht sicherheitsrelevant.


> => Arbeitsagentur müsste Zahlen haben.
>

> Die neuen seiten von denen (die so beschissen unübersichtlich sind, aber
> viele Millionen Euro teuer waren) kannst Du ja mal aufsuchen.
> Vielleicht gibt es da irgend einen Link zu Unterschungen?
> Oder Wirtschaftsministeriums-Webpages?
>
> Solltest Du etwas finden, sach mal an. ;-)
>
> Irgendow sollte ja Zahlenmaterial sein.


Nur diese Monatshefte kenne ich:

http://www.arbeitsagentur.de/content/de_DE/sachsen_anhalt_thueringen/967/importierter_inhalt/pdf/statistisches_monatsheft0605.pdf

Aber das sind keine Prozente und nur fuer einzelne Bundeslaender.

>
> Ürigens kränkelt auch der Freiberufler-Markt ziemlich.
>

Das fing schon "Ende letzten Jahrhunderts" an und daher bin ich ja nun
auch auf der anderen Teichseite.

Joerg

ungelesen,
08.06.2006, 18:25:2108.06.06
an
Hallo Uwe,


>>
>> War denn die Stellenanzeige sehr einschraenkend formuliert (nur junge
>> Leute und so)? Wenn hier eine Stelle ausgeschrieben wird, dann kommen
>> Berge an Post und bei uns ist die Alo-Quote etwas niedriger.
>

> Berge an Post ist hier auch bei Stellenausschreibungen üblich.
> Man kann oft gar nicht alle einladen.
>

Schon, aber daran kann man ablesen, ob es einen echten Mangel gibt oder
ob das ganze Gerede Mumpitz ist. Ende der 90er hatten wir (hier in USA)
manchmal nur 5-6 Bewerbungen und alle nicht qualifiziert fuer den Job.
Noch nie etwas analoges entwickelt, auch nicht als Hobby, usw. Nun sieht
das anders aus. Man bekommt auf gleichartige Anzeigen saeckeweise Post,
inklusive etlicher Leute mit Doktortitel, ehemalige hochrangige
Entwicklungsleiter mit echt Ahnung und sonst noch was.

Joerg

ungelesen,
08.06.2006, 19:36:2208.06.06
an
Hallo Oliver,


> Deutschland hat ein gewaltiges Problem, und das besteht darin, alles
> immer nur durch die "es muß billiger sein"-Brille zu sehen.
> Das ist garnicht die Kernkompetenz dieses Landes, und wer seine
> Kernkompetenz verlässt, der wird das nachsehen haben.
>

Trotzdem muss man als Ingenieur die Faehigkeit bewahren, ein Produkt von
den Kosten her ohne Qualitaetseinbussen bis an die untere Grenze zu
bringen. Damit verdiene ich einen Teil unseres Lebensunterhalts, und wir
wohnen in einem High-Tech Land wie Ihr.

Diese Faehigkeit hat in westlichen Laendern dramatisch abgenommen und in
den Unis lernt man so gut wie nichts zu dem Thema. Ein klassisches
Beispiel wurde in einem anderen Forum erwaehnt. Ein westliches Team
hatte mit einem tollen ARM-uC einen WLAN Router erstellt. Gleichzeitig
hat ein anderes Team in Asien einen WLAN Router mit vergleichbaren
Eigenschaften auf popeliger 8051er Basis hingezimmert, und diese Leute
scheffeln jetzt Umsatz.

--
Regards, Joerg

http://www.analogconsultants.com

Joerg

ungelesen,
08.06.2006, 19:40:5708.06.06
an
Hallo Guido,


>>> Hmm, und wenn man doch mal was eigenes macht (Maut-System), gibts

>>> verbal Haue.
>>
>> Aber nicht wegen der Tatsache "Neues Mautsystem entwickeln" an und
>> für sich,
>
> och, doch! Die Stimmen, man hätte ein bereits bestehendes System
> importieren sollen, weil das billiger wäre, waren nicht gerade leise!
>

Haette man auch. Ich habe nie verstanden, warum das alles neu gemacht
werden musste, wo es gut funktionierende Mautsystems wie Fastrak in USA
schon ewig gab. Genauso wie wir ja hier auch nicht die
Niederflur-Strassenbahnen neu entwickelt haben, sondern einfach die von
Siemens-Duewag nahmen. They work well, why re-inevt the wheel?

Joerg

ungelesen,
08.06.2006, 20:07:4308.06.06
an
Hallo Rainer,


> Ein einfaches Handy würde den Hersteller (verglichen mit dem Featuritis-
> Modell) nahezu nichts kosten, der Netzbetreiber müßte es somit nicht
> massiv quersubventionieren -- und alle wären glücklich.
>

Gibt's. Nokia 2115i. $50 inklusive $40 Air Time. Macht $10 fuer das
Handy, oder wahrscheinlich um die $20, wenn man in den $40 immer noch
einen Subventionsanteil sieht.

>
> Erinnere mich nicht daran, was ich 1991 für einen HP500C gezahlt habe.
>

Oder mein alter HP Deskjet. Dessen Patronen konnte man huebsch mit Lamy
Tinte und Spritze nachfuellen. Das Ding druckte damit billiger als jeder
Laser, den ich danach hatte.

>
> Da kommen wir dann eher wieder in den Bereich "Pfründe", daß die Baugruppen
> nur an "zertifizierte" Betriebe verkauft und nur von diesen eingebaut werden
> dürfen.
>

Welche sich damit das eigene Grab schaufeln, weil jeder so langsam
Richtung Allkauf und Aldi abdriftet. Nur scheinen diese
Pfruendeanhaenger das nicht zu verstehen. Reparaturen, die de-fakto
unbezahlbar geworden sind, werden nicht mehr in Auftrag gegeben. Egal,
ob sie noch moeglich waeren oder nicht.

Oliver Bartels

ungelesen,
09.06.2006, 00:26:4509.06.06
an
On Thu, 08 Jun 2006 21:56:56 GMT, Joerg
<notthis...@removethispacbell.net> wrote:
>Gibt es bei Euch keine Aktienoptionen? Mich kann man damit ganz gut
>koedern, wenn ich entsprechende Entscheidungsbefugnisse habe oder das
>Team (inklusive Chef) an sich schon sehr gut ist.

Die sind praktisch nicht relevant.
Der Aufwand zur Errichtung einer Aktiengesellschaft und deren
weitere Pflege ist trotz "kleiner" AG extrem hoch.

Und bei einer GmbH ist jede Änderung des Gesellschafterkreises
ein notarieller Vorgang.

Hinzu kommt, siehe unten, die Bewertung und Versteuerung
der Optionen als "geldwerter Vorteil". Da kann es durchaus
sein, dass man Steuern auf Aktienoptionen zahlt, die am Ende
keinen Cent mehr wert sind. Da ist es oftmals billiger, gleich
dankend zu verzichten.

Man könnte die Steuer ja auch dann erheben, wenn die
Option zu echtem Geld wird, aber das wäre ja zu einfach
und zu unbürokratisch, auch wenn es am Ende vielleicht
sogar mehr und gerechtere Steuern brächte.

So kann man das gleich dreimal knicken, wenn es nicht
um Großkonzerne geht.

Gruß Oliver

P.s.: Und ganz ehrlich: Wer will denn schon eine Option an
einem "Verein" zur Förderung des Amts-, Kammer-, Kassen-,
Einzugszentralen- und Zweckverbandsunwesens, wo jeder
der genannten das Recht hat, die "Vereins"kasse qua
öffentlich-rechtlichem Akt beliebig zu plündern.
Es war zwar mal anders gedacht, aber was soll's.

Die Krankenkasse braucht Geld: Ja klar doch, wozu haben
wir den Förderverein namens Firma: Lasst uns die Beiträge
anheben und als besonderen Akt zur "Reduzierung" der Bürokratie
und zur "Entlastung" der Firmen die Zahlung der Beiträge
auf einen Zeitpunkt _vor_verlegen, an dem die Lohnabrechnung
noch nicht mal fertig ist. Ist seit 1.1.2006 in .de so :-(

Schon gibt es weitere Arbeitsplätze im Abrechnungsbereich,
zusätzliche stellv. Direktorenstellen bei besagter Krankenkasse,
woraufhin die wieder mehr Geld braucht ...

Natürlich nicht für die Ärzte, nein, die lassen wir ruhig 36
Stunden am Stück kruppen, aber so ein armer Kranken-
kassenortsdirektor mit der ach so schweren 35 Wochenstunden
Schreibtischarbeit - die ganzen dicken Sozialgesetzbücher
haben schon ein recht hohes Papiergewicht - braucht
schließlich nach schwerem Tagwerk schon einen passablen
Firmenwagen, um sein eigenes Übergewicht nach Hause
zu chauffieren. Und ja, es gibt nicht nur eine Kasse,
sondern über 200 (!), alle öffentlich-rechtlich ...

Das System ist ein Fass ohne Boden, nach jeder "Reform"
wird es trotzdem teurer und bürokratischer, eine Firma wird
so immer mehr zur Last. Ankommen bei den eigentlichen
Leistungserbringern - seien es Bandarbeiter oder Ärzte oder
auch die hier diskutierten Ingenieure - kommt kaum mehr
etwas, da hängen einfach - sorry - viel zu viele stinkfaule
Säcke dazwischen, die sich ein nettes Leben machen und
_immer_ einen Weg finden, die Hand aufzuhalten, denn
genau _das_ ist ihr einziger Job :-((

Johannes Bauer

ungelesen,
09.06.2006, 01:27:4409.06.06
an
Falk Brunner wrote:
> Rainer Buchty schrieb:

>
>> |> Die Masse kann mit UNIX nix anfangen, weil es viel zu viel |> vom
>> User an Insiderwissen verlangt [...]
>>
>> Es ist nur ne Frage, wie man es verpackt, vgl. MacOS.
>
> Ja eben. Oder auch Windows (egal welche Hasstriaden da in den letzten 10
> Jahren gelaufen sind).

Argh. Windows ist mit Sicherheit *kein* unixoides OS, sondern basiert
auf VMS (Windows NT = WNT = "VMS + 1" - nicht nur von den Buchstaben
her). Auf Einheitliche Schnittstellen wie POSIX (open, close, socket,
read, write, fork, ...) wurde von Anfang an kein Wert gelegt.

Gruß,
Johannes

--
durch dei Verdunstung kült das sogar ziemlich gut
das ist wie schweiß. Hünde müssen da hecheln so wie Lüfter.
Markus Gronotte in de.sci.electronics
<446b3448$0$4516$9b4e...@newsread2.arcor-online.net>

Matthias D.

ungelesen,
09.06.2006, 02:45:1409.06.06
an

Alexander Schreiber schrieb:

> Matthias D. <matthia...@rub.de> wrote:
>
>>Oliver Bandel schrieb:
>>
>>
>>>Matthias D. wrote:
>>>[...]
>>>
>>>
>>...ohnehin schon
>>
>>>>sehr sehr hohen Gehälter !!!!!!!!!!!!!!
>>>>
>>>>sehr sauer über diese haltlose öffentliche Diskussion
>>>>
>>>>Matthias
>>>>
>>>
>>>Was willst Du uns damit sagen (oder fragen)?!
>>>
>>
>>Es gibt ja leider keiner Ing.-Romane oder Fernsehserien.
>
>
> Ach daher weht der Wind.
>
> Matthias, Du mußt jetzt ganz stark sein, denn die Wahrheit ist grausam:
>
> Die Artzromane/-serien, in denen der junge, sportliche, braungebrannte
> Assistenzarzt um 1100 Uhr im SLK Coupe in die Klinik fährt, die wohlbetuchte
> Patientin dezent untersucht, als Nachspeise die scharfe Krankenschwester
> vernascht, eine Stunde locker und lässig operiert und schließlich um
> 1500 Uhr wieder Richtung Golfplatz verschwindet, sind nicht sehr
> realitätsnah.
>
> Die Realität sind ganz anders aus. Schlecht bis mäßig bezahlte
> Assistenzärzte, die 36 Stunden Bereitschaftsdienste fahren. Stetig

> sinkende Vergütungen...

Quatsch doch nicht !

Matthias D.

ungelesen,
09.06.2006, 02:57:2509.06.06
an
>> Ach daher weht der Wind.

Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen das hier
nur "freiberufliche" Ärzte über Ihr privat erwirtschaftetes
Geld reden!

Guck mal in die Tarife für Krankenhausärzte und sage mir
dann warum Ärzte die auch "nur" an der Uni waren - wie
"wir" auch - als Milchgesichter gleich so viel Kohle in den
Arsch kriegen.

Sich dann aber beklagen das dafür auch Überstunden verlangt
werden. "Wir" als Ingenieure oder die Leute in der
Produktion fragt auch keiner ob sie mehr arbeiten müssen.

Die ersten Jahre habe ich auch täglich 10-12 Std.
gearbeitet. (nicht Bereitschaft, gearbeitet !)
Und die Überstunden hat keiner bezahlt.

Außerdem nicht für ein Gehalt bei dem ich schon ein Haus
hätte abbezahlen können.

Ja Ja, nur die arme arme Ärzteschaft sind die Leidtragenden.

Mich tröstet nur, wenn die "Tarif"- (nicht niedergelassene)
Karnevalsprinzen so weiter machen gibt's für die auch keine
Stellen mehr.

P.S. ich bin so müde

Alexander Schreiber

ungelesen,
09.06.2006, 02:08:0909.06.06
an
Sebastian Suchanek <sebastian...@gmx.de> wrote:
>
> Schlußfolgerung für mich: Die "Arbeitsagentur" in ihrer
> jetztigen Form ist überflüssig und eine reine Geldverschwendung.

Allerdings. Vor 2-3 Jahren bei einer Bekannten erlebt: Studium
abgeschlossen (Bachelor) und pro forma mal beim Arbeitsamt gewesen.
Vorschlag des Sachbearbeiters: entweder weiterstudieren und den Magister
machen oder schwanger werden. Also Hauptsache raus aus der Statistik.
Sie war einfach nur zu platt nach dem Spruch um zu reagieren.

Sie hat sich dann, wie schon vorher beabsichtigt, selber was gesucht und
nach einer Weile auch gefunden.

Man liest sich,
Alex.

Alexander Schreiber

ungelesen,
09.06.2006, 02:15:1009.06.06
an

Vor allem: Der Vertrag ist nach wie vor trotz mehrerer Anfragen geheim.
Angeblich, weil durch Offenlegung des Vertrages Geschäftsgeheimnisse
veröffentlich und der Betrieb des Mautsystems gefährdet würde. Die
Fachkenntnis, die kritischen Stellen zu identifizieren und zu schwärzen
hätte man nicht, also bleibt das Gesamtwerk geheim. Alles klar. Und ich
fliege jeden morgen auf einem Schwein zur Arbeit.

Aber doch immer wieder interessant zu sehen, daß ausgerechnet
Demokratien die Werkzeuge installieren, die sich hervorragend für die
Aufrechterhaltung einer Diktatur eignen.

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