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Spaß im Chemiestudium (was: Soda doch nicht so wirkungsvoll?)

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Patrick Kibies

unread,
Apr 16, 2013, 7:02:44 PM4/16/13
to
Ludger Averborg wrote:


> OK, sowas sag ich auch immer, wenn ich jemandem NaOH empfehle.
> Ich frag mich nur, wie ich eigentlich mein Chemiestudium heile überstanden

Hehe. Das kenne ich. Ich bin aber auch noch am Überstehen. Ein Bisschen kann
ich aber beitragen


> hab. Kann es sein, dass sich jemand, der nicht 100%ig geschützt ist,
> einfach vorsichtiger verhält?

Ja. Zumindest dann, wenn's angebracht ist. Gegen einen Spritzer NaOH ist
natürlich auch noch verdünnte $Säure gewaschen, die lässt sich einfacher
abwaschen. Aber psssst: Man kriegt ja garnix auf die Haut...

Achja was im Studium lernt oder auch von anderen mitbekommt: Augen immer
Schützen und nie mit dem Mund pipettieren. Methanol schmeckt nicht besser
als Ethanol. Wirklich. Den Brenner nicht am Wasserhahn anschließen. Wasser
brennt so leicht nicht. Und die Kanüle bitte durchs Septum in den Kolben und
nicht durch die Haut in die Blutbahn rammen. Und: Zerbrochenes Glas ist
scharfkantig, heißes Glas sieht aus wie kaltes. Kochende Abfallkanister sind
ein Problem, auch wenn man sie ignoriert. Pyrophore Substanzen gehören
/nicht/ in den Feststoffabfall und Selenverbindungen nicht in den Abfluss.
Wenn man ein Präparateglas mit vielen Tricks evakuiert ist das ein Hack.
Wenn man dann mit einem Heißluftgebläse ausheizt ist das mutig. Wenn der
Boden des Glases dabei zu Bruch geht ist das kein Wunder. Wenn das
Geräuchsche macht, ist das kein Grund im Abzug alles umzuwerfen. Wirklich
nicht. Die BuLi-Spritze beim Entfernen aus der Vorratsflasche auch an der
Kanüle führen. Rutscht die Spritze aus der Kanüle hat man einen brennenden
Springbrungen. Wirklich. Einen ähnlichen Springbrunnen, nicht brennend,
bekommt man mit trockenen Lösungsmitteln, Schutzgas, Schlenkkolben und
Kanüle. Kein Grund den Strahl mit dem Mund zu fangen. THF schmeckt nicht,
sagt die Kommilitonin. Ich glaube ihr das. Bloß weil es ein großes
Becherglas ist, was da im Abzug steht, sollst Du da nicht einfach Deinen
Abfall reinkippen. Vor allem, wenn da ein Name und eine Präparatenummer
draufsteht. Filterpapier löst sich in Salpetersäure. Leider. Dimethylsulfid
stinkt. Iodaceton ist reizend. Sehr. Man braucht es manchmal trotzdem.
Manche Salze machen bunte Flecken auf dem Kittel. Schwefelsäure macht ihn
unsichtbar. Königswasser löst Spatel auf. Und Platindrähte. Platindraht hat
einen hohen Dampfdruck. Kobaltglas auch. Wenn man im Wasserstrahlvakuum ohne
Schutzflasche arbeitet dreht irgendein Idiot den Wasserhahn zu. Garantiert.
Wenn Deine Synthese geklappt hat, funktioniert die Destillation nachher
nicht. Laß kein Thermometer liegen, sonst hast du zwei halbe. Ein Geodreieck
löst sich in THF und hält danach sehr(!) gut an der Tischplatte. Ethylacetat
riecht gut. Für kurze Zeit. Lasse alles, von dem Du denkst "das mach ich mal
eben" das dauert mindestens zwei Stunden länger als gedacht und klappt
nicht. Spektrometrie ist toll. In der Theorie. Flüssiger Stickstoff ist ein
wenig kühl und läuft erstklassig durch die Ärmel um sich dann in den
Klamotten zu stauen. Zuschauer finden das irre komisch, wenn da ein
dampfender Chemiestudent das Rumpelstilzchen probt.


Und jetzt mach ich das Nähkästchen zu.


viele Grüße

Patrick

Bodo Mysliwietz

unread,
Apr 17, 2013, 1:59:57 PM4/17/13
to
Am 17.04.2013 01:02, schrieb Patrick Kibies:
> Ludger Averborg wrote:

[...]

<lol>
[...]

> Kᅵnigswasser lᅵst Spatel auf.

[...]

<rotfl

Bisher kannte ich "Murphys Studiengang fᅵr Arbeitssicherheit" noch nicht ;-)

P.S. Die BGN sucht fᅵr die Niederlassung in Deiner Stadt gerade jemanden
mit naturwissenschaftlich/technischem bakcground fᅵr Arbeitssicherheit
ect.. Aus meiner Sicht hast Du Dich gerade perfekt qualifiziert - es sei
denn einige Deiner Mitlemminge bewerben sich auch.


--
Glᅵck Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/

Frank Feger

unread,
Apr 20, 2013, 6:34:07 PM4/20/13
to
Am 17.04.2013 01:02, schrieb Patrick Kibies:

> Platindraht hat einen hohen Dampfdruck.

Kann er haben, muß er aber nicht. An der Uni Siegen hat mal jemand
1 m bestellt oder bestellen wollen. Danach hat er lange gewartet,
aber nichts ist in der Arbeitsgruppe aufgetaucht. Nach einigen Wochen
ist jemandem aufgefallen, daß im Eingang vor den Aufzügen ein Paket
herrenlos herumstand, und hat es sich näher angesehen. Da war der
Draht drin, allerdings nicht 1 m, sondern 1 kg ...


Grüße,

F^2

Bodo Mysliwietz

unread,
Apr 21, 2013, 6:55:32 AM4/21/13
to
Hat also jemand eine Platinstange bestellt....

....und ich frage mich wer in der Buchhaltung sitzt....

--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/

Lars Wilhelm

unread,
Apr 21, 2013, 10:10:04 AM4/21/13
to
Naja,
ganz dringend sollte man noch folgendes erwähnen:
a) Es reicht nicht aus, in die Aparatur ein Thermomenter einzutauchen-
es ist mindestens wichtig zu wissen, wie heiß das Ölbad ist
a1) Speiseöl stinkt nicht, lässt sich bis 300 Grad erhitzen,
allerdings nur frisch. Wenn es zu heiß wird, fängt es Feuer- wirklich.

b) Rührfische lassen sich nicht Chlorieren, ihre Umhüllung lässt sich
mit LiAlH ablösen
c) Dampfkannen aus Glas bitte nicht ohne Astbestnetz erhitzen
d) Raney Nickel ist pyrophor- wirklich
e) Auch wenn das Präparat flüssig und durchsichtig ist, muss man
phosphororganische Verbindungen nicht im Refraktometer vermessen
f) Schwefeldioxid reizt die Atemwege, man muss das Zeugs nicht
außerhalb von Abzügen abrotieren
g) Man kann auch schlichte Glasstopfen als weak point in eine Destille
einbauen, man darf das Schliffthermometer durchaus festklammern
h) Wulffsche Flaschen gehen kaputt, wenn man sie an einem Hals
einspannt- reproduzierbar.
i) Calcium muss man nicht gravimetrisch bestimmen- Mit
Calconcarbonsäure als Indikator geht das auch titrimetrisch. Ist aber
blau.
j) Nickel kann man auch titrieren. Blöd, wenn der Assistent Zink
beigemischt hat.
k) Auch der geschickteste Glasbläser braucht einen halbwegs heilen
Kolben- Scherbenpuzzle überfordern ihn.
l) Intensivkühler sind schwer und sollten gut festgemacht werden.
m) Radioisotope haben nichts im Abfluss zu suchen...

Schön war die Zeit \singend

gUnther nanon�m

unread,
Apr 21, 2013, 3:32:02 PM4/21/13
to

"Lars Wilhelm" <usenet...@nurfuerspam.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b6cb67ef-b338-475e...@e13g2000vbn.googlegroups.com...

>Sch�n war die Zeit \singend

Hi,
gestern den gelbbraunen Siff in der Badewanne samt Antirutschmatte mit
Harpic eingesaut....und heute ist die Wanne blau und hat dicke Bel�ge. Da
fragt man sich doch, woher das kommt.

--
mfg,
gUnther


Michael Landenberger

unread,
Apr 22, 2013, 5:07:43 AM4/22/13
to
"Bodo Mysliwietz" schrieb am 21.04.2013 um 12:55:32:

> Am 21.04.2013 00:34, schrieb Frank Feger:

>> An der Uni Siegen hat mal jemand
>> 1 m bestellt oder bestellen wollen. Danach hat er lange gewartet,
>> aber nichts ist in der Arbeitsgruppe aufgetaucht. Nach einigen Wochen
>> ist jemandem aufgefallen, da� im Eingang vor den Aufz�gen ein Paket
>> herrenlos herumstand, und hat es sich n�her angesehen. Da war der
>> Draht drin, allerdings nicht 1 m, sondern 1 kg ...
>
> Hat also jemand eine Platinstange bestellt....

Sonderlich dick kann die aber nicht gewesen sein. Beim spezifischen Gewicht
von Platin (21,45 kg/dm�) muss die Stange nur ein Volumen von ca. 47 cm� zu
haben, um auf ein Gewicht von 1 kg zu kommen. Bei 1m L�nge entspricht das
einem Querschnitt von 0,47 cm�. Eine runde Stange mit diesem Querschnitt h�tte
ca. 7,7 mm Durchmesser. Das w�re zwar nicht gerade ein Draht, aber doch eher
ein Stab als eine Stange ;-)

Gru�

Michael

Frank Hucklenbroich

unread,
Apr 22, 2013, 7:27:29 AM4/22/13
to
Reines Platin oder ist "Platindraht" eine Legierung? Falls nicht, hätte das
Ding ca. 35.000 EUR gekostet. Und sowas steht herrenlos rum? Und sowas
bezahlt dann die Uni? Klasse, da schreib ich mich ein und bestell mir dann
ein Auto ;-)

SCNR,

Frank

Wolfgang May

unread,
Apr 22, 2013, 8:24:47 AM4/22/13
to
In de.etc.haushalt Bodo Mysliwietz <druidef...@gmx.de> wrote:
> Am 21.04.2013 00:34, schrieb Frank Feger:
>> Am 17.04.2013 01:02, schrieb Patrick Kibies:
>>
>>> Platindraht hat einen hohen Dampfdruck.
>>
>> Kann er haben, muß er aber nicht. An der Uni Siegen hat mal jemand
>> 1 m bestellt oder bestellen wollen. Danach hat er lange gewartet,
>> aber nichts ist in der Arbeitsgruppe aufgetaucht. Nach einigen Wochen
>> ist jemandem aufgefallen, daß im Eingang vor den Aufzügen ein Paket
>> herrenlos herumstand, und hat es sich näher angesehen. Da war der
^^^^^^^^^^
>> Draht drin, allerdings nicht 1 m, sondern 1 kg ...
^^^^^^^^^^ ^^^^^^^
>
> Hat also jemand eine Platinstange bestellt....

Offensichtlich hat er sowohl Draht bestellt, als auch Draht geliefert
bekommen. Aber halt 1 kg, also mehrere Meter. Draht wird ueblicherweise
aufgerollt geliefert.

> ....und ich frage mich wer in der Buchhaltung sitzt....

Das Schluesselwort ist "Uni".
Die Lieferung entsprach der Bestellung, also abstempeln und buchen.
Wenn der Etat nachher ueberzogen ist, wird das Geld bei denjenigen
Arbeitsgruppen gekuerzt, die ihren Etat nicht ueberzogen haben.

Wolfgang

gUnther nanonüm

unread,
Apr 22, 2013, 10:13:37 AM4/22/13
to

"Frank Hucklenbroich" <Hucklen...@aol.com> schrieb im Newsbeitrag
news:x7nupxkejz7a$.1k70v2yqfsj3x$.dlg@40tude.net...

> Reines Platin oder ist "Platindraht" eine Legierung? Falls nicht, hätte
> das
> Ding ca. 35.000 EUR gekostet. Und sowas steht herrenlos rum? Und sowas
> bezahlt dann die Uni? Klasse, da schreib ich mich ein und bestell mir dann
> ein Auto ;-)

Hi,
kenne eine Story, da ist ne Plasmadüse mal "verirrt" und landete als
dekorative Blumenvasenstütze in einem Büro. Wert so irgendwo bei
148.000....Einzelstück aus Cobalt/Wolfram....bei Haitex geht das fix mit den
Preisen.
Passiert z.B. weil der Bote den Weg nicht kennt, im "Büro" anruft und die
Sendung abstellt. Dann vergißt der Schlehmihl die abzuholen...weiß ja meist
nicht, was drinsteckt. Dann etwas übliches Chaos, und schon ist Dein Auto
perdu. Es kommt aber nur äußerst selten was wirklich weg. Schlimmer sind die
Fälle, wo etwa riskante Chemikalien von der Putze zu ihren
Reaktionsmittelvorräten gestellt werden, weil die Gebinde so ähnliche
Aufkleber voller Flämmchen, Kreuze, Totaugen und Bauchbinden haben. Da steht
dann schonmal genug "Wirkkraft" im Spind, daß der Krampfmittelräumdienst
Stiehlaugen macht.


--
mfg,
gUnther


Dr Engelbert Buxbaum

unread,
Apr 22, 2013, 12:55:09 PM4/22/13
to
In article <b6cb67ef-b338-475e-948d-986d44385ea0
@e13g2000vbn.googlegroups.com>, usenet...@nurfuerspam.de says...
>
> On 17 Apr., 01:02, Patrick Kibies <linuxus...@web.de> wrote:
> > Ludger Averborg wrote:
> > > OK, sowas sag ich auch immer, wenn ich jemandem NaOH empfehle.
> > > Ich frag mich nur, wie ich eigentlich mein Chemiestudium heile überstanden
> >
> > Hehe. Das kenne ich. Ich bin aber auch noch am Überstehen. Ein Bisschen kann
> > ich aber beitragen
> >
> > > hab. Kann es sein, dass sich jemand, der nicht 100%ig geschützt ist,
> > > einfach vorsichtiger verhält?
> >
> > Ja. Zumindest dann, wenn's angebracht ist. Gegen einen Spritzer NaOH ist
> > natürlich auch noch verdünnte $Säure gewaschen, die lässt sich einfacher
> > abwaschen. Aber psssst: Man kriegt ja garnix auf die Haut...
> >
> > Achja was im Studium lernt oder auch von anderen mitbekommt: Augen immer
> > Schützen und nie mit dem Mund pipettieren.

Und wenn man den Versuch "Natrium in Wasser" demonstriert, erst den
Barren mit Na wieder in die Flasche, dann das Stückchen ins Wasser. Dann
macht es auch nichts, wenn die Schale mit Wasser durch die Hitze
springen sollte.

--
Car (noun): erratically moving obstacle on the road

Bodo Mysliwietz

unread,
Apr 22, 2013, 2:49:32 PM4/22/13
to
Am 22.04.2013 11:07, schrieb Michael Landenberger:
> "Bodo Mysliwietz" schrieb am 21.04.2013 um 12:55:32:

>> Hat also jemand eine Platinstange bestellt....
>
> Sonderlich dick kann die aber nicht gewesen sein. Beim spezifischen Gewicht
> von Platin (21,45 kg/dm³) muss die Stange nur ein Volumen von ca. 47 cm³ zu
> haben, um auf ein Gewicht von 1 kg zu kommen. Bei 1m Länge entspricht das
> einem Querschnitt von 0,47 cm². Eine runde Stange mit diesem Querschnitt hätte
> ca. 7,7 mm Durchmesser. Das wäre zwar nicht gerade ein Draht, aber doch eher
> ein Stab als eine Stange ;-)

Naja, in der Dimension darf man doch etwas "überzeichnen". Wer weiß,
evtl. sollte der Draht ja auch nur 0,77mm haben...

Bodo Mysliwietz

unread,
Apr 22, 2013, 2:53:10 PM4/22/13
to
Am 22.04.2013 14:24, schrieb Wolfgang May:
> In de.etc.haushalt Bodo Mysliwietz <druidef...@gmx.de> wrote:

>> ....und ich frage mich wer in der Buchhaltung sitzt....
>
> Das Schluesselwort ist "Uni".
> Die Lieferung entsprach der Bestellung, also abstempeln und buchen.

Ich kenne es (nicht von der Uni) eher so das man bei der Bestellung z.B.
Artikelnr. und oder Maße/Gewichte UND Preis angeben muß.

Wenn da nun eine Rechnung ins Haus flattert die um 2 Größenordnungen von
der Bestellung abweicht, sollten in der Buchhaltung/Einkauf die Glocken
angehen.

> Wenn der Etat nachher ueberzogen ist, wird das Geld bei denjenigen
> Arbeitsgruppen gekuerzt, die ihren Etat nicht ueberzogen haben.

Was dann evtl. eine plötzliche Vollbremsung mit Däumchendrehen hervorruft?!

Bodo Mysliwietz

unread,
Apr 22, 2013, 2:54:34 PM4/22/13
to
Genau. Auf dem Bestellschein schreibst Du Posche, Maßstab 1:1,000 und
gut ist :-)

Frank Hucklenbroich

unread,
Apr 23, 2013, 3:41:42 AM4/23/13
to
Am Mon, 22 Apr 2013 12:55:09 -0400 schrieb Dr Engelbert Buxbaum:

> Und wenn man den Versuch "Natrium in Wasser" demonstriert, erst den
> Barren mit Na wieder in die Flasche, dann das Stückchen ins Wasser. Dann
> macht es auch nichts, wenn die Schale mit Wasser durch die Hitze
> springen sollte.

Eon Highlight bei uns damals im Chemieunterricht. Der Chemiesaal war gerade
frisch renoviert worden, unser Lehrer hat auch pflichbewußt die Glasscheibe
vor dem Versuchstisch hochgekurbelt. Das hinderte das Natrium jedoch nicht
daran, im wahrsten Sinne des Wortes an die Decke zu gehen, und da einen
schönen, großen, schwarzen Brandfleck zu hinterlassen. Der war Jahre später
noch dort.

Grüße,

Frank

Harry Hirsch

unread,
Apr 23, 2013, 5:04:09 AM4/23/13
to
Am 23.04.2013 09:41, schrieb Frank Hucklenbroich:

> Eon Highlight bei uns damals im Chemieunterricht. Der Chemiesaal war gerade
> frisch renoviert worden, unser Lehrer hat auch pflichbewußt die Glasscheibe
> vor dem Versuchstisch hochgekurbelt. Das hinderte das Natrium jedoch nicht
> daran, im wahrsten Sinne des Wortes an die Decke zu gehen, und da einen
> schönen, großen, schwarzen Brandfleck zu hinterlassen. Der war Jahre später
> noch dort.

Ein "Highlight" während der Ausbildung meiner Frau bei Schering. Es gab
dort einen etwas sehr eigenartigen Ausbilder der sich einen "Korken"
nach dem anderen leistete und dann auch gefeuert wurde. (war wohl schon
senil) Jedenfalls sollte das lehrlanor umziehen und alle mussten
mithelfen, das Material usw. in die neuen Räume zu bringen. Dabei holte
jemand aus dem Tisch des Ausbilders ein offenes Standglas heraus in dem
sich ein großer Brocken Natrium befand. Der hatte einen Durchmesser von
etwa 6cm und lag einfach so im Glas. Der Lehrling stellte das Glas, als
er erkannte, was das war, ganz vorsichtig ab und dann wurde die
"Sicherheit" gerufen.

Lars Wilhelm

unread,
Apr 23, 2013, 7:01:08 AM4/23/13
to
Je nachdem, wie lange der Brocken da so rumlag, hatte sich das Natrium
bereits in Soda verwandelt.

Dr Engelbert Buxbaum

unread,
Apr 23, 2013, 11:02:06 AM4/23/13
to
In article <m9yk7v1muakn$.igvygqa5...@40tude.net>, Hucklenbroich01
@aol.com says...
In unserem Falle wurde der Boden durch spritzende Na-Tropfen in
Mitleidenschaft gezogen; wer allerdings auf den gloreichen Einfall
gekommen war, im Chemie-Lehrsaal ausgerechnet Parkett zu verlegen, ließ
sich nicht mehr ermitteln.

Wenn man übrigens Berger-Mischung demonstriert (Zink-Pulver mit CCl4),
so zündet man sie zweckmäßig am Ende der Vorlesung im Freien, nicht im
Lehrsaal selbst.

Und noch ein Hinweis: Füllt man leere 5 l Bierfässer mit etwas flüssigem
Stickstoff und rammt einen Korken in das Spundloch, so bricht das Faß am
Boden und das Oberteil startet wie eine Rakete. Auch dies tut man besser
im Freien, da man sonst in der Decke einen bleibenden Eindruck
hinterläßt.

Frank Feger

unread,
Apr 23, 2013, 2:52:30 PM4/23/13
to
Am 21.04.2013 12:55, schrieb Bodo Mysliwietz:

>>> Platindraht hat einen hohen Dampfdruck.
>>
>> Kann er haben, muß er aber nicht. An der Uni Siegen hat mal jemand
>> 1 m bestellt oder bestellen wollen. Danach hat er lange gewartet,
>> aber nichts ist in der Arbeitsgruppe aufgetaucht. Nach einigen Wochen
>> ist jemandem aufgefallen, daß im Eingang vor den Aufzügen ein Paket
>> herrenlos herumstand, und hat es sich näher angesehen. Da war der
>> Draht drin, allerdings nicht 1 m, sondern 1 kg ...
>
> Hat also jemand eine Platinstange bestellt....

Es war schon Draht, auf einer Spule.


Grüße,

F^2

Frank Feger

unread,
Apr 23, 2013, 3:02:10 PM4/23/13
to
Am 22.04.2013 13:27, schrieb Frank Hucklenbroich:

>> Draht drin, allerdings nicht 1 m, sondern 1 kg ...
>
> Reines Platin oder ist "Platindraht" eine Legierung? Falls nicht, hätte das
> Ding ca. 35.000 EUR gekostet. Und sowas steht herrenlos rum? Und sowas
> bezahlt dann die Uni? Klasse, da schreib ich mich ein und bestell mir dann
> ein Auto ;-)

Keine Ahnung, ob es eine Legierung war, würde aber auf reines Pt
tippen.

Die Uni hat es vermutlich nicht bezahlt, sondern zurückgeschickt.
Wenn eine Forderung über den Betrag eingegangen wäre, wäre sie
jemandem augefallen.

Auto geht nicht, das bekommt der Paketservice schließlich nicht
durch die Tür ... ;-)


Grüße,

F^2

Heinz Schmitz

unread,
Apr 24, 2013, 5:03:20 AM4/24/13
to
Bodo Mysliwietz wrote:

>P.S. Die BGN sucht für die Niederlassung in Deiner Stadt gerade jemanden
>mit naturwissenschaftlich/technischem bakcground für Arbeitssicherheit
>ect.. Aus meiner Sicht hast Du Dich gerade perfekt qualifiziert - es sei
>denn einige Deiner Mitlemminge bewerben sich auch.

Perfekt qualifiziert hat er sich erst, wenn er als Praktikumsassistent
alle Genialitäten vorausgesehen und verhindert hat, die sich seine
Studenten so einfallen lassen :-).

Grüße,
H.


Bodo Mysliwietz

unread,
Apr 24, 2013, 4:31:24 PM4/24/13
to
Am 22.04.2013 18:55, schrieb Dr Engelbert Buxbaum:

Hallo Engelbert.

funktioniert Deine eMail-Adress bzw. liest Du sie?
(sorry, wenn ich auf diesem Wege frage, aber ich hatte Dich angeschrieben)

Dr Engelbert Buxbaum

unread,
Apr 25, 2013, 2:09:42 PM4/25/13
to
In article <atqtoc...@mid.individual.net>, druidef...@gmx.de
says...
>
> Am 22.04.2013 18:55, schrieb Dr Engelbert Buxbaum:
>
> Hallo Engelbert.
>
> funktioniert Deine eMail-Adress bzw. liest Du sie?
> (sorry, wenn ich auf diesem Wege frage, aber ich hatte Dich angeschrieben)

Interessant, es geht also bei dieser Geheimtinte nicht darum, die Spuren
von Ce selbst sichtbar zu machen, sondern sie werden als Katalysator
benutzt, um die Oxidation von Mn(II) zu Braunstein (Mn(IV)) durch H2O2
bei einem relativ niedrigen pH zu ablaufen zu lassen, wo sie
normalerweise (mangels katalysierender OH-ionen) nicht stattfinden
würde.

Der Artikel von Macrakis et al: Invisible Ink Revealed: Concept,
Context, and Chemical Principles of "Cold War" Writing, J. Chem. Educ.
89 (2012) 529-32 beschreibt einen Kurs wo Studenten eine geeignete
Entwicklerlösung entwickeln sollen, um dabei über Redox-Reaktionen,
Katalyse, pH-Wert und andere fundamentale Konzepte nachzudenken. Ich
würde vermuten, daß zumindest Studenten im Grund- oder Bachelor-studium
ziemlich viel Hilfestellung benötigen werden um diese Aufgabe zu lösen.

Ich frage mich lediglich ob die Löslichkeit von Ce(III)oxalat in Wasser
hoch genug ist, daß man das "Kopier"-papier durch Einsprühen herstellen
kann, oder ob man das durch Fällung machen muß.

Bodo Mysliwietz

unread,
Apr 27, 2013, 2:35:50 PM4/27/13
to
Am 25.04.2013 20:09, schrieb Dr Engelbert Buxbaum:
> In article <atqtoc...@mid.individual.net>, druidef...@gmx.de
> says...
>>
>> Am 22.04.2013 18:55, schrieb Dr Engelbert Buxbaum:
>>
>> Hallo Engelbert.
>>
>> funktioniert Deine eMail-Adress bzw. liest Du sie?
>> (sorry, wenn ich auf diesem Wege frage, aber ich hatte Dich angeschrieben)
>
> Interessant, es geht also bei dieser Geheimtinte nicht darum, die Spuren
> von Ce selbst sichtbar zu machen, sondern sie werden als Katalysator
> benutzt, um die Oxidation von Mn(II) zu Braunstein (Mn(IV)) durch H2O2
> bei einem relativ niedrigen pH zu ablaufen zu lassen, wo sie
> normalerweise (mangels katalysierender OH-ionen) nicht stattfinden
> wᅵrde.

So sehe ich das nun auch. Zunᅵhst nur eine Vermutung von mir, jetzt wo
das "Educational Paper" nochmal durchlese ist es klar. Ce(III) spielt
genau diese Rolle ohne das man die Dokumente in NaOH tauchen muᅵ.

> Der Artikel von Macrakis et al: Invisible Ink Revealed: Concept,
> Context, and Chemical Principles of "Cold War" Writing, J. Chem. Educ.
> 89 (2012) 529-32 beschreibt einen Kurs wo Studenten eine geeignete
> Entwicklerlᅵsung entwickeln sollen, um dabei ᅵber Redox-Reaktionen,
> Katalyse, pH-Wert und andere fundamentale Konzepte nachzudenken. Ich
> wᅵrde vermuten, daᅵ zumindest Studenten im Grund- oder Bachelor-studium
> ziemlich viel Hilfestellung benᅵtigen werden um diese Aufgabe zu lᅵsen.

Naja wenn, wie in dem "Studentenexperiment" erwᅵhnt, das
Reagenziensortiment ᅵberschaubar ist, sollte es klappen.

> Ich frage mich lediglich ob die Lᅵslichkeit von Ce(III)oxalat in Wasser
> hoch genug ist, daᅵ man das "Kopier"-papier durch Einsprᅵhen herstellen
> kann, oder ob man das durch Fᅵllung machen muᅵ.

Das habe ich mich auch gefragt. Als Kat muᅵ es evtl. nur in
homᅵpatischen Dosen vorhanden sein, was ich aber nicht vermute
(Bauchgefᅵhl). Andersherum sehe ich kein Problem darin, eher einen
Vorteil wenn es schwer lᅵslich ist. Evtl. lᅵst sich so das "Pauspapier"
besser herstellen. Das Oxalat wird dann hochkonzentriert an der
Papieroberflᅵche ausgefᅵllt.

Das EDTA sehe ich nachher auf der Empᅵngerseite zum Einsatz kommen. Qasi
als Sprᅵhentwickler ("Lᅵsungsvermittler") aufgetragen und schnell noch
einen Hauch von Mn(II)SO4 drauf.

--
Glᅵck Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
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