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Analyse, appetitlich anzusehn

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Hauke Reddmann

unread,
Oct 26, 2009, 6:26:03 AM10/26/09
to
Bis heute wei� ich nicht, wie ich meinen Doktortitel
geschafft habe, hatte ich doch mit Analysen immer meine
Probleme (vgl. meine Autobiographie "Fritte des Grauens",
Springer-Verlag :-). Aber wie genau braucht man �berhaupt
genaue Analysen? Klar, im Biolabor macht "0 Pestbazillen"
gegen�ber "1 Pestbazille" schon einen Unterschied, und
auch wenn das Nugget aus Klondike 101 /ug Gold hat statt
100, geht das ganz sch�n ins Geld. Anderseits, ob der
Schokoriegel "Karies ultra" jetzt ein oder zwei Kilo
W�rfelzucker�quivalente aufweist, ist weder relevant
noch �berhaupt reproduzierbar.

Erz�hlt doch mal aus der [Berufs]Praxis. Wie genau m��t ihr
die Werte bestimmen? Warum? Ist es technisch aufwendig? Braucht
man ein H�ndchen daf�r? Uswusf.
--
Hauke Reddmann <:-EX8 fc3...@uni-hamburg.de
Nur Schufte schuften - Genie genie�t.

Heinz Schmitz

unread,
Oct 26, 2009, 7:04:15 AM10/26/09
to
Hauke Reddmann wrote:

>Bis heute wei� ich nicht, wie ich meinen Doktortitel
>geschafft habe,

Das m��te eigentlich irgendwo dokumentiert sein [Kopf-kratz]?

>hatte ich doch mit Analysen immer meine
>Probleme (vgl. meine Autobiographie "Fritte des Grauens",
>Springer-Verlag :-).

<Gr����������������������������������������hl>

Oft hat man daf�r eigens Mitarbeiter im Institut. Dann isses besonders
ermutigend, wenn man nach drei Tagen *einen* Wert bekommt.

>Aber wie genau braucht man �berhaupt
>genaue Analysen?

Optimisten errechnen die erwarteten Werte, vergleichen mal
eben mit den Ergebnissen und notieren: Stimmt schon so.

Pessimisten wollen es zwecks Selbstkritik ganz genau haben.
Die machen dann auch Doppelbestimmungen. Deren Arbeiten
lassen sich aber meist reproduzieren.

>Erz�hlt doch mal aus der [Berufs]Praxis. Wie genau m��t ihr
>die Werte bestimmen? Warum? Ist es technisch aufwendig? Braucht
>man ein H�ndchen daf�r? Uswusf.

Die Werte sind nie Selbstzweck. Es reicht daher, wenn sie f�r die
Fragestellung hinreichend genau sind.
Da nur der wirklich wei�, was im Essen drin is, der am Herd steht,
ist auch hier manchmal der Selbermacher der K�nig.

Gr��e,
H.

Heinz Schmitz

unread,
Oct 26, 2009, 7:07:35 AM10/26/09
to
Heinz Schmitz wrote:

>Oft hat man daf�r eigens Mitarbeiter im Institut. Dann isses besonders
>ermutigend, wenn man nach drei Tagen *einen* Wert bekommt.

Den aus der Links-Fraktion zu erwartenden Protesten zum Trotz sach ich
mal: Umgekehrt w�re es besser.

Gr��e,
H.

Bodo Mysliwietz

unread,
Oct 26, 2009, 1:15:31 PM10/26/09
to
Heinz Schmitz schrieb:

> Die Werte sind nie Selbstzweck. Es reicht daher, wenn sie fᅵr die
> Fragestellung hinreichend genau sind.
> Da nur der wirklich weiᅵ, was im Essen drin is, der am Herd steht,
> ist auch hier manchmal der Selbermacher der Kᅵnig.

Exakt.

Aber ich darf mal aus meiner Praxis berichten. Den genausten Analysewert
(incl. "un-"Sicherheit) den ich in einem Zertifikat ausweisen muᅵte
betrug 0,25% rel.

Die prᅵzisesten Verifizierungen die ich gemacht habe mussten noch 0,05%
rel. abdecken.


--
Glᅵck Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/

Stefan Brröring

unread,
Oct 29, 2009, 6:57:54 AM10/29/09
to
> Optimisten errechnen die erwarteten Werte, vergleichen mal
> eben mit den Ergebnissen und notieren: Stimmt schon so.

Ein fr�herer Kollege hatte f�r Messungen einen etwas beschr�nkten
Schwerpunktspraktikanten eingesetzt. Auf die Frage, warum er daf�r einen
Bl�di einsetzt und keinen f�higen Studenten, antwortete er sinngem��:

Wenn ich das von jemandem machen lasse, der weiss um was es geht, dann
muss ich bef�rchten, dass der das aufschreibt, was rauskommen soll und
nicht das, was er tats�chlich gemessen hat.

Klaus-Holger Trappe

unread,
Oct 29, 2009, 3:18:56 PM10/29/09
to

Hallo!

Stefan Brröring schrieb:


>
> > Optimisten errechnen die erwarteten Werte, vergleichen mal
> > eben mit den Ergebnissen und notieren: Stimmt schon so.
>

> Ein früherer Kollege hatte für Messungen einen etwas beschränkten
> Schwerpunktspraktikanten eingesetzt. Auf die Frage, warum er dafür einen
> Blödi einsetzt und keinen fähigen Studenten, antwortete er sinngemäß:

> Wenn ich das von jemandem machen lasse, der weiss um was es geht, dann

> muss ich befürchten,

> dass der das aufschreibt, was rauskommen soll und

> nicht das, was er tatsächlich gemessen hat.

so habe ich das auch manchmal gemacht, und dann etwas gemessen
und die theoretischen werte etwas verändert damit sie
praxistuglich waren ;-)

--
Viele Gruesse Klaus-Holger Trappe
(E-Mail hierauf verbleibt unbeachtet)

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