Bodo Mysliwietz wrote:
> Am 28.03.2013 11:50, schrieb Patrick Kibies:
>
>>> Eben. Und kühlen mit Wasser bedeutet für Propan effektiv
>>> Verdampfungswärme zuführen.
>>
>>
>> Moment. So lange der Tank intakt ist, verdampft da wenig.
>
> Das stimmt - solange wir von Wassertemperatur sprechen.
Ja.
>
> > Lediglich der
>> Dampfdruck im Bottich steigt. Und mit kaltem Wasser sollte ich den schon
>> im Rahmen halten könenn, so dass das Sicherheitsventil zu bleibt.
>
> Wenn der mächtige Brand darunter erloschen ist. Wenn es aber einmal
> Lichterloh brennt muß man überhaupt erstmal die Chance haben einen so
> starken Brand überhaupt noch aus der Nähe löschen zu können.
>
Klar. Irgendwann kann man nur noch zusehen.
> Wer sich das Video genauer anschaut sieht das dort einige LKWs in
> unmittelbarer Nähe stehen (und zumindest blaulicht nicht weit weg). Es
> ist auch Ende November und bei der älte evtl. nicht genügen Löschwasser
> und Equippment für Distanzlöschungen zur Verfügung.
Ja, nur geht es hier doch garnicht um den Unfall aus dem Video sondern um
einen Motorbrand bei einem LPG-Laster. Da ist nach meiner Vorstellung das
Löschen des Motors, bevor es richtig Stress geht auch eine
>
> Wenn sowas in der Pampa der USA passiert kann man auch nur noch das
> Weite suchen.
>
Ja, das ist, wenn kein weiterer Schaden als der LKW zu erwarten ist, die
sinnvollste Alternative.
> Ihre C-Rohrständer aufgebaut und dannach den Schützengrabenaufgesucht
> haben....
>
Tja. Aber wenn da jemand den Entstehungsbrand rechtzeitig ausgepustet hätte.
Evtl. auch mit einer ganzen Batterie an PG 12ern oder CO_2. Bei Gasfeuern
ist auch immer zu bedenken, dass Löschen eine Explosionsgefahr bedeuten
kann, weil unverbranntes Gas ausströmt.
> ...das war Neben der Evakuuirung der Anlieger im Industriegbiet auch das
> sinnvollste was sie tun konnten.
Jo. Je nachdem in welcher Situation der Brand ist. Manchmal hängt es halt
daran, dass rechtzeitig das Richtige getan wird. Und das ist nicht immer
"sofort wegrennen". Sonst bräuchten wir auch keinen Löschsand (oder
Stickstoff) im Labor, aber dreimal wöchentlich die Feuerwehr.
>
>
>>> Nun, halten wir im km^2-Massstab jede
>>> erdenkliche Zündquelle fern und schaffen in Urbanen Regionen jede Menge
>>> Turbogebläse an die Kanalisation heran.
>>
>> Nein. Das Zeug soll im Tank bleiben.
>
> ...und wenn das nicht funktioniert besser abbrennen. Zur Not nimmt man
> besser die Tankexplosion in Kauf als anschliessend eine Flächenexplosion
> oder Kanalnetzexplosion.
Fackel. Könnte man auch an so nem Tank vorsehen.
>
>
>>>> Bei Alcanar in Spanien sind bei einer Tanklasterexplosion Ende der 70er
>>>> ueber 200 Leute gestorben. Die Walze vom Feuerball hat m.W. ueber
>>>> mehrere hundert Meter lang alles vernichtet.
>>
>> Es handelte sich bei diesem Unfall eher um einen
>> Druckgefäßzerknall(Strukturelles Versagen des Tanks durch zu hohen Druck)
>> als um eine BLEVE (Strukturelles Versagen des Tanks durch zu hohe
>> Temperatur oberhalb des Flüssigkeitsspiegels).
>>
>> Das war Propen in einem überladenen Tank. Propen hat einen noch höheren
>> Dampfdruck als Propan. Hier frage ich mich allerdings auch, warum hier
>> kein Sicherheitsventil den Druckgefäßzerknall verhindert hat.
>
> Bei dem Brand wird die Ablassrate des Ventils sicher nicht mehr gereicht
> haben. Der Brand ist doch so groß das man den eigentlichen LPG-Laster
> nichtmal sieht.
Ich weiß nicht, was da brennt.
>
> Schau Dir nochmal Dein Lehrvideo an. Da steht nichtmal der gesamte Tank
> im Feuerball. Nach 20 Sekunden (!!!) spricht das Überdruckventil mit
> einer mächtigen Abblassflamme an.
Jep. Wenn das Ventil nicht schlösse(!) gäbe es auch keinen Knall. Das Gas
würde spektakulär, aber doch nicht /so/ spektalulär abfackeln.
> Das Überdruckventil ist auf der
> Oberseite zu erkennen und dort schiesst es raus.
>
Ja.
> Das was dort rausschiesst dürfte mit der Abdampfrate sicher reichen um
> eine 50L-Fass Bier für eine spontanparty ganz schnell zu kühlen.
>
Ja.
>> einem brennenden Tanklastzug zu erwarten wäre, allerdings in einer ganz
>> anderen Dimension. Ich möchte die Gefahr durch Flüssiggaslaster nicht
>> herabspielen, aber wenn schnell und entschlossen die richtigen Maßnahmen
>> getroffen werden, ist ein Entstehungsbrand an einem Laster mit Gefahrgut
>> kein Problem.
>
> Sehe ich nicht so. Ein LPG-Laster ist in der Regel nicht isoliert.
Klar.
> Wenn
> es da mit einem harmlosen Kabelbrand anfängt und die paar Feuerlöscher
> nicht ausreichen und die Feuerwerhr u.U. noch 30km anreisen darf, kann
> es zu spät sein.
>
Ja, wenn ein paar Löscher nicht reichen, dann ist da Party. Und zwar so
richtig.
> Ich habe da irgendwelche Bilder von einem schweren Unfall in D im Kopf.
> Ein Fahrzeug (LKW) fing Feuer. Ein Gefahrguttransporter, gleich mit
> mehreren Löschern ausgestattet, hielt und ging sofort zur Löschaktion
> über. Vergebens - die Menschen mußte anschl. hilflos zusehen/hören wie
> jemand verbrannte.
Das ist nicht sehr schön. Aber doch immer sehr Situationsabhängig.
Um Gegensatz dazu fällt mir ein, dass ein Wasserstofftransporter auf der A2
in Brand geraten war (bei Einem Unfall sind die Ventile der Druckbehälter
abgerissen, dort traten dann halt lange Wasserstoffflammen aus). Durch
Kühlen und Warten war das aber in den Griff zu kriegen. Das war wohl in
Hamm. Finde aber gerade nix dazu.
Viele Grüße
Partrick