Ungünstigerweise darf der Betrieb wegen nationaler Bestimmungen
keinerlei Betriebsabwasser einleiten, sondern muss es entsorgen, so
dass Vollentsalzung/Umkehrsosmose wegen des anfallenden Regenerates bzw
Konzentrates problematisch ist.
Hat jemand ein Idee, ob und wie man solche Ablagerungen verhindern kann
z.B durch Stabilisierung, Adsorption etc.
Grüße
Harald
> Während des Reinigens von Produkten mittels Heißwasser 60°C und
> anschließendem Trocknungsgang mittels Warmluftgebläse entstehen auf dem
> Produkt kristalline Ablagerungen, vorwiegend bestehend aus
> Natriumsulfat.
>
> Das Spülwasser befindet sich im Kreislaufbetrieb. Da durch den
> Spülvorgang Schwefelsäure ins Spülwasser eingetragen wird, wird der
> pH-Wert auf rund 6,7 mittels rund 200ml/h Natronlauge 50% eingestellt,
> um Korrosionsschäden an den Anlagen zu vermindern.
>
> Ungünstigerweise darf der Betrieb wegen nationaler Bestimmungen
> keinerlei Betriebsabwasser einleiten, sondern muss es entsorgen, so
> dass Vollentsalzung/Umkehrsosmose wegen des anfallenden Regenerates bzw
> Konzentrates problematisch ist.
Das kann aber doch gar nicht funktionieren. Der Gehalt von
Natriumsulfat wird stetig ansteigen, wenn Du es nicht irgendwie
eliminierst.
> Hat jemand ein Idee, ob und wie man solche Ablagerungen verhindern kann
> z.B durch Stabilisierung, Adsorption etc.
Stören dich die Ablagerungen oder das Aussehen der Produkte?
Im letzteren Fall könnte man versuchen durch entsprechende
Verlaufsmittel das Wasser auf dem Produkt spreiten zu lassen,
wodurch die NaSO4-Schicht sehr dünn und gleichmäßig und
damit unsichtbar wird. Normale Tenside werden da wohl
nicht reichen; ich denke eher an polymere Filmbildner oder
irgendetwas, was die Oberfläche superhydrophil macht.
Ciao,
Oliver
Vorschlag: mit Kalkwasser (Ca(OH)2 statt NaOH neutralisieren, den
ausfallenden Gips abfiltrieren?
Gruß MB
"Harald Maedl" <Harald...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:cf5j2m$2tp$00$1...@news.t-online.com...
>> Hat jemand ein Idee, ob und wie man solche Ablagerungen verhindern kann
>> z.B durch Stabilisierung, Adsorption etc.
>
> Stören dich die Ablagerungen oder das Aussehen der Produkte?
> Im letzteren Fall könnte man versuchen durch entsprechende
> Verlaufsmittel das Wasser auf dem Produkt spreiten zu lassen,
> wodurch die NaSO4-Schicht sehr dünn und gleichmäßig und
> damit unsichtbar wird. Normale Tenside werden da wohl
> nicht reichen; ich denke eher an polymere Filmbildner oder
> irgendetwas, was die Oberfläche superhydrophil macht.
>
Also so wie der Klarspüler für die Geschirrspülmaschine?
--
Martin
> > Normale Tenside werden da wohl
> > nicht reichen; ich denke eher an polymere Filmbildner oder
> > irgendetwas, was die Oberfläche superhydrophil macht.
> >
> Also so wie der Klarspüler für die Geschirrspülmaschine?
Im Prinzip schon, allerdings sind im Klarspüler nicht-ionische
Tenside drin und ich schätze die werden nicht reichen, schaden
können die IMHO nichts, da sie Grenzflächzenspannung von Wasser
erniedrigen.
Es gibt auch ein Polymer von der BASF, das Kalkablagerungen
verhindern soll (irgendwas anionisches), das könnte man auch
mal testen.
Hmm, aber ich habe meine Zweifel, ob Ionentausch nicht doch
die beste Lösung wäre. Zur Not könnte der Ionentauscher ja an anderem
Ort regeneriert werden. Oder man guckt, ob man vielleicht die Schwefelsäure
mit einem basischen Feststoff reagieren lässt, wobei keine löslichen
Produkte entstehen (wild guess: Silikate, Zeolithe, ...).
Ciao,
Oliver
> Oder man guckt, ob man vielleicht die Schwefelsäure
> mit einem basischen Feststoff reagieren lässt, wobei keine löslichen
> Produkte entstehen (wild guess: Silikate, Zeolithe, ...).
Ca(OH)_2 und Partikelfilter?
Gruß Dieter
Schluchz, das ist mein Problem, wie bekomme ich es raus. Am liebsten
durch Adsorbtion, da Feststoffe leicht entsorgt werden können.
Welches billige Filtrationsmaterial mag das adsorbieren:
Habe schon so ziemlich alles durch, von A wie Altpapier über K wie
Kompost bis Z wie Zeolith :-(.
>> Hat jemand ein Idee, ob und wie man solche Ablagerungen verhindern
>> kann z.B durch Stabilisierung, Adsorption etc.
>
> Stören dich die Ablagerungen oder das Aussehen der Produkte?
> Im letzteren Fall könnte man versuchen durch entsprechende
> Verlaufsmittel das Wasser auf dem Produkt spreiten zu lassen,
> wodurch die NaSO4-Schicht sehr dünn und gleichmäßig und
> damit unsichtbar wird. Normale Tenside werden da wohl
> nicht reichen; ich denke eher an polymere Filmbildner oder
> irgendetwas, was die Oberfläche superhydrophil macht.
Den Endkunden (Automobilfuzzis) stören die Optik. Es sind einige Spots
auf den Einbauteilen (Batterien).
Aber deine Idee klingt gut.
Mal schauen, was Google bringt.
Meine letzte Idee war, ein ähnliches Antiscaling, das z.B. ein
Ausfällen von CaCO3 verhindert, einzusetzen. Hierfür wird rund 40%
Polyacrylsäure (irgendwie modifiziert, genaueres weiß ich nicht)
verwendet.
Grüße
Harald
Ich vermute, dass sich der Filter sehr schnell zulegen wird. Ich würde
eher zu einer Sedimentation in einem Absetzbecken tendieren. Der
Kalkmilchansatz ist sicherlich gut, leider aber im Praxisbetrieb recht
aufwendig, so dass der Kunde dann zu den herzinfarktgefährdenden
Personen zählen wird, wenn ich ihm etwas über die Kosten erzähle. Aber
wat mut, dat mut.
Grüße
Harald
.
> Ich vermute, dass sich der Filter sehr schnell zulegen wird. Ich würde
> eher zu einer Sedimentation in einem Absetzbecken tendieren.
Zentrifuge?
> Der
> Kalkmilchansatz ist sicherlich gut, leider aber im Praxisbetrieb recht
> aufwendig, so dass der Kunde dann zu den herzinfarktgefährdenden
> Personen zählen wird, wenn ich ihm etwas über die Kosten erzähle. Aber
> wat mut, dat mut.
Tja, Zuliefer für die KFZ-Industrie zu sein ist ein hartes Brot.:-(
Gruß Dieter
Eine andere Möglichkeit wären Duchlaufzentrifugen (z.B. von
Padberg). In der Anschaffung ziemlich teuer, über die Betriebskosten
kann ich nichts sagen.
Ich weiss auch nicht, ob Ca(OH)_2 nicht vielleicht zu löslich
ist und sich dann erst irgendwo anders im System absetzt/ausfällt.
Ciao,
Oliver