>>>> Gut, wie ich gerade auf <
http://www.atoptics.co.uk/halosim.htm> (wohl
>>>> einer besten Seiten zu Halos) gelesen habe, ist eine bestimmte
>>>> Orientierung nicht unbedingt notwendig.
Was ich nach etwas zusätzlicher Beschäftigung eher verneinen möchte. Ich
glaube, dass hier der Autor nicht richtig liegt.
>>> "nicht unbedingt notwendig" ist jetzt aber stark beschönigend.
>>> Warum sagst nicht klipp und klar, dass das mit der stabilen Lage
>>> der Kristalle für den 22° Halo Unsinn war?
>> Es wäre zumindest fahrlässig, automatisch von der Annahme auszugehen,
>> dass Kristalle auf dem Weg nach unten keine bevorzugte Ausrichtung
>> annehmen würden.
> Nein, im Gegenteil. Solange man keinen Grund für die Annahme einer
> Ausrichtung hat, ist es das sinnvollste von einer zufälligen Ausrichtung
> auszugehen.
Nein, kann das man kann man nicht. Ein Halo ist nichts anderes, als die
optische Erscheinung für ein spektrales ringförmiges Maximum bei einem
bestimmten Winkelabstand um eine Lichtquelle. Ein 22-Grad-Halo heißt ja
nichts anderes, dass hexagonale Kristallprismen mit einem bestimmten
Brechungsindex so ausgerichtet sein müssen, dass es überhaupt zu einer
Maximierung der Strahlungsdichte in diesem Bereich kommt. Das setzt
jedoch eine Orientierung einer genügend großen Anzahl solcher Kristalle
voraus, damit eine Minimalablenkung in diesem Bereich überhaupt möglich
ist und zum anderen muss der Streuwinkel auch noch in Richtung des
Beobachters liegen. Ansonsten könnte man den Halo nämlich nicht sehen.
Liegt die Orientierung der Kristalle so, dass eine Konzentration der
Strahlungsinstensität im Bereich der Minimalablenkung nicht erreicht
wird, so wandert der Halo sozusagen nach außen und verblasst dabei
zusehends. Anders gesagt, je unterschiedlicher die Kippung der Kristalle
ist, umso schwächer fällt der Halo aus. Zudem ist BTW die
Strahlungsintensität der Streustrahlung in den Maxima auch noch vom
Sonnenstand abhängig, aber das ist ein anderes Thema.
> Erst wenn Messergebnisse oder Theorien etwas anderes ergeben, verwirft man
> entweder die Theorie, oder versucht genauere/bessere Messungen zu machen.
Dann bitte siehe dir die recht komplexen Theorien zur Halo-Entstehung
erst einmal etwa näher an, ehe du vom "Einfachsten" ausgehst. Und nein,
eine Zufallsverteilung der Orientierung von Eispartikeln liegt wegen
einer Vielzahl von Faktoren in Cirruswolkenschichten zumeist eben genau
nicht vor.
>> Es ist eben nicht so einfach, wie du zu meinen glaubst,
>> daran ändert auch dein unfreundlicher Ton nichts.
> Es ist nicht so kompliziert, wie du zu meinen glaubst.
Falsch, es ist weit komplizierter, als du zu meinen glaubst und es haben
sich hier schon Heerscharen von Wissenschaftlern den Kopf zerbrochen.
Erst mit Hilfe von recht anspruchsvollen Modellen in Verbindung mit
Satellitenmessungen (z.B. OASIS) und Probenahmen aus den entsprechenden
Luftschichten komm man der Sache nämlich erst in jüngster Zeit langsam
näher.
>> Aerodynamisch bedingt, sollte sich nämlich eine Ausrichtung ergeben, die
>> den größten Luftwiderstand ergibt. So müssten z.B. bei Kristallen in
>> Blättchenform die Basisflächen horizontal liegen. Ein andere Anordnung
>> kann möglicherweise dann erfolgen, wenn die Luftströmungen stark
>> verwirbelt sind.
> Welche Blättchenform sprichst du an? Du müsstest jetzt erklären warum
> die Kristalle hauptsächlich Blättchenform haben,
Ich habe nicht behauptet, dass sie Blättchenform haben müssen. Ich habe
von eine bevorzugten Orientierung gesprochen, damit Halos entstehen
können. Im obigen Absatz hab ich angesprochen, dass auch die Blättchen
auf ihrem Sinkflug eine bevorzugte Orientierung haben müssten.
Zur Formbildung: Man kann mittlerweile ganz gut herleiten, wie die
Eiskristalle wachsen und unter welchen Temperatur- und
Dampfdruckbedingungen vorwiegend welche Kristalle erzeugt werden.
In der Praxis gibt es jedoch erhebliche Abweichungen von theoretischen
Modellen, z.B. durch Kollisionen, durch Material, Struktur, Form, Dichte
der Sublimationskeime etc..