Akteure:
mein Haflinger Nepomuk, 11 Jahre, Ekzemer, 2x in seinem Leben
einen Reiter getragen.
ich: vor genau 5 Wochen Mehrfachfraktur Schl�sselbein, OP (Sturz von
meiner Stute), Metallschiene.
Heute Sonnenschein, hol mir Nepomuk - irgendwann mu� ich meine Angst vor
dem Reiten �berwinden. Putzen, Sattel drauf, LG-Zaum, ich ziehe mir die
neue Sicherheitsweste an wegen dem Bruch, aufsteigen ist ein Problem,
mit dem linken Arm kann ich nix machen.
Mit Stuhl steige ich von links auf, wir gehen ins Gel�nde. Als ich Wege
gehen will, bei denen er die Ranch nicht mehr sehen kann, weigert er
sich, verst�ndlich, es ist das erste Mal in seinem Leben, da� er alleine
mit Reiter vom Stall weggeht.
Wir reiten also eine 3/4 Std. �ber die �cker und Wiesen mit Sicht auf
die Ranch, da es bei uns sehr weitl�ufig ist, geht das. Nepomuk geht
aufmerksam, aber entspannt, springt zwar mal kurz zur Seite, als er in
ein Loch tritt (mir bleibt fast das Herz stehen, dachte, der geht jetzt
durch), aber das lag wohl um ungewohnten Reitergewicht.
Total entspannt kommen wir zwei im Stall an, sind nur Schritt geritten,
kann ihn aber nicht direkt an den Stuhl bugsieren, er kann ja nix.
Er wird ungeduldig, ich fasse mir ein Herz und steig rechts ab, das
klappt ohne Schmerzen.
Nepomuk ist sehr intelligent, sensibel und einf�hlsam, wir passen
perfekt zusammen. Ich bin nicht so der strenge Typ, er n�tzt das aber
nie aus.
Gr��e
Sabine
--
Die meisten H�hner
werden schon als Eier
in die Pfanne gehauen.
>
> Akteure:
>
> mein Haflinger Nepomuk, 11 Jahre, Ekzemer, 2x in seinem Leben
> einen Reiter getragen.
Hallo Sabine,
ähem, sorry, aber bist du lebensmüde? Das ist schon nicht mehr mutig
sondern nur noch sehr leichtsinnig, wenn du dieses Pferd gehändicapt
reitest. Das würde ich auf meinem Gregor wagen, weil ich ihn schon
lange kenne und weil er vor allem schon seit vielen Jahren ein
routiniertes Reitpferd ist und seinen Job kennt. Auf deinem Nepomuk,
der grad mal das 2. Mal in seinem Leben einen Reiter trägt, ist das
für mich gefährlicher Leichtsinn - nicht nur für euch beide.
Entweder bist du wirklich total durchgeknallt oder die Story ist ein
Fake..?
Bin gespannt...
Grüße
Dagmar + Gregor, cooles Pferd, trotzdem nicht immer einhändig zu
händeln....
>
> Das ist schon nicht mehr mutig
> sondern nur noch sehr leichtsinnig, wenn du dieses Pferd geh�ndicapt
> reitest. Das w�rde ich auf meinem Gregor wagen, weil ich ihn schon
> lange kenne und weil er vor allem schon seit vielen Jahren ein
> routiniertes Reitpferd ist und seinen Job kennt.
Auf Crumble sass is ca. 6 Wochen nach meinem Schluesselbeinbruch drauf -
sehr kurz, nach ablongieren (ok, war nur pro forma - zwei Runden links,
zwei Runden rechts, Pferd ist kreuzbrav, also draufsetzen. Trotzdem habe
ich dafuer jemandem anders die Longe in die Hand gedrueckt bis klar war,
dass alles gut gehen wuerde.
Und dann habe ich erst einmal vier weitere Wochen gewartet, weil mir
klar war, dass ich nicht reitfaehig war.
Crumbs war zwar streckenweise verdammt schwierig, aber zumindest
absehbar. So'n Jungpferd, bei dem man nicht weiss, wie es reagiert, ist
da noch ne ganz andere Geschichte. Irgendwann hoert's halt auf, 'Unfall'
zu sein und wird zu einer absehbaren Gefaehrdung, bei der man sich fragt
wann, und was passieren wird, nicht 'ob'.
Catja
(die irgendwann auch auf anderen Pferden wieder Vertrauen fand, das
dauerte allerdings.)
--
writing blog @ http://beyond-elechan.livejournal.com
* Am 29.10.2009 begab es sich, dass Dagmar schrieb:
> On 20 Okt., 22:16, Sabine 'Sani' Schulz <ga...@f650gs.eu> wrote:
>> mein Haflinger Nepomuk, 11 Jahre, Ekzemer, 2x in seinem Leben einen
>> Reiter getragen.
> �hem, sorry, aber bist du lebensm�de? Das ist schon nicht mehr mutig
> sondern nur noch sehr leichtsinnig, wenn du dieses Pferd geh�ndicapt
> reitest. Das w�rde ich auf meinem Gregor wagen, weil ich ihn schon
> lange kenne und weil er vor allem schon seit vielen Jahren ein
> routiniertes Reitpferd ist und seinen Job kennt. Auf deinem Nepomuk,
> der grad mal das 2. Mal in seinem Leben einen Reiter tr�gt, ist das
> f�r mich gef�hrlicher Leichtsinn - nicht nur f�r euch beide.
Na, ich ja mit ihm vor meiner Schl�sselbeinfraktur bereits 1x alleine im
Gel�nde, daher kann ich ihn schon einsch�tzen.
Inzwischen war ich mit Stallkollegen noch 2x im Gel�nde mit ihm (1,5
Std. und 1 Std.), v�llig problemlos.
Da er einen ziemlich flotten Schritt geht, gingen wir meistens Erster,
weder von um die Kurve schie�enden Radfahrern, Autos oder Traktoren lie�
sich Nepomuk beeindrucken.
"Schwierige" Waldwege waren beim zweiten Ausritt ein Problem, weil er
oft gestolpert ist, was mir am Bruch weh tat. Beim dritten Ausritt war
es bereits viel besser, er hat genau auf den Weg aufgepa�t.
Als wir mal Zweiter waren und der vor uns langsamen Schritt ging, trabte
Nepomuk fast auf der Stelle hinterher. Das fand ich genial, f�hlt sich
an, als ob man schwebt.
Da� er fast auf der Stelle traben kann, wu�te ich schon, das macht er
gelegentlich (freiwillig) beim F�hren.
Da� er das mit 60 kg auf dem R�cken (Sattel + ich) auch so locker geht
(am langen Z�gel), hat mich ein �berrascht.
Aber gut, er ist 11 Jahre; 60 kg auf dem R�cken tangieren ihn wohl
wenig, die Kraft und Muskulatur, mit Reiter zu laufen so wie ohne, hat
er.
> Entweder bist du wirklich total durchgeknallt oder die Story ist ein
> Fake..?
Ne, ich bin echt :-).
> Dagmar + Gregor, cooles Pferd, trotzdem nicht immer einh�ndig zu
> h�ndeln....
Na ja, was will ich h�ndeln bei einem Pferd, was noch gar keine Hilfen
versteht?
Vom Charakter her ist er weder �ngstlich noch nerv�s, mE neigt er auch
nicht zum Durchgehen. Er ist nicht stur, zickig oder dominant (so wie
meine Stute), sondern ein Verla�pferd - und er vertraut mir und ich ihm.
Ihm macht Ausreiten auch Spa�, und dabei kann ich ihm gut was
beibringen, Reitplatz mag er nicht.
Gr��e
Sabine
--
Leute mit Mut und Charakter sind
den anderen Leuten immer sehr unheimlich.
(Hermann Hesse, dt. Schriftsteller)
> Crumbs war zwar streckenweise verdammt schwierig, aber zumindest
> absehbar. So'n Jungpferd, bei dem man nicht weiss, wie es reagiert, ist
> da noch ne ganz andere Geschichte.
Meine Pferde sind 11 und 12 Jahre, ausgereifte Pers�nlichkeiten, in der
Herde die Leittiere, daher mit Jungpferden nicht vergleichbar.
Meine gehen gerne Erster im Gel�nde, weil sie beide nen schnellen
Schritt haben, sind wir mal hinten und der Erste "mag den Weg nicht"
oder zickt wegen sonstwas, d. h. verweigert sich, geht meiner problemlos
wieder voraus.
Meine zwei buckeln beide beim Galoppieren, da ich links nicht die Kraft
habe, ihnen den Kopf oben zu halten, gehen wir nur Schritt und Trab, bis
ich wieder v�llig hergestellt bin.
> Catja
> (die irgendwann auch auf anderen Pferden wieder Vertrauen fand, das
> dauerte allerdings.)
Es gibt kein Pferd, dem ich mehr vertraue als Nepomuk.
Meine Stute, der ich den Unfall zu verdanken habe (bzw. eigentlich mir),
reite ich seit heute auch wieder, obwohl sie schwierig ist.
Wir fangen nochmal bei Null an, ich mu� sie anders anpacken, darf ihr
nix durchgehen lassen - und dann ist sie auch brav.
F�r mich schwer, weil ich �ber kleinere "Verfehlungen" gerne hinweg
sehe, mit Barbie geht das halt nicht.
Gr��e
Sabine
--
Der Mensch wird frei geboren und dann eingeschult.
Hallo Sabine,
> Na, ich ja mit ihm vor meiner Schlüsselbeinfraktur bereits 1x alleine im
> Gelände, daher kann ich ihn schon einschätzen.
Ach ja. 1x im Gelände und du kannst ihn einschätzen. Das nimmt dir
wirklich niemand ab. Entweder provozierst du hier oder du bist
grenzenlos naiv.
Ich hoffe für euch beide und alle anderen, die zufällig da spazieren
gehen wo du reitest, dass alles gut geht.
> Leute mit Mut und Charakter sind
> den anderen Leuten immer sehr unheimlich.
> (Hermann Hesse, dt. Schriftsteller)
Findest du dich in dem Spruch wieder? Selber denken hilft manchmal
aber doch weiter...
Gruß
Dagmar
* Am 02.11.2009 begab es sich, dass Dagmar schrieb:
> On 30 Okt., 20:17, Sabine 'Sani' Schulz <ga...@f650gs.eu> wrote:
>> Na, ich ja mit ihm vor meiner Schl�sselbeinfraktur bereits 1x alleine im
>> Gel�nde, daher kann ich ihn schon einsch�tzen.
> Ach ja. 1x im Gel�nde und du kannst ihn einsch�tzen. Das nimmt dir
> wirklich niemand ab. Entweder provozierst du hier oder du bist
> grenzenlos naiv.
Seit Juni betreue ich beide Pferde, ich habe ihnen Benehmen beigebracht
und mit ihnen Bodenarbeit gemacht. Ich war alleine mit beiden im Wald
spazieren, ich kenne meine Pferde.
Bei Barbies erstem Ausritt kam leider die Dorfjugend mit ihren getunten
Rollern (verbotenerweise) mit Vollgas sehr nahe vorbei; nachdem sie vor
Traktoren ein bi�chen Angst hat, war ich mir nicht sicher, ob sie die
Nerven beh�lt. Eine Mitreiterin stieg ab, um ihr Pferd zu halten, das
andere Pferd hat sich 5 m weit in den Wald gefl�chtet (beide schon Jahre
unter dem Sattel).
Barbie blieb mit stoischer Ruhe stehen, das liegt evtl. daran, da� ich
selbst Motorrad fahre und meine Pferde daher motorisierte Zweir�der
positiv sehen.
IMHO alles eine Frage der Gew�hnung, Nepomuk kuckt schon mal gespannt,
wenn er eingepackte Heuballen rumliegen sieht, kennt er halt nicht.
Ich achte stets darauf, selbst entspannt zu bleiben, also kein
hektisches Z�gel aufnehmen, nur weil das Pferd sich anspannt.
> Ich hoffe f�r euch beide und alle anderen, die zuf�llig da spazieren
> gehen wo du reitest, dass alles gut geht.
Bisher gab es keine Probleme.
>> Leute mit Mut und Charakter sind
>> den anderen Leuten immer sehr unheimlich.
>> (Hermann Hesse, dt. Schriftsteller)
> Findest du dich in dem Spruch wieder? Selber denken hilft manchmal
> aber doch weiter...
Deswegen reite ich mit meinen Zweien auch aus.
Gr��e
Sabine
--
Vielleicht ist das Leben sch�n, aber ich m�chte wissen, warum.
Bleib locker!
> Bei Barbies erstem Ausritt kam leider die Dorfjugend mit ihren getunten
> Rollern (verbotenerweise) mit Vollgas sehr nahe vorbei; nachdem sie vor
> Traktoren ein bi�chen Angst hat, war ich mir nicht sicher, ob sie die
> Nerven beh�lt. Eine Mitreiterin stieg ab, um ihr Pferd zu halten,
Also ich wei� ja nicht wie Ihr das seht, aber in ner Kritischen Situation
hab ich auf dem Pferd mehr Einfluss als wenn ich absteige, oder?
Wenn meiner dann tats�chlich mal losspurtet bleibt er eh nach ein paar
Metern wieder stehen, aber ob irgendein Mensch die Kraft hat ein Pferd
das sich erschreckt vom Boden aus zu halten darf bezweifelt werden!
> andere Pferd hat sich 5 m weit in den Wald gefl�chtet (beide schon Jahre
> unter dem Sattel).
Das hei�t gar nichts, wie du selber sagst ist es eine Sache der
Gew�hnung und auch der Regelm��igkeit! Wenn ich mit meinem nach einem
langen Winter wieder zum ersten mal einem Vollernter im Wald begegne
stellt er sich immer an als h�t er sowas noch nie gesehen, im Herbst
dann kuckt er nicht mal mehr hin!
> Barbie blieb mit stoischer Ruhe stehen, das liegt evtl. daran, da� ich
> selbst Motorrad fahre und meine Pferde daher motorisierte Zweir�der
> positiv sehen.
Das und nat�rlich u.U. auch was sie f�r eine Rasse ist.
> Ich achte stets darauf, selbst entspannt zu bleiben, also kein
> hektisches Z�gel aufnehmen, nur weil das Pferd sich anspannt.
>
Setzt voraus das du das jeweilige �rgernis in dem Moment auch selbst
erkannt hast. Wenn es dich hingegen unvorbereitet trift sieht die
Sache schon ganz anders aus. Das Wichtigste zum reiten im Gel�nde ist
eine Gute Beziehung zum Pferd und die bekommt man nur durch viel
gemeinsame Zeit!
>>> Leute mit Mut und Charakter sind
>>> den anderen Leuten immer sehr unheimlich.
>>> (Hermann Hesse, dt. Schriftsteller)
Stimmt, solange du Mut nicht mit Wagemut oder �bermut verwechselst ;).
Ich finde es immer etwas Peinlich wenn Reiter das rumwippeln ihrer
Pferde mit deren Temprament entschuldigen. Statt die Ursache mal bei
sich selber zu suchen. Nicht stillstehen k�nnen hat nicht nur was mit
Temprament zu tun sondern vor allem mit Erziehung!
--
Gru�
Jascha Lendeckel
---
Versuche nicht, ein erfolgreicher, sondern ein wertvoller Mensch zu
werden.
[Albert Einstein]
> Sabine 'Sani' Schulz schrieb:
>> Barbie blieb mit stoischer Ruhe stehen, das liegt evtl. daran, da� ich
>> selbst Motorrad fahre und meine Pferde daher motorisierte Zweir�der
>> positiv sehen.
> Das und nat�rlich u.U. auch was sie f�r eine Rasse ist.
ACK. Barbie ist ein Haflinger, 12 Jahre alt, letzten Sommer habe ich
angefangen, mit ihr zu arbeiten (vorher hat sie quasi nie was getan),
wir ritten dann ein paar mal (mit Halfter) aus.
>> Ich achte stets darauf, selbst entspannt zu bleiben, also kein
>> hektisches Z�gel aufnehmen, nur weil das Pferd sich anspannt.
> Setzt voraus das du das jeweilige �rgernis in dem Moment auch selbst
> erkannt hast.
Das ist schwer, jedes Pferd reagiert auf was anderes.
> Wenn es dich hingegen unvorbereitet trift sieht die Sache schon ganz
> anders aus.
F�r mich der Normalfall, ich war die letzen Jahre oft Wanderreiten, da
hatte ich immer fremde Pferde. Wenn ich dachte, das Pferd k�nnte sich
erschrecken, kam nix, wenn ich mich sicher f�hlte, erschrak es sich.
Das finde ich nicht schlimm, solange das Pferd keine Panik bekommt.
> Ich finde es immer etwas Peinlich wenn Reiter das rumwippeln ihrer
> Pferde mit deren Temprament entschuldigen. Statt die Ursache mal bei
> sich selber zu suchen. Nicht stillstehen k�nnen hat nicht nur was mit
> Temprament zu tun sondern vor allem mit Erziehung!
ACK
Gr��e
Sabine
--
"Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben."
(Goethe)