Markus Romer schrieb:
>
> Hallo Hundesportler
> Ich möchte mit meiner D-Sch Hündin ein Ausdauertraining machen.
> Ich möchte am Fahrrad mit ihr trainieren.
> Grund: Für das Sachenrevier muss sie 10 Minuten, (pro Schlag 100
> Meter) ohne nachzulassen durchhalten können.
...ohne jetzt Helmuts monatlichem DSH-Posting vorgreifen zu wollen....
100m pro Schlag - auch x 10 müsste jeder halbwegs gesunde Hund (z.B.
Hovi, Mali) locker, freudig und schnell erledigen - ohne nenneswertes
Konditionstraining. Just for fun.
Nur, was ist "Sachenrevier"?
100m pro Schlag - nehmen wir für einen DSH ;-))) 20 Sek (Mali knapp die
Hälfte ;-))) - würde bedeuten: 3x diese Strecke pro Minute = 300m x 10
Min = 3000m - und welche Übung ist das, bei der man 3 Kilometer lang
revieren muss?
Das gibt es nichteinmal in der obersten Prüfungsstufe für RH-Fläche.
Herzliche + fragende Grüsse
Paul
Paul Cech schrieb:
>
>: 3x diese Strecke pro Minute = 300m x 10
> Min = 3000m - und welche Übung ist das, bei der man 3 Kilometer lang
> revieren muss?
>
hab noch vergessen hinzuzfügen:
3km sollte jeder halbwegs irgendwie-noch-geradegehende Hund laufen
können - 3km (suchendes?) revieren (wieso auch immer) bedeutet aber
weniger körperliche Fitness, sondern ein lang aufzubauendes
Konzentrationstraining - für den Hund = 10 Min volle Konzentration.
Alles Gute
Paul
>...ohne jetzt Helmuts monatlichem DSH-Posting vorgreifen zu wollen....
>
>100m pro Schlag - auch x 10 müsste jeder halbwegs gesunde Hund (z.B.
>Hovi, Mali) locker, freudig und schnell erledigen - ohne nenneswertes
>Konditionstraining. Just for fun.
Da oute ich mich mal wieder als Dummi ;-) Was sind 100m pro Schlag?
Ich kann da so überhaupt gar nix mit anfangen...
Liebe Grüße,
Ellen
Paul Cech schrieb:
> ...ohne jetzt Helmuts monatlichem DSH-Posting vorgreifen zu wollen....
Das interessiert mich aber - erzähl genaueres!
> Nur, was ist "Sachenrevier"?
Sachenrevier: Nationale Prüfungsordnung Schweiz. Begleithund
Stufe 3 (BH 3). Hd muss einen Geländeabschnitt systematisch nach
Gegenständen absuchen. Fläche in Metern: 50/50.
(1 "Schlag" = einmal hin und einmal her). Gegenstände: 3 (2-3
cm/8-10cm).
Zeitdauer in Minuten: 10. Nebst anderem fehlerhaft: Nachlassen
des Eifers.
Bewertet wird: intensive Quersuche und das Finden der
Gegenstände.
In der Regel bricht der PR die Arbeit nach einigen weitern
Querschlägen ab, wenn alle Ggst. gefunden wurden. In andern
Fällen muss aber schon auch mal 10 Minuten durchgearbeitet
werden.
Paul, Deine Rechnung ist wahrscheinlich gar nicht so falsch...
Ich war und bin einfach der Meinung, gute Ausdauer sei für die
erwähnte Uebung nicht ganz überflüssig - und dass der Hund das
ohne Training einfach bringt, bin ich nicht so sicher.
Dann wäre der Aufbau, wie ich vorhabe, sicher für eine
Ausdauerprüfung zwingend.
Jetzt hätte ich einfach gerne fachlichen Rat, wie man das gut
macht.
>
> Herzliche + fragende Grüsse
> Paul
Lieber Paul, hoffentlich war ich nicht zu langfädig mit meiner
Erklärung und konnte Deine Frage beantwortet - oder sind jetzt
sämtliche Reste von Klarheit endgültig beseitigt? ;-)
Markus
--
Ich habe mit meinem Jack Russell Terrier im THS für den GL 2000 immer
3-4 mal pro Woche trainiert. Da wir zusammen starten und die Strecke
zurücklegen mussten, bot sich an, dass ich jogge, der Terrier rennt.
Am Anfang (da war er 10 Moante alt) bin ich nicht mehr als 15 min am
Stück gelaufen. Heute, wenn wir für Wettkämpfe trainieren (4 Jahre alter
Hund), laufen wir zwischen 40 und 60 Minuten. Dabei legen wir zwischen 2
und 5 km zurück (ich bin eben echt lahm).
Aufbauen solltest Du gemütlich und langsam, wie beim Lauftraining für
Menschen eben auch, das heisst pro Woche langsame Steigerung der
Strecke. Je nach Tempowunsch auch Intervalltraining etc.
Vielleicht gibt's ja auch eine lauf-newsgroup, in der im FAQ noch ein
paar mehr tipps stehen. Meine Erfahrung war, dass mein Aufbautraining
dem Terrier nichts geschadet hat.
In meinen Bekanntenkreis gibt es nicht so viele Hunde, selbst wenn sie
auf dem Hundeplatz arbeiten, die spontan 3000 m am Stück laufen können.
Denn die Ausdauerleistung ist nicht mit der normalen Arbeit
vergleichbar. Auch ist meine Erfahrung gewesen, dass Hunde, egal welcher
Größe und Alters, die super im Gehorsam sind, aber nur normal spazieren
gehen am Laufen die Lust verlieren, wenn man sie mit langen Strecken am
Anfang überfordert. Mal davon abgesehen, dass Knochen und Sehnen auch an
die Belastung gewöhnt werden müssen durch training.
Gruß und viel Erfolg
Petra
Ellen Ziemer-Sonnenberg schrieb:
>
>
>
> Da oute ich mich mal wieder als Dummi ;-) Was sind 100m pro Schlag?
> Ich kann da so überhaupt gar nix mit anfangen...
>
Bei SchH z.B. von Schutzwand zu Schutzwand auf einem 50m breiten Platz -
dann zur nächsten Schutzwand = 100m
ich weiss aber nicht, ob das hier in dieser Anfrage auch so gemeint war
herzliche Grüsse
Pau
Markus Romer schrieb:
>
><snip>
> In der Regel bricht der PR die Arbeit nach einigen weitern
> Querschlägen ab, wenn alle Ggst. gefunden wurden. In andern
> Fällen muss aber schon auch mal 10 Minuten durchgearbeitet
> werden.
Aber geht es da um Schnelligkeit? ich meine: Wirkliche Schnelligkeit - "zischen"?
>
> Paul, Deine Rechnung ist wahrscheinlich gar nicht so falsch...
> Ich war und bin einfach der Meinung, gute Ausdauer sei für die
> erwähnte Uebung nicht ganz überflüssig - und dass der Hund das
> ohne Training einfach bringt, bin ich nicht so sicher.
> Dann wäre der Aufbau, wie ich vorhabe, sicher für eine
> Ausdauerprüfung zwingend.
Dazu vielleicht 3 Ansätze:
1) Ich habe Rettunghunde-Weltmeister gesehen, deren Hunde eine irre
Kondition hatten, die sich volles Rohr auf den Zentimeter im Gelände -
in Büsche hinein, etc . - führen liessen .... aber sie waren oft nicht
nur zu schnell, sondern hatten eine "Trieblage", die sich (einfach
ausgedrückt) auf's Laufen und die Kommandos des Herrchens bezogen
(=keine selbständige Arbeit) - nicht aber auf sensibles Suchen.
Solche Hunde siegen oder verlieren mit Null Punkten. Alles oder Nichts.
Für Rettungshunde-Arbeit ungeeignet.
2) ich kenne Schutz-Hunde, die beim revieren von 6 Wänden ab der 3 Wand
deutlich abfallen - oft konditionell. Da gehört Kondition trainiert.
3) Wenn ich Dich richtig verstanden habe (wir haben in Ö keine BH3 -
würde mich aber irr interessieren), muss Dein Hund bei dieser Prüfung:
- Voll im Trieb sein (darf nicht absacken - bis er am Ende der Übung ist)
- Selbständig arbeiten, um die Gegenstände zu finden
Im Maximal-Fall: 3km und 3 Gegenstände in 10 Minuten - das haben wir
nicht bei der RH.
Ich würde an deiner Stelle weniger auf (Lauf-)Kondition arbeiten,
sondern dahin, dass der Trieb hält. Die 3 km bringt fast jeder Hund
zusammen (deswegen mein "ätzendes" Mail). Aber auf 3 km und für 10 Min
Trieb halten (freudig!!!), das ist eine harte Nuss.
Zumal - wie Du schreibst: es ja sein kann, dass der Hund bereits alle
Gegestände gefunden hat und dann weiterrennen muss. Wo ist da die
Motivation für den Hund (wenn er z.B. nicht gelernt hat, dass Du die
letzte Motivation bist - Futter, Spielzeug, etc.)
Irgendwie kommt mir - als Aussenstehender - diese Übung wie ein
Mittelding zwischen Fährte (höchste Stufe) - RH-Suche (Hochnase) - und
Schutz (schnelles Revieren) vor.
Interessant - wirklich.
Für Triebaufbau + Motivation kann ich Dir Gottfried Dildei raten
http://kunden.www-pool.de/heimtiertechnik/Hundeschule/dildei.shtml
Für die RH-Arbeit (da musst Du viele Links durchsuchen - irgendwo gab es
Texte zu Trainings-Aufbau)
http://www.rettungshund.org/
Sonst frag noch in den Foren von www.yorkie.ch (z.B. Rettungshunde)
>
> Lieber Paul, hoffentlich war ich nicht zu langfädig mit meiner
> Erklärung und konnte Deine Frage beantwortet - oder sind jetzt
> sämtliche Reste von Klarheit endgültig beseitigt? ;-)
> Markus
> --
I wo! Mich interessiert diese BH3 sehr - hast Du da eine Prüfungsordnung?
Alles Gute
Paul
>Ich war und bin einfach der Meinung, gute Ausdauer sei für die
>erwähnte Uebung nicht ganz überflüssig - und dass der Hund das
>ohne Training einfach bringt, bin ich nicht so sicher.
>Dann wäre der Aufbau, wie ich vorhabe, sicher für eine
>Ausdauerprüfung zwingend.
>Jetzt hätte ich einfach gerne fachlichen Rat, wie man das gut
>macht.
Ich würde es so machen, oder besser gesagt, ich mache das so, dass ich
eben genau das mit dem Hund trainiere, was der Hund können muß.
Wenn der Hund ausdauernd suchen muß, dann trainiere ich mit ihm die
Ausdauer nicht durch Laufen neben dem Rad, sondern durch Suchen.
Es beansprucht den Hund doch ganz anders als Laufen.
Ich mache das oft während des Spazierengehens, dass ich einen Ball in
ein Feld mit hohem Gras werfe und ihn dann von Kira suchen lasse. Das
mache ich mehrere Male hintereinander.
Sie sucht jedesmal sehr eifrig. Auch noch beim 20. mal. Dannach ist
sie ziemlich müde. Sie hat ihre Freude daran und ich habe nachher
einen ausgelasteten Hund;-)
Servus Helmut
>In meinen Bekanntenkreis gibt es nicht so viele Hunde, selbst wenn sie
>auf dem Hundeplatz arbeiten, die spontan 3000 m am Stück laufen können.
Hä?
3000m am Stück kann sogar ich laufen. Das müßte ein halbwegs gesunder
Hund locker schaffen.
Wenn mein Hund nicht mal 3000 m am Stück laufen kann, dann würde ich
mir ernsthafte Sorgen um seine Gesundheit machen.
Servus Helmut
>2) ich kenne Schutz-Hunde, die beim revieren von 6 Wänden ab der 3 Wand
>deutlich abfallen - oft konditionell. Da gehört Kondition trainiert.
Ups, die müssen aber wirklich ziemlich am Sand sein, wenn sie nach 3
Revieren schon deutlich abfallen.
>Ich würde an deiner Stelle weniger auf (Lauf-)Kondition arbeiten,
Genau, das meine ich auch. Ist doch ganz was anderes.
>sondern dahin, dass der Trieb hält. Die 3 km bringt fast jeder Hund
>zusammen (deswegen mein "ätzendes" Mail). Aber auf 3 km und für 10 Min
>Trieb halten (freudig!!!), das ist eine harte Nuss.
Da brauchst Du einen Hund, der von sich aus schon was mitbringt, dann
geht es von selbst, oder Du bist ein super Motivationstrainer.
>Zumal - wie Du schreibst: es ja sein kann, dass der Hund bereits alle
>Gegestände gefunden hat und dann weiterrennen muss. Wo ist da die
>Motivation für den Hund (wenn er z.B. nicht gelernt hat, dass Du die
>letzte Motivation bist - Futter, Spielzeug, etc.)
Da hat man einen Vorteil, wenn man einen Hund hat, der nicht bis 3
zählen kann;-)
>Irgendwie kommt mir - als Aussenstehender - diese Übung wie ein
>Mittelding zwischen Fährte (höchste Stufe) - RH-Suche (Hochnase) - und
>Schutz (schnelles Revieren) vor.
>Interessant - wirklich.
Bei der Diensthundearbeit gibt es sowas. Da sind das z.B. Gegenstände
wie eine Patronenhülse oder sowas.
Ist eigentlich vom Training her keine besonders aufwendige Geschichte.
Man braucht nur:
- Ein geeignetes Grundstück
- Einen Hund
- Ein paar Gegenstände
- Etwas Zeit
Servus Helmut
Paul Cech schrieb:
> Aber geht es da um Schnelligkeit? ich meine: Wirkliche Schnelligkeit - "zischen"?
> >
Hallo Paul - Es geht um die systematische Quersuche, um das
Finden der Gegenstände, die Führigkeit (Hd muss auf Kommando
sofort wenden), und um das Durchhalten bei gleicher Intensität.
Mein Hund "zischt" - muss das dann eben durchhalten!
>
> 1) Ich habe Rettunghunde-Weltmeister gesehen, deren Hunde eine irre
> Kondition hatten, die sich volles Rohr auf den Zentimeter im Gelände -
> in Büsche hinein, etc . - führen liessen ....
Ich habe bei Redog (Rettungshunde) Schweiz einen Grundaufbaukurs
gemacht. Mein Hund eignet sich nicht besonders für diese Arbeit,
weil, wie Du sagst, der Hd auch selbständig arbeiten muss. Etwas
in Unkenntnis darüber was ich mit dem Hund später will, habe ich
im frühen Aufbau stark auf Führigkeit geachtet, mit dem
Ergebnis... Du weisst schon...
>
> 2) ich kenne Schutz-Hunde, die beim revieren von 6 Wänden ab der 3 Wand
> deutlich abfallen - oft konditionell. Da gehört Kondition trainiert.
So ist es eben oft auch beim BH3 - darum mein Wunsch, Ausdauer
und Kondition zu trainieren - aber richtig.
> 3) Wenn ich Dich richtig verstanden habe (wir haben in Ö keine BH3 -
> würde mich aber irr interessieren), muss Dein Hund bei dieser Prüfung:
> - Voll im Trieb sein (darf nicht absacken - bis er am Ende der Übung ist)
> - Selbständig arbeiten, um die Gegenstände zu finden
Genau so ist es!
>
> Ich würde an deiner Stelle weniger auf (Lauf-)Kondition arbeiten,
> sondern dahin, dass der Trieb hält. Die 3 km bringt fast jeder Hund
> zusammen (deswegen mein "ätzendes" Mail). Aber auf 3 km und für 10 Min
> Trieb halten (freudig!!!), das ist eine harte Nuss.
Nach meinem Empfinden braucht es beides, Laufkondition und
Trieberhalt. Es i s t
eine harte Nuss!
> Für Triebaufbau + Motivation kann ich Dir Gottfried Dildei raten
> http://kunden.www-pool.de/heimtiertechnik/Hundeschule/dildei.shtml
Hab schon von Dildei gehört und Video gesehen. Danke sehr für die
Links!
(auch RH)
> I wo! Mich interessiert diese BH3 sehr - hast Du da eine Prüfungsordnung?
Sicher erhältlich via SKG (Schweiz. Kynologische Gesellschaft)
www.hundeweb.org
Wenn Du willst, kopier ich Dir die Blättchen meiner PO für BH3
und sende es Dir per Fax. Gibt mir gegebenenfalls privat die
Nummer durch.
Danke Dir für alles und grüsse Dich - Markus
--
Helmut Steinberger schrieb:
>
> Ich würde es so machen, oder besser gesagt, ich mache das so, dass ich
> eben genau das mit dem Hund trainiere, was der Hund können muß.
Hallo - wie trainierst Du Laufkondition und Ausdauer, wenn der Hd
das braucht?
> Wenn der Hund ausdauernd suchen muß, dann trainiere ich mit ihm die
> Ausdauer nicht durch Laufen neben dem Rad, sondern durch Suchen.
Mach ich auch so. Ich trainiere das auf dem Spaziergang auf einem
kleinen Feld (das ich mit Zweigen abstecke) 10 auf 10 Meter ca,
mit bis zu 10 Gegenständen. Mein Hund ist mit grossem Eifer
dabei, bis er sie alle hat! Das mit dem Ball macht er sowieso.
Ausgelastet ist er auch - trainieren wir doch intensiv auf die
anspruchsvolle BH3.
Von den Anlagen her, ist der Hund eine Herausforderung da keine
reine Arbeitslinie.
Servus, Markus
--