Moin Arne
On 9 Feb., 14:06, Arne <
ng-a...@goerndt.de> wrote:
> Hallo Mattze,
> wie soll man Otto-Normalbürger erklären, daß ein auf gleicher Höhe mit
> den Seitenlichtern geführtes Topplicht ein Kleinfahrzeug kennzeichnet,
> ein Fahrzeug mit Topplicht dagegen ein Nicht-Kleinfahrzeug ist? Daß
> Boote mit zusammenliegenden Seitenlichtern etwas anderes sind als
> Boote mit Seitenlichtern? Oder daß Fahrzeuge mit Maschinenantrieb eben
> nur Kleinfahrzeuge sind (Frage 184)? Nicht alle, die einen Schein
> erwerben wollen, sind von Beruf Haarspalter. "Fahrzeug mit erhöhtem
> Topplicht und auseinander liegenden Seitenlichtern" wär eindeutig.
Wie schon geschrieben, die Frage kann man auch anders interpretieren
und eine deutliche Aussage, das es sich bei dem erstgenannten Fahrzeug
(ein Fahrzeug mit Topp- und
Seitenlichtern) nicht um ein Kleinfahrzeug handelt, wäre sicher
eindeutiger und gerade für Anfänger verständlicher. Allerdings lese
ich allein aus der sprachlichen Gestaltung der Frage schon einen
Unterschied bei den Fahrzeugen heraus. Das erstgenannte Fahrzeug
(Fahrzeug mit Topplicht und Seitenlichtern) wie anders als das zweit
genannte Fahrzeug (Kleinfahrzeug mit Seitenlichtern) nicht
ausdrücklich als Kleinfahrzeug bezeichnet.
Als jemand der nur auf Binnengewässern ohne "Nicht-Kleinfahrzeuge" und
im See-Bereich (hier gibt es diese Unterscheidung nicht) segelt und
motort, bin ich bei den Binnenregeln aber auch immer schnell
durcheinander.
> Wg. Stabilität: Du hast recht! Eine Stabilitätskurve findet man im SSS-
> Buch, danach nimmt bei zunehmender Krängung die Stabilität bis etwa
> 50° Auslenkung zu und geht dann bis etwa 120° auf 0 zurück. Das
> Maximum der Stabilität liegt tatsächlich nicht bei 90° Auslenkung und
> mit kritischem Winkel ist nicht der mit maximaler Stabilität, sondern
> mit 0 gemeint. Ok, wieder was gelernt. Da muß man erst in ein SSS-Buch
> gucken um zukünftig eine Sbf-Binnen-Frage beantworten zu können...
In das Buch habe ich zugegebenermaßen schon das ein oder andere mal
rein geschaut ;-)
Die Frage gehört sicherlich zu den für einen SBF völlig überflüssigen
Fragen.
Aber vielleicht tut sich da ja mal was:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/084/1708482.pdf
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/079/1707937.pdf
In Zusammenhang mit den anderen Antworten versuche ich mit auch noch
an der Problematik Schwert und Kentern (Frage 282).
Hier erst mal die vollständige Frage mit Antworten:
> 282. Wie sollte das Schwert einer Jolle auf Vorwindkurs gefahren werden und warum?
> a. Es sollte aufgeholt werden. Dadurch vermindert sich der Reibungswiderstand, aber auch die Gefahr der Kenterung bei einer unfreiwilligen Halse.
> b. Es sollte gefiert werden. Dadurch wird das Boot stabiler und die Gefahr der Kenterung bei einer unfreiwilligen Halse reduziert.
> c. Es sollte nie ganz aufgeholt werden, da es sonst bei einer Kenterung zum Aufrichten der Jolle nicht mehr greifbar ist.
> d. Es sollte bei stärkerem Wind ganz aufgeholt werden, um die Steuerfähigkeit der Jolle zu verbessern.
> (Antwort a ist die richtige)
Das Schwert wird in erster Linie aufgeholt um den Reibungswiederstand
der Jolle zu verkleinern. Wie schon von anderen Schreibern in diesen
Thread ausgeführt hat es kaum Gewicht und daher auf kaum ein
Aufrichtendes Moment, welches einer Kenterung entgegenwirken könnte.
Bei einer Halse kommt noch etwas anderes hinzu. Die Halse ist ein
dynamischer Vorgang bei dem der Baum+Großsegel auf die andere
Schiffsseite gebracht wird. Dadurch erfährt die Jolle eine
Drehbewegung, die, wenn man ihr nicht entgegenwirkt (Stützruder), zu
einem starken Anluven und ggf. zum Kentern führen kann. Mit gesetztem
Schwert (unten) ist es schwerer diese einmal eingeleitete Drehbewegung
durch Stützruder wieder abzufangen.
mfg
Mattze