Ahoi allerseits,
ich bin zur�ck von der Rheinwoche, und inzwischen halbwegs erholt.
Anreise Freitag 18.5:
Eins der YCM-H-Boote war schon fr�h aufgebrochen - so gerade sp�t
genug, um einen Teil unseres Gep�cks mitzunehmen. Den Rest verstauten
wir dann auf einem 15er Jollenkreuzer, au�erdem fuhren kurz vor
uns auch eine Hansajolle los (mit ein paar Zusatzpersenningen an
Bord, die die Besatzung eines bei uns eingekranten, aber schon eine
Woche vorher dann nach Hitdorf abgereisten Schiffes auf unserem
Steg vergessen hatte).
Wir hatten sicherheitshalber den Motor montiert; er sprang - zum
2. Mal in dieser Saison, zum ersten Mal auf der BM - auch ordentlich
an. Benutzt haben wir ihn dann nur bis zur Hafenausfahrt, dann
haben wir ihn abgeschaltet und hochgeklappt. Es gab m��igen Wind
aus n�rdlichen Richtungen, zun�chst genug zum segeln. Allerdings
war die Sicht relativ schlecht - zwar kein Nebel, aber daf�r leichter
Nieselregen, so dass weit rheinauf oder -ab die Schiffe nur noch
undeutlich zu erkennen waren. Deshalb w�hlten wir auch den
Nonnenwerther Seitenarm, der von der Frachtschifffahrt gemieden
wird. Gegen�ber liegt ja auch noch Grafenwerth vor Bad Honnef, so
ist der Hauptstrom dort relativ eng, und gleichzeitig macht der
Rhein eine leichte Linkskurve, was die Sicht weiter einschr�nkt.
Danach war aber Platz genug. Etwas schwierig war der Wasserstand;
die Buhnen waren teilweise �bersp�lt, und oft ist nur jede zweite
davon mit einer Stange markiert, so dass man schon genau gucken
muss, wo die Wende sp�testens erfolgen sollte. Das Str�mungsbild
ist aber doch deutlich.
Wir passierten die St�tten unserer Jug... �h, vergangener Rheinwochen,
wie z.B. die Einfahrt nach Mondorf (wenn Oberwinter Tagesstart war,
gern eine Mittagsstation) und das gerade St�ck unterhalb mit den
Werften (dann die Startlinie), konnten dann irgendwann Porz anpeilen,
wo die Hansajolle dann etwas n�her kam. Der Wind war porzkurventypisch
nahezu eingeschlafen. �ber PMR-Funk erfuhren wir, dass der Jollenkreuzer
gerade beim CfWP war, aber sich uns wieder anschlie�en wollte, und so
fuhren wir relativ nah beieinander dann durch K�ln, mit wieder mehr
Wind - bis auf ein kurzes St�ck bei K�ln-M�lheim. Man muss sich halt
rechtzeitig auf eine ruhige Seite (aber nicht zu nah ans Ufer) begeben
haben, dann geht das auch, und einzelne B�chen f�r das Ruder nutzen.
Bei Leverkusen und n�her kommendem Hitdorf war wieder wenig, aber
genug Wind, so dass wir problemlos in den Hafen hineindrehen konnten
(bitte immer erst hinter der Doppelstange eindrehen, das letzte
St�ck Damm ist bei dem Wasserstand �bersp�lt!). Innen war der Wind
aber mager, daf�r muss es eine leichte Gegenstr�mung gegeben haben;
und wir entschlossen uns nicht nur aus Ungeduld, sondern auch aus
fr�hst�ckstaktischer �berlegung, doch beim YCWH an den Steg zu gehen -
in der N�he des Begleitschiffs, wo Fr�hst�ck und Steuermannsbesprechung
stattfinden sollten. Daf�r hatten wir einen langen Fu�weg zum
Regattab�ro des Abends und zum Regattaheiligabend beim YCLH am
Hafenende, wo wir auch schon unsere Konkurrenz begr��en konnten.
1. Tag; Hitdorf-D�sseldorf-Krefeld.
Die 6. Startgruppe hat den Vorteil, dass man den anderen beim
Starten zusehen kann und weiss, ob der Wind zum abwarten im Strom
ausreicht. So konnten wir frohgemut hinausfahren, als gerade keine
Shark-24-Man�ver in der Hafenausfahrt stattfanden, und relativ gut
starten.
Meine G�te, ist der neue schnell! Exkurs - beim Rheinwochen-
Werbestand-Dienst bei der Boot meldete sich ein junger Mann, der
sich gerade eine BM gekauft hatte - die 4390, eine der letzten vom
alten Somers aus Roermond, also Baujahr 1991. Er k�ndigte dann an,
gern auch zur Rheinwoche zu kommen, und meldete fr�hzeitig.
Wir haben ihn kurz nach dem Start �berholt[1], aber er blieb uns
dicht auf den Fersen. Irgendwann wollten sie es wirklich wissen
und probierten ihr gebrauchsklares Trapez aus - keine besonders
gute Idee auf dem Rhein mit seinen st�ndigen Winddrehern, jedenfalls
erz�hlten sie sp�ter abends, sie seien beinahe gekentert, und h�tten
dabei auch eine ganzes St�ck Abstand zu uns, den sie teils wieder
aufgeholt hatten, wieder gewonnen. Oder sagt man "verloren?" Aber
in wirklich komfortablem Abstand waren sie lange nicht; erst gegen
Ende waren es dann 9 Minuten mehr als unsere 3h51m f�r knapp 40
km). Der Wind war weniger stark und b�ig als letztes Jahr in
D�sseldorf, und gegen Ende, im D�sseldorfer Bereich, oft gef�hrlich
wenig (der Rhein flie�t in D�sseldorf nacheinander in fast alle
Himmelsrichtungen - nur exakt nach S�den nicht - so dass er uns
teilweise vom n�rdlichen Wind weggetragen hat.
Mittagessen gab's mobil auf der Wiese bzw. Parkplatz beim
DYC/YCNiederrhein. Wir gingen uns halbwegs rechtzeitig zum geplanten
Start 15:30 zum Boot zur�ck, da wir eine Jolle "zugeparkt" hatten,
da kam der Zeitschu� - nein zwei, nein drei. Ende der Wettfahrten
f�r den Tag.
Schleppverb�nde bildeten sich; wir hingen zwischen einer Shark 24
und einem Seggerling und hatten eine relativ angenehme (nicht zu
schnelle) Fahrt nach Krefeld - wo sich zun�chst alles staute, bis
der letzte bereit war, dann ging die Drehbr�cke auf, und wir
passierten sie m�glichst schnell und lie�en uns weiter zum Wendebecken
schleppen, wo die Steganlage der KSVgg'33 ist. Wir selbst und noch ein
paar Boote fanden einen Platz am Arbeitssteg des Vereins, was uns f�nf
Minuten Fu�weg kostete, aber auch relative Nachtruhe brachte und vor
allem ersparte, irgendwo als f�nfter im P�ckchen zu liegen.
2. Tag; Krefeld-Wesel-Rees
Da es relativ warm war, lange Unterw�sche weggelassen. Trotzdem war's
gelegentlich vermutlich nass, mindestens wg. der Wellen, also �lzeug.
Steuerleutebesprechung und Fr�hst�ck waren mitten in der Nacht, um
ein p�nktliches Durchfahren der Br�cke nach gemeinsamem Schleppzug
zu erm�gliche... Wir verlie�en den Hafen in der letzten Minute, der
Start war ok. Dann war's ein gnadenloser Kreuzkurs - am Ende hatten
wir einen Durchschnitt von 12.5 km/h �ber Grund auf das Ziel. Die
B�en durch wegfallende Abdeckung waren recht heftig. Einmal kurz
hintereinander Heck vom riesigen Containerschiff (hatte ich noch im
Griff) und irgendwas anderes - gef�hlt 60� an den neuen Wind gehen,
(war schon kriminell - beherzt die Gro�schot l�sen w�re vielleicht
besser gewesen). Und wieder jagte uns die 4390 unerbittlich - am
Ende, nach knapp 50 km im Wesel, waren es nur 89 Sekunden Abstand.
In Wesel gab's Mittagessen und Sonnenterasse - n�chster Start 16:30
(plus wie gehabt 25 Minuten f�r uns). Und tieffliegende Segelflieger-
die nutzen den Yachthafen als Einflugschneise f�r ihr unmittelbar
nebenan liegendes Landefeld.
Der Wind war nun weniger, daf�r nahezu halb. Die letzte Minute begann,
ich ging h�her an den Wind, weil ich keinen Fr�hstart riskieren wollte...
da passierte es. Im Wind, Startschu� f�llt, (fast) keine FdW im Schiff
mithin ewig, bis wir zu Tal abgefallen waren. Sowohl die 4390 als auch
die 1793 waren ca. 200m vor uns. Und an letzterer kamen wir auf dem
Halbwindkurs nicht vorbei. Wir waren zwar nach einer Weile nah, aber
leider leew�rts, und waren nicht schneller. Also Plan B: Zentimeterweise
bei jedem Winddreher H�he gewinnen... das dauerte dann nochmal 10 km,
dann kamen wir - inzwischen auf mildem Kreuzkurs, auch an der 4390 in
Luv vorbei. Die nat�rlich nicht aufgab und uns die verbliebenen f�nf
km auf den Fersen war. 34 Sekunden Abstand im Ziel an der Reeser
Rheinpromenade. Und dann noch 3 km bis zum Mahnensee weitersegeln.
Der Segelclub Grafenwald hatte alles m�gliche aufgeboten: neben
Speis und Trank eine Turngruppe mit Blechblaskapelle (heutzutage
heisst das "Cheerleader") und ein Riesenfeuerwerk kurz vor Mitternacht.
Aus dem Sailhorsep�ckchen gegen�ber unseres Steges ert�nte vor dem
Feuerwerk das Piepen einer Startuhr - und eine gute Stunde sp�ter
immer noch. Ich habe sie dann gefunden und (hoffentlich zerst�rungsfrei)
abgeschaltet.
3. Tag: Rees-Emmerich und Auskranen
Fr�hst�ck, Z�hnchen putzen, Steuerleutebesprechung, bis zur
Hafenausfahrtsn�he segeln. Die Startlinie war bald entdeckt. Eine
O-Jolle konnte sich im Strom halten, also 'raus, 2 Minuten vorher
'runtersegeln. Wo bleiben alle? Eine von den drei Shark24 war noch
in der N�he, und zwei O-Jollen - fast das ganze BM- und Shark-Feld
und eine O-Jolle waren noch in Hafenn�he, knapp 400m oberhalb.
Kopfsch�tteln, Startschuss, los, noch fast 100 Meter bis zur Linie
gebraucht, und dann eine gem�tliche Lockerungs�bung bei relativ
wenig Wind bis Emmerich gekreuzt. 4390 kam zwischendurch etwas
n�her, fuhr aber wohl etwas weniger H�he und brauchte irgendwann
einen Holeschlag mehr und zus�tzliche 100 Meter weiter hinten. Am
Ende 4 Minuten Abstand.
In den Fiskalischen Hafen hinein, Fock (manuell) eingerollt, Gro�
geborgen, auf J.'s H-Boot gelegt, Gro� ordentlich gerollt. Dann ging
ich zum Begleitschiff, w�hrend D. mit J.'s und N.'s Hilfe das Boot
kranklar machten. Dort lie� ich mir die Koordinaten des Shuttlebusses
nach Rees geben. Leider war dort kein Bus. Es dauerte ewig, bis
vereinzelte Bescheid bekamen, dass der Bus eine Stra�enecke querab
an der B8 auf einem Parkplatz steht, weil er nicht die Anh�ngerman�ver
in Krann�he behindern wollte - und dort angekommen, wartete ich noch
gef�hlt eine halbe Stunde auf die Abfahrt, weil der letzte Mitfahrer
uns noch nicht gefunden hatte.
Aus Rees dann mit Gespann zur�ck. Zwischen Ordnern und Krankommandeur
gab's Kommunikationsprobleme, letztere wiesen mich, wie sich
herausstellte, hinter ein paar Gurtbootanh�nger ein, obwohl so
gerade noch Kranen mit Hei�stropp m�glich gewesen w�re. Der Kranf�hrer
kam gerade per Aufzug herunter und baute die Traversen und das
Gurtpaar an. Am Ende konten wir ihn �berzeugen, uns doch halt mit
Gurt 'rauszuholen, statt uns noch 'ne Stunde warten zu lassen...
W�hrend wir noch das Boot leerten und auf dem H�nger festschnallten,
Segel in das Transportrohr schoben, etc. brachte uns der Hansa-Jolle
Landpersonal unsere Pokale vorbei - wir hatten nicht nur Mittagessen
(passiert uns in Emmerich immer), sondern auch die Siegeehrung
komplett verpasst. Die Sichtung ergab: gro�e Handt�cher f�r den
Gesamtpreis der Bootsklasse, und eine seglerische Metallskulptur[2]
als Wanderpreis f�r das punktbeste Boot der Rheinwoche.
Also ab zur�ck nach Krefeld, aber ein paar km landeinw�rts. Dort
krante uns der 3. BM-Jolle Bodenpersonal - naja, er war auf einer
B/one gesegelt - innerhalb von 2 Minuten ein. Bann wurden die beiden
Boote zum KSK hin�bergeschleppt, w�hrend ich mit dem Anh�nger
au�enherum fuhr; beide bleiben dort, f�r die Regatta ein Wochenende
sp�ter.
Weitere Rheinwochenergebnisse, Bilder etc. unter
http://rheinwoche.org/
-is
[1]
http://www.rheinwoche.org/galerie/bildervonwaltrautdegenhardt/03240fa1c614bbc06/d043.html bis d051.html
[2]
http://www.ycm-bonn.de/Aktuelles/20130521/