mit diesem Bericht beende ich mal mein - zugegeben recht kurzes -
Lurkerdasein in drsl.
Ein bisschen was zu meiner Person: Ich bin 26 und hänge gerade in dem
Vakuum zwischen Studium und Job, und habe zur Zeit entsprechend viel
Freizeit. Ich bin vor so 14 Jahren schon mal läuferisch aktiv gewesen,
damals zusammen mit meinen Eltern, in der Laufgruppe eines lokalen
Sportvereins. Irgendwann verließ mich jedoch die Motivation, und da ich
damals noch an Schwimmwettkämpfen teilnahm und Wasserball spielte, war das
- rein sportlich gesehen - auch nicht so tragisch. Naja, die Jahre
vergingen, und meine sportlichen Ambitionen mit ihnen, bis irgendwann kein
Leistungssport mehr übrig blieb.
Ich war eigentlich immer schon ziemlich dürr und schlaksig, und das änderte
sich auch die folgenden Jahre nicht, bis ich wohl durch Sprüche wie "Ach
weißte, ich kann ja essen was ich will und werd' einfach nicht dicker"
gegenüber mitleidsheischenden Damen genug schlechtes Karma angesammelt
hatte... im letzten Jahr hab' ich mal gut 15kg zugelegt, und das hat sich
doch ziemlich drastisch bemerkbar gemacht. Außerdem wurde ich durch die
fehlende körperliche Betätigung langsam hyperaktiv. Durch Inlinern und
Radfahren konnte ich das einigermaßen ausgleichen, aber irgendwie war das
alles nicht das wahre. Meine Entscheidung war also, endlich wieder mit dem
Laufen anzufangen.
Die olympischen Spiele gaben mir dann den letzten Motivationsschub, und ich
machte mich nach langer Zeit mal wieder auf in den Oderwald (5km entfernt,
gut mit dem Rad erreichbar) und versuchte, die alten Laufstrecken
wiederzufinden. Dort angekommen überkam mich dann auch gleich der
Ehrgeiz... Früher lief ich doch regelmäßig die 7km-Strecke, und auf
Wettkämpfen hatte ich die Distanz auch schon in guter Zeit geschafft. Ich
hab' zwar lange nicht trainiert, aber komm, die 7km sollten doch noch drin
sein... Naja, die Strecke zu finden war leicht, sie zu laufen eher nicht,
und nach ca. 6km fühlten sich meine Beine an, als wären sie aus Gummi - die
letzten 500m torkelte ich gehend Richtung Fahrrad.
Die Bilanz waren vier Blasen an den Füßen (denn enge Hallenschuhe sind halt
nur bedingt langlaufgeeignet), zwei ziemlich schmerzende Waden und
allgemeiner Muskelkater in den Beinen. Aber hey - immerhin hab' ich die
Strecke fast geschafft... Alles in allem hatte mich das trainingstechnische
Fiasko doch noch weiter motiviert, und die nächsten Tage bin ich trotz
Schmerzen wieder in den Wald und ganz locker 2km gelaufen. Danach wurden
dann (vermeindlich) gute Schuhe fällig, und bei meinem nächsten Versuch
über 7km kam ich laufend und mit einem zufriedenen Lächeln ins Ziel.
Da ich am liebsten Abends laufe, kam jedoch zwischendurch das Problem mit
der Beleuchtung. Ich verlegte die nächsten zwei, drei Läufe in die Stadt,
sozusagen routenplaning by running: Einfach mal laufen und dabei schauen,
wie weit und wo lang ich komme. Die so entstandene Strecke ist zwar ganz
nett, aber irgendwie war's im Wald doch schöner... ich verlegte mich also
auf den Nachmittag und versuchte nun, meine Streckenlänge etwas zu erhöhen.
Ich wußte noch, daß es eine Strecke im Wald gab, die so um die 10km lang
war - nur bin ich die damals gerade ein mal gelaufen. Ich fand sie
glücklicherweise trotzdem wieder (okay, wirklich verlaufen kann man sich im
Oder nicht ;)), und hielt meine ersten 10km zwar heftig schnaufend, aber
glücklich bis zum Ende durch.
Kurz darauf las ich durch Zufall, daß am 19.09. der Wolfenbütteler
Stadtlauf stattfinden sollte. Auf den 10km-Hauptlauf hatte ich ja schon
Lust, aber warum konnte der Wettkampf nicht einen Monat später sein? Oder
auch nur eine Woche? Die Distanz wollte ich vorher ja schon gerne noch
trainieren. Aber jammern hilft ja nicht, also schnell geplant... "Sonntag
der Wettkampf, heute schon Mittwoch, und heute und morgen keine Zeit zum
Laufen... also Freitag nochmal Training, Samstag ein wenig traben, und dann
den Wettkampf laufen - und hoffen". Das Training am Freitag ging ich dann
etwas aggressiver an, und schaffte am Ende eine Zeit von 58 Minuten. Damit
stand dann auch mein Ziel für den Wettkampf fest: Alles unter einer Stunde
ist okay.
Und in dem Moment hatte ich dann gemerkt, daß mir Laufen wieder richtig
Spaß macht, und ich nicht so schnell wieder aufzuhören gedenke. Und wenn
ich mal zweifle, brauche ich nur kurz auf die Waage zu steigen und mich im
Spiegel zu betrachten, denn 3kg nach 2 Monaten motivieren doch ungemein ;)
~Dennis
PS: Wettkampfbericht folgt :)
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Achtung: Dieser Beitrag ist nicht meinungsfrei!
> bis ich wohl durch Sprüche wie "Ach
>weißte, ich kann ja essen was ich will und werd' einfach nicht dicker"
>gegenüber mitleidsheischenden Damen genug schlechtes Karma angesammelt
>hatte... im letzten Jahr hab' ich mal gut 15kg zugelegt, und das hat sich
>doch ziemlich drastisch bemerkbar gemacht.
Jedes Kilo sei Dir vergönnt!
Elisabeth
auf Ingos Spuren
Hach, wie liebenswürdig. Aber vorsicht, mein schlechtes Karma hatte sich ja
offensichtlich schon durch viel harmlosere Kommentare angesammelt... ;)
~Dennis, x-postend und nach drslm f'uppenderweise