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Das Ende der Raubkopie?

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Werner Tann

unread,
Jan 8, 2009, 6:41:51 AM1/8/09
to
In der aktuellen Gamestar 2/2009 findet sich ein recht guter Artikel
über die Maßnahmen der Spieleindustrie gegen die illegale Verbreitung
ihrer Games. Zu dem schon traditionellen Kopierschutz auf dem
Datenträger selbst und der notwendigen Eingabe einer Seriennummer ist
in den letzten Jahren die Online-Aktivierung dazugekommen. Das ist
aber noch nicht alles. Mittlerweile werden zwingend spezielle Treiber
installiert (Securom), die Aktivierungen limitiert und der Rechner
wird mit zusätzlicher Software zugemüllt, die man gar nicht haben will
(z.B. bei GTA 4).

Nützen tut der Aufwand bekanntlich nichts, gecrackte Versionen sind
oft noch vor dem offiziellen Spielerelease online. Und daß die Leute
sie runterladen, liegt, räumen Vertreter der Industrie selber ein,
auch daran, daß diese gecrackten Versionen frei sind von all den oben
genannten Zumutungen.

Ein Dorn im Auge ist den Spielemachern auch der private Weiterverkauf
des rechtmäßig erstandenen Originals. Laut Konsumentenschützern ist
dieser Weiterkauf aber ein Recht, das man dem Konsumenten nicht
wegnehmen darf. Versuchen tut's die Industrie trotzdem, mit der
begrenzten Zahl an Aktivierungen. Als Second-Hand-Käufer weiß man nie
sicher, wie oft schon aktiviert wurde und ob man seinerseits das Spiel
wird nochmal verkaufen können.

Aber zum Betreff. So praktisch nutzlos momentan der
Kopierschutzaufwand ist, denn er nervt nur die ehrlichen Käufer, nicht
die illegalen Runterlader der gecrackten Version, so scheint sich eine
Entwicklung abzuzeichnen, die das Ende der Raubkopie bedeuten könnte.

Zitat Gamestar:
"Online-Geschäftsmodelle wie die moderner
Online-Rollenspiele haben sich als extrem
effizient erwiesen, wenn es darum geht,
aus ihrer Spielerschaft Umsatz und Spielzeit
zu saugen", sagt Alex St. John (*). Deshalb bliebe
den Firmen auf kurz oder lang nichts anderes
übrig, als das Modell zu kopieren. St. John:
"Der Erfolg in Asien lässt darauf schließen,
dass Online-Modelle über kurz oder lang auch
alle westlichen Spielemärkte dominieren dürften."
Raubkopien werden in einem solchen
Szenario irrelevant, weil die Hersteller Geld
nicht mehr primär durch den Verkauf von Spielen
verdienen, sondern durch Abogebühren
und/oder kostenpflichtige Zusatzinhalte.
Zitat-Ende

Was meint Ihr? Spielen wir in 5 Jahren alle hauptsächlich online und
bezahlen daher für jedes Spiel de facto ein Vielfaches dessen, was wir
bisher ausgegeben haben? Welche Konsequenzen hat das? Spielen wir in
Summe weniger Spiele und hängen fester an ein paar wenigen, weil wir
von denen regelmäßige Abos laufen haben? Ist das Thema Raubkopie vom
Tisch, weil diese Spiele in der Regel ohnehin frei heruntergeladen
werden können und das Geld mit den Nutzungsgebühren verdient wird?

(*) Der DirectX-Erfinder

Reinhard Müller

unread,
Jan 8, 2009, 7:54:38 AM1/8/09
to
Werner Tann schrieb:

> Was meint Ihr? Spielen wir in 5 Jahren alle hauptsächlich online und
> bezahlen daher für jedes Spiel de facto ein Vielfaches dessen, was wir
> bisher ausgegeben haben?

Nein, warum auch? Man kann selbstverständlich immer noch mit reinen
Singleplayer-Spielen gutes Geld verdienen. Siehe zB. aktuell ein Fallout
3. Oder ein Drakensang, welches im deutschsprachigen Raum die magische
100.000-Grenze überschritten hat. Oder all die Myriaden kleiner
Casual-Titel. Oder die seit ein paar Jahren immer größer und beliebter
werdende Indie-Szene, in der es vor erstklassigen, reinen SP-Spielen nur
so wimmelt.

Schaut man sich zudem einmal an, wieviele MMOs nur in den letzten drei
Jahren vom Markt verschwunden sind, weil man den potentiellen
Kundenkreis vollkommen überschätzt hat und jeder Investor dachte, man
könne so schnell mal eben den Erfolg eines WoW kopieren ... also soooo
wirklich toll scheint dieses Geschäftsmodell auch nicht zu sein :)

> Ist das Thema Raubkopie vom
> Tisch, weil diese Spiele in der Regel ohnehin frei heruntergeladen
> werden können und das Geld mit den Nutzungsgebühren verdient wird?

Angesichts des Umstandes, dass es für jedes halbwegs populäre MMO über
kurz oder lang auch Freeshards gibt, die im MMO-Bereich in etwa mit
Kopien vergleichbar sind ... nö! :)

Von daher, lass Dir von solchen Artikeln keine Panik machen. Hier reden
oft genug nur Blinde über die Farbe oder es versuchen Dir Leute wie Alex
St. John über Umwegen ihr eigenes Geschäftsmodell schmackhaft zu machen.

Trau, schau, wem? Man sollte bei derartigen Berichten immer darauf
achte, wer hier was in welchem Zusammenhang sagt. In der Regel sind es
Leute aus der Industrie oder ihnen nahestehende Personen, welche die
öffentliche Meinung in eine für sie genehme Richtung lenken wollen. Denn
achtet man mal darauf, wann zB. (mal wieder) das große Gerede vom
Niedergang des PCs als Spieleplattform gestartet wurde, so fällt einem
auf, dass dies just in dem Moment geschah, als MS, Sony und Nintendo
ihre neue Konsolengeneration auf den Markt gebracht haben. Huch, was für
ein Zufall aber auch, nicht wahr?

Grüße, Reinhard

Werner Tann

unread,
Jan 8, 2009, 11:08:02 AM1/8/09
to
Reinhard Müller <do...@web.de> schrieb:

>Von daher, lass Dir von solchen Artikeln keine Panik machen. Hier reden
>oft genug nur Blinde über die Farbe oder es versuchen Dir Leute wie Alex
>St. John über Umwegen ihr eigenes Geschäftsmodell schmackhaft zu machen.

Dein Wort in Gottes Ohr. Leider ist die Tendenz zur Internetisierung
und zur Benutzerüberwachung eine generelle und von daher die Prognose
des St. John vielleicht nicht reines Wunschdenken. Meine
"1984"-Befürchtung ist ja, daß in 20 Jahren niemand mehr ohne
Identifikation ins Netz kommt, daß nichts mehr ohne Netz "geht", auch
spielen nicht, und daß der "Personal" Computer weitgehend vielleicht
gar durch Terminals ersetzt worden ist, wo Programme und die meisten
Daten gar nicht mehr lokal abgelegt und installiert sind, sondern auf
dicken Servern des dann herrschenden OS-Anbieters. Vorgeblich wegen
der vielen Vorteile für den User (Reparatur, Sicherheit, Patches,
Updates, Speicherplatz usw.).

Indiz für diesen Pessimismus: Unglaublich, was die Spieleindustrie
sich zur Zeit leistet an Zumutungen. *Und*, laut Umfragen, die meisten
Spieler schlucken das mehr oder minder.

Rainer Wahl

unread,
Jan 8, 2009, 1:16:56 PM1/8/09
to
Werner Tann schrieb am 08 Jan 2009:

> Wunschdenken. Meine "1984"-Befürchtung ist ja, daß in 20 Jahren
> niemand mehr ohne Identifikation ins Netz kommt, daß nichts mehr
> ohne Netz "geht",

Was in 20 Jahren sein wird, kannst du heute noch nicht einmal
ansatzweise abschätzen. Genau wie 1989 niemand die heutige Situation
hätte vorhersehen können.

> auch spielen nicht, und daß der "Personal"
> Computer weitgehend vielleicht gar durch Terminals ersetzt worden
> ist, wo Programme und die meisten Daten gar nicht mehr lokal
> abgelegt und installiert sind, sondern auf dicken Servern des dann
> herrschenden OS-Anbieters.

Das hatten wir auch schon einmal (oder zweimal?) und ging schief. Wer
würde auch (vertrauliche) Daten die ihm wichtig sind, irgendwo bei
irgendwem irgendwie ablegen? Bei den ganzen Datenskandalen in letzter
Zeit dürfte klar sein, daß man gewisse Daten nicht aus der Hand,
geschweige denn außer Haus gibt.



> Indiz für diesen Pessimismus: Unglaublich, was die Spieleindustrie
> sich zur Zeit leistet an Zumutungen. *Und*, laut Umfragen, die
> meisten Spieler schlucken das mehr oder minder.

Naja, beim Sex denkt Mann mit dem <piep> und beim Zocken denkt Mann mit
dem Gamepad... Soll heißen, Spieler wollen zocken und zwar gleich. Da
nimmt man schon einiges in Kauf und übersieht auch manches. Bei einer
nüchternen Textverarbeitung würde $Hersteller vermutlich damit
Schiffbruch erleiden.


-=( Rainer )=-

--
Airbrush FAQ: http://www.r-wahl.de/airbrush/faq.php
Baubericht ME-109 RC-Flugmodell:
http://www.r-wahl.de/modellbau/me-109/me-109.php

Werner Tann

unread,
Jan 8, 2009, 1:48:12 PM1/8/09
to
Rainer Wahl <usenet10...@spamgourmet.com> schrieb:

>Was in 20 Jahren sein wird, kannst du heute noch nicht einmal
>ansatzweise abschätzen.

Darum nannte ich meine Befürchtung "Befürchtung" und nicht Prognose,
und soweit ich sehe, habe ich ins From "Werner Tann" geschrieben, und
nicht Nostradamus. :-)

>Genau wie 1989 niemand die heutige Situation
>hätte vorhersehen können.

Ich habe keine Ahnung, was die Futurologie, die ja kein Kaffeesudlesen
ist, damals über heute gesagt hat. Es scheint mir jedenfalls
schwieriger, in einer Zeit, in der so gut wie kein Privater Internet
hatte (1989), die Konsequenzen eines fast allgegenwärtigen Internets
vorauszusehen, als heute, wo wir *im* Internetzeitalter voll drinnen
sind, Voraussagen darüber zu treffen, wo das noch hingehen könnte.



>Das hatten wir auch schon einmal (oder zweimal?) und ging schief. Wer
>würde auch (vertrauliche) Daten die ihm wichtig sind, irgendwo bei
>irgendwem irgendwie ablegen? Bei den ganzen Datenskandalen in letzter

Mein Gott, wie rasch legen Menschen ihre Ängste ab, wie rasch ändern
sich Ansichten. Denk etwa an die Einstellung zu Atomkraftwerken. Man
muß den Leuten nur glaubhaft machen, daß die Verschlüsselung der Daten
derart geschieht, daß der Serverbetreiber, selbst wenn er wollte, sie
in 1000 Jahren nicht knacken könnte. Du unterschätzt, wie technik- und
wissenschaftsgläubig die breite Masse heute schon ist!

>Zeit dürfte klar sein, daß man gewisse Daten nicht aus der Hand,
>geschweige denn außer Haus gibt.

Ich sage nur e-card. Glaubst Du ernsthaft, daß in der Zukunft nicht
wirklich fast *jede* Behörde Zugriff hat auf Deine Krankengeschichte?
Illegal haben ihn Arbeitgeber ja jetzt schon, die Legalisierung ist
nur eine Frage der Zeit.

>Naja, beim Sex denkt Mann mit dem <piep> und beim Zocken denkt Mann mit
>dem Gamepad... Soll heißen, Spieler wollen zocken und zwar gleich. Da
>nimmt man schon einiges in Kauf und übersieht auch manches. Bei einer

Das ist doch das Merkwürdige: "Gleich" zocken kann er mit diesem 5fach
geschützten Zeugs eben nicht. Und ehe das Spiel von Amazon eintrudelt
oder es Papi vom Blödmarkt mitgebracht hat, ist der Download von
Torrent auch fertig.

>nüchternen Textverarbeitung würde $Hersteller vermutlich damit
>Schiffbruch erleiden.

Ich kann mir ausmalen, wie einfallsreich Microsoft sein würde, mit der
Online-Version von Office eine Menge Vorteile zu verkaufen, die man
offline nicht ohne eigene Arbeit hat, etwa Auto-Indexierung,
Katalogisierung, PDF-Umwandlung, Websiten-Integration,
Kundendatenbank-Anbindung etc. Womit man diese Vorteile erkauft,
merken die Leute in 20 Jahren vielleicht gar nimmer richtig, weil sie
aufgewachsen sind mit Produktaktivierungen, 20stelligen
Code-Schlüsseln, Signaturkarten, RFID-Technologie usw. usf.

Aber ich werde mich als Pensionist sehr freuen, wenn mein Pessimismus
unbegründet war!

Reinhard Müller

unread,
Jan 8, 2009, 2:57:16 PM1/8/09
to
Werner Tann schrieb:

> Ich kann mir ausmalen, wie einfallsreich Microsoft sein würde ...

MS, MS, MS ... Microsoft kann sich viel ausdenken und mit Sicherheit
wird es eine Reihe von Leuten geben, die jeden Scheiss mit sich machen
lassen. Doch, man darf nie vergessen, je derber es MS treibt, desto mehr
treibt man die Leute in die Arme von alternativer Opensource-Software,
die auf solche Sperenzchen verzichtet, weil sie nicht als "Produkt"
verkauft werden muss.

Und bezüglich Spiele, so sollte man die Protestwellen auf zB. Amazon
nicht vergessen, die bez. Spore und anderer DRM-verdongelter Software so
überraschend stark ausgefallen sind, dass Ubisoft, nicht gerade als
Vorreiter von DRM-freier Software bekannt, den aktuellen
PrinceOfPersia-Teil komplett ohne (!) DRM veröffentlicht haben und die
DRM-Frage innerhalb der Industrie heftig und konträr diskutiert wird.

Das ganz große Geheul seitens der Kunden wird aber erst dann kommen,
wenn ein großer, populärer Anbieter aus den unterschiedlichsten Gründen
die Authentifizierungsserver abschaltet. Bis dahin ist aber das Zocken
wichtiger als die Konsequenzen, die sich aus diversen lizenzrechtlichen
Details ergeben könnten.

Also, ein ganz normales menschliches Verhalten :)

Grüße, Reinhard

Rainer Wahl

unread,
Jan 8, 2009, 4:22:40 PM1/8/09
to
Werner Tann schrieb am 08 Jan 2009:

> Ich habe keine Ahnung, was die Futurologie, die ja kein
> Kaffeesudlesen ist, damals über heute gesagt hat. Es scheint mir
> jedenfalls schwieriger, in einer Zeit, in der so gut wie kein
> Privater Internet hatte (1989), die Konsequenzen eines fast
> allgegenwärtigen Internets vorauszusehen, als heute, wo wir *im*
> Internetzeitalter voll drinnen sind, Voraussagen darüber zu
> treffen, wo das noch hingehen könnte.

Derartige Prognosen/Befürchtungen, nenne es wie du willst, haben zu
keiner Zeit so richtig funktioniert. Was wurde damals auch spekuliert,
was die Autos von heute alles können sollten. Z.B. selbsttätig fahren
und den "Fahrer" von alleine an's Ziel bringen. Oder wie man sich
damals vorstellte, wie man heute wohnen wird.



> Mein Gott, wie rasch legen Menschen ihre Ängste ab, wie rasch
> ändern sich Ansichten. Denk etwa an die Einstellung zu
> Atomkraftwerken.

Das sehe ich nicht. Es ist nur das "kleinere Übel", wenn man es so
nennen will.

> Man muß den Leuten nur glaubhaft machen, daß die
> Verschlüsselung der Daten derart geschieht, daß der
> Serverbetreiber, selbst wenn er wollte, sie in 1000 Jahren nicht
> knacken könnte. Du unterschätzt, wie technik- und
> wissenschaftsgläubig die breite Masse heute schon ist!

Das liegt in der Natur der Sache. Wenn man sich in etwas nicht
auskennt, muß man demjenigen glauben, der davon vorgibt Ahnung zu
haben, oder muß sich selber schlau machen. Wenn dir dein Zahnarzt sagt,
das dein Zahn wegen jenem und diesem raus muß kannst du ihm vertrauen,
oder du siehst selber nach. Wenn mir mein TV verreckt, muß ich auch dem
Fernsehtechniker glauben, oder ich wälze Fachbücher/strebe ein
Elektrotechnikstudium an. Und wenn mir jemand mit Ahnung sagt, daß die
Verschlüsselung sicher ist, muß ich das so glauben, oder mich selber
schlau machen.

Nicht jeder hat aber den Hintergrund und das Verständnis für die Sache,
um sich damit intensiver zu beschäftigen. Sei es nun Zahnheilkunde,
Elektrotechnik, Informatik oder was auch immer.

> Ich sage nur e-card. Glaubst Du ernsthaft, daß in der Zukunft
> nicht wirklich fast *jede* Behörde Zugriff hat auf Deine
> Krankengeschichte? Illegal haben ihn Arbeitgeber ja jetzt schon,
> die Legalisierung ist nur eine Frage der Zeit.

Tja, mache etwas dagegen! Ich finde das genauso zum Kotzen, wüßte aber
nicht, wie ich dem etwas entgegen setzen sollte. Bei der nächsten Wahl
das Kreuzchen wo anders machen, wird das nicht gänzlich verhindern...



> Ich kann mir ausmalen, wie einfallsreich Microsoft sein würde, mit
> der Online-Version von Office eine Menge Vorteile zu verkaufen,
> die man offline nicht ohne eigene Arbeit hat, etwa
> Auto-Indexierung, Katalogisierung, PDF-Umwandlung,
> Websiten-Integration, Kundendatenbank-Anbindung etc. Womit man

Wie Reinhard gerade schrieb, dachte ich auch schon. Linux existiert,
jede Menge Software dafür auch.

> diese Vorteile erkauft, merken die Leute in 20 Jahren vielleicht
> gar nimmer richtig, weil sie aufgewachsen sind mit
> Produktaktivierungen, 20stelligen Code-Schlüsseln, Signaturkarten,
> RFID-Technologie usw. usf.

Da ist was dran, aber man sollte die Leute nicht für blöder halten, als
sie wirklich sind.

Aber BOT:
WoW z.B. hätte mich auch schon einmal gereizt. Dieses Monatsabo
schreckt mich jedoch genug ab, mir das nicht an zu tun. Nicht immer
habe ich Zeit mich daran zu Vergnügen, würde dann aber trotzdem zahlen.
Überhaupt widerstrebt es mir persönlich, für etwas monatlich zahlen zu
müssen. Einmal kaufen und dann gehört es mir, oder eben gar nicht. Das
es allerdings genügend Leute gibt, die das anders sehen, zeigen die WoW
Mitgliederzahlen...

Joseph Terner

unread,
Jan 10, 2009, 3:32:45 AM1/10/09
to
Reinhard Müller wrote:
> Das ganz große Geheul seitens der Kunden wird aber erst dann kommen,
> wenn ein großer, populärer Anbieter aus den unterschiedlichsten Gründen
> die Authentifizierungsserver abschaltet. Bis dahin ist aber das Zocken
> wichtiger als die Konsequenzen, die sich aus diversen lizenzrechtlichen
> Details ergeben könnten.

Bei Steam ist das schon 2007 passiert. Geheul gab es auch, aber nur
wenigen: Steam hat seinen Client für Windows 98 abgeschaltet. Damit sind
sämtliche Titel, die Windows 98 als Mindestanforderung auf der Packung
stehen hatten (z. B. so illustre wie Half-Life 2), nachträglich auf
Windows 2000 hochgestuft worden. Auch Uralt-Titel wie Half-Life 1 (das
sogar auf Windows NT 4.0 läuft), benötigen für die Online-Funktion jetzt
mindestens ein Betriebssystem, dessen Systemanforderungen ein Vielfaches
derer des Titels selbst beträgt.

Mit Windows XP wird sich das wiederholen, soviel steht jetzt schon fest.

ciao, Joseph

lutz feustel

unread,
Jan 14, 2009, 11:27:15 AM1/14/09
to
Am Thu, 08 Jan 2009 12:41:51 +0100 schrieb Werner Tann:
>
> Was meint Ihr? Spielen wir in 5 Jahren alle hauptsächlich online und
> bezahlen daher für jedes Spiel de facto ein Vielfaches dessen, was wir
> bisher ausgegeben haben?

Was andere tun, kann ich schlecht abschaetzen, aber ich weiss, dass mich
Kopierschutzorgien wie die von GTA IV vom Kauf abhalten werden, auch
wenn ich seit einigen Monaten nach diesem Spiel hechele. Wuerde ich
Hardware aufruesten fuer ein neues, tolles Spiel? Ja. Aber ich lasse
mich nicht als Kaeufer degradieren zu jemandem, der sein gekauftes
Produkt nur dann benutzen darf, wenn es dem Hersteller gefaellt? Nein.
Vor allem, wenn die Alternative dazu kostenfreie Raubkopie heisst. Da
man als ehrlicher Kaeufer ja sowieso schon als Verbrecher abgestempelt
werde (hallo DVD-Zwangsvorspann) sollten moralische Bedenken keine Rolle
mehr spielen, wenn man vor der Wahl steht, sich das Spiel kostenlos und
ohne Aufwand oder ehrlich erworben und mit sehr viel Einschraenkungen zu
erwerben.

Mich jedenfalls hat Rockstar als Kaeufer verloren und ich spar ne Menge
Geld und Aerger. Kein Aufruesten der Hardware, kein Spiel, kein Zoff.

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