Hallo!
Rolf Mantel wrote:
> inzwischen sollte Tunesien auch politisch wieder ein gutes Reiseland
> sein.
Ist es.
> Kann jemand Tipps geben für eine Familie mit Kindern (2 und 6
> Jahre), die noch nie in Afrika war?
Du setzt die Familie ins Auto und nimmst die Fähre von Genua nach Tunis.
Die fährt rund 22 - 24 Stunden, d.h. nehmt eine 4er-Kabine. Auf der
Fähre erledigt ihr einen Großteil der Grenzformalitäten. Da die Fähre
typischerweise am Nachmittag bis frühen Abend ankommt, geht keine lange
Tagesetappe mehr, d.h. ihr fahrt z.B. nach Nabeul auf den allseits
bekannten Campingplatz oder z.B. nach Bizerte, wenn ihr eure Rundreise
im Norden beginnt, was ich empfehlen würde. Dort gibt's einige sehr
schöne Hotels an der Corniche sowie eine schöne, ursprüngliche Medina.
Als Halbtagesausflug kann man das afrikanische Nordkap, das Cap Blanc,
anschauen.
Was ihr euch unterwegs alles anschauen möchtet, plant vorher am Besten
mit dem Reisefährer von ReiseKnowHow. Eine Rundreise im
Gegenuhrzeigersinn ist empfehlenswert, denn im Westen des Landes entlang
der algerischen Grenze läßt sich sehr schön der Übergang vom
fruchtbaren, grünen, teils waldreichen Norden in die ariden Zonen
erleben. Unterwegs in Zentraltunesien lassen sich immer mal wieder
Ansammlungen alter Steine von Römern und anderen anschauen, teils sehr
eindrucksvoll.
Am nördlichen Rand der Salzseen gibt's die Bergoasen Chebika und
Tamerza. Interessant sind in dieser Gegend auch die "Ausgrabungsstätten"
der Filmkulissen vom ältesten Star-Wars-Film. Tozeur meidet man besser
wg. der vielen Touristen, die die Stadt ihrer Ursprünglichkeit beraubt
haben. Dort gibt's daher neben Wassermangel und einer sterbenden
Oasenlandschaft alle Versorgungsmöglichkeiten. Südwestlich davon über
dem Chott el Jerid liegt Douz, nicht ganz so touristisch verseucht wie
Touzeur, daher gut geeignet um ein paar Tage den Rand der großen
Sandwüste (Erg Oriental) zu erleben. Auf Asphalt kann man mittlerweile
nach Ksar Ghilane fahren. Beim ersten Tunesien-Urlaub ist das, gerade
mit Kindern, eine Pflichtverstaltung.
Auf Asphalt kann man weiter nach Osten in die Dahar-Berge, also nach
Tatouine, Matmata, usw. Das ist teils noch echte tunesische
Berberkultur, die der George Lucas teils genau dort für seinen Film
"geklaut" hat und uns als außerirdisch verkaufen wollte. Ein paar
Filmkulissen gibt's auch hier.
Auf dem Weg zurück in den Norden würde ich Djerba großräumig umfahren,
denn das ist rein touristisch und hat mehr mit Mallorca als mit Afrika
zu tun. Die Touristenghettos sind eingezäunt wie ein Zoo, die Zuschauer
stehen draußen. Dasselbe gilt für einige Küstenstädte, z.B. Monastir,
Sousse, Hammamet. Daher eher die Küstenstädte Gabes oder Sfax anschauen,
um den Maghreb zu erleben. Ein Abstecher nach Kairouan ist noch zu
empfehlen, wenn man die Heilige Stadt Tunesiens und ihre schönen
Moscheen anschauen möchte.
Das alles füllt eine 3wöchige Reise schon mal voll aus, eher mehr.
Viel Spaß beim Planen. Es gibt sehr viele Reiseberichte von
Tunesienreisenden mit jeglicher Art von Verkehrsmitteln im Web.
Gruß, Ralf