Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Was haltet ihr von Gabriela Montero?

4 views
Skip to first unread message

Burkhard Schultheis

unread,
May 1, 2007, 8:55:17 AM5/1/07
to
In ttt gab's einen Beitrag über Gabriela Montero, der mich sehr
neugierig gemacht hat. Kennt jemand von euch ihre Platten und mag etwas
dazu schreiben?

Grüße,
Burkhard
--
A: Weil es die Lesbarkeit des Textes verschlechtert.
F: Warum ist TOFU so schlimm?
A: TOFU
F: Was ist das größte Ärgernis im Usenet?

ben...@yahoo.ie

unread,
May 12, 2007, 4:06:51 AM5/12/07
to
Portrait von Gabriela Montero - Fernsehsendung aus dem amerikanischen
Fernsehen vom Dezember 2006...

Downloaden Sie es unter -
http://www.rapidshare.com/files/27665576/VIDEO_-_Gabriela_Montero_in__60_Minutes___Dec_3__2006_.avi.html

Ziemlich interessant....

On May 1, 8:55 pm, Burkhard Schultheis <burkhard.schulth...@web.de>
wrote:

Burkhard Schultheis

unread,
May 13, 2007, 11:08:36 AM5/13/07
to
ben...@yahoo.ie schrieb:

> Portrait von Gabriela Montero - Fernsehsendung aus dem amerikanischen
> Fernsehen vom Dezember 2006...
>
> Downloaden Sie es unter -
> http://www.rapidshare.com/files/27665576/VIDEO_-_Gabriela_Montero_in__60_Minutes___Dec_3__2006_.avi.html
>
> Ziemlich interessant....

Danke!

Thorsten Koch

unread,
Jun 2, 2007, 7:02:57 AM6/2/07
to
> In ttt gab's einen Beitrag über Gabriela Montero, der mich sehr
> neugierig gemacht hat. Kennt jemand von euch ihre Platten und mag etwas
> dazu schreiben?

Jo, ich kenne Gabriela seid einigen Monaten (leider nicht persönlich ;)
) und habe mittlerweile 3 CDs von ihr (eigentlich 4, weil eine ist ja
eine Doppel-CD). Meine Meinung? Ich finde sie einfach fantastisch! Nicht
nur ihre Improvisationen sind genial, auch ihre klassischen
Interpretationen finde ich außergewöhnlich gut. Zum Vergleich: Ich habe
mal die ersten 90 Sekunden von Rachmaninoffs 2. Klaviersonate (1. Satz)
extrahiert, einmal von Gabriela und einmal von Horowitz. Gabriela findet
ihr hier:
http://www.ladshoch.de/shareportal/app/template/Download.vm/d/2E15BF7A93AADC6400DE23F046F11A39
und Horowitz hier:
http://www.ladshoch.de/shareportal/app/template/Download.vm/d/94042F438313F7D7AF16574FE3ED6947
Für meinen Geschmack spielt sie ihn an die Wand...

Außerdem: Am 16.05.07 hat sie in Köln in der Philharmonie gespielt. Ich
bin mit hohen Erwartungen hingegangen und diese wurden dann noch
übertroffen. War wirklich begeistert!
Ein Teil des Konzerts wurde dann gestern bei WDR 3 übertragen, und ich
habe die Übertragung mitgeschnitten. Ihr findet sie hier:
http://www.ladshoch.de/shareportal/app/template/Download.vm/d/3D6BB11C3FE54CC076B0844DCDBDA1DC

Leider fehlen am Anfang und am Ende wenige Sekunden oder Minuten. Los
gehts mit Ginasteras 1. Sonate, dann gehts (ab 14 min) weiter mit den
Improvisationen. Die ganze Aufnahme fast 1 Stunde, viel Spaß!

Fazit für mich zum Thema Gabriela Montero: Empfehlung hoch 3 !

Schöne Grüße,
Thorsten

Werner Hintze

unread,
Jun 2, 2007, 9:58:03 AM6/2/07
to
On Sat, 02 Jun 2007 13:02:57 +0200, Thorsten Koch <torst...@web.de>
wrote:

>Jo, ich kenne Gabriela seid einigen Monaten (leider nicht persönlich ;)

Aber immerhin schon so gut, dass es angemessen ist, sie nur mit dem
Vornamen anzureden. Unheimlich cool, muss ich sagen.

>Zum Vergleich: Ich habe
>mal die ersten 90 Sekunden von Rachmaninoffs 2. Klaviersonate (1. Satz)
>extrahiert, einmal von Gabriela und einmal von Horowitz. Gabriela findet
>ihr hier:
>http://www.ladshoch.de/shareportal/app/template/Download.vm/d/2E15BF7A93AADC6400DE23F046F11A39
>und Horowitz hier:
>http://www.ladshoch.de/shareportal/app/template/Download.vm/d/94042F438313F7D7AF16574FE3ED6947
>Für meinen Geschmack spielt sie ihn an die Wand...

Seltsam. Warum? Weil sie reichlich lauwarmen Kaffee serviert, den die
Würze einer ganzen Menge falscher Töne nicht schmackhafter macht? Oder
liegt es daran, dass sie sich in anderer Weise hip gibt, so dass
eigentlich nicht bewertet wird, was sie als Pianistin leistet? Legt
sie immer das Handy - nachdem sie es zwar nicht ab- aber
leisegeschaltet hat - gut sichtbar aufs Klavier? Hat sie immer die
Mineralwasserflasche zur Hand? Oder was ist es sonst? Wir sind uns ja
sicherlich einig, dass es ihre Leistung als Pianistin nicht sein kann.

Werner Hintze
--
Zum Senden einer Mail bitte vor dem "at"
eine 4 hinzufügen!

Thorsten Koch

unread,
Jun 2, 2007, 12:40:30 PM6/2/07
to
Gegen ein Streitgespräch hab ich ja nix einzuwenden - aber nicht auf dem
Niveau. Daher kein Kommentar.

Thorsten

Peter Lemken

unread,
Jun 2, 2007, 12:52:35 PM6/2/07
to
Thorsten Koch <torst...@web.de> wrote:
> Gegen ein Streitgespräch hab ich ja nix einzuwenden - aber nicht auf dem
> Niveau. Daher kein Kommentar.

Das unterirdische Niveau findet in der Aufnahme statt, nicht in den
Kommentaren darüber.

Sieht sie wenigstens gut aus?

Peter Lemken
Berlin

--
Nature abhors crude hacks

Werner Hintze

unread,
Jun 2, 2007, 5:35:00 PM6/2/07
to
On Sat, 02 Jun 2007 18:40:30 +0200, Thorsten Koch <torst...@web.de>
wrote:

>Gegen ein Streitgespräch hab ich ja nix einzuwenden - aber nicht auf dem
>Niveau. Daher kein Kommentar.

Na, ich weiß nicht. Ist es niveaulos, auf "Gabrielas" zahlreiche
falsche Töne hinzuweisen? Oder darauf, dass das Stück bei ihr einfach
undifferenziert dahinplätschert, was es bei Horowitz jedenfalls nicht
tut? Mein Versuch, mir zu erklären, was an dieser Pianistin so toll
sein soll, mag ja misslungen sein. Aber es lässt sich ja wohl
schwerlich leugnen, dass hier Erklärungsnotstand herrscht, und dass
die pianistischen Fähigkeiten, soweit man sie nach diesem Ausschnitt
beurteilen kann, nicht der Grund für die Wertschätzung sein können.

Wenn meine Mutmaßungen falsch waren, stelle sie doch richtig und
erkläre mir, was hier so toll ist. Da lerne ich ja vielleicht noch was
dazu.

Thorsten Koch

unread,
Jun 4, 2007, 12:31:22 PM6/4/07
to
Aaaaah - das klingt ja schon viel besser :) Dann will ich auch nochmal
eine kleine Antwort fabrizieren.

> Na, ich weiß nicht. Ist es niveaulos, auf "Gabrielas" zahlreiche
> falsche Töne hinzuweisen?

Auf falsche Töne darf man immer gerne hinweisen. Ob der Hinweis
begründet ist, kann ich leider nicht beurteilen, da ich das Stück nicht
sehr gut kenne und es auch selbst nie gespielt habe - meine
pianistischen Fähigkeiten bleiben da weit hinter den Anforderungen
zurück, die dieses Stück stellen würde. Und bei dem, was da so an
Klanggewitter abgeht, ist es relativ knifflig, einzelne danebengehauene
Töne zu identifizieren, wenn man das Stück nicht sehr gut kennt. Von der
technischen Seite her muss ich hier passen. Vielleicht stimmts,
vielleicht nicht.

> Oder darauf, dass das Stück bei ihr einfach
> undifferenziert dahinplätschert, was es bei Horowitz jedenfalls nicht
> tut?

Tjaaaa - wie schön, dass es unterschiedliche Geschmäcker gibt. Ich finde
nun überhaupt nicht, dass es bei Ihr undifferenziert herumplätschert.
Bei Ihr habe ich - im Gegensatz zu Vladimirs Interpretation - das Gefühl
einer Melodie, eines musikalischen Zusammenhangs. Sie spielt ein
Crescendo von 0:52 bis 1:12 - an gleicher Stelle merkt Vladimir erst in
den letzten 5 Sekunden, dass eine kleine Lautstärkensteigerung evtl.
angebracht wäre. Bei Gabriela gipfelt es in einem fulminanten Ausbruch,
den sie so gestaltet, dass es den Eindruck erweckt, dass die Pianistin
das Stück nur so eben bewältigen kann - und der Effekt ist genial: Ein
wuchtiger Rachmaninoff, der so viele Töne beinhaltet, dass man sie
alleine gar nicht schaffen kann, was den wuchtigen Eindruck des Stücks
deutlich steigert. (Ähnliches gibt es bei der Kadenz zu Rachmaninoffs
erstem Klavierkonzert: Die _muss_ so klingen, als ob man da richtig
ackern muss, sonst verpufft sie.) Bei Vladimir hingegen: "Huch, viele
Noten. Naja, spiel ich sie halt mal."
Sie spielt mit viel Pedal, mit viel spätromantischem Pathos. Bei
Vladimir viel trockene und pedallose Läufe, dazwischen einige Akkorde,
die einem im dreifachen fortissimo um die Ohren gehauen werden.
Zugegeben, Vladimir spielt dieses Stück sicher schon länger, als
Gabriela auf der Welt ist und er hat sich sicher bewusst für eine sehr
kontrastreiche Interpretation entschieden - aber summa summarum werde
ich von Gabriela mit den ersten Tönen in den Bann geschlagen, während
mich Vladimirs Interpretation mit ihrem intelektuellen Gefrickel absolut
null berührt.

> Mein Versuch, mir zu erklären, was an dieser Pianistin so toll
> sein soll, mag ja misslungen sein. Aber es lässt sich ja wohl
> schwerlich leugnen, dass hier Erklärungsnotstand herrscht, und dass
> die pianistischen Fähigkeiten, soweit man sie nach diesem Ausschnitt
> beurteilen kann, nicht der Grund für die Wertschätzung sein können.

*leugne leugne leuge*
Es ist beileibe nicht so, dass ich erst 14 bin und Fan von ihr, seid ich
in der Bravo einen Starschnitt von ihr zusammengeklebt hab.
Die erste CD habe ich gekauft, weil ich bei Amazon mal reigehört hab
mich die Improvisations-CD der Doppel-CD interessiert hat. Damals dachte
ich noch, dass sie ausser mir keiner kennt, weil ich nur in einer
Werbeiseite in einer französischen Musikzeitschrift von ihr gelesen
habe. Als erstes habe ich dann die erste CD mit den klassischen
Interpretationen eingelegt, und ich war direkt begeistert. Nicht nur im
Sinne "ja, gut gespielt", sondern so, dass mich ihr Spiel wirklich
berührt hat. Von ihr gefallen mir sogar so diverse Chopin-Stücke, die
ich sonst eher nervig finde. Stücke, die ich schon länger kenne, werden
beim Hören gedanklich mit einem "Wow, wie geil kann man _das_ denn
spielen??" bedacht.
Tja, in Summe: Mir gefällt fast alles was sie spielt, und das meiste
besser als von anderen. Für mich reicht das, sie wegen ihrer Fähigkeiten
als Pianistin zu loben.

Von ihren improvisatorischen Leistungen werde ich jetzt aber nichts
erzählen. Ich habe nämlich die Vermutung, dass Musik, die nicht
aufgeschrieben und vom Interpreten mindestens 6 Monate sorgfältig
analysiert wurde, bei Dir nicht unter die Bezeichnung "richtige Musik"
fällt.

> Wenn meine Mutmaßungen falsch waren, stelle sie doch richtig und
> erkläre mir, was hier so toll ist. Da lerne ich ja vielleicht noch was
> dazu.

Belehrungen waren eigentlich nicht mein Ziel. Hier hatte ursprünglich
jemand gefragt, ob hier jemand Gabriela Montero kennt und was dazu sagen
könnte. Das ist bei mir beides der Fall und das habe ich getan. Für
andere Interessenten habe ich auch noch ein paar Audio-Beispiele
angefügt, damit sich jeder selbst eine Meinung bilden kann.
Dass Deine Meinung eine andere ist, ist nicht verwerflich. Im Gegenteil
- ich finde es interessant, dass Du gerade den Stil, den ich für sehr
emotional und packend halte, als lauwarmen Kaffee bezeichnest. Aber so
ist das in der Musik: Die einen finden Beethoven gut, die anderen...
(Ich entsinne mich bei dieser Gelegenheit an die Übertragung des
Eröffnungskonzerts der Kölner Philharmonie im Fernsehen. Zuerst gab es
Schumanns Rheinische Sinfonie und dann Bernd-Alois Zimmermanns
"Photoptosis". Der Kommentator erklärte in der Pause, dass die meisten
Zuhörer das nun folgende Stück wohl eher erdulden als geniessen werden.
Bei mir war es damals umgekehrt - das erdulden war vor der Pause, das
genießen danach ...)


So, jetzt hab ich aber genug geschrieben,

Grüße,
Thorsten

Peter Lemken

unread,
Jun 4, 2007, 12:49:16 PM6/4/07
to
Thorsten Koch <torst...@web.de> wrote:
> Aaaaah - das klingt ja schon viel besser :) Dann will ich auch nochmal
> eine kleine Antwort fabrizieren.
>
> > Na, ich weiß nicht. Ist es niveaulos, auf "Gabrielas" zahlreiche
> > falsche Töne hinzuweisen?
> Auf falsche Töne darf man immer gerne hinweisen. Ob der Hinweis
> begründet ist, kann ich leider nicht beurteilen, da ich das Stück nicht
> sehr gut kenne und es auch selbst nie gespielt habe

Aber Du kannst beurteilen, daß sie in diesem Stück Horowitz an die Wand
spielt.

Auweia.

Thorsten Koch

unread,
Jun 4, 2007, 1:04:16 PM6/4/07
to
Peter Lemken schrieb:

> Aber Du kannst beurteilen, daß sie in diesem Stück Horowitz an die Wand
> spielt.
>
> Auweia.
>
Falls ich mich an der Stelle selbst zitieren darf:

"Für meinen Geschmack spielt sie ihn an die Wand..."

Wenn Du dies als für jedermann gültige Beurteilung interpretieren
willst, bitte schön.
Für mich gilt hier: Gabriela Top, Vladimir Flop.

Werner Hintze

unread,
Jun 4, 2007, 4:24:35 PM6/4/07
to
On Mon, 04 Jun 2007 18:31:22 +0200, Thorsten Koch <torst...@web.de>
wrote:

>Auf falsche Töne darf man immer gerne hinweisen. Ob der Hinweis

>begründet ist, kann ich leider nicht beurteilen, da ich das Stück nicht
>sehr gut kenne und es auch selbst nie gespielt habe - meine
>pianistischen Fähigkeiten bleiben da weit hinter den Anforderungen
>zurück, die dieses Stück stellen würde.

Das geht mir genauso. Aber Ohren habe ich.

>Und bei dem, was da so an
>Klanggewitter abgeht, ist es relativ knifflig, einzelne danebengehauene
>Töne zu identifizieren, wenn man das Stück nicht sehr gut kennt.

Nun, man kann ja die entsprechenden Stellen mit dem vergleichen, was
Horowitz spielt. Abgesehen davon, dass die entstehenden Dissonanzen
reichlich unwahrscheinlich sind, ist das auch noch eine Möglichkeit.

>Tjaaaa - wie schön, dass es unterschiedliche Geschmäcker gibt. Ich finde
>nun überhaupt nicht, dass es bei Ihr undifferenziert herumplätschert.
>Bei Ihr habe ich - im Gegensatz zu Vladimirs Interpretation - das Gefühl
>einer Melodie, eines musikalischen Zusammenhangs. Sie spielt ein
>Crescendo von 0:52 bis 1:12 - an gleicher Stelle merkt Vladimir erst in
>den letzten 5 Sekunden, dass eine kleine Lautstärkensteigerung evtl.
>angebracht wäre.

Er hat sicherlich seine Absicht damit. Die ist auch ziemlich klar und
hat wohl mit der Gesamtkonzeption seiner Interpretation zu tun.

>Sie spielt mit viel Pedal, mit viel spätromantischem Pathos. Bei
>Vladimir viel trockene und pedallose Läufe, dazwischen einige Akkorde,
>die einem im dreifachen fortissimo um die Ohren gehauen werden.

In beiden Punkten entspricht er meiner Erinnerung nach übrigens
ziemlich genau dem, was man hört, wenn Rachmaninow seine Stücke selbst
spielt. Da klingen sie keineswegs so stark nach Hollywood, wie man es
normalerweise hört.

>Zugegeben, Vladimir spielt dieses Stück sicher schon länger, als
>Gabriela auf der Welt ist und er hat sich sicher bewusst für eine sehr
>kontrastreiche Interpretation entschieden

Vermutlich hat er das Stück sogar studiert und sich danach für eine
angemessene Interpretation entschieden. So was solls ja geben.

>Es ist beileibe nicht so, dass ich erst 14 bin und Fan von ihr, seid ich
>in der Bravo einen Starschnitt von ihr zusammengeklebt hab.

Es klingt allerdings sehr stark danach. Aber ich täusche mich da oft,
weil ich mich einfach nicht daran gewöhnen kann, dass es üblich
geworden ist, sich noch mit 40 zu benehmen, als sei man gerade in die
Pubertät gekommen.

Manfred Russ

unread,
Jun 15, 2007, 2:49:20 PM6/15/07
to
Mon, 04 Jun 2007 18:31:22 +0200 Thorsten Koch schrieb:

> Sie spielt mit viel Pedal, mit viel spätromantischem Pathos. Bei
> Vladimir viel trockene und pedallose Läufe,

Aahhhh.
Danke für die Empfehlung - für Wladi!

Manfred
--
In der Summe bleibt man von innen besehen derselbe.
Nur die anderen wurden immer älter.

(Hermann Kinder)

Oliver Scholz

unread,
Jun 17, 2007, 12:20:53 PM6/17/07
to
spam-or...@gmx.de (Manfred Russ) writes:

> Mon, 04 Jun 2007 18:31:22 +0200 Thorsten Koch schrieb:
>
>> Sie spielt mit viel Pedal, mit viel spätromantischem Pathos. Bei
>> Vladimir viel trockene und pedallose Läufe,
>
> Aahhhh.
> Danke für die Empfehlung - für Wladi!

Ich glaube, ihr seid auf eine ziemlich gelungene Satire herein
gefallen; denn die verwendeten Klischees sind zwar gängig, aber im
wirklichen Leben findet man sie kaum in solcher unvermittelten
Reinform. Dass einige hier die Satire dennoch wörtlich genommen haben,
spricht sehr für ihre subtile Anlage. Spätestens, wenn Gaby für ihre
manuelle Unfähigkeit gepriesen wird, ist die Parodie eindeutig:

> > Bei Gabriela gipfelt es in einem fulminanten Ausbruch, den sie so
> > gestaltet, dass es den Eindruck erweckt, dass die Pianistin das Stück
> > nur so eben bewältigen kann - und der Effekt ist genial: Ein wuchtiger
> > Rachmaninoff, der so viele Töne beinhaltet, dass man sie alleine gar
> > nicht schaffen kann, was den wuchtigen Eindruck des Stücks deutlich
> > steigert. (Ähnliches gibt es bei der Kadenz zu Rachmaninoffs erstem
> > Klavierkonzert: Die _muss_ so klingen, als ob man da richtig ackern
> > muss, sonst verpufft sie.) Bei Vladimir hingegen: "Huch, viele Noten.
> > Naja, spiel ich sie halt mal."


Oliver
--
29 Prairial an 215 de la Révolution
Liberté, Egalité, Fraternité!

Peter Lemken

unread,
Jun 17, 2007, 3:22:17 PM6/17/07
to
Oliver Scholz <alkib...@gmx.de> wrote:
> spam-or...@gmx.de (Manfred Russ) writes:
>
> > Mon, 04 Jun 2007 18:31:22 +0200 Thorsten Koch schrieb:
> >
> >> Sie spielt mit viel Pedal, mit viel spätromantischem Pathos. Bei
> >> Vladimir viel trockene und pedallose Läufe,
> >
> > Aahhhh.
> > Danke für die Empfehlung - für Wladi!
>
> Ich glaube, ihr seid auf eine ziemlich gelungene Satire herein
> gefallen;

Und ich glaube, daß dem nicht so ist, sondern, das, was für den geneigten
Leser Satire sein könnte, einfach nur Unwissenheit ist.

Im übrigen ist es auch recht abwegig, ausgerechnet die 1979/80er Aufnahme
der Rachmaninoff-Sonate mit Horowitz als Vergleich heranzuziehen. Da ist die
1968/69er Aufnahme doch von einem anderen Kaliber.

Thorsten Koch

unread,
Jun 23, 2007, 3:55:12 AM6/23/07
to
Noch ein Nachtrag:

Morgen, am 24.06.07 wird im WDR3 (Fernsehen) um 9:00 morgens das Konzert
aus Köln (hoffentlich komplett) ausgestrahlt. An alle interessierten:
Einschalten.

Und hier gibts noch einen schönen Artikel aus der Zeit:
http://www.zeit.de/2007/25/Gabriela-Monteiro

Schöne Grüße,

Thorsten

Oliver Scholz

unread,
Jun 24, 2007, 6:01:17 AM6/24/07
to
spam.f...@buerotiger.de (Peter Lemken) writes:

> Oliver Scholz <alkib...@gmx.de> wrote:

[Gabriela "Gaby" Montero]

>> Ich glaube, ihr seid auf eine ziemlich gelungene Satire herein
>> gefallen;
>
> Und ich glaube, daß dem nicht so ist, sondern, das, was für den geneigten
> Leser Satire sein könnte, einfach nur Unwissenheit ist.

[...]

Du hattest recht: das war ernst gemeint. Und, was noch schlimmer ist:
der Zeit-Artikel auch. Ich fühle mich nicht einmal mehr dazu
aufgelegt, mich zu ärgern.


Oliver
--
6 Messidor an 215 de la Révolution
Liberté, Egalité, Fraternité!

joachim...@telenet.be

unread,
Jun 24, 2007, 8:21:44 AM6/24/07
to

Das ist mal wieder der typisch deutsche Bierernst mit dem über die
Dame diskutiert wird. Wenn wir jede pianistische Leistung immer gleich
mit ein paar wenigen Halbgöttern im Frack (wie etwa Horowitz)
vergleichen wollten (positiv oder negativ) wo kämen wir hin? Und warum
stören ein paar falsche Töne? Ich jedenfall fand es höchst vergnüglich
(habe nur die Improvisationen gehört). Es gehört schon ein gewisser
Mut dazu, ohne das Fangnetz eines festgelegten Notentextes darauflos
zu spielen und manches schien mir sehr gelungen, anderes weniger. Na
und. Und wenn im jugendlichen (?) Überschwang die Lobtrompete zu laut
bläst, warum muss dann gleich so bissig reagiert werden? Ich bin auch
ein (allerdings nicht mehr jugendlicher) Fan von Helene Grimaud, und
es ist mir völlig Wurscht ob Horowitz den Rachmaninoff ein bisschen
besser spielt oder nicht.
mit freundlichen Grüssen
Joachim

Werner Hintze

unread,
Jun 24, 2007, 8:40:32 AM6/24/07
to
On Sun, 24 Jun 2007 05:21:44 -0700, joachim...@telenet.be wrote:

>Das ist mal wieder der typisch deutsche Bierernst mit dem über die
>Dame diskutiert wird. Wenn wir jede pianistische Leistung immer gleich
>mit ein paar wenigen Halbgöttern im Frack (wie etwa Horowitz)
>vergleichen wollten (positiv oder negativ) wo kämen wir hin?

Genau. Dieser Ernst muss endlich weg. Sonst kommen wir am Ende noch da
hin, dass wir sogar noch lesen, worauf wir reagieren. Natürlich wäre
selbst bei oberflächlichstem Lesen aufgefallen, dass es nicht die
Bierernstfraktion war, die den Vergleich mit Horowitz gebracht hat.
Aber wie gesagtg: Wer wird es so genau nehmen? Das führt ja nur dazu,
dass man am Ende verlangt, dass eine Pianistin nicht dauernd daneben
greift. Solche Pedanterie ist wirklich fehl am Platz, wenn es darum
geht (und nur das ist wichtig), ob jemand cool ist oder nicht.
Gabriela, wie wir sie der zeitgemäßen Norm entsprechend pubertär
nennen sollen, ist eben cool, was für Vladimir nicht zutrifft. Das
sind die Urteile, die wir brauchen. Solche, die auf musikalischer
Kompetenz basieren, sind selbstverständlich völlig überflüssig und -
weil sie total uncool sind - total überholt (oder andersrum, es ist
egal).


Werner Hintze
--
Zum Senden einer E-Mail, bitte vor dem "at" der Adresse eine 4 (als Ziffer) einsetzen.

joachim...@telenet.be

unread,
Jun 24, 2007, 9:34:42 AM6/24/07
to
On 24 juin, 14:40, Werner Hintze <use...@floridante.de> wrote:

> On Sun, 24 Jun 2007 05:21:44 -0700, joachim.leil...@telenet.be wrote:
> >Das ist mal wieder der typisch deutsche Bierernst mit dem über die
> >Dame diskutiert wird. Wenn wir jede pianistische Leistung immer gleich
> >mit ein paar wenigen Halbgöttern im Frack (wie etwa Horowitz)
> >vergleichen wollten (positiv oder negativ) wo kämen wir hin?
>
> Genau. Dieser Ernst muss endlich weg. Sonst kommen wir am Ende noch da
> hin, dass wir sogar noch lesen, worauf wir reagieren. Natürlich wäre
> selbst bei oberflächlichstem Lesen aufgefallen, dass es nicht die
> Bierernstfraktion war, die den Vergleich mit Horowitz gebracht hat.
>
>
>Da ich geschrieben habe, wir sollten nicht jede pianistische Leistung gleich mit Horowitz vergeleichen (positiv oder negativ) ist mir vielleicht doch aufgefallen, dass der Horowitzvergleich vom Bewunderer der Improvisationskünstlerin stammte. Totzdem danke schön für die freundliche, aber etwas klugscheisserische Belehrung.
JL

Thorsten Koch

unread,
Jun 24, 2007, 10:01:33 AM6/24/07
to
So ist das halt mit unserem Herrn Hintze (Vornamen sind tabu, solange
man nicht zusammen Schafe gehäutet hat).

In seinem ersten Posting zu diesem Thema gab es zwei Zeilen, die wohl
seine musikalische Meinung zu ihr wiederspiegeln (Weil sie reichlich

lauwarmen Kaffee serviert, den die Würze einer ganzen Menge falscher

Töne nicht schmackhafter macht?)
Die restlichen 8 Zeilen seines Postings beschäftigten sich mit ihrem
Handy, Mineralwasserflaschen und ihrem Vornamen. Weil er sich damit
besser auskennt als mit Musik? Man weiss es nicht...

Taktisch war es wohl nicht so geschickt, eine Aufnahme von Gabi-Babe
(noch cooler, was?) direkt gegen eine Aufnahme von Pianist xy zu setzen,
weil jetzt natürlich alle Fans von xy aus ihren Löchern kriechen und
ihren Liebling verteidigen wollen. Was ja auch ihr gutes Recht ist.

Mir ging es aber gar nicht darum. Mir fiel nur rein subjektiv auf, dass
ich hier zwei Aufnahmen des gleichen Stückes hatte, von dem ich eines
recht gelungen fand und das andere eher mittel. Daher habe ich die
beiden Ausschnitte mal zwecks Vergleich gepostet - damit sich jeder eine
kleine Meinung bilden kann, und nicht, um hier andere Pianisten zu
verdammen.
Natürlich hat Herr Hintze, bevor er sein fundiertes Urteil abgegeben
hat, sich sämtliche Aufnahmen von Gabriela zugelegt, zuzüglich der
wesentlichen Referenzaufnahmen und des Noten-Urtextes der dargebotenen
Stücke - um in der gegebene Eile seine kompetenten Kommentare abgeben zu
können. So nehm ich das jedenfalls an, da ich nicht glaube, dass er
seinen Stab über die Pianistin anhand von 1:30 Musikbeispiel bricht.

Thorsten

Oliver Scholz

unread,
Jun 25, 2007, 7:04:51 AM6/25/07
to
joachim...@telenet.be writes:

[...]


> Das ist mal wieder der typisch deutsche Bierernst mit dem über die
> Dame diskutiert wird.

Das stimmt nicht. Das heißt, es stimmt nicht, dass Ernst eine typisch
deutsche Sache sei. Das Typische ist die Spaßkultur. Es gibt niemanden
der ein bisschen unkonventionell, ironisch, spaßig mit einer Sache --
hier der Kunstmusik -- umginge, weil es die Sache gar nicht mehr gibt.
Es gibt nur noch die Grimasse. Der Artikel aus der Zeit hat meinem
Kulturpessimismus wieder Aufwind verschafft. Allein sprachlich und
metaphorisch ... Aber wen interessiert noch Journalismus? Das ist zu
anstrengend -- zu _ernst_. Es ist Infotainment statt Information,
Dokutainment oder Doku Soap statt Dokumentation. Und:
Classic-Entertainment statt Kunst. Es ist ganz passend, diejenigen
"bierernst" zu schimpfen, die ein Gesicht ziehen, weil ihnen das saure
Bier nicht schmeckt. Die Bierseligkeit dieses Karnevals hat etwas
unheimliches.

Wer weiß, vielleicht sind die Improvisationen ja wirklich interessant?
Allein, in Betrachtung, wer da _was_ an ihnen lobt, habe ich meine
Zweifel. Ich finde es ja schon bezeichnend, das niemand wirklich etwas
über diese Improvisationen sagt. Improvisationen erfordern nämlich
einen ganzen Regelkanon und einen Kanon von Formen, über denen
improvisiert wird, bzw. welche die Improvisation gestalten. Denn es
ist ja nicht eine stochastische Ansammlungen von Tönen, ohne
erkennbares Muster, die dabei herauskommen soll. Es gibt viele
hochentwickelte Improvisationskulturen, z.B. in der indischen Musik.
Wenn jetzt jemand aus der westlichen Kunstmusik daher kommt, die
zuletzt Improvisation bestenfalls in der Aleatorik kannte, und zu
improvisieren anfängt -- heißt das, sie entwickelt ihre eigenen
Formen? Oder produziert sie nur gefälliges Kling-Klang, das in
aller-allgemeinster Form die aller-ausgelutschtesten Formen unserer
Musikkultur halb-bewusst zu Wurst verarbeitet, auf das jeder seine
Sentimentalismen projizieren kann? Ich weiß es nicht, weil ich es
nicht gehört habe. Aber ich weiß, wofür es der Zeit-Rezensent hält.


Oliver
--
7 Messidor an 215 de la Révolution
Liberté, Egalité, Fraternité!

Michael Jacobi

unread,
Jun 25, 2007, 8:32:47 PM6/25/07
to
Oliver Scholz wrote:

> Das stimmt nicht. Das heißt, es stimmt nicht, dass Ernst eine typisch
> deutsche Sache sei. Das Typische ist die Spaßkultur. Es gibt niemanden
> der ein bisschen unkonventionell, ironisch, spaßig mit einer Sache --
> hier der Kunstmusik -- umginge, weil es die Sache gar nicht mehr gibt.

Deine kurze Replik auf den (wirklich unsäglichen) ZEIT-Artikel ("Erlaucht
ist ihre Anschlagskultur im Pianobereich, doch nicht gänzlich befreit zum
Eigentlichen", muuahaha) habe ich mit großem Genuss gelesen. Eine einzige
vorsichtige Einschränkung zum Wörtchen "mehr" in Deinem Satz "[...] weil es
die Sache gar nicht *mehr* gibt": Gab es sie, die Sache, denn jemals in der
medialen Wahrnehmung??

Diese ganze bier-, wein-, und rühr-, vor allem aber unselige und jedenfalls
gequirlte Kacke nach dem Motto "Wir brauchen noch 2 Minuten 30 mit einer
hübschen Sänger-/Geiger-/Harfenistin für die nächste >Achtung
Klassik!<-Produktion" - ersatzweise einen bulgarischen Männerchor in weißen
Satin-Unterhosen, der den Minutenwalzer in dreißig Sekunden furzt, ohne
dass 'Land' mitkommt - scheint mir, im Prinzip zumindest, *so* neu gar
nicht zu sein, wenn ich mich etwa - z.T. noch zu Zeiten des
Graustufenfernsehens - an die öffentliche Prostitution von Leuten wie
Schock, Rothenberger, Prey, später Kollo und wie sie alle hießen erinnere.
(Ich erinnere mich: Mein erster frühpubertärer Triumph über meine
Wunderlich-fanatisierte Mutter bestand seinerzeit in der nüchternen
Feststellung, dass Fischer-Dieskau weder Weihnachtsplatten noch Duette mit
Peter Frankenfeld oder Conny Froboess auf dem Kerbholz hatte - ich
übertreibe jetzt zur Verdeutlichung).

Später kamen - tempora mutantur - die Peter Hofmanns ("Classic meets Rock"),
anschließend die exaltiert-exhibitionistischen Vanessa Maes und Nigel
Kennedys (zugegeben: letzterer auf höherem Niveau denn erstere), und heute
sind's eben die Monteros, die keine Tasten treffen - oder die Ling-Langs
und andere Automaten, die nix *außer* den Tasten treffen...

Sorry, ich merke schon, wie ich 'entflamme' ... setze den virtuellen
Unsachlichkeits-Tag ... und mach mich mal lieber vom Acker!

VG

Michael

Oliver Scholz

unread,
Jun 26, 2007, 8:01:30 AM6/26/07
to
Michael Jacobi <Jacobi.En...@t-online.de> writes:

> Oliver Scholz wrote:
>
>> Das stimmt nicht. Das heißt, es stimmt nicht, dass Ernst eine typisch
>> deutsche Sache sei. Das Typische ist die Spaßkultur. Es gibt niemanden
>> der ein bisschen unkonventionell, ironisch, spaßig mit einer Sache --
>> hier der Kunstmusik -- umginge, weil es die Sache gar nicht mehr gibt.
>
> Deine kurze Replik auf den (wirklich unsäglichen) ZEIT-Artikel ("Erlaucht
> ist ihre Anschlagskultur im Pianobereich, doch nicht gänzlich befreit zum
> Eigentlichen", muuahaha) habe ich mit großem Genuss gelesen. Eine einzige
> vorsichtige Einschränkung zum Wörtchen "mehr" in Deinem Satz "[...] weil es
> die Sache gar nicht *mehr* gibt": Gab es sie, die Sache, denn jemals in der
> medialen Wahrnehmung??

Ich habe durchaus den Eindruck, dass sich etwas verschlechtert. Meine
Tageszeitung wird zunehmend seichter, seit sie einen neuen
Chefredakteur hat, vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen gar nicht erst
zu sprechen. Die "Zeit" fand ich früher durchwachsen, die letzten
beiden Artikel aber, die ich gelesen habe, waren schon in der Form
indiskutabel; ich habe den Eindruck, die "Zeit" ist auf das Niveau des
"Spiegels" abgerutscht, und ich fürchte mich davor, nachzusehen, wo
sich der Spiegel gegenwärtig befindet.

Die ältere Form des Mangels an Sachhaltigkeit in der Musikrezeption
ist selbstverständlich nicht besser, in welcher Abendkleidung und
gravitätisches Stillsitzen das Wesentliche und Eigentliche waren, und
in der das Publikum vor allem abprüft, ob die Stücke auch ja genau so
gespielt werden wie vor zwanzig Jahren. Die "Neue Albernheit" ist in
vieler Hinsicht die würdige Nachfolgerin dieser älteren
Oberflächlichkeit mit zusammengezogener Augenbraue -- und keineswegs
ihr Gegenstück. Doch die "Neue Albernheit" ist insofern ein wenig
verlogener, als sie sich mit der Behauptung immunisisert, es sei doch
alles nur Geschmackssache und es sei doch "nur meine Meinung". Wie
wenig aufrichtig diese behauptete Relativität ist, merkt man, wenn man
eine andere Ansicht dagegen stellt. Dann ist nämlich keineswegs alles
ein gleichgültiges Kaleidoskop von "auch nur eine Meinung", sondern
der Andere ist verbohrt oder dogmatisch. Ähnlich funktioniert das wohl
auch im Journalismus: aus der Binsenweisheit, dass jede Darstellung
eines Geschehens von den Ansichten des Darstellenden getrübt sei,
könnte man folgern, dass ein Journalist sich um so mehr um
Sachkenntnis, Akribie in der Recherche und journalistische Redlichkeit
bemühen müsse. Aber der Zeitgeist geht dahin, die Sachebene völlig zu
leugnen; wenn eh alles subjektiv gefärbt ist, dann muss niemand mehr
strebend sich bemühen, und Infotainment ist ebenso gut seriöse
Berichterstattung. Alles ist gleich gültig und gleichgültig --
zunächst und vorgeblich. Nur, dass eben doch nicht alles gleich gültig
ist, sondern absolut ist, was immer ein jeder dafür hält. Bei Hegel
ist das "absolute Wissen" ein metastufiges Wissen über die Form des
Erkenntnisprozesses, der sich über die konsequentes Denken und darin
gerade auch über Irrtum fortentwickelt. Mir scheint, der Zeitgeist
will sich diese mühsame Arbeit des Begriffs ersparen: "alles ist
relativ" ruft er und ergreift das Nächstbeste für ein unmittelbares
Absolutes, einen Irrtum nicht fürchtend, denn er hat die Sache ja
wegdefiniert, an der er irre werden könnte.

Hm, das nennt man wohl einen "Rant". Um auf das Thema zurück zu
kommen: Mir wäre es ja sehr recht, wenn Leute "die Sache" nicht gar so
ernst nähmen und witzig, spaßig und provokativ mit ihr umgingen. Das
setzt aber voraus, dass es die Sache gibt. Ich habe ein großes
Vergnügen daran, mich über die Dinge lustig zu machen, die mir
eigentlich wichtig sind. Bevor Peter Brixius hier Auszüge aus einem
Interview referiert hat, mochte ich Götz Alsmann in "Zimmer frei" sehr
gerne. Einem Freund von mir, einem Wagner-Liebhaber, erzähle ich,
selbst Wagner-Liebhaber, mit aufsässigem Vergnügen die
Wagnerschmähungen aus Christian Köhns Signaturen. Ich mache mich sogar
gerne über Neue Musik lustig ("Was? Die Musiker stimmen noch immer
ihre Instrumente?"). Aber die Spaßkultur verleidet mir den Spaß.


Oliver
--
8 Messidor an 215 de la Révolution
Liberté, Egalité, Fraternité!

Michael Jacobi

unread,
Jun 26, 2007, 9:59:28 AM6/26/07
to
Oliver Scholz wrote:

> Hm, das nennt man wohl einen "Rant".

Wenn's nach mir ginge: "Rante" ruhig öfters! ;-)

Hast Du schon einmal daran gedacht, Dich bei der ZEIT zu bewerben??


VG

Michael

joachim...@telenet.be

unread,
Jun 26, 2007, 4:59:59 PM6/26/07
to

> Michael Jacobi <Jacobi.Enterpri...@t-online.de> writes

>
> >Bei Hegel
> ist das "absolute Wissen" ein metastufiges Wissen über die Form des
> Erkenntnisprozesses, der sich über die konsequentes Denken und darin
> gerade auch über Irrtum fortentwickelt. Mir scheint, der Zeitgeist
> will sich diese mühsame Arbeit des Begriffs ersparen: "alles ist
> relativ" ruft er und ergreift das Nächstbeste für ein unmittelbares
> Absolutes, einen Irrtum nicht fürchtend, denn er hat die Sache ja
> wegdefiniert, an der er irre werden könnte.
>

Adornoschüler?
JL

Oliver Scholz

unread,
Jun 26, 2007, 8:11:01 PM6/26/07
to
joachim...@telenet.be writes:

Wer genau? Ich? Ich bin zu jung, um bei Adorno studiert zu haben. Ob
ich Adorno gelesen habe? Ja, wie vieles andere auch. Ich hoffe das
diskreditiert mich jetzt nicht.

Prost!


Oliver
--
9 Messidor an 215 de la Révolution
Liberté, Egalité, Fraternité!

joachim...@telenet.be

unread,
Jun 27, 2007, 7:44:14 AM6/27/07
to
On 27 juin, 02:11, Oliver Scholz <alkibia...@gmx.de> wrote:

> Ich bin zu jung, um bei Adorno studiert zu haben. Ob
> ich Adorno gelesen habe? Ja, wie vieles andere auch. Ich hoffe das
> diskreditiert mich jetzt nicht.
>
> Prost!
>
> Oliver

Sagen wir so: ich bin der Meinung, dass man sich nicht im Stile T.W.
Adornos ausdrücken sollte, falls man vom Leser verstanden werden will.
Gegen Adornos Auffassungen ist damit natürlich nichts gesagt. Ich bin
in dieser Meinung durch Gedanken geprägt, die Adorno zweifellos als
'positivistisch' diskreditiert hätte Zurecht ist Ihnen aufgefallen,
dass es nicht ganz eindeutig war, auf wen sich die Frage
'Adornoschüler' bezog. Sie sind halt ein aufmerksamerer Leser als ich,
- aber das wissen die Forianer ja schon.
Das 'Prost' war wirklich ein lustiger Einfall.
Seien sie trotzdem freundlich gegrüsst
Joachim Leilich
(Was denken sie übrigens von den zahlreichen abwertenden Bemerkungen
Adornos über Bruno Walters Beethoveninterpretation in seinen
nachgelassenen Schriften?)


Oliver Scholz

unread,
Jun 27, 2007, 9:27:36 AM6/27/07
to
joachim...@telenet.be writes:

[...]


> Sagen wir so: ich bin der Meinung, dass man sich nicht im Stile T.W.
> Adornos ausdrücken sollte, falls man vom Leser verstanden werden will.
> Gegen Adornos Auffassungen ist damit natürlich nichts gesagt. Ich bin
> in dieser Meinung durch Gedanken geprägt, die Adorno zweifellos als
> 'positivistisch' diskreditiert hätte

Das finde ich nicht so klar; wenn es um wissenschaftliche Philosophie
im eigentlichen Sinne geht, dann finde auch ich den einfachen,
schrittweisen, stets um größtmögliche Klarheit bemühten Stil
vorzuziehen, der sich bei bestimmten Vertretern der analytischen
Philosophie herausgebildet hat. Und da hat es seit den
positivistischen Anfängen starke Weiterentwicklungen gegeben. Dennoch
würde ich daraus Adorno keinen Vorwurf machen, er kommt aus einer
anderen Tradition und ringt mit anderen Problemen. Auf meinem
Nachttisch habe ich -- leider bisher nur flüchtig quergelesen -- ein
Buch zur Konstitution von Sinn in der Musik, das von zwei Philosophen
herausgegeben wurde, die eigentlich aus der analytischen Philosophie
kommen, aber offensichtlich bei diesem Thema stark von Adorno
beindruckt sind. Sie versuchen, so lese ich es zumindest, Adornos
ästhetische Einsichten ausgehend von ihrer philosophischen Tradition
zu rekonstruieren. In einem der Aufsätze ist dies sogar explizit der
Fall. (Ich würde allerdings bestreiten, dass mein eigener Ausfall in
Adornos Stil geschrieben war, trotz des gnomischen Aufbaus. Selbst
meine Hegel-Referenz kommt aus einer anderen theoretischen Ecke.)

[...]


> (Was denken sie übrigens von den zahlreichen abwertenden Bemerkungen
> Adornos über Bruno Walters Beethoveninterpretation in seinen
> nachgelassenen Schriften?)

Die kenne ich leider nicht, weder die Bemerkungen noch die
Interpretation. Ich muss auch sagen, dass ich bei aller Wertschätzung
Adorno auch musikalisch keineswegs immer zustimme. Seine abwertenden
Bemerkungen zu Händel beispielsweise würden mir als Erstes einfallen.

joachim...@telenet.be

unread,
Jun 27, 2007, 10:14:01 AM6/27/07
to

Auf meinem
> Nachttisch habe ich -- leider bisher nur flüchtig quergelesen -- ein
> Buch zur Konstitution von Sinn in der Musik, das von zwei Philosophen
> herausgegeben wurde, die eigentlich aus der analytischen Philosophie
> kommen, aber offensichtlich bei diesem Thema stark von Adorno
> beindruckt sind. Sie versuchen, so lese ich es zumindest, Adornos
> ästhetische Einsichten ausgehend von ihrer philosophischen Tradition
> zu rekonstruieren.

Es würde mich, und vielleicht auch andere Diskussionsteilnehmer,
interessieren, welches Buch das ist (Titel, Autoren, etc.). Danke
schön für die Mühe.
Joachim

Manfred Feodor Koerkel

unread,
Jun 27, 2007, 8:04:32 PM6/27/07
to
Michael Jacobi expressed:

>
> Diese ganze bier-, wein-, und rühr-,

Bier, Wein und gebratenes Rührei könne ganz ok sein, wendet der
Feodor ein.

> nicht zu sein, wenn ich mich etwa - z.T. noch zu Zeiten des
> Graustufenfernsehens - an die öffentliche Prostitution von Leuten wie
> Schock, Rothenberger, Prey, später Kollo und wie sie alle hießen erinnere.

Uns jetzt kommt der Beichtstuhl: Ja, ich hatte aufgrund der von mir
gepflegten Vorurteile etwas Angst davor, dass Rene Kollo im
Kleiber-Tristan prominent singt, aber dann war es gar nicht
schlimm...

> Später kamen - tempora mutantur - die Peter Hofmanns ("Classic meets Rock"),
> anschließend die exaltiert-exhibitionistischen Vanessa Maes und Nigel
> Kennedys (zugegeben: letzterer auf höherem Niveau denn erstere), und heute
> sind's eben die Monteros, die keine Tasten treffen - oder die Ling-Langs
> und andere Automaten, die nix *außer* den Tasten treffen...

Im Kabinett des Grauens fehlt noch Helmut Lotti....

> Sorry, ich merke schon, wie ich 'entflamme' ... setze den virtuellen
> Unsachlichkeits-Tag ... und mach mich mal lieber vom Acker!

Dito,
listening H. from Tool

Farewell und prost
--
http://feodor.de

Manfred Feodor Koerkel

unread,
Jun 27, 2007, 8:15:41 PM6/27/07
to
Oliver Scholz expressed:

> Bei Hegel ist das "absolute Wissen"

Die Anführungszeichen sind durchaus wichtig. Das "absolute Wissen"
ist zu Recht unter Beschuss geraten.

> ein metastufiges Wissen über die Form des Erkenntnisprozesses, der
> sich über die konsequentes Denken und darin gerade auch über
> Irrtum fortentwickelt.

Wissenschafliche Erkenntnis ist relativ, denn sie bezieht sich auf
die Welt und ist vorläufig (Fallibilismus). Das trifft auch auf das
Wissen über den Erkenntnisprozess zu (Selbstanwendbarkeit). Das ist
zumindest eine wichtige Position, der wir viele Dinge verdanken (es
gibt ja auch andere).

Was Erkenntnis im Bereich Musik bedeutet, ist für mich schwer
greifbar: Musiktheorie, Akustik, Mathematik,
Wahrnehmungspsychologie, Neurologie der Emotionen, subjektive
Erfahrung, kunstvolle dialektische Ausführungen...?

> Mir scheint, der Zeitgeist
> will sich diese mühsame Arbeit des Begriffs ersparen: "alles ist
> relativ" ruft er und ergreift das Nächstbeste für ein unmittelbares
> Absolutes, einen Irrtum nicht fürchtend, denn er hat die Sache ja
> wegdefiniert, an der er irre werden könnte.

"Anything goes" halte ich als generelles Prinzip für höchst
fragwürdig.

Allerdings fällt mir außer dem alsoluten Temperaturnullpunkt, gerade
nix absolutes ein. Ob Kunst wirklich "absolut" sein kann, scheint
mir höchst fraglich zu sein. Wenn ein Kunstwerk differnzierter,
beziehungsreicher, interessanter wirkt, dann im Vergleich zur
Wahrnehmung einer anderen Vorstellung von Kunst. Kunst ist die
Konstruktion eines Primatengehirns. :-)

Zwar kann man ein abstraktes (immaterielles) Objekt wie Kunst als
etwas absolutes ansehen, denn hierfür reicht es aus, dass es
"denkbar" (Bunge) ist. Sämtliche Wertungsaspekte der Kunst
erscheinen mir jedoch immer relativ zu sein, denn sie beziehen sich
auf etwas.

Farewell, ebenfalls prost und den Korrekturen entgegensehend
--
http://feodor.de

Michael Jacobi

unread,
Jun 27, 2007, 10:10:45 PM6/27/07
to
Oliver Scholz wrote:

> Die "Neue Albernheit" ist in
> vieler Hinsicht die würdige Nachfolgerin dieser älteren
> Oberflächlichkeit mit zusammengezogener Augenbraue -- und keineswegs
> ihr Gegenstück. Doch die "Neue Albernheit" ist insofern ein wenig
> verlogener, als sie sich mit der Behauptung immunisisert, es sei doch
> alles nur Geschmackssache und es sei doch "nur meine Meinung".

Mir scheint, Du erhebst hier in Deiner (nur zu nachvollziehbaren)
Verärgerung über gewisse Tendenzen in unserem Kulturbetrieb (wofern nicht
unserer Gesellschaft schlechthin) etwas zum prinzipiellen Problem, was in
Wirklichkeit "nur" ein graduelles ist - es kommt eben immer auf den
konkreten Fall an:

"Nur meine Meinung" - das mag einerseits als ein Plädoyer für die Kultur der
totalen Beliebigkeit wie als willfährig-defensive Verweigerung eigener
Denk- und Argumentationsleistung interpretiert werden; es kann (und sollte)
ggf. aber auch nur als Ausdruck der Bescheidenheit und Einsicht in die
eigene Fehlbarkeit akzeptiert werden (zumindest, insoweit die Bereitschaft
dazuzulernen und sich korrigieren zu lassen damit einhergeht).

Um es mit Goethe zu sagen: "Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen." -
Dieses Bemühen kann, darf und will ich von mir und anderen erwarten - aber
wir sind und bleiben Menschen, denen der Zugang zur absoluten Erkenntnis
nun einmal verwehrt ist. Ich weiß, das klingt trivial und predigtmäßig -
ich sage das auch nur, weil mir Dein Anspruch, wenn ich ihn denn richtig
einschätze, in seiner Unbedingtheit gelegentlich etwas unheimlich
erscheint, wenn ich das sagen darf... ;-)

> Wie
> wenig aufrichtig diese behauptete Relativität ist, merkt man, wenn man
> eine andere Ansicht dagegen stellt. Dann ist nämlich keineswegs alles
> ein gleichgültiges Kaleidoskop von "auch nur eine Meinung", sondern
> der Andere ist verbohrt oder dogmatisch.

Das geht mir persönlich zu weit. Wenn ich mit der Floskel "nur meine
Meinung" auf die Bedingtheiten und Limitationen der eigenen
Erkenntnis(fähigkeit) hinweise, dann impliziert das einschränkende
Adverb "nur" nach meinem Verständnis keineswegs "Gleichgültigkeit" - meine
eigene Meinung sollte mir gleichgültig sein?? - sondern lediglich die
Botschaft, dass ich auf Erkenntnisgewinn und nicht auf Krieg bis aufs Messer
aus bin und dass ich trotz aller Bereitschaft zum verbalen Gefecht
selbstverständlich das, was "nur" die Meinung des jeweils anderen
repräsentiert, letzten Endes zu tolerieren bereit sein muss und werde, auch
wenn ich es für grundfalsch halten mag.

Darüber hinaus signalisiert das Wörtchen "nur", dass auch meine Meinung
guten Argumenten zugänglich und somit veränderbar ist, vulgo: "Ich dresche
so lange auf dich ein, bis du mich überzeugt hast."

> Ähnlich funktioniert das wohl
> auch im Journalismus: aus der Binsenweisheit, dass jede Darstellung
> eines Geschehens von den Ansichten des Darstellenden getrübt sei,
> könnte man folgern, dass ein Journalist sich um so mehr um
> Sachkenntnis, Akribie in der Recherche und journalistische Redlichkeit
> bemühen müsse.

s.o.: "redliches Bemühen" ist selbstredend einzufordern...

> Aber der Zeitgeist geht dahin, die Sachebene völlig zu
> leugnen; wenn eh alles subjektiv gefärbt ist, dann muss niemand mehr
> strebend sich bemühen, und Infotainment ist ebenso gut seriöse
> Berichterstattung. Alles ist gleich gültig und gleichgültig --

Schönes Wortspiel, bezogen auf >90% journalistischer Entsteißungen
leider "absolut" (s.u.) wahr (aber auch nicht unbedingt neu...)

> zunächst und vorgeblich. Nur, dass eben doch nicht alles gleich gültig
> ist, sondern absolut ist, was immer ein jeder dafür hält.

Nun ja, für die extremen Vertreter der Spaßkultur ist eben jeder ein
Spielverderber, dessen Insistieren auf Genauigkeit und Differenzierung sie
allzu sehr an die eigene Denkfaulheit gemahnt - den anderen, den so
genannten Medienschaffenden, geht es ohnehin nur um die Verwurstung von
Kultur für "die Quote" und den schnellen Profit, und zur Erlangung
desselben ist eine fußlahme Rechtfertigung eben so gut wie die andere.
Du tust m.E. gut daran, diese Entwicklung ernst zu nehmen - deren
Repräsentanten indessen sind im Grunde ganz arme Willis, die eine Sorte
ebenso wie die andere.

> Bei Hegel
> ist das "absolute Wissen" ein metastufiges Wissen über die Form des
> Erkenntnisprozesses, der sich über die konsequentes Denken und darin
> gerade auch über Irrtum fortentwickelt. Mir scheint, der Zeitgeist
> will sich diese mühsame Arbeit des Begriffs ersparen:

Na klar! Relaxen in der intellektfreien Wellness-Oase ist angesagt,
gediegenes Chillen in der Lounge des bequemen Relativismus, nur keinen
Stress, denn das wäre total uncool usw. usf. ...

All das kenne und beklage ich ... aber *gar* so kulturpessimistisch möchte
ich mich dennoch nicht gebärden, denn ich sehe viele, gerade auch junge
Leute, die anders sind.

> "alles ist
> relativ" ruft er und ergreift das Nächstbeste für ein unmittelbares
> Absolutes, einen Irrtum nicht fürchtend, denn er hat die Sache ja
> wegdefiniert, an der er irre werden könnte.

Wiederum: wunderschön formuliert - indes ... "die Sache"...

Ohne Dein Unbehagen über die Beliebigkeitskultur unserer Tage kleinreden zu
wollen - inwendig zucke ich bei solchermaßen apodiktisch
herausgehauenen "big words" doch immer ein wenig zusammen. Mir wäre einfach
wohler, wenn "die Sache" nicht so global, sondern jeweils konkret und am
Einzelfall erörtert werden könnte.

"Die Sache" ... das wäre nach meinem Verständnis die ernst genommene
Aufgabe, nach der größtmöglichen Qualität zu streben,
als "reproduzierender" Künstler ebenso wie als Komponist, als Rezipient
ebenso wie als schulischer oder medialer Vermittler - doch das ist leicht
dahin gesagt.

Für einen Berufsmusiker wie Christian könnte das so wichtige und potenziell
sogar durchaus quälende Überlegungen beinhalten wie etwa die Frage, ob man
in Takt X von Sonate Y des Komponisten Z ein Ritartando spielen
kann/darf/muss oder nicht, für einen wie mich dagegen ist es schlicht
idiotisch, mich dergleichen Feinheiten hingeben zu wollen, wenn ich
statt dessen bspw. meine Kenntnislücken in der klassischen europäischen
Kammermusik füllen kann - was also ist "die" Sache?

> Bevor Peter Brixius hier Auszüge aus einem

> Interview referiert hat, mochte ich Götz Alsmann [...]

Musikalclown und Quotenstricher (nur meine Meinung, versteht sich ;-) )

> in "Zimmer frei" sehr
> gerne. Einem Freund von mir, einem Wagner-Liebhaber, erzähle ich,
> selbst Wagner-Liebhaber, mit aufsässigem Vergnügen die
> Wagnerschmähungen aus Christian Köhns Signaturen. Ich mache mich sogar
> gerne über Neue Musik lustig ("Was? Die Musiker stimmen noch immer
> ihre Instrumente?").

Na, hör mal, dergleichen Späße traue ja selbst *ich* mich nicht zu machen...

> Aber die Spaßkultur verleidet mir den Spaß.

... was ich Dir nachfühlen kann. Aber, wie gesagt, ich gebe die Hoffnung
noch lange nicht auf...


VG

Michael

Oliver Scholz

unread,
Jun 28, 2007, 2:41:49 AM6/28/07
to
Manfred Feodor Koerkel <manfred...@web.de> writes:

> Oliver Scholz expressed:
>
>> Bei Hegel ist das "absolute Wissen"
>
> Die Anführungszeichen sind durchaus wichtig. Das "absolute Wissen"
> ist zu Recht unter Beschuss geraten.

Völlig OT (meine Schuld), daher: Kein Kommentar.

> Wissenschafliche Erkenntnis ist relativ, denn sie bezieht sich auf
> die Welt und ist vorläufig (Fallibilismus). Das trifft auch auf das
> Wissen über den Erkenntnisprozess zu (Selbstanwendbarkeit). Das ist
> zumindest eine wichtige Position, der wir viele Dinge verdanken (es
> gibt ja auch andere).

Ebenfalls kein Kommentar.


Oliver
--
10 Messidor an 215 de la Révolution
Liberté, Egalité, Fraternité!

Oliver Scholz

unread,
Jun 28, 2007, 3:23:38 AM6/28/07
to
Michael Jacobi <Jacobi.En...@t-online.de> writes:

[...]


> "Nur meine Meinung" - das mag einerseits als ein Plädoyer für die Kultur der
> totalen Beliebigkeit wie als willfährig-defensive Verweigerung eigener
> Denk- und Argumentationsleistung interpretiert werden; es kann (und sollte)
> ggf. aber auch nur als Ausdruck der Bescheidenheit und Einsicht in die
> eigene Fehlbarkeit akzeptiert werden (zumindest, insoweit die Bereitschaft
> dazuzulernen und sich korrigieren zu lassen damit einhergeht).

Selbstverständlich. Erstens will ich nicht päpstlicher sein als der
Papst. Zweitens, selbst wenn ich es wollte, wäre es auch gar nicht
richtig. Wenn jemand einen Absatz schreibt, was sich -- seiner Meinung
nach -- in einem Sonatensatz bei Schubert abspielt, und er setzt ein
"nur meine Meinung" darunter, dann kann das gemeint sein als: "Das ist
nur meine *Meinung*, nicht mein *Wissen*. Diese Ansicht ist in ihrer
Begründung noch relativ ungestützt. Ich kenne z.B. den
musikwissenschaftlichen Diskussionstand nicht oder ich kenne ihn,
weiche aber von ihm ab." Es kann aber auch so gemeint sein, dass eine
Aussage über die Sache (entschuldige!), nämlich den Sonatenhauptsatz,
umgedeutet wird als eine Aussage über die Ansichten des schreibenden.
Man kann gegen ersteres einwenden: "Nein, der Satz hat nicht die von
dir zugeschriebenen Eigenschaften." Gegen letzteres aber kann man
(meistens) gar nichts einwenden. ("Nein, Du bist nicht der Ansicht,
dass der Satz die von Dir zugeschriebenen Eigenschaften hat." -- das
geht nicht ...) Den Unterschied, Abschwächung oder Immunisierung,
merkt man in einer Diskussion recht schnell.

> Dieses Bemühen kann, darf und will ich von mir und anderen erwarten - aber
> wir sind und bleiben Menschen, denen der Zugang zur absoluten Erkenntnis
> nun einmal verwehrt ist. Ich weiß, das klingt trivial und predigtmäßig -
> ich sage das auch nur, weil mir Dein Anspruch, wenn ich ihn denn richtig
> einschätze, in seiner Unbedingtheit gelegentlich etwas unheimlich
> erscheint, wenn ich das sagen darf... ;-)

Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.


Oliver
--
10 Messidor an 215 de la Révolution
Liberté, Egalité, Fraternité!

Oliver Scholz

unread,
Jun 28, 2007, 3:27:04 AM6/28/07
to
joachim...@telenet.be writes:

[...]


> Es würde mich, und vielleicht auch andere Diskussionsteilnehmer,
> interessieren, welches Buch das ist (Titel, Autoren, etc.). Danke
> schön für die Mühe.

Ich hatte es hier vor einiger Zeit schon einmal erwähnt:

Alexander Becker, Matthias Vogel (Hg.): Musikalischer Sinn, Beiträge
zu einer Philosophie der Musik; Frankfurt am Main (Suhrkamp): 2007.

Sobald ich dazu komme, wenigstens ein paar der Ausätze gründlicher zu
lesen, würde ich vielleicht hier etwas mehr dazu schreiben.


Oliver
--
10 Messidor an 215 de la Révolution
Liberté, Egalité, Fraternité!

Michael Jacobi

unread,
Jun 28, 2007, 5:57:04 AM6/28/07
to
Manfred Feodor Koerkel wrote:

> Und jetzt kommt der Beichtstuhl: Ja, ich hatte aufgrund der von mir


> gepflegten Vorurteile etwas Angst davor, dass Rene Kollo im
> Kleiber-Tristan prominent singt, aber dann war es gar nicht
> schlimm...

Die Verdienste dieses großen Tenors um eine 'schlankere', lyrischere
Auffassung Wagnerscher Helden möchte ich nicht bestreiten. Mir geht es hier
um etwas anderes, nämlich um eine durchaus unzeitgemäße Auffassung von
(Achtung, Pathos!) künstlerischer Integrität: Man sollte m.E. eben nicht
jeden Dreck mitmachen, nur weil er Geld bringt...


>> Später kamen - tempora mutantur - die Peter Hofmanns ("Classic meets
>> Rock"), anschließend die exaltiert-exhibitionistischen Vanessa Maes und
>> Nigel Kennedys (zugegeben: letzterer auf höherem Niveau denn erstere),
>> und heute sind's eben die Monteros, die keine Tasten treffen - oder die
>> Ling-Langs und andere Automaten, die nix *außer* den Tasten treffen...
>
> Im Kabinett des Grauens fehlt noch Helmut Lotti....

Also gut dann, sag' ich eben Andre Rieu ... Du hast es nicht anders
gewollt ...

> Farewell und prost

Bye-bye und Mahlzeit


Michael


Thorsten Koch

unread,
Jun 28, 2007, 3:21:45 PM6/28/07
to
Michael Jacobi schrieb:

>
> Also gut dann, sag' ich eben Andre Rieu ... Du hast es nicht anders
> gewollt ...

Wo wir grad dabei sind: Helmut Zacharias, Richard Clayderman, James Last

Oliver Scholz

unread,
Jun 28, 2007, 8:01:23 PM6/28/07
to
Thorsten Koch <torst...@web.de> writes:

Rondo Veneziano.

Sticht!


Oliver
--
11 Messidor an 215 de la Révolution
Liberté, Egalité, Fraternité!

Michael Jacobi

unread,
Jun 28, 2007, 8:38:04 PM6/28/07
to
Oliver Scholz wrote:

> Thorsten Koch <torst...@web.de> writes:
>
>> Michael Jacobi schrieb:
>>>
>>> Also gut dann, sag' ich eben Andre Rieu ... Du hast es nicht anders
>>> gewollt ...
>>
>> Wo wir grad dabei sind: Helmut Zacharias, Richard Clayderman, James Last
>
> Rondo Veneziano.
>
> Sticht!

Aaaaah, wie konnten wir die vergessen!

Schönes Spiel, das! Hab auch noch 'ne Karte: Andrea Bocelli...

VG

Michael

Christian Köhn

unread,
Jun 29, 2007, 2:48:53 AM6/29/07
to
Am Fri, 29 Jun 2007 02:38:04 +0200 schrieb Michael Jacobi:

> Schönes Spiel, das! Hab auch noch 'ne Karte: Andrea Bocelli...

Justus Frantz!

Viele Grüße,

Christian

--
"Das Geld für Nervenkitzel spart, wer sich mit einem Psychopath." (Stefan
Junkes)

Peter Lemken

unread,
Jun 29, 2007, 3:39:51 AM6/29/07
to
Christian Köhn <christi...@gmx.de> wrote:
> Am Fri, 29 Jun 2007 02:38:04 +0200 schrieb Michael Jacobi:
>
> > Schönes Spiel, das! Hab auch noch 'ne Karte: Andrea Bocelli...
>
> Justus Frantz!

Der konnte zumindest mal Klavier spielen.

Peter Lemken
Berlin

--
Nature abhors crude hacks

Christian Köhn

unread,
Jun 29, 2007, 5:05:09 AM6/29/07
to
Am 29 Jun 2007 07:39:51 GMT schrieb Peter Lemken:

>> Justus Frantz!

> Der konnte zumindest mal Klavier spielen.

Ich frage mich, ob das die Sache wirklich besser macht.

Peter Lemken

unread,
Jun 29, 2007, 5:45:44 AM6/29/07
to
Christian Köhn <christi...@gmx.de> wrote:
> Am 29 Jun 2007 07:39:51 GMT schrieb Peter Lemken:
>
> >> Justus Frantz!
>
> > Der konnte zumindest mal Klavier spielen.
>
> Ich frage mich, ob das die Sache wirklich besser macht.

Im Vergleich zu Lotti, Rieu und Konsorten? Schon.

Michael Jacobi

unread,
Jun 29, 2007, 10:24:45 AM6/29/07
to
Christian Köhn wrote:

> Am Fri, 29 Jun 2007 02:38:04 +0200 schrieb Michael Jacobi:
>
>> Schönes Spiel, das! Hab auch noch 'ne Karte: Andrea Bocelli...
>
> Justus Frantz!
>
> Viele Grüße,
>
> Christian


Mist! Den wollte ich mir als As im Ärmel aufheben...! :-(

VG

Michael

Michael Jacobi

unread,
Jun 29, 2007, 10:39:23 AM6/29/07
to
Peter Lemken wrote:

> Christian Köhn <christi...@gmx.de> wrote:
>> Am 29 Jun 2007 07:39:51 GMT schrieb Peter Lemken:
>>
>> >> Justus Frantz!
>>
>> > Der konnte zumindest mal Klavier spielen.
>>
>> Ich frage mich, ob das die Sache wirklich besser macht.
>
> Im Vergleich zu Lotti, Rieu und Konsorten? Schon.


Vielleicht gerade deshalb *noch* unerträglicher, weil er's besser wissen
sollte ... "Mein Freund Lenny und ich ..." (brrrrrrr!)

Mir gehen langsam die Trümpfe aus ... Eugen Cicero??

(Den Namen David Helfgott würde ich aus nahe liegenden Gründen nur sehr
ungern ins Spiel bringen - ein Beispiel für den grenzenlosen Zynismus der
Vermarktungsstrategien der Phonoindustrie ist er jedoch allemal...)

VG

Michael

Thorsten Koch

unread,
Jun 29, 2007, 10:57:44 AM6/29/07
to
Michael Jacobi schrieb:

> Mir gehen langsam die Trümpfe aus ... Eugen Cicero??

Geht viel einfacher - man nutze die Mengenlehre:

Schritt 1: Man bilde die Menge der persönlichen Lieblingsmusiker.

Schritt 2: Man ziehe diese Menge von der Menge aller Musiker ab.

Die Menge, die übrig bleibt, kann man getrost mit James Last und Dieter
Bohlen in einen Topf werfen.


Diese Vorgehensweise passt zumindest zum Geist dieser Newsgroup.


Thorsten

Thorsten Koch

unread,
Jun 29, 2007, 11:02:22 AM6/29/07
to
Christian Köhn schrieb:
> Justus Frantz!

Der spielt ja nur Beethoven... öks!

Thorsten

Dieter Göbel

unread,
Jun 29, 2007, 11:57:53 AM6/29/07
to

"Thorsten Koch" <DALHXW...@spammotel.com> schrieb im Newsbeitrag
news:f636to$ah8$2...@newsreader3.netcologne.de...

> Christian Köhn schrieb:
>> Justus Frantz!
>
> Der spielt ja nur Beethoven... öks!
>
Hallo Thorsten,

und zwar ganz gezielt die drei "berühmten". Der erste Satz der Mondschein
kommt in gefährliche Nähe der obigen.
Kann er wohl nur;-)

Gruß Dieter


Thorsten Koch

unread,
Jun 29, 2007, 12:04:05 PM6/29/07
to
Dieter Göbel schrieb:

> und zwar ganz gezielt die drei "berühmten". Der erste Satz der Mondschein
> kommt in gefährliche Nähe der obigen.
> Kann er wohl nur;-)

Ha, den ersten Satz der Mondschein kann ich auch! (Insbesondere auch die
kleine None so herauszimmern, dass die Ohren ordentlich was zu kauen
haben - und sie nicht so klein untern Teppich kehren, wie der alte
Kempff das probiert hat...)

Thorsten

Thorsten Koch

unread,
Jun 29, 2007, 12:07:07 PM6/29/07
to
Dieter Göbel schrieb:

> "Thorsten Koch" <DALHXW...@spammotel.com> schrieb im Newsbeitrag
> news:f636to$ah8$2...@newsreader3.netcologne.de...
>> Christian Köhn schrieb:
>>> Justus Frantz!
>> Der spielt ja nur Beethoven... öks!
> und zwar ganz gezielt die drei "berühmten". Der erste Satz der Mondschein
> kommt in gefährliche Nähe der obigen.

Noch ein Nachsatz zu Beethoven - unabhängig vom Werk:
Beethoven klingt am besten, wenn man ihn kurz vor der Aufführung durch
Skrjabin ersetzt...

Thorsten

Dieter Göbel

unread,
Jun 29, 2007, 12:25:19 PM6/29/07
to

"Thorsten Koch" <DALHXW...@spammotel.com> schrieb im Newsbeitrag
news:f63an5$iim$1...@newsreader3.netcologne.de...
Hallo Thorsten,

das Smiley fehlt oder willst du Ärger;-)))

Gruß Dieter


Thorsten Koch

unread,
Jun 29, 2007, 12:33:43 PM6/29/07
to
Dieter Göbel schrieb:

> das Smiley fehlt oder willst du Ärger;-)))

Komm nur her, ich kann Mikado!

Thorsten

Peter Lemken

unread,
Jun 29, 2007, 12:35:31 PM6/29/07
to
Thorsten Koch <DALHXW...@spammotel.com> wrote:
> Christian Köhn schrieb:
> > Justus Frantz!
>
> Der spielt ja nur Beethoven... öks!

Der hat eine Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug geschrieben?

Thorsten Koch

unread,
Jun 29, 2007, 12:57:54 PM6/29/07
to
Peter Lemken schrieb:

> Thorsten Koch <DALHXW...@spammotel.com> wrote:
>> Christian Köhn schrieb:
>>> Justus Frantz!
>> Der spielt ja nur Beethoven... öks!
>
> Der hat eine Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug geschrieben?
>
> Peter Lemken
> Berlin
>
Was man so alles schreibt wenn man taub ist ;-)

Thorsten

Peter Lemken

unread,
Jun 30, 2007, 10:37:01 AM6/30/07
to

Keiner zwingt Dich dazu.

Thorsten Koch

unread,
Jun 30, 2007, 11:11:53 AM6/30/07
to
Peter Lemken schrieb:

> Keiner zwingt Dich dazu.

Es zwingt Dich auch keiner zu antworten - leider...

Sorry, couldn't resist...

Thorsten

Michael Jacobi

unread,
Jun 30, 2007, 8:40:16 PM6/30/07
to
Thorsten Koch wrote:

> Geht viel einfacher - man nutze die Mengenlehre:
>
> Schritt 1: Man bilde die Menge der persönlichen Lieblingsmusiker.
>
> Schritt 2: Man ziehe diese Menge von der Menge aller Musiker ab.
>
> Die Menge, die übrig bleibt, kann man getrost mit James Last und Dieter
> Bohlen in einen Topf werfen.
>
>
> Diese Vorgehensweise passt zumindest zum Geist dieser Newsgroup.

Mit Verlaub - aber das ist Nonsens, weil es "die" persönlichen
Lieblingsmusiker in "dieser" NG nicht gibt - schon gar nicht "den" Geist
derselben ... entwickle bitte keine Verschwörungstheorien, wenn Du's
irgendwie verhindern kannst!

(Im Übrigen: Ich würde noch nicht einmal James Last und Dieter Bohlen "in
einen Topf" werfen, denn deren Wege zur schlechten Musik sind durchaus
unterschiedlicher Natur...)

VG

Michael

Thorsten Koch

unread,
Jul 1, 2007, 3:27:49 AM7/1/07
to
Michael Jacobi schrieb:

> Mit Verlaub - aber das ist Nonsens, weil es "die" persönlichen
> Lieblingsmusiker in "dieser" NG nicht gibt

Das war auch mehr für jeden persönlich gedacht...

> - schon gar nicht "den" Geist
> derselben ...

Nicht? Dann habt ihr Euch immerhin redlich Mühe gegeben, den Eindruck zu
erwecken. Glückwunsch!

Aber jetzt zum konstruktiven Teil:

Kennt ihr Musiker, deren Interpretationen ihr nicht schätzt, die ihr
aber _dennoch_ als Musiker akzeptiert? (Sprich: Die ihr in die obige
"Galerie des Grauens" auf keinen Fall einsortieren möchtet?)

Thorsten

Werner Hintze

unread,
Jul 1, 2007, 4:25:26 AM7/1/07
to
On Sun, 01 Jul 2007 09:27:49 +0200, Thorsten Koch
<DALHXW...@spammotel.com> wrote:

>Kennt ihr Musiker, deren Interpretationen ihr nicht schätzt, die ihr
>aber _dennoch_ als Musiker akzeptiert?

Ich glaube nicht, dass man die modische Indifferenz bis zur
persönlichen Schizophrenie treiben soll. Auch wenn das "anything goes"
extrem cool ist, kann es ja doch nicht bedeuten, dass ich einen
Musiker schätze, den ich als Musiker nicht schätze. Anders gesagt: Ich
kann selbstverständlich die technische Brillanz schätzen, mit der
jemand sein Instrument spielt. Aber die hat wenig mit Musik zu tun.
Wenn ich aber sein Musizieren nicht schätze, kann ich ihn als Musiker
nich schätzen, außer in dem einen Falle: Ich bin so sehr darauf
bedacht, nur kein Urteil abzugeben, damit ich mich weiter im coolen
Mainstream bewegen kann, dass es mir vollkommen gleichgültig ist. Ich
fürchte allerdings, dass eine solche Haltung für die Psyche nicht
besonders gesund ist. Dass sie hochgradig spießig ist, ist heute
vielleicht kein Problem mehr.

Werner Hintze
--
Zum Senden einer E-Mail, bitte vor dem "at" der Adresse eine 4 (als Ziffer) einsetzen.

Thorsten Koch

unread,
Jul 1, 2007, 6:47:07 AM7/1/07
to
Werner Hintze schrieb:

> On Sun, 01 Jul 2007 09:27:49 +0200, Thorsten Koch
> <DALHXW...@spammotel.com> wrote:
>
>> Kennt ihr Musiker, deren Interpretationen ihr nicht schätzt, die ihr
>> aber _dennoch_ als Musiker akzeptiert?
>
> kann es ja doch nicht bedeuten, dass ich einen
> Musiker schätze, den ich als Musiker nicht schätze.
Lesen hilft: akzeptieren ist nicht schätzen.

Kleiner Vergleich mit Komponisten (da fällt es vielleicht leichter): Man
kann durchaus der Meinung sein, dass einem die Werke Schumanns nicht
zusagen, ohne deshalb der Meinung zu sein, dass Schumann ein
diletantischer Notenpfuscher ist.
Jetzt klarer?

Thorsten

Werner Hintze

unread,
Jul 1, 2007, 10:43:00 AM7/1/07
to
On Sun, 01 Jul 2007 12:47:07 +0200, Thorsten Koch
<DALHXW...@spammotel.com> wrote:

>Man
>kann durchaus der Meinung sein, dass einem die Werke Schumanns nicht
>zusagen, ohne deshalb der Meinung zu sein, dass Schumann ein
>diletantischer Notenpfuscher ist.

Kann man. Aber das heißt nun wiederum gar nichts. Wie gesagt: Ich kann
die technischen Fähigkeiten eines Pianisten anerkennen. Damit
akzeptiere ich ihn aber keineswegs zwangsläufig als Musiker.

Jetzt klarer?

Thorsten Koch

unread,
Jul 1, 2007, 11:29:45 AM7/1/07
to
Werner Hintze schrieb:
> Jetzt klarer?

Viel klarer. Nämlich dass Du mich entweder nicht verstehen kannst oder
willst. Danke fürs Gespräch.

Thorstens

Michael Jacobi

unread,
Jul 1, 2007, 1:06:33 PM7/1/07
to
Thorsten Koch wrote:

> Michael Jacobi schrieb:
>
>> Mit Verlaub - aber das ist Nonsens, weil es "die" persönlichen
>> Lieblingsmusiker in "dieser" NG nicht gibt
> Das war auch mehr für jeden persönlich gedacht...
>
>> - schon gar nicht "den" Geist
>> derselben ...
>
> Nicht? Dann habt ihr Euch immerhin redlich Mühe gegeben, den Eindruck zu
> erwecken. Glückwunsch!

Nein. Flipp wieder ein und nimm die Fakten zur Kenntnis:

Hier waren sich drei, vier Poster (die ansonsten in ihren Positionen und
Vorlieben unterschiedlicher kaum sein könnten!) einmal punktuell einig ...
das ist alles.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass auch nur einer dieser Herren im Traum
daran dächte, "den Geist dieser Newsgroup" repräsentieren zu wollen. Die
Vorstellung ist dermaßen absurd, dass ich mich gerade verärgert frage,
wieso ich überhaupt noch darauf eingehe...

Deshalb Schluss damit und ein EOD meinerseits unter diese unsinnige
Diskussion.

VG

Michael

Peter Lemken

unread,
Jul 1, 2007, 3:15:27 PM7/1/07
to

Er kann Dich nicht verstehen und es liegt nicht an ihm.

Werner Hintze

unread,
Jul 2, 2007, 2:50:30 AM7/2/07
to
On Sun, 01 Jul 2007 17:29:45 +0200, Thorsten Koch
<DALHXW...@spammotel.com> wrote:

>Viel klarer. Nämlich dass Du mich entweder nicht verstehen kannst oder
>willst.

Ich hatte auch schon das Gefühl, dass ich nicht verstehe, was Du
meinst. Das liegt allerdings daran, dass Du es nicht mitteilst. Und
das wiederum liegt vermutlich daran, dass Du selbst nicht weißt, was
Du meinen willst. Oder daran, dass Du gar nicht meinst, weil es Dir
egal ist, was Du sagst, wenn Du nur redest. Und dafür kann ich nun
wirklich nichts.

Christian Schulz

unread,
Jul 2, 2007, 4:28:44 AM7/2/07
to
Peter Lemken <spam.f...@buerotiger.de> wrote:
> Thorsten Koch <DALHXW...@spammotel.com> wrote:
> > Christian Köhn schrieb:
> > > Justus Frantz!
> >
> > Der spielt ja nur Beethoven... öks!

> Der hat eine Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug geschrieben?

Ich kenne ja ein Werk dieses Namens - und das hat Herr Frantz
gespielt/zu spielen versucht? Ich weiß nicht, ob ich das hören möchte...

--
Die 'Masse' waehlt SPD, konsumiert "Light-Produkte" & kauft New
Economy Aktien. Die Absurditaet dieses Handelns ist nicht zu ueber-
sehen, die Beispiele sind Legion.
Lars Gebauer in de.alt.folklore.usenet, 2001-08-25

Peter Lemken

unread,
Jul 2, 2007, 6:48:12 AM7/2/07
to
Christian Schulz <sch...@spinfo.uni-koeln.de> wrote:
> Peter Lemken <spam.f...@buerotiger.de> wrote:
> > Thorsten Koch <DALHXW...@spammotel.com> wrote:
> > > Christian Köhn schrieb:
> > > > Justus Frantz!
> > >
> > > Der spielt ja nur Beethoven... öks!
>
> > Der hat eine Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug geschrieben?
>
> Ich kenne ja ein Werk dieses Namens - und das hat Herr Frantz
> gespielt/zu spielen versucht? Ich weiß nicht, ob ich das hören möchte...

Wenn Dich das Stück interessiert, dann schon. Die Aufnahme mit Eschenbach
und Frantz ist in der Tat deswegen erstaunlich, weil man zumindest Herrn
Frantz weitestgehend die handwerklichen Fähigkeiten abspricht, ein solches
Stück zu beherrschen. Nun, dem ist nicht so, ganz im Gegenteil, die Aufnahme
kann ohne weiteres neben den gängigen Referenzaufnahmen bestehen.

Ja, mich hat das auch gewundert.

Christian Schulz

unread,
Jul 2, 2007, 8:36:14 AM7/2/07
to

Na, Versuch macht kluch. Bislang kenne ich glaub ich nur die Einspielung
von Ashkenazy/Corkhill. Da ist noch Platz für Alternativen. ;-)

Christian
--
"find /var/spool/news -mtime -1 -print | xargs less" ist technisch
nicht auf der Hoehe der Zeit.
Kristian Koehntopp auf die Frage, welchen Newsreader man nicht mehmen
sollte. (d.a.arnooo, <7cdg4t$b...@valiant.koehntopp.de>, 1999-03-13)

Peter Lemken

unread,
Jul 2, 2007, 9:09:42 AM7/2/07
to
Christian Schulz <sch...@spinfo.uni-koeln.de> wrote:
> Peter Lemken <spam.f...@buerotiger.de> wrote:
> > Christian Schulz <sch...@spinfo.uni-koeln.de> wrote:
> > > Peter Lemken <spam.f...@buerotiger.de> wrote:
> > > > Thorsten Koch <DALHXW...@spammotel.com> wrote:
> > > > > Christian Köhn schrieb:
> > > > > > Justus Frantz!
> > > > >
> > > > > Der spielt ja nur Beethoven... öks!
> > >
> > > > Der hat eine Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug geschrieben?
> > >
> > > Ich kenne ja ein Werk dieses Namens - und das hat Herr Frantz
> > > gespielt/zu spielen versucht? Ich weiß nicht, ob ich das hören möchte...
>
> > Wenn Dich das Stück interessiert, dann schon. Die Aufnahme mit Eschenbach
> > und Frantz ist in der Tat deswegen erstaunlich, weil man zumindest Herrn
> > Frantz weitestgehend die handwerklichen Fähigkeiten abspricht, ein solches
> > Stück zu beherrschen. Nun, dem ist nicht so, ganz im Gegenteil, die Aufnahme
> > kann ohne weiteres neben den gängigen Referenzaufnahmen bestehen.
>
> Na, Versuch macht kluch. Bislang kenne ich glaub ich nur die Einspielung
> von Ashkenazy/Corkhill. Da ist noch Platz für Alternativen. ;-)

Aber massig. Kocsis/Ranki, Labecques-Schwestern, Gebrüder Kontarsky seien
z.B. genannt.

Thorsten Koch

unread,
Jul 2, 2007, 3:11:49 PM7/2/07
to
Werner Hintze schrieb:

> On Sun, 01 Jul 2007 17:29:45 +0200, Thorsten Koch
> <DALHXW...@spammotel.com> wrote:
>
>> Viel klarer. Nämlich dass Du mich entweder nicht verstehen kannst oder
>> willst.
>
> Ich hatte auch schon das Gefühl, dass ich nicht verstehe, was Du
> meinst. Das liegt allerdings daran, dass Du es nicht mitteilst. Und
> das wiederum liegt vermutlich daran, dass Du selbst nicht weißt, was
> Du meinen willst. Oder daran, dass Du gar nicht meinst, weil es Dir
> egal ist, was Du sagst, wenn Du nur redest. Und dafür kann ich nun
> wirklich nichts.

Ich denke, Du hast mich sehr wohl verstanden. Nur macht es sich
natürlich viel besser, wenn man ein etwas blasiertes "Ich versteh die
Frage nicht" zurückgibt, weil man damit (die passende Formulierung
vorausgesetzt) den Fragesteller so darstehen lassen kann, als wäre _er_
der Volltrottel, der noch nicht einmal eine Frage anständig formulieren
kann.

> Wenn ich aber sein Musizieren nicht schätze, kann ich ihn als Musiker
> nich schätzen, außer in dem einen Falle: Ich bin so sehr darauf
> bedacht, nur kein Urteil abzugeben, damit ich mich weiter im coolen
> Mainstream bewegen kann, dass es mir vollkommen gleichgültig ist.

Ich habe da glücklicherweise kein Problem mit. Ich habe kein Problem
damit, zu sagen, dass ich die Interpretationen von Glenn Gould zu 95%
nicht mag und ihn trotzdem für einen achtbaren Musiker halte. Ich kann
auch hier erklären, dass ich die Kompositionen von Beethoven, Mozart und
Haydn zum allergrößten Teil nicht mag, und dennoch der Meinung bin, dass
es sich um gestandene Komponisten handelt.

Bei Dir scheint es anders zu sein. In der Tat hast Du mit Deinem ersten
Posting zu dieser Frage sie schon ganz richtig beantwortet: Jeder
Interpret, der dessen Interpretation Deinen Vorstellungen nicht
entspricht, ist ein musikalischer Volltrottel. (Die bedauernswerten
Gestalten, die diesen Interpreten dennoch schätzen, natürlich ebenso.)
Man hat guten Grund zur Annahme, dass Du diese Art der Herangehensweise
an menschliche Unterschiedlichkeiten auch auf andere Aspekte
überträgst: Die Zeitungen, die Du nicht liest, sind unleserliche
Schundblätter (und huldigen vielleicht sogar dem Zeitgeist oder sind -
im schlimmsten Falle - "cool"), Frauen, die Du nicht attraktiv findest,
sind potthässliche Schabracken, das Betriebssystem, dass Du nicht
verwendest, ist der letzte Mist, Bücher, die Du nicht liest sind die
letzte Schundliteratur und zuguterletzt natürlich: Meinungen, die nicht
die Deinen sind, sind absoluter Quatsch. Falls hier in der NG
geäusstert, sind sie im besten Falle keines Kommentars würdig, besser
jedoch einer arrogant blasierten oder (je nach Vorliebe) ironisch
distanzierten Replik, die dem Poster die Gelegenheit gibt, sich über die
Unzulänglichkeiten seiner Meinung klar zu werden.

Tja, es gibt Leute, die nennen das Nebeneinander unterschiedlicher
Positionen "Toleranz". Es gibt andere, die formulieren es als "anything
goes" und malen das schreckliche Gespenst des Zeitgeistes an die Wand.
Und warum schrecklich? Zeitgeist, ja... Das hat doch was mit dem Geist
der Zeit zu tun. Meinungen, die von einer größeren Anzahl von Leuten
vertreten werden - und wenn es nur das Ideal der Toleranz ist. Aber die
gleiche Meinung haben, wie eine große Anzahl anderer Leute? Das geht nun
wirklich gar nicht. Das würde ja nun dem eigenen elitären Anspruch
extrem wiedersprechen, wenn wir die eigene Meinung plötzlich überall auf
der Strasse hören würden...!

Nein, elitär muss es hier schon zugehen. Und ich bin mir sicher, dass
sich der Großteil der hier im Kontext dieses Threads postenden
Protagonisten lieber die Zunge abbeissen würde, als zuzugeben, dass sie
kürzlich eine Interpretation von Lang Lang gehört haben, die ihnen
zugesagt hat. Ich persönlich kann leider zu Lang Lang nichts sagen, weil
ich noch keine komplette Interpretation von ihm gehört habe. Aber wenn
ich dazu die Gelegenheit habe, würde ich mit offenen Ohren und
vorurteilsfrei zuhören und mir meine Meinung bilden. Eine Taktik, die
nicht bei allen Teilnehmern beliebt zu sein scheint, wie man folgendem
Zitat von Herrn Göbel entnehmen kann:


>> Der hat eine Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug geschrieben?
>
> Ich kenne ja ein Werk dieses Namens - und das hat Herr Frantz
> gespielt/zu spielen versucht? Ich weiß nicht, ob ich das hören möchte...

Wozu nachher ein Urteil bilden, wenn man doch auch schon vorher eins
haben kann?
Ich persönlich würde das gerne mal hören. Ich würde auch sehr gerne mal
hören, wie Herr Brendel Ravels Klavierkonzert spielt, oder Glenn Gould
die Rhapsodie in Blue... Aber das nur am Rande.

Und da kommt doch dann tatsächlich einer an, und findet Gabriela Montero
gut. Raus mit dem Mistkerl, der hat hier in unseren ehrwürdigen
virtuellen Hallen nichts verloren. Nachher schreiben hier noch die Fans
von Lang Lang, Gott bewahre!

Und dies ist der Geist dieser NG: Elitär bis zur Selbstverleugnung.
Vermeintlich aussenstehende werden mit Überheblichkeit, Blasiertheit,
Ironie und unerträglicher Arroganz abgekanzelt. Von Diskussion ist hier
keine Spur, hier dreht sich alles nur sich selbst beweihräuchernd um das
eigene Ich, um sich und den anderen der Runde zu zeigen, wieviel mehr
man doch drauf hat als das gemeine Fussvolk, dass noch nicht mal Adorno
gelesen hat oder - schlimmer noch - Spiegel liest.

Ich hatte eigentlich gedacht, hier einen Zirkel von Leuten zu treffen,
die gerne mal über Klassische Musik diskutieren. Getroffen habe ich
einen Zirkel, wie ich ihn verborter und intoleranter im Usenet noch
nicht getroffen habe - und der sich in Rekordgeschwindigkeit meine
tiefste Antipathie hat sichern können. Glückwunsch.


Im Prinzip könnt Ihr Euch Antworten schenken - werden eh nicht mehr
gelesen, zumindest nicht von mir.


Mit der Euch gebührenden Hochachtung,

Thorsten Koch

Werner Hintze

unread,
Jul 2, 2007, 7:08:44 PM7/2/07
to
On Mon, 02 Jul 2007 21:11:49 +0200, Thorsten Koch
<DALHXW...@spammotel.com> wrote:

>Ich denke, Du hast mich sehr wohl verstanden.

Jetzt ja:

>Bei Dir scheint es anders zu sein. In der Tat hast Du mit Deinem ersten
>Posting zu dieser Frage sie schon ganz richtig beantwortet: Jeder
>Interpret, der dessen Interpretation Deinen Vorstellungen nicht
>entspricht, ist ein musikalischer Volltrottel.

Mit anderen Worten: Was jemand äußert und was er meint, interessiert
Dich gar nicht. Hauptsache, Du kannst Dein Zeug absondern.

Und Du hast natürlich vollkommen recht, wenn Du meinst, dass ich
keinen Grund habe, Dich dabei zu stören. Also werde ich es auch nicht
mehr tun. Es wird so viel Blödsinn geschwafelt. Wenn man sich immer
dazu äußern wollte, käme man ja zu gar nichts mehr.

Michael Jacobi

unread,
Jul 2, 2007, 8:44:07 PM7/2/07
to
Thorsten Koch wrote:

Ich hatte Dir auf Deine letzten Entsteißungen hin ein EOD entboten und werde
versuchen, mich daran zu halten ... aber ein letztes Mal Dich zu *zitieren*
darf ich mir einfach nicht verwehrt sein:

Geradezu *umarmen* möchte ich Dich nämlich für folgenden Satz, den ich in
Zukunft wohl als Signatur verwenden werde:

> Ich kann
> auch hier erklären, dass ich die Kompositionen von Beethoven, Mozart und
> Haydn zum allergrößten Teil nicht mag, und dennoch der Meinung bin, dass
> es sich um gestandene Komponisten handelt.

Das ist schon ziemlich einsame Klasse, weil auf so hirnschwurbelig-geniale
Weise strunzdämlich ("gestandene Komponisten"!), dass ich mich allein schon
deshalb stolz und glücklich darüber wähne, Deine Bekanntschaft gemacht zu
haben...! ;-)

Der Rest Deines Postings lässt sich nach diesem Highlight selbstzufriedener
Ignoranz um so leichter ... ignorieren...

VG

Michael

0 new messages