Meine Frage an die Experten: War John Cage ein Schelm, so eine Art Heinz
Erhardt der Modernen Musik? Oder wie erklär ich mir dies Orgelprojekt?
Halt, Kommando zurück. Eben finde ich im Spiegel vom 4. 9. 2000 (online)
die Information, daß John Cage völlig unschuldig ist. "Die Idee für das
ehrgeizige Projekt entstand 1998 auf einer musikwissenschaftlichen Tagung
über den amerikanischen Komponisten. Ausschlaggebend waren Überlegungen,
wie das Werk 'Organ²/ASLSP', das den Untertitel 'so langsam wie möglich'
trägt, zu interpretieren sei. Cage komponierte es als 20-minütiges
Klavierstück."
John Cage starb 1992, hat also ein hieb- und stichfestes Alibi.
Hier ist ein Auszug aus dem ursprünglichen Klavierwerk:
http://www.youtube.com/watch?v=jcgylwOiQ2Q
So ganz rasend aufwühlend und hektisch ist auch das nicht.
Hier ist das Stück in einer etwas schnelleren Fassung für Kleines Orchester
und Ballett: http://www.youtube.com/watch?v=R0BHxhUnokU
Ciao
Wolfram
--
Der alte Wasserturm von Hacklberg, / Ist mir von Kindheit an schon lieb und
wert / Da bin i manche Stunde g'wen, / Hob auf mei Passau nunterg'seh'n. /
Da war i jung no und verliebt, / Wia's so wos oamoi nur im Leben gibt.
<http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <http://www.youtube.com/watch?v=oDjbbkGVT4Q>
Im Jahre 3001 soll es eine 1. Wiederholung geben!
Bis dann!
Gruss
Walter
Besorg dir rechtzeitig Karten.
Ciao
Wolfram
--
Wer von sich behauptet, "gaga" oder ein "ein Narr" zu sein, steht im
dringenden Verdacht, keiner zu sein. Weil nämlich Narren, echte und
wirkliche und tatsächliche Narren nicht mal im Traum annehmen, sie könnten
Nar...
> Gestern abend habe ich mich ein wenig von den Youtube-Verweisen treiben
> lassen und bin dabei zufᅵllig auf das John-Cage-Projekt in Halberstadt
> gestoᅵen.
> Meine Frage an die Experten: War John Cage ein Schelm, so eine Art Heinz
> Erhardt der Modernen Musik? Oder wie erklᅵr ich mir dies Orgelprojekt?
Man kann es nicht wissen, aber ich denke nicht, dass ihn das
Halberstadter Projekt geᅵrgert hᅵtte. Es wᅵrde mich wundern, wenn er
bei einem Untertitel wie "so langsam wie mᅵglich" nicht zumindest in
Kauf genommen hᅵtte, dass einer daran 5 Stunden spielt. Konsequent in
seinen Ideen war ja auch sonst (4'33 wᅵre das kanonische Beispiel).
Wie dem auch sei, die Idee find ich klasse. Man mᅵsste wissen, wann da
grad keine Pause ist; sich einfach mal in den Dom stellen und 10, 20,...
Minuten /einen/ Orgelton zu hᅵren fᅵnde ich ziemlich schick.
Laut deren Webseite ist am 5.7.2010 der nᅵchste Tonwechsel - ich
fᅵrchte, da bin ich schon verplant :-/
--
Christian Schulz IRC: Zampel sch...@spinfo.uni-koeln.de
URL: http://lisa.spinfo.uni-koeln.de/~cschulz/pers/
"Der Kopf muss das dritte Bein sein." --- Christoph Daum
> Laut deren Webseite ist am 5.7.2010 der nᅵchste Tonwechsel - ich
> fᅵrchte, da bin ich schon verplant :-/
Wenn der Solist - nur mal angenommen - also: Wenn der in der
Zwischenzeit eine verᅵnderte, etwas mehr zum Romantischen hin
verschobene Auffassung von dem Stᅵck gewinnt und deshalb im
Mai oder Juni ein ganz leichtes Ritardando zelebriert - dann
kommst Du vielleicht doch noch rechtzeitig.
j/\a
--
> Wolfram Heinrich <in...@theodor-rieh.de> wrote:
>
>> Gestern abend habe ich mich ein wenig von den Youtube-Verweisen treiben
>> lassen und bin dabei zufällig auf das John-Cage-Projekt in Halberstadt
>> gestoßen.
>
>> Meine Frage an die Experten: War John Cage ein Schelm, so eine Art Heinz
>> Erhardt der Modernen Musik? Oder wie erklär ich mir dies Orgelprojekt?
>
> Man kann es nicht wissen, aber ich denke nicht, dass ihn das
> Halberstadter Projekt geärgert hätte. Es würde mich wundern, wenn er
> bei einem Untertitel wie "so langsam wie möglich" nicht zumindest in
> Kauf genommen hätte, dass einer daran 5 Stunden spielt. Konsequent in
> seinen Ideen war ja auch sonst (4'33 wäre das kanonische Beispiel).
>
> Wie dem auch sei, die Idee find ich klasse. Man müsste wissen, wann da
> grad keine Pause ist; sich einfach mal in den Dom stellen und 10, 20,...
> Minuten /einen/ Orgelton zu hören fände ich ziemlich schick.
>
Das müßte doch auch zu machen sein, wenn man die Bekanntschaft eines
Pfarrers oder Organisten sucht. Wenn du jemand kennst, ich spiel den Ton
für dich.
> Laut deren Webseite ist am 5.7.2010 der nächste Tonwechsel - ich
> fürchte, da bin ich schon verplant :-/
Vielleicht bringen die ja eine CD raus, für jeden Ton eine.
Ciao
Wolfram
--
Du siehst Dinge und sagst: "Warum?" Ich aber träume von Dingen und sage:
"Warum nicht?"
GEORGE BERNARD SHAW
[John-Cage-Projekt in Halberstadt]
>> Meine Frage an die Experten: War John Cage ein Schelm, so eine Art Heinz
>> Erhardt der Modernen Musik? Oder wie erklär ich mir dies Orgelprojekt?
Natürlich war er ein Schelm, aber eine ganz andere Liga als Erhardt.
> Man kann es nicht wissen, aber ich denke nicht, dass ihn das
> Halberstadter Projekt geärgert hätte. Es würde mich wundern, wenn er
> bei einem Untertitel wie "so langsam wie möglich" nicht zumindest in
> Kauf genommen hätte, dass einer daran 5 Stunden spielt.
Ein filmischer Bericht über das Halberstadter Projekt, zu sehen am Fr/Sa
im hannoverschen Kino im Sprengel:
http://www.realfictionfilme.de/filme/breathless/index.php#4
"Ich finde Humor à la Tati in den Bildern dieser Kirche in einer
ostdeutschen Kleinstadt, wenn Touristen versuchen, die Bedeutung dieses
Kunstwerkes zu fassen. Man findet immer Humor in den Dingen, die sehr,
sehr ernst genommen werden!" (Susanna Helke, Filmemacherin)
> Konsequent in seinen Ideen war ja auch sonst (4'33 wäre das kanonische Beispiel).
Ebenfalls in Hannover, zu sehen im Sprengelmuseum:
http://www.sprengel-museum.de/ausstellungen/kurt-schwitters-preis-2008-fuer-die-bildende-kunst-der-niedersaechsischen-sparkassenstiftun.htm?bild_id=79171510
Merce Cunningham performs STILLNESS (in three movements) to John Cage's
composition 4'33" with Trevor Carlson, New York City, 28 April 2007 (six
performances; six films)
> Wie dem auch sei, die Idee find ich klasse.
Cage hätte sich wohl köstlich amüsiert.
i.
--
Mit/per copy and past (Strg + C und Strg + V = Einfügen, Wiedergeben)
habe ich die Header komplett gepostet. Das sind so die Feinheiten, die
man im Lauf der Zeit lernt, wenn man sich über Jahre hinweg (bei mir
sind es dreizehn) im Usenet aufhält. --Ingrid Liebeler
Andreas
Nein, ich habe die Partitur nicht gelesen und weiß daher nicht, ob
in dem Stück eine forte-Stelle vorkommt.
Ja, ich äußere mich gerne zu Stücken, die ich nicht kenne.
> Man sollte rechtzeitig vor dem ca. 12-jährigen forte mit der
> Nachbarschaft reden.
>
Kunst ist, wenn man trotzdem lacht.
Ciao
Wolfram
--
It's better to travel hopefully than to arrive.
ROBERT LOUIS STEVENSON